CH527191A - Verfahren zur Herstellung von Pyridinderivaten - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Pyridinderivaten

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CH527191A
CH527191A CH1124969A CH1124969A CH527191A CH 527191 A CH527191 A CH 527191A CH 1124969 A CH1124969 A CH 1124969A CH 1124969 A CH1124969 A CH 1124969A CH 527191 A CH527191 A CH 527191A
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potassium
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CH1124969A
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Guenther Dr Mohr
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Merck Patent Gmbh
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    • C07D213/00Heterocyclic compounds containing six-membered rings, not condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom and three or more double bonds between ring members or between ring members and non-ring members
    • C07D213/02Heterocyclic compounds containing six-membered rings, not condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom and three or more double bonds between ring members or between ring members and non-ring members having three double bonds between ring members or between ring members and non-ring members
    • C07D213/04Heterocyclic compounds containing six-membered rings, not condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom and three or more double bonds between ring members or between ring members and non-ring members having three double bonds between ring members or between ring members and non-ring members having no bond between the ring nitrogen atom and a non-ring member or having only hydrogen or carbon atoms directly attached to the ring nitrogen atom
    • C07D213/60Heterocyclic compounds containing six-membered rings, not condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom and three or more double bonds between ring members or between ring members and non-ring members having three double bonds between ring members or between ring members and non-ring members having no bond between the ring nitrogen atom and a non-ring member or having only hydrogen or carbon atoms directly attached to the ring nitrogen atom with hetero atoms or with carbon atoms having three bonds to hetero atoms with at the most one bond to halogen, e.g. ester or nitrile radicals, directly attached to ring carbon atoms
    • C07D213/78Carbon atoms having three bonds to hetero atoms, with at the most one bond to halogen, e.g. ester or nitrile radicals
    • C07D213/84Nitriles
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  • Pyridine Compounds (AREA)

Description


  
 



  Verfahren zur Herstellung von Pyridinderivaten
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Pyridinderivaten der Formel
EMI1.1     
 worin R1 Alkyl mit bis zu 6 C-Atomen und X ein Alkalimetall, vorzugsweise Na oder K, bedeuten
Die Pyridinderivate I sind von besonderem Interesse für die Umwandlung in entsprechende 2,6-Dichlor-3,5 -dicyan-4-alkylthiopyridin-Verbindungen, die hochwirksame Schädlingsbekämpfungsmittel, insbesondere Fungizide, darstellen (vgl. z.B. französische Patentschrift 1557573). Die Verbindungen der Formel I sind auf einfachste Weise, z.B. durch Behandlung mit einem Chlorierungsmittel, z.B. mit einem Säurechlorid, in diese bekannten Schädlingsbekämpfungsmittel überführbar.



  Die Verbindungen I sind aber auch direkt als Wirkstoffe gegen Pflanzenschädlinge, z.B. zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten, einzusetzen.



   Es wurde nun gefunden, dass die Pyridinverbindungen I überraschenderweise aus leicht zugänglichen Ausgangsprodukten durch einfache Massnahmen in einem neuartigen Verfahren in hohen Ausbeuten hergestellt werden können. Damit ist ein besonders vorteilhafter Weg zu den bekannten Schädlingsbekämpfungsmitteln erschlossen worden.



   Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist demnach ein Verfahren zur Herstellung dieser Verbindungen der Formel I, das darin besteht, dass man ein Cyanessigsäurederivat der Formel    NC-CH2-COR2    worin R1 die angegebene Bedeutung hat und R2 OR1 oder NH2 bedeutet mit mindestens 1 Äquivalent Schwefelkohlenstoff und 2 - 3 Äquivalenten Alkalihydroxid oder -alkoholat umsetzt, anschliessend in üblicher Weise alkyliert und das erhaltene Zwischenprodukt hierauf mit etwa 1 Äquivalent eines Cyanessigsäurederivats der Formel II und mindestens etwa 1 Äquivalent Alkalihydroxid oder -alkoholat umsetzt. Man erhält Verbindungen der Formel I, worin X ein Alkalimetall bedeutet.



   Die so erhaltenen Pyridinolate I können nach dem Verfahren der vorliegenden Erfindung durch Behandlung mit starken Säuren in die entsprechenden Verbindungen I, die den Rest X = H enthalten, umgewandelt werden. Diese Verbindungen I können ihrerseits wiederum durch Umsetzung mit einem Alkalihydroxid bzw.



  dem Alkalisalz einer schwachen Säure in die Pyridinolate I   (X    = Alkalimetall) zurückverwandelt werden.



   Nach dem Stand der Technik ist es als überraschend anzusehen, dass die Verbindungen I mit dem Verfahren der Erfindung in hohen Ausbeuten erhalten werden. Aus J. Pharmac. Soc. Japan, Bd. 85, Seite 387 (1965) ist bekannt, gewisse Pyridinolverbindungen, die jedoch nicht der obigen Formel I entsprechen, aus Glutaconsäurederivaten durch Behandlung mit Ammoniak bzw. Bromwasserstoff herzustellen. Jedoch liegen bei diesem Verfahren die Ausbeuten bei lediglich 27 - 28%. Ferner ist nachteilig, dass die Ausgangsprodukte für dieses vorbekannte Verfahren nach Chemische Berichte, Bd. 95, Seite 2871 ff. (1962) aus Cyanessigsäureester bzw. Cyanacetamid und Schwefelkohlenstoff gesondert hergestellt werden müssen. Die Gesamtausbeute für die nach dem japanischen Verfahren erhältlichen Pyridinverbindungen liegt, bezogen auf das Vorprodukt Cyanessigsäureester bzw. -acetamid, bei lediglich 22%.

  Demgegenüber erhält man die Pyridinverbindungen der obigen Formel I, eben  falls ausgehend von Cyanessigsäureester bzw. -acetamid, in bis zu 90%iger Ausbeute. Das Verfahren nach der Erfindung bringt im Vergleich zu dem vorbekannten Verfahren ferner den Vorteil mit sich, dass keine Zwischenprodukte isoliert werden müssen und dass die Reaktionszeiten nur noch wenige Stunden betragen, während nach dem in den Chemischen Berichten vorpublizierten Verfahren mehrere Tage allein für die Herstellung eines Zwischenprodukts, aus dem die Pyridinverbindungen erst nachträglich erhalten werden, erforderlich sind. Ausserdem ist bei dem Verfahren nach der Erfindung vorteilhaft, dass - im Gegensatz zu dem aus den Chemischen Berichten vorbekannten Verfahren - kein metallisches Natrium verwendet werden muss, sondern ein leicht zu handhabendes Alkalihydroxid oder -alkoholat.

  Aufgrund des vorbekannten Standes der Technik war nicht vorauszusehen, dass das Verfahren nach der Erfindung neben diesen erheblichen Vorteilen im Verfahrensablauf hohe Ausbeuten ergibt.



   Die Verbindungen der Formel I können als Alkylreste R1 z.B. Methyl, Äthyl, n-Propyl, Isopropyl, n-Butyl, Isobutyl, tert.Butyl oder einen Pentyl- oder Hexylrest enthalten, wobei Methyl oder Äthyl bevorzugt sind.



  Der Substituent X in den Verbindungen der Formel I bedeutet bevorzugt Natrium oder Kalium. Zur Erläuterung seien beispielhaft die folgenden Pyridinverbindungen aufgeführt:   3,5-Dicyan- 1,2- dihydro-4-methylthio-2-oxo-pyridinol-(6),    Natrium-3,5   -dicyan- 1 ,2-dihydro-4-methylthio    -2-oxo  -pyridinolat-(6), Kalium-3,5-dicyan- 1 ,2-dihydro-4-methylthio-2-oxo  -pyridinolat-(6),   3,5-Dicyan- 1,2-dihydro-4-äthylthio-2-oxo-pyridinol-(6),    Natrium-3,5-dicyan- 1 ,2-dihydro-4-äthylthio-2-oxo  -pyridinolat-(6),   Kalium-3, 5-dicyan- 1 ,2-dihydro-4-äthylthio-2-oxo-     -pyridinolat-(6), Natrium(bzw.   Kalium)-3,5-dicyan- 1,2-dihydro-4-n-(bzw.   



      iso)-propylthio-2-oxo-pyridinolat-(6),    Natrium(bzw. Kalium   3,5)-dicyan 1 ,2-dihydro-4-n-     -butylthio-2-oxo-pyridinolat-(6), Natrium(bzw.   Kalium)-3,5-dicyan- 1,2-dihydro-4-amyl-     -(bzw. isoamyl)-thio-2-oxo-pyridinolat-(6).



   Bevorzugte Verbindungen sind hierbei: Natrium(bzw.   Kalium)-3,5-dicyan-1,2-dihydro-4-methyl-    thio-2-oxo-pyridinolat-(6) und Natrium(bzw.   Kalium)- 3,5-dicyan- 1,2- dihydro-4-äthyl-    thio-2-oxo-pyridinolat-(6).



   Das folgende Reaktionsschema dient zur Erläuterung des Ablaufs des Verfahrens nach der Erfindung:
EMI2.1     

EMI2.2     
   R1 = Alkyl mit bis zu 6 C-Atomen      R2    =   oRl oder NHs    Me = Alkalimetall   R" = NH2, sofern R2 in II OR     = R2, sofern R2   inH      NHs     
In der ersten Stufe des erfindungsgemässen Verfahrens werden niedere Cyanessigsäurealkylester, wobei der Alkylrest linear oder verzweigt sein und bis zu 6 C-Atomen enthalten kann, oder Cyanacetamid mit mindestens etwa 1 Äquivalent Schwefelkohlenstoff und etwa 2-3 Äquivalenten Alkalihydroxid oder Alkalialkoholat umgesetzt. Als Cyanessigsäureester können beispielsweise der Methyl-, Äthyl-, Propyl- oder Isobutylester verwendet werden, wobei der Äthyl- oder Isobutylester bevorzugt sind.

  Als Alkalihydroxid wird vor allem Natriumoder Kaliumhydroxid, als Alkalialkoholat insbesondere Natrium- oder Kaliummethylat oder -äthylat verwendet.



  Die Umsetzung wird bei Temperaturen zwischen etwa 0 und 500C vorzugsweise bei etwa   15 - 300C,    durchgeführt.



   Zweckmässigerweise wird bei dieser Stufe in Gegenwart eines inerten Lösungsmittels gearbeitet. Geeignet sind inerte organische Lösungsmittel, z.B. niedere Alkohole, wie Methanol, Äthanol, Isobutanol, bei Zimmertemperatur flüssige Kohlenwasserstoffe, insbesondere aromatische Kohlenwasserstoffe wie Benzol. Gegebenenfalls kann die Umsetzung auch ohne Lösungsmittel durchgeführt werden, besonders dann, wenn Cyanessigsäurealkylester der Formel II als Ausgangsmaterial verwendet werden. Im allgemeinen ist jedoch die Anwendung eines Lösungsmittels, insbesondere die Anwendung von Äthanol oder Methanol, als Lösungsmittel vorzuziehen. Sofern man von Cyanacetamid ausgeht, empfiehlt sich ausserdem ein Zusatz von Wasser in einer Menge bis zu   30%,    z.B. etwa   2050,    bezogen auf das Gesamtvolumen des Lösungsmittels.

  Das Alkalihydroxid bzw. -alkoholat wird ebenfalls zweckmässigerweise in Form einer Lösung, insbesondere einer äthanolischen oder methanolischen Lösung, zugesetzt. Gegebenenfalls kann jedoch die Base auch in fester Form zugegeben werden.



   Im allgemeinen wird das Ausgangsprodukt II zusammen mit dem Schwefelkohlenstoff vorgelegt und anschliessend das Alkalihydroxid oder -alkoholat zugegeben. Jedoch ist auch eine andere Reihenfolge möglich, z.B. kann zuerst das Alkalihydroxid und dann der Schwefelkohlenstoff zum Ausgangsprodukt II gegeben werden.



   Die Reaktionszeit für diese Verfahrensstufe ist abhängig von der Grösse des Ansatzes. Im allgemeinen ist die Bildung der Äthendithiolate III nach wenigen Minuten beendet. Zweckmässigerweise wird nach Zusammengeben der Reaktionspartner das Reaktionsgemisch noch einige Zeit weitergerührt. Die so erhaltenen Äthendithiolate III brauchen für die Weiterverarbeitung nach dem Verfahren der Erfindung nicht isoliert zu werden.



   Die in der ersten Stufe des Verfahrens erhaltenen Verbindungen werden durch an sich bekannte Alkylierung nach Standardmethoden in die entsprechenden Ketenmercaptale IV übergeführt. Zweckmässigerweise wird vor der Alkylierung zunächst das in der ersten Verfahrensstufe verwendete Lösungsmittel entfernt, z.B.



  durch Abdestillieren unter vermindertem Druck. In manchen Fällen kann das Lösungsmittel auch erst auf einer späteren Stufe des Verfahrens nach der Erfindung entfernt werden. Insbesondere kann beispielsweise bei Verwendung von Dimethylformamid als Lösungsmittel in der 1. Stufe des Verfahrens die 2. Stufe durchgeführt werden, ohne dass zuvor das Dimethylformamid entfernt wird. Die Alkylierung wird in üblicher Weise durchgeführt, indem ein geeignetes Alkylierungsmittel, insbesondere ein Dialkylsulfat bzw. Alkylhalogenid der Formel   (R1)5SO4    bzw. R1-Halogen, wobei R1 die obige Bedeutung hat, verwendet wird. Alkylhalogenide sind vorzugsweise die Bromide, Chloride und Jodide. Die Alkylhalogenide sind gegenüber den Dialkylsulfaten bevorzugt, sofern längerkettige Reste R1 eingeführt werden sollen.

  Bevorzugt sind jeweils die entsprechenden Äthyl oder Methylverbindungen, z.B. Dimethylsulfat, Methyljodid, Diäthylsulfat, Äthylbromid, Äthylchlorid oder Äthyljodid.



   Das Alkylierungsmittel wird in einer Menge von etwa 2- 3 Äquivalenten, bezogen auf das Ausgangsprodukt, eingesetzt. Man arbeitet im allgemeinen bei Temperaturen unter   100 C,    insbesondere bei etwa 20 bis 400C. Ausserdem empfiehlt sich für diese Stufe die Anwendung eines geeigneten Lösungsmittels, vorzugsweise Wasser und/oder Dimethylformamid. Im übrigen können für die Alkylierung alle üblichen, literaturbekannten Verfahren angewandt werden.



   In der folgenden Reaktionsstufe werden die nach der Alkylierung erhaltenen Ketenmercaptale IV durch Umsetzung mit mindestens einem weiteren Äquivalent einer Verbindung der obigen Formel II und mindestens 1 Äquivalent Alkalihydroxid oder -alkoholat in die Pyridinverbindungen I (X = Alkalimetall, vorzugsweise Na oder K) umgewandelt. Im allgemeinen wird zunächst die Verbindung II und danach das Alkali zugegeben, gegebenenfalls kann jedoch das Alkali auch vor oder gleichzeitig mit der Verbindung II dem Gemisch zugesetzt werden. Vorzugsweise wird die Verbindung II in etwa äquivalenter Menge eingesetzt. Das Alkalihydroxid bzw. -alkoholat kann beispielsweise in einer Menge von   I - 2    Äquivalent angewandt werden. Bevorzugt wird als Alkalihydroxid Natrium- oder Kaliumhydroxid verwendet.

  Alkalialkoholat, insbesondere Natrium- oder Kaliummethylat oder -äthylat, kann eingesetzt werden, wenn ein organisches Lösungsmittel wie Dimethylformamid für diese Stufe angewandt wird. Sofern das Alkalihydroxid bzw. -alkoholat im Überschuss eingesetzt wird, wird das bei der Reaktion abgespaltene Alkylmercaptan zum Teil als Mercaptid gebunden. Man setzt das Mercaptan dann zweckmässigerweise nach Beendigung der Reaktion durch Behandeln mit verdünnten Säuren, beispielsweise Salzsäure, wieder in Freiheit.



   Die Reaktionstemperaturen liegen bei dieser Verfahrensstufe zwischen etwa 20 und 1000C, vorzugsweise bei etwa 50- 600C. Im allgemeinen ist diese Verfahrensstufe nach wenigen Minuten bis einigen Stunden, vorzugsweise nach 10 Minuten bis 2 Stunden, beendet.



   In dieser dritten Verfahrensstufe wird als Verbindung II Cyanacetamid zugesetzt, sofern in der ersten Stufe ein Cyanessigsäurealkylester als Ausgangsmaterial verwendet worden ist. Sofern in der ersten Stufe von Cyanacetamid ausgegangen wurde, kann in der dritten Verfahrensstufe als Reaktionspartner Cyanacetamid od.

 

  ein Cyanessigsäurealkylester zugesetzt werden. Die entstehenden Zwischenverbindungen schliessen dann unter Einwirkung des zugesetzten Alkali den Ring zu den gewünschten Pyridinverbindungen   1 (X    = Alkalimetall).



   Die so erhaltenen Verbindungen I (X = Alkalimetall, vorzugsweise Na oder K) können, falls erwünscht, durch Behandlung mit starken Säuren, insbesondere mit starken Mineralsäuren, in die entsprechenden Pyridinderivate I   (x    =   H)    umgewandelt werden. Bevorzugt sind Halogenwasserstoffsäuren, z. B. Salzsäure oder Bromwasserstoffsäure, oder auch Schwefelsäure. Z.B.



  kann man für diese Umsetzung halbkonzentrierte Salz  säure oder auch eine andere starke Säure, z.B. 20%ige Schwefelsäure, verwenden.



   Diese Pyridinverbindungen   1 (X    = H) können wiederum in die Verbindungen I (X = Alkalimetall, vorzugsweise Na oder   K)    zurückverwandelt werden. Zweckmässig erfolgt diese Umwandlung durch Behandlung mit einem Alkalihydroxid, vorzugsweise Natriumhydroxid oder Kaliumhydroxid, bzw. mit dem Alkalisalz einer schwachen Säure, z.B. Natrium- oder Kaliumcarbonat, -bicarbonat, -acetat oder -borat. Vorzugsweise wird für diese Salzbildung Natriumcarbonat in wässriger Lösung verwendet.



   Die Pyridinolate der Formel I schmelzen erst bei Temperaturen oberhalb von 3500C, so dass die Schmelzpunkte nicht angegeben werden können. Sie werden durch ihre Analysendaten charakterisiert.



   Nach dem vorstehend beschriebenen Verfahren entstehen die Pyridinverbindungen I in hohen Ausbeuten, Der besondere Vorteil des Verfahrens nach der Erfindung liegt darin, dass keine Zwischenprodukte isoliert werden müssen. Das Verfahren kann also als  Ein   topfverfahren) >     durchgeführt werden. Diese Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens, in der keine Zwischenprodukte nach den einzelnen Verfahrensstufen isoliert werden, ist deshalb besonders bevorzugt.



   Beispiel I    141 g    Cyanessigsäureisobutylester und 76g Schwefelkohlenstoff werden mit   200ml    Methanol bei 15 bis 200C gemischt. Unter Rühren und Kühlen wird bei dieser Temperatur eine Lösung von 80 g NaOH in 500 ml Methanol zugetropft. Nach Zugabe der Base wird noch etwa eine Stunde weitergerührt, dann wird das Lösungsmittel möglichst weitgehend abdestilliert. Der Rückstand wird mit 200 ml Wasser in Lösung gebracht und das   Gemisch    wird auf 600C erwärmt. Bei dieser Temperatur werden zunächst 252 g Dimethylsulfat zugetropft. Es wird 1 - 2 Stunden gerührt, dann werden 84 g Cyanacetamid und weitere 200 ml Wasser zugegeben und schliesslich wird eine Lösung von 44g NaOH in 150 ml Wasser zugetropft.

  Man rührt 30 Minuten nach, kühlt auf   0 - 50C,    saugt das Natrium-3,5-dicyan-1,2-di   hydro-4-methylthio-2-oxopyridinolat-(6)    ab, wäscht mit Wasser und Methanol alkalifrei und trocknet im Vakuum bei maximal 1000C. Ausbeute   204 g      (89So    der Theorie). Die Substanz ist weiss. Der Festpunkt liegt   über3500C.   



  Analyse: ber.: C 41,92 H 1,76 N 18,34 S 13,99 gef.: C 42,2 H 2,1 N 18,0 S 14,0
Beispiel 2
84 g Cyanacetamid werden in 80 ml Wasser und   700 mol    Äthanol eingerührt. Zu dieser Suspension gibt man 80 g Schwefelkohlenstoff und lässt anschliessend unter Rühren und Wasserkühlung eine Lösung von 80 g NaOH in 80 ml Wasser zutropfen, so dass die Temperatur nicht über +300C steigt. Anschliessend erwärmt man noch 15 Minuten auf   +450C    und engt das Gemisch unter vermindertem Druck auf etwa   200-250ml    ein. Man verdünnt mit Wasser auf das doppelte Volumen und tropft unter Rühren 250 g Dimethylsulfat zu, wobei die Temperatur bei   +300C    gehalten wird.

  Es wird noch eine Stunde nachgerührt; dann erwärmt man auf   + 600C,    gibt 84g Cyanacetamid dazu und tropft eine Lösung von 44g NaOH in   100ml    Wasser in das Reaktionsgemisch ein. Es wird noch eine Stunde bei   +600C    nachgerührt, dann kühlt man auf   0- 50C,    saugt das Natrium-3,5-dicyan- 1,2-dihydro-4-methylthio-2-oxopyridinolat-(6) ab, wäscht mit eiskaltem Wasser und Methanol alkalifrei und trocknet das weisse Produkt bei   + 1000C    im Vakuum. Ausbeute:   192 g    (84% der Theorie).



   Anstelle der zweiten Zugabe von 84 g Cyanacetamid können auch 141 g Cyanessigsäureisobutylester eingesetzt werden. Man erhält dann in gleicher Weise das gewünschte Pyridinolat. Ausbeute 175 g (76% der Theorie). Bei Verwendung von 113 g Cyanessigsäureäthylester statt des Cyanessigsäureisobutylesters beträgt die Ausbeute 179 g (78% der Theorie).



  Analyse: ber.: C 41,92 H 1,76 N 18,34 S 13,99 gef.: C 41,8 H 2,0 N 18,3 S 14,0
Beispiel 3
11,3 g Cyanessigsäureäthylester, 7,6 g Schwefelkoh   lenstoff    und   20ml    Aceton werden unter Rühren portionsweise mit 8 g fein pulverisiertem NaOH versetzt.



  Man rührt zwei Stunden bei Zimmertemperatur, destilliert aus der orangefarbenen Suspension unter vermindertem Druck das Aceton ab und versetzt mit 20 ml Wasser. Nun wird auf 600C erwärmt und bei dieser Temperatur 30,8 g Diäthylsulfat zugetropft. Man rührt zwei Stunden bei dieser Temperatur weiter, setzt   8,4 g    Cyanacetamid zu und tropft eine Lösung von 4,4 g NaOH in 20 ml Wasser in das Gemisch. Nach etwa einer Stunde kühlt man auf   0-50C    und filtriert das ausgefallene   Natrium-3,5-dicyan-1,2-dihydro-4-äthylthio-    -2-oxopyridinolat-(6). Es wird mit kaltem Wasser und mit Äthanol   alkalifrei    gewaschen und im Vakuum bei maximal 1000C getrocknet. Ausbeute: 19,5g (80% der Theorie).



  Analyse: ber.: C 44,44 H 2,49 N 17,28 S 13,18 gef.: C 44,4 H 2,8 N 17,2 S 13,1
Beispiel 4
10 g Cyanessigsäuremethylester, 7,6 g Schwefelkohlenstoff und 20 ml Methanol werden unter Rühren und   Kühlen    bei 200C mit einer Lösung von 11,3 g KOH in 50 ml Methanol tropfenweise versetzt. Nach 30 Minuten wird das Methanol von der ausgefallenen Substanz abdekantiert und diese in   40ml    Wasser gelöst. Man erwärmt auf 600C und tropft 34,0g n-Propyljodid zu.

 

  Nach 15 Minuten gibt man   8,4 g    Cyanacetamid dazu und tropft anschliessend bei 600C eine Lösung von 6,2 g KOH in 20 ml Wasser in das Reaktionsgemisch. Es wird 30 Minuten gerührt und auf   0-50C    abgekühlt; das   Kalium-3,5-dicyan-1,2-dihydro-4-n-propylthio-2-oXo-    pyridinolat-(6) wird abgesaugt, mit Wasser und Methanol nachgewaschen und bei 1000C im Vakuum getrocknet. Ausbeute: 19,4 g (71% der Theorie).



  Analyse: ber.:   C    43,94   H    2,95 N 15,37 S 11,73 gef.: C 44,1 H 3,2 N 15,2 S 12,2  
Beispiel 5
11,3 Cyanessigsäureäthylester,   7,6 g    Schwefelkohlenstoff und   20ml    Äthanol werden bei +200C tropfenweise mit einer Lösung von 11,3 g KOH in 100 ml Äthanol versetzt. Man zieht nach 30 Minuten unter vermindertem Druck das Äthanol durch Destillation ab, löst den Rückstand in   40ml    Wasser, erwärmt auf   + 600C    und tropft bei dieser Temperatur 18,5g n-Butylchlorid unter Rühren zum Reaktionsgemisch. Nach zwei Stunden wird auf +50C abgekühlt; das Kalium-3,5-dicyan - 1,2-dihydro-4-n-butylthio-2-oxopyridinolat-(6) wird abgesaugt, mit kaltem Wasser und Äthanol gewaschen und bei 1000C im Vakuum getrocknet. Ausbeute: 17,2 g (60% der Theorie).



  Analyse: ber.: C 45,97 H 3,51 N 14,62 S 11,16 gef.: C 45,1 H 3,7 N 14,9 S 11,0
Beispiel 6
Zu 11,3g Cyanessigsäureäthylester,   7,6 g    Schwefelkohlenstoff und 20 ml Äthanol wird bei 200C unter Rühren eine Lösung von 8 g NaOH in 100 ml Äthanol zugetropft. Nach 30 Minuten wird das Lösungsmittel unter vermindertem Druck abdestilliert und 100 ml Dimethylformamid werden hinzugegeben. Unter Rühren und Kühlen lässt man bei 300C 30,2 g iso-Amylbromid zutropfen und rührt noch 30 Minuten weiter. Dann wird auf   + 600C    erwärmt; 8,4 g Cyanacetamid werden zugegeben und eine Lösung von 4,4 g NaOH in 20 ml Wasser wird zugetropft.

  Man hält das Gemisch zwei Stunden auf   + 600C,    kühlt dann auf etwa   +50C    ab, setzt 100 ml Wasser zu und saugt das ausgefallene Natrium-3,5-di   cyan- 1 ,2-dihydro-4-isoamylthio-2-oxopyridinolat-(6)    ab.



  Es wird gründlich mit kaltem Wasser und Methanol gewaschen und im Vakuum bei   + 1000C    getrocknet. Aus   beute: 14,7 g (51% der Theorie).   



  Analyse: ber.: C 50,5 H 4,24 N 14,73 S 11,24 gef.: C 49,9 H 4,9 N 14,7 S 11,2
Beispiel 7
10 g Natrium-3,5-dicyan- l,2-dihydro-4-methylthio-2 -oxo-pyridinolat-(6) werden in 50 ml Wasser unter Erwärmen gelöst. Man gibt unter weiterem Erwärmen langsam 50 ml konzentrierte Salzsäure zu und lässt auf Zimmertemperatur abkühlen. Es scheidet sich 3,5-Dicyan   -1,2- dihydro-4-methylthio-2-oxo-pyridinol    - (6) ab.



  Der weisse Niederschlag wird abgesaugt, mit kaltem Wasser nachgewaschen und bei maximal 1000 im Vakuum getrocknet. Ausbeute:   7,6 g    (84% der Theorie); Fp. 2590C.



  Analyse: ber.: C 46,4 H 2,4 N 20,3 S 15,5 gef.: C 45,9 H 2,7 N 20,4 S 15,5
Die Rückwandlung des   3,5-Dicyan- 1 ,2-dihydro-4-me-    thylthio-2-oxo-pyridinol-(6) in das entsprechende Natriumsalz gelingt leicht dadurch, dass man das Pyridinol in der etwa fünffachen Gewichtsmenge Wasser in der Hitze löst und dazu die in Wasser gelöste äquivalente Menge Natriumcarbonat zugibt. Beim Erkalten scheidet sich   Natrium-3,5-dicyan- 1 ,2-dihydro-4-methyl-    thio-2-oxo-pyridinolat-(6) ab, das mit dem nach Beispiel 1 oder 2 erhaltenen Produkt identisch ist.

 

   PATENTANSPRUCH I
Verfahren zur Herstellung von Pyridinderivaten der Formel I
EMI5.1     
 worin R1 Alkyl mit bis zu 6 C-Atomen und X ein Alkalimetall bedeutet, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Cyanessigsäurederivat der Formel II    NC-CH2-CO-R2    (II) worin R2 OR1 oder   NH.    bedeutet, wobei R1 die oben angegebene Bedeutung besitzt, mindestens 1 Äquivalent Schwefelkohlenstoff und   2 - 3    Äquivalenten eines Al   kalimetaflhydroxids    oder Alkalimetallalkoholats umsetzt, die so erhaltene Verbindung mit einem Alkylierungsmittel behandelt und anschliessend das erhaltene   Pro-    dukt mit etwa 1 Äquivalent eines Cyanessigsäurederivats der Formel II und mindestens 1 Äquivalent Alkalimetallhydroxid oder Alkalimetallalkoholat umsetzt. 

Claims (1)

  1. UNTERANSPRüCHE
    1. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass es ohne Isolierung von Zwischenprodukten ausgeführt wird.
    2. Verfahren nach Patentanspruch I zur Herstellung einer Verbindung der Formel I, worin X Na oder K bedeutet, dadurch gekennzeichnet, dass in der dritten Reaktionsstufe ein Natrium- oder Kaliumhydroxid bzw.
    -alkoholat eingesetzt wird.
    3. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass als Alkylierungsmittel ein Alkylhalogenid oder ein Dialkylsulfat eingesetzt wird.
    4. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man als Verbindung der Formel II in der ersten Reaktionsstufe Cyanessigsäurealkylester und in der dritten Reaktionsstufe Cyanacetamid einsetzt.
    5. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man in der ersten Reaktionsstufe die Alkalimetallverbindung bei Raumtemperatur zu der Mischung der Verbindung der Formel II mit Schwefelkohlenstoff zugibt.
    PATENTANSPRUCH II Verwendung der nach dem Verfahren gemäss Patentanspruch I hergestellten Pyridinderivate der Formel I zur Herstellung von Verbindungen der Formel I, in denen X Wasserstoff bedeutet, dadurch gekennzeichnet, dass man sie mit einer starken Säure behandelt.
CH1124969A 1968-08-28 1969-07-23 Verfahren zur Herstellung von Pyridinderivaten CH527191A (de)

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DE19681795241 DE1795241A1 (de) 1968-08-28 1968-08-28 Neue Pyridinderivate und Verfahren zu deren Herstellung

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