CH643663A5 - Trockene substanzzusammensetzung und deren verwendung zur herstellung von reinigungsfluessigkeiten fuer weiche kontaktschalen. - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine trockene Substanzzusammensetzung auf Basis eines lipolytischen Enzyms sowie deren Verwendung zur Herstellung einer Flüssigkeit, die zum Reinigen von Kontaktschalen verwendet werden kann. Durch Verwendung dieser Flüssigkeit kann man auf weichen Kontaktschalen Ablagerungen entfernen, die sie während des Gebrauches bilden. Solche Ablagerungen enthalten hauptsächlich Albumin, Globuline und Lipide.
Ablagerungen,die beim Gebrauch von weichen Kontaktschalen auftreten, ergeben auf den Schalen im allgemeinen einen undurchsichtigen Film, gelbe Verfärbung, weisse Flek-ken und fadenähnliche Strukturen. Ausgeführte Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Ablagerungen gewöhnlich aus Albumin, Ig-y-Globulin, Lysozym und Lipoproteinen bestehen können.
Die Ablagerungen sind oft weitgehend aus Lipiden und denaturiertem Albumin zusammengesetzt, die auf den Schalen aus der Tränenflüssigkeit abgelagert werden, als ein Resultat davon, dass die Salzlösung, mit der die Schalen imprägniert sind, gegen die Tränenflüssigkeit ausgetauscht wird. Das Austrocknen einer Schale, z.B. durch ihren Gebrauch in einer trockenen Umgebung und durch über sie hinweg streichende Luft bewirkt, dass Albumin denaturiert und auf der Schale abgelagert wird. Sogar dann, wenn Kontaktschalen durch Kochen sterilisiert werden, wird Albumin denaturiert, wodurch die Bildung apolarer, innerer Gruppen von Lipiden hervorgerufen wird. Auch andere Ursachen, wie z.B. ständiger Gebrauch, bewirken, dass Albumin und Lipide auf Kontaktschalen in recht beträchtlichen Mengen abgelagert werden.
Zum Reinigen von Kontaktschalen geht man gewöhnlich auf solche Weise vor, dass man ein proteolytisches Enzym in Tablettenform in Wasser auflöst und dann die zu reinigenden Schalen für eine Dauer von mindestens 2 Stunden in die Lösung gibt. Dieses Vorgehen ist von den Trägern von Kontaktschalen als kompliziert angesehen worden, so dass die Reinigung nicht immer so regelmässig durchgeführt worden ist, wie es erforderlich ist, und dadurch haben sich die Schalen auf solche Weise verändert, dass sie schliesslich einen solchen Überzug erhielten, um unbrauchbar geworden zu sein. Überdies erlaubt der Stand der Technik keine vollständige Entfernung der gebildeten Ablagerungen, da nur proteolytische Enzyme verwendet werden, so dass Ablagerungen lipidi-schen Ursprungs durch die Lösungen gemäss dem Stand der Technik im wesentlichen nicht angegriffen werden.
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine trok-kene Substanzzusammensetzung zur Verfügung zu stellen, die sich zur Herstellung einer ein Enzym enthaltenden Flüssigkeit eignet, die auf einfache Weise zum Reinigen von weichen Kontaktschalen verwendet werden kann und einen verbesserten Reinigungseffekt aufweist. Diese Flüssigkeit verhindert das Ansammeln von Proteinen und Lipiden auf den Kontaktschalen.
Die erfindungsgemässe trockene Substanzzusammensetzung ist dadurch gekennzeichnet, dass sie ein lipolytisches Enzym, Puffer und zusätzliche Substanzen enthält, und dass sie eine hypertonische Reinigungsflüssigkeit für eine weiche Kontaktschale bildet, wenn sie in Wasser aufgelöst wird.
Die erfindungsgemässe Zusammensetzung wird zur Herstellung einer enzymhaltigen Flüssigkeit, die zum Reinigen weicher Kontaktschalen dient, verwendet, wobei diese Flüssigkeit ein lipolytisches Enzym und einen Phosphatpuffer enthält.
Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform enthält eine enzymenthaltende Reinigungsflüssigkeit für weiche Kontaktschalen neben einem lipolytischen Enzym, hauptsächlich um die Lipide zu reduzieren, und dem Phosphatpuffer ein proteolytisches Enzym, wie Papain oder Bromelain, um die Albuminablagerungen zu reduzieren. Eine solche Reinigungsflüssigkeit ist vorzugsweise hypertonischer Natur, d.h., ihr osmotischer Druck übersteigt denjenigen einer physiologischen Lösung, so dass bei Behandlung mit der Lösung eine gewisse Entwässerung der Schale bzw. Linse eintritt, die für den Reinigungseffekt von Vorteil zu sein scheint. Während einer bevorzugten Nachbehandlung mit einer isotonischen Lösung, z.B. einer Salzlösung, nimmt die Kontaktschale reversibel wieder Wasser auf und kehrt zu ihrem Originalzustand zurück.
Eine Packung zum Reinigen weicher Kontaktschalen enthält z.B. ein Volumen einer Lösung, enthaltend Papain oder Bromelain, und ein lipolytisches Enzym, eine Vorrichtung, um Tropfen der Lösung zu bilden, die auf der Oberfläche einer weichen Kontaktlinse abgesetzt werden und ein Volumen einer sterilen, isotonischen physiologischen Salzlösung, in der die Schalen bzw. Linsen gespült und darauf gekocht werden können.
Ein bevorzugtes Verfahren zum Reinigen einer weichen Kontaktlinse mit einer erfindungsgemäss erhaltenen Lösung, um Ablagerungen auf der Oberfläche der Linse durch enzy-matische Einwirkung zu entfernen, wird durchgeführt, indem man a) mindestens einen Tropfen einer Lösung, die ein lipolytisches Enzym und zusätzlich gegebenenfalls ein proteolytisches Enzym, wie Papain oder Bromelain, enthält, auf die Oberfläche der zu reinigenden Linse bringt, um sowohl auf der Oberfläche vorhandendes Albumin als auch Lipide zu wasserlöslichen Peptonen und Fettsäuren und Estern zu reduzieren und b) die entstehenden Produkte durch Spülen und Kochen der Linse in einer physiologischen Salzlösung entfernt. Die Enzymaktivität in der Reinigungslösung ist vorzugsweise in der Grössenordnung von 100 Tyrosineinheiten pro (ig Protein.
Man lässt die Flüssigkeitsaktivität vorzugsweise während einer Dauer in der Grössenordnung von 15 Minuten einwirken.
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Die physiologische Salzlösung hat vorzugsweise eine Teil-chengrösse unter 0,2 Micron und ist isotonisch, hat eine ph-Wert von 7,0 mit einer Pufferkapazität von 6-8 und ist auch steril.
Eine bevorzugte Enzymlösung zum Reinigen der Linse besteht aus Bromelain, Mannitol, Sorbitol, Ethylendiaminte-traessigsäure, Natriummetabisulfit und einem lipolytischen Enzym.
Eine bevorzugte Reinigungslösung kann bestehen aus: Gereinigtes Fruchtbromelain 50-500 g, z.B. etwa 100 g
Sorbitol Mannitol
Natriumhydrogensulfit Ethylendiaminetetraessig-säure-Dinatriumsalz Kaliumsorbat
100-1000 g, z.B. etwa 500 g 10-100 g, z.B. etwa 50 g 8-12 g, z.B. etwa 10 g 0,8-1,2 g, z.B. etwa 1 g
10-1000 mg, z.B. etwa 100 mg,
zu einem Liter destiliertem Wasser verdünnt, zusammen mit Cand. cylindracae, vorzugsweise in einer Menge entsprechend etwa 50000 Einheiten, in 1000 ml 0,1 M Phosphatpuffer in einem wässrigen Polymerkomplex.
Eine alternative bevorzugte Reinigungslösung, die verwendet werden kann, um eine weiche Kontaktlinse zu reinigen, besteht aus einer Lösung aus Lipase und einem Phosphatpuffer.
Wenn z.B. ein proteolytisches und ein lipolytisches Enzym zusammen verwendet werden, wird es bevorzugt, um eine unpassende Wechselwirkung zwischen den Enzymen zu vermeiden, in der Lösung einen sogenannten «wässrigen Polymerkomplex» einzuschliessen, der in der Technik üblich ist und zum Ziel hat, die lipolytischen Enzyme zu bilden, so dass sie nicht ungewollt durch das proteolytische Enzym zerstört werden. Die Natur dieses Polymerkomplexes ist nicht entscheidend und es kann jedes käufliche Erzeugnis verwendet werden, wie Polyethylenglycol, Polyvinylalkohol, Polyvi-nylpyrrolidon und ähnliche. Als ein in keiner Weise begrenzendes Beispiel kann man den Polymerkomplex «Kollodon» 25 oder 30 von BASF, Westdeutschland erwähnen.
Um ein volles Verstehen der Erfindung, ihres Hintergrundes und der ihr zu Grunde liegenden Probleme zu erhalten, werden nachfolgend einige weitere Erklärungen gegeben.
Die bei der Herstellung weicher Kontaktlinsen zur Zeit verwendeten Polymere PMMA, HEMA und PVP haben alle einen gemeinsamen Faktor, d.h. sie sind lipid- und proteinzurückhaltend. Neue Materialien, wie Silicon, sind eingeführt worden; sogar dieses Material zeigt eine Lipidretention.
Zur Zeit schient es nicht möglich, ein Material zum Herstellen weicher Kontaktlinsen bereit zu stellen, welches dieses Problem nicht zeigt.
Dieses Problem von Fettablagerungen aus Tränenflüssig-keiten ist in zahlreichen Untersuchungen bewiesen worden. Die heimtückische, hartnäckige Ansammlung von Fettablagerungen auf und in der Matrix des Linsenmaterials kann nach einer kurzen Zeitdauer auftreten; es scheint, dass die Menge an Lipiden in der Tränenflüssigkeit von einer Person zur anderen, ändert.
Die Lipidablagerungen erscheinen entweder als gelbliche Färbung auf der Linse oder als weisslicher Schleier.
Chemisch sind die Ablagerungen aus Phospholipiden, möglicherweise inder Form von Lezithin, zusammengesetzt und bilden zusammen mit dem Protein ein Lezithoprotein, (wenn man Lezithin, Wärme und Licht aussetzt, tendiert es, sich zu gelblichen Substanzen selbst zu oxidieren oder zu ersetzen) oder Cholesterin und Fettester, deren Farbe weiss ist.
Plaques oder was man Schädigungen nennen könnte, treten ebenfalls auf der Linse nach einer gewissen Zeit auf.
Typischerweise besteht die Plaque aus einem zentralen Kern an Lipid, der frei auf dem Polymer liegt und in die Materialmatrix hineinragt, wodurch eine «Sandkornempfindung» hervorgerufen wird, wenn die Linse im Auge liegt.
5 Leider hat man nur Theorien um zu erklären, wie Fettsubstanzen in der Tränenflüssigkeit in hinderliche Plaques umgewandelt werden. Diese Plaques gehen jedoch von derselben Wahrnehmung aus - einem Überschuss an Lipiden und im besonderen Cholesterin und Lezithin.
10 Gestützt auf diese Wahrnehmungen ist es deshalb recht einleuchtend, dass eine Lösung zum Reinigen weicher Kontaktlinsen jetzt und in Zukunft eine solche sein muss, die Lipid- und Proteinablagerungen, die im Material der weichen Kontaktlinse während dem Tragen gebildet werden, entfer-15 nen kann.
Auf Grund der Tatsache, dass gegenwärtig neue Materialien untersucht werden, ist es nötig, dass das Reinigungsverfahren mit diesen Materialien vereinbar sein muss. Eine enzy-matische Lösung, worin eine Lipase verwendet wird, ist ohne 20 Zweifel das schonendste und möglicherweise das wirkungsvollste Mittel, um Fettablagerungen von weichen Kontaktlinsen zu entfernen. Es ist auch offensichtlich, dass je grösser der Wassergehalt des Polymers, um so grösser die Bindung von Protein und Lipiden, wobei diese Bindung normalerweise 25 dazu neigt, eine Oberflächenadsorption zu sein, aber in jenen Polymeren, die mit Copolymeren einer gewissen Art kombiniert sind, gibt es eine Möglichkeit, dass eine kovalente Bindung auftreten kann.
Diese Art Bindung ist natürlich schwieriger zu trennen, 30 als eine gewöhnliche Oberflächenadsorption. Dies ist aber dennoch durch die Verwendung von Lipase zusammen mit einem Tensid möglich; in diesem Fall vergrössert das Tensid die Wasser/Öl-Zwischenphase und erlaubt dem Enzym, auf die Lipide einzuwirken.
35 Hinsichtlich der in der beschriebenen Flüssigkeit verwendeten Enzyme ist jegliches lipolytisches Enzym verwendbar, das die Lipide hydrolisiert und Fettsäuren und Glyzerin ergibt. Eine bevorzugte Art ist Lipase aus Cand. cylindracae, geeigneterweise durch lyophilisieren hergestellt. Als ein pro-40 teolytisches Enzym ist jedes Protein als abbauendes Enzym verwendbar, wobei bevorzugte Beispiele Papain und Bromelain sind. Wenn sowohl ein lipolytisches als auch ein proteolytisches Enzym zusammen verwendet werden und das letztere Papain ist, gilt es festzuhalten, dass die vorteilige Wir-45 kung freier Sulfhydrylgruppen auf die Wirksamkeit von Papain durch die Gegenwart der Sulfhydrylgruppen enthaltenden Lipase bewirkt wird. Deshalb ist eine solche Kombination von Enzymen besonders bevorzugt, besonders wenn sie in Lösungen von hypertonsichem Charakter verwendet so wird.
Beispiel 1
Eine Reinigungsflüssigkeit für eine weiche Kontaktlinse (bekannt als PROLEN) ist, wie folgt zusammengesetzt: 55 Gereinigtes Fruchtbromelain 100 g Sorbitol 500 g
Mannitol 50 g
Natriumhydrogensulfit 10 g
Ethylendiamintetraessigsäure- 1 g 60 Dinatriumsalz Kaliumsorbat 100 mg
Dann wird zugefügt: Lipase aus Cand. cylindracae, 50000 Einheiten in 1000 ml 0.1 M Phosphatpuffer in einem wässri-65 gen Polymerkomplex.
Beispiel 2
Eine zweite Reinigungsflüssigkeit für eine weiche Kon
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taktlinse (bekannt als LIPREN) ist wie folgt zusammengesetzt:
Lipase gewonnen auf Cand. cylindracae, lyophilisiert, 100 Einheiten; 0.1 M Phosphatpuffer 10 ml.
Verwendungsverfahren :
PROLEN
Einige wenige Tropfen der Flüssigkeit werden auf eine Linse gegeben und während 15 Minuten auf der Linse belassen. Die Linse wird dann in einer Salzlösung gespült und darnach in der Salzlösung während 20 Minuten gekocht. Schliesslich wird die Linse noch einmal in der Salzlösung gespült, bevor sie wieder eingesetzt wird.
LIPREN
a) Für regelmässiges, periodisches Reinigen
Eine gefriergetrocknete Lipase wird mit einem Phosphatpuffer (0,1 M) reconstituiert. Die Linsen werden in diese Lösung gelegt und während 30 Minuten in der Lösung gelassen.
Nach dieser Zeit werden die Linsen daraus entfernt und in einer Salzlösung gespült und dann in der Salzlösung während 20 Minuten gekocht. Nach dem Kochen der Linsen werden sie noch einmal in Salzlösung gespült, bevor sie wieder eingesetzt werden.
b) Für Linsen, die vorher nicht mit Lipren behandelt worden sind und sichtbare Ablagerungen haben oder verfärbt sind.
Eine gefriergetrocknete Lipase wird mit einem Phosphatpuffer (0.1 M) reconstituiert. Die Linsen werden in die Flüssigkeit gelegt und während 8-10 Stunden in der Flüssigkeit gelassen. Die Linsen werden daraus entfernt und in destilliertem Wasser gespült. Die Linsen werden dann in einer Salzlösung während 30 Minuten auf 400 C erwärmt.
Die Linsen werden dann in destilliertem Wasser gespült und in Salzlösung während 30 Minuten gekocht. Schliesslich werden die Linsen in Salzlösung gespült, bevor sie wieder eingesetzt werden.
Das Reinigen von weichen Kontaktlinsen unter Verwendung von beschriebenen Reinigungsflüssigkeiten.
Nach dem Gebrauch ist eine Linse üblicherweise mit Ablagerungen von Proteinen, Lipoproteinen und Lipiden bedeckt. Die Linse wird mit einer Zubereitung mit einer hohen enzymatischen Wirksamkeit behandelt, die eine stabilisierte Protease und eine hoch wirksame Lipase enthält. Tropfen der Zubereitung werden auf die Linse gebracht und sie wird während 15 Minuten gelassen, damit die Zubereitung einwirken kann.
Wie oben beschrieben, enthält diese Zubereitung vorzugsweise Bromelain, Mannitol, Sorbitol, Ethylendiamintetraes-sigsäure, Natrium-Metabisulfat und lipolytischem Enzym.
Ein vollständiges Entfernen der Lipide von der Linse,
wird durch Verwendung eines stabilisierten Enzyms in flüssiger Form erreicht und dieses kann entweder allein oder als zweiter Schritt angewendet werden. Typischerweise wird dieses auf die Kontaktlinse getröpfelt, um so alle Lipidablage-rungen zu entfernen. Wie oben beschrieben, ist das stabilisierte Enzym in flüssiger Form vorzugsweise eine Lipase mit einem Phosphatpuffer. Ein weiterer Schritt im Reinigungsvorgang umfasst Spülen der Kontaktlinse in einer physiologischen Salzlösung und dann das Kochen der Linse in derselben oder einer ähnlichen Lösung. Die Salzlösung sollte teilchenfrei sein (d.h. eine Teilchengrösse unter 0,2 Micron haben), sollte isotonisch sein, einen pH-Wert von 7.0 und eine Pufferkapazität von 6-8 haben und sollte auch steril sein. Der angezeigte pH-Wert ist derjenige Wert, der ein Brennen vermeidet, wenn die Linse darnach eingesetzt wird. Ein unrichtiger pH-Wert hat zur Folge, dass Brennen eintritt. Ein unrichtiger pH-Wert hat auch zur Folge, dass das Protein in der Tränenflüssigkeit spontan denaturiert wird, was natürlich nicht erwünscht ist.
Um die Bedingungen zu erfüllen, die bezüglich Reinheit und Sterilität auferlegt werden, wird die Lösung vorzugsweise in eine Wegwerfpackung verpackt und mittels Gammastrahlung sterilisiert.
Bericht über Experimente, um die Wirksamkeit der Lösung zu bestimmen.
Im Hinblick auf eine Bestimmung des Reinigungseffektes der vorgeschlagenen Lösung und Verfahren wurden Untersuchungen wie folgt durchgeführt. Für eine Proteinbestimmung wurde das Verfahren von Lowry, und modifiziert von Wedler, angewendet. Zum Bestimmen der vorhandenen Lipidmenge wurde das Verfahren gemäss Boyer et al. angewendet.
Eine Analyse von Tränenflüssigkeit aus mehreren verschiedenen Quellen zeigt, dass die Flüssigkeit aus Lysozym, Ig-y-Globulin, 1-Lipoprotein, kleinen Mengen Carbohydra-ten und Phospholipiden besteht. Deshalb wurde aus folgendem eine gleichartige Lösung hergestellt: y-Chymotrypsin, Serumalbumin, Lysozym, Bovinmucin, Globulin II, ß-Globu-lin III, Globulin und ß-Lipoprotein in 0.9% NaCl-Lösung. In diese vorbereitete Lösung wurden Linsen gelegt und über Nacht gelassen. Kontroilinsen wurden in einer sterilen Salzlösung anstatt in der vorbereiteten Lösung aufbewahrt. Am Ende der Aufbewahrungszeit wurden die Linsen in vier Gruppen aufgeteilt:
Gruppe 1 : Die Linsen in dieser ersten Gruppe wurden gespült und dann in einer sterilen Salzlösung gekocht.
Gruppe 2: Die Linsen in der zweiten Gruppe wurden in einer «Reinigungslösung» gespült und dann in einer Salzlösung, die Konservierungsmittel enthielt, aufbewahrt.
Gruppe 3 : Die Linsen in Gruppe 3 wurden mit einer Enzymlösung behandelt und darauf gespült und gekocht.
Gruppe 4: Die Linsen aus der Salzlösung wurden in der gleichen Art behandelt.
Nach dem Behandeln wurde in jeder der vier Gruppen folgender Protein- und Lipidgehalt gefunden:
Gruppe 1 : Proteingehalt: 3-8 jig pro Linse. Totaler Lipidgehalt: 100-250 ug pro Linse.
Gruppe 2: Proteingehalt: 1-4 ug pro Linse. Lipidgehalt 60-120 |ig pro Linse.
Gruppe 3: Proteingehalt: 0-0.5 ug pro Linse. Lipidgehalt: 0-30 jig pro Linse.
Gruppe 4: Proteingehalt: 0.02 jag pro Linse. Lipidgehalt: 0 |ig pro Linse.
Die Erfindung gestattet, weiche Kontaktlinsen rasch und wirkungsvoll zu reinigen, und im allgemeinen sollte der Reinigungsvorgang täglich ausgeführt werden. Wo aber Linsen Tag und Nacht getragen werden, kann der zeitliche Abstand zwischen Reinigungen auf jeden zweiten Tag oder gar auf jeden dritten Tag erstreckt werden.
Deshalb liefert die Erfindung eine einfacher anwendbare Flüssigkeit zur Reinigung weicher Kontaktlinsen als der bekannte Stand der Technik, der das Auslösen von Tabletten in Wasser erfordert, und liefert auch eine kürzere Reinigungszeit als bisher. Wichtiger ist aber, dass die beschriebene Flüssigkeit eine vollständigere Reinigung der Kontaktlinse wegen der höheren enzymatischen Wirksamkeit zulässt. Ungleich vorbekannten Reinigungszusammensetzungen ist das beschriebene Verfahren auch dafür vorgesehen, einerseits täglich für eine Reinigung angewendet zu werden, und andererseits als schützende Massnahme, um eine Ansammlung von grösseren Ablagerungen an Proteinen und Lipiden zu verhindern, die nach einer gewissen Zeit schwierig zu entfernen sind und die Eigenschaften der Linse beeinflussen. Die Enzymarten, die bevorzugt verwendet werden, können Papain oder Bromelain, in jedem Fall zusammen mit einem lipolytischen
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Enzym, sein. Cystein und Polysaccharide können als Substratmaterialien verwendet werden.
Die enzymatische Aktivität sollte in der Grössenordnung von 100 Tyrosineinheiten pro [ig Protein (Substrat) liegen.
Indem man das Albumin in wasserlösliche Peptone spaltet, 5 können die letzteren durch Verwendung einer physiologischen, isotonischen Salzlösung weggespült oder weggekocht werden.
Die Erfindung schafft ein stabiles flüssiges Reinigungsmittel zum Reinigen weicher Kontaktlinsen, das unter norma- 10 len Umgebungsbedingungen ohne Verlust von enzymatischer Wirksamkeit aufbewahrt werden kann, wobei es unnötig wird, eine Tablette oder eine Pulvermenge in Wasser aufzulösen, um die Reinigungslösung für die Linse herzustellen. Auf diesem Weg muss nur gerade eine genügende Menge der Reinigungsflüssigkeit verwendet werden, um die Oberfläche der Linse zu bedecken.
Die oben beschriebene PROLEN-Lösung kann typischerweise als ein regelmässiges, tägliches Reinigungsmittel verwendet werden. Dieses wird das meiste der Ablagerungen, die normalerweise auf der Linse gefunden werden, entfernen,
aber es wird die Lipidablagerungen nicht vollständig entfernen. Die feste Ansammlung von Lipiden wird bequem durch periodisches (z.B. monatliches) Reinigen der Linse in LIPREN wie oben beschrieben entfernt. Die Lipase in einem Phosphatpuffer, die das LIPREN bilden, entfernt wirkungsvoll das angesammelte Lipid.
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Claims (7)
1. Trockene Substanzzusammensetzung, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein lipolytisches Enzym, Puffer und zusätzliche Substanzen enthält, und dass sie eine hypertonische Reinigungsflüssigkeit für eine weiche Kontaktschale bildet, wenn sie in Wasser aufgelöst wird.
2. Zusammensetzung gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie weiter ein proteolytisches Enzym enthält.
3. Zusammensetzung gemäss Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie Bromelain, Mannitol, Sorbitol, Ethy-lendiamintetraessigsäure, Natriummetabisulfit und eine Lipase enthält.
4. Verwendung der trockenen Substanzzusammensetzung gemäss Anspruch 1 zur Herstellung einer Flüssigkeit zum Reinigen von weichen Kontaktschalen, dadurch gekennzeichnet, dass man aus der Zusammensetzung durch Zusatz eines wässrigen Lösungsmittels eine Lösung herstellt.
5. Verwendung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die hergestellte Flüssigkeit zusätzlich ein proteolytisches Enzym wie Papain oder Bromelain enthält.
6. Verwendung nach einem der Ansprüche 4 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die hergestellte Flüssigkeit hypertonisch ist.
7. Verwendung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die hergestellte Flüssigkeit einen Phosphatpuffer enthält.
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