Verfahren zur Herstellung von neuen Azofarbstoffen
Die vorliegende Erfindung beziehti sich auf ein Verfahren zur Herstellung von neuen Azofarbstoffen, welche sich zum Färben von natürlichen und künstlichen Textilmaterialien eignen.
Die erfindungsgemäss erhältlichen neuen Azofarbstoffe enthalten an ein Kohlenstoffatom gebunden mindestens eine Gruppe der Formel:
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worin R ein Wasserstoffatom oder einen substituierten oder unsubstituierten Alkylrest oder Cycloalkylrest und T einen 1,3,5-Triazinyl; oder Pyrimidinylrest bedeuten, welcher über ein Kohlenstoffatom des Ringes an das Stickstoffatom N gebunden ist und mindestens eine Gruppe der Formel:
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trägt, die an ein Kohlenstoffatom des 1,3,5-Triazinyloder Pyrimidinylrestes gebunden ist und worin Z eine Gruppe von nichtmetallischen Atomen darstellt, die zur Bildung eines 5- oder 6-gliedrigen heterocyclischen Ringes, welcher Substituenten tragen und Bestandteil eines kondensierten Ringsystems sein kann, erforderlich sind.
Eine jede der Gruppen der Formel I der oben definierten Art ist an ein im Farbstoff vorhandenes Koh- lenstoffatom gebunden. Dieses Kohlenstoffatom kann Bestandteil eines im Farbstoff vorhandenen Arylrestes oder Bestandteil einer Alkylkette, welche direkt oder über ein Brückenatom bzw. eine Brückengruppe an einen im Farbstoff vorhandenen Arylrest gebunden ist, sein. Der Farbsltoff kann einer beliebigen bekannten Farbstoffreihe angehören. Vorzugsweise handelt es sich um einen Farbstoff der Azoreihe, beispielsweise einen Monozofarbstoff oder Polyazofarbstoff, oder der Nitro-, Anthrachinon- oder Phthalocyaninreihe, wobei diese Farbstoffe gegebenenfalls mindestens eine was serlöslich machende Gruppe, wie z.
B. eine Alkylsulfon-, Carbonsäure- oder Sulfamylgruppe und vorzugsweise eine Sulfonsäuregruppe, enthalten können. Ge wünschtenlalls kann der Farbstoff auch koordinativ gebundenes Metall, wie z.B. koordinativ gebundenes Kupfer, Chrom oder Kobalt, enthalten.
Als Beispiele von 5- oder 6-gliedrigen heterocyclischen Ringen, wie sie durch die Formel:
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dargestellt werden, sind Furan-, Oxazol-, Pyrazol-, Se lenazol-, Thiophen-, Pyran, Pyridin-, Pyridazin- und insbesondere Thiazolringe zu nennen. Die 5- oder 6-gliedrigen heterocyclischen Ringe können Bestandteil eines kondensierten Ringsystems, z. B. eines Chinolin-, Benzthiazol- oder Naphthothiazolringsystem, sein. Als Beispiele von in den heterocyclischen Ringen gegebenenfalls vorhandenen Substituenten kann man Alkylreste, z. B. Methylreste, sowie Halogenatome, z. B.
Chlor, nennen.
Das Schwefelatom, welches den heterocyclischen Ring mit dem 1,3,5-Triazin- bzw. Pyrimidinring verbindet, ist vorzugsweise an ein Kohlenstoffatom des heterocyclischen Ringes gebunden, das in Nachbarstellung zu einem im besagten heterocyclischen Ring vorhandenen Sauerstoff-, Schwefel-, Stickstoff- oder Selenatom steht.
Enthält der durch T wiedergegebene 1,3,5-Triazinylrest lediglich eine Gruppe der Formel II, so kann er einen zusätzlichen Substituenten enthalten. Enthält der durch T wiedergegebene Pyrimidinylrest weniger als 3 Gruppen der Formel II, so kann er einen zusätzlichen Substituenten oder zusätzliche Substituenten enthalten.
Als Beispiele von solchen Substituenten, welche an ein oder mehrere Kohlenstoffatome solcher Ringe gebunden sein können, kommen Halogenatome, z. B. Chlor und Brom. gegebenenfalls substituierte Mercaptogruppen, wie z. B. Methylmercapto-, Carboxymethylmercapto- und Phenylmercaptogruppen, z. B. Phenyl- und Tolylreste. Hydroxylgruppen, Alkoxyreste, wie z. B.
Methoxy-, Sithoxy-, Propoxy- und Butoxyreste Aryloxyreste, wie z. B. Phenoxy-, Sulfophenoxy- und Chlorphenoxyreste, Aminogruppen, substituierte Aminogruppen z. B. Methylamino-, Äthylamino-, ss-Hy droxyäthylamino-, Dimethylamino-, Diäthylamino-, Di (i-hydroxyäthyl)-amino-, Anilino-, Sulfoanilino, Disulfoanilino-, Carboxyanilino- und Sulfonaphthylaminogruppen, Dialkyldithiocarbamylreste, z. B. Diäthyl-dithiocarbamyl- und N-Methyl-N-äthyl- dithiocarbamylre- ste, Nitro-, Cyan-, Thiocyan- und Sulfonsäuregruppen in Frage.
Die durch R wiedergegebenen substituierten oder unsubstituierten Alkylreste sind vorzugsweise niedere Alkylreste, z. B. Methyl-, Athyl-, Propyl- und Butylreo ste, welche Substituenten. wie z. B. Hydroxylgruppen oder Methoxygruppen, enthalten können. Als Beispiele eines Cycloalkylrestes R kommt der Cyclohexylrest in Frage
Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass man ein primäres Amin oder die entsprechende Sulfaminsäure diazotiert und die so erhaltene Diazoverbindung mit einer Kupplungskomponente kuppelt, wobei das primäre Amin und/odler die Kupplungskomponente mindestens eine Gruppe der Formel 1 enthalten.
Das erfindungsgemässe Verfahren kann durchge- führt werden, indem man Natriumnitrit einer Lösung oder Suspension des primären Amins, welches eine Aminoazoverbindung oder die entsprechende Sulfaminsäure sein kann, in einer verdünnten wässrigen Salzsäurelösung zuetzt und die so erhaltene Lösung bzw.
Suspension der Diazoverbindung einer Lösung der Kupplungskomponente hinzufügt, worauf man den ausgefällten Farbstoff abfiltriert. Gewünschtenfalls kann man Natriumchlorid zusetzen, um eine vollständige Ausfällung des gesamten Farbstoffes sicherzustellen.
Das in diesem Verfahren verwendete primäre Amin bzw. die entsprechende Sulfaminsäure kann irgendein Vertreter der bekannten diazorierbaren primären Amine sein, doch wird man vorzugsweise ein primäres Amin der Benzol- oder Naphthalinreihe verwenden, welches gewünschtenfalls eine Arylazogruppe enthält. Die bei diesem Verfahren zur Anwendung gelangende Kupplungskomponente kann eine beliebige bekannte Kupplungskomponente sein, vorzugsweise aber eine Kupplungskomponente der Acylacetarylid-, 5-Pyrazolon-, Phenol-, Naphthol oder Arylaminreihe.
Die primären Amine bzw. die entsprechenden Sulfaminsäuren und Kupplungskomponenten, welche mindestens eine Gruppe der Formel 1 enthalten, lassen sich ihrers!eits herstellen, indem man das entsprechende primäre Amin bzw. die entsprechende Sulfaminsäure oder eine mindestens eine NHR-Gruppe enthaltende Kupplungskomponente mit (a) einem 1,3,5-Triazin oder Pyrimidin, welches mindestens ein Halogenatom und mindestens eine Gruppe der Formel II enthält, oder (b) einem 1,3,5-Triazin bzw. Pyrimidin, welches mindestens zwei Halogenatome trägt, und hierauf mit einer Verbindung der Formel
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worin Z die obige Bedeutung hat und W ein Wasserstoffatom oder ein Metallatom darstellt, behandelt.
Beispiel
Eine Lösung von 9,1 Teilen des Dinatriumsalzes von 1-Amino-8-naphthol-3,6-disulfonsäure in 100 Teilen Wasser wird innerhalb von 30 Minuten einer Suspension von 4,65 Teilen Cyanurchlorid in einer Mischung von 30 Teilen Aceton, 50 Teilen Eis und 50 Teilen Wasser zugegeben. Das erhaltene Gemisch wird eine Stunde lang bei 0 bis 5"C gerührt und hierauf mit einer 100/obigen wässrigen Natriumcarbonatlösung versetzt, bis das pH der Mischung 7 beträgt. Eine Lösung von 4,75 Teilen des Natriumsalzes von 2-Mercaptobenzthiazol in 30 Teilen Wasser wird dann hinzugegeben und Natriumcarbonat zugegeben, bis das pH der Mischung zwischen 8 und 9 beträgt.
Das Gemisch wird dann 1 Stunde lang bei 350C gerührt, hierauf auf 0CC gekühlt und mit einer wässrigen Lösung von diazotierter Orthanilsäure (erhalten durch Diazotieren von 4,1 Teilen Orthanilsäure in üblicher Weise) und 10 Teilen Natriumcarbonat versetzt. Das Gemisch wird 2 Stunden lang bei OOC gerührt, mit 40 Teilen Natriumchlorid versetzt und der ausgefällte Farbstoff abfiltriert und getrocknet.
Wird dieser Farbstoff in Verbindung mit einer Be handlung mit einem säurebindenden Mittel auf Cellulosetextilien appliziert, so liefert er rote Farbtöne von ausgezeichneter Waschechtheit.