Einrichtung zum Klimatisieren des Textilgutes in einer Webmaschine
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Klimatisieren des Textilgutes in einer Webmaschine, deren Kettbaum mittels einer Verschalung von der Umgebung mindestens teilweise abgeschlossen und von konditionierter Luft bestimmter Feuchtigkeit und Temperatur umspült ist.
Es ist bekannt, bei Webmaschinen zumindest den Kettbaum und die von ihm abgezogenen Kettfäden bis nahe an die Schäfte bzw. an die Kettfadenwächter heran durch eine gehäuseartige Verschalung gegen die Umgebung abs uchliessen und den Innenraum dieser Verschalung mit konditionierter Luft zu beschicken.
Um eine gewisse Zugänglichkeit zu den Kettfäden zu ermöglichen, sind bei der bekannten Konstruktion der obere und der untere Teil der äusseren, d. h. gegen den Maschinensaal gelegenen, Verschalung als doppelflügelige Klappe mit horizontaler Achse ausgebildet und etwa auf der Höhe des oberen Scheitelpunktes der Kettbaumscheiben gegeneinander geschlossen, wobei die Flügel der Klappe nach oben bzw. nach unten aufklappbar sind; der obere Teil wird dabei um eine über den bereits in die Horizontale umgelenkten Kettfäden liegende Achse und der untere Teil um eine nahe des unteren Scheitelpunktes des Kettbaumes liegende horizontale Achse gedreht.
Es hat sich nun erwiesen, dass durch die bekannte Vorrichtung die Zugänglichkeit zu den Kettfäden, zum Beispiel zu deren Anknüpfen und Richten, zu stark beeinträchtigt wird.
Das hat zur Folge, dass die äussere Verschalung beispielsweise nach einem Anknüpfen gerissener Kettfäden im allgemeinen nicht wieder geschlossen wird, sondern offen bleibt, so dass die mit ihr beabsichtigte Abschirmung des unter optimalen Bedingungen zu haltenden Kettgutes gegen die Umgebung hinfällig wird.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Konditionierung des Kettgutes zu erreichen, ohne dass die Zugänglichkeit zu den Kettfäden, besonders auch zu den vom Kettbaum ablaufenden Fäden, unzulässig stark beeinträchtigt wird, und ohne dass im Innenraum der Webmaschine für die Klimatisierung des Textilgutes ein grosser Platzbedarf erforderlich ist.
Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Verschalung eine Klappe aufweist, die den Kettbaum etwa von der Ablaufstelle der Kettfäden aus entgegen der Kettbaumdrehrichtung teilweise umfasst und federnd zwischen den Kettbaumscheiben an dem Kettwickel anliegt, und dass der Innenraum der Verschalung mit einer Luftzuführung für klimatisierte Luft in Verbindung steht.
Grundlage für die Wirksamkeit der erfindungsgemässen Konstruktion sind zwei Voraussetzungen, deren Gültigkeit von der Anmelderin experimentell bestätigt worden ist. Die erste.
Annahme besteht darin, dass die vom Kettbaum ablaufenden Fäden für die klimatisierte Luft im Innenraum der Verschalung eine praktisch nicht zu durchdringende, geschlossene Wand bilden.
Zum zweiten ist vorausgesetzt, dass das - gegebenenfalls bezüglich seiner Feuchtigkeit innerhalb der Verschalung über konditionierte - Kettgarn nach Ablauf von dem Kettwickel auf seinem Wege bis zu seiner Verarbeitungsstelle nur wenig an Feuchtigkeit einbüsst, so dass die Verarbeitung unter für das Textilgut optimalen klimatischen Bedingungen erfolgt.
Unter diesen beiden Voraussetzungen wird aber eine äussere Verschalung über und aussen vor den vom Kettwickel ablaufenden Kettfäden überflüssig, wodurch die Zugänglichkeit zu den Kettfäden entscheidend verbessert wird.
Die als äussere Verschalung dienende Klappe kann aus mindestens zwei kulissenartig ineinanderschiebbaren Teilen bestehen, um eine Einstellung der Klappenbreite auf verschiedene Kettbaumbreiten zu ermöglichen. Weiterhin kann die Klappe in abgeklapptem Zustand von einer Verriegelung gehalten sein, um ein Anknüpfen und/oder Richten von noch auf dem Wickel befindlichen Kettfäden zu erleichtern.
Um beim Anschluss mehrerer Webmaschinen an einen gemeinsamen Zuführungskanal für die klimatisierte Luft möglichst eine gleichmässige Verteilung der Luft auf die einzelnen Maschinen auch bei unterschiedlichen Strömungswiderständen an den einzelnen Maschinen zu gewährleisten, ist es vorteilhaft, wenn die Eintrittsöffnungen der Luft in den den Kettbaum enthaltenden Innenraum der Verschalung als Drosselstellen mit hohem, konstantem Strömungswiderstand ausgebildet sind.
Schliesslich ist es möglich, den Eintrittsöffnungen einen abgeschlossenen Druckraum vorzuschalten, dessen eine, an die Krümmung der Kettbaumscheiben angepasste Begrenzungswand den Kettbaum teilweise umschliesst und die als Drossel stellen ausgebildete Eintrittsöffnung aufweist. Diese Massnahme hat den Sinn, die Luftverluste zu verringern, falls in einer Maschine der oder die gerade eingesetzten Kettbäume nur einen Teil der vollen Maschinenbreite ausfüllen.
Die Erfindung wird im folgenden mit Hilfe zweier Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnungen näher erläutert.
Fig. 1 zeigt die Breitseite einer Webmaschine in einer Ansicht auf die Kettbäume und den Umlenkbaum.
Fig. 2 stellt den Schnitt längs der Linie II-II von Fig. 1 dar.
In Fig. 3 ist in vergrössertem Masstab als Detail aus Fig. 2 eine aus zwei kulissenartig ineinanderschiebbaren Teilen bestehende Klappe und ihre Lagerung auf dem Boden wiedergege ben.
Fig. 4 schliesslich zeigt in gleicher Darstellung wie Fig. 2 eine Variante für die innere Verschalung und die Luftzuführung zu dem Innenraum der Verschalung.
Das Kettbaumrohr 1 der in Fig. 1 angedeuteten, auf ihrer Breite zwei Kettfadenbahnen 3 enthaltenden Webmaschine, ist in den Aussenlagern 2 und einem Zwischenlager 8 gelagert, was nur schematisch angedeutet ist. Die beiden Kettfadenbahnen 3, die von den Wickeln 4 nach oben zu dem Umlenkbaum 5 verlaufen, sind seitlich durch die Kettbaumscheiben 6 begrenzt.
Zwischen den beiden zu einer Bahn 3 gehörigen Scheiben 6 ist eine aus zwei kulissenartig ineinanderschiebbaren Teilen 7a und 7b bestehende Klappe 7 angeordnet, die auf dem Boden 11 des Maschinensaales drehbar gelagert und von unten bis etwa auf die Höhe der Kettbaumachse reicht.
Das obere Ende der Klappe liegt federnd an dem Winkel 4 an und dreht sich mit abnehmendem Wickel 4 unter der Wirkung von nicht dargestellten Federelementen gegen die Kettbaumachse (Fig. 2). Die Anpassung der Klappenbreite an die Breite der jeweils gerade vorhandenen Kettfadenbahn 3 erfolgt durch Verschieben der Teile 7a und 7b relativ zueinander und/ oder durch Einsetzen von schmaleren oder breiteren Auswechselteilen 7a und 7b.
In den Fig. 2 und 4 ist die Einstellung einer Klappe 7 bei praktisch abgespultem Wickel 4 jeweils in gestrichelten Linien dargestellt, während in ausgezogenen Linien eine Stellung der Klappen 7 bei mittlerer Dicke des Wickels gezeigt ist.
Die einzelnen Elemente beider Klappen 7 sind in der Nähe des Bodens 11 auf einer gemeinsamen Welle 12 verschiebbar befestigt, die ihrerseits drehbar in Lagerböcken 21 gelagert ist; an einem Ende der Welle 12 befindet sich ein Hebel 9, mit dessen Hilfe die Klappen 7 vom Wickel 4 abgeklappt und im abgeklappten Zustand verriegelt werden können, um das Anknüpfen von noch auf dem Wickel aufliegenden Fäden zu erleichtern.
Die Klappen 7 stellen die äussere Verschalung des Kettbaumes gegen den Maschinensaal dar, die nach oben nur etwa bis auf die Höhe der Kettbaumachse reicht. Die innere, gegen das Innere der Webmaschine gelegene Verschalung bildet im ersten Beispiel (Fig. 1 und 2) eine Wand 10, die vom Boden 11 des Maschinensaales nach oben gezogen und in ihrem oberen Teil der Krümmung der Kettbaumscheiben 6 angepasst ist. Die Schmalseiten der Verschalung sind im ersten Beispiel offen.
Durch die Anpassung der Wand 10 an die Kettbaumscheiben 6 verbleibt jedoch zwischen diesen Scheiben 6 und der Wand 10 nur ein relativ schmaler Spalt, durch den klimatisierte Luft aus dem Innenraum der Verschalung entweichen kann. Wie bereits erwähnt, wird weiterhin ein Entweichen der klimatisierten Luft aus dem Innnenraum der Verschalung durch den offenen Zwischenraum zwischen der Oberkante der Wand 10 und dem Kettwickel 4 durch die zunächst mehr oder weniger vertikal und dann horizontal verlaufenden Kettfadenbahnen 3 selbst erschwert.
Die Zuführung der klimatisierten Luft in den den Kettbaum aufnehmenden Innenraum der Verschalung erfolgt über einen Zuführkanal 13, der beispielsweise über die ganze Maschinenbreite im Boden 11 unter der Maschine verläuft und über einen schmalen Spalt 14 mit dem Innenraum der Verschalung in Verbindung steht. Der Spalt 14 dient, als Drosselstelle mit hohem, konstantem Strömungswiderstand in der Luftzuführung, dazu, eine gleiche Verteilung der Luft auf mehrere an einen Zuführungskanal angeschlossene Webmaschinen mindestens annähernd zu gewährleisten.
Die Luftverteilung wird daher weitgehend unabhängig von einer nur teilweisen Ausnutzung der Maschinenbreite bei einer oder mehreren Maschinen, bei denen dann aus dem nicht von einem Kettbaum überdeck- ten Teil der über die Breite der Maschinen verlaufenden Austrittsschlitze 14 die Luft ungehindert in den Maschinensaal strömen kann.
Die innere Verschalung kann jedoch auch als Druckkammer 15 ausgebildet sein (Fig. 4), die in dem gezeigten Beispiel von der Wand 10, zwei nicht gezeigten Seitenwänden an den Schmalseiten, einer die Drosselstellen 14 enthaltenden, der Krümmung der Kettbaumscheiben angepassten Begrenzungswand 16 und den Verbindungswänden 17 und 18 umschlossen ist. Durch diese Ausführungsform der Erfindung wird die Gleichverteilung der Luft innerhalb einer Maschine, besonders bei Maschinen, bei denen durch die Kettbäume zeitweise nicht die ganze Maschinenbreite überdeckt wird, verbessert. Die Begrenzungswand 16 ist dabei beispielsweise als gebogenes Lochblech ausgebildet, dessen Löcher in ihrer Gesamtheit die Drosselstellen 14' mit dem hohen Strömungswiderstand bilden.
Wie Fig. 3 zeigt, besteht die Lagerung 12 für die Klappen 7 aus einer durchgehenden Vierkant-Welle 19, die an beiden Enden - und unter Umständen in der Mitte - je einen zylindrischen Ansatz bzw. ein zylindrisches Zwischenstück 20 besitzt; die Teile 20 dienen als Lagerstellen für die Welle 19 und sind daher in den Lagerböcken 21 (Fig. 1) drehbar gelagert. Wie schon erwähnt, ist an der Welle 19, 20 ein Hebel 9 (Fig. 1) befestigt, mit dessen Hilfe die Klappenteile 7a und 7b von dem Kettbaumwickel abgeklappt und im abgeklappten Zustand verriegelt werden können.
Die Teile 7a und 7b selbst, die beispielsweise aus gebogenem Blech bestehen, sind an ihrem unteren Ende in der gezeigten Weise U-förmig gebogen und aufeinander sowie auf die Vierkant-Welle 19 aufgesetzt. Sie können daher sowohl auf dieser Welle als auch auf- und gegeneinander gleitend verschoben werden. Wie besonders Fig. 1 zeigt, besitzen die Teile 7a und 7b eine derartige Breite, dass mit ihnen ein über die ganze Breite der Maschine verlaufender einziger Kettbaumwickel abgedeckt werden kann, wobei selbstverständlich das mittlere Kettbaumlager 8 und der mittlere Lagerbock 21 für die Welle 19 entfernt werden. Andererseits erlaubt die gezeigte Klappenbreite durch Zusammenschieben der Bleche 7a und 7b noch Kettbäume abzudecken, die nur etwa ein Drittel der Maschinenbreite überdecken.
Für noch schmälere Kettbäume sind die Klappenteile 7a und 7b gegen solche geringerer Breite auszuwechseln.