Abnehmbar hinten am Transportwagen angeordnetes Ladegerät für Erntegut
Die Erfindung betrifft ein abnehmbar hinten am Transportwagen angeordnetes Ladegerät für Erntegut, mit einer annähernd wagenbreiten Aufnahmetrommel mit gesteuerten Zinken und einer Fördertrommel mit festen Zinken, die durch Schlitze in einen über der Aufnahmetrommel beginnenden und in Höhe des Wagenbodens mündenden, geschlossenen Förderkanal hineingreifen, der sich zur Mündung hin erweitert.
Bei Fördertrommeln mit gesteuerten Zinken ist es bekannt, die Zinken in drei um je 120 versetzten Reihen anzuordnen und den Eingriffswinkel der Zinken vom Eintritt bis zum Austritt aus dem Kanal grösser als 120 zu wählen.
Das Grünfutter, Heu oder dgl. wird von der Aufnahmetrommel bis zum Beginn des Kanals gehoben und dort von den Zinken der Fördertrommel erfasst, die es durch den senkrechten oder schrägen Kanal nach oben in das Wageninnere pressen, wo es bei der bekannten Ausführung vom laufenden Kratzboden aufgenommen und zum anderen Ende des Wagens gefördert wird. Dabei wird die Geschwindigkeit des Kratzbodens im Ver hältnis zu der Fördergeschwindigkeit des Ladegerätes so eingestellt, dass das Gut auch während der Förderung ans andere Wagenende unter Pressung bleibt. Der Kastenaufbau ist oben vorteilhaft mit einem Netz aus Hanf oder Drahtseil überspannt, damit die durch das Ladegerät von unten nach oben hervorgerufene Pressung erhalten bleibt.
Diese Ladegeräte werden vorzugsweise am vorderen Ende eines Spezialwagens mit Kratzboden und verlän- gertem Fahrgestellrahmen angebaut. Es ist aber auch bekannt, Ladegeräte hinten am Wagen anzuordnen. Im vorliegenden Fall ist das Ladegerät hinten am Wagen angeordnet und besitzt eine Fördertrommel und feste Zinken.
Bezweckt wird gegenüber den bekannten Ausfüh- rungsarten eine energiesparende und stetige Förderung.
Das wird dadurch erreicht, dass die Schlitze der Wand sowie die Zinken so gestaltet sind, dass die am Schnittpunkt der Zinken und der geschlitzten Wand an die in Bewegungsrichtung vorn liegenden Kanten der Zinken sowie an die geschlitzte Wand gelegten Tangenten einen Winkel ss einschliessen, der an jeder Stelle gleich oder grösser als 90 ist, und dass der höchste Punkt des Zinkenkreises der vor der Aufnahmetrommel liegenden Fördertrommel etwa in Höhe der Unterkante des Wagenlängsträgers und der unterste Punkt etwa in Höhe des untersten Punktes der beweglichen äusseren Kanalwand gelegen ist.
Anhand einer der zahlreichen Ausführungsmöglich- keiten sei nachstehend die Erfindung näher erläutert :
Die Fig. 1 stellt das hintere Ende eines Stalldungstreuers in der Seitenansicht und das Ladegerät im Querschnitt dar.
Die Fig. 2 zeigt das Ladegerät im Schnitt A-B durch Fig. 1 und Fig. 3 den Stalldungsstreuer mit Längswelle, Winkelgetriebe, Querwelle und Kettenrad, sowie das Ladegerät in der Draufsicht in schematischer Zeichnung.
In Fig. 1 und 2 ist ein Stalldungstreuer 1 und ein auf einer Querwelle 2 sitzendes Antriebskettenrad 3 für ein Ladegerät 4 dargestellt.
Das Ladegerät 4 ist an Stelle des Streuwerkes mit einem Zapfen 5 in einer Aussparung 6 eingehängt, die an den Lagern 7 für den Kratzbodenantrieb vorgesehen sind. Die Lager 7 sind an beiden Längsträgern 8 des Dungstreuers befestigt. An den Bordwänden 9 sind oben Riegelverschlüsse 10 angeordnet, die in Zapfen 11 an dem Ladegerät eingreifen und es oben an die Bordwände pressen.
Die Mittel 5 und 11, sowie ihr Anordnung am Ladegerät entsprechen genau der Anordnung der gleichen Mittel am Streuwerk, so dass das Ladegerät schnell gegen das Streuwerk und umgekehrt ausgetauscht werden kann.
Die am Wagen angeordneten Mittel 6 und 10 sind für das Streuwerk und das Ladegerät gemeinsam. Das Ladegerät 4 besteht aus einer Aufnahmetrommel 12 mit gesteuerten Zinken 19, einer Fördertrommel 13 mit drei um je 120 versetzten Zinkenreihen 14, sowie einem geschlossenen Kanal 15, der über der Aufnahmetrommel beginnt und in Höhe des Wagenbodens endet.
Die Fördertrommel 13 besitzt-wie zu sehen-ver- hältnismässig kurze Zinken 14, weist also einen relativ kleinen Durchmesser auf, so dass der höchste Punkt des Zinkenkreises etwa in Höhe der Unterkante des Wagenlängsträgers und der unterste Punkt etwa in Höhe des untersten Punktes der beweglichen äusseren Kanalwand zu liegen kommt, wobei die Zinken 14 der Förder- trommel 13, wie an sich bekannt, in drei um je 120 ver- setzten Reihen angeordnet sind und der Eingriffswinkel a der Zinkenspitzen zwischen ihrem Eintritt in den und ihrem Austritt aus dem Kanal grösser als 120 gewählt ist.
Das Ladegerät zeichnet sich durch eine kurze und niedrige Bauweise, weiten und kurzen Förderkanal, kleinen Durchmesser der Fördertrommel, ihre Schnelläufig- keit und damit ihr geringes Antriebsmoment aus. All dies führt zu einem geringen Gewicht des Ladegerätes.
Der Förderstrom und damit die Leistung des Gerätes ist überraschend gross, stetig und wird auf durchaus energiesparende Weise erzielt.
Das Ladegerät besitzt ferner den grossen Vorteil, dass das in Fahrtrichtung von der hinter der Förder- trommel 13 angeordneten Aufnahmetrommel 12 vom Boden angehobene Erntegut von den Zinkenreihen 14 der Fördertrommel 13 auf kürzestem Weg hochgedrückt, umgelenkt und von rückwärts ins Wageninnere befördert wird.
Ferner werden zur Erzielung einer energiesparenden und stetigen Förderung des Erntegutes die Aufnahmetrommel 13 und die Fördertrommel 12, wie an sich bekannt, gegenläufig angetrieben. Dies wird dadurch erreicht. dass von der Drehachse A aus die Fördertrommel über ein Zahnradpaar und die Aufnahmetrommel über eine Kette oder einen Keilriemen antreibbar ist.
Die Welle 17 der Aufnahmetrommel 12 ist in einem gewinkelten Antriebsarm 18 gelagert, der um die Drehachse A schwenkbar angeordnet ist.
Die Aufnahmetrommel 12 besitzt Zinken 19, die gefedert oder starr sein können, an einem Exzenter gelagert und durch Schlitze durch einen Trommelmantel geführt sind. Bei der Drehung des Trommelmantels werden sie durch diesen mitgenommen. Anstelle der Ex zentersteuerung kann natürlich auch eine Steuerung durch eine Kurvenbahn oder dgl. verwendet werden.
Die Zinken greifen, wie aus der Figur ersichtlich ist, etwas in den Boden ein und fördern das Erntegut nach oben bis zum Beginn des Kanales 15. Am Beginn des Kanales 15 wird es durch die Zinkenreihen 14 der För- dertrommel 13 erfasst und in dem Kanal hochgedrückt.
Seitlich ist der Kanal 15 durch ebene Bleche abgeschlossen. Den Abschluss nach vorne, also nach innen, bildet eine gekrümmte Wand 21, die geschlitzt ist, damit die Zinken 14 der Fördertrommel in den Kanal eingreifen.
Die Umfangsgeschwindigkeit der Zinkenspitzen der Fördertrommel 13 wird mehr als doppelt so gross gewählt wie die Umfangsgeschwindigkeit der Zinken 14 der Aufnahmetrommel 12. Durch diese Bauweise wird jegliche Ansammlung des Gutes vor dem Kanal und dadurch auftretende Energiespitzen und unstetige Förde- rung vermieden.
Der höchste Punkt 49 des Zinkenkreises der Förder- trommel 13 liegt etwa in Höhe der Unterkante der Wagenlängsträger 8, während der unterste Punkt 50 etwa in Höhe des untersten Punktes 51 der beweglichen äus- seren Kanalwand 24 gelegen ist.
Der Eingriffswinkel a der drei um 120 versetzten Zinkenreihen 14 ist grösser als 120 ausgeführt, damit die eine Zinkenreihe eingreift und fördert, bevor die andere Zinkenreihe den Kanal verlässt.
Die am Schnittpunkt der Zinken mit der geschlitzten Wand angelegten Tangenten bilden einen Winkel ss, der etwa gleich oder grösser als 90 ist. In der Mitte des Eingriffswinkels ist der Winkel (3 etwa 90 , während er, insbesondere am und in der Nähe des Austrittspunktes 52 der Zinken aus der Schlitzwand, grösser als 90 gehalten ist. Dadurch wird verhindert, dass die Zinken, insbesondere ihr äusserer Teil und die Zinkenspitzen, Gut in die Schlitzwände hineinreissen, sondern dieses vollständig aus der inneren Schlitzwand und äusseren Kanalwand hochpressen. Dadurch werden Störungen vermieden, Energie gespart und ein stetiger Förderstrom erreicht.
Eine am Austrittspunkt 52 an die geschlitzte Wand 21 gelegte Tangente trifft den Teilkreis des Kettenrades des Kratzbodens. Die geschlitzte innere Wand 21 wird durch zwei Profile 22 und 23 gehalten, die sich über die ganze Wagenbreite erstrecken. Die äussere Kanalwand besteht aus einem unteren beweglichen Wandteil 24 und einem oberen festen Wandteil 25, die beiden kreisbogenförmig um die Drehachse A gelegt sind. Dadurch wird eine Kanalerweiterung in Richtung zum Wagenboden erzielt, wodurch die Pressung des Gutes an die Kanalwand vermindert wird, so dass Energie gespart und die Fördergeschwindigkeit stetig vermindert wird. Dabei wird vorteilhaft der Radius der beweglichen unteren Kanalwand etwas kleiner gehalten als der Radius der festen oberen Kanalwand.
Das bringt den zusätzlichen Vorteil mit sich, dass dann die bewegliche Kanalwand an der festen Wand hochgleiten kann, wenn das Ladegerät zur Strassenfahrt um die Drehachse A hochgeschwenkt wird. Ausserdem wird erreicht, dass beim Hochschwenken der Aufnahmetrommel zur Strassenfahrt der untere bewegliche Wandteil 24 innen an der oberen festen Wand 25 entlanggleiten kann.
Auch wird bewirkt, dass der nach oben gerichtete Zug des ziehenden Trumms der Kette 27 oder des Keilriemens 35 eine Kraftkomponente in Richtung auf den Boden bewirkt, die zum Andrücken der Aufnahmetrommel 12 an den Boden nutzbar gemacht wird. Dadurch erreicht man den Vorteil, dass auch bei schnellerer Fahrt auf unebenem Gelände die Aufnahmetrommel 12 stetig und energiesparend abnimmt und hochhebt. Ist nämlich eine derartige Kraftkomponente nicht vorhanden, dann kann bei schnellerer Fahrt, insbesondere auf unebenem Gelände, die Aufnahmetrommel 12 hochgestossen werden, so dass sie Erntegut überspringt und am Boden liegen lässt.
Die feste Wand endigt etwa in Höhe des Wagenbodens und wird hier durch eine abklappbare Steilwandführung 26 fortgesetzt, die in Höhe der oberen Bordwandbegrenzung endet. Die Steilwandführung findet ihre Fortsetzung in einer Rückwand 27 des Kastenaufbaues.
Wenn die Steilwandführung 26 heruntergeklappt ist (siehe strichpunktierte Stellung) und die Rückwand 27 des Kastenaufbaues hochgeklappt ist, kann der Kratzboden den kuchenförmigen Inhalt des Dungstreuers nach rückwärts über die Mündung des Kanals 15 hinweg ausschieben. Durch eine am Ende der festen äusseren Kanalwand beginnende und in Bordwandhöhe des Wagens endende Steilwandführung, die ihre Fortsetzung in der aufklappbaren Rückwand des Aufbaues findet, wird auf einfache Weise eine stetige Verringerung der Geschwindigkeit und eine widerstandsarme Führung des Fördergutstromes erreicht.
Diese Steilwandführung ist abklappbar ausgeführt, so dass bei Entleerung des Wagens der kuchenförmige Inhalt über die mit Gut gefüllte Mündung des Förder- kanals und die heruntergeklappte Steilwandführung hinweggleiten kann.
Schliesslich wird die stetige Förderung noch dadurch gesichert, dass der in dem Antriebsarm gelagerte Arm des Tastrades stufenlos durch eine Spannvorrichtung, beispielsweise eine Spannschraube, verstellbar gemacht ist.
Der Antrieb des Ladegerätes erfolgt vom Kettenrad 3, das in Fig. 1 durch den Teilkreis angedeutet ist, über eine Kette 28 auf ein Kettenrad 29, das in Fig. 1 ebenfalls durch den Teilkreis angedeutet ist und auf einer Welle 30 in der Drehachse A sitzt.
Auf der Welle 30 ist ferner ein Kettenrad oder eine Keilriemenscheibe 34 angeordnet, die über eine Kette oder einen Keilriemen 35 ein Kettenrad oder eine Keilriemenscheibe 36 antreibt, die auf der Welle 17 der Aufnahmetrommel 12 angeordnet ist. Der Antriebsarm 18 trägt einen Ansatz 37, auf dem eine Ketten-oder Riemenspannrolle 38 gelagert ist.
Der Ansatz 37 trägt ferner einen Anschluss 39 für eine Spannvorrichtung, beispielsweise eine Spannschraube 40, die anderseits im Punkt 41 an einem Hebel 42 angeordnet ist, der um einen Punkt 43 schwenkbar am Antriebsarm 18 gelagert ist. Die Kettenspannvorrichtung 40 dient zur stufenlosen Verstellung des Tastrades 44, das an einem mit dem Hebel 42 verbundenen Arm 45 gelagert ist.
Die strichpunktierten Linien zeigen die Aufnahmetrommel und das Tastrad in hochgehobener Stellung bei Strassenfahrt.
In Fig. 3 ist in schematischer Darstellung der Dungstreuer 1 mit Querwelle 2, das Antriebskettenrad 3, das Ladegerät 4 und die Kette 28 sowie das Antriebskettenrad 29 des Ladegerätes 4 gezeichnet.
Der Dungstreuer ist mit einer Längswelle 46 versehen, an deren vorderem Ende eineTeleskopgelenkwelle 47 angeschlossen ist, die mit der Zapfwelle des Schleppers verbunden wird. Das hintere Ende der Längswelle endet in einem Getriebekasten 48 mit Winkelgetriebe zum Antrieb der Querwelle 2.
Wie eingangs erwähnt, wird das Ladegerät hinten am Wagen angeordnet. Hierfür wird der Wagen mit einer Längswelle ausgestattet, die über eine Gelenkwelle von der Zapfwelle des Schleppers angetrieben wird und ihre Kraft über ein Winkelgetriebe und Kettenrad an das Ladegerät weitergibt.
Es ist besonders vorteilhaft, das Ladegerät an einem Stalldungstreuer anstelle des Streuwerkes mit den gleichen Mitteln wie dieses anzuordnen und über eine Kette vom Antriebsrad, das beim Dungstreuer für das Streuwerk vorgesehen ist, antreibbar zu machen.
Da bei den Stalldungstreuern die zur Kraftübertragung ans hintere Ende erforderlichen Mittel, wie Längs- welle, Getriebekasten, Querwelle und Abtriebskettenrad, bereits vorhanden sind und das Streuwerk leicht lösbar angeordnet ist, also schnell abgenommen werden kann und durch das Ladegerät ersetzt werden kann, ist die Anordnung des Ladegerätes hinten an einem Stalldung- streuer besonders vorteilhaft.