Verfahren zur Herstellung einer dauerhaften Frisur
Es ist bekannt, menschliche Haare durch Behandlung mit reduzierenden Mitteln, wie substituierten Mercaptanen oder Sulfiten, mit oder ohne nachträgliche Fixierung dauerhaft zu formen. Ferner ist es bekannt, durch eine Umhüllung der Haarfaser mit einem Film von natürlichen Harzen, z. B. Isländischem Moos, Quittenkernen, Flohs amen, Traganb, Gummi, Dextrinen, Agar-Agar, Cellulosederivaten, Sandarak-, Siam-, Benzoeharz und Schellack, oder künstlichen Harzen wie Polyvinylalkohol, Polyacrylaten, Polyvinylacetaten, Poly äthylenglykol, Kondensationsprodukten aus Harnstoff und Formaldehyd und Polyvinylpyrrolidon eine Verformung der Haare zu erzielen. (Vergleiche H. FREYTAG, Ullmanns Enzyklopädie der technischen Chemie, 3. Auflage, 10.
Band, S. 75F755.) Darüber hinaus sind in neuerer Zeit auch Mischpolymerisate aus N-substituierten Acrylsäureamiden mit ungesättigten Carbonsäurederivaten, Homo- oder Mischpolymerisate aus Acrylsäureestern, die nach der Polymerisation bis zur Wasserlöslichkeit verseift wurden, ferner Mischpolymerisate aus basischen Estern ungesiättigter Carbonsäuren mit Nsubstituierten Acrylsäureamiden und äthylenisch ungesättigten Verbindungen und' schliesslich Mischpolymerisate aus N-Vinylpyrrolidon mit Vinylestern vorgeschlagen worden. Beide Verfahren haben jedoch den Nachteil, dass die mit diesen Mitteln bewirkte Haarverformung bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von mehr als etwa 50-60 % einer unerwünschten Veränderung unterliegt.
Während sich das nach ersterem Verfahren verformte Haar je nach Behandlungsart und Haarstruktur hierbei korkenzieherartig zusammenzieht oder auch sträh nigformlos wird, haftet dem mit Harzen oder Kunststoffemulsionen oder -lösungen behandelten Haar ausschliesslich der zuletzt genannte Nachteil an. Die genannten Haarverformungsmittel führen daher zu Frisuren, deren Haltbarkeit nur bei relativ niedriger Luftfeuchtigkeit gewährleistet ist.
Durch diese Mittel wurde zwar in einigen Fällen ein abweisender Effekt gegen Wasser, nicht jedoch gegen Wasserdampf erzielt. Während in der Praxis die Beständigkeit gegen Wasser von untergeordneter Bedeutung ist, ist jedoch die Abschirmung von Wasserdampf für die Haltbarkeit der Frisur wesentlich. Ein bekanntes Beispiel für die Empfindlichkeit menschlicher Haare gegen Luftfeuchtigkeit ist ihre Verwendung in Hygrometern.
Bekanntlich erreicht die relative Luftfeuchtigkeit im allgemeinen Werte zwischen 70 und 90 % und besonders in den Morgen- und Abendstunden, sowie in Küchen und Waschräumen Werte von sogar 100%. Um einen wirksamen Schutz gegen eine derart hohe Luftfeuchtigkeit zu erzielen, müssten mit den bekannten Filmbildnern Schichtdicken auf der Oberfläche der Haarfaser erzeugt werden, die ein Mehrfaches des Haarquerschnittes betragen. Dies ist wegen der damit verbundenen Veränderung des Haares, besonders der Kämmbarkeit und Griffigkeit, verständlicherweise nicht möglich. Der Vorschlag, durch quervernetzende Substanzen, z.
B. polyfunktionelle reaktionsfähige Verbindungen, wie etwa bei Wolle, die Hygroskopizität der Keratinfaser zu vermindern und so eine grössere Widerstandsfähligkeit der Haarfrisur gegen Luftfeuchtigkeit zu erreichen, blieb bis heute ohne praktische Bedeutung.
Überraschenderweise ergaben Versuche, dass im Gegensatz zu den bisher verwendeten Kunststoffen mit sogenannten Epoxydharzen behandelte Haare gegenüber Luftfeuchtigkeit unempfindlich sind. Während bei den bisher bekannten Verfahren ausnahmslos solche Produkte verwendet werden, die allein durch Eintrocknen ihrer Lösungen oder Emulsionen Filme ergeben, ist das erfindungsgemässe Verfahren dadurch charakterisiert, dass der das Haar umhüllende Film erst auf dem Haar durch chemische Reaktion zwischen der Epoxydverbindung und dem Härter gebildet wird.
Da die bisher bekannten Filmbildner in Wasser, Alkohol-Wasser-Gemischen oder Alkohol löslich sein oder aber mit Hilfe hydrophiler Emulgatoren in Emulsion gebracht werden müssen, um auf das Haar aufgebracht werden zu können, sind die damit auf dem Haar erzielten Filme naturgemäss hydrophil und somit stark durchlässig für Wasserdampf. Bei dem erfindungsgemässen Verfahren dage gen ist trotz guter Löslichkeit der Ausgangskomponenten der aus ihnen gebildete Film infolge starker dreidimensionaler Vernetzung weitgehend wasserdampfundurchlässig.
Ausserdem ist bei dem erfindungsgemässen Verfahren eine bessere Verankerung des gebildeten Filmes mit dem Haar vorhanden, als dieses bei der Aufbringung der bekannten hochmolekularen Filzbildner erreicht werden kann, da die relativ kleinmolekularen Ausgangskomponenten tiefer in das Haar eindringen und ausserdem über einen Teil der Epoxygruppen mit reaktionsfähigen Amino- oder Hydroxylgruppen des Haarkerabins reagieren können. Behandelt man menschliches Haar nach dem erfindungsgemässen Verfahren, so erhält man Haarfrisuren, die selbst bei 90-100% relativer Luftfeuchtigkeit ausserordentlich beständig sind. Darüber hinaus werden gewisse Eigenschaften des Haares, im Gegensatz zu der Wirkung der oben erwähnten Dauerwellenmittel, günstig verändert.
So wird die sogenannte Stickstoffzahl tvergleiche H. FREYTAG: Zur Charakterisierung schwefelhaltiger Proteine , Folia Pharmaceutica (Istanbul), 3, 7:125-141(1955)] bei kosmetisch nicht vorbehandelten Haaren deutlich, bei dauergewellten Haaren durch die erfindungsgemässe Behandlung sehr stark vermindert. Diese Stickstoffzahl ist ein Mass für die Zahl der im Keratin vorhandenen freien SH-Gruppen und damit für den Vernetzungsgrad. So ist zum Beispiel bei Haaren, die mit den bisher üblichen reduzierenden Mitteln, z. B. substitulier- ten Mercaptanen, dauergewellt wurden, die Zahl der freien SH-Gruppen des Keratins ein Massstab für den Schädigungsgrad, da trotz Fixierung erfahrungsgemäss nur ein Teil der bei der Reduktion gespaltenen Disulfidbrücken zurückgebildet wird.
Dadurch ein Verfahren zur Haarverformung gemäss der Erfindung wird die Zahl der SH-Gruppen dagegen nicht erhöht, sondern sogar vermindert. Ausserdem ist es vorstellbar, dass die Herabsetzung der Stickstoffzahl teilweise unmittelbar bedingt ist durch die Umhüllung mit einem Epoxydharzfilm.
Als wirksame Komponenten der Lösung (A) kommen erfindungsgemäss folgende Substanzen in Betracht:
Verbindungen mit mindestens zwei Epoxydgruppen, die in Wasser oder in Gemischen aus Wasser und mit Wasser mischbaren organischen Lösungsmitteln oder in mit Wasser mischbaren organischen Lösungsmitteln löslich sind, z.
B. Sithylenglykoldiglicydäther,
EMI2.1
1,3 Butandioldiglycidäther,
EMI2.2
1 ,4-Butandioldiglycidäther,
EMI2.3
Glycerindiglycidäther,
EMI2.4
l-Epoxyäthyl-3 ,4-epoxycyclohexan,
EMI2.5
3 ,4Epoxy-6-methyi-cyclohexylmethyl-3', 4-epoxy-6'-methyl-cyclohexancarboxylat,
EMI2.6
Dicyclopentadiendiepoxyd,
EMI2.7
Butadiendiepoxyd,
EMI2.8
Diglycidyläther
EMI2.9
oder deren Gemische. Alle diese Verbindungen sind handelsüblich und lassen sich auch nach herkömmlichen Methoden entweder aus Epichlorhydrin (typische Darstellungsmethode ist in Beispiel 1 enthalten) oder durch Epoxydierung von mehrfach ungesättigten Verbindungen [z.
B. nach Prideschajew, Ber, 42, 4811 (1909) oder Arbusow und Michailow, J. pr. Chem. 127, 97 (1930)] leicht herstellen.
Als Härter der Lösung (B) werden erfindungsgemäss verwendet: Härtend wirkende Kohlenwasserstoffcarbonsäuren oder primäre oder sekundäre Die oder Polyamine, die in Wasser oder in Gemischen aus Wasser und mit Wasser mischbaren organischen Lösungsmitteln oder in mit Wasser mischbaren organischen Lösungsmitteln löslich sind. z. B. Äbhlendiamin, Diäthylentriamin, Dipro pylentriamin, substituierte aliphatische oder aromatische Diaminoverbindungen, die vornehmlich Carboxyl-oder Hydroxylgruppen enthalten, wie z. B. 3,4 - Diamino- benzoesäure, Lysin, Ornithin, Arginin, Cystin, N,N' Bisoxäthyl-äthylendiamin. Als besonders geeignet haben sich solche hydroxylgruppenhaltige Diamine erwiesen, die durch Umsetzung der unter 1. genannten Verbindungen mit mindestens zwei Epoxydgruppen mit Ammoniak erhalten werden.
Auch Verbindungen, die sowohl eine Amino- als auch eine Mercaptogruppe im Molekül enthalten, wie Cysteamin HS-CH2-CHL NH2 oder Cy- stein, kommen in Betracht.
Erfindungsgemäss wird das Haar mit einer Lösung behandelt, die man zweckmässigerweise kurz vor der Anwendung aus je einem oder mehreren Vertretern von Verbindungen mit mindestens zwei Epoxygruppen sowie geeigneter Härter herstellt. Das Mengenverhältnis von Epoxydverbindungen zum Härter wird am besten so gewählt, dass pro Epoxygruppe etwa ein reaktionsfähiges Wasserstoffatom des Härters zur Verfügung steht. Die so hergestellte Lösung kann in üblicher Weise auf das Haar gebracht werden. Man kann eine relativ verdünnte Lösung als sogenanntes Einlegemittei verwenden und ohne Entfernung des Überschusses unter der Trockenhaube reagieren lassen.
Es ist ferner möglich, eine konzentrierte Lösung zunächst einige Minuten einwirken zu lassen, den Überschuss dann durch Frottieren oder Spülen zu entfernen und anschliessend das Haar einzulegen und unter der Trockenhaube zu trocknen. Schliesslich kann man auch im Zweistufenverfahren zuerst die Epoxykomponente einige Minuten einwirken lassen, den Überschuss abfrottieren und dann die Härtekomponente aufbringen und analog einlegen und trocknen. Auch die umgekehrte Reihenfolge ist möglich.
Das beschriebene Epoxy-Härter-System kann durch Zusatz von beschleunigend-und dadurch die Harzeigenschaft verbessernd - wirkenden Verbindungen variiert werden. Als besonders günstig haben sich Resorcin, katalytische Mengen von Schwermetallsalzen, insbesondere Kupfersalzen, ferner Thiosemicarbazid und kationaktive Netzmittel, z. B. Cetylpyridiniumchlorid, herausgestellt, wie es in den Beispielen beschrieben ist.
Beispiele 1. Lösung A
Man löst 17,4 g Äthylenglykoldiglycidäther nn Wasser und füllt auf 100 cm3 auf. Äthylenglykoldiglycidäther kann nach folgender Methode dargestellt werden:
0,5 Mol Äthylenglykol werden mit 2,5 Mol Epichlorhydrin gemischt. In diese Mischung wird unter Rühren 1 Mol Kaliumhydroxyd portionsweise eingetragen, wobei die Temperatur des Reaktionsgemisches unter 350 C gehalten wird. Nach beendetem Eintragen wird noch 2 Stunden bei Zimmertemperatur gerührt, danach das gebildete Kaliumchlorid abfiltriert, das Filtrat mit trockenem Na2SO4 getrocknet und das überschüssige Epichlorhydrin im Vakuum abdestilliert. Der verbleibende Rückstand wird durch Destillation bei einem Druck von etwa 0,3 mm Quecksilbersäule gereinigt.
Man erhält ein Produkt, weiches bei der Analyse einen Reinheitsgrad von etwa 95 %, bezogen auf Athylen- glykoldliglycidäther, ergibt.
Lösung B
Es werden 13,1 g Dipropylentriamin in Wasser gelöst und ebenfalls auf 100 cm3 aufgefüllt.
30 cm3 der Lösungen A werden mit 20 cm3 der Lösung B vermischt. Von diesem Gemisch wird die zur Haarbehandlung erforderliche Menge sofort auf menschliches Haar aufgetragen und etwa 15 Minuten einwirken gelassen. Dann wird das Haar mit einer in der Friseurpraxis üblichen Papierserviette frottiert mit üblichen Haarwellenwicklern eingelegt und unter einer Trokkenhaube bei 40-50 C je nach Haarfülle 15 bis 45 Minuten getrocknet. Nach dem Auskämmen erhält man eine haltbare Frisur, die weitgehend unempfindlich gegen hohe Luftfeuchtigkeiten ist. Das Haar hat ausserdem einen schönen Glanz.
2. Lösung A, wie in Beispiel 1 angegeben.
Lösung B
Man löst 13,1 g Dipropylentriamin in Wasser, füllt auf 100 cm3 auf und fügt 3 g Resorcin hinzu.
Die weitere Behandlung erfolgt gemäss den Anweisungen des 1. Beispieles.
Die mit dieser Mischung behandelten Haare führen zu U einer Frisur von noch grösserer Beständigkeit gegen Luftfeuchtigkeit als die mit der Mischung gemäss Beispiel 1 erhaltene Frisur sie aufweist.
3. Lösung A, wie in Beispiel 1.
Lösung B
Man fügt zu der Lösung B des Beispieles 1 oder des Beispieles 2 0,5 g Cetylpyridiniumchlorid hinzu. Hierdurch wird die Anwendungsweise infolge Steigerung des Benetzens erleichtert und der Härtevorgang in überraschender Weise wesentlich beschleunigt.
4. Lösung A, wie in Beispiel 1.
Lösung B
Man löst 10,3 g Diäthylentriamin in Wasser und füllt auf 100 cm3 auf. Im übrigen wird wie in Beispiel 1 verfahren.
5. Lösung A
Man löst 20,2 g 1 ,4-Butandioldiglycidäther in Wasser und füllt auf 100 cm3 auf.
Lösung B
Wie in Beispiel 2. Im übrigen wird wie in Beispiel 1 verfahren.
6. Lösung A, wie in Beispiel 1.
Lösung B
17,4 g Äthylenglykoldiglycidäther werden mit 75 cm3 25. S iger wässriger Ammoniaklösung versetzt und mit Wasser auf 100 cm3 aufgefüllt. Nach kurzer Zeit erwärmt sich diese Lösung beträchtlich und wird durch Kühlung bzw. Wärmezufuhr eine Stunde lang auf etwa 45-55 C gehalten. Dann wird überschüssiges Ammoniak mit Wasserdampf abdestilliert und die verbleibende Lösung nach dem Erkalten mit Wasser auf 100 cm3 aufgefüllt.
Im übrigen wird wie in Beispiel 1 verfahren, mit der Massgabe, dass von dieser Lösung B 30 cm3 verwendet werden. Die mit diesem Mittel erhaltene Frisur ist noch beständiger gegen Luftfeuchtigkeit als die mit dem Mittel nach Beispiel 1 erhaltene.
7. Es wird wie in Beispiel 6 verfahren mit der Massgabe, dass zur Herstellung des Haarbehandlungsmittels 20 cm3 der Lösung A, 20 cm3 der Lösung B und 20 cm3 Wasser verwendet werden.
8. Zunächst werden 20 cm3 der Lösung B des Beispieles 2 auf das Haar aufgebracht und nach 5 Minuten frottiert. Anschliessend wird das Haar in gleicher Weise mit 20 cm3 der Lösung A des Beispieles 2 behandelt und dann 30 Minuten unter der Trockenhaube bei 40-50 C getrocknet. Nach dem Auskämmen erhält man eine Frisur, die in ihrer Feuchtigkeitsbeständigkeit der nach Beispiel 2 erhaltenen sehr ähnlich ist.
9. Lösung A
13,9 g 1 -Epoxyäthyl-3 ,4-epoxycyclohexan werden in 50 cm3 Isopropylalkohol aufgelöst und mit Wasser auf 100 cm3 aufgefüllt.
Lösung B
Wie in Beispiel 1. Im übrigen wird wie in Beispiel 1 verfahren.
10. Lösung A
Man löst 20,4 g Glycerindiglycidäther in Wasser und füllt auf 100 cm3 auf.
Lösung B
Wie in Beispiel 2. Im übrigen wird wie in Beispiel 1 verfahren. ll. Lösung A
Man löst 20,2 g 1 ,3-Butandioldiglycidäther in Wasser und füllt auf 100 cm3 auf.
Lösung B
Wie in Beispiel 2. Im übrigen wird wie in Beispiel 1 verfahren.
12. Lösung A
Man löst 16,4 g Dicyclopentadiendiepoxyd in Wasser und füllt auf 100 cm3 auf.
Lösung B
Wie in Beispiel 2. Im übrigen wird wie in Beispiel 1 verfahren.
13. Lösung A, wie in Beispiel 1.
Lösung B
Man löst 13,1 g Dipropylentriamin in Wasser, fügt 10 cm3 konz. Ammoniak und 0,001 g CuS04-5H20 hinzu und füllt auf 100 cm3 mit Wasser auf. Im übrigen wird wie in Beispiel 1 verfahren.
14. Lösung A, wie in Beispiel 1.
Lösung B
Man löst 13,1 g Dipropylentriamin in Wasser, füllt auf 100 cm3 auf und fügt 3 g Thiosemicarbazid hinzu.
Im übrigen wird wie in Beispiel 1 verfahren.
15. Lösung A, wie in Beispiel 1.
Lösung B
Man löst 15,2 g 3,4-Diaminobenzoesäure in 50 cm3 Isopropylalkohol, gibt 10 cm3 konz. Ammoniak hinzu und füllt mit Wasser auf 100 cm3 auf. Im übrigen wird wie in Beispiel 1 verfahren.
16. Lösung A, wie in Beispiel 1.
Lösung B
Man löst 24 g Cystin und 8 g Natriumhydroxyd in Wasser und füllt auf 100 cm3 auf. Die Lösungen A und B werden im Verhältnis 1:1 gemischt. Im übrigen wird wie in Beispiel 1 verfahren.
17. Lösung A, wie in Beispiel 9.
Lösung B
Man löst 9,8 g Maleinsäureanhydrid in Wasser und füllt auf 100 cm3 auf.
Die Lösungen A und B werden im Verhältnis 1:1 gemischt. Im übrigen wird wie in Beispiel 1 verfahren.
18. Lösung A, wie in Beispiel 1.
Lösung B
Man löst 7,8 g Äthylendiamin-monohydrat in Wasser und füllt mit Wasser auf 100 cm3 auf. Die Lösungen A und B werden im Verhältnis 1:1 gemischt. Im übrigen wird wie in Beispiel 1 verfahren.
19. Lösung A, wie in Beispiel 12.
Lösung B
Man löst 14,6 g Adipinsäure in 60 cm3 Isopropylalkohol und füllt mit Wasser auf 100 cm3 auf. Die Lösungen und B werden im Verhältnis; 1:1 vermischt. Im übrigen wird wie in Beispiel 1 verfahren.
20. Lösung A, wie in Beispiel 1.
Lösung B, wie in Beispiel 1.
30 cm3 der Lösung A werden mit 20 cm3 der Lösung B gemischt. Diese Mischung wird zusätzlich mit einmal 25 cm3, einmal mit 50 cm3 und schliesslich mit 75 cm3 Wasser verdünnt, in üblicher Weise auf das Haar gebracht und getrocknet. Auch mit diesen ver dünnten Lösungen werden dauerhafte Frisuren erzielt.
Selbst die am stärksten verdünnte Lösung ergab noch eine sehr beständige Frisur.
Vergleichsversuche
I. Zum Beweis der die Haare schützenden Wirkung des erfindungsgemässen Verfahrens wurde die Feststellung der Sfickstoffzahl nach H. FREYTAG (siehe oben) bei nach dem erfindungsgemässen Verfahren behandelten Haaren im Vergleich zu den mit den üblichen Dauer wellmitteln auf Thiogiykolatbasis behandelten Haaren durchgeführt:
Kosmetisch noch nicht vorbehandeltes Haar wurde mit dem Mittel nach Beispiel 2 behandelt.
Die Stickstoffzahl wurde durch diese Behandlung von 2,4 (des unbehandelten Haares) auf 1,45 erniedrigt.
Die mit einer ammoniakalischen Thioglykolatlösung in üblicher Weise dauergewellten und anschliessend fixierten Haare ergaben demgegenüber eine Stickstoffzahl von 18,7 - die durch eine Behandlung gemäss der Erfindung mit dem Mittel nach Beispiel 2 auf 12,9 erniedrigt wurde.
II. Der Nachweis des technischen Fortschritts der nach dem erfindungsgemässen Verfahren erzielten Haarwellen gegenüber den bisher bekannten Verfahren ist aus beiliegendem Diagramm ersichtlich, in dem die Längenzunahme von nach verschiedenen bekannten und dem erfindungsgemässen Verfahren gewellten Haarsträhnen in Zentimetern bei relativen Luftfeuchtigkeiten von etwa 30, 50, 70 und 95 % bei 200 C angegeben sind.
Der Wickeldurchmesser betrug 15 mm, die ungewickelte Strähnenlänge 18 cm, das Strähnengewicht 1,0 g. Die Anfangslänge der gewellten und ausgekämmten Strähnen betrug vor dem Einbringen in die Feuchtekammer etwa 3 cm. Die aus dem Diagramm hervorgehenden Werte geben die effektive Längenzunahme an; die 3 cm Ausgangslänge sind hierin nicht enthalten.
Den im Diagramm mit I, II, III und IV bezeichneten Kurven liegen Haarbehandlungen mit folgenden Mitteln zugrunde, wobei die Haare mit diesen Mitteln befeuchtet, auf Wickler aufgewickelt und bei etwa 500 unter einer Trockenhaube 30 Minuten getrocknet wurden:
I. Mittel nach Beispiel 1,
Anwendung auf nichtvorbehandelten Haaren;
II. Mittel nach Beispiel 6,
Anwendung auf nicht vorbehandelten Haaren; III. Wasser
Anwendung auf mit üblichen Ammoniumthiogly kolatlösungen dauergewelltem Haar; IV. Mittel auf Basis bisher bekannter in Einlegemitteln verwendeter Substanzen Anwendung auf nicht vor behandeltem Haar. Alle untersuchten Substanzen er gaben praktisch gleiche Werte.
Folgende Einlege mittel wurden geprüft: a) Wasser; b) 2/0ige wässrige Lösung von Hydroxyäthylcellulose; c) 2 S ige Lösung von Polyvinylpyrrolidon in einem
Gemisch aus gleichen Gewichtsteilen Wasser und Iso propylalkohol; d) 2 % ige Lösung von Vinylpyrrolidon-Vinylacetat
Mischpolymerisat (Verhältnis 30 : 70) im Wasser
Isopropanol-Gemisch wie bei c); e) 2 g Schellack wurden in 40 cm3 Wasser durch Zu gabe von wässrigem Ammoniak bis auf einen pH
Wert von 8 in Lösung gebracht, mit 49 g Isopro panol versetzt und mit Wasser auf 100 g aufgefüllt;
f) 1 g Polymethacrylsäure (Rohagit S mfttelviskos, ge liefert von Röhm & Haas GmbH Darmstadt) wurden in 80 cm3 Wasser durch Zugabe von wässrigem Am moniak bis auf einen pH-Wert von 8 in Lösung ge bracht und mit Wasser auf 100 g aufgefüllt.
Die Kurven I und II geben die Bestätigkeit der Haarwellen gegen Luftfeuchtigkeit nach dem erfindungsgemä ssen Verfahren, die Kurven III und IV mit Mitteln nach dem Stand der Technik wieder. Die im Diagramm aus den Kurven ersichtlichen Messpunkte sind Mittelwerte aus jeweils fünf verschiedenen Messungen. Aus den Kurven ist ersichtlich, dass alle bisher bekannten Einlegemittel in gleicher Weise unbeständig sind, dass zwar eine gewisse Verbesserung durch Behandlung des Haares mit Dauerweilmitteln auf Mercaptanbasis erzielt wird, dass aber in allen Fällen eine Haarbehandlung nach dem erfindungsgemässen Verfahren die weitaus beständigsten Haarwellen ergibt, wobei die Beständigkeit der Haarwellen mit zunehmender Luftfeuchtigkeit geringer wird.