CH674632A5 - - Google Patents
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Description
BESCHREIBUNG Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung der Entsaftung organischer Produkte mittels einer Presse, die mit einem eine Drainageeinrichtung aufweisenden Pressraum und einem antreibbaren Pressorgan versehen ist.
Zu diesem Zwecke werden vornehmlich mechanisch, pneu matisch oder hydraulisch betätigte Pressen verwendet, wobei das Pressorgan vorwiegend als Kolben oder flexible Membran ausge bildet ist. Der gesamte Pressvorgang erfolgt in mehreren Press- zyklen, die in sich folgenden Intervallen abgewickelt werden. Während eines Presszyklus wird das Pressorgan vorerst beharr lich gegen die im Pressraum vorkommende Maische gepresst und anschliessend wieder in eine Ruhelage zurückgezogen. Während dieser Rückhubbewegung wird die Maische aus Obst, Trauben oder dgl. Früchten beispielsweise durch Rotation des Pressbehäl- ters während einer gewissen Zeit aufgelockert.
Bei dieser diskontinuierlichen Arbeitsweise ist der erforderli che zeitliche Aufand bei der zu entsaftenden Maischecharge für den wirtschaftlichen Nutzen einer Presse von entscheidender Bedeutung. Darunterversteht man eine hohe Saftausbeute bei möglichst kurzer Gesamtverweilzeitfür den Prozess unter Ver meidung schädlicher Auswirkungen auf den gewonnenen Saft. Diese Forderung stellt aufgrund ihrer Vielfältigkeit hohe Ansprüche an die Aufgabenstellung.
Es stellt sich somit dem Fachmann die Aufgabe, ein Verfah ren zur Steuerung der Entsaftung organischer, vornehmlich landwirtschaftlicher Produkte wie Obst, Gemüse, Trauben oder dgl. Früchten mittels einer Presse zu schaffen, mit dem durch eine hohe Saftausbeute bei relativ kurzer C-esamtverweilzeit und ohne Qualitätsverluste ein hoher wirtschaftlicher Nutzen erzielt werden kann. Gleichzeitig soll die zu erbringende Lehre die Durchführung idealer Entsaftungsprozesse und die Einsparung an Energieaufwand und Verschleiss vermitteln.
Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass der Presshub eines Presszyklus frühestens bei Erreichen der ' während dieses Presszyklus gewonnenen maximalen mittleren Saftleistung beendet wird.
Der Presszyklus dauert seit dem Unterbruch des Presshubes des vorangegangenen Presszyklus und schliesst den Rückhub des Pressorganes sowie eine allfällige Auflockerungsphase und den Presshub dieses Presszyklus ein. Von dem erfindungsgemässen Verfahren ist der nach dem Befüllen der Presse erste Presszyklus insofern betroffen, als dass durch ihn unmittelbar bei Erreichen der maximalen mittleren Saftleistung mit dem Ende dieses Presshubes das verfahrensmässige Vorgehen gestartet wird.
Die Dauer eines Presszyklus richtet sich nach der maximalen mittleren Saftleistung zweier sich folgenden Presszyklen, wobei die mittlere Saftleistung der gewonnenen Saftmenge in der dazu verbrauchten Zykluszeit als Durchschnittswert entspricht.
Die maximale mittlere Saftleistung LQ eines Presszyklus errechnet sich aus der während einer bestimmten Zeit gewonne nen Saftmenge Q pro Zeiteinheit, die zu Beginn des Presshubes stärker ansteigt und aufgrund der abnehmenden Pressbarkeit des Pressgutes anschliessend den Maximalwert der Saftleistung erreicht. An dieser kritischen Stelle ist eine optimale Wirtschaft lichkeit bei jedem einzelnen Presszyklus erreicht.
Eine weitere Verbesserung der Wirtschaftlichkeit über meh rere Presszyklen bei der Entsaftung landwirtschaftlicher Pro dukte, die durch Versuche bestätigt wurde, kann dadurch erreicht werden bzw. tritt dann ein, wenn der Presshub eines Presszyklus erst nach Erreichen der aus diesem Presszyklus gewonnenen maximalen mittleren Saftleistung LQ (K<B>...</B> K) beendet wird. Diese allgemeine Definition nimmt Rücksicht auf den nachfolgenden Presszyklus, dessen maximale mittlere Saft leistung erfahrungsgemäss unter derjenigen des vorausgegange nen Zyklus liegt, und mindert die Saftleistungsdifferenz zweier Presszyklen zugunsten der Wirtschaftlichkeit des Verfahrens.
Eine weitere Begünstigung kann dann erzielt werden, wenn der Presshub eines Presszyklus nicht nach der zu erwartenden maximalen mittleren Saftleistung LQ (K) des nächstfolgenden Presszyklus beendet wird, wodurch der schonenden Maischebe- handlung Rechnung getragen wird.
Optimal erweist es sich, den Presshub eines Presszyklus zu beenden, wenn die momentane Saftleistung Q die zu erwartende maximale mittlere Saftleistung LQ des nächsten Presszyklus erreicht, so dass ein Überpressen der Maische bei günstigen wirtschaftlichen Bedingungen vermieden werden kann. Diese Vorgehensweisen gründen auf dem Vergleich der momentanen Saftleistung mit der zu erwartenden maximalen mittleren Saftlei stung des nächsten Presszyklus und eignen sich vorzüglich bei der Entsaftung von Obst, Früchten, Trauben oder anderen landwirt schaftlichen Produkten.
Als Einrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens erweist sich eine Presse dergestalt als vorteilhaft, bei welcher die Saftauslassanordnung einen als Mengenmesser aus gebildeten Messgeber aufweist, der mit einem Prozessor und dieser mit einer die Antriebsorgane der Presse steuernden Vor richtung verbunden ist.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der anschliessenden Beschreibung und der Zeichnung, auf die bezüglich aller nicht im Text beschriebenen Details ausdrücklich verwiesen wird. Es zeigen: Fig.1 eine schematische Darstellung des erfindungsgemässen Verfahrens, Fig. 2 eine schematische Darstellung des erfindungsgemässen Verfahrens in verbesserter Ausführung, und Fig. 3 eine schematische Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Fig.1 vermittelt in zeichnerischer Darstellung den Ablauf des Verfahrens zur Steuerung der Entsaftung organischer Produkte, vornehmlich Obst, Früchte, Trauben oder dgl. landwirtschaftli cher Produkte, mittels einer Presse anhand eines Menge- (Q)/ Zeit- (T) Diagramms. Während des ersten Presszyklus innerhalb der Zeit T bewegt sich das Pressorgan aus der Ruhestellung gegen die Maische und verharrt so lange in der Pressstellung, bis die maximale mittlere Saftleistung LQ aus diesem Presszyklus erreicht worden ist.
Die Saftausbeute ist anfänglich stärker zunehmend und flacht später ab, wobei die Saftmenge Q sich stetig vergrössert, währenddem andererseits die mittlere Saftlei stung, d. h. die bis zum angenommenen Zeitpunkt erreichte durchschnittliche Saftmenge nach Erreichen ihres Maximalwer tes sich abnehmend entwickelt. Neben diesen Parametern ver läuft die Kurve der momentanen Saftleistung Q am Anfang steil ansteigend und fällt nach Erreichen der maximalen Leistung mit annähernd gleicher Steilheit ab und asymptotisch aus.
Unterhalb des Scheitelpunktes der Q-Kurve befindet sich der Wechselpunkt auf der mittleren Saftleistungskurve, wonach die zunehmend ansteigende mittlere Saftleistung sich in einen gegen den Schei telpunkt flacheren Abschnitt übergeht und danach wieder abfällt. Der Scheitelpunkt ist gleichzeitig die Schnittstelle der mittleren Saftleistung LQ und der momentanen Saftleistung Q, die mit einem Durchflussmengenmesser und Rechner festgestellt wird. Ab diesem Zeitpunkt soll der Pressvorgang beendet und der nächste Presszyklus eingeleitet werden. Dieser beginnt mit dem Rückzug des Pressorgans und ist in Fig.1 innerhalb des Zeitintervalls TI dargestellt.
Schon während des Rückzugs des Pressorgans kann auch die Auflockerung der Maische beispiels weise durch Drehen des Pressbehälters einsetzen. Der Rückzug des Pressorgans ist in Fig.1 durch die Zeichen TR und die Auflockerung durch TA bezeichnet. Die Dauer der einzelnen Presszyklen richtet sich nach dem Verfahrensablauf, sie ist variabel. Mit zunehmenden Presszyklen reduziert sich die momentane Saftleistung.
Fig. 2 stellt den erfindungsgemässen Verfahrensablauf mit gegenüber der Vorgehensweise von Fig.1 verzögertem Presszy- klenbeginn dar, d. h. der Rückhub des Pressorgans erfolgt nach erreichter maximaler mittlerer Saftleistung. Diese Massnahme beruht auf der Tatsache, dass im Verlauf des Pressvorganges die Saftleistungen der Presszyklen sich reduzieren.
Zur Vermeidung eines hohen, die Wirtschaftlichkeit des Pressvorganges beeinträchtigenden Saftleistungsgefälles kann durch eine nach dem erzielten Maximalwert der mittleren Saft leistung eingeleitete Stillegung oder Rückhubbewegung des Pressorgans der nächstfolgende Presszyklus vorgenommen wer den, wobei sich diese Vorgehensweise auf die Wahrscheinlich keit eintretender Erfahrungswerte stützen muss. Dabei ist zu beachten, dass durch die zeitliche Verzögerung Kv der aus dem nächstfolgenden Presszyklus zu erwartende maximale mittlere Saftleistungswert nicht unterschritten wird.
Alternativ kann der Presshub eines Presszyklus dann beendet werden, wenn die momentane Leistung Q mit der zu erwartenden maximalen mittleren Saftleistung des nächsten Presszyklus übereinstimmt.
Als Einrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens dient eine Presse der bekannten Art, an deren Saftauslassanordnung ein Mengenmesser als Geber eine Prozes sors angeschlossen ist, welcher die Antriebsorgane der Presse an die herrschenden Verhältnisse angepasst steuert.
Als Mengenmesser eignet sich gemäss Fig. 3 u. a. eine an die Auslassanordnung 2 der Presse 9 anschliessbare Auffangwanne 3 oder dgl. Behälter, die mit einer als Überlauf ausgebildeten Wand 4 versehen ist. Eine von unten in die Auffangwanne 3 mündende Messleitung 5 ist mit einer Druckmessvorrichtung 6 als Messgeber versehen, der die während den einzelnen Press- zyklen eintretenden Niveauänderungen misst und an einen Pro zessor 7 weitergibt.
Selbstverständlich könnte auch ein Schwimmer, Ultraschall oder eine Druckdose am Boden der Auffangwanne 3 zur Mes sung der Niveauänderungen in der Auffangwanne 3 verwendet werden. Aufgrund der von einem Prozessor 7 registrierten Werte wird auf die Antriebsorgane der Presse 9 steuernd 8 Einfluss genommen. Am Ende jedes Presszyklus wird die Auffangwanne 3 über eine separate Leitung 10 entleert, wobei dazu ein von dem Prozessor 7 oder von Hand ansteuerbarer Schieber 12 vorgese hen ist. Die Auffangwanne 3 selbst ist mit einem nach oben zurückversetzten Bodenteil 11 ausgebildet, so dass der Saft in den Bereich der Messleitung 5 nachfliessen kann.
Claims (7)
- PATENTANSPRÜCHE 1. Verfahren zur Steuerung der Entsaftung organischer Pro dukte mittels einer Presse, die mit einem eine Drainageeinrich tung aufweisenden Pressraum und einem antreibbaren Pressor- gan versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Presshub eines Presszyklus frühestens bei Erreichen der während diesem Presszyklus gewonnenen maximalen mittleren Saftleistung (L0) beendet wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dieses nach Beendigung des ersten Presszyklus beginnt.
- 3.Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Dauer eines anschliessenden Presszyklus durch die maximale mittlere Saftleistung von zwei sich folgenden Presszyklen bestimmt wird.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Presshub eines Presszyklus nach Erreichen der aus diesem Presszyklus gewonnenen maximalen mittleren Saftleistung been det wird.
- 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Presshub eines Presszyklus bei Erreichen der durch die momentane Saftleistung errechneten maximalen mittleren Saft leistung beendet wird.
- 6.Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Saftauslassanordnung (2) einer Presse (9) einen als Mengenmes ser ausgebildeten Messgeber aufweist, der mit einem Prozessor (7) und dieser mit einer die Antriebsorgane der Presse (9) steuernden Vorrichtung (8) verbunden ist.
- 7.Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine an die Saftauslassanordnung (2) einer Presse (9) anschliessbare Auffangwanne (3) mit einem Überlauf und eine in die Saftauffangwanne (3) mündende, als Messgeber ausgebildete Druckleitung (5) vorgesehen ist, die mit dem Prozessor (7) verbunden ist. B. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Messgeber als Schwimmer- oder Ultraschallmessvor- ,;r,h*""R @"@.*oh;l@ot ;@t
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