CH484064A - Verfahren zur Herstellung von Komplexen adrenocorticotrop wirksamer Peptide - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Komplexen adrenocorticotrop wirksamer PeptideInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung von Komplexen adrenocorticotrop wirksamer Peptide Es ist bekannt, dass man die Wirkung adrenocorticotrop wirksamer Peptide verlängern kann, wenn man die Peptide in Metallkomplexe, z. B. Komplexe mit Zinkhydroxyd, Zinkphosphat oder Zinkpyrophosphat, überführt. Gewisse Corticotropin-Präparate haben jedoch den Nachteil, dass sie Allergien hervorrufen. Es wurde nun gefunden, dass man eine sehr gute Verlängerung der adrenocorticotropen Wirkung der genannten Peptide und gute Verträglichkeit erzielt, wenn man die Peptide in ihre Komplexe mit Homopolymeren oder Copolymeren von Aminosäuren, die einen überwiegen- den Anteil an sauren a-Aminosäuren, wie Glutaminsäure oder Asparaginsäure der L-, D-oder D, L-Konfiguration, aufweisen, überführt. Bei dieser Umsetzung entsteht eine chemische Bindung zwischen dem Peptid, das mehr basische als saure Aminosäuren enthält, und dem über- wiegend saure Aminosäuren aufweisenden Polymeren. Der Komplex ist bei saurem pH in Wasser unlöslich. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher ein Verfahren zur Herstellung von Komplexen adrenocorticotrop wirksamer Peptide, das dadurch gekennzeichnet ist, dass man adrenocorticotrop wirksame Peptide oder deren Salze oder Amide mit Homopolymeren oder Copolymeren von Aminosäuren, die einen überwiegenden Anteil an sauren a-Aminosäuren aufweisen oder deren Salzen umsetzt. Adrenocorticotrop wirksame Peptide sind beispielsweise das natürliche ACTH (R13-Corticotropin) selbst sowie Peptide mit kürzerer Aminosäurekette als PI-31- Corticotropin. Es ist bekannt, dass man vom Carboxylende des natürlichen ACTH die Aminosäuren bis etwa zur 16. Aminosäure abspalten kann, ohne dass die ACTH Aktivität vollständig verloren geht. Weiter können einzelne Aminosäuren durch andere ersetzt werden. So kön- nen z. B. die Serinreste Serin : l und/oder Serin3 durch Glycin oder Alanin ersetzt werden, Tyrosin2 kann durch Phenylalanin, Methionini durch Norvalin, Leucin oder a-Aminobuttersäure, Glutaminsäure5 durch Glutamin, Argininl'n8 durch Ornithin oder Lysin ersetzt werden. Die erste Aminosäure, Serin1, kann auch durch Prolin, Threonin oder andere Aminosäuren ersetzt sein oder fehlen, oder es können ihr weitere Aminosäurereste vorangestellt werden. Insbesondere kommen für die Präpa- rate der vorliegenden Erfindung Peptide in Betracht, die eine Aminosäurekette von 19-28 Aminosäuren, vor allem 20-25, vom Aminoende des B-Corticotropins an gerechnet und gegebenenfalls eine abweichende Aminosäure- zusammensetzung aufweisen, vor allem pl-24-Corticotro- pin. Salze der adrenocorticotrop wirksamen Peptide sind besonders Säureadditionssalze von therapeutisch anwendbaren Säuren, wie Salzsäure, Essigsäure, Schwefelsäure, Phosphorsäuren, Sulfonsäuren. Unter Amiden ist insbesondere das C-terminale, unsubstituierte Amid zu verstehen. Die Homopolymeren und Copolymeren saurer Ami nosäuren bestehen vor allem aus Glutaminsäure und/ oder Asparaginsäure und gegebenenfalls weiteren a-Ami- nosäuren, wie Glycin, Valin, Leucin. Sie weisen in den Seitenketten freie Carboxylgruppen auf. Die terminale Carboxylgruppe kann als freie oder als funktionell ab gewandelte Carboxylgruppe, z. B. als Estergruppe oder als eine unsubstituierte oder substituierte, z. B. durch Kohlenwasserstoffreste, vor allem niedere Alkylgruppen, substituierte Amidgruppe vorliegen. Die Bausteine der Polymeren können L-, D-oder D, L-Konfiguration aufweisen. Das Molekulargewicht der Polymerisate kann zwischen 1000 und 100 000 liegen. Man verwendet für die Herstellung der Präparate zweckmässig ein wasserlös- liches, physiologisch verträgliches Salz, z. B. das Natrium-oder Ammoniumsalz oder ein Salz mit einer organischen Base, wie Triäthylamin, Procain, Dibenzylamin, oder anderen tertiären Stickstoffbasen. Die Polymeren sind bekannt oder können nach bekannten Verfahren hergestellt werden, beispielsweise nach dem von M. Idelson et al., J. Am. Chem. Soc. 80, 4631 et seq. (1958) beschriebenen Verfahren. So kann man z. B. Glutaminsäure-a-carboxyanhydrid-Y-benzylester oder tert.-butylester in Dioxan mit Ammoniak oder einem Amin in einem bestimmten Molverhältnis, z. B. 100 : 1 (je nach dem gewünschten Polymerisationsgrad), reagieren lassen und nach beendeter Polymerisation die Schutzgruppen abspalten, z. B. die Benzyloxygruppe mit Bromwasserstoff in Eisessig, die tert.-Butyloxygruppe mit Tri fluoressigsäure. Zwecks Herstellung von Polymeren mit einheitlicher, definierter Kettenlänge kann man die Poly meren auch durch Synthese nach den in der Peptidchemie bekannten Verfahren (Carbodiimidmethode, Azidmethode usw.) aufbauen. Die Komplexe können in Form von Lösungen oder Suspensionen pharmazeutisch verwendet werden. Die Erfindung wird in den nachfolgenden Beispielen beschrieben. Beispiel 1 2, 0 g Poly-L-glutaminsäure mit einem mittleren Mo- lekulargewicht von ca. 11000 werden in ca. 5, 7 ml 10%iger Natronlauge gelöst, so dass das pH der Lösung 7,4 beträgt. In dieser Lösung werden dann 5,0 mg ss1-24 -Corticotropin-hexaacetat und 0,2 mg Merthiolat aufgelöst und mit destilliertem Wasser auf 10 ml aufgefüllt. Die Lösung wird steril filtriert. Sie enthält pro ml : ss1-24-Corticotropin-hexaacetat 0,5 mg Poly-L-glutaminsäure 200,0 mg Natronlauge bis pH 7, 4 Merthiolat 0, 02 mg Aqua dest. ad 1, 0 ml Beispiel 2 2, 0 g Poly-L-glutaminsäure (Mol. Gewicht ca. 11000) werden in ca. 5, 7 ml 10% iger Natronlauge gelöst, so dass das pH der Lösung 7, 4 beträgt. In dieser Lösung werden 5,0 mg ss1-24-Corticotropin-hexaacetat und 0,2 mg Merthiolat aufgelöst. Zu dieser Lösung wird 1 ml einer salzsauren Zinkchloridlösung (pH 2, 8) mit 5, 2 mg Zinkchlorid pro ml gegeben. Das pH wird mit Natronlauge auf 7, 8 eingestellt und mit destilliertem Wasser auf ein Endvolumen von 10 ml aufgefüllt. Beispiel 3 2, 0 g Poly-L-glutaminsäure (Mol. Gewicht ca. 11 000) werden in ca. 5, 7 ml 10% iger Natronlauge gelöst, so dass das pH der Lösung 7, 4 beträgt. In dieser Lösung werden 5, 0 mg p-Corticotropin-hexaacetat und 0, 2 mg Mer thilat aufgelöst. Zu dieser Lösung werden 1 ml einer salzsauren Lösung (pH 2, 8) enthaltend 5, 2 mg Zinkchlorid und 0, 85 mg Dinatriumphosphat (wasserfrei) gegeben. Das pH wird mit Natronlauge auf 7, 8 eingestellt. Man füllt mit Wasser auf ein Volumen von 10 ml auf. Beispiel 4 5 mg Poly-L-glutaminsäure vom mittleren Molekular- gewicht 39600 werden in 5 ml 0, 1-n. Natronlauge gelöst. Man filtriert die Lösung, gibt eine Lösung von 0, 25 mg 1¯24-Corticotropin-hexaacetat hinzu, säuert dann mit Essigsäure oder Salzsäure auf pH 4 an und füllt mit Wasser auf 10 ml auf. Dabei fällt ein Poly-L-glutaminsäure-ss1-24-Corticotropin-Komplex fein verteilt aus. Die Suspension enthält pro ml 0,5 mg Poly-L-glutaminsäure und 0, 25 mg ss1-24-corticotropin als Komplexverbindung. Beispiel 5 Man stellt in gleicher Weise wie in Beispiel 4 be- schrieben, aber unter Verwendung einer Poly-L-glutaminsäure vom mittleren Molekulargewicht 11 000, eine Suspension her, die pro ml 0, 5 mg Poly-L-glutaminsäure und 0, 25 mg ss--Corticotropin als Komplex enthält. Beispiel 6 In gleicher Weise wie in den Beispielen 1-5 beschrieben werden Präparate hergestellt, die als adrenocorticotrop wirksames Peptid das 8 7-Corticotropin, das ss1-17 -Corticotropin-Arg17-amid, das ss1-18-Corticotropin, dans ss1-18-Corticotropin-Arg18-amid, das ss1-19-Cortictropin, das ss1-19-corticotropin-Pro19-amid, das glu(NH2)5-ss1-19 -corticotropin, das ss1-20-Corticotropin-Val20-amid, das #035-Aminobutyryl4-Glu(NH2)5-ss1-20-corticotronpin-Val20- -amid, das #035-Aminobutyryl4-ss1-20-Corticotropin-Val20- -amid, das ss1-21-Corticotropin, das ss1-23-Corticotropin, das ss1-23-Corticotropin-Tyr23-amid, das Phe2-ss1-23-Corticotropin-Tyr23-amid, das Ala3-ss1-23-Corticotropin-Tyr23 -amid, das Gly1-ss1-23-Corticotropin-Tyr23-amid, das ss1-23 -Corticotropin-Tyr23-amid, das Glu(NH2) 5-ss1-24-Corticotropin, das Orn17, 18-ss1-24-Corticotropin, das Lys17,18-ss1-24- -Corticotropin, das Norleu4-ss1-24-corticotropin, das ss1-25 -Corticotropin-Val25-amid, das Norleu4-ss1-25-corticotropin-Val25-amid, das Norleu4-Val25-ss1-25-Corticotropin -Val25-amid, das Norval4-Val25-ss1-25-Corticotropin-Val25 -amid, das Norleu4-Lys17,18-Val25-ss1-25-Corticotropin -Val25-amid, das ss1-26-Corticotropin, das ss1-28-corticotro pin, das ss1-30-Corticotropin, das ss1-31-corticotropin, das ss1-39-Coricotropin oder das Gly1-ss1-39-corticotropin ent- halten.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Komplexen adrenocorticotrop wirksamer Peptide, dadurch gekennzeichnet, dass man adrenocorticotrop wirksame Peptide mit freier oder amidierter endständiger Carboxylgruppe oder deren Salze mit Homopolymeren oder Copolymeren von Aminosäuren, die einen überwiegenden Anteil an sauren x-Aminosäuren aufweisen, oder deren Salzen umsetzt.UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekenn- zeichnet, dass man mit Polymeren von Glutaminsäure oder Asparaginsäure umsetzt, die in den Seitenketten freie Carboxylgruppen aufweisen und deren terminale Carboxylgruppe frei, verestert oder amidiert ist.2. Verfahren nach Patentanspruch oder Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Molekulargewicht der Polymeren zwischen 1000 und 100 000 liegt.3. Verfahren nach Patentanspruch oder Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man die Polymeren in Form ihrer wasserlöslichen, physiologisch ver träglichen Salze verwendet.4. Verfahren nach Patentanspruch oder Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man das Natriumoder Ammoniumsalz der Polyglutaminsäure verwendet.5. Verfahren nach Patentanspruch oder Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als adrenocorticotrop wirksame Peptide solche verwendet, die eine Aminosäurekette aufweisen, welche die 19-28 ersten Aminosäurereste des ss-corticotropins, vom Aminoende an gerechnet, enthält, worin gegebenenfalls einzelne Aminosäurereste gegen andere Aminosäurereste ausgetauscht sind.6. Verfahren nach Patentanspruch oder Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als adrenocorticotrop wirksame Peptide solche verwendet, die eine Aminosäurekette aufweisen, welche die 19-28 ersten Aminosäurereste des p-Corticotropins, vom Aminoende an gerechnet, enthält, worin ein oder mehrere der Aminosäurereste 1-5, 17 und 18 gegen andere Aminosäurereste ausgetauscht sind.7. Verfahren nach Patentanspruch oder Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als adreno corticotrop wirksame Peptide solche verwendet, die eine Aminosäurekette aufweisen, welche die 20-25 ersten Ami nosäurereste des, (3-Corticotropins, vom Aminoende an gerechnet, enthält, worin gegebenenfalls einzelne Aminosäurereste gegen andere Aminosäurereste ausgetauscht sind.8. Verfahren nach Patentanspruch oder Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als adrenocorticotrop wirksames Peptid Bl-24-Corticotropin verwendet.9. Verfahren nach Patentanspruch oder Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als adrenocorticotrop wirksames Peptid ss1-39-corticotropin verwendet.
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4130514A (en) * | 1978-02-10 | 1978-12-19 | Armour Pharmaceutical Company | Synthesis of peptides |
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1965
- 1965-06-15 CH CH831465A patent/CH484064A/de not_active IP Right Cessation
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| US4130514A (en) * | 1978-02-10 | 1978-12-19 | Armour Pharmaceutical Company | Synthesis of peptides |
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