CH622674A5 - Herbicide - Google Patents

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CH622674A5
CH622674A5 CH959676A CH959676A CH622674A5 CH 622674 A5 CH622674 A5 CH 622674A5 CH 959676 A CH959676 A CH 959676A CH 959676 A CH959676 A CH 959676A CH 622674 A5 CH622674 A5 CH 622674A5
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alanine
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atom
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CH959676A
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Ernest Haddock
Clive Alan Raven
Alan John Sampson
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Shell Int Research
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Description

Die Erfindung bezieht sich auf ein Herbizid, das als Wirkstoffkomponente gewisse N-substituierte Alaninverbindungen enthält.
In Chem. Abstr. 54 (1960) 19548b-f, sind a-(3,4-Dichlor-anilino)-fettsäuren beschrieben, wie z.B. a-(3,4-Dichloranili-no)-propionsäure. Die FR-PS 1 525 715 beschreibt gewisse Anilinoalkyl-carboxamide mit Herbizidwirkung, und in der FR-PS 2 110 057 wird die Herstellung von a-Anilinocarbon-säuren und Derivaten davon beschrieben, ohne dass jedoch deren Herbizidwirkung damals erkannt worden wäre.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, neue Herbizide mit verbesserter Wirkung zur Verfügung zu stellen.
Die erfindungsgemässen Herbizide enthalten die üblichen Träger und bzw. oder oberflächenaktiven Mittel und sind gekennzeichnet durch einen Gehalt an einem oder mehreren Wirkstoffen, wovon mindestens einer eine N-substituierte Alaninverbindung der folgenden allgemeinen Formel ist
Die erfindungsgemässen Gemische zeigen eine gute Herbizidwirkung gegen Breitblatt-Unkräuter, wenn man sie auf die Blätter aufsprüht. Insbesondere dienen sie zur selektiven Bekämpfung dieser Unkräuter in Getreidebeständen, vor 5 allem in Gerstenfeldern. Die Erfindung umfasst daher auch die Verwendung dieser Gemische zur Bekämpfung von Breitblatt-Unkräutern, wobei man auf diese bzw. ihre Umgebung eine entsprechende Menge an N-substituierter Alaninverbindung der allgemeinen Formel (I), vorzugsweise der allgemei-10 nen Formel (II) aufbringt.
Gewisse unter die Formel (I) fallende Verbindungen sind neu, nämlich die folgenden: N-(3,4-Dichlorphenyl)alanin-Iso-propylester und das Methyl-2-(3-chlor-4-fluorphenyl)amino-3-methoxypropionat.
15 Die N-substituierten Alaninverbindungen können hergestellt werden mit Hilfe der in der organischen Chemie üblichen Verfahren, z. B. durch Umsetzen eines Anilinderivates der Formel nh-ch-cor I
Ch'2Z
(I)
20
nh,
30
35
worin X ein Fluor- oder Chloratom, Y ein Wasserstoff-, Fluoroder Chloratom und Z ein Wasserstoffatom oder eine Alkoxy-gruppe ist, und worin R entweder eine Gruppe der Formel -OR1 ist, in welcher R1 ein Wasserstoffatom, ein zur Bildung eines Metallsalzes fähiges Ion oder ein gegebenenfalls alkyl-substituiertes Ammoniumion oder eine gegebenenfalls substituierte Alkyl-, Cycloalkyl-, Aryl-, Alkenyl- oder Alkarylgruppe vertritt; oder worin R eine Gruppe der Formel -SR2 ist, worin R2 eine gegebenenfalls substituierte Alkyl-, Cycloalkyl-, Aryl-, Alkenyl- oder Alkarylgruppe vertritt; wobei R1 nicht Wasserstoff ist, falls X und Y Chlor sind,
oder worin R eine Gruppe nach Formel -ON=CR3R4,
worin R3 und R4 jeweils Wasserstoff, eine Hydroxygruppe,
eine gegebenenfalls substituierte Alkyl-, Alkenyl-, Aryl-,
Alkaryl-, Heterocyclyl-, Alkoxy-, Alkylthio- oder Aminogruppe sind oder worin R3 und R4 zusammen für eine Polymethylen- 40 gruppe stehen, die gegebenenfalls durch ein oder mehrere Heteroatome unterbrochen ist.
Ein bevorzugtes Herbizid gemäss der Erfindung ist ein solches, worin der Wirkstoff eine N-substituierte Alaninverbindung der allgemeinen Formel (II) ist 45
I
ch,
c00r
(II)
50
worin X und Y die obige Bedeutung haben, mit einem Pro-pionsäurederivat der Formel
GH.—CH-COÜH
f * I
Z Gl worin Z ein Wasserstoffatom oder eine Methoxygruppe ist; man arbeitet in Anwesenheit einer Base, die sich zur Absorption des gebildeten Halogenwasserstoffes eignet, der dann entfernt wird, z. B. von Natriumbicarbonat. Die erhaltene Carbonsäure kann dann verestert werden, so dass man den betreffenden Ester erhält.
Es wurde ferner gefunden, dass das Wirksamkeitsspektrum des erfindungsgemässen Herbizids wesentlich erweitert werden kann, wenn das Gemisch einen zweiten Wirkstoff enthält, nämlich eine Verbindung aus der Gruppe von Herbiziden gegen Windhafer, welche die Struktur von N,N-disubstituier-ten Alaninen haben. Obgleich die einfach am Stickstoff substituierten Alaninverbindungen nach Formel (I) keinerlei Wirksamkeit gegenüber grasartigen Unkräutern (einschliesslich Windhafer) aufweisen, zeigt die Kombination überraschenderweise eine erhöhte Aktivität gegenüber Windhafer, während die Aktivität gegenüber Breitblattpflanzen nicht beeinträchtigt wird.
worin X ein Fluor- oder Chloratom und Y ein Chloratom ist, während R ein Wasserstoffatom oder eine Alkylgruppe mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, z. B. eine Methyl-, Äthyl- oder Iso-propylgruppe, vertritt.
Es sei darauf hingewiesen, dass die N-substituierten Verbindungen optische Isomerie aufweisen können. Die einzelnen Isomeren sowie Gemische daraus fallen unter die Erfindung. Es wurde beobachtet, dass in der Mehrzahl der Fälle eines der optisch aktiven Isomeren (nämlich das rechtsdrehende Isomer) der N-substituierten Alaninverbindungen eine höhere Herbizidwirkung aufweist als das andere Isomer. Bevorzugt sind daher erfindungsgemässe Herbizide, bei denen die N-substituierte Alaninverbindung gemäss Formel 1 in der rechtsdrehenden Form anwesend ist.
Aufgrund dessen betrifft die Erfindung ferner Herbizide zur Bekämpfung von Breitblatt-Unkräutern und Windhafer, 55 die gekennzeichnet sind durch einen Gehalt an zwei Wirkstoffen, nämlich a) einer N-substituierten Alaninverbindung der allgemeinen Formel (I) und b) einer N,N-disubstituierten Alaninverbindung der allgemeinen Formel
60
65
-0"s
| ch-cor
' I
y ch3
(III)
622 674
4
worin Y Wasserstoff, Fluor oder Chlor und X Chlor oder Fluor bedeuten, während Q für Sauerstoff oder Schwefel steht und R die gleiche Bedeutung hat wie in Formel (I).
Beispiele für solche N,N-disubstituierten Alaninverbindungen und Verfahren zu ihrer Herstellung finden sich in folgenden Veröffentlichungen:
DE-OS 1 643 527, DE-OS 2 109 910, DE-OS 2 302 029, DE-OS 2 349 970, DE-OS 2 504 319, DE-OS 2 460 691.
Besonders bevorzugte N,N-disubstituierte Alaninverbindungen sind diejenigen der allgemeinen Formel
(IV)
worin X und Y jeweils Chlor oder Fluor bedeuten und R ein Wasserstoffatom oder eine Alkylgruppe mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen, z. B. Methyl, Äthyl oder Isopropyl, ist. Unter diesen Verbindungen ist ein insbesondere zur Verwendung in Gerstenbeständen geeignetes Windhaferherbizid die Verbindung nach Formel (IV), worin: X = Fluor, Y = Chlor und R = Isopropyl.
Die besten Verbindungen zur Verwendung in Weizenbeständen entsprechen der Formel (IV), worin: X = Chlor oder Fluor, Y = Chlor und R = Methyl oder Äthyl.
Analog den N-substituierten Alaninverbindungen nach Formel I existieren auch die N,N-disubstituierten Verbindungen nach Formel (IV) in optisch aktiver Form, wobei, allgemein gesprochen, das linksdrehende Isomer die aktivere Form ist. Soweit angezeigt, kann daher die N,N-disubstituierte Alaninverbindung in ihrer wirksamsten optisch aktiven Form in den erfindungsgemässen Herbiziden anwesend sein.
Ein besonders bevorzugtes Herbizid zur Bekämpfung von Breitblatt-Unkräutern und Windhafer ist ein solches, in dem die N-substituierte Alaninverbindung gemäss Formel (I) in der rechtsdrehenden Form und die N,N-disubstituierte Alaninverbindung nach Formel (III) in der linksdrehenden Form anwesend sind.
Die Erfindung betrifft daher auch die Verwendung von Herbiziden, die sowohl eine N-substituierte Alaninverbindung nach Formel (I) wie auch eine N,N-disubstituierte Alaninverbindung nach Formel (III) enthalten zur Bekämpfung von Breitblatt-Unkräutern und grasartigen Unkräutern in Getreidebeständen.
Die in den Alaninderivaten nach den Formeln (1) und (III) gegebenenfalls anwesenden Substituenten sind vorzugsweise ein oder zwei Chlor- oder Fluoratome oder eine oder zwei Alkyl(l-4 C)- oder Alkoxy(l-4 C)-gruppen. Die Alkyl-, Alkenyl-, Alkoxy- oder Alkylthiogruppen in den obigen allgemeinen Formeln enthalten zweckmässigerweise bis zu 6, vorzugsweise bis zu 4 Kohlenstoffatomen. Die Aryl-, Alkaryl-, Cyclo-alkyl-, Heterocyclyl- und Polymethylengruppen enthalten zweckmässigerweise bis zu 10 und vorzugsweise bis zu 7 Kohlenstoffatome. Die Heteroatome, die in der Polymethylengruppe oder in den heterocyclischen Gruppen anwesend sein können, können Sauerstoff-, Stickstoff- oder Schwefelatome sein, sind jedoch vorzugsweise ein oder zwei Sauerstoff-und/oder Stickstoffatome.
Viele Jahre lang hat man die Breitblatt-Unkräuter in Getreidebeständen mit Erfolg bekämpft durch Aufbringen von
Herbiziden zum Regulieren des Pflanzenwuchses, wie Derivaten von Phenoxy-Alkansäure, bekannt als Hormon-Unkrautbekämpfungsmittel, auf die Blätter. Beim Versuch, gleichzeitig Breitblattpflanzen und grasartige Unkräuter mit Hilfe eines 5 einmaligen Aufbringens auf Getreidebestände zu vernichten, stellte es sich heraus, dass die Anwesenheit des Hormon-Unkrautbekämpfungsmittels eine antagonistische Wirkung auf die Aktivität von N,N-disubstituierten Alaninherbiziden gegen Windhafer hat und dass die Wirksamkeit des letzteren Mittels io beeinträchtigt wird, so dass man schliesslich eine schlechtere Bekämpfung von Windhafer erreicht, als wenn man die beiden Herbizidtypen getrennt anwendet. Insofern hat das erfin-dungsgemässe Herbizid, das beide Typen von Alaninderivaten enthält, einen doppelten Vorteil gegenüber allen existierenden 15 Systemen, die man bei verunkrauteten Getreidebeständen einsetzen kann, nämlich einmal die Möglichkeit zur Bekämpfung von Breitblattunkräutern und Windhafer in Getreidefeldern in einem einzigen Arbeitsgang und ausserdem die synergistische Wirkung des Gemisches hinsichtlich der selektiven 20 Bekämpfung von Windhafer in Getreidefeldern.
Die erfindungsgemässen Herbizide können derart angesetzt werden, dass ihre Anwendung auf das zu testende Gebiet erleichtert wird und umfassen daher - wie üblich - einen Träger oder ein oberflächenaktives Mittel und meistens beide. 25 Unter «Träger» wird normalerweise ein festes oder flüssiges Material verstanden, das anorganisch oder organisch und von synthetischer oder natürlicher Herkunft sein kann; der Wirkstoff wird mit dem Träger vermischt oder angesetzt, um seine Anwendung auf die Pflanze, den Samen oder den Boden 30 oder andere zu behandelnde Objekte oder seine Lagerung, seinen Transport und seine Handhabung zu erleichtern. Es kommen alle beliebigen, für derartige Mittel geeignete Träger in Frage.
Beispiele für geeignete feste Träger sind Silikate, Tone, 35 z. B. Kaolinitton, synthetische hydratisierte Siliziumoxide, synthetische Calciumsilikate, Elemente, wie Kohlenstoff und Schwefel, natürliche und synthetische Harze, wie Cumaronhar-ze, Kollophonium, Kopal, Schellack, Dammarharz, Polyvinylchlorid und Styrolpolymere und -copolymere, feste Poly-40 chlorphenole, Bitumen, Asphaltit, Wachse, wie Bienenwachs oder festes Paraffinwachs, Montanwachs und chlorierte Mineralwachse, sowie feste Düngmittel, z. B. Superphosphate.
Beispiele für geeignete flüssige Träger sind Wasser, Alkohole, wie Isopropanol, Ketone, wie Aceton, Methyläthylketon, 45 Methylisobutylketon und Cyclohexanon, Äther, aromatische Kohlenwasserstoffe, wie Benzol und Toluol, Petroleumfraktionen, wie Kerosin, chlorierte KW-Stoffe, wie Tetrachlorkohlenstoff, einschliesslich verflüssigten, normalerweise dampf- oder gasförmigen Verbindungen. Gemische aus verschiedenen Flüs-50 sigkeiten sind oft besonders geeignet.
Das oberflächenaktive Mittel kann ein Netz- oder Emul-gier- oder Dispergiermittel sein, das nichtionisch oder ionisch sein kann. Es kommen beliebige oberflächenaktive Mittel in Frage, wie sie zum Aufbau von Herbiziden im Gebrauch sind. 55 Beispiele für geeignete oberflächenaktive Mittel sind die Natrium- oder Calciumsalze von Polyacrylsäuren, die Kondensationsprodukte von Fettsäuren oder aliphatischen Aminen oder Amiden mit mindestens 12 C-Atomen im Molekül mit Äthylenoxid und/oder Propylenoxid; Teilester der obigen Fettsäu-60 ren mit Glycerin, Sorbit, Sucrose oder Pentaerythrit; Kondensationsprodukte von Alkylphenolen, z. B. p-Octylphenol oder p-Octylcresol, mit Äthylenoxid und/oder Propylenoxid; Sulfate oder Sulfonate dieser Kondensationsprodukte; und Alkalisalze, vorzugsweise Natriumsalze von Schwefelsäureestern 65 oder Sulfinsäuren mit mindestens 10 C-Atomen, wie Natrium-laurylsulfat, Natrium-sec.-alkylsulfate, Natriumsalze von sulfo-niertem Rizinusöl und Natriumalkylarylsulfonate, wie Na-triumdodecylbenzolsulfonat.
Die erfindungsgemässen Herbizide können als benetzbare Pulver, Stäubmittel, Granulate, Lösungen, emulgierbare Konzentrate, Emulsionen und Pasten angesetzt werden. Benetzbare Pulver werden gewöhnlich so bereitet, dass sie 25, 50 oder 75 % Wirkstoff und meist ausserdem einen festen Träger, 3 bis 10 Gew.% Dispergiermittel und, falls notwendig, bis zu 10 Gew.% Stabilisatoren und/oder andere Zusätze, wie Mittel zur Erleichterung des Eindringens oder des Haftens enthalten.
Stäubmittel sind gewöhnlich Konzentrate, deren Zusammensetzung derjenigen der benetzbaren Pulver entspricht, wobei jedoch das Dispergiermittel weggelassen ist. Sie werden an Ort und Stelle mit weiterem festem Träger verdünnt, so dass man ein Mittel erhält, das im allgemeinen 0,5 bis 10 Gew.% Wirkstoff enthält. Granulate haben gewöhnlich einen Korndurchmesser von etwa 0,15 bis 1,7 mm und können mit Hilfe von Agglomerations- oder Imprägnierungsmethoden hergestellt sein. Sie enthalten gewöhnlich 0,5 bis 25 Gew. % Wirkstoff und bis zu 10% Zusätze, wie Stabilisatoren, Verzögerungsmittel, Bindemittel usw. Emulgierbare Konzentrationen enthalten gewöhnlich ausser dem Lösungsmittel und gegebenenfalls einem Hilfslösungsmittel 10 bis 50% Gew./Vol. Wirkstoff, 2 bis 20% Gew./Vol. Emulgatoren und 0 bis 20% geeigneter Zusätze, wie Stabilisatoren oder Mittel, die das Eindringen erleichtern oder die Korrosion verhindern. Pasten werden so angesetzt, dass man ein stabiles, fliessbares Produkt erhält und enthalten gewöhnlich 10 bis 60% Wirkstoff, 2 bis 20% geeigneter Zusätze und, als Träger, Wasser oder eine organische Flüssigkeit, in der der Wirkstoff praktisch unlöslich ist. Die erfindungsgemässen Gemische können auch andere Zusätze enthalten, z. B. Schutzkolloide, wie Gelatine, Leim, Casein oder Pflanzengummi; oder auch Polyvinylalkohol, Na-triumpolyphosphate oder Celluloseäther. Auch Stabilisatoren, wie Äthylendiamintetraessigsäure oder andere Herbizide oder Pestizide können anwesend sein, sowie z. B. nichtflüchtige Öle als Haftmittel.
Wässrige Dispersionen und Emulsionen sowie Gemische, die erhalten wurden durch Verdünnen eines benetzbaren Pulvers oder eines emulgierbaren Konzentrates mit Wasser, fallen ebenfalls unter die Erfindung. Die Emulsionen können vom Wasser-in-öl- oder vom öl-in-Wasser-Typ sein und eine dik-ke, mayonnaiseähnliche Konsistenz aufweisen.
Die Beispiele dienen zur näheren Erläuterung der Erfindung.
Beispiel 1
Nachweis der Herbizidwirkung von N-substituierten Alaninverbindungen
Zwecks Nachweis ihrer Herbizidwirkung gegenüber Breitblatt-Unkräutern wurden die erfindungsgemässen Gemische als Blattsprays auf frisch aufgegangene Pflänzchen der folgenden Arten erprobt: Lein, Linum usitatissimum (L); Senf, Sina-pis alba (S); Zuckerrübe, Beta vulgaris (Z) und Sojabohne, Glycine max (SB).
Die im Versuch verwendeten Ansätze waren so hergestellt, dass man Lösungen der Verbindungen in Aceton mit einem Gehalt an 0,4 Gew.% eines Alkylphenyl/Äthylenoxid-Kon-densates (Handelsbezeichnung Triton X-155) mit dem gleichen Volumen Wasser verdünnt. Die resultierenden Aufbereitungen wurden in vier Dosierungen verwendet, entsprechend 0,1, 0,3, 1,0 und 3,0 kg Wirkstoff je Hektar. Jede Behandlung wurde dreimal wiederholt. Die Phytotoxizität wurde visuell 12 bis 14 Tage nach Besprühen der Blätter festgestellt und gemäss einer Standardskala mit 0 bis 9 benotet. Diese Phytotoxi-zitätswerte bildeten die Grundlage für die Berechnung der zur Behinderung des Wachstums nötigen Dosierung in kg/ha, d.h. der Dosis, die zu einer 50%igen Reduktion führte (G I Dso).
5 622 674
Tabelle I
Verbindung L S Z SB
G I D50 G I D50 G I D50 G1 D5o
0,43
0,70
0,77
0,71
0,18
0,30
0,44
0,45
0,51
0,36
0,73
0,14
0,28
0,25
0,46
0,12
0,51
0,41
1.1
0,75
1,1
2,4
1,7
0,67
Aus den aufgeführten Werten geht hervor, dass für eine gegebene Verbindung die rechtsdrehende Form jeweils eine grössere Herbizidwirkung aufweist als das racemische Ge-25 misch.
Beispiel 2
Nachweis der Herbizidwirkung von N-substituierten Alaninverbindungen Bei einer zweiten Versuchsreihe wurden die Verbindungen 30 als Blattsprays auf Sojabohnenpflänzchen im Cotyledonsta-dium aufgebracht, wobei nach Beispiel 1 gearbeitet und vier Dosierungen entsprechend 0,3, 0,6, 1,2 oder 2,4 kg Wirkstoff je Hektar verwendet wurden. 16 Tage nach dem Besprühen wurde die Phytotoxizität ermittelt und der GI D50-Wert be-35 rechnet.
Tabelle II
SB
GID50
0,12 0,07 0,60 0,80
Beispiel 3
Nachweis der selektiven Herbizidwirkung von N-substituierten Alaninverbindungen Um die selektive Herbizidwirkung (durch Unterdrückung 55 des Wachstums von Breitblatt-Unkräutern in Gerstenfeldern) nachzuweisen, wurden die erfindungsgemässen Gemische als Blattsprays auf junge Pflänzchen der folgenden Arten aufgebracht: Senf, Sinapis alba (S); Sojabohne, Glycine max (SB); Ackerwinde, Ipomea purpurea (W) und Gerste, Hordeum 60 vulgare (G).
Die verwendeten Aufbereitungen waren hergestellt worden gemäss Beispiel 1. Es wurden je zwei Versuche durchgeführt.
Test 1:
65 Die Verbindungen wurden nach dem Auflaufen auf Sojabohne, Senf und Gerste in vier Dosierungen aufgebracht. Gerste: 3 bis 24 kg/ha; Sojabohne und Senf 0,2 bis 1,6 kg/ha. Die Behandlung wurde jeweils viermal wiederholt. Die Phyto-
N-(3-Chlor-4-fluorphenyl)-alanin-M ethy lester (racemisches Gemisch) N-(3-Chlor-4-fluorphenyl)-10 alanin-Methylester (+ Isomer) N-(3,4-Dichlorphenyl)-alanin-Äthylester (racemisches Gemisch) N-(3,4-Dichlorphenyl)-15 alanin-Äthylester (+ Isomer) N-(3-Chlor-4-fluorphenyl)~ alanin-
Methyl-2-(3 -chlor-4-fluor-phenyl)-amino-3-methoxy-20 propionat
Verbindung
40
N-(3,4-Dichlorphenyl)alanin-Isopropylester (rechtsdrehendes Isomer) N-(3,4-DichIorphenyl)alanin-Äthylester (rechtsdrehendes Isomer)
« N-(3-Chlor-4-fluorphenyl)alanin-Isopropylester (rechtsdrehendes Isomer) N-(3-Chlor-4-fluorphenyl)alanin-Methylester (rechtsdrehendes Isomer)
622 674
6
toxizität wurde 8 Tage nach dem Besprühen visuell geschätzt und mit 0 bis 9 benotet. Diese Daten wurden über Computer analysiert, um die Dosierungen zu berechnen, die für Gerste, Sojabohne und Senf eine Wachstumsverhinderung von 50% ergeben. Die Resultate gehen aus Tabelle III hervor.
Tabelle III
Verbindung
G SB S
GI Dso GI Dso GID50
N-(3-Chlor-4-fluorphenyl)-alanin
N-(3-Chlor-4-fluorphenyl)-alanin-Methylester (racemisches Gemisch)
>20 2,89 0,69
16,3 0,93 0,65
15
Test 2:
Die Verbindungen wurden auf Sojabohne, Ackerwinde und Gerste in vier Dosierungen aufgebracht. Gerste 4 bis 23 kg/ha, Sojabohne und Ackerwinde: 0,3 bis 2,4 kg/ha. Die Behandlung wurde je dreimal wiederholt. Die Phytotoxizität wurde visuell geschätzt und wie oben mit 0 bis 9 benotet. Die Schätzung erfolgte für Gerste 14 Tage, für Sojabohne und Ackerwinde 22 Tage nach Besprühen. Die aus diesen Daten erhaltenen GI Dso-Werte gehen aus Tabelle IV hervor.
Tabelle IV
Verbindung
G SB W
GIDS0 GIDso GIDS
N-(3-Chlor-4-fluorphenyl)-alanin-Isopropylester
(racemisches Gemisch) 11,7 1,28 1,60
N-(3-Chlor-4-fluorphenyl)-
alanin-Isopropylester
(+Isomer) 11,2 0,92 0,98
Beispiel 4
Nachweis der synergistischen Herbizidwirkung von Gemischen aus N-substituierten und N,N-disubstituierten Alaninen
Die bei diesen Versuchen erprobten Gemische waren die folgenden:
Gemisch 1 :
N-Benzoyl-N-(3,4-dichlorphenyl(alanin-Äthylester (A) und N-(3,4-Dichlorphenyl)alanin-Äthyl-ester (B).
5 Gemisch 2:
N-Benzoyl-N-(3-chlor-4-fluorphenyl)alanin-Methylester (C) und N-(3-Chlor-4-fluorphenyl)alanin-Methylester (D).
10 Gemisch 3 :
N-Benzoyl-N-(3-chlor-4-fluorphenyl)alanin-Methylester (C) und N-(3-Chlor-4-fluorphenyl)alanin (E).
Gemisch 4:
N-Benzoyl-N-(3-chlor-4-fluorphenyl)alanin-Methylester (-Isomer) (F) und N-(3-Chlor-4-fluorphenyl)-alanin-Methylester (+ Isomer) (G).
Gemisch 5 :
N-Benzoyl-N-(3-chlor-4-fluorphenyl)alanin-20 Methylester (-Isomer) (F) und N-(3,4-Dichlorphenyl)-alanin-Äthylester (+ Isomer) (H).
Sämtliche Verbindungen wurden als 15- bis 20%ige emulgierbare Konzentrate angesetzt. Die für Verbindung (A) 25 angewandte Dosierungen waren 0,04, 0,08, 0,16 und 0,32 kg/ha, für die Verbindungen (C) und (F) waren es 0,02, 0,04, 0,08 und 0,16 kg/ha. Die fünf erfindungsgemässen Verbindungen wurden in ausreichenden Mengen zugefügt, um Gemische mit dem entsprechenden Mengenverhältnis zu erhalten. Diese 30 fünf Verbindungen (d.h. B, D, E, G und H) wurden auch allein in höherer Dosierung angewandt, wobei sie sich in den in dem Versuch angegebenen Dosierungen als inaktiv gegen angepflanzten Hafer (Kulturhafer) erwiesen.
In 7-cm-Töpfe mit Kompost-Erde (John Innes Nr. 1) 35 wurden 25 bis 30 Samenkörner Kulturhafer (Avena sativa) ausgesät. Nachdem die Pflänzchen 1 bis 1V2 Blätter gebildet hatten, wurden Gemische der Verbindungen in verschiedenem Verhältnis aufgesprüht, wozu eine logarithmische Sprühvorrichtung verwendet wurde. Je nach dem Gemisch wurde die 40 Phytotoxizität 10 bis 15 Tage nach dem Besprühen visuell festgestellt und prozentual bewertet, wobei 0 = keine Wirkung und 100 = keinerlei Wachstum nach Besprühen bedeuten. Die Daten wurden analysiert, um die Dosierungen in kg/ha zu berechnen, bei denen für Hafer eine 90%ige Reduk-45 tion (G I D9o) erreicht wurde. Die Versuchsresultate sind in Tabelle V wiedergegeben.
Tabelle V
Gemisch 1 Gl D90 Gemisch 2 Gl D90 Gemisch 3 Gl D90 Gemisch 4 Gl D90 Gemisch 5 Gl D90 Verhältnis Hafer Verhältnis Hafer Verhältnis Hafer Verhältnis Hafer Verhältnis Hafer Verb. A:B Verb. C:D Verb. C:E Verb. F:G Verb. F:H
1:0
0,17
2:1
0,12
1:1
0,14
1:2
0,14
1:4
0,12
0:1
1:0 0,073
1:1 0,063
1:2 0,051
1:4 0,058
1:8 0,048 0:1
1:0 0,14
1:0 0,12
1:2 0,09
1:4 0,10 0:1
1
:0
>0,16
2:
: 1
0,11
1:
: 1
0,05
1:
:2
0,05
1
:4
0,04
0
: 1
1:
:0
>0,16
1:
:0
0,08
1
: 1
0,06
1:
:2
0,05
1
:4
0,03
0
: 1
Beispiel 5
Das in diesem Fall geprüfte Gemisch bestand aus: N-Thiobenzoyl-N-(3-chlor-4-fluorphenyl)alanin-Isopropyl-ester (A) und N-(3-Chlor-4-fluorphenyl)alanin-Isopropyl-ester (B).
Der Verlauf der Versuche entsprach Beispiel 4. Die Verbindung (A) wurde in Dosierungen von 0,24, 0,48 und 0,96 kg/ha verwendet, wobei ausreichende Mengen an erfindungs-gemässer Verbindung zugefügt wurden, so dass das betreffende Gemisch das angegebene Mengenverhältnis aufwies. 19 Tage nach dem Besprühen wurde die Phytotoxizität visuell geschätzt und der G I D90-Wert wie oben berechnet.
7 622 674
Die Versuchsresultate gehen aus Tabelle VI hervor.
Tabelle VI
Verhältnis Verbindung
GID90
A:B
Hafer
1:0
0,99
1:1
0,91
1:2
0,73
1:4
0,60
0:1
_

Claims (13)

  1. 622 674
    2
    PATENTANSPRÜCHE 1. Herbizid mit einem Gehalt an einem Träger und bzw. oder einem oberflächenaktiven Mittel, gekennzeichnet durch einen Gehalt an einem oder mehreren Wirkstoffen, wovon mindestens einer eine N-substituierte Alaninverbindung der folgenden allgemeinen Formel ist
    X—^ ^-NH-yH-
    cor
    (I)
    ch2z worin X ein Fluor- oder Chloratom, Y ein Wasserstoff-, Fluoroder Chloratom und Z ein Wasserstoffatom oder eine Alkoxy-gruppe ist, während R entweder eine Gruppe der Formel -OR1 ist, in welcher R1 ein Wasserstoffatom, ein zur Bildung eines Metallsalzes fähiges Ion oder ein gegebenenfalls alkyl-substituiertes Ammoniumion oder eine gegebenenfalls substituierte Alkyl-, Cycloalkyl-, Aryl-, Alkenyl- oder Alkaryl-gruppe vertritt; und wobei R1 nicht Wasserstoff ist, falls X und Y Chlor sind oder worin R eine Gruppe der Formel -SR2 ist, worin R2 eine gegebenenfalls substituierte Alkyl-, Cycloalkyl-, Aryl-, Alkenyl- oder Alkarylgruppe vertritt;
    oder worin R eine Gruppe der Formel -ON=CR3R4 ist, worin R3 und R4 jeweils ein Wasserstoffatom, eine Hydroxy-gruppe, eine gegebenenfalls substituierte Alkyl-, Alkenyl-, Aryl-, Alkaryl-, Heterocyclyl-, Alkoxy-, Alkylthio- oder Aminogruppe vertreten oder worin R3 und R4 zusammen eine Polymethylengruppe vertreten, die gegebenenfalls durch ein oder mehrere Heteroatome unterbrochen ist.
  2. 2. Herbizid nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Wirkstoff eine N-substituierte Alaninverbindung der allgemeinen Formel
    h-ch-coor I
    CH3
    cq
    O
    enthält, worin Y ein Wasserstoff-, Fluor- oder Chloratom, X ein Chlor- oder Fluoratom und Q ein Sauerstoff- oder Schwefelatom sind, während R eine Gruppe der Formel —OR1 vertritt, in der R1 ein Wasserstoffatom, ein zur Bildung eines 5 Metallsalzes fähiges Ion oder ein gegebenenfalls alkylsubstitu-iertes Ammoniumion oder eine gegebenenfalls alkylsubstitu-ierte Alkyl-, Cycloalkyl-, Aryl-, Alkenyl- oder Alkarylgruppe vertritt;
    oder worin R eine Gruppe der Formel -SR2, in welcher R2 io eine gegebenenfalls substituierte Alkyl-, Cycloalkyl-, Aryl-, Alkenyl- oder Alkarylgruppe vertritt, ist;
    oder worin R eine Gruppe der Formel -NR3R4 oder -ON=CR3R4 ist, in denen R3 und R4 jeweils ein Wasserstoffatom, eine Hydroxygruppe oder eine gegebenenfalls substitu-15 ierte Alkyl-, Alkenyl-, Aryl-, Alkaryl-, Heterocyclyl-, Alk-oxy-, Alkylthio- oder Aminogruppe vertreten oder worin R3 und R4 zusammen eine Polymethylengruppe vertreten, die gegebenenfalls durch ein oder mehrere Heteroatome unterbrochen ist.
    20 6. Herbizid nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die N,N-disubstituierte Alaninverbindung die allgemeine Formel
    25
    (IV)
    (II)
    ist, worin X ein Fluor- oder Chloratom, Y ein Chloratom und R ein Wasserstoffatom oder eine Alkylgruppe mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen vertreten.
  3. 3. Herbizid nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
    dass R eine Methyl-, Äthyl- oder Isopropylgruppe vertritt.
  4. 4. Herbizid nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die N-substituierte Alaninverbindung in Form ihres rechtsdrehenden Isomers anwesend ist.
  5. 5. Herbizid nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es zusätzlich zu einer N-substitu-ierten Alaninverbindung nach Formel I eine N,N-disubstitu-ierte Alaninverbindung der allgemeinen Formel
  6. (. -LJ-I j
    çh-c0r ch3
    hat, worin X und Y jeweils ein Chlor- oder Fluoratom und R
    35 ein Wasserstoffatom oder eine Alkylgruppe mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen vertreten.
  7. 7. Herbizid nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
    dass X ein Fluoratom, Y ein Chloratom und R eine Isopropylgruppe vertreten.
    40 8. Herbizid nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
    dass X ein Chlor- oder Fluoratom, Y ein Chloratom und R die Methyl- oder Äthylgruppe vertreten.
  8. 9. Herbizid nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die N,N-disubstituierte Alaninverbin-
    45 dung in Form ihres linksdrehenden Isomers anwesend ist.
  9. 10. Herbizid nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die N-substituierte Alaninverbindung der allgemeinen Formel (I) in Form ihres rechtsdrehenden und die N,N-disubstituierte Alaninverbindung nach so Formel (III) in Form ihres linksdrehenden Isomers anwesend sind.
  10. 11. Verwendung des Herbizids nach Anspruch 1 zur Bekämpfung von Breitblatt-Unkräutern.
  11. 12. Verwendung nach Anspruch 11 der N-substituierten
    55 Alaninverbindungen nach Formel (II), insbesondere in Form ihrer rechtsdrehenden Isomeren,
  12. 13. Verwendung nach Anspruch 11 der N-substituierten Alaninverbindungen nach Formel (I) gemeinsam mit den N,N-disubstituierten Alaninverbindungen der Formel (III) als
    60 Wirkstoffe in Mitteln zur Bekämpfung von Breitblatt-Unkräu-tern und Gras in Getreidebeständen.
  13. 14. Verwendung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass in dem betreffenden Herbizid die N-substituierte Alaninverbindung nach Formel (I) in Form ihres rechtsdre-
    65 henden Isomers und die N,N-disubstituierte Alaninverbindung nach Formel (III) in Form ihres linksdrehenden Isomers anwesend sind.
    3
    622 674
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