Türschloss Die Erfindung betrifft ein Türschloss mit zwei koaxialen, je mit .einem Handgriff in Wirkverbin- dung stehenden Nüssen, die mit an ihren benachbar ten Enden vorhandenen Nussarmen auf eine Riegel falle einwirken können, um diese entweder in Schliess lage zu verriegeln oder um sie entgegen dem Wider stand einer Feder aus der ,Schliesslage zurückzuziehen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein derartiges Türschloss s o auszustalten, dass unter Ein beziehung eines in einem der Handgriffe eingelasse nen Zylinderschloss wahlweise verschiedene Wir kungsweisen ermöglicht sind.
Dies soll dadurch erreicht werden, dass in einem ersten der Handgriffe ein Zylinderschloss eingelassen ist, mittels welchem dieser Handgriff bei herausge zogenem Schlüssel in der einen oder anderen von zwei um 90 gegeneinander versetzten Winkellagen mit der zugehörigen ersten Nuss drehfest verbunden ist, dass ferner die zweite Nuss drehfest, aber ver schiebbar mit dem zweiten Handgriff verbunden ist und durch :
eine zwischen ihr und diesem zweiten Handgriff .eingesetzte Feder gegen die erste Nuss gedrückt ist, d'ass ,die Nussarme an ihren einander zugewendeten Enden im Querschnitt annähernd V- förmige, zur formschlüssigen Kupplung der beiden Nüsse .geeignete Stirnflächen haben und dass die Drehung des ersten Handgriffes auf jene 90 begrenzt ist, um welche eine der Nüsse von der Mittellage aus gedreht werden muss,
um die Riegelfalle zurückzu ziehen, wogegen die Drehung der zweiten Nuss und des zweiten Handgriffes auf die 180 begrenzt ist, die es braucht, um in einer Endlage die Riegelfalle in Schliesslage zu verriegeln und in der anderen End lage die Riegelfalle in der zurückgezogenen Lage zu halten, wobei die 90 -Drehung der ersten Nuss gegenüber dem ersten Handgriff es ermöglicht, die erste Nuss in die Verriegedungslage zu bringen, um sie :
dort mit der zweiten Nuss zu kuppeln, worauf dann beide Nüsse in die Mittellage oder in die End- lage mit zurückgezogener Riegelfalle gedreht werden können.
Beiliegende Zeichnung stellt ein Ausführungs beispiel des Erfindungsgegenstandes dar.
Fig. 1 ist ein Horizontalschnitt, Fig. 2 ist ein Vertikalschnitt in der Axialebene des Längsgehäuses, Fig.3 ist ein Vertikalschnitt in der Axialebene des Quergehäuses, die Fig. 4 und 5 sind Querschnitte nach der Linie IV-IV bzw. V--V der Fig. 3, Fig. 6 ist eine perspektivische Ansicht der drei Teile der Riegelfalle,
und Fig. 7 zeigt eine Einzelheit der Lagerung eines Handgriffes im Querschnitt.
In der Zeichnung ist mit T .der Türflügel und mit R der Türrahmen angedeutet. m einer durchgehenden Querbohrung des Türflügels sitzt ;der aussen zylin drische Körper 2 eines Quergehäuses. Dieser Körper hat zwei mit Innengewinde versehene Querbohrun gen 3, deren gemeinsame Achse in einem Abstand über der Achse dieses Quergehäusekörpers gelegen ist. Ein Längsgehäuse 4 ist in eine entsprechende Bohrung 5 des Türflügels T eingelassen und hat ein Aussengewinde 6, welches mit den Gewinde bohrungen 3 des Quergehäusekörpers 2 in Eingriff steht.
Neben diesem Aussengewinde 6 hat das Längs gehäuse 4 eine glatte zylindrische Aussenmantel fläche 7, welche praktisch spielfrei in die Bohrung 5 passt; an seinem äusseren Endteil hat das Längsge häuse 4 ein Aussengewinde 8, welches in das Holz des Türflügels T eingreift; der Kerndurchmesser dieses Gewindes 8 ist gleich gross wie der Durch messer der Mantelfläche 7, und die Steigung ist dieselbe wie jene des Gewindes 6 und der Gewinde- bohrungen 3.
Das Schliessblech besteht aus einer Hülse 9 mit Aussengewinde 10, welches in das Holz des Türrahmens R eingreift.
Der Quergehäusekörper 2 hat an seinen beiden Enden kurze Innengewinde 11, 12 und zwischen diesen zwei Innenvorsprünge 13, deren einander zugewendete Flächen zu der Achse der beiden Ge windebohrungen parallel sind. Durch diese Innen- vorsprünge 13 erstrecken sich in der zur Achse der Gewindebohrungen 3 winkelrecht stehenden Axial ebene des Quergehäusekörpers zwei enge Schrauben- durchlassbohrungen 14.
In die Gewindebohrung 11 ist lose ein Halterring 15 eingeschoben und ist auch ein Abschlussring 16 eingeschraubt. In die Gewinde bohrung 12 ist lose ein Abschlussring 17 eingescho ben. Zwei sich durch die Bohrungen 14 der Innen vorsprünge 13 erstreckende Schrauben 18 durch setzen auch .entsprechend angeordnete Bohrlöcher des Halteringes 15 und greifen in blinde Gewinde löcher des Abschlussringes 17 ein;
der Haltering 15 stützt sich dabei an den Innenvorsprüngen 13 ab, und ;der Abschlussring 17 stützt sich an der äusseren Stirnfläche des Gehäusekörpers 2 bei der Gewinde bohrung 12 ab.
Ein Handgriff 19 ist drehbar im A,bschlussring 16 gelagert und dadurch an diesem in Axialrichtung festgehalten, dass ein Teil 20 (siehe auch Fig. 7) unter der Wirkung einer Feder 21 sowohl in eine Innenringnut 22 des Abschlussringes 16 wie auch in eine Aussenringnut 23 des Handgriffes 19 ein greift; bei .der Montage ist der ,Schnappteil 20 ganz in die Aussenringnut 23 einzudrücken, damit er am Abschlussring 16 vorbei eingeschoben werden kann;
nach fertigem Einschieben schnappt er unter der Wirkung der Feder 21 in die Innennut 22; ist eine Demontage erforderlich, so wird ein schlankes Instru ment durch die Bohrung 24 des Halteringes einge führt und mit diesem Instrument auf den Schnapp teil 20 gedrückt, bis. er aus; der Nut 22 ausgefahren ist, worauf der Handgriff 19 entfernt werden kann.
Der .Handgriff 19 hat eine zentrale Blindbohrung 25, in welcher zuhinterst eine Feder 26 eingesetzt ist und in welcher !der ,Schaftteil 27a einer Nuss 27 an sich drehbar und verschiebbar gelagert ist; dieser Schaftteil hat aber eine Längsnut 28, in welche ein Stift 29 eingreift, welcher sich durch ein Querloch des Handgriffes 19 erstreckt; somit ist diese Nuss 27 drehfest mit ;dem Handgriff 19 verbunden.
In einem Querloch des Handgriffes 19 ist ein radialer Bolzen 30 fest eingesetzt, welcher in eine Ausnehmung 31 der Haltescheibe 15 eingreift (Fig.5), so dass die Drehung dieses Handgriffes 19 und dieser Nuss 27 auf annähernd 180 begrenzt ist.
Im Abschlussring 17 ist ein Handgriff 32 drehbar gelagert und dadurch axial festgehalten, dass sein innerster Endteil einen aufgepressten Ring 33 trägt, der an der Innenseite des Abschlussrings 17 anliegt.
Der Handgriff 32 ist mit .einem radialen Bölzchen 34 ausgerüstet, das mit einer Aussparung 35 im Ab schlussring 17 zusammenarbeitet, um die Drehung des Handgriffes 32 .auf annähernd 90 zu beschränken. Der Handgriff 32 hat eine zentrale Bohrung 36, die nach aussen stufenförmig erweitert ist. Im weiteren, äusseren Teil dieser Bohrung 36 sitzt das Gehäuse 37 eines Zylinderschlosses, welches durch Schrauben 38 festgehalten ist.
Der nicht dargestellte Zylinder dieses Zylinderschlosses bekannter Bauart besteht aus einem Stück mit einer Nuss 39, deren Schaftteil 39a sich durch den engeren Teil der zentralen Bohrung 36 des Handgriffes 32 hindurch erstreckt. Bei weggenom menem Schlüssel kann dieser Zylinder in bezug auf das Gehäuse 37 .die eine oder andere von zwei um 90 gegeneinander versetzten Winkellagen einneh men.
In dem inneren Endteil des Längsgehäuses 4 ist ein Federteller 40 eingeschraubt, an welchem sich eine Druckfeder 41 abstützt. Diese hat das Be streben, eine Riegelfahle nach aussen, also in Schliess lage, zu drücken. Diese. Riegelfalle ist aus den drei Teilen 42, 43 und 44 zusammengesetzt, wobei die Teile 42 und 43 bajonettartig miteinander verbunden sind .zur Ermöglichung der Verwendung des Schlosses sowohl für rechts- wie für linksangeschlagene Türen.
Der äussere Riegelfallenteil 43 kann in zwei um 180 um die Längsachse- gegeneinander versetzten Lagen mit Aden Teilen 43 und 44 verbunden werden; die durch einen Querstift 45 miteinander verbundenen Teile 43 und 44 sind in bezug auf den Teil 42 ver schiebbar, damit der äussere .Fallenteil 43 beim Ein schnappenlassen in das. Schliessblech 9 einfahren kann, ohne @dass der mit den Nüssen 27 und 39 zu- sammenwirkende Teil 42 bewegt wird.
Bei diesem Einfahren wird eine Druckfeder 46 zusammenge- ,drückt, die zwischen Aden Teilen 42 und 43 winkt. Das Längsgehäuse 4 hat an seiner Innenseite auf der ganzen Länge (mit Ausnahme 'des .den Feder teller 40 aufnehmenden Innengewindes) den aus Fig. 3 ersichtlichen Innenquerschnitt mit zwei ein ander gegenüberliegenden Flachseiten, zu denen die aus Fig. 6 ersichtlichen Flachseiten der Riegelfallen- teile 42 und 43 passen, so dass die Riegelfalle im Längsgehäuse 4 verschiebbar,
aber nicht drehbar gelagert ist.
Der innere Riegelfallenteil 42 hat die übliche Querausnehmung <I>42a,</I> in welcher idie Nussarme <I>27b</I> bzw. 39b arbeiten;
diese Ausnehmung 42a hat zudem einen Teil, in welchem sich anlässlich des schon er- wähnten Zurückverschiebens der Riegelfallenteile 43 und 44 in bezug auf ,den Riegelfallenteil 42 ent gegen der Wirkung der Feder 46 der zylindersegment- förmige Kopf des Riegelfallenteils 44 bewegen kann. Die einander zugewendeten ,Stirnflächen 47 der Nuss arme 27b,
39b sind im Querschnitt, wie aus Fig. 1 ersichtlich, annähernd V-förmig ausgebildet, so dass die Nussarme immer dann, wenn sie aufeinander aus gerichtet sind, formschlüssig aneinandergekuppelt sind.
Das oben beschriebene Türschloss arbeitet wie folgt: In den Fig. 1-5 nehmen die beweglichen Teile ihre Mittellage ein; die Riegelfalle 42, 43, 44 befindet sich in Schliesslage, ohne aber verriegelt zu sein. Um die Türe zu öffnen, kann einfach der eine oder der andere der Handgriffe 19, 32 im Uhrzeigersinn (Fig. 2) gedreht werden; hierbei werden die mit ihren Stirnflächen 47 miteinander gekuppelten Nuss arme 27b und 39b im gleichen Sinne gedreht, wobei sie auf den Riegelfallenteil 42 einwirken und die Riegelfalle zurückziehen.
Es kann auch der Handgriff 19 von der vorer wähnten, dargestellten Mittellage ausgehend um 90 entgegen dem Uhrzeigersinn (Fig. 2) gedreht werden; der Nussarm 27b ist dann horizontal gegen den Rie- gelfallenteil 44 gestellt, die ganze Riegelfalle also in Schliesslage verriegelt.
Bei einer solchen Drehung kann die Nuss 39 nicht folgen, weil erstens der im Handgriff 32 steckende Bolzen 34 am oberen Ende der Aussparung 35 des Abschlussringes 17 anliegt und zweitens weil bei herausgezogenem Schlüssel der Handgriff 32 durch das Zylinderschloss fest mit der Nuss 39 verbunden ist.
Um nun das Schloss wieder zu entriegeln, kann entweder der Handgriff 19 samt der Nuss 27 in ,die Mittellage zurückgedreht werden oder es kann wie folgt vorgegangen werden: in das Zylinderschloss wird der Schlüssel eingesteckt und mit diesem die Nuss 39 um 90 entgegen dem Uhrzeigersinn (Fig. 2 und 4) gedreht.
Am Ende dieser Drehung sind die Nussarme idurch ihre Stirn flächen 47 wieder formschlüssig aneinandergekuppelt, und es kann mit dem Schlüssel die Nuss 39 samt der angekuppelten Nuss 27 in die Mittellage zurückge- .dreht werden; anschliessend kann entweder mit dem Schlüsseloder nach Herausziehen desselben mit dem Handgriff 32 die Nuss 39 samt der angekuppelten Nuss 27 weiter im Uhrzeigerdrehsinn (Fig. 2, 4 und 5) um 90 gedreht werden, um die Riegelfalle zu rückzuziehen.
Es ist auch möglich, mit dem in :das Zylinder schloss eingesteckten :Schlüssel die Nuss 39 samt der angekuppelten Nuss 27 um 90 entgegen dem Uhr zeigersinn (Fig. 2) zu drehen, um die Riegelfalle in Schliesslage zu verriegeln. Wird dann der Schlüssel herausgezogen, .so kann durch Drehung des Hand griffes 19 im Uhrzeigersinn die Nuss 39 nur bis in die Mittellage zurückgedreht werden; bei dieser Drehung ist nämlich der Handgriff durch das Zylin- derschloss drehfest mit der Nuss 39 verbunden und schlägt zuletzt der im Handgriff 32 festsitzende Bolzen 34 am unteren Ende der Aussparung 35 an.
Die Riegelfalle ist nun wohl entriegelt, kann aber nicht zurückgezogen werden, weil bei einer weiteren Drehung des Handgriffes 19 im Uhrzeigersinn die Nuss 27 sich von der gegen Weiterdrehung gehinder ten Nuss 39 abkuppelt und der Riegelfallenteil 42 mit dem gekrümmten Teil seiner Aussparung 42a am Nussarm 39b anzuliegen kommt. Ein Zurück- ziehen der Riegelfalle ist dann also nur durch Drehen der Nuss 39 mit Hilfe des in das Zylinderschloss ein gesteckten Schlüssels möglich.