CH659900A5 - Registerstanzvorrichtung. - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Registerstanzvorrichtung zur Herstellung von Kopiervorlagen für die Druckplattenherstellung.
Beim Farbdruck besteht ein grosses Bedürfnis für eine ausreichende Passgenauigkeit aller vier Druckplatten, da bei diesen die druckenden Flächen genau aufeinander ausgerichtet sein müssen, um Farbüberstände an den Farbrändern und damit eine ungenaue Farbbegrenzung auf dem erzielten Farbdruckträger zu vermeiden (z.B. AU-PSen 404 967 und 462 212).
Bekanntlich besteht die Druckplattenherstellung für den Offsetdruck aus den Arbeitsgängen Montage, d.h. das Herstellen einer Kopiervorlage, und Kopie, d.h. das Kopieren der Kopiervorlage auf eine Druckplatte. Die Montage ist das Aufkleben aller von einer Originalvorlage hergestellter Filme, Farbauszüge, Texte und Flächen sowie der Zeichen zur Weiterverarbeitung und Kontrolle. Um eine oder mehrere Filme standgerecht auf eine Druckplatte zu kopieren, werden sie auf eine lichtdurchlässige Unterlage geklebt. Die Grundlage dafür bildet die Einstellung, die der buchbinderischen Weiterverarbeitung entsprechen muss. Man beginnt in der Regel mit der Grundlinie, die meist mit dem vorderen Beschnitt übereinstimmt, sodann wird rechtwinklig dazu die Mittellinie gezogen. Von diesen Linien ausgehend wird die ganze Einstellung aufgebaut.
Als Standvorlage dienen eine Skizze, ein genauer Aufriss oder ein Klebemuster (lay-out), eine Stanzform oder ähnliches. Hilfslinien für Schneid- und Falzzeichen, Satzspiegel und Flattermarke sowie Seitenmarke, Passkreuze, Angaben über Zwischenschnitt und Stanzzugabe werden im Falz angebracht. Auf diese Einstellung wird nun eine Kunststoffolie befestigt, auf welche die Filme (einschliesslich der Filme für etwaige Farbauszüge) für eine Druckplatte mit Filmklebeband oder Klebelack genauestens befestigt werden. Die so hergstellten Montagefolien werden auf eine unbelichtete Druckplatte gelegt, und unter einem Vakuumrahmen zur Anlage gebracht und belichtet. Dadurch wird die durch die Montagefolie gegebene Kopiervorlage auf die Druckplatte übertragen. Nach dem Entwickeln der Druckplatte wird diese in einer Druckmaschine beispielsweise auf einem Druckrahmen oder einem Druckzylinder eingespannt. Je nach der Art der zu kopierenden Druckplatte unterscheidet man bei der Herstellung der Kopiervorlage die Positivoder Negativmontage. Um ein passgenaues Ausrichten aller Vorlagen, Filme, Texte und Flächen sowie Zeichen zur Weiterverarbeitung und Kontrolle zu erhalten wird bekanntlich nach einem Passloch-Verfahren eines Registersystems gearbeitet. Dabei werden die einzelnen Vorlagen, Filme, Texte und Flächen bei der Herstellung und Bearbeitung gelocht und nach diesem Lochsystem bei allen weiteren Arbeitsgängen mittels Passstiften montiert. Ein Passloch-System dient auch zum Kopieren der Kopiervorlage auf die Druckplatte.
Es sind eine ganze Reihe von Registersystemen bekannt, die bei der Filmherstellung und der Montage verwendet werden. Dabei arbeiten diese Systeme grundsätzlich unter Verwendung eines Rundloches oder einer Reihe von Rundlöchern auf der einen Seite einer zentralen Position, während auf der anderen Seite Langlöcher vorgesehen werden. Diese Registersysteme haben jedoch verschiedene Nachteile. Wenn nämlich ein Passstift in einem Rundloch plaziert wird, so erfolgt eine optimale Ausrichtung an und von diesem runden Passstift aus.
Irgendwelche Formänderungen in den Filmen und Folien erfolgen dann stets in Richtung der Langlöcher. Solche Formänderungen sind beispielsweise gegeben, wenn nach der Montage die Kopiervorlage diese unter dem Vakuumrahmen auf die unbelichtete Druckplatte übertragen werden soll. Dabei werden die Fehler durch die Verschiedenheiten der Materialien der verwendeten Filme und Folien vergrössert. Jedes Material, wie z.B. Papier, Klarsichtfolie, fotografischer Film oder dergleichen besitzt seine ihm eigene Dimensionsstabilität, die durch Temperatur und Feuchtigkeit in unterschiedlicher Weise beein-flusst wird.
Zusätzlich ist folgender Schwierigkeit abzuhelfen: Während eine Ausrichtung der Teile der Kopiervorlage normalerweise an der Längsseite erfolgt, ist keine Kontrolle über das Ausrichten an der kürzeren Seite vorhanden.
Weiter ist es nachteilig, dass Druckmaschinen jeweils verschiedene Passungsysteme aufweisen, die von den Registersystemen bei der Herstellung der Kopiervorlage verschieden sind und die an Druckrahmen oder Druckzylindern der Druckmaschinen angeordnet sind, wobei es bei einem Druckzylinder beispielsweise der Plattenbieger ist, um die Druckplatte in der richtigen Position anzubringen. Ein registerhaltiges Positionieren der Druckplatten ist zur Herstellung eines einwandfreien Druckbildes von grosser Bedeutung. Wenn die Druckplatte oder die Druckplatten nicht genau registerhaltig positioniert sind, ergeben sich fehlerhafte Druckbilder und es ist ein arbeitsintensives Nachrichten erforderlich.
Um einen fertigen Filmsatz an das Passungsystem einer Druckmaschine anpassen zu können, ist eine Montagefolie notwendig, die das jeweilige Passungssystem aufweist. Auf dieser Montagefolie wird eine Linie für die Greifkantenfalten und Doppelschnitte gezogen. Der fertige Filmsatz wird auf dieser Montagefolie mit einem Klebband befestigt und zwar so, dass die Schichtseite nach oben liegt. Dann wird die Montagefolie gewendet und eine Stück der Montagefolie herausgeschnitten, um die Passlöcher im gestanzten Film freizulegen. An der Rückseite der Montagefolie wird eine Lochband oder eine Zunge angeklebt oder mittels eines doppelseitigen Klebbandes befestigt.
Danach können die Negative oder Positive entfernt werden. Alle Negative oder Positive, die unter Verwendung einer konstanten Passkonfiguration hergestellt worden sind, können mit einem Klebband an der Montagefolie befestigt werden und es können hiervon Druckplatten hergestellt werden, indem man jedes Negativ durch Belichtung auf die zunächst unbelichtete Druckplatte überträgt. Nach dem Belichten wird ein Negativ abgenommen und das nächste Negativ auf der Montagefolie befestigt und zwar unter Verwendung der Passstifte, um das Negativ in der gleichen Stellung an der Montagefolie zu befestigen.
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Dieses Vorgehen erfordert nicht nur grossen Zeitaufwand, sondern auch einen anderen Verfahrensschritt, der das Ausrichten der endgültigen Kopiervorlage oder der Druckplatte nachteilig beeinflusst. Das Vorgehen beinhaltet auch die Gefahr von Staubniederschlag und Kratzern auf der Oberfläche. Falls zu irgendeinem anderen Zeitpunkt neue oder geänderte Druckplatten hergestellt werden sollen, indem beispielsweise eine geringere Anzahl von Filmen eines Filmsatzes verwendet werden sollen, so kann die Montagefolie wegen Temperatur- und/oder Feuchtigkeitsschwankungen Änderungen erfahren, wodurch die Positionierung der Klebstreifen oder der Löcher auf der Montagefolie eine Veränderung erfahren kann.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Registerstanzvorrichtung zu schaffen, mit der die bestehenden Nachteile beseitigt werden können. Diese Aufgabe wird durch die Registerstanzvorrichtung gemäss Anspruch 1 gelöst.
Mit Hilfe der vorliegenden Registerstanzvorrichtung kann eine Kopiervorlage hergestellt werden, die die gleiche Passkonfiguration aufweist, wie die Druckmaschine. Die Anwendung einer gemeinsamen Passkonfiguration bei der Herstellung der Filme, Probeabzüge und Druckplatten erleichtert die Überwachung der relativen Position des Bildes wesentlich vor dem Druckvorgang. Die Kante des Probedruckes ist die gleiche wie die Kante der entsprechenden Druckplatte.
Die symmetrische Anordnung der Passlöcher erlaubt es überdies, doppelseitige Probedrucke mit grosser Genauigkeit herzustellen.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Registerstanzvorrichtung sind in den Ansprüchen 2 bis 5 beschrieben.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung näher beschrieben, wobei diese Zeichnung die eine Hälfte einer Stanzkonfiguration zeigt.
Vorzugsweise ist die Registerstanzvorrichtung zur Herstellung der dargestellten Stanzkonfiguration eine handbetätigte Vorrichtung. Mit der Registerstanzvorrichtung können Rundlöcher und Langlöcher bestimmter Konfiguration in alle Materialien gestanzt bzw. geschnitten werden, die bei der Herstellung der Filme, bei der Montage und der Herstellung der Druckplatten in der Druckindustrie verwendet werden.
Mittels eines Handgriffes oder eines Hebels wird mittels einer aussermittiger Nocken Druck auf die verschiedenen Stanzoder Schneidköpfe der Stempel ausgeübt, die durch das zu stanzende Material hindurch in eine Gesenkplatte abgesenkt werden.
Beim Betätigen der Registerstanzvorrichtung wird ein Balken oder eine Andrückplatte vor den Stanzstempeln nach unten bewegt und ruht auf der Oberseite und in Kontakt mit den zu stanzenden Materialien, um diese festzuhalten. Nach Beendigung der Stanzvorganges werden die federvorgespannten Stanzstempel verriegelt und können durch zusätzlichen Druck auf den Handgriff oder Hebel wieder freigegeben werden. Die Stanzstempel sind an einer Grundplatte montiert, in deren Zentrum eine Schiene oder ein Schlitz angeordnet ist, wodurch ein einzelner von Hand zu betätigender Stanzstempel über die Grundplatte verfahren werden kann und zwar unter 90° zu den oben erwähnten Stanzungen.
Die in der Figur gezeigte Stanzkonfiguration entspricht der linken Seite der Registerstanzvorrichtung, die rechte Seite ist
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hierzu spiegelbildlich. Die Registerstanzvorrichtung arbeitet somit vollständig symmetrisch zur Mittellinie.
Die Registerstanzvorrichtung enthält einen ersten Satz Stanzstempel zur Herstellung der in der Figur dargestellten Stanzkonfiguration. Diese Stanzkonfiguration weist ein zentrales Rundloch 10 auf, dem längs einer ersten Geraden links und rechts Langlöcher 11 zugeordnet sind, wodurch eine Expansion oder Kontraktion der zu stanzenden Materialien beidseits der zentralen Position gegeben ist, so dass sich durch die Expansion oder Kontraktion bedingte Fehler weniger stark auswirken als bei einseitiger Fixierung der zu stanzenden Materialien. Zusätzlich ist ein einstellbares Langloch 12 vorgesehen, welches die Expansion und Kontraktion eines Filmes senkrecht zur Richtung der Reihe der Langlöcher 11 ermöglicht. Die Registerstanzvorrichtung enthält einen zweiten Satz Stanzstempel zur Herstellung der übrigen Löcher 13 die den verschiedenen Passungsystemen der Druckmaschine entsprechen und gleichzeitig mit den Löchern 10 und 11 hergestellt werden.
Entsprechend einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel der Erfindung kann die Registerstanzvorrichtung mit einer Unterdruck betätigten Andrückvorrichtung versehen sein, um die Ausrichtung der Filme zu verbessern.
Anstelle der handbetätigten Betätigungseinrichtung kann auch eine motorisch betriebene Betätigungseinrichtung vorgesehen sein.
Mit der vorliegenden Registerstanzvorrichtung kann nun wie folgt gearbeitet werden. Das zu stanzende Materiel wird bis zu einem rückwärtigen Anschlag in die Registerstanzvorrichtung eingeschoben. Durch Betätigen der Betätigungsvorrichtung wird zunächst das zu stanzende Material mit einem Andrückbalken, welcher vor den Stanzstempeln angeordnet ist, festgehalten und dann wird das Material gestanzt. Daraufhin wird der verfahrbare Stanzstempel in die gewünschte Position bewegt, um ihn der entsprechenden Grösse des zu stanzenden Materials anzupassen. Daraufhin wird ein einzelnes Stanzloch, vorzugsweise ein Langloch, gestanzt. Ein beispielsweise solcherart gestanzter Film wird auf einen Vakuumkontaktrahmen gelegt und es werden Passstifte durch die hergestellten Stanzlöcher gesteckt. Ein solcher Film kann beispielsweise eine Montagefolie sein. Darüber werden die Filmsätze, welche bei der Herstellung ebenfalls mit Registerlöchern versehen worden sind, registerhaltig an den Stiften der Montagefolie angesetzt. Darüber wird eine Abdeckfolie gelegt. Dann wird an dem Vakuumrahmen ein Unterdruck angelegt. Sobald ein guter Kontakt zwischen den einzelnen Materialschichten hergestellt ist, wird der so montierte, als Kopiervorlage dienende Satz auf eine unbelichtete Druckplatte kopiert. Dieser Vorgang wird so oft wiederholt, wie Filmsätze erforderlich sind, um das endgültige Bild herstellen zu können. Da die Kopiervorlage dem Passungssystem der Druckmaschine entsprechende Lochungen aufweist, die dementsprechend auch bei der Druckplatte vorhanden sind, ist ein passgenaues Ausrichten der Kopiervorlage bezüglich der zu belichtenden Druckplatte mittels entsprechender Passtifte an der Kopiermaschine gegeben. Dieses genaue Ausrichten der Kopiervorlage bezüglich der Druckplatte überträgt sich aufgrund der über den ganzen Herstellungsbereich verwendeten gleichen Lochung auch auf die Druckmaschine, so dass auch dort die Druckplatten passgenau ausgerichtet sind, so dass sich Druckbogen mit mehreren Nutzen und mehreren Seiten exakt herstellen lassen.
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1 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Registerstanzvorrichtung zur Herstellung von Kopiervorlagen für die Druckplattenherstellung, gekennzeichnet durch
— einen ersten Satz symmetrisch angeordneter Stanzstempel, wobei längs einer ersten Geraden ein zentraler Stanzstempel für ein Rundloch (10) und links und rechts davon je mindestens ein Stanzstempel für ein Langloch (11) in gleichem Abstand vom Rundloch-Stanzstempel angeordnet sind, wobei ferner ein Stanzstempel längs einer zweiten Geraden verschiebbar ist, die senkrecht zur ersten Geraden steht und durch die Achse des Rundloch-Stanzstempels verläuft, sowie
— einen synchron mit dem ersten Stanzstempel-Satz betätigbaren zweiten Stanzstempel-Satz, der mit dem Passungssystem einer Druckmaschine übereinstimmt.
2. Registerstanzvorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine manuelle Betätigungseinrichtung zum Stanzen.
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PATENTANSPRÜCHE
3. Registerstanzvorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine motorisch angetriebene Betätigungseinrichtung zum Stanzen.
4. Registerstanzvorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine mittels Unterdruck betätigbare Andrückvorrichtung.
5. Registerstanzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Stanzstempel-Satz eine Vielzahl von Langloch-Stanzstempeln aufweist, die längs der ersten Geraden auf jeder Seite des zentralen Rundloch-Stanzstempels mit Abstand voneinander angeordnet sind.
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