Mittel zur Beeinflussung der Pflanzenentwicklung
Das Hauptpatent Nr. 489 993 betrifft ein das Pflanzenwachstum regnlierendes und phytocides Mittel, welches als aktive Komponente mindestens eine N-Arylphthalaminsäure der Formel
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und/oder ein Salz davon mit einer anorganischen oder organischen Base enthält, worin X Wasserstoff oder Halogen, Alkyl oder Alkoxy, -NO2, -CFs und n die Zahlen 1, 2 oder 3 bedeuten.
Die vorliegende Erfindung betrifft nun ein Mittel zur Beeinflussung der Pflanzenentwicklung, welches als aktive Komponente eine N-Arylphthalaminsäure der Formel
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und/oder ein Salz davon mit einer anorganischen oder organischen Base enthält, worin X Wasserstoff oder Halogen, Alkyl, Alkoxy oder NO2, R eine der Gruppen -OCH3, -SCH3 oder -SCF3 und n die Zahlen 1, 2 oder 3 bedeuten.
Unter den Verbindungen der Formel I sind besonders jene zu nennen, die von der Formel II
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umfasst werden, worin R die vorstehend genannte Be deutung hat, X für Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom oder
Jod, CH3, -OCH3 oder NO2 steht und n 1 oder 2 bedeu tet. Einige der wichtigen Einzelvertreter sind dabei die
Verbindungen, in denen X Wasserstoff ist.
Besonders zu nennen sind folgende Aktivsubstanzen: a) o-Phthalsäure-3 '-methoxyanilid, b) o-Phthalsäure-4'-methoxy-3'-chloranilid, c) o-Phthalsäure-3',4',5'-trimethoxyanilid, d) o-Phthalsäure-2'-nitro-5'-methoxyanilid, e) o-Phthalsäure-2', 6'-dibrom-5'-methoxyanilid, f) o-Phthalsäure-3',5'-chlor-4'-methoxyanilid, g) o-Phthals äure-2'-brom-6'-methoxyanilid, h) o-Phthalsäure-3'-methylmercaptoanilid, i) o-Phthalsäure-2'-chlor-5'-methylmercapto anilid, j) o-Phthalsäure-3'-methylmercapto-4'jodanilid, k) o-Phthalsäure-3'-methoxy-4'jodanilid, 1) o-Phthals äure-2'-chlor-4'-methoxyanilid,
Zur Salzbildung kommen anorganische oder organische Basen in Frage.
Als anorganische Basen eignen sich z. B. Alkalilaugen wie NaOH, LiOH, NH40H, Ca(OH)2 usw.
Als organische Basen eignen sich beispielsweise einfache aliphatische Amine, wie Methylamin, Dimethylamin, Diäthylamin, Piperidin, Morpholin, Athanolamin, Diäthanolamin, Triäthanolamin usw.
Für besondere Zwecke - insbesondere um die Wirkstoffe der Formel (I) lipoidfreudiger zu machen, verwendet man zur Salzbildung Fettamine, wie Oleylamin, Stearylamin und dergleichen.
Die erfindungsgemässen Mittel eignen sich auch zur
Verhinderung des Fruchtabfalles und des Wurzelschla gens von Reis, zur Bildung von samenloser Frucht und Änderung der Gestalt des Blattes.
Bekannte Regulierstoffe für das Pflanzenwachstum, die benutzt werden, um das Ansetzen von Frucht einzuleiten, z. B. o-Chlorphenoxypropionsäure und p-Chlorphenoxyessigsäuren, dürfen nur auf der Blüte zur Anwendung gelangen, um Verletzungen der Pflanze zu vermeiden. Dies bedingt kostspielige Anwendungen von Hand.
Die Mittel gemäss der Erfindung können auf die ganze Pflanze in Konzentrationen gespritzt werden, welche das Ansetzen von Frucht bewirken, aber keine Be schädigung verursachen.
In höheren Konzentrationen sind die erfindungsgemässen Mittel phytocid und können verwendet werden, um unerwünschte Pflanzen zu vernichten oder schwer zu schädigen bzw. Zwergwuchs zu verursachen.
Die erfindungsgemässen Mittel können in verschie denartigster Weise appliziert werden, z. B. in Form von Stäuben, wässrigen Dispersionen, wässrigen Emulsionen, Granulaten usw.
Die N-Arylphthalaminsäuren können auf den Pflanzen in inerten Medien zur Anwendung gebracht werden, etwa als Staub mit einem pulverförmigen, festen Trägerstoff aus der Reihe mineralischer Silikate vermischt, z. B.
Glimmer, Talk, Pyrophyllith und Ton, oder sie können wässrig verspritzt werden. Die Wirkung auf Pflanzen hängt bei verschiedenen Konzentrationen von der Natur der Mittel, von der Dosierung, von der Jahreszeit und vom Alter, der Gattung und der Art der Pflanze, endlich aber auch von den klimatischen Bedingungen, der Jahreszeit oder dem Wetter ab.
Man kann die folgende allgemeine Regel über Wirkung und Konzentration der erfindungsgemässen Mittel aufstellen: Wachstum regulierende Wirkungen sind deutlich bei Konzentrationen von 0,1 bis zu 40 Teilen je 1 000 000 Teile des Mittels in wässriger Suspension feststellbar; sowohl die phytociden wie auch die Unkraut vertilgenden und die das Wachstum regulierenden Wirkungen treten bei höher konzentrierten Lösungen der Aktivsubstanz zu Tage, während die phytociden und Unkraut vertilgenden Wirkungen eindeutig bei Mitteln von 0,5 % Aktivsubstanz und höher auftreten. Die erfindungsgemässen Mittel werden vorzugsweise auch in Mischung mit geringen Mengen eines oberflächenaktiven Dispersionsmittels verwendet, welches ein anionisch oberflächenaktives Mittel, ein nichtionisch oder ein kationisch oberflächenaktives Mittel sein kann.
Ein derartiges Mittel hilft die N-Arylphthalaminsäuren im Wasser zu dispergieren, um sie zu versprühen. Die N-Arylphthalaminsäuren können auch mit pulverförmigen Trägerstoffen wie mineralischen Silikaten zusammen mit einer geringen Menge eines solchen oberflächen aktiven Dispersionsmittels derart vermischt werden, dass ein leicht netzbares Pulver erhalten wird, welches direkt auf den Pflanzen angewendet oder mit Wasser geschüttelt werden kann, um schnell eine Suspension der chemischen Verbindung und des pulverförmigen Trägers in Wasser herzustellen.
Die anionischen oberflächenaktiven Stoffe, welche bei den vorliegenden, pflanzenbeeinflussenden Verbindungen oder Mitteln verwendet werden können, entsprechen der allgemeinen Formel R-COOM oder R-SOsM[.
Darin stellt M ein Alkalimetall, Ammonium oder ein substituiertes Ammonium- oder Amin-Radikal und R ein organisches Radikal dar, welches mindestens eine Gruppe mit mehr als 8 Kohlenstoffatomen enthält.
Beispiele für solche anionisch oberflächenwirksamen Mittel sind: 1. Seifen, z. B. Natriumlaurinat, Ammoniumstearat, Di äthanolammoniumoleat.
2. Alkalische Sulfonate, z. B. Dodecylnatriumsulfonat,
Cetylkaliumsulfonat.
3. Alkylsulfate, z. B. Natriumdodecylsulfat, Natrium oleylsulfat.
4. Sulfonierte Äther mit langen und kuzen Ketten ali phatischer Gruppen, z. B. Cr7H33-O-GH4-SOrNA.
5. Sulfatierte Äther mit langen und kurzen Ketten ali phatischer Gruppen, z. B.
C17H2O-C2H1-O-SO3'Na.
6. Sulfonierte Alkylester mit langen Ketten von Fett säuren, z. B.
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7. Sulfonierte Glycolester mit langen Ketten von Fett säuren, z. B.
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8. Sulfonierte Alkyl-substituierte Amide von Fettsäuren mit langer Kette
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9. Alkylierte Arylsulfonate, z. B. Isopropylnaphthalin natriumsulfonat, Dodecylbenzolsulfonat.
10. Hydroaromatische Sulfonate, z. B. Tetrahydro naphthalinnatriumsulfonat.
11. Alkylsulfosuccinate, z.B. Dioctylnatriumsulfosuccinat.
12. Arylsulfonatformaldehydkondensationsprodukte, z. B.
das Kondensationsprodukt aus Formaldehyd und Na triumnaphthalinsulfonat:
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Nichtionisch oberflächenaktive Komponenten, welche für die vorliegenden, pflanzenbeeinflussenden Mittel verwendet werden können, sind folgende: 1. Polyätheralkohole, wie z. B. die Reaktionsprodukte von Äthylenoxyd oder Polyäthylenglykol mit einem
Fettalkohol mit langer Kette, z. B. das Reaktions produkt von Äthylenoxyd und Oleylalkohol C17H3-(OCI4)hOH, worin n 10 bis 20 ist.
2. Polyglycolester, z. B. die Reaktionsprodukte von Äthylenoxyd oder Polyäthylenglycol mit einer Fett säure langer Kette, z. B. das Reaktionsprodukt von Äthylenoxyd oder Polyäthylenglycol mit Oleinsäure
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worin n 10 bis 20 ist.
3. Teilester von mehrwertigen Alkoholen mit Fett säuren langer Kette, z. B. Diäthylenglycolmonolauri nat, Sorbitantrioleat.
Kationisch oberflächenaktive Komponente, die für die erfindungsgemässen, pflanzenbeeinflussenden Mischungen verwendet werden können, sind folgende: 1. Quaternäre Ammoniumsalze, in denen eine der am
Stickstoff gebundenen Gruppen eine aliphatische
Gruppe mit mindestens 8 Kohlenstoffatomen ist, z. B. Trimethylcetylammoniumjodid, Laurylpyridi niumchlorid, Cetyldimethylbenzylammoniumchlorid,
N-Stearylbetain.
2. Amine, Amide, Diamine und Glyoxalldine, welche eine aliphatische Gruppe besitzen, die mindestens 8
Kohlenstoffatome enthält und deren Säureester, z. B.
Stearylaminhydrochlorid, Oleylamid, Diäthyläthylen oleyldiamin, w-Heptadecyl-N-Oxyäthylglyoxalidin.
Die Wirkstoffe der Formel (I) werden durch Reaktion zwischen Phthalsäure oder Phthalsäureanhydrid mit einem entsprechenden Anilin der Formel
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in der Schmelze oder in einem Lösungsmittel hergestellt, und, sofern Phthalimide der Formel
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als Zwischenprodukte gebildet werden, werden diese anschliessend mit z. B. einer Base wie Alkalihydroxid verseift und die Verbindungen der Formel (I) durch Ansäuern ausgefällt.
Darin kommt R, X und n die in der Einleitung gegebene Bedeutung zu [vgl. z. B. A. Burger et al., J. Org.
Chem. 18, 192-195 (1953)].
Beispiel 1
12,3 g m-Anisidin wurden in 100 ml Dioxan gelöst, in einem Rührkolben vorgelegt. Dazu gab man unter Rühren in kleinen Portionen 14,8 g Phthalsäureanhydrid.
Die Reaktion begann sofort unter Wärmeentwicklung.
Danach wurde über Nacht bei Raumtemperatur ausgerührt und dann der Niederschlag abgenutscht und getrocknet. Man erhielt 19,5 g der bei 1710 C schmelzenden N-3 -Methoxyphenylphthalamins äure. [Wirkstoff Nr. 1].
In analoger Art wurden die folgenden Phthalamidsäuren hergestellt:
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<tb> Verb. <SEP> Nr. <SEP> Ar <SEP> Smp. <SEP> oC
<tb> <SEP> 2 <SEP> -OCH3 <SEP> 205-207
<tb> <SEP> cl
<tb> <SEP> Cl
<tb> <SEP> 3 <SEP> < <SEP> iO <SEP> CH3 <SEP> 204-205
<tb> <SEP> Cl
<tb> <SEP> 4 <SEP> 177-178
<tb> <SEP> 4 <SEP> 177-178
<tb> <SEP> SCF3
<tb> <SEP> 5. <SEP> (3 <SEP> 1 <SEP> 188-l9O
<tb> <SEP> SCH3
<tb> <SEP> 6SCH3 <SEP> 187-188
<tb> <SEP> -MM
<tb> <SEP> 7oCH, <SEP> 180185
<tb> <SEP> 8 <SEP> 9 <SEP> 168-169
<tb> <SEP> NOCH8
<tb>
Beispiel 2
Stäubemittel
Gleiche Teile eines Wirkstoffes der Formel I und gefällte Kieselsäure wurden fein vermahlen. Durch Vermischen mit Kaolin oder Talkum konnten daraus Stäubemittel mit bevorzugt 1-6 % Wirkstoffgehalt hergestellt werden.
Spritzpulver
Zur Herstellung eines Spritzpulvers wurden beispielsweise die folgenden Komponenten gemischt und fein vermahlen: 50 Teile Wirkstoff 20 Teile hoch adsorptive Kieselsäure 25 Teile Bolus alba (Kaolin)
3,5 Teile Reaktionsprodukt aus p-tert.-Octylphenol und Athylenoxyd
1,5 Teile 1-benzyl-2-stearyl-benzimidazol-6,3'- disulfosaures Natrium.
Emulsionskonzentrat
Gut lösliche Wirkstoffe konnten auch als Emulsionskonzentrat nach folgender Vorschrift formuliert werden: 20 Teile Wirkstoff 70 Teile Xylol 10 Teile einer Mischung aus einem Reaktionsprodukt eines Alkylphenols mit Athylenoxyd und Calcium dodecylbenzolsulfonat wurden gemischt. Beim Verdünnen mit Wasser auf die gewünschte Konzentration entstand eine spritzfähige Emulsion.
Granulate a) 7,5 g eines der Wirkstoffe der Formel I wurden in 100 ml Aceton gelöst und die so erhaltene acetonische Lösung auf 92 g granuliertes Attapulgit gegeben. Das Ganze wurde gut vermischt, das Lösungsmittel im Rotationsverdampfer abgezogen. Man erhielt ein Granulat mit 7,5 S Wirkstoffgehalt.
b) Zur Herstellung eines 10%gen Polymerengranulats wurden 1050 bis 1100 g technischer Wirkstoff der Formel I in 2 Liter Trichloräthylen gelöst und in einem Wirbelschichtgranulator bei 1,5 atü Sprühdruck auf 9230 g vorgelegtes poröses Harnstoff/HCHO-Granulat aufgesprüht. Durch Aufheizen der Wirbelluft auf etwa 50 C liess sich das Lösungsmittel wieder entfernen.
c) Zur Herstellung eines 7,5 %igen beschwerten Granulats wurden 770 g eines festen Wirkstoffs der Formel 1, 500 g BaSO4, 1000 g Harnstoff und 7730 g pulvriges, poröses Polyacrylnitril auf einem Walzenstuhl verpresst und anschliessend auf die gewünschte Korngrösse gebrochen.
Beispiel 3
Wuchshemmung
Wässrige Lösungen der Wirkstoffe, die aus Emulsionskonzentraten dargestellt wurden, dienten in Aufwandmengen von 5 kg/ha Aktivsubstanz zur Prüfung auf wuchshemmende Eigenschaften in Soja- und in Baumwoll-Kulturen im Vorauflauf- und im Nachauflaufverfahren. Bei der Ernte lag folgendes Ergebnis vor: Soja-Kultur
Preemergent Postemergent
Verb. Nr. kg/ha Hemmung Bemerkung kg/ha Hemmung Bemerkung
1 5 3 - 5 5 Stärkere Grünfärbung der Blätter
Vergleich* 5 1 - 5 1 Baumwoll-Kultur
Preemergent Postemergent
Verb.
Nr. kg/ha Hemmung des Neuzuwachses kg/ha Hemmung des Neuzuwachses
1 5 2 5 5
2,5 5
Vergleich* 5 1 5 2 * o-Phthalsäure-3'-methylanilid
Noten für Wuchshemmung: 3 = mässige Hemmung
1 = keine Hemmung 4 = mittlere Hemmung
2 = leichte Hemmung 5 = starke Hemmung
PATENTANSPRUCH I
Mittel zur Beeinflussung der Pflanzenentwicklung, welches als aktive Komponente eine N-Arylphthalaminsäure der Formel
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und/oder ein Salz davon mit einer anorganischen oder organischen Base enthält, worin X Wasserstoff oder Halogen, Alkyl, Alkoxy oder -NO2, R die Gruppen -OCH,, -SCH3 oder -SCF3 und n die Zahlen 1, 2 oder 3 bedeuten.
UNTERANSPRÜCHE
1. Mittel gemäss Patentanspruch I, welches als aktive Komponente eine N-Arylphthalaminsäure der Formel
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enthält, worin R eine der Gruppen -OCHs, -SCH3 oder SCF ist, X für Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom oder Jod, WH < , -OCH3 oder -NO2 steht und n 1 oder 2 bedeutet, und/oder ein Salz davon mit einer anorganischen oder organischen Base.
2. Mittel gemäss Patentanspruch I, welches als aktive Komponente eine N-Arylphthalaminsäure der Formel
EMI4.3
enthält, worin R eine der Gruppen-OCH3, -SCH3 oder -SCFs darstellt, und/oder ein Salz davon mit einer anorganischen oder organischen Base.
3. Mittel gemäss Patentanspruch I, welches als aktive Komponente die Verbindung der Formel
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**WARNUNG** Ende DESC Feld konnte Anfang CLMS uberlappen**.