Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von neuen 4-(Isothiocyanatophenyl)-thiazolen mit anthelmintischer Wirkung.
Unter den bei Warmblütern vorkommenden Endoparasiten verursachen besonders die Helminthen an Warmblütern grosse Schäden. So zeigen zum Beispiel von Würmern befallene Tiere nicht nur ein verlangsamtes Wachstum, sondern es treten häufig Schädigungen auf, an denen die Tiere eingehen können.
Es ist daher von grosser Bedeutung, Mittel zu entwickeln, die sich zur Bekämpfung von Helminthen und ihrer Entwicklungsstadien, sowie zur Vorbeugung gegen den Befall durch diese Parasiten eignen. Es sind zwar eine Reihe von Stoffen mit anthelmintischer Wirkung bekannt geworden, diese vermögen jedoch oft nicht voll zu befriedigen, sei es, dass sie in den verträglichen Dosen eine ungenügende Wirkung aufweisen, in therapeutisch wirksamen Dosen unerwünschte Nebenwirkungen zeigen oder ein allzu enges Wirkungsspektrum besitzen. So ist beispielsweise d,l-2,3,5,6-Tetrahydro-6-phenyl-imi- dazo[2,1-5]thiazol, bekannt aus der niederländischen Patentschrift Nr. 6 505 806, nur gegen Nematoden nicht aber gegen Trematoden und Cestoden wirksam.
In der vorliegenden Beschreibung werden unter dem Begriff Helminthen Nematoden, Cestoden und Trematoden verstanden, also Helminthen des Gastrointestinal-Traktes, der Leber und anderer Organe.
Die neuen 4-(Isothiocyanatophenyl)-thiazole entsprechen der Formel 1:
EMI1.1
In dieser Formel bedeuten: R, Wasserstoff, die Nitrogruppe, Halogen, einen niederen Alkyl- oder Alkoxy-Rest mit je 14 C-Atomen oder die Iso thiocyanato-gruppe, letztere in einer von der ortho-Stellung zur stets vorhandenen Isothiocyanatogruppe verschiedenen
Position, R2 Wasserstoff, Halogen, einen niederen Alkyl-, Alkoxy-,
Alkylthio- oder Dialkylamino-Rest mit je 14 C-Atomen pro
Alkylrest,
R3 Wasserstoff oder einen niederen Alkyl-Rest mit 14 C
Atomen.
Als niedere Alkylreste R1, R2 und R3 sind in der vorstehen den Formel geradkettige oder verzweigte Reste zu verstehen, beispielsweise die folgenden: Methyl-, Äthyl-, n-Propyl-, Iso propyl-, n-Butyl-, iso-Butyl-, tert. Butyl-, sec. Butyl-Reste.
Unter Halogen ist Fluor, Chlor, Brom oder Jod zu verste hen, vorzugsweise aber Chlor oder Brom.
Die 4-(Isothiocyanatophenyl)-thiazole der Formel I werden erfindungsgemäss hergestellt, indem man ein 4-(Aminophe nyl)-thiazol der Formel II:
EMI1.2
in der R'l Wasserstoff, die Nitrogruppe, Halogen, einen niederen Alkyl- oder Alkoxy-Rest mit je 1-4 C-Atomen, oder die Aminogruppe, letztere in einer von der ortho-Stellung zur stets vorhandenen Aminogruppe verschiedenen Position bedeutet, während R2 und R3 die unter Formel I angegebenen Bedeutungen haben, oder ein Säureadditionssalz einer Verbindung der Formel II mit Phosgen und Phosphorpentasulfid in einem gegenüber den Reaktionsteilnehmern inerten Lösungs- oder Verdünnungsmittel umsetzt.
Das Verfahren wird vorzugsweise in Gegenwart von gegen über den Reaktionsteilnehmern inerten Lösungs- oder Verdünnungsmitteln durchgeführt.
Bei der Einführung der Thiocarbonylgruppe handelt es sich um an sich bekannte Methoden: Reaktionen von Aminen mit Phosgen und Phosphorpentasulfid sind in Houben-Weyl 4.
Aufl. Band 9, Seite 867 ff. beschrieben worden.
Als inerte Lösungs- oder Verdünnungsmittel können im erfindunsgemässen Verfahren zum Beispiel verwendet werdem: aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe, aliphatische und aromatische Halogenkohlenwasserstoffe, Äther und ätherartige Verbindungen, Ketone, Amide, wie Dimethylformamid etc., Wasser oder Gemische solcher Lösungsmittel mit Wasser.
Die neuen 4-(Isothiocyanatophenyl)-thiazole der Formel I worin R2 eine Dialkylaminogruppe bedeutet, können mit für den menschlichen und tierischen Organismus ungiftigen Säuren in die entsprechenden Salze übergeführt werden. Als Säuren kommen anorganische und organische Säuren, wie z. B. Halogenwasserstoffwäuren, Schwefelsäure, Phosphorsäuren, Essigsäure, Aminoessigsäure, Buttersäure, Laurinsäure, Stearinsäure, Oxalsäure, Adipinsäure, Weinsäure, Milchsäure, Methansulfonsäure, p-Toluolsulfonsäure etc. in Frage. Solche Thiazole können ferner mit üblichen Quaternierungsmitteln, wie z. B. Alkylhalogeniden, Dialkylsulfaten, Toluolsulfonsäureestern etc. in die entsprechenden quaternären Ammoniumsalze übergeführt werden.
Ist das Anion der quaternären Salze für den tierischen Organismus toxisch, so kann es durch Umsetzung mit nicht toxischen Säuren gegen ein nichttoxisches Anion ausgetauscht werden.
Die als Ausgangsstoffe dienden Amine können sowohl in Form der freien Base als auch als Additionssalze mit Säuren, insbesondere Mineralsäuren verwendet werden.
Die von der Formel II umfassten und als Ausgangsstoffe dienenden Aminophenyl-thiazole sind teilweise in der Literatur beschrieben oder können nach bekannten Verfahren hergestellt werden, beispielsweise durch katalytische Reduktion der entsprechenden Nitro-Verbindungen. Aminophenylthiazole der Formel II, in der R2 einen niederen Alkoxy-, Alkylthio- oder Dialkylamino-Rest bedeutet, können entweder aus 2-Halogen-4-(aminophenyl)-thiazolen durch Umsetzung mit entsprechenden Alkalialkanolaten, Alkalimercaptiden oder DiÅalkylaminen oder durch Umsetzung von Nitrophenylrhodanid mit entsprechenden Alkanolen, Mercaptanen oder Dialkylaminen in Gegenwart starker Säuren, wie z. B. p-Toluolsulfonsäure und anschliessende katalytische Hydrierung der Nitro Gruppe erhalten werden.
Die erfindungsgemäss hergestellten Wirkstoffe besitzen ausgeprägte anthelmintische Eigenschaften. Die neuen Wirkstoffe sind zur Bekämpfung parasitärer Nemathoden: z. B.
Ascariden, Trichostrongyliden, Strongyliden, Ancylostomatiden,
Cestoden: wie z. B. Taeniiden, Anoplocephaliden,
Trematoden: wie z. B. Fascioliden bei Haus- und Nutztieren, wie Rindern, Schafen, Ziegen, Pferden. Schweinen, Katzen, Hunden und Geflügel, besonders geeignet. Sie können den Tieren sowohl als Einzeldosis, wie auch wiederholt verabreicht werden, wobei die einzelnen
Gaben je nach Tierart vorzugsweise zwischen 25 und 1000 mg pro kg/Körpergewicht betragen. Durch eine prothrahierte Verabreichung erzielt man in manchen Fällen eine bessere Wirkung oder man kann mit geringeren Gesamtdosen auskommen. Die Wirkstoffe bzw. sie enthaltende Gemische können auch dem Futter oder den Tränken zugesetzt werden. Das Fertigfutter enthält die Substanzen der Formel I vorzugsweise in einer Konzentration von etwa 0,05 bis 1 Gew. %.
Von besonderer Bedeutung sind aufgrund ihrer ausgezeich neten anthelmintischen Wirksamkeit die 4-(Isothiocyanato phenyl)-thiazole der Formel III:
EMI2.1
in der R4 Wasserstoff oder Halogen bedeutet; R2 und R3 haben die unter Formel I angegebenen Bedeutungen.
Die neuen Wirkstoffe können in Form von Lösungen, Emulsionen, Suspensionen(Drenchs), Pulvern, Tabletten, Bolussen und Kapseln peroral oder abomasal den Tieren verabreicht werden. Zur Bereitung der oben angeführten Applikationsformen dienen zum Beispiel übliche feste Trägerstoffe, wie Kaolin, Talkum, Bentonit, Kochsalz, Calciumphosphat, Kohlehydrate, Cellulosepulver, Baumwollsaatmehl, Carbowaxe, Gelatine, oder Flüssigkeiten wie Wasser, gewünschtenfalls unter Zusatz von oberflächenaktiven Stoffen, wie ionischen oder nichtionischen Dispersionsmitteln, sowie Ölen und anderen für den tierischen Organismus unschädlichen Lösungs- und Verdünnungsmitteln. Liegen die anthelminthischen Mittel inFormvon Futterkonzentraten vor, so dienen als Trägerstoffe zum Beispiel Leistungsfutter, Futtergetreide oder Proteinkonzentrate.
Solche Futterkonzentrate können ausser den Wirkstoffen noch Zusatzstoffe, Vitamine, Antibiotika, Chemotherapeutika, Bakteriostatika, Fungistatika, Coccidiostatika, Hormonpräparate, Stoffe mit anaboler Wirkung oder andere das Wachstum begünstigende, die Fleischqualität von Schlachttieren beeinflussende oder in anderer Weise für den Organismus nützliche Stoffe enthalten.
Im folgenden werden einige Versuche zur Feststellung der anthelminthischen Wirksamkeit der neuen Wirkstoffe der allgemeinen Formel I beschrieben.
Feststellung der anthelminthischen Wirkung an Hühnern, Hühner, die nicht medikiert wurden.
1-3 Tage alte Küken wurden künstlich mit Eiern von Ascaridia galli infestiert. Pro Versuch wurden Gruppen zu je 5 Küken eingesezt. 4-5 Wochen nach Infestation wurden den Tieren Wirkstoffe in je einer Gabe pro Tag an 3 aufeinanderfolgenden Tagen verabreicht. Als Kontrolle dienten infestierte Hühner, die nicht medikiert wurden.
Auswertung:
Die pro Versuchsgruppe im Laufe von 5 Tagen nach der ersten Verabreichung der Wirksubstanz abgestossene Anzahl
Ascaridi galli wurde täglich bestimmt und die bei der Sektion am 5. Versuchstag im Darm noch aufgefundene Anzahl eben falls gezählt. Ausserdem wurde die Anzahl wurmfreier Hühner bestimmt.
Die Mittel werden von den Hühnern symptomlos vertragen.
Wirkstoff Tagesdosis Anzahl Ascaridia galli Anzahl in mg/kg wurmfreier
Körpergewicht Hühner pro Versuchstag pro Versuchstier und -gruppe bei Sektion abgestossen gefunden 2-n-Propyl-4-(3 '-isothiocyanatophenyl)-thiazol 750 e8-3 8-1 1-1 e0-0-0-0 5 2-Methyl.4-(3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol 83,3 0-0-0-50-118 0-0-0-0-0 5 2-Methylthio-4-(3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol 750 0-63-66-4 0-0-0-0 5 2-Aethoxy-4-(4'-methoxy-3'.isothiocyanatophenyl)thiazol 500 0-21-107-14-0 0-0-0-0-3 4 2-Brom-4-(3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol 500 0-1-53-1-0 0-0-0-S0 5 2-Chlor-4-(4'-chlor-3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol 500 0-0-88-4-0 0-0-0-0-0 5 2-Isopropoxy-4-(3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol 500 0-5-105-10-0 0-0-0-0-0 5
Versuche an
durch Hymenolepsis nana befallenen Mäusen
Die Wirkstoffe wurden in Form einer Suspension per Magensonde weissen Mäusen verabreicht, die mit Hymenolepis nana infestiert waren. Pro Versuch wurden 5 Tiere verwendet. Jedem Tier wurden die Wirkstoffe während 3 aufeinanderfolgenden Tagen einmal täglich verabreicht. Die Tiere wurden dann am 8. Tag nach Beginn der Behandlung getötet und seziert.
Die Auswertung erfolgte nach Sektion der Versuchstiere durch Auszählung der im Darm befindlichen Bandwürmer. Als Kontrolle dienten unbehandelte, gleichzeitig und gleichartig infizierte Mäuse.
Die Mittel wurden von den Mäusen symptomlos vertragen.
Hymenolepis nana Wirkstoff Tagesdosis Befall der Befall der mg/kg Kör- 5 Versuchs- Kontroll pergewicht tiere bei tiere bei der Sektion der Sektion 2-Methyl4-(3 -isothiocyanatophenyl)-thiazol 250 0-0-0-0-0 3-9-15 1520 2-Methyl-4-(3 -isothiocyanato-47-brom-phenyl)-thiazol 750 0-0-0-0-2 4-12-16-21-23 4-(3-Isothiocyanatophenyl)-thiazol 300 0-0-0-0-0 0-1-2-45 '-Isopropoxy- l-( l -isothiocyanatophenyl)-thiazol 500 0-0-0-0-0 34-7-9-1 1 2-Chlor-5-methyl-4-(3 -isothiocyanatophenyl)-thiazol 750 0-0-0-0-0 0-1-2-4-5 2-Chlor-4-(4 -isothiocyanatophenyl)-thiazol 500 0-0-0-0-0 2-44-5-7 2-Aethoxy-4-(3 -isothiocyanatophenyl)-thiazol 500 0-0-0-0-0 3-4-7-9 11
'-Aethoxy- 1-(2 -isothiocyanatophenyl)-thiazol 500 0-0-0-0-0 6-9-10-11-12 2-Methylthio-4-(3 -isothiocyanatophenyl)-thiazol 500 0-0-0-0-0 8-11-13-16 2-Methyl-4-(4 -chlor-3 -isothiocyanatophenyl)-thiazol 250 0-0-0-0-3 3-6-12-15-17
Versuche an durch Fasciola hepatica befallenen Ratten
Weisse Laborratten werden mit Leberegeln (Fasciola hepatica) infestiert. Nach Ablauf der Präpatenzzeit wird der Befall der Ratten durch Leberegel mittels 3 voneinander unabhängigen Kotanalysen nachgewiesen.
Pro Versuch werden je 2-4 befallene Ratten mit dem Wirkstoff, der in Form einer Suspension per Magensonde appliziert wird, an 3 aufeinanderfolgenden Tagen täglich einmal behandelt. In der 3. bis 5. Woche nach Verabreichung des Wirkstoffes wird einmal wöchentlich eine Kotanalyse auf den Gehalt an Leberegeleiern durchgeführt. Am Ende der 5. Woche nach Versuchsbeginn werden die Versuchstiere getötet und auf noch vorhandene Leberegel untersucht.
Fasciola hepatica Wirkstoff Tages- Kotkontrolle Anzahl Allge dosis auf Eiabgabe Leber- mein in mg/kg 3 mal egel zustand
Körper- nach der gewicht Sektion vor der nach der
Medikation Medikation 2-Methyl-4-(4'-isothiocyanatophenyl)-thiazol 100 positiv negativ 0-0-0-0 gut Wirkstoff Tages- Kotkontrolle Unzahl Allge dosis auf Eiabgabe Leber- mein in mg/kg 3 mal egel zustand
Körper- nach der gewicht Sektion vor der nach der
Medikation Medikation 2-Methyl-4-(3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol 100 positiv negativ 0-0-0-0 gut 2-n-Propyl-4-(3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol 200 positiv negativ 0-0-0-0 gut 2-Chlor-5-methyl-4-(3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol 200 positiv negativ 0-0 gut 2-Chlor-4-(3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol 75 positiv negativ
0-0 gut 4-(3'-Isothiocyanatophenyl)-thiazol 50 positiv negativ 0-0-0-0 gut 2-Methylthio-4-(3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol 200 positiv negativ 0-0-0-2 gut
Versuche an durch Mäuseoxyuren befallenen Mäusen
Die Wirkstoffe wurden in Form einer Suspension per Magensonde weissen Mäusen verabreicht, die mit Mäuseoxyuren infestiert waren. Jedem Tier wurden die Wirkstoffe während 1 bis 3 aufeinanderfolgenden Tagen einmal täglich verabreicht. Die Tiere wurden dann am 8. Tag nach Beginn der Behandlung getötet und seziert.
Die Auswertung erfolgte nach Sektion der Versuchstiere durch Auszählung der im Darm befindlichen Mäuseoxyuren.
Als Kontrolle dienten unbehandelte, gleichartig infizierte Mäuse.
Die Mittel wurden von den Mäusen symptomlos vertragen.
Mäuseoxyuren Wirkstoff Tages- Verab- Befall der Ver- Befall der dosis reichungs- suchstiere Kontrolltiere in mg/kg dauer in bei der bei der
Körperge- Tagen Sektion Sektion wicht 2-Methyl-4-(3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol 250 3 0-0-0-3-4 6-7-10-20-25 2-Methyl-4-(3/-isothiocyanato-4'-brom-phenyl)-thiazol 750 3 0-0-0-0-0/1 12-12-12-21-38 2-Aethyl-4-(4'-isothiocyanatophenyl)-thiazol 250 3 0-0-0-0-0 1-2-5-8-9 4-(3'-lsothiocyanatophenyl)-thiazol 300 2 1-0-0-2-0 1-2-3-3-4 2-lsopropoxy-4-(4'-isothiocyanatophenyl)-thiazol 500 3 0-0-0-0-0 8-12-19-21-24 2-Chlor-5 -methyl-4-(3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol 750 3 0-0-0-0-0 1-2-3-3-4 2-Aethoxy-4-(3 '-isothiocyanatophenyl) -thiazol 500 3 0-0-0-0-0 8-12-19-21-24 2-Chlor-4-(4'-isothiocyanatophenyl)-thiazol 300 3 0-0-0-0-0 6-7-10-20-25 2-Methylthio-4-(3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol 750 3 0-0-0-0-0
12-12-10-9-8
Die folgenden Beispiele dienen zur Erläuterung des erfindungsgemässen Verfahrens. Die Temperaturen sind in Celsiusgraden angegeben.
Beispiel 1
Eine Lösung von 20 g Phosgen in 100 ml trockenem o Dichlorbenzol werden unter Kühlung bei 0oC 11 g 4-(3'-Aminophenyl)-2-n-propyl-thiazol zugesetzt. Die weisse Suspension wird zuerst 12 Stunden bei Raumtemperatur gerührt, anschliessend innerhalb von 45 Minuten auf 90OC unter gleichzeitigem Einleiten von Phosgen erhitzt und dann ohne weitere Phosgenzugabe bei 125-1300C solange erhitzt, bis die Gasentwicklung beendet ist. Dann wird die Mischung langsam auf Zimmertemperatur abgekühlt und mit 3,75 g Phosphorpentasulfid versetzt. Nach 14-stündigem Erhitzen bei Rückflusstemperatur wird das Gemisch filtriert, das Filtrat am Vakuum eingeengt und der Rückstand destilliert. Das 4-(3'-Isothiocyanatophenyl)-2-n-propyl-thiazol hat den Kp: 163-1650C/0,05 Torr.
Beispiel 2
9,9 g 2-Chlor-4-(3-aminophenyl)-thiazol-hydrochlorid werden mit einer Lösung von 2,8 g Natrium(metall) in 100 ml absolutem Äthanol 16 Studen am Rückfluss erhitzt. Die Suspension wird dann in 400 ml Eiswasser gegeben und mit Äther extrahiert. Der Ätherextrakt wird mit Wasser gewaschen, getrocknet und am Vakuum eingedampft. Das zurückbleibende Öl wird mit 400 ml absolutem Athanol aufgenommen.
Die alkoholische Lösung wird mit einer mit Chlorwasserstoff gesättigten Ätherlösung auf pH 3 bis 2 gestellt. Das ausgefallene Hydrochlorid wird abgetrennt und aus Isopropanol umkristallisiert. Fp: 220ob u. Z.
Das so erhaltene 2-Äthoxy-4-(3'-aminophenyl)-thiazolhydrochlorid wird dann nach der in Beispiel 1 beschriebenen Methode in das 2-Äthoxy-4-(3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol übergeführt. Fp: 53-54oC.
Beispiel 3
20 g p-Nitrophenacylrhodanid werden in 150 ml absolutem Toluol und 50 ml absolutem Butanol auf 80OC erhitzt und innerhalb von 45 Minuten zu der siedenden Lösung von 1,5 g p-Toluolsulfonsäure in 150 ml absolutem Butanol gegeben.
Das sich bei der Reaktion abscheidende Wasser wird kontinuierlich aus dem Reaktionsgemisch entfernt (Wasserabscheider). Die gelbe Lösung wird dann 10 Stunden am Rückfluss erhitzt und anschliessend am Vakuum zur Trockne einge dampft. Der Rückstand wird in Methanol aufgenommen und eine Stunde im Eisbad stehengelassen. Der ausgefallene Nie derschlag wird abgetrennt, mit Äther gewaschen und aus
Methanol umkristallisiert. Das 2-Butoxy-4-(4'-nitrophenyl) thiazol hat den Fp: 86,50. Die Verbindung wird zu der entspre chenden Aminophenyl-thiazol-Verbindung reduziert und anschliessend nach der in Beispiel 1 beschriebenen Methode in das 2-Butoxy-4-(4'-isothiocyanatophenyl)-thiazol übergeführt.
Fp. 53-54C.
Entsprechend den vorstehenden Beispielen sind noch folgende 4-(lsothiocyanatophenyl)-thiazole der Formel I hergestellt worden: Verbindungen: rbindungen: physikalische Daten: '-Chlor- 1-(3 -isothiocyanatophenyl)-thiazol Fp: 63-640 2-Chlor-4-(4 -chlor-3 -isothiocyanatophenyl)-thiazol Fp: 90-91 o 2-Chlor-4-(4 -methoxy-3 -isothiocyanatophenyl)-thiazol Fp: 114,5-115,5 2-Chlor-4-(4 -methyl-3' -isothiocyanatophenyl)-thiazol Fp: 101-1020 4-( 3 -Isothiocyanatophenyl)-thiazol Fp: 60,5-620 2-Chlor-5-methyl-4-(3 -isothiocyanatophenyl)-thiazol Fp:
: 97-980 2-Chlor-4-(4 -isothiocyanatophenyl)-thiazol Fp: 117-118" 2-Aethoxy-4-(3 -isothiocyanatophenyl)-thiazol Fp: 53,5-54O 3-Aethoxy-4-(1 -methoxy-3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol ca. 520 '-Isopropoxy-4-(3 '-isothiocyanatophenyl)-thiazol ca. 20O n20D = 1.6548 2-Isopropoxy-4-(4 -isothiocyanatophenyl-thiazol ca. 53O --Brom-l-(3 -isothiocyanatophenyl)-thiazol Fp:
780 2-Methylthio-4-(3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol Fp: 77-79O 2 -Isopropylthio-4-(4 '-isothiocyanatophenyl)-thiazol 2 -Me thyl -4-(3' -isothiocyanatophenyl)-thiazol Fp: 51-54 2-Methyl -4-(4 -chlor-3' -isothiocyanatophenyl) -thiazol Fp: 120-121" Verbindungen:
physikalische Daten 2-Methyl-4-(4'-brom-3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol Fp: 123,5-1250 2-Aethyl-4-(4'-isothiocyanatophenyl)-thiazol Fp: 64-65" 2-Isopropyl-4-(4'-isothiocyanatophenyl)-thiazol Kp: 157 /0,015 Torr ZIsopropyl-dr-(3 '-isothiocyanatophenyl )-thiazol Kp: 152"/0,04 Torr 2-Isopropyl-4-(4'-brom-3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol Oel 2-Methyl-4-(2',4'-di-isothiocyanatophenyl)-thiazol Fp: 94-96" 2-Isopropylthio-4-(4'-isothiocyanatophenyl)-thiazol Fp:
: 68-690 2-Methyl-5-butyl-4-(3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol Kp. 175-1800/0,06 Torr 2-n-Butoxy-4-(4'-isothiocyanatophenyl)-thiazol Fp. 53-55O 2-n-Butyl-4-(4'-isothiocyanatophenyl)-thiazol Fp. 54-55O 2-Isopropyl-4-(4'-nitro-3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol Fp. 49-50O
Die folgenden Beispiele beschreiben die Herstellung von Aufarbeitungsformen anthelminthisch wirksamer Mittel und
Futterzusatzmittel. Teile sind als Gewichtsteile zu verstehen.
Dispergierbares Pulver
Zur Herstellung von 50%igen dispergierbaren Pulvern werden a) 50 Teile 2-Chlor-5-methyl-4-(3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol
1 Teil eines Polyäthylenoxypropylenglykols mit einem Mol-Gew. von ca. 2000 (Pluronic L
5 Teile des Ammoniumsalzes eines sulfonierten Naphthalinsulfonsäure-Phenol-Formaldehyd
Kondensates (Irgatan AGI)
44 Teile Kaolin; b) 50 Teile 2-Methyl-4-(3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol,
1 Teil eines Polyäthylenoxypropylenglykols mit einem Mol-Gew. von ca. 8000 (Pluronic F
68),
0,5 Teile Natrium-Ligninsulfonat,
48,5 Teile Natrium-Silikat verwendet. Die angegebenen Wirkstoffe werden mit den Trägerstoffen und Verteilungsmitteln vermischt und fein vermah len. Das erhaltene Pulver kann mit flüssigen oder breiigen Futtermitteln vermischt und an Haus- und Nutztiere verab reicht werden.
Paste
Zur Herstellung einer 40%igen Paste werden folgende Stoffe verwendet: 40 Teile 2-Methyl-4-(3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol, ',5 Teile Natrium-Ligninsulfonat, 0,3 Teile Natriumbenzoat, 10 Teile Glyzerin, 47,2 Teile destilliertes Wasser Der Wirkstoff und die Verteilungsmittel werden innig vermischt. Die so erhaltene Paste wird zur Verabreichung an Haus- und Nutztiere flüssigen oder breiigen Futtermitteln beigemischt.
Fltterclxsat; - Presslinge
Zur Herstellung von 35Crcigen Futterzusatz-Presslingen werden folgende Wirkstoffe verwendet: 35 Teile 2-Chlor-5-methyl-4-(3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol, 15 Teile Melasse, 5 Teile Süssholzpulver, 25 Teile Trockengrünmehl, 20 Teile gemahlene Kleie.
Der Wirkstoff und die Verteilungsmittel werden vermischt und in einer Futtermittelpresse zu Presslingen geformt. Das erhaltene Futterzusatzkonzentrat wird mit dem Futter vermischt, an Haus- und Nutztiere verabreicht.
Eiiiulgierbares Kon^,entrat
Durch Vermischen von
2 Teilen o-Chlor-5-methyl-4-(3'-isothiocyanatophenyl)-thiazol, 2 Teilen eines Polyäthylenoxypropylenglykols mit einem Mol-Gew. von ca. 3000 (Pluronic L 64) und 96 Teilen Aceton wird ein emulgierbares Konzentrat erhalten, das mit Wasser zu Emulsionen jeder gewünschten Konzentration verdünnt und zum Beispiel als Trank an Haus- und Nutztiere verabreicht werden kann.
Ölige Formulierung 40 Teile 2-Chlor-5-methyl-4-(31-isothiocyanatophenyl)-thiazol, werden in einer geeigneten Mühle möglichst fein vermahlen und anschliessend z. B. auf einem
Walzenstuhl mit 60 Teilen Arachidöl (Erdnussöl) homogen vermischt.
Diese Öl-Pasten können den Tieren oral verabreicht werden.