CH660983A5 - Verfahren zum entfernen von stickstoffoxyden aus abgasen. - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entfernen von Stickstoffoxyden aus Abgasen, bei dem die Abgase mit den Stickstoffoxyden zum Absorbieren der Stickstoffoxyde mit einer im Kreislauf geführten Absorptionsflüssigkeit, in der das verdampfte Wasser durch eine entsprechende Frischwassermenge ersetzt wird, behandelt werden.
Bei einem derartigen Verfahren ist es bekannt, die Abgase so zu entschwefeln, dass ein trockenes Ammoniumsulfat als Dünger anfallt und gleichzeitig das im Abgas vorhandene NOx so weit abgeschieden wird, dass ein Mischdünger aus Ammoniumsulfat und Ammoniumnitrat anfällt, wobei das Mischungsverhältnis der beiden Komponenten den Anforderungen des Marktes angepasst ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, nur Stickstoffoxyde abzuscheiden, die in Abgasen von Feuerungsanlagen, Salpetersäurefabriken oder in den Restgasen verschiedener Fabriken, die Salpetersäure verwenden, enthalten sind.
Diese Aufgabe wird nach Anspruch 1 dadurch gelöst, dass die von den Stickstoffoxyden zu befreienden Abgase zur Oxidation der in den Abgasen enthaltenen Stickstoffoxyde in der Gasphase mit einem Oxidationsmittel beaufschlagt werden und dass das gebildete N02 in einer nachgeschalteten Absorptionsstufe absorbiert wird.
Die Konzentrationen an Stickstoffoxyden in diesen Abgasen können zwischen 200 und 5000 mg/m3 und auch darüber liegen.
Vorteilhaft kann das aus den Anlagen austretende Abgas mit den für den gewünschten N02-Abscheidegrad erforderlichen Mengen an Ozon versetzt und sodann in die Absorptionsstufe geleitet werden.
Dieser Absorptionsstufe wird zusätzlich Ammoniak bzw. eine Calcium- oder Natriumverbindung zugeführt.
Das in der Gasphase zugegebene 03 bewirkt eine Oxidation von NOx zu N02, das sich mit einfachsten Mitteln bei niedrigeren Temperaturen nach Zugabe von Ammoniak bzw. einer Calcium- oder Natriumverbindung in der Absorptionsstufe auswaschen lässt. Bei der Oxidation in der Gasphase läuft folgende Reaktion ab:
no+o3->no2+o2
Dabei stellt sich in der Absorptionsstufe beispielsweise bei der Ammoniak-Zugabe ein Gleichgewicht zwischen Ammoniumnitrit und Ammoniumnitrat nach folgender Reaktion ein:
2 N02+2 NH3+H20->NH4N02+NH4N03
In der Absorptionsstufe für die gezielte NOx-Entfernung wird der pH-Wert zwischen 5,0 und 10,0, bevorzugt zwischen 7,5 und 9,5 eingestellt, so dass das durch die Oxidation mit Ozon aus NO gebildete N02 zu den gewünschten einstellbaren Prozentsätzen ausgewaschen wird. Die Wäscherlösung der Absorptionsstufe enthält somit Ammoniumnitrit und Ammoniumnitrat bzw. Calciumnitrat und Calciumnitrit oder Natriumnitrat und Natriumnitrit.
Die Lösung der Absorptionsstufe wird einer Oxidations-einrichtung zugeführt und im pH-Wert durch Zugabe von H2S04 auf 3,0 bis 4,0 abgesenkt. Mit Luftsauerstoff wird bei diesem pH-Wert das Ammoniumnitrit in Ammoniumnitrat übergeführt. Das gleiche erfolgt mit Calciumnitrit bzw. Natriumnitrit.
Der Ablauf der Oxidationseinrichtung nach der NOx-Absorptionsstufe kann im Fall von Ammoniumnitrat oder Natriumnitrat einer Sprühtrocknungsanlage zugeführt werden. Das anfallende staubförmige Produkt wird anschliessend pelletiert und getrocknet. Es ist in dieser Form als Dünger vermarktungsfähig.
Der Ablauf der Oxidationseinrichtung kann auch in einer Kristallisationsanlage verarbeitet werden. Auch das hier anfallende Kristallisationsprodukt kann in dieser Form als Dünger vermarktet werden.
Die Wasserbilanz wird durch Zugabe von Frischwasser in die Absorptionsstufe ausgeglichen.
Nachfolgend wird anhand einer einzigen Zeichnungsfigur ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Verfahrens beschrieben.
Das aus einer Salpetersäurefabrikation 1 austretende stickstoffoxydhaltige Abgas wird innerhalb einer Leitung 2 mit einem Oxidationsmittel beaufschlagt. Hierzu ist eine Leitung 3 vorgesehen, mit der Ozon in die Leitung 2 gasförmig eingeblasen wird. Das so behandelte Abgas wird der Absorptionsstufe 4 zugeführt, die als Wäscher ausgebildet ist. Das erforderliche Reaktionsmittel, beispielsweise Ammoniak, wird mittels einer Leitung 16 der Absorptionsstufe 4 zugegeben. Das hier entstandene Absorptionsprodukt wird über eine Leitung 8 einer Oxidationseinrichtung 9 zugeführt. In diese Einrichtung wird über eine Leitung 11 Luftsauerstoff und über eine Leitung 12 Schwefelsäure oder Salpetersäure zugemischt. Die Abluft aus der Oxidationseinrichtung 9 wird mittels einer Leitung 15 in die Leitung 2 vor der Absorptionsstufe 4 eingeführt. Das in der Oxidationseinrich-
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tung 9 aufoxidierte Absorptionsprodukt wird über eine Leitung 10 in eine Sprühtrocknungs- oder Kristallisationsanlage 13 gefördert und von dort als trockenes Produkt über eine Leitung 14 abgezogen.
Das gereinigte Abgas verlässt die Absorptionsstufe 4 über eine Leitung 5 und wird mittels eines Ventilators 6 einem Kamin 7 zugeführt.
Beispiel:
In einer Salpetersäurefabrikation entstehen 15 000 m3/h Abgas mit einem NO-Gehalt von 2500 mg/m3. Dieser soll auf 500 mg/m3 reduziert werden.
In der Absorptionsstufe werden 46 kg h des in der Gasphase durch Zugabe von Ozon gebildeten NO; absorbiert und unter Zudosierung von Ammoniak zu 64 kg h NH4NO2 umgesetzt.
5 In einer dieser Stufe nachgeschalteten Oxidationseinrichtung wird mittels Luftsauerstoff NH4NO: zu NH4NO3 oxidiert. Hierbei enstehen aus den 64 kg/h NH4NO; etwa 240 kg/h NH4NOrLösung mit ca 2/.1 Wasseranteil, die einer Sprühtrocknungsanlage (13) oder einer Kristallisationsanla-10 ge zugeführt werden.
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1 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Verfahren zum Entfernen von Stickstoffoxyden aus Abgasen, bei dem die Abgase mit den Stickstoffoxyden zum Absorbieren der Stickstoffoxyde mit einer im Kreislauf geführten Absorptionsflüssigkeit, in der das verdampfte Wasser durch eine entsprechende Frischwassermenge ersetzt wird, behandelt werden, dadurch gekennzeichnet, dass die von den Stickstoffoxyden zu befreienden Abgase zur Oxida-tion der in den Abgasen enthaltenen Stickstoffoxyde in der Gasphase mit einem Oxidationsmittel beaufschlagt werden u. dass das gebildete N02 in einer nachgeschalteten Absorptionsstufe (4) absorbiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Oxidationsmittel zur Oxidation der Stickstoffoxyde Ozon in einer Menge verwendet wird, die dem gewünschten N02-Abscheidegrad entspricht.
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PATENTANSPRÜCHE
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das nach Zugabe des Oxidationsmittels in der Gasphase gebildete N02 in einer nachgeschalteten Absorptionsstufe (4) unter vorheriger Zugabe von Ammoniak bzw. Calcium- oder Natriumverbindungen absorbiert und das hierbei entstehende Absorptionsprodukt in einer nachgeschalteten Oxidationsstufe (9) mit Luftsauerstoff zu Ammoniumnitrat bzw. Calcium- oder Natriumnitrat oxidiert wird und sodann als Lösung einer Sprühtrocknungsanlage mit nachfolgender Pelletierung oder einer Kristallisationsanlage (13) zugeführt wird.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1,2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Absorptionsstufe (4) zum Absorbieren des N02 zur Einstellung eines pH-Wertes zwischen 5,0 und 10,0, vorzugsweise zwischen 7,5 und 9,5, eine entsprechende Menge Ammoniak bzw. eine Calcium- oder Natriumverbindung zugeführt wird.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass der der Absorptionsstufe (4) nachgeschalteten Oxidationsstufe zur pH-Wert-Regelung zwischen 3,0 und 4,0 eine entsprechende Menge Schwefelsäure oder Salpetersäure zugemischt wird.
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