Kamera, insbesondere Kinokamera Die Erfindung betrifft eine Kamera, insbesondere eine Kinokamera, mit einem an diese anklappbaren, für den Gebrauch am Kameraboden festlegbaren ein- stückigen Revolvergriff.
Es ist bekannt, Kinokameras nnt einem an Idas Kameragehäuse anklappbaren revolverartigen Hand griff zu versehen, der für den Transport der Kamera in eine ihm zugeordnete Ausnehmung im Kameraboden einschwenkbar ist. Der an sich sperrige Griff wird somit für den Transport in den Umriss der Kamera eingefügt, wodurch es möglich ist, die Kamera in eine ihr angepasste Bereitschaftstasche unterzubringen.
Es hat sich nun als nachteilig .gezeigt, dass - im Gegensatz zu den festen, an die Kamera ansetzbaren, griffgerecht geformten Revolvergriffen - die bekannten Klappgriffe infolge ihrer speziellen, das vollständige Einklappen in den Kameraboden ermöglichenden Aus bildung einen verhältnismässig geringen Querschnitt aufweisen, der ein festes Umfassen durch die die Kamera haltende Hand unmöglich macht.
Die Erfindung bezweckt, die Vorteile eines an die Kamera anklappbaren Revolvergriffs, der jederzeit zugänglich ist und nicht verloren gehen kann, mit den hinsichtlich der Formgebung bedingten Vorteilen der an die Kamera ansetzbaren Revolvergriffe zu kombi nieren.
Dies wird gemäss der Erfindung dadurch erreicht, dass der Revolvergriff an der Kamera um etwa 180 schwenkbar gelagert ist derart, dass er aus einer Ge brauchsstellung unterhalb des Kam@erabadens zum Transport der Kamera gegen deren Rückseite anklapp- bar ist.
Zweckmässig ist der Revolvergriff so bemes sen, dass er - an die Kamerarückseite aasgeklappt - im Umriss der Kamera verbleibt und sich der Kontur ihres Gehäuses anpasst.
Ein solcher Griff kann der Gesamtbreite der Kamera angepasst sein und deshalb einen Querschnitt erhalten, der ein festes Umgreifen durch die die Kamera haltende Hand :gewährleistet. Der verhältnis- mässig grosse Querschnitt des Revolvergriffes ermög- licht es ausserdem, in ihm,die Stromquelle für einen in die Kamera eingebauten elektrischen Antrieb unterzu bringen. Zur elektrischen Verbindung zwischen Strom quelle und Antrieb dient eine flexible, durch das Scharniergelenk geführte elektrische Leitungsverbin dung, die von aussen nicht sichtbar ist.
Vorteilhaft ist der Revolvergriff gebildet aus einem für den Gebrauch unterhalb des Schwerpunktes der Kamera liegenden Griffkolben und einem diesen nach oben abschliessenden zur Kamerarückseite vorsprin genden Oberteil, der den um etwa 18-0 schwenkbaren Arm eines dem Kameraboden zugeordneten Scharnier- gelenkes bildet.
In seiner Gebrauchsstellung ist er zweckmässig durch eine in das Scharniergewinde der Kamera schraubbare Rändelschraube festlegbar, und nach Lösen dieser Schraubverbindung kann er um das rückseitige Scharniergelenk nach hinten geklappt wer den.
Um ihn in seiner an die Kamera angeklappten Stellung zu sichern, kann in das Scharniergelenk eine vorzugsweise axial wirkende Friktion eingebaut sein, die den Griff in jeder möglichen Winkellage zur Kamera hält, so dass er beispielsweise bei Verwendung eines Stativs nicht gegen den in das am Kameraboden vorgesehene Stativgewinde eingeschraubten, dreh- und gegebenenfalls neigbaren Stativkopf klappen kann.
Weitere Einzelheiten der Erfindung sind anhand der Zeichnung in einem sich auf eine kinokamera be ziehenden Ausführungsbeispiel näher erläutert.
Es zeigen in :schematischer Darstellung Fig. 1 .die Kamera mit für den Gebrauch am Kame raboden festgelegtem Griff; Fig.2 die Kamera mit an ihre Rückseite aasge klapptem Griff und Fig.3 einen Teil des Scharniergelenks zwischen Kamera und Griff im Längsschnitt in vergrösserter Darstellung.
In den Figuren ist die Kamera mit 1 und der ihr zugehörige Revolvergriff mit 2 bezeichnet. Der Griff kolben 2' des für den Gebrauch am Kameraboden 1' festgelegten Griffes befindet sich dabei unterhalb des Schwerpunktes der Kamera. Zum Festlegen des Griffes dient - wie an sich bekannt - eine im Griff drehbar gelagerte, mit ihrem gerändelten Umfang 3' nach aus sen ragende Sicherungsschraube 3, die in das Stativge- winde 1" der Kamera einschraubbar ist.
Der obere, am Griffkolben anschliessende Teil 2" des Griffes 2 ist in Richtung zur Kamerarückseite ver längert. Er bildet den schwenkbaren Arm eines am Kameraboden 1' angeordneten Scharniergelenkes 4, das in Fig. 3 im vergrösserten Massstab im Längsschnitt wiedergegeben ist.
Im rückseitig vorspringenden -Griff- teil 2" ist zweckmässig noch eine Gewindebohrung 5 zum Anschrauben einer Leuchte für Kunstlichtaufnah- men vorgesehen, die dann gemeinsam mit der Kamera 1 durch festes Umfassen des Griffes 2 gehalten wird.
Für den Transport oder auch zum Aufschrauben der Kamera 1 auf ein Stativ wird der Griff nach Lös:
-en der Sicherungsschraube 3 um das Scharnier 4 um 180 zu- rückgeschwenkt, wobei er - wie Fig. 2 -erkennen lässt im Umriss der Kamera verbleibt. Der nach oben ge klappte Bodenteil des Griffes kommt dabei noch unter halb des rückseitig vorstehenden Okulars 6 der Kamera zu liegen,
während sein Oberteil 2" mit der Sicherungs- schraube im Bereich des Kamerabodens verbleibt. Der zurückgeklappte Revolvergriff steht sonach weder .am Boden und an der Oberseite noch an den Seitenwänden der Kamera störend hervor.
Die Kamera 1 kann infolgedessen mit dem zurück geklappten Griff 2 vorzugsweise mit ihrer Längsachse in eine ihrem Umriss angepasste Bereitschaftstasche ohne Mühe eingesteckt werden.
Zur Sicherung der Lage des zurückgeklappten Grif fes 2 ist in das Scharnier 4 eine vorzugsweise axial wirkende Friktion eingebaut. Diese besteht hier - wie die Fig. 3 erkennen lässt - aus einer Tellerfeder 7, die an einem oder an beiden Enden der Scharnierachse 4 jeweils zwischen dem Scharnierauge 8 des, Kamerabo dens 1' und dem dem oberen Griffteil 2" angeformten Scharnierauge 9 angeordnet ist. Die Tellerfeder 7 stützt sich dabei sowohl gegen den festen als auch ge gen den drehbaren Teil des Scharniergelenks 8 ab.
Wird der Revolvergriff 2 an einer elektromotorisch angetriebenen Kamera verwendet, so ist es zweckmäs- sig, in ihm die Stromquelle für :den Antriebsmotor un terzubringen. Infolge seines verhältnismässig grossen Volumens kann der Revolvergriff in zwei nebeneinan der liegenden Kammern je eine Trockenbatterie 10 und 11 aufnehmen, die gemäss der schematischen Dar stellung in Fig. 1 durch eine elektrisch leitende Brücke 13 an der lösbaren Abschlussplatte 1 des Griffkolbens in Reihe geschaltet sind. Die Stromabnahme erfolgt durch Kontaktstücke 15 und 16, die über je ein flexi bles Kabel 17 und 18 mit dein, nicht dargestellten An triebsmotor det Kamera verbunden. sind.
Im Strom kreis des Antriebsmotors liegen selbstverständlich noch ein vom Auslöser der Kamera betätigter Schalter und gegebenenfalls weitere Schalt- und Regelorgane, die weil an sich bekannt - hier nicht .dargestellt sind.
Die Leitungsführung vom Griff 2 durch das Schar nier 4 in die Kamera 1 ist in der Fig. 3, die eine Seite des Scharniergelenks im Längsschnitt zeigt, in vergrös- serter Darstellung wiedergegeben. Wie daraus ersicht lich, tritt das mit einem Isoliermantel umgebene flexi ble Kabel 18 durch eine Öffnung 19 im hohlen Griff- teil 2" in das griffseitige Scharnierlager 20 ein, das um je eine auf der Scharnierachse 4 sitzende Kabel buchse 21 drehbar - die Scharnierachse mit Spiel um gibt.
Die Kabelbuchse 21 ist am kameraseitigen Lager auge 8 durch einen in dessen Ausnehmung 8' eingrei fenden Vorsprung 21' festgelegt. Das Kabel 18 ist im Lager 20 zum Ausgleich des, Schwenkweges des Griffes 2 ein oder mehrere Male um die Scharnierachse 4 ge wunden und danach durch einen zunächst parallel und anschliessend radial zur Scharnierachse verlaufenden Kanal 22 in der Kabelbuchse 21 geführt, aus dem es in eine zur Zeichenebene schräg verlaufende Schlitzfüh rung 23 des Lagerauges 8 .gelangt.
Aus dieser Führung tritt das Kabel 18 in das Innere der Kamera 1 ein. Das Kabel 17 ist im Bereich des gegenüberliegenden Schar nierlagers in gleicher Weise durch das Scharniergelenk 4 geführt.
Damit ist die gesamte elektrische Leitungsverbin, dung von .der Stromquelle zum Antriebsmotor unter Vermeidung aufwendiger Kupplungsmittel - nach aus sen nicht sichtbar - im Scharniergelenk zwischen Griff und Kamera untergebracht.