CH652484A5 - Beschickungsanlage fuer gleichstrom-regenerativ-schachtoefen zum brennen von mineralischen rohstoffen, insbesondere kalkstein. - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Beschickungsanlage für einen Gleichstrom-Regenerativ-Schachtofen nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Das Brennen (Kalzinieren) von Kalkstein und ähnlichen mineralischen Rohstoffen nach dem Gleichstrom-Regene-rativ-Verfahren ist allgemein bekannt (AT-Patentschrift 211214) und hat in den letzten Jahren in vielen Ländern eine breite Anwendung erfahren. Bei diesem Brennverfahren sind mindestens zwei Schächte erforderlich, die nach einem bestimmten Brennzyklus von ca. 10-15 Minuten abwechselnd als Brennschacht oder Zugschacht für die Abgase dienen. Für jeden Brennzyklus wird eine bestimmte, gewichtsmässig vorgegebene Brenngutmenge, z.B. Kalkstein, chargiert, die der gewünschten Produktion an gebranntem Gut in dieser Zeit entspricht. Deshalb müssen diesen Brennzyklen die Beschickungseinrichtungen angepasst sein.
Es sind verschiedene Ausführungen von Beschickungsanlagen bekannt. Bei einem Ofen mit zwei oder mehr Schächten ist es bekannt, das Brenngut, z.B. den Kalkstein, mittels eines Förderbandes oder eines Aufzugs auf den Ofen zu transportieren. Von dem Förderband oder dem Aufzug kann der je Brennzyklus erforderliche Kalkstein direkt in einen Wiegebehälter mit zwei Bunkerverschlüssen, der als zentraler Bunker zwischen den Schächten dient, über den Ofen gebracht werden, von wo er nach Öffnen einer der beiden Bunkerverschlüsse über Schurren, vom denen jedem Schacht eine Schurre zugeordnet ist, in einen der Schächte gelangt. Da die Schächte beim Brennen unter Druck stehen, sind ausser den Verschlussklappen am Wiegebehälter auch noch dichtschlies-sende Klappen in den Schurren eingebaut. Diese Anordnung weist den Nachteil auf, dass die Schurren, insbesondere bei grossen Öfen mit grossen Schachtquerschnitten, sehr lang werden, weshalb sich die Brenngutschüttung, insbesondere bei einem weiten Kornband von z.B. 1:2 oder sogar 1:4 auf dem Weg über die Schurren entmischt, d.h. die grossen
Brenngutstücke im Schacht nach aussen und die kleineren nach innen fallen. Erfolgt eine solche Entmischung, ist es schwieriger, ein gleichmässig gebranntes Gut zu erzeugen.
Die Verhältnisse in Bezug auf die Entmischung sind bei einer anderen Ausführungsform gleich, bei der das Brenngut, z.B. der Kalkstein, nicht über dem Ofen gewogen wird, sondern unten, etwa auf Hüttenflur, und durch einen Skipaufzug in den zentralen Bunker über den Schächten transportiert wird. Auf dem Weg über die Schurren in die Ofenschächte erfolgt wieder die nachteilige Brenngutentmischung.
Bei einer dritten bekannten Ausführung, die an grossen Gleichstrom-Regenerativ-Kalkschachtöfen angewandt wird, wird ein Drehkübel mit einem Aufzug verwendet. Der gesamte Kalkstein, der für einen Brennzyklus benötigt wird, das sind bei grossen Öfen mindestens acht Tonnen, wird unten etwa auf Hüttenflur in einen Drehkübel eingewogen. Durch die Drehung des Drehkübels wird zwar eine gleich-massige Verteilung des Kornbandes im Drehkübel erreicht, jedoch besteht hier der Nachteil, dass der schwere Drehkübel mit dem gesamten Chargengewicht aus Kalkstein, also bei einem Totalgewicht von etwa 16 Tonnen, über die Ofenschächte hinaufgehoben und dann über den beiden Schächten verfahren werden muss. Während jedem Brennzyklus, d.h. innerhalb 10-15 Minuten, muss der Drehkübel eine volle Charge holen und über dem nach dem betreffenden Brennzyklus zu beschickenden Schacht mit dem vollen Steingewicht bis zum Ende dieses Zyklus in Wartestellung hängenbleiben. Erst dann und nach dem Öfnen des betreffenden Schachtverschlusses wird der Kübel auf den Schacht aufgesetzt und der Stein entleert. Nachteilig ist somit bei dieser bekannten Ausführung, dass das grosse Gewicht des Drehkübels mit dem Kalkstein während der verhältnismässig kurzen Zeitspanne über lange Distanzen gehoben und verfahren werden muss.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Beschik-kungsanlage der eingangs beschriebenen Art so auszugestalten, dass die Nachteile der bekannten Beschickungseinrichtungen, d.h. die Entmischung des Brennguts einerseits und die Bewegung von grossen Gewichten andererseits vermieden werden.
Diese Aufgabe wird gemäss der Erfindung dadurch gelöst, dass über dem Schacht der Beschickungsbehälter koaxial mit dem Schacht installiert ist. Durch die Anordnung des Beschickungsbehälters unmittelbar über dem Schacht wird erreicht, dass einerseits eine gleichmässige Verteilung der unterschiedlich grossen Brenngutstücke ermöglicht wird und andererseits durch die Bereitstellung der Charge unmittelbar über dem Schacht eine Entmischung des Brennguts zuverlässig vermieden wird. Zudem ist es auch möglich, die erfin-dungsgemässe Beschickungsanlage für die Beschickung von mehreren Öfen zu verwenden.
Die Erfindung ist in der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel dargestellt und nachfolgend beschrieben. Die Figur zeigt in schematischer Darstellung eine Beschickungsanlage für einen Zweischachtofen.
In der Figur sind die beiden Schächte mit 1,2 bezeichnet, jedoch ist in der Figur nur ihr oberes Ende dargestellt. Über den Schächten 1,2 ist ein gesamthaft mit 3 bezeichnetes Traggerüst angeordnet, das sich aus einer Anzahl nicht näher bezeichneter Streben und Trägern zusammensetzt.
Wegen des in den Schächten 1,2 herrschenden Überdrucks ist die Gicht durch einen Verschlussschieber abgeschlossen, dessen Deckel 4 auf einen Schiebersitz 5 aufgesetzt ist. Zum Öffnen des Verschlussschiebers wird derselbe durch ein Hubwerk 6, z.B. einen Hydro-Zylinder, angehoben und durch eine Drehvorrichtung vom Schiebersitz weggeschwenkt.
Beim Schliessen der Gicht wird der Verschlussschieber durch die Drehvorrichtung 7 über den Schiebersitz 5 geschwenkt
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und anschliessend durch den Hubantrieb 6 auf den Schiebersitz 5 abgesenkt.
Über den Schächten 1,2 sind Beschickungsbehälter in Form von Drehkübeln 8,9 angeordnet, wobei der Drehkübel
8 in der Beschickungsstellung und der Drehkübel 9 in der Füllstellung dargestellt ist. Die Drehkübel 8,9 weisen boden-seitig einen Glocken verschluss 10 auf, der beim Absenken des Drehkübels auf die Gicht geöffnet wird. Die Führung der Drehkübel 8,9 von der Beschickungs- in die Füllstellung und umgekehrt erfolgt durch schematisch angedeutete, am Drehkübel 8,9 befestigte Führungslager 11, die in Führungsschienen 12 eingreifen.
Am obersten Träger 13 des Traggerüsts 3 ist ein Gehänge 14 für jeden Drehkübel 8,9 über einen Hubantrieb 15, z.B. einen Hydro-Zylinder, abgestützt. Durch den Hubantrieb 15 wird das Gehänge 14 und der daran angehängte Drehkübel 8,
9 angehoben und gesenkt, wobei die Führung des Gehänges 14 mittels Führungsrollen 16 erfolgt. Am unteren Ende des Gehänges 14 ist ein Getriebemotor 17 gelagert, an dessen Welle eine Betätigungsstange 18 für den Glockenverschluss angekuppelt ist. In der angehobenen Füllstellung des Drehkübels 9 erfolgt über die Betätigungsstange 18 und den Glok-kenverschluss 10 das Drehen des Drehkübels 8,9.
Zwischen dem Hubantrieb 15 und dem Gehänge 14 ist eine Wiegevorrichtung 19, z.B. Wiege-Messdosen, angeordnet, mit der das Gewicht der Brenngutfüllung der Drehkübel 8,9 gewogen wird.
Über den Schächten 1,2 und zwischen denselben ist ein Bunker 20 für die Aufnahme des Brennguts, z.B. des Kalksteins, angeordnet, an dessen unterem Ende eine Austragvorrichtung 21, z.B. ein Austragvibrator, die Dosierung des s Brennguts vornimmt. Unter der Austragvorrichtung 21 befindet sich eine reversierbare Fördereinrichtung 22, z.B. ein Förderband, deren Enden sich bis zu den Drehkübeln 8,9 erstrecken.
Zum Füllen eines Drehkübels 8,9 wird die Austragvorrich-lo tung in Betrieb gesetzt. Diese fördert das Brenngut auf die Fördereinrichtung 22, von wo das Brenngut in den darunterliegenden Drehkübel 8,9 fällt. In diesem erfolgt eine gleich-mässige Verteilung der unterschiedlich grossen Kalksteinstücke. Die für einen Brennzyklus erforderliche Kalkstein-15 menge wird auf zwei Drehkübel verteilt. So wird das gesamte Kalksteingewicht eines Brennzyklus von z.B. 81 auf 2x41 aufgeteilt. Es werden also nach jedem Brennzyklus beide Schächte 1,2 mit der gleichen Steinmenge gefüllt. Dies erfolgt in einfacher Weise dadurch, dass die beiden Ver-20 schlussschieber angehoben und zur Seite gedreht werden, worauf die beiden Drehkübel 8,9 auf die Schächte 1,2 aufgesetzt und die beiden Glocken Verschlüsse 10 der Drehkübel 8, 9 abgesenkt werden. Dementsprechend wäre es auch möglich, die Fördereinrichtung 22 so auszubilden, dass die 25 Drehkübel von mehr als zwei Schächten gefüllt werden könnten.
B
1 Blatt Zeichnungen
Claims (6)
1. Beschickungsanlage für einen Gleichstrom-Regene-rativ-Schachtofen mit mindestens einem Schacht (1,2) zum Brennen von mineralischen Rohstoffen, insbesondere Kalkstein, mit einem Beschickungsbehälter (8,9) für die Aufgabe des Brennguts in den Schacht (1,2) dadurch gekennzeichnet, dass über dem Schacht (1,2) der Beschickungsbehälter (8,9) koaxial mit dem Schacht installiert ist.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Beschickungsbehälter als Drehkübel (8,9) ausgebildet ist, der während der Füllung mit dem Brenngut in Drehung gehalten ist.
3. Anlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Beschickungsbehälter (8,9), z.B. zwecks Wägung während seiner Füllung mit dem Brenngut, anhebbar ist.
4. Anlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Beschickungsbehälter (8,9) zum Entleeren des Brennguts in den Schacht (1,2) nach Öffnen seines Verschlusses (4) auf den Sitz (5) desselben aufsetzbar ist.
5. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Beschickungsbehälter (8,9) mit einer Wiegeeinrichtung (19) versehen ist.
6. Anlage nach Anspruch 1 oder 2 für einen Gleichstrom-Regenerativ-Schachtofen mit mindestens zwei Schächten (1, 2), dadurch gekennzeichnet, dass den Beschickungsbehältern (8,9) ein einziges reversierbares Fördergerät (22), z.B. ein aus einem gemeinsamen Brenngutbunker (20) beschicktes Förderband, zugeordnet ist.
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