Sprühpistole zum elektrostatischen Pulversprühen
Die Erfindung betrifft eine Sprühpistole, wie diese zum Besprühen von Hohlkörpern und Rohren Verwendung findet.
Die Sprühpistole nach der Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, es zu ermöglichen, Pulver in Hohlkörper grösserer Länge einsprühen zu können, wobei die Länge des Pistolenrohres zweckmässig entsprechend der Länge der Hohlkörper beliebig einstellbar sein soll, weiter die Hochspannung für das elektrostatische Feld möglichst sicher und kapazitätsarm gegenüber der Umgebung an die vorderen Elektroden des Pistolenkopfes zu leiten und an den Stossstellen der zusammengesetzten Pistolenlaufteile Zusammenballungen von Pulver im Pistolenlauf zu vermeiden.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, dass das Pistolenrohr zwischen Handstück und vorderem Ende aus mehreren zusammensetzbaren Teilen besteht und dass die Hochspannungszuführung aus einem schwachen, leitendem Draht besteht, der im Bereich der inneren Bohrung angeordnet ist, das Ganze derart, dass beim Zusammensetzen der Teile eine leitende Verbindung vom Hochspannungsanschluss im Handstück zu den Elektroden am vorderen Ende herstellbar ist.
Weiterhin ist es zweckmässig, den Draht in die innere Oberfläche einzuarbeiten oder anzuarbeiten. Dies kann dadurch geschehen, dass entweder der Draht in die Oberfläche eingedrückt wird, wobei auch Wärme Anwendung finden kann, beispielsweise dass der Draht durch Stromdurchgang erwärmt wird und dabei eingepresst wird, oder aber der Draht kann auch angearbeitet sein. Dies kann dadurch geschehen, dass der Draht aufgeklebt ist, oder aber dass an Stelle von Draht ein schwaches Band Verwendung findet, welches ebenfalls beispielsweise durch Epoxyharz aufgeklebt ist.
Man kann auch so vorgehen, dass eine leitende Kunst stoffschicht in Form eines schmalen Bandes oder eines Stri ches aufgetragen ist.
Dabei kann auch leitender aushärtbarer Kunststofflack Verwendung finden, der als Strich im Inneren der zusammen setzbaren Teile aufgebracht ist.
Eine solche Ausbildung ist relativ kapazitätsarm und zugleich auch so übertragungssicher, dass die Hochspannung einmal verlustfrei den Elektroden zugeführt wird und zum anderen auch ein entsprechender Berührungsschutz gegeben ist.
Man kann dabei auch so vorgehen, dass die Teile mit relativ lang eingreifenden Verbindungsmuffen zusammensetzbar sind, derart, dass im Inneren der Bohrung der Muffe Draht oder ein leitender Auftrag vorgesehen ist, der ein- oder aufgebracht ist, der im Grunde der einspringenden Bohrung mit dem Draht des angrenzenden Teiles elektrisch koppelbar ist.
Diese Ausführungsform hat den grossen Vorteil, dass eine relativ lange Kriechstrecke vom Grunde der lang eingreifenden Verbindungsmuffe bis zur Oberfläche des Pistolenlaufes gegeben ist.
Dies verhindert vor allen Dingen, dass sich an dieser Stossstelle Zusammenballungen von Pulver ergeben.
Man kann dabei so weit gehen, dass die Kriechstrecke in ihrer Dimensionierung von der Berührungsstelle zwischen angrenzendem Teil und Muffe so lang gestaltet ist, dass Partikelballungen an der Koppelstelle vermieden werden.
Diese Länge wird sich danach richten, welcher Isolierstoff als Pistolenkörper Verwendung findet und wie die einspringende Bohrung ausgebildet ist.
Man kann dabei auch so vorgehen, dass der Flansch der Muffe mehrere Rillen aufweist, die die Kriechstrecke verlängern.
In einem besonderen weiteren Ausführungsbeispiel kann die Sprühpistole insbesondere auch so ausgebildet sein, dass das Pistolenrohr zwischen Handstück und vorderem Ende aus mehreren zusammensetzbaren Teilen besteht, derart, dass in diese ein zusätzlicher durchgehender isolierender Schlauch aus Kunststoff einsetzbar ist und zwischen diesem und der Innenwand ein schwacher leitender Draht ein- bzw. angearbeitet ist, mit der Massgabe, dass die Anordnung des Drahtes der Bauweise wie vorbeschrieben entspricht. Damit ist gemeint, dass der Draht gerade noch griffest ist oder aber dass er in die innere Oberfläche eingearbeitet und angearbeitet ist.
Die Pistole kann aber auch so ausgebildet sein, dass der Draht durchgehend mit dem Schlauch lose einlegbar ist.
Weiterhin kann die leitende Verbindung auf oder in die Oberfläche des Schlauches eingearbeitet sein, z.B. als leitende Spur etwa aus einem leitenden Kunststoff oder Metall.
Auch hier lässt sich ein Auftrag aus leitendem Lack, der entsprechend mit haftfestem, abriebfestem Kunststoff versehen ist, anbringen.
Bei einer weiteren Ausbildung kann als Schlauch der vom Fördergerät aus ablaufende Zuführschlauch dienen, derart, dass dieser je nach Anzahl der zusammensetzbaren Teile nachziehbar ist. Eine etwa noch weiter vorhandene Zuführung für Beschleunigungsluft ist dann ausserhalb des Pistolenhandgriffes in einem besonderen T-Stück dem Zuführschlauch angesetzt.
Man kann dabei so vorgehen, dass der Schlauch am Ende des vorderen Teiles trichterförmig um- bzw. ausstülpbar ist, derart, dass eine übergeschraubte Abschlusskappe den Schlauch festlegt und zugleich den Draht der Hochspannungszuführung mit den Elektroden verbindet. Dies hat den grossen Vorteil, dass der Schlauch am vorderen Ende genügend festgelegt ist und zugleich auch die Hochspannungszuführung sicher angeschlossen wird. Man kann diese Überschraubabschlusskappe auch so ausbilden, dass sie weitgehend mit einem Schutzkragen über das anschliessende Teil des Pistolenlaufes übergreift.
In die Wandung des Vorderteiles lassen sich Prallkörper einstecken, so dass diese bequem entfernt und ausgetauscht werden können.
Die Bohrungen für die Prallkörper sind dabei direkt in Richtung der Mittellinie des Pistolenlaufes eingebohrt. Man kann dabei noch Sicherungsmittel, wie z.B. Rasten od.dgl.
anbringen.
Es besteht auch die Möglichkeit, die einsteckbaren Prallkörper selbst als Hochspannungselektroden auszubilden, wobei etwa leitende Elektrodenteile auf einem Prallkörper aus Kunststoff angebracht sind oder aber die Prallkörper selbst aus Metall hergestellt sind und als Elektroden dienen. Man kann aber auch so vorgehen, dass die Prallkörper eine oder mehrere dünne Drahtelektroden tragen.
An den Fördervorrichtungen für Pulver besteht der grosse Nachteil, dass durch das hindurchströmende Pulver hohe Temperaturen auftreten, was zur Folge hat, dass sich an manchen Stellen Pulver festsetzt und bei grösserer Wärme sogar aufsintert.
Diese Teile sind daher zweckmässig mit Kunststoff überzogen oder bestehen aus Kunststoff der Gruppen Polytetra Fluoräthylen oder Kunststoffen der Gruppe der Copolymere aus Tetrafluoräthylen oder Hexafluorpropylen. Es sei in diesem Zusammenhang festgestellt, dass es sich natürlich auch noch um andere Kunststoffe handeln kann, die allgemein als fluorierte bzw. silikonisierte Kunststoffe bekannt sind.
Die Kunststoffe können, wenn Schichten Verwendung finden, auch aufgesintert sein.
Die Erfindung ist beispielsweise in den Zeichnungen schematisch dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 eine Sprühpistole, teilweise abgebrochen in schematischer Darstellung am Pistolenrohr teilweise aufgeschnitten,
Fig. 2 ein Vorderteil der Pistole aufgeschnitten mit einem durchgehenden Plastikschlauch,
Fig. 3 eine Verlängerung des Pistolenrohres aus Verlängerungsstücken mit Prallkörper, der als Hochspannungselektrode ausgebildet ist, im Schnitt, teilweise abgebrochen.
In Fig. 1 ist eine Sprühpistole teilweise abgebrochen in schematischer Darstellung gezeigt, die teilweise aufgeschnitten ist. Die Sprühpistole besteht in diesem Ausführungsbeispiel aus dem Handstück 41, dem Teil 45, der Muffe 46 und dem Vorderteil 51. Man kann natürlich ebensogut auch noch mehrere Zwischenstücke einsetzen, die dann ebenfalls mit Muffen verbunden werden.
Im Handstück 41 erkennt man, wie das Pulverluftgemisch über einen Schlauch 42 zugeführt wird.
Dieser Schlauch geht in einer Bohrung durch das Handstück 41, und das Pulverluftgemisch gelangt in das Teil 45, welches über ein Gewinde 44 in das Handstück 41 eingebaut ist. An das Gewinde schliesst noch ein Führungsteil 69 an, welches sich an einen Koppelring 55 anlegt. Der Koppelring 55 ist leitend. An den Koppelring 55 ist die Hochspannungsleitung 43 geführt, die nach Einschrauben des Teiles 45 mit dem in der inneren Bohrung gespannten schwachen Draht 54 in Berührung kommt. Auf diese Weise wird die Hochspannung an den Koppelring 56 geführt, der in der Bohrung des Teiles 45 untergebracht ist. Weiterhin wird die Hochspannung über den Koppelring 56 auf den in der inneren Bohrung der Muffe 46 gespannten Draht 53 übertragen, welcher auf der entgegengesetzten Seite die Hochspannung auf den Koppelring 57 überträgt.
Weiterhin gelangt die Hochspannung auf den in der inneren Bohrung des Vorderteiles 51 gespannten Draht 52. Die Hochspannung gelangt dann am vorderen Ende an die Elektroden 58.
Man erkennt, dass die Verbindungsmuffe 46 zwei Gewindestücke 47, 48 enthält, die sich in Führungsansätzen 49, 50 fortsetzen, welche sich an die Koppelringe 56, 57 anlegen.
Man erkennt, dass zwischen dem Koppelring 57 beispielsweise und der Pressfuge 68 eine relativ lange Kriechstrecke vorhanden ist, welche verhindert, dass sich am Koppelring 57 oder am Koppelring 56 ein Potential aufbaut, welches zu Pulveransammlungen führen könnte.
Am vorderen Ende ist am Vorderstück 51 der Prallkörper 60 an Stützen 59 aufgesteckt.
Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass die Stütze 59 oder aber auch der Prallkörper 60 als Elektrode ausbildbar ist.
Das Teil 45 ist in Fig. 1 bei 61 abgeschnitten dargestellt.
In Fig. 2 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es ist nur der Vorderkörper 62 geschnitten gezeigt, der bei 67 abgeschnitten dargestellt ist.
Man erkennt, dass in dem Vorderkörper 62 ein Plastikschlauch 63 ohne jede Stossstelle durchgeführt ist und am vorderen Ende eine Ausstülpung 64 vorgenommen ist, die beispielsweise mit einer Abschlusskappe 65 einklemmbar ist.
Der Plastikschlauch 63 ist durch sämtliche weiteren Teile, die noch zwischen Vorderkörper 62 und Handstück 41 eingesetzt sind, hindurchgeführt.
Man kann dabei auch den Zuführschlauch für das Pulverluftgemisch vermeiden.
Weiterhin ist der Draht 66 durch alle zusammengeschraubten Teile bis zum Handstück durchgeführt. Der Draht 66 liegt zwischen Plastikschlauch 63 und dem Körper des Vorderkörpers 62 in der inneren Bohrung. Er ist am vorderen Ende mit der Elektrode 58 verbunden.
Die Erfindung bringt den grossen Vorteil, dass eine Sprühpistole zum Pulversprühen dargestellt ist, die den Vorteil aufweist, in ihrer Länge wahlweise einrichtbar zu sein.
Ausserdem besteht der grosse Vorteil, dass durch den schwachen Draht eine kapazitätsarme Führung der Hochspannung zur Elektrode gegeben ist. Sehr vorteilhaft ist, dass die Pistole auch als kurze Pistole verwendbar ist, in dem einfach nur das Vorderteil an das Handstück angeschraubt wird.
Man kann natürlich auch noch Spreizteile vorsehen, welche zur Führung des Pistolenrohres in einer grösseren Bohrung dienen können.
Die Sprühpistole lässt sich in Baukastenart jeweils den Bohrungen von Rohren in jeder Weise anpassen, wobei auch die Möglichkeit besteht, ein flexibles Vorderteil zu verwenden, welches durch Rohrbögen hindurchziehbar ist. In diesem Falle wird ein entsprechendes Führungsstück, welches beispielsweise auf den Rohrkörper aufsteckbar ist, angewandt.
In Fig. 3 ist ein Pistolenlauf einer weiteren Ausführung der Erfindung dargestellt, welcher aus einem Grundteil 51' besteht, in das eine Verbindungsmuffe 52' einschraubbar ist, an die wiederum das Vorderteil 53' anschraubbar ist. Auf diese Weise lässt sich ein Pistolenlauf schaffen, der in Rohren oder Hohlräumen zum Auftragen von Pulver verwendbar ist.
Die Rohransätze 56' und 57' an der Verbindungsmuffe 52' sind relativ langgehalten, um nach aussen hin eine lange Kriechfuge für Hochspannung zu schaffen.
Im Inneren ist ein Kunststoffschlauch 58' angebracht, der entweder selbst leitend ist oder aber eine Stromleitungsspur enthält. Der Kunststoffschlauch ist durch den gesamten Pistolenlauf hindurchgezogen und endet vorn in einer Aufnahmebuchse 59', welche von einem Spannring 60' gehalten wird.
Die einzelnen Teile sind durch Koppelringe 54' und 55' miteinander verbunden, welche für die Übertragung der Hochspannung dienen können.
Am Vorderteil ist ein Prallkörper 49' an den Stützen 48' einsteckbar, welcher über den Ring 60' mit der Hochspannung verbunden ist. Am vorderen Ende kann der Prallkörper 49' Spitzenelektroden 50' tragen, welche ebenfalls an die Hochspannung angeschlossen sind.