CH507264A - Verfahren zur Herstellung von Dihydrovinblastin, Dihydrovincristin und Dihydrodesmethylvinblastin sowie Verwendung des Dihydrodesmethylvinblastin - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Dihydrovinblastin, Dihydrovincristin und Dihydrodesmethylvinblastin sowie Verwendung des DihydrodesmethylvinblastinInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung von Dihydrovinblastin, Dihydrovincristin und Dihydrodesmethylvinblastin sowie Verwendung des Dihydrodesmethylvinblastin Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Dihydrovinblastin, Dihydrovincristin und Dihydrodesmethylvinblastin, das sich dadurch auszeichnet, dass man Vinblastin, Vincristin und Desmethylvinblastin in einem inerten Medium katalytisch hydriert. Die verwendeten Ausgangsmaterialien können durch folgende Formel wiedergegeben werden: EMI1.1 in der R Methyl, Formyl oder Wasserstoff bedeutet. Ist R in der obigen Formel eine Methylgruppe, so heisst die betreffende Verbindung Vinblastin; ist R Formyl, so handelt es sich um Vincristin und bei R = Wasserstoff wird das entsprechende Produkt als Desmethylvinblastin bezeichnet. Zwei der erfindungsgemäss erhältlichen Verbindungen, nämlich Dihydrovinblastin und Dihydrovincristin, inhibieren das Wachstum von transplantierten Tumoren bei Mäusen, insbesondere bei B-1534-Leukämie. Dihydrovonblastin ist in dieser Hinsicht besonders wirkungsvoll. Beispielsweise bewirkt eine Dosis von 20 mg Dihydrovinblastin pro Maus am 1., 6. und 10. Tag, d.h. eine Gesamtdosis von 60 mg, eine Verlängerung der Lebensdauer um 173%, welches Ergebnis vergleichbar ist mit demjenigen, das man mit 1,5 mg Vinblastin am 1., 6. und 10. Tag, d.h. mit einer Gesamtdosis von 4,5 mg pro Maus, erzielt. Überraschenderweise ist jedoch die Toxizität von Dihydrovinblastin der tumorhemmenden Eigenschaft nicht parallel. Beispielsweise tolerieren Mäuse leicht eine Einzeldosis von 90 mg Dihydrovinblastin pro kg, während eine Einzeldosis von bereits 5 mg Vinblastin pro kg bereits eine hohe Sterblichkeit hervorruft. Die Tatsache dass obige Verbindungen das Wachstum von transplantierter Leukämie bei Mäusen inhibieren ist ausserordentlich interessant, da damit gezeigt wird, wie durch minimale strukturelle Veränderungen Wirkungs änderungen bei den Vinca-Alkaloiden zu erreichen sind. Ferner betrifft die Erfindung die Verwendung von nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestelltem Dihydrodesmethylvinblastin zur Herstellung von Dihydrovincristin, die dadurch gekennzeichnet ist, dass man das Dihydrodesmethylvinblastin formyliert. Die erfindungsgemäss herstellbaren freien Basen sind amorphe, niedrig schmelzende Feststoffe, die sich leicht in weisse, kristalline Säureadditionssalze überführen lassen. Die Säureadditionssalze besitzen im allgemeinen einen hohen Schmelzpunkt. Zur Umsetzung mit den Aminbasen geeignete Säuren sind beispielsweise: Salzsäure, Schwefelsäure, Bromwasserstoffsäure, Maleinsäure, Weinsäure, Äpfelsäure, Phosphorsäure, Bernsteinsäure, 2,4-Dinitro-Benzolsäure und dergleichen. Die erfindungsgemäss erhältlichen Dihydroverbindungen können von den Ausgangsmaterialien unterschieden werden durch dünnschichtenchromatographische Untersuchungen und Untersuchung der Kernresonanzspektren. Die Unterscheidung von Dihydroverbindung und Ausgangsmaterial durch Dünnschichten - Chromatographie lässt sich an Vinblastin und Dihydrovinblastin illustrieren, bei Verwendung von Kieselsäure als Adsorbens und 100prozentigem Methanol als Lösungsmittel. Es wurde gefunden, dass unter diesen Bedingungen Vinblastin einen Rr-Wert von 0,43 aufweist, während der Rf-Wert des Dihydrovinblastins etwas grösser ist und bei 0,48 liegt. Bei der chromatographischen Untersuchung werden die Substanzen in Form der Säureadditionssalze auf die Chromatographierplatte aufgetupft. Ein Tropfen von mit Ammoniumhydroxyd gesättigtem Hexan wird zuge geben. um die freien Basen freizusetzen, die dann zur Oberfläche der Platte in Gegenwart des methanolischen Lösungsmittels aufsteigen. Beim erfindungsgemässen Verfahren erfolgt die Hydrierung der Ausgangsmaterialien vorteilhafterweise bei niedrigem Druck unter Verwendung eines Edelmetallkatalysators in inertem Lösungsmittel. Besonders geeignet als Katalysatoren sind feinteiliges Palladium und Platin, doch können auch andere Edelmetalle verwendet werden. entweder in feinteiliger Form oder auf Trägern befindlich. Als inerte Lösungsmittel werden niedrige ali phatische Alkohole wie z.B. Äthanol bevorzugt. Beispiel I 5 g Vinoblastin-Sulfat und 3 ml 12-n-Salzsäure wurden zu 200 ml 95%igem Methanol zugegeben. Das Gemisch wurde in einen Niederdruck-Hydrierapparat verbracht und bei 2.1 Atmosphären 1,25 Stunden lang bei Raumtemperatur unter Verwendung von 2 g Palladiumoxyd als Katalysator hydriert. Das Gemisch wurde dann durch Filtration vom Katalysator befreit, und das Filtrat wurde im Vakuum eingeengt und abgekühlt. Beim Stehenlassen kristallisierte Dihydrovinblastin-Dihydrochlorid aus dem Reaktionsgemisch aus. Nach dem Umkristallisieren aus einem Gemisch aus Methylendichlorid, Äthanol und Äther schmolz die Verbindung unter Zersetzen zwischen 236 und 2420. [.s]n-6 = +320 (Wasser; (: = 1.0). Das Dihydrovinblastin-Dihydrochlorid wurde ins entsprechende Sulfat überführt durch Auflösen in Äthanol und Zugabe von Iprozentiger äthanolischer Schwefelsäure. Das Sulfat kristallisierte aus dem Reaktionsgemisch nach Einengen und Abkühlen aus. Es schmolz unter Zersetzung bei etwa 2550 (Nach Umkristallisierung aus Äthanol); Ilx],:'i = +29.20 (Wasser; C = 1,0). Andere Säureadditionssalze werden erhalten, indem man das Dihydrovinblastin-Dihydrochlorid oder das Sulfat in die freie Base überführt und diese sodann in Lösung. vorzugsweise in Äther. mit einer äquivalenten Menge der gewünschten Säure, ebenfalls in Äther, in Berühring bringt. Das resultierende Säureadditionssalz kann entweder als unlöslicher Niederschlag oder durch Eindampfen der Lösung im Vakuum zur Trockene erfolgen. Beispiel 2 Ein Reaktionsgemisch wurde hergestellt aus 0,25 g Platinoxyd. 12 ml 95prozentigem Äthanol und 3 ml Eisessig; diesem Gemisch wurde eine Lösung von 0,45g amorphem Vinblastin in 10 mol einer 4:l-Äthanol-Eis- essig-Lösung zugegeben. Dann wurden 5 Tropfen 12-n Salzsäure zugesetzt, und das Gemisch wurde wie in Beispiel 1 beschrieben hydriert. Nach Aufnahme der theoretischen Wasserstoffmenge wurde der Katalysator abfiltriert und der Filterkuchen wurde sorgfältig mit einem Gemisch aus Methanol und Eisessig gewaschen. Das resultierende Filtrat und die Waschlösungen wurden vereinigt und im Vakuum eingedampft. Das Konzentrat wurde mit Wasser verdünnt und das Gemisch wurde durch Zugabe von lOprozentiger wässriger Natriumhydroxydlösung alkalisch gestellt. Die freie Base Dihydrovinblastin, die in der alkalischen Schicht unlöslich war, schied sich ab und wurde in Methylenchlorid extrahiert. Die Methylenchloridschicht wurde abgetrennt und getrocknet und das Lösungsmittel wurde im Vakuum abgedampft. Der das Dihydrovinblastin enthaltende Rückstand wurde aus Äther kristallisiert; die Verbindung schmolz bei etwa 198 - 2020. Beispiel 3 Fünf g Vinblastin-Sulfat wurden in 50 ml Wasser gelöst und mit 150 ml Äthanol, das 3 ml 12-n. Salzsäure enthielt, versetzt. Dann wurden 3 g Platinoxyd zugegeben und das Gemisch wurde bei niederem Druck unter Schütteln in Wasserstoff 1,25 Std. lang hydriert. Der Katalysator wurde abfiltriert und das Filtrat wurde im Vakuum auf ein Restvolumen von etwa 50 ml eingeengt. Äther wurde zugegeben bis zu Beginn der Trübung, worauf die Lösung mit authentischem Dihydrovinblastin Dihydrochlorid geimpft und abgekühlt wurde. Man erhielt dabei eine erste Menge von 3.2 g Dihydrovinblastin Dihydrochlorid. Dihydrovincristin ist erhältlich durch Hydrierung von Desmethylvinblastin gemäss den obigen Vorschriften und anschliessende Formylierung des so erhaltenen Dihydro desmethylvinblastin.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCHVerfahren zur Herstellung von Dihydrovinblastin, Dihydrovincristin und Dihydrodesmethylvinblastin, dadurch gekennzeichnet, dass man Vinblastin, Vincristin oder Desmethylvinblastin in einem inerten Medium katalytisch hydriert.UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet. dass man einen Edelmetallkatalysator verwendet.2. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als Katalysator feinteiliges Platin oder Palladium, auf einem Träger befindlich, verwendet.3. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man als inertes Medium einen niedrigen aliphatischen Alkohol, vorzugsweise Äthanol, verwendet.4. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man die Hydrierung bei niedrigem Wasserstoffdruck bei Raumtemperatur vornimmt.5. Verfahren nach Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man bei einem Wasserstoffdruck von etwa 2 Atmosphären arbeitet.6. Verfahren nach Patentanspruch I oder einem der Unteransprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass man Vinblastin in einem äthanolhaltigen, mit Salzsäure angesäuerten Lösungsmittel hydriert.7. Verfahren nach Patentanspruch I oder einem der Unteransprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass man Desmethylvinblastin in einem äthanolhaltigen. mit Salzsäure angesäuerten Lösungsmittel hydriert.8. Verfahren nach Patentanspruch I oder einem der Unteransprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass man das so erhaltene Dihydrovinblastin, Dihydrovincristin oder Dihydrodesmethylvinblastin mit einer Säure in Berührung bringt.9. Verfahren nach Patentanspruch I oder einem der Unteransprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass man feinteiliges Platinoxyd mit einer Lösung von Vinblastin in Äthanol-Eisessig mischt, dem Gemisch Salzsäure zugibt, das Gemisch bei einem Wasserstoffdruck von etwa 2,1 Atmosphären bei Raumtemperatur hydriert, bis die theoretische Wasserstoffmenge aufgenommen wurde. den Katalysator abfiltriert und den Filterkuchen mit alkoholischem Eisessig wäscht, Filtrat und Waschlösungen im Vakuum einengt, das Konzentrat mit Wasser verdünnt und mit wässriger Natriumhydroxydlösung alkalisch stellt, die freie Base Dihydrovinblastin in Methylenchlorid extrahiert und die Methylenchloridlösung eindampft.10. Verfahren nach Unteranspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass man das so erhaltene Dihydrovinblastin in Äther mit Halogenwasserstoff mischt unter Bildung des Dihydrovinblastin-Dihydrochlorids.11. Verfahren nach Unteranspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass so erhaltene Dihydrovinblastin in Äther mit einer ätherischen oder äthanolischen Schwefelsäurelösung mischt unter Bildung von Dihydrovinblastinsulfat.PATENTANSPRUCH II Verwendung von nach dem Verfahren gemäss Patentanspruch I hergestelltem Dihydrodesmethylvinblastin zur Herstellung von Dihydrovincristin, dadurch gekennzeichnet, dass man das Dihydrodesmethylvinblastin formyliert.
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