Vorrichtung zum Greifen von Steinzeugröhren Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Greifen von zylindrischen bis schwach konischen Steinzeugröh- ren, mit einer als Saugkopf ausgebildeten Greiferscha- le.
Bekannt ist ein Saugkopf für Vakuum-Transportanla- gen für in noch plastischem Zustand befindliche, insbe sondere keramische Formlinge, der einen so grossen Teil der Oberfläche des Formlings umschliesst, dass die ausserhalb liegenden Teile des Formlings sich durch ihr Eigengewicht nicht deformieren können, und dessen Innenraum gegen die Formungsoberfläche durch dieser anliegende Dichtungskörper aus hochelastischem Werk stoff, wie Schaumgummi, abgedichtet ist. Dabei ist die dichtende untere Fläche des sich in Richtung auf die Oberfläche des Formlings verbreiternden Dichtungskör pers dem Profil der Oberfläche des Formlings genau angepasst.
Der Nachteil derartiger Greifer ist einmal, dass für jeden Rohrdurchmesser entsprechend genau passende Greifer auf Lager gehalten werden müssen und dass grössere Oberflächenfehler eines Rohres oder gar eine nicht ganz regelmässige zylindrische Form das sichere Festhalten des Rohres am Saugkopf verhindern. Ein weiterer Nachteil ist, dass derartige Greifer an das Transportgut bzw. Rohr angedrückt werden müssen, damit sich der Saugkopf lückenlos und vakuumdicht an die Oberfläche anlegt. Die Voraussetzung dafür ist eine grosse -Standfestigkeit des zu ergreifenden Rohres, wäh rend labil stehende Rohre oder solche mit erheblichen Form- und Lageabweichungen umgeworfen werden, wenn sie nicht durch einen entsprechenden Gegenhalt abgestützt werden.
Der Zweck der Erfindung ist die Beseitigung dieser Nachteile, um ein wirtschaftlicheres Arbeiten zu errei chen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Grei- ferschale so auszubilden, dass die Dichtlippen z.B. bereits 10 bis 20 mm vor der Anlage des Rohres am Grund der Greiferschale wirksam werden, so dass auch etwas schief stehende oder Rohre mit nicht allzugrosser Oberflächen güte sicher ergriffen werden, ohne dass eine besondere zusätzliche Andrück- oder Haltekraft zum Ergreifen des Rohres aufgewendet werden muss. Derselbe Greifer soll sich für in gewissen Grenzen verschiedene Durchmesser aufweisende Röhren eignen.
Des weiteren wird eine Greifvorrichtung angestrebt, bei der das Transportgut beim Ergreifen gleichzeitig selbsttätig mit einem Signier stempel gezeichnet wird.
Erfindungsgemäss sind zur Lösung dieser Aufgaben an der Greiferschale seitliche Dichtungslippen und stirn seitliche Dichtungsmanschetten derart angebracht, dass sie sich beim Greifen bereits an das Steinzeugrohr anlegen, bevor der Grund der Greiferschale vom Stein zeugrohr erreicht wird. Die Greiferschale kann mittels Gewindemuttern von Spannschlössern über Stützen im Sinne einer stufenlosen Veränderung des Greiferschalen- radius verengbar und erweiterbar sein.
An der Rückseite der Greiferschale ist vorteilhaft in einer zweiteiligen Grundplatte eine Membran mit einem Mittelloch ange bracht, in dem eine Stange befestigt ist, die eine Stempel platte mit auswechselbaren Lettern aufweist. Die Stange kann einen verstellbaren Anschlag aufweisen z.B. zur Betätigung eines Schalters, der Steuervorgänge auslöst.
Durch die Erfindung können insbesondere folgende Vorteile erreicht werden: Die Greiferschale braucht dem zu ergreifenden Steinzeugrohr nur bis auf eine kleine Entfernung genähert zu werden. Dann kann der Luftun terdruck des Saugkopfes das Steinzeugrohr selbsttätig in die Greiferschale ziehen und dasselbe festhalten. Ein Umstossen des Steinzeugrohres durch Andrücken der Greiferschale kann damit ausgeschlossen werden. Das ist besonders für Steinzeugrohre erforderlich, die auf einem zur Länge des Rohres verhältnismässig kleinen Rohr durchmesser stehen.
Es können auch schwach konische Rohre oder z.B. Rohre mit nicht ganz fehlerfreier Oberfläche sicher ergriffen und festgehalten werden. Das Steinzeugrohr kann dabei bei entsprechender Ausbildung der Vorrichtung selbsttätig signiert werden.
Die Erfindung soll nachstehend an Ausführungsbei spielen näher erläutert werden. In der zugehörigen Zeich nung zeigen: Fig. 1 den Längsmittelschnitt eines Greifers; Fig. 2 den Querschnitt A-A nach Fig. 1; Fig.3 den Querschnitt durch einen Greifer mit Si- gnierstempel.
An der dünnen elastischen Greiferschale 1, die mit Löchern 2 versehen ist, ist ein dünnes nachgiebiges Formblech 3 derart befestigt, dass ein Luftraum 4 entsteht, der mit Stutzen 5 an eine nicht dargestellte Entlüftungspumpe angeschlossen ist. An den längsseiti- gen Rändern der Greiferschale 1 sind lange Dichtungslip pen 6 mittels Führungsblechen 7 an rückwärts umgeboge nen Lappen 8 des Formbleches 3 eingespannt. An den Stirnseiten des Formbleches 3 sind bogenförmige Dich tungslippen 9 aus dem gleichen Material in Form einge zogener Manschetten vorgesehen.
In den von den Lappen 8 des Formbleches 3 gebildeten dreieckförmigen Hohl räumen sind Stützen 10 angeordnet, deren freie Hebelar me durch Spannschlösser 11 mit Gewindemuttern 12 verbunden sind. In Fig. 1 ist nur das obere Spannschloss sichtbar. Das Formblech 3 wird durch einen Arm 13 getragen, der an irgendein Fördermittel (Kran, Wagen oder dgl.) angelenkt ist.
Die Dichtungslippen 6; 9 sind so angeordnet, dass sie bereits 10 bis 20 mm vor dem Anlegen der Greiferschale 1 an beispielsweise ein Rohr 14 auf ihrer ganzen Länge mit dem Rohr in Berührung kommen, ohne eine Stoss- kraft auf das Rohr auszuüben. In dieser Stellung kann der volle Ansaugeunterdruck noch nicht wirksam wer den. Jedoch tritt durch das Ansaugen der Luft an den schmalen Abständen zwischen Rohr 14 und Dichtungs lippen 6; 9 eine hohe Luftgeschwindigkeit auf. Durch die damit verbundene Druckdifferenz werden die Dichtungs lippen an das Rohr gezogen, und das Rohr wird zwangsläufig in die Greiferschale. 1 hereingezogen und fest angesaugt.
Der untere Teil der Fig. 2 zeigt das Rohr 14 in der Stellung beim ersten Berühren mit den Dich tungslippen 6, der obere Teil der Fig. 2 in der Festhalte- Arbeitsstellung.
Die nach dem Ansaugen des Rohres sehr breit anliegenden Dichtungslippen überbrücken auch grössere Oberflächenfehler des Rohres 14.
Die Notwendigkeit, für die unterschiedlichen Durch messer innerhalb einer Rohr-Nennweite auch unter schiedliche Greifer anzufertigen, entfällt durch die Ver wendung der Spannschlösser 11. Diese ermöglichen die Verstellung des Greiferschalenradius in den Grenzen der Elastizität des Greiferschalenwerkstoffes (ca. 10a/0). In nerhalb dieser Grenzen liegen alle praktisch vorkommen den Abweichungen durch Wanddickenunterschiede. Schwundunterschiede und Mundstückverschleiss der Rohrstrangpresse.
Durch Drehen der Gewindemuttern der Spannschlös ser 11 wird die Greiferschale 1 über die Stützen 10 in ihrem Radius verändert. Die Anzahl der Spannschlösser 11 in bezug auf die Länge der Greiferschale 1 kann beliebig sein. Durch unterschiedliche Verstellung der Spannschlösser 11 kann der Greiferschale 1 ausserdem eine konische Form gegeben werden, wodurch es möglich ist, auch etwas konische Körper einwandfrei anzusau gen.
Von besonderem Vorteil ist weiterhin eine Ausbil dung der Vorrichtung zum automatischen Signieren pressnasser Steinzeugrohre gleichzeitig während des Grei fens, was bisher in der Regel von Hand vor oder nach dem Greifen durchgeführt werden musste. Fig.3 zeigt dazu einen Schnitt durch einen Greifer mit Signierstem- pel in Betriebsstellung. In der Greiferschale 1 und dem Formblech 3, das durch entsprechende Beilagen 15; 16 an dieser Stelle verstärkt ist, ist eine radiale Durchbrechung vorgesehen, die sich in eine auf dem Formblech 3 befestigte zweiteili ge Grundplatte 17; 17' fortsetzt.
In die zweiteilige Grundplatte 17; 17' ist eine Membran 18, vorzugsweise eine Gummischeibe, mit ihrem äusseren Rand einge spannt. In einen mittleren Kreisausschnitt der Membran 18 ist eine zweiteilige Klemmvorrichtung 19; 19' einge setzt, in deren Mittelbohrung eine Führung 20 mit Gewindezapfen und Gewindemutter 21 befestigt ist. Das andere Ende der Führung 20 hat ebenfalls ein Gewinde mit zwei Gewindemuttern 22; 23 und einen verstellbaren Anschlag 24. Die Gewindemutter 22 ist als Federteller für eine Druckfeder 25 ausgebildet, der durch die Gewindemutter 23 gesichert wird. Die Druckfeder 25 stützt sich andererseits auf der Grundplatte 17' ab.
In der Führung 20 ist eine Stange 26 geführt, die an beiden Enden Gewinde hat. Auf dem inneren Gewinde sitzt eine Stempelplatte 27 mit einem auswechselbaren Signierstempel 28 und den ebenfalls auswechselbaren Lettern 29. Durch eine Gewindemutter 30 auf dem äus- seren Gewindeende der Stange 26 wird die Stange 26 in der Führung 20 festgezogen.
Auf der Grundplatte 17' ist vorteilhaft ein Schaltkon takt 31 aufgebaut, dessen Kipphebel 32 vom Anschlag 24 zu betätigen ist. Der Schaltkontakt 31 ist üblicherweise ein Schliess- und Öffnungskontakt und wirkt entweder als Verriegelung auf den Antrieb des den Sauggreifer mittels Arm 13 tragenden Transportmittels ein, so dass dieses nicht in Bewegung gesetzt werden kann, so lange das Steinzeugrohr nicht sicher ergriffen oder losgelassen wurde.
Gegebenenfalls kann dieser Schaltkontakt 31 auch die Transportmittelbewegung selbsttätig auslösen, sobald das Steinzeugrohr sicher ergriffen bzw. losgelassen wurde. Auf die ganze Einrichtung ist eine Schutzkappe 33 aufgesetzt.
In der Ruhestellung drückt die Druckfeder 25 die Stempelplatte 27 über die Klemmvorrichtung 19; 19' gegen die Grundplatte 17, wobei die Stempelplatte 27 mit dem Signierstempel 28 und den Lettern 29 zurückgezo gen wird und der Schaltkontakt 31 geöffnet ist.
Das Vakuum, welches bei Annäherung des Steinzeug rohres 14 dieses in die Greiferschale 1 einzieht, betätigt dabei auch die Membran 18, wodurch die Signier- und Kontakteinrichtung in die gezeichnete Arbeitsstellung gelangt. Dabei wird das Steinzeugrohr 14 signiert und der Schaltkontakt 31 geschlossen. Mittels der Gewindemut tern 22; 23 ist die Federspannung so einzustellen, dass das Steinzeugrohr sicher angesaugt ist, bevor das Va kuum die Membran 18 betätigt, bzw. dass beim Lösen des Steinzeugrohres von der Greiferschale 1 erst die Membran 18 zurückfedert, bevor das Steinzeugrohr ab rutscht.
Der richtige Schaltpunkt wird mittels Kipphebel 32 und Anschlag 24 eingestellt.
Die beschriebene Vorrichtung wirkt wie folgt: Bei Annäherung des Greifers an das Steinzeugrohr 14 wird das Steinzeugrohr auf der letzten Wegstrecke selbsttätig in den Greifer gesaugt, ohne dass Andrückkräfte wirk sam werden müssen. Dabei wird die Membran 18 betätigt, wodurch die Signiereinrichtung und der Kipphe- bel 28; 29; 32 in die Arbeitsstellung gelangen, das Rohr 14 signiert und der Schaltkontakt 31 geschlossen wird, so dass der Stromkreis für den Antrieb beispielsweise des Wagens, der den Arm 13 trägt, durchgeschaltet wird.
Soll das Rohr 14 irgendwo abgestellt werden, so wird erst der Saugunterdruck zwangsweise aufgehoben, damit der Schaltkontakt 31 schliesst .und der Wagen angehalten wird.