Die Erfindung betrifft eine Anlage zur Oberflächenbehandlung von Werkstücken mit einer Schleuderstrahlmaschine, wobei die Werkstücke in Strahltrommeln enthalten sind, welche mehrere Stationen der Maschine durchlaufen und unter gleichzeitiger Beaufschlagung der Werkstücke durch ein Strahlmittel drehbar sind.
Es sind bereits verschiedene Einrichtungen der vorgenannten Art bekannt. So zeigt zum Beispiel die deutsche Offenlegungsschrift Nr. 2 020 924 eine Putzmaschine mit einer Füllgutaufnahmetrommel, die zur Umwälzung des Füllgutes unter gleichzeitiger Beaufschlagung desselben durch ein Strahlmittel drehbar ist. Die Maschine ist mit einer Aufgabe- und Aus tragsvorrichtung zur Beschickung der Trommel ausgerüstet.
bei welcher mindestens zwei Trommeln vorgesehen sind, die in Aufeinanderfolge stufenweise durch eine Anzahl von Stationen bewegbar sind, von denen die eine eine Beladestation, eine andere eine Putzstation und eine dritte eine Austragsstation ist. Diese Ausführungsart bedingt durch die fest mit der Strahlmaschine verbundenen Strahltrommeln ein Umschütten des Putzgutes beim Beladen und Entladen. Die horizontale Anordnung der Hauptachse dieser Bauart beschränkt ferner wegen der Lage des Füllgutes die Zahl der Stationen bzw. der Strahltrommeln praktisch auf drei.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, gegenüber bisher bekannten Ausführungen das Beladen und das Entladen der Strahlmaschinen zu vereinfachen und die damit verbundenen Totzeiten herabzusetzen. Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe bei einer Anlage der eingangs angegebenen Art dadurch gelöst, dass zwischen der Schleuderstrahlmaschine und einer Fördervorrichtung eine Umsetzvorrichtung angeordnet ist, welche eine um eine Achse schwenkbare Hubvorrichtung und eine Klemmvorrichtung zur Erfassung von Strahltrommeln aufweist, wobei die Ebene der Schwenkbewegung der Hubvorrichtung die Achse der Schleuderstrahlmaschine schneidet.
Die Zeichnungen zeigen Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes in vereinfachter Darstellungsweise, und zwar:
Fig. 1 einen Schnitt im Aufriss gemäss der Linie 1-1 in Fig. 3 einer 4-Stationen-Strahlmaschine mit Belade- bzw. Entladestation, zwei Strahlstationen und zwei Umsetzvorrichtungen,
Fig. 2 einen Seitenriss der in Fig. 1 gezeigten Umsetzvorrichtung,
Fig. 3 einen Grundriss der in Fig. 1 gezeigten Maschine mit Zuführ- und Wegführaggregat und zwei Umsetzvorrichtungen,
Fig. 4 ein Schema einer 4-Stationen-Maschine mit einer Strahlstation, einer Station für Beladung und je einer Station für das Austrommeln und Entladen sowie zwei Umsetzvorrichtungen,
Fig. 5 ein Schema einer 5-Stationen-Maschine mit drei Strahlstationen und einer Be- und einer Entladestation sowie zwei Umsetzvorrichtungen,
Fig.
6 ein Schema einer 6-Stationen-Maschine mit vier Strahlstationen und je einer Be- und einer Entladestation sowie zwei Umsetzvorrichtungen,
Fig. 7 ein Schema einer 4-Stationen-Maschine mit einer Station für das Be- und Entladen, zwei Strahlstationen und einer Austrommelstation sowie nur einem Transportaggregat und nur einer Umsetzvorrichtung.
In den Fig. 1, 2 und 3 ist eine 4-Stationen-Strahlmaschine und deren Arbeitsweise dargestellt. Von einem horizontalen, nicht näher bezeichneten Zuführaggregat, z. B; einem Rollgang 11, werden die mit Werkstücken, z. B. Gussstücken, gefüllten, auswechselbaren Strahltrommeln 12 nacheinanderfolgend zur Stelle 13 gebracht. Hier werden die Strahltrommeln 12 in bestimmten Zeitabständen, die der Strahlzeit entsprechen, von einer maschinellen Umsetzvorrichtung 14 durch
Anheben, Einschwenken und Absenken in eine leere An triebskrone 5 bei Station 1 in die Maschine abgesetzt. Die
Maschine selbst hat vier Zellen 6, die durch Zwischenwände 7 gebildet werden. Die Zwischenwände 7 stehen in fester Ver bindung mit der Vertikalachse 8, die durch den Getriebemo tor 9 in schrittweise Drehung versetzt werden kann.
Am unte ren Ende der Vertikalachse sitzt ein Drehkreuz 10 mit den darin gelagerten Antriebskronen 5. Die Anzahl Antriebskro nen 5 entspricht der Anzahl Stationen bzw. der Anzahl Zellen
6. Jede Antriebskrone 5 hat einen individuellen Antrieb, z. B.
mit Getriebemotor 15. Durch die schrittweise Drehung der Vertikalachse 8 werden die Strahltrommel 12 im gleichen
Rhythmus immer zur nächstfolgenden Station 2, 3 usw. ge dreht. Die Strahltrommel 12 auf Beladestation 1 geht somit auf Strahlstation 2 unter den Schleuderstrahl 30 der Schleuderräder 22, die vorausgehende Strahltrommel 12 auf der ersten Strahlstation 2 geht auf die zweite Strahlstation 3 usw. Hat eine Strahltrommel 12 die Endstation 4 erreicht, so wird sie hier, nach dem Leerdrehen zum Austrommeln des Strahlmittels in die Maschinenwanne 16, von einer zweiten Umsetzvorrichtung 14 der Maschine entnommen und zum Abtransport auf das entsprechende Wegführaggregat 17 abgesetzt. Beim nächsten Schritt dreht die Vertikalachse 8 die nun leere Antriebskrone 5 von der Entladestation 4 auf die Beladestation
1, und es beginnt der schrittweise Zyklus ohne Unterbruch wieder von neuem.
Die Umsetzvorrichtung 14 funktioniert folgendermassen:
An einem Joch 27 über der Beladestation 13 hängt an einer Schwenkachse 23 ein Hubzylinder 24 mit einer durch Zylinder 36 betätigten Klemmvorrichtung 25, mit welcher die gefüllte Strahltrommel 12 bei Punkt 13 auf dem Zuführaggregat 11 erfasst und angehoben wird. Ein Schwenkhebel 28 der wie der Hubzylinder 24 fest auf der Schwenkachse 23 sitzt, wird bedient von einem Druckzylinder 26 zum Einschwenken des Hubzylinders 24 mit der Strahltrommel 12 auf die Station 1 in der Maschine. Dort senkt der Hubzylinder 24 die Strahltrommel 12 in die leere Antriebskrone 5 ab und die Klemmvorrichtung 25 gibt die Trommel 12 frei, worauf der Hubzylinder 24 zurückgeschwenkt wird. Analog umgekehrt arbeitet eine zweite Umsetzvorrichtung 14 zum Entladen der Strahltrommeln von der Station 4 auf das Wegführaggregat 17.
Der Strahlmittelrücktransport geschieht in bekannter Weise z. B. über eine Transportschnecke 18 und eine Siebtrommel 19, in welcher zunächst die festen Teile ausgeschieden werden, über ein Becherwerk 20 zu einem bekannten, nicht näher beschriebenen Separator 21, in welchem die feinen Verunreinigungen ausgeschieden werden.
Das gereinigte Strahlmittel gelangt hierauf zurück zu den Schleuderrädern 22. Es können ein oder zwei oder auch mehrere Schleuderräder über jeder Strahlstation angeordnet werden.
Die Fig. 4 zeigt in schematischer Darstellung eine zweite Ausführungsform einer Schleuderstrahlmaschine gemäss der Erfindung. Ein Zuführaggregat 45 und ein Wegführaggregat 46 weisen an ihren Enden Umsetzvorrichtungen 47 und 47' auf, welche in gleicher Weise wirken, wie für das Ausführungsbeispiel von Fig. 1 bis 3 beschrieben. Die Station 41 ist Beladestation, 42 ist Strahlstation, 43 Station für das Austrommeln und 44 ist Entladestation. Diese Ausführungsform erlaubt eine andere Zeiteinteilung für die in der Maschine vorzunehmenden Operationen.
In Fig. 5 und 6 sind weitere Ausführungsformen schematisch dargestellt. Die Fünfstationenmaschine gemäss Fig. 5 erlaubt, neben der Beladestation 51 und einer Entladestation 55, zwei Strahlstationen 52 und 53 und eine Station 54 zum Austrommeln anzuordnen. Das Zuführaggregat 57 und das Wegführaggregat 58 sowie die Umsetzvorrichtung 56 und 56' sind in gleicher Weise eingesetzt, wie im Ausführungsbeispiel von Fig. 1 bis 3.
Für Werkstücke, welche eine besonders lange und intensive Strahlbehandlung erfordern, kann eine Strahlmaschine gemäss Fig. 6 mit drei Strahlstationen 61, 62 und 63 eingesetzt werden. Die Stationen 64 und 65 sind identisch mit den Stationen 1 und 4 von Fig. 1 bis 3 zum Beladen und Entladen der Strahlmaschine. Die Station 66 kann zum Austrommeln eingesetzt werden.
Die Ausführungsform von Fig. 7 weist eine Vierstationenmaschine analog Fig. 1 bis 3 oder Fig. 4 auf. Die Anlage weist jedoch nur eine Umsetzvorrichtung 34 auf, welche sowohl zum Beladen wie auch zum Entladen der Station 31 eingesetzt ist.
Die Basis der Umsetzvorrichtung 34 befindet sich ausserhalb der Rollbahn 33, welche vom Joch 29 überragt wird, damit Strahltrommeln 35 zur Station 31 geschwenkt werden können.
Die Rollbahn 33 dient dabei als Zuführaggregat und als Wegführaggregat für die Strahltrommeln 35.
Schleuderstrahlmaschinen gemäss der vorliegenden Erfindung können in bekannter Weise mit Steuerungen für automatischen Betrieb ausgerüstet werden. Dabei können sämtliche Operationen durch die Steuerung erfasst werden, so dass ein vollautomatischer Betrieb einer Schleuderstrahlanlage möglich ist. Durch die Erfindung kann das Umladen von Werkstücken von Transportbehältern in die Strahlmaschine wesentlich vereinfacht und Staub- und Lärmentwicklung vorteilhaft herabgesetzt werden.