CH489453A - Verfahren zur Herstellung eines wasserlöslichen Desinfektionsmittels - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines wasserlöslichen DesinfektionsmittelsInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung eines wasserlöslichen Desinfektionsmittels Gegenstand des Hauptpatentes ist ein Verfahren zur Herstellung eines wasserlöslichen Desinfektionsmittels, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass 1, 3-Alkylenglykole und Formaldehyd im Molverhältnis 0, 8 : 1-2, vorzugsweise I : 1, 2-1, 6, umgesetzt werden. Als Alkylenglykole sind 1, 3-Butylenglykol und 1, 3-Propylenglykol bevorzugt. Der zur Herstellune der Umsetzungspro- dukte verwendete Formaldehyd kommt vorzugsweise als 30 bis 50% ige wässrige Lösung zur Anwendung. Die Umsetzung zwischen den 1, 3-Alkylenglykolen und dem Formaldehyd erfolgt z. B. bei Temperaturen von 10 bis 50¯C, wobei bei Anwendung von Raumtemperaturen die Reaktion innerhalb von 8-14 Tacen abläuft, während sie bei Erwärmung auf 40-50 C beschleunigt wird. Die nach dem Verfahren des Hauptpatentes erhaltenen Erzeue- nisse werden evtl. mit grenzflächenaktiven Substanzen oder/und 1. 6-Di-4-chlorphenyl-diguanidohexan versetzt. Ferner stellt man sie evtl. durch Zu-abe von Seifen, von . Alkalien oder von stickstoffhaltigen Basen alkalisch oder durch Zusatz organischer Säuren sauer, wobei im letz- teren Falle pH-Werte von 4-6 vorteilhaft sind. Es wurde nun überraschenderweise gefunden, dass unter einer gewissen Änderune der MolverhÏltnisse der Gehalt an Formaldehyd beträchtlich und ohne zusätz liche Geruchsbelästigung heraufgesetzt werden kann, wenn ein Teil des Formaldehvds als Paraformaldehyd zlim Einsatz kommt. Paraformaldehyd ist im allgemeinen in wÏssrigen Desinfektionsmittelzubereitungen schwer iiislich. Die beispielsweise durch Erwärmen mit geigneten Tensiden erhÏltlichen L¯sungen des Paraformalde- hyds neigen beim Abkühlen und Stehenlassen zum Trü- bewerden und. Ausflocken. Verwendet man aber Umsetzungsprodukte von 1,3-Alkylenglykolen und Formaldehyd, so lassen sich klare Zubereitungen mit unerwartet hohen Aldehydgehalten gewinnen, die nicht die starke Geruchsbildung und das aggressive Verhalten gegen ber der menschlichen Haut, wie entsprechende wasserlosliche Desinfektionsmittel mit erhöhtem Gehalt an monomerem Formaldehyd, besitzen. Es ist anzunehmen, dass die Umsetzungsprodukte von 1, 3-Alkylenglykolen und Formaldehyd gemÏss dem Verfahren des Hauptpatentes Halbacetale enthalten, die offenbar ausgezeichnete Lösungsvermittler für Paraformal- dehyd sind. Das geeignete Molverhältnis zwischen den 1, 3-Alkylenglykolen, dem monomeren Formaldehyd und dem Formaldehyd in Form von Paraformaldehyd beträgt 0. 8 : 0, 5-2 : 0, 5-1, 8. vorzugsweise 1 : 0, 6 - 1, 6 : 0, 7-1, 5. Es ist anzunehmen, dass sich bei der Umsetzung zwischen den 1, 3-Alkylenglykolen und dem Formaldehyd bzw. Paraformaldehyd bevorzugt der monomere Aldehyd beteiligt, doch wird es besonders bei geringen Einsätzen an monomerem Formaldehyd nicht f r ausgeschlossen gehalten, dass auch der Paraformaldehyd partiell an der Umsetzung zu Halbacetalen teilnimmt. Die Durchführung des Verfahrens kann in ana) loger Weise erfolgen, wie beim Verfahren des Hauptpatentes. Auch bei den hier beschriebenen wasserlöslichen Desinfektionsmitteln können ZusÏtze von grenzf) ächenaktiven Produkten gteicher Art erfo) gen. wie die im Hauptpatent genannten. So können neben den Tensiden des Sulfat- oder Sulfonattyps auch die iiblichen Seifen mit Alkalien oder stickstoffhaltigen Basen eingesetzt werden, wodurch eine alkalische Reaktion der Desinfektionsmittel hervorgerufen wird. Auch Kationtenside oder Ampho) yte kön- nen als grenzflÏchenaktive Verbindungen verwendet werden. Eine alkalische Einstellung der wasserlöslichen Desinfektionsmittel ist besonders dann erforderlich. wenn neben den Desinfektionswirkungen auch Reinisungsef- fekte erzielt werden sollen. Die pH-\N'erte der Desinfektionsmittel können dann 9-11, vorzugsweise 9,5-10. 5 betragen. Vielfach ist aber auch eine Sauerstellung der Desinfektionsmittel erwiinscht, wobei dann zweckmÏssig pH-Wert von-t-6 einzuhatten sin. : !. Zur alkalischen Einstelluno verwendet man neben den vorerwähnten Seifen wÏssrige L¯sungen von Alkali hydroxyden. Ammoniak oder organischen Stickstoffba- sen sowie alkalisch rea2ierende Salze. Zum Sauerstellen \erwendet man vorzugsweise organische Säuren, seftencr anorganische Säuren. Besonders geeignet sind Ameisen- sÏure, MilchsÏure, BenzoesÏure, SalicylsÏure oder auch grenzf ! ächenaktive Säuren, wie z. B. Alkylbenzolsulfon säuren. Die Säuren werden dann durch Neutralisation auf das gewünschte saure Milieu eingestellt. Auch bei der Durchführung des vorliegenden Verfahrens zur Herstellung der wasserlöslichen Desinfektionsmittel hat sich ein Zusatz von kleinen Mengen 1, 6 -Di-4-chlorphenyl-diguanidohexan als vorteilhaft erwiesen. Die zweckmässig einzusetzenden Mengen dieser Verbindung liegen zwischen 0, 1-0, 5%, bezogen auf das gesamte Desinfektionsmittel. Es werden synergistische Wir kungssteigerungen beobachtet. Anhand folgender Beispiele soll das Wesen der Erfindung noch erläutert werden : 1. 80 Gewichtsteile einer 40% igen Formaldehydlö- sung (ca. 1 Mol) werden mit 85 Gewichtsteilen 1, 3-Bu tylenelykol (ca. 0, 9 Mol), 15 Gewichtsteilen einer 55%igen Tensidlösung und 4 Gewichtsteilen einer 30% igen Natronlauge unter Riihren sorgfältig gemischt. Anschlies- send werden 24 Gewichtsteile Paraformaldehyd (0, 8 Mol) eingetragen. Durch Zugabe von 1, 8 Gewichtsteilen eines geeigneten Duftstoffes, 2, 4 Gewichtsteilen Benzoesäure und der restlichen Menge an destilliertem Wasser wird auf 240 Gewichtsteile eingestellt. Als Tensid kann das Natriumsalz eines organischen Sulfates Verwendung finden, welches durch Sulfatierung eines Oxäthylierungsproduktes von Laurylalkohol mit 2 Mol Äthylenoxyd er hältlich ist. Statt dieses Sulfates kann auch ein Alkylsulfonat mit etwa 14 C-Atomen in der Alkylkette Verwendung finden, wie es durch Sulfochlorierung des entsprechenden Paraffins und anschliessende Verseifung des Sulfochlorids erhältlich ist. Wenn die Umsetzung etwa während 2 Stunden bei 50 C erfolgt, ist die Gleichgewichtseinstellung nach 24 Stunden erfolat. Wird bei niedrigeren Temperaturen gearbeitet, so muss die Umsetzungszeit entsprechend verlängert werden. Die Zugabe des Restwassers erfolgt zweckmässig nach beendeter Umsetzung. Der pH-Wert des Endproduktes beträgt 10, 4. 2. Es wird in gleicher Weise wie in Beispiel 1 gearbeitet, jedoch wird das Produkt nach erfolgter Umsetzung der Komponenten und vor Zugabe der restlichen Wassermenoe mit 2, 4 Gewichtsteilen Milchsäure sauerge- stellt. Es werden wiederum. 240 Gewichtsteile eines wasserlöslichen Desinfektionsmittels erhalten, dessen pH Wert 5. 3 beträgt. 3. Es wirdein Desinfektionsmittel entsprechend den Beispielen 1 und 2 hergestellt, wobei 68 Gewichtsteile der 40%igen Formaldehydl¯sung (0. 9 Mol), 85 Gewichtsteile 1, 3-Butylenolykol. 15 Gewichtsteile der 55%sen Tensidlcisung. 4 Gewichtsteile der 30%igen Natron) auge und 30 Gewichtsteile Paraformaldehvd (I Mol) zum Einsatz kommen. Das Endprodukt wird wiederum mit 1, 8 Gewichtsteilen eines Duftstoffgemisches, 2, 4 Gewichtsteilen Benzoesäure und dem restlichen Wasser auf 240 Gewichtsteile eingestellt. Der pH-Wert beträgt 10, 4. Wird nach erfolater Umsetzung mit 4, 8 Gewichtsteilen Milchsäure sauergestellt, so beträgt der pH-Wert 5, 3. Die wasserlöslichen Desinfektionsmittel sind im alkalischen Milieu völlig klar. Sie können im sauren Milieu leicht opalisierend sein. Die alkalisch und sauer eingestellten Produkte sind mit Wasser beliebig verdünnbar.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung eines wasserlöslichen Desinfektionsmittels, dadurch gekennzeichnet, dass 1, 3-Alkylenglykole, monomerer Formaldehyd und Paraformaldehyd zusammengebracht werden, wobei das Molver häftnis 1, 3-Alkylenglykol : Formaldehyd : Formaldehyd in Form von Paraformaldehyd = 0. 8 : 0, 5-2 : 0, 5-1, 8 beträgt.UNTERANSPRUCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das zur Herstellung der Umsetzungspro- dukte eingesetzte Alkylenglykol 1. 3-Butylenglykol (1, 3 Butandiol) ist.2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das zur Herstelluna der Umsetzungspro- dukte eingesetzte Alkylenglykol 1, 3-Propylenelykol (1, 3 Propandiol) ist.3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der zur Herstellung der Umsetzungspro- dukte verwendete Formaldehyd als 30 bis 50%ige wäss- rige Lösung zur Anwendung kommt.4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der zur Herstellung der Umsetzungsprodukte verwendete Paraformaldehyd als pulverförmiges Festprodukt zur Anwendung kommt.5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Umsetzung zwischen den 1, 3-Alkylenglykolen und dem Formaldehyd und Paraformaldehyd bei Temperaturen von 10 bis 50 C durchgeführt wird.6. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteran sprüchen l bis 5, dadurch gekennzeichnet. dass grenzflächenaktive Substanzen mitverwendet werden.7. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteran sprüchen 1-6, dadurch gekennzeichnet, dass 1. 6-Di-4- -chlorphenyl-diguanidohexan mitverwendet wird.8. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteran sprüchen 1-7, dadurch gekennzeichnet, dass alkalisch reagierende Verbindungen zwecks Einstellung von pH Werten zwischen 9 und 11 mitverwendet werden.9. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteran sprüchen 1-8. dadurch gekennzeichnet, dass vorzugsweise organische Säuren zwecks Einstellung eines pH-Wertes auf 4 bis 6 mitverwendet werden.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH1592666A CH489453A (de) | 1966-01-25 | 1966-11-02 | Verfahren zur Herstellung eines wasserlöslichen Desinfektionsmittels |
| AT74367A AT273384B (de) | 1966-01-25 | 1967-01-25 | Verfahren zur Herstellung wasserlöslicher Desinfektionsmittel auf Formaldehyd-Basis |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH99866A CH472354A (de) | 1966-01-25 | 1966-01-25 | Verfahren zur Herstellung eines wasserlöslichen Desinfektionsmittels |
| CH1592666A CH489453A (de) | 1966-01-25 | 1966-11-02 | Verfahren zur Herstellung eines wasserlöslichen Desinfektionsmittels |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH489453A true CH489453A (de) | 1970-04-30 |
Family
ID=25686337
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH1592666A CH489453A (de) | 1966-01-25 | 1966-11-02 | Verfahren zur Herstellung eines wasserlöslichen Desinfektionsmittels |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| AT (1) | AT273384B (de) |
| CH (1) | CH489453A (de) |
-
1966
- 1966-11-02 CH CH1592666A patent/CH489453A/de not_active IP Right Cessation
-
1967
- 1967-01-25 AT AT74367A patent/AT273384B/de active
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| AT273384B (de) | 1969-08-11 |
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| PFA | Name/firm changed |
Owner name: LYSOFORM SCHWEIZERISCHE GESELLSCHAFT FUER ANTISEPS |
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