CH448227A - Verfahren zum Inbetriebsetzen einer Einrichtung mit wenigstens einer ein Gut enthaltenden Drehtrommel - Google Patents
Verfahren zum Inbetriebsetzen einer Einrichtung mit wenigstens einer ein Gut enthaltenden DrehtrommelInfo
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Description
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Verfahren zum Inbetriebsetzen einer Einrichtung mit wenigstens einer ein Gut enthaltenden Drehtrommel Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Inbetrieb- setzen einer Einrichtung mit wenigstens einer, ein zu behandelndes Gut enthaltenden, liegenden Drehtrommel mit wenigstens einem Drehstrom-Kurzschlussläufer-An- triebsmotor mit Stern-Dreieck-Schalter und eine Einrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
Die Drehtrommel kann beispielsweise eine Waschtrommel (z. B. für Kies), eine Mischtrommel, eine Trok- kentrommel, die Trommel einer Trommelmühle (Rohrmühle, Kugelmühle), einer Trommelschleifmaschine oder eines Drehofens sein.
Der Stern-Dreieck-Schalter hat bekanntlich den Zweck, den hohen Anlaufstrom des Drehstrom-Kurz- schlussläufer-Antriebsmotors herabzusetzen, indem dessen Statorwicklung beim Anlaufen in Stern und für den Betrieb in Dreieck geschaltet wird. Dieser Zweck wird aber nur dann erreicht, wenn beim Umschalten von Stern auf Dreieck die Drehzahl des Motors in dem Zeitpunkt, in welchem der Motor in Dreieck mit dem Netz verbunden wird, annähernd der betriebsmässigen Drehzahl entspricht.
Bei Einrichtungen der genannten Art sind die Anlass- bedingungen in dieser Hinsicht sehr ungünstig. Beim Anlassen befindet sich das Gut (und gegebenenfalls zum Beispiel bei einer Kugelmühle auch die Kugeln) in der Regel in der tiefsten Lage in der Trommel. Der in Stern geschaltete Motor muss zunächst im wesentlichen die Trägheit der Trommel und des Gutes und dann das durch die Schwerkraft des Gutes verursachte Drehmoment, das bestrebt ist, die Trommel entgegengesetzt zur Betriebsdrehrichtung zu drehen, überwinden.
Dieses Drehmoment nimmt mit zunehmender Drehung der Trommel zu, bis die Oberfläche des Gutes dessen Schütt- neigung überschreitet (oder - wenn die Trommel Schaufeln enthält - über diese fliesst) und bleibt dann im wesentlichen konstant.
Dieses mit zunehmender Drehung der Trommel wachsende Drehmoment erschwert den Anlaufvorgang in Sternschaltung, durch den bis zum Umschalten auf Dreieck eine der Betriebsdrehzahl möglichst nahekommende Drehzahl erreicht werden soll. Während der Stromunterbrechung beim Umschalten von Stern auf Dreieck hindert dieses Moment den Motor daran, seine Drehzahl annähernd aufrecht zu erhalten. Das kann dazu führen, dass der Motor nahezu oder ganz stehen bleibt oder sogar zurückläuft, so dass beim Einschalten in Dreieck ein ganz erheblicher Überstrom auftritt.
Noch ungünstiger sind die Verhältnisse, wenn das Gut beim Inbetriebsetzen auf der hochlaufenden Seite der Trommel gelagert ist, weil der Motor dann in der ersten Anlassstufe ausser der Trägheit auch das genannte Drehmoment überwinden muss.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Schwierigkeiten zu vermeiden.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die Trommel in Sternschaltung des Motors zuerst entgegengesetzt zur Betriebsdrehrichtung angetrieben wird, um durch die Schwerkraft des Gutes ein Moment in der Betriebsdrehrichtung der Trommel hervorzurufen, welches dazu ausreicht, die Trommel und den Motor bei unterbrochener Stromzufuhr zu drehen, und dass der Motor daraufhin abgeschaltet und erst dann zum Antrieb in der Betriebsdrehrichtung eingeschaltet wird, wenn die Trommel sich durch die Wirkung der Schwerkraft des Gutes in der Betriebsdrehrichtung dreht.
Zum Umkehren der Drehrichtung der Trommel kann ein Wendegetriebe dienen. Einfacher ist es jedoch, zu diesem Zwecke die Reihenfolge der Phasen zu vertauschen.
Bei der erfindungsgemässen Einrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens ist die Reihenfolge der Phasen des Stern-Dreieck-Schalters in der Sternschaltung gegen- über der Phasenfolge in der Dreieckschaltung vertauscht.
Zur weiteren Verbesserung des Anlassvorgangs und Vermeidung von Anlassstromstössen dient eine Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens, bei welcher die Trommel zwischen dem zur Betriebsdrehrich-
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tung entgegengesetzten Antreiben (in Sternschaltung) und dem Umschalten des Motors auf Dreieck (in der Be- triebsdrehrichtung) vorübergehend in Sternschaltung in der Betriebsdrehrichtung angetrieben wird.
Bei einer auf diese Weise in Betrieb setzbaren Ausführungsform der erfindungsgemässen Einrichtung hat der Stern-Dreieck-Schalter aufeinander folgend eine erste und eine zweite Sternstufe und die Dreieckstufe, wobei die Reihenfolge der Phasen in der ersten Sternstufe gegenüber der Phasenfolge in der zweiten Sternstufe und der Dreieckstufe vertauscht ist.
Die Erfindung wird anhand der Zeichnung beispielsweise erläutert. Es zeigen: Fig. 1 eine schematische Darstellung der Vorgänge beim Inbetriebsetzen einer Einrichtung mit einer ein Gut enthaltenden Drehtrommel mit Drehstrom-Kurz- schlussläufer-Antriebsmotor und Fig. 2 eine Schaltung eines Drehstrom-Kurzschluss- läufer-Antriebsmotor mit einem Anlasser (Stern-Dreieck- Schalter) zum Schalten der in Fig. 1 dargestellten Vorgänge.
In Fig. 1 sind die zeitlich aufeinander folgenden Vorgänge bzw. Züstände von links nach rechts aneinander gereiht dargestellt. Jeder dieser Vorgänge ist durch die Stellung und gegebenenfalls Drehrichtung der schematisch dargestellten Drehtrommel mit dem schraffiert gezeichneten Gut und durch die symbolisch dargestellte Schaltung und Drehrichtung des Antriebsmotors veranschaulicht. Dabei ist angenommen, dass die Trommel während des Betriebes im Uhrzeiaersinn rotiert.
In der Ausgangslage a befindet sich das Gut in der tiefsten Lage in der Trommel.
Der Motor wird zuerst in Sternschaltung entgegengesetzt zur Betriebsdrehrichtung angetrieben, b zeigt den Zustand im Einschaltmoment und c den Zustand einige Zeit später.
Spätestens in dem Zeitpunkt, in welchem die Oberfläche des Gutes die Schüttneigung erreicht hat, wird die Drehrichtung des Motors unter Beibehaltung der Sternschaltung umgekehrt, d zeigt die Lage der Trommel mit dem Gut in dem Zeitpunkt der Stromunterbrechung beim Umschalten der Drehrichtung des Motors.
Die Schwerkraft des Gutes übt nun ein Drehmoment im Uhrzeigersinn auf die Trommel aus, unter dessen Wirkung sich die Trommel dreht und den Antriebsmotor in der Betriebsdrehrichtung antreibt. Nun wird der Motor in Sternschaltung für diese Drehrichtung eingeschaltet, wie bei e gezeigt.
Wenn das Gut in der Trommel wieder in die tiefste Lage kommt, wobei die Geschwindigkeit der unter Trägheitswirkung stehenden Trommel ein Maximum erreicht, wird der Motor bei unveränderter Drehrichtung auf Dreieck umgeschaltet, wie bei g gezeigt. f veranschaulicht die Lage der Trommel mit dem Gut im Zeitpunkt der Stromunterbrechung beim Umschalten auf Dreieck.
Bei g ist der Motor für den Betrieb geschaltet. Nach weiterer Drehung der Trommel erreicht die Oberfläche des Gutes dessen Schüttneigung, womit der Betriebszustand der Einrichtung erreicht ist.
Jeder der Einschaltvorgänge des Motors erfolgt unter günstigen Bedingungen. Bei b braucht der Motor die Schwerkraft des Gutes nicht zu überwinden. Bei e und g wird der Motor eingeschaltet, während er unter der Wirkung der Schwerkraft des Gutes bzw. der Trägheit des Gutes und der Trommel mechanisch in der Richtung angetrieben ist, die seiner Anlaufrichtung entspricht. Unter diesen Bedingungen entsteht nur bei stillstehendem Motor b unvermeidliche, aber kein weiterer, nennenswerter Einschaltstromstoss.
Fig. 2 zeigt die drei Phasen R, S und T eines Drehstromnetzes, die Wicklungen u-x, v-y und w-z eines Drehstrommotors und einen Stern-Dreieck-Schalter mit zwei Sternstufen I und II und einer Dreieckstufe III. Dieser Schalter schliesst in den Stufen 1I und III den Motor mit normaler Phasenfolge, also für Betriebsdrehrichtung, und in der Stufe I mit vertauschten Phasen, also für zur Betriebsdrehrichtung entgegengesetzten Drehrichtung, an die Phasenleiter R, S und T an, so wie das zur Auslösung der in Fig. 1 dargestellten Vorgänge erforderlich ist.
Die Anlassstufe II kann weggelassen werden, wenn die aus der Stellung d lediglich unter der Wirkung der Schwerkraft des Gutes drehende Trommel eine Geschwindigkeit erreicht, die es ermöglicht, den Motor ohne unerwünscht hohen Einschaltstromstoss in Dreieck einzuschalten.
Die Einrichtung kann mit einem Selbstanlasser ausgeführt werden, der nach Druckknopfbetätigung die Stufen I, 1I und III bzw. I und III in vorbestimmten zeitlichen Abständen nacheinander einschaltet. Diese Abstände sind abhängig von den konstruktiven Daten der Einrichtung sowie der Art und Menge des Gutes so-ein- zustellen, dass die Schaltvorgänge unter den oben angegebenen Bedingungen erfolgen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I Verfahren zum Inbetriebsetzen einer Einrichtung mit wenigstens einer, ein zu behandelndes Gut enthaltenden, liegenden Drehtrommel mit wenigstens einem DrehstromKurzschlussläufer-Antriebsmotor mit Stern-Dreieckschal- ter, dadurch gekennzeichnet, dass die Trommel in Sternschaltung des Motors zuerst entgegengesetzt zur Be- triebsdrehrichtung angetrieben wird, um durch die Schwerkraft des Gutes ein Moment in der Betriebsdrehrichtung der Trommel hervorzurufen, welches dazu ausreicht, die Trommel und den Motor bei unterbrochener Stromzufuhr zu drehen, und dass der Motor daraufhin abgeschaltet und erst dann zum Antrieb in der Betriebsdrehrichtung eingeschaltet wird,wenn die Trommel sich durch die Wirkung der Schwerkraft des Gutes in der Betriebsdrehrichtung dreht. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass der Motor nach dem zur Betriebsdrehrich- tung entgegengesetzten Antreiben vorübergehend in Sternschaltung in der Betriebsdrehrichtung betrieben wird und anschliessend auf Dreieck umgeschaltet wird. 2.Verfahren nach Patentanspruch I oder Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Motor durch ein Verzögerungsschütz wenigstens annähernd zu einem Zeitpunkt in Dreieck-Schaltung eingeschaltet wird, in welchem das Gut in der Trommel seine tiefste Lage einnimmt. PATENTANSPRUCH II Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I mit wenigstens einer zur Aufnahme einer zu behandelnden Gutes dienenden, liegenden Drehtrommel mit wenigstens einem Drehstrom-Kurzschluss- <Desc/Clms Page number 3> läufer-Antriebsmotor mit Stern-Dreieck-Schalter, dadurch gekennzeichnet, dass die Reihenfolge der Phasen (R, S, T) des Stern-Dreieck-Schalters in der Stern-Schaltung (I)gegenüber der Phasenfolge in der Dreieck-Schaltung (11I) vertauscht ist. UNTERANSPRUCH 3. Einrichtung nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass der Stern-Dreieck-Schalter aufeinan- derfolgend eine erste Stern-Stufe (I), eine zweite Stern- Stufe (1I) und die Dreieck-Stufe (III) hat, und die Reihenfolge der Phasen in der ersten Stern-Stufe gegenüber der Phasenfolge in der zweiten Stern-Stufe und der Dreieck-Stufe vertauscht ist.
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