CH645147A5 - A process for deodorising evaporation condensates in the pulp industry - Google Patents

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CH645147A5
CH645147A5 CH543880A CH543880A CH645147A5 CH 645147 A5 CH645147 A5 CH 645147A5 CH 543880 A CH543880 A CH 543880A CH 543880 A CH543880 A CH 543880A CH 645147 A5 CH645147 A5 CH 645147A5
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condensates
evaporation
hydrogen peroxide
pulping
evaporation condensates
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CH543880A
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Inventor
Wilhelm Dr Berndt
Helmut Dr Junkermann
Horst Dr Krueger
Volker Hafner
Jakob Wink
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Degussa
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21CPRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
    • D21C11/00Regeneration of pulp liquors or effluent waste waters
    • D21C11/06Treatment of pulp gases; Recovery of the heat content of the gases; Treatment of gases arising from various sources in pulp and paper mills; Regeneration of gaseous SO2, e.g. arising from liquors containing sulfur compounds
    • D21C11/08Deodorisation ; Elimination of malodorous compounds, e.g. sulfur compounds such as hydrogen sulfide or mercaptans, from gas streams

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  • Paper (AREA)
  • Treatment Of Water By Oxidation Or Reduction (AREA)
  • Detergent Compositions (AREA)
  • Heat Treatment Of Water, Waste Water Or Sewage (AREA)

Description

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zu schaffen, mit dem die geruchsintensiven Stoffe der Eindampfkondensate vernichtet werden können ohne zusätzlichen apparativen Aufwand.
Es wurde nun gefunden, dass Eindampfkondensate, die bei den Aufschlussverfahren der Zellstoffindustrie anfallen, praktisch vollständig von den in ihnen enthaltenen geruchsintensiven Stoffen kontinuierlich befreit werden können, wenn man den Eindampfkondensaten Wasserstoffperoxid bei einer Temperatur von 20-95°C zusetzt.
Dabei werden beispielsweise 0,05-2 kg Wasserstoffperoxid
100 gew.%ig, bevorzugt 0,05-0,2 kg Wasserstoffperoxid 100 gew.%ig, pro 1000 kg Eindampfkondensat verwendet.
Die Reaktionsdauer beträgt je nach Konzentration der anwesenden geruchsintensiven Stoffe und der eingesetzten Menge Wasserstoffperoxid beispielsweise 0,5-240 min.
Die besten Mengen an Wasserstoffperoxid und die beste Einwirkungszeit ist durch einen Handversuch leicht feststellbar.
Ein solcher Versuch ist auch deshalb zu empfehlen, da die Eindampfkondensate neben den zu oxidierenden geruchsintensiven Stoffen noch - wie schon gesagt - andere oxidier-bare Verbindungen, vor allem Schwefeldioxid, enthalten. Bei zu grosser Menge von Schwefeldioxid können daher die Eindampfkondensate vor der Behandlung mit Wasserstoffperoxid durch Strippen mit Wasserdampf von einem Teil oder vollständig von SO2 und auch anderen leicht flüchtigen Stoffen befreit werden, um die Menge an einzusetzendem Wasserstoffperoxid zu verringern. Die dabei zu verwendende Menge Dampf liegt weit unter der Menge, die bisher verwendet wurde, aber niemals zur effektiven Entfernung der geruchsintensiven Stoffe führte.
Auch ein kurzes Luftdurchblasen kann die SCh-Menge ver-ringen.
Es ist auch möglich, das Wasserstoffperoxid nicht sämtlichen anfallenden Kondensaten, sondern bei geringer Geruchsbelastung nur den am stärksten belasteten Kondensaten zuzufügen. Selbstverständlich können die Eindampfkondensate auch zu einem einzigen Kondensat vereinigt und diese dann nach dem erfmdungsgemässen Verfahren behandelt werden.
Es war nicht vorhersehbar, dass durch einfaches Zumischen des Wasserstoffperoxids die Oxidationsreaktion ohne Zufügen von Aktivatoren, wie z.B. Eisensalzen, in kurzer Zeit ansprang und in kurzen bis relativ kurzen Zeitspannen beendet war.
Die erfindungsgemäss oxidierten Eindampfkondensate können in den Kreislauf des Zellstoffaufschlusses zurückgeführt werden, z.B. als Waschwasser in der oben erwähnten Waschstrasse für die Ablauge. Dies bedeutet eine grössere Ersparnis an Wasser.
Ferner können diese Kondensate, da sie frei von zusätzlichen Aktivatoren sind, auch zum Spülen der Eindampfanlage selbst verwendet werden.
Auch einem Einleiten der erfindungsgemäss behandelten Kondensate in den Vorfluter steht aus Gründen der Geruchsemission nichts im Wege.
Die Dosierung von Wasserstoffperoxid kann in üblicher Weise erfolgen, bevorzugt mit Hilfe von Redox-Messungen.
Das Verfahren lässt sich für die Eindampfkondensate aller obgenannten Aufschlussverfahren für Zellstoffe anwenden, d.h. sowohl für die Sulfit-, Bisulfit- wie auch für die alkalischen Verfahren. Sehr gute Ergebnisse wurden z.B. beim sauren Magnesitbisulfit-Verfahren erhalten.
Beispiel
In einer Zellstoffabrik werden täglich 5001 «Magnefite»-Zellstoff erzeugt; die Ablaugen werden in einer mehrstufigen Eindampfanlage auf 58 Gew.% Trockengehalt gebracht und verbrannt. Pro Stunde fallen folgende Kondensatmengen in verschiedenen Eindampfstufen mit Ausnahme des sogenannten Kondensates 1, das nicht behandelt wurde, an:
sog. Kondensate 2+3 (geringste Belastung) 120 t/h sog. Kondensate 4+5 (mittlere Belastung) 70 t/h
2
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
55
60
65
3
645147
sog. Nachkondensate (starke Belastung z.T. auch durch SO2) 10 t/h
Die Kondensate 2+3 und 4+5 haben einen intensiv muffigen Geruch, der in stärkerer Verdünnung eine Ähnlichkeit zu Kaffeesatz-Ausdünstung aufweist. Die Nachkondensate enthalten die am leichtesten wasserdampfflüchtenden Verunreinigungen. Ihr Geruch ist intensiv stechend, in Verdünnung ebenfalls muffig kaffeeartig.
In die Kondensatleitung wird knapp vor Eintritt in die Förderpumpe Wasserstoffperoxid 50 gew.%ig eindosiert. Nach der Förderpumpe wird mittels einer Platin-Kalomel-Elektrode laufend das Potential gemessen. Die dosierten Wasserstoffperoxidmengen in die Kondensate 2+3 sind ca. 400 ml/min. bei Einregelung auf 220 mV, in die Kondensate 4+5 ca. 400 ml/min. bei Einregelung auf 250 mV, in die
Nachkondensate ca. 500 ml/min. bei Einregelung auf 150 mV. Die Kondensate 2+3 werden zur Spülung der Anlage verwendet. Die Reaktionsdauer nach Zugabe des Wasserstoffperoxids beträgt ca. 15 min.
5 Die Kondensate 4+5 werden mit den Nachkondensaten vereinigt und in einem Behälter aus Edelstahl 1-2 h lang aufbewahrt. Die Temperatur liegt zwischen 65-95°C. Nach dieser Behandlung ist der typische unangenehme, z.T. stechende Geruch völlig entfernt. Der verbliebene, leicht blu-10 mige Geruch wird als angenehm empfunden und stellt keine Belästigung dar. Die oxidierten Kondensate werden zur Waschung des Zellstoffes in der Laugenerfassung verwendet. Sie gehen damit zu einem grossen Teil in die Eindampfung zurück und bilden damit keine Belastung des Fabrikationsab-ls wassers. Die angegebenen Potentiale wurden durch Vorversuche erhalten.
B

Claims (4)

645147 PATENTANSPRÜCHE
1. Kontinuierliches Verfahren zur Desodorierung von Eindampfkondensaten, die bei den Aufschlussverfahren in der Zellstoffindustrie anfallen, dadurch gekennzeichnet, dass man den Eindampfkondensaten Wasserstoffperoxid bei einer Temperatur von 20-95°C zufügt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man den Eindampfkondensaten 0,05-2 kg Wasserstoffperoxid 100 gew.°/oig, bevorzugt 0,05-0,2 kg Wasserstoffperoxid 100gew.%ig, pro 1000 kg Eindampfkondensat zusetzt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass man die Eindampfkondensate vor Einsetzen des Wasserstoffperoxid mit Wasserdampf strippt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugabe von Wasserstoffperoxid mit Hilfe einer Messung von Redox-Potentialen in dem Eindampfkondensat erfolgt.
Um die in der Zellstoffaufschlusslösung enthaltenen Chemikalien sowie die gelösten organischen Substanzen dem Vorfluter fernzuhalten, müssen die Ablaugen des Zellstoffaufschlussprozesses aufgearbeitet werden, s. Ullmann Enzyklopädie der technischen Chemie, Bd. 18,1967, Seite 761.
Zu diesem Zweck wird die Ablauge z.B. in einer mehrstufigen Waschanlage gewaschen, wobei die sogenannte Dünnlauge anfällt - s. Ullmann loc. cit. - die durch Wasserabdampfen konzentriert wird.
Die nach der Kondensation dieser Dämpfe entstandenen sogenannten Eindampfkondensate besitzen eine sehr starke Geruchsemission, und zwar trifft dies für die Eindampfkondensate aller Aufschlussverfahren für Zellstoffe zu, d.h. sowohl für die Eindampfkondensate des Sulfit- oder Bisulfit-aufschlusses, wie auch für die der alkalischen Aufschlüsse mit Soda oder Natriumsulfat, s. Ullmann loc. cit., Seiten 754-756,765,770-771.
Die genannten Eindampfkondensate enthalten neben Schwefeldioxid noch Methanol, Furfurol, Essigsäure und gewisse sehr geruchsintensive Substanzen, wie z.B. Äthyl-und Furfurylmercaptan.
Wegen des starken Geruchs scheiterte bisher der Versuch, diese Kondensate wieder in den Kreislauf des Zellstoffaufschlusses - z.B. als Waschwasser - zurückzuführen.
Zwar kann unter Aufwendung sehr grosser Dampfmengen ein Teil der geruchsintensiven Stoffe aus den Eindampfkondensaten gestrippt werden, jedoch sind neben dem hierfür erforderlichen Dampf noch zusätzliche apparative Einrichtungen nötig. Ausserdem waren die Kondensate trotz dieses Aufwandes nicht frei von üblen Gerüchen.
Zwar wurde auch schon versucht, die Eindampfkondensate mit Chlorwasser oder Hypochlorit- bzw. Chloritlö-sungen zu behandeln, jedoch entstanden dadurch neue Geruchsbelästigungen durch überschüssiges Chlor bzw.
durch Bildung von Chlordioxid. Ausserdem wurden die Eindampfkondensate durch diese Behandlung korrosiv und Hessen sich nicht mehr in dem Kreislaufverfahren bei dem Zellstoffaufschluss einsetzen.
CH543880A 1979-07-16 1980-07-15 A process for deodorising evaporation condensates in the pulp industry CH645147A5 (en)

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