CH691723A5 - Kollagenfilm mit verbesserten Streckeigenschaften, Verfahren zur Herstellung desselben und mit diesem Film erhaltenes Fleischprodukt. - Google Patents

Kollagenfilm mit verbesserten Streckeigenschaften, Verfahren zur Herstellung desselben und mit diesem Film erhaltenes Fleischprodukt. Download PDF

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CH691723A5
CH691723A5 CH02368/96A CH236896A CH691723A5 CH 691723 A5 CH691723 A5 CH 691723A5 CH 02368/96 A CH02368/96 A CH 02368/96A CH 236896 A CH236896 A CH 236896A CH 691723 A5 CH691723 A5 CH 691723A5
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film
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CH02368/96A
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Carlos Longo Areso
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Viscofan Ind
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    • C08J5/00—Manufacture of articles or shaped materials containing macromolecular substances
    • C08J5/18—Manufacture of films or sheets
    • A—HUMAN NECESSITIES
    • A22—BUTCHERING; MEAT TREATMENT; PROCESSING POULTRY OR FISH
    • A22C—PROCESSING MEAT, POULTRY, OR FISH
    • A22C13/00—Sausage casings
    • A22C13/0013—Chemical composition of synthetic sausage casings
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    • A—HUMAN NECESSITIES
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Description


  


 Gegenstand der Erfindung 
 



  Gegenstand der Erfindung ist ein Kollagenfilm, dessen Streckeigenschaften verbessert wurden, um ihn den modernsten Herstellungsmethoden von Fleischprodukten anzupassen, für welche derartige Filme immer mehr gefordert werden. 



  Das grosse Problem, das die Kollagenfilme zur Zeit aufwerfen, besteht in den zahlreichen Rissen, welche bei Verwendung des Films in Maschinen für das Einwickeln von Fleischprodukten auftreten, denn die Produktionen nehmen ständig zu und fordern von den Materialien immer bessere Leistungen. Die Risse führen zu unzähligen Unterbrechungen des Herstellungsprozesses und verursachen im Verlaufe der Herstellungsverfahren Zeit- und Materialverluste und damit auch finanzielle Nachteile. 



  Zweck der Erfindung ist es, einen Kollagenfilm herzustellen, dessen Streckeigenschaften besser als die bisheriger Filme sind, um auf diese Weise unerwünschte Risse zu vermeiden und folglich die aus diesem Grund entstehenden Ausfälle, womit eine Erhöhung der Produktivität erzielt wird, die ihrerseits zu einer beachtlichen Kostenersparnis führt. 


 Vorgeschichte der Erfindung 
 



  Bei der Herstellung von Fleischprodukten werden derzeitig verzehrbare Einwickelmaterialien und Kollagenfilme verwendet, welche die üblichen, in ihrer Menge begrenzten Tierdärme ersetzen. In diesem Sinne beschreibt das deutsche Patent DE-642 922 ein Verfahren zur Herstellung von Kollagenfilmen. 



  Kollagendärme bestehen normalerweise aus eine Reihe von Bestandteilen. Vorherrschend ist das Kollagen selbst, aber es ist auch eine Mischung aus Glyzerin in einer Menge von ca. 17%, Sorbitol in einer kleinen Menge von ca. 2% und Wasser in einer Menge von ca. 12% enthalten. 



  Für gewisse Produkte, wie z.B. Schinken und dgl., werden an Stelle der üblichen schlauchförmigen Einwickelmaterialien in aufgerollter Weise gelieferte Filme verwendet, die zur Verwendung abgewickelt und an den Enden überlappt werden, wodurch das herzustellende Fleischprodukt eingewickelt werden kann. Das trifft speziell bei gekochtem Schinken zu, der in ein Maschengewebe gefüllt wird, das dem Produkt vor dem Kochen Form und Konsistenz verleiht. 



  Die in Maschengeweben gekochten Fleischprodukte weisen jedoch das Problem auf, dass das Maschengewebe an der Aussenseite des hergestellten Produkts anhaftet, dass Stücke des Maschengewebes am Fleischprodukt haften bleiben oder dass das Maschengewebe beim Entfernen desselben Teile des Produkts wegreisst, wodurch es zu einem Materialverlust kommt, das Aussehen des Produkts verschlechtert wird und dieses nicht mehr für den Verkauf geeignet ist. 



  Um diese Probleme zu vermeiden, ist man zu der jetzigen vorteilhaften Lösung gekommen, zwischen das Maschengewebe und die Fleischmasse einen feinen, verzehrbaren Kollagenfilm zu legen, der es ermöglicht, das Maschengewebe leicht vom Produkt zu trennen. Da der Kollagenfilm - aufgrund seines Proteingehalts - beim Kochen oder Räuchern eine enge Verbindung mit dem Fleisch eingeht und ausserdem transparent und geschmacklos ist, ist eine Identifikation oder Trennung desselben von der Fleischmasse praktisch unmöglich, wodurch ein einziges Produkt entsteht. Der Kollagenfilm bleibt nicht am Maschengewebe haften, in welchem der Koch- bzw. Räucherprozess durchgeführt wird. Somit bewahrt das Produkt nach dem Abtrennen des Maschengewebes sein gutes Aussehen, da es zu keinen Fleischverlusten an der Oberfläche kommt.

   Mit diesem zwischen dem Produkt und dem Maschengewebe liegenden Kollagenfilm wird ausserdem die Oberfläche des Fleischprodukts gegen eventuelle Beschädigungen geschützt, der Saftverlust während des Kochprozesses herabgesetzt und das äussere Erscheinungsbild des so eingewickelten Produkts verbessert. 



  Das Kollagen wird in der Regel in kontinuierlicher Länge mit einer Breite von 300 mm bis 600 mm und einer Stärke zwischen 0,015 und 0,035 mm geliefert. Handelsprodukte dieser Merkmale werden z.B. von der Firma Naturin GmbH & Co. unter der Marke "Coffi" vertrieben. 



  Aus dem deutschen Patent DE-3 431 521 der Firma NATURINWERK BECKER & CO. ist ein Verfahren zur Herstellung von gekochten Fleischprodukten und eine Vorrichtung zur Herstellung von gekochten und in Maschengeweben eingewickelten Fleischprodukten bekannt. Diese Erfindung sieht vor, die rohen bzw. gebundenen Fleischstücke mit einer verzehrbaren Kollagenschicht zu überziehen und auf diese Schicht ein längliches und/oder querelastisches Netz oder Maschengewebe zu ziehen, um diese Fleischmasse danach zu kochen. Um ein Zerreissen des Kollagenfilms beim Aufziehen des Netzes oder Maschengewebes zu verhindern, wurde bei dieser Erfindung vorgesehen, beide Schichten, das heisst das Maschengewebe und das Kollagen, gleichzeitig aufzutragen, womit eine Beschädigung der Kollagenschicht zu diesem Zeitpunkt vermieden werden konnte. 



  Aufgrund der starken Spannungen, die bei den modernen Herstellungsverfahren auftreten, welche die eingesetzten Materialien äussersten Belastungen aussetzen, und ganz speziell aufgrund der Verhaltensunterschiede zwischen dem elastischen Maschengewebe und dem Kollagen, ist die Zahl der Rissbildungen bei diesen Filmen, trotz der vorteilhaften Lösung, immer noch verhältnismässig hoch. 



  Um eine Lösung für diese Rissprobleme zu finden, wurden Produkte zur Verbesserung der Streckeigenschaften des Kollagenfilms eingesetzt. Dabei wurde festgestellt, dass ein stärkerer Film die Risse nicht verhindert, da sich seine Streckeigenschaften nicht gebessert haben. Auch eine Erhöhung des Anteils an Weichmachern, wie z.B. Glyzerin, Sorbitol und dgl., führt zu keinen zufriedenstellenden Ergebnissen, da - trotz der Besserung der Streckbarkeit - Verklebungen zwischen den beiden in Berührung kommenden Schichten eintreten. 



  Ein Film mit besseren Streckeigenschaften, bei dem die unerwünschten Haftmerkmale nicht auftreten, wird dadurch erhalten, dass man der Kollagenmasse bzw. dem extrudierten Film eine ölige Komponente zugibt. 



  \lige Komponenten hat man bereits bei anderen Anwendungen eingesetzt, womit den kollagenhaltigen Produkten Eigenschaften verliehen wurden, die sich von denen des Erfindungsgegenstandes unterscheiden. Zum Beispiel: 



  Das Patent US-3 446 633 beansprucht den Einsatz eines verzehrbaren \les in den Bädern zur Herstellung von schlauchförmigen Kollagendärmen, um einen lichtdurchlässigen Darm zu erhalten. 



  Das Patent US-3 567 467 beansprucht den Einsatz eines verzehrbaren \les mit einem Rostschutzmittel in den Bädern zur Behandlung des Kollagendarmes, um eine lange Lagerzeit zu ermöglichen. 



  Das Patent US-3 627 512 beansprucht den Einsatz eines Weichmachers aus einem Monoglycerid oder Acetyl-Monoglyceriden in den Bädern zur Behandlung des Darmes. 



  Das Patent US-4 061 787 beansprucht den Einsatz von ungesättigten Fettsäuren als Gerbstoff oder Überschneidungsmittel der Kollagendärme. 



  Das Patent US-4 115 594 beansprucht den Einsatz eines Sorbitanester und Polyoxydäthylen enthaltenden Zusatzes vor dem Extrudieren des Darmes, um eine bessere Verteilung der bei der Herstellung der Därme verwendeten Zellulosefasern und eine Verbesserung der Falzeigenschaften zu erzielen. 



  Das Patent US-4 117 171 beansprucht den Einsatz von Polyolestern, Fettsäuren und Mineralölen zur Verbesserung der Antiblockiereigenschaften der schlauchförmigen Därme, wodurch im Verlaufe des Gerbprozesses, dem die verschiedenen Bäder vor dem Trocknen ausgesetzt sind, ein Verkleben ihrer Innenwände vermieden wird. 



  Alle diese Erfindungen beziehen sich auf die Verwendung verschiedener Produkte auf schlauchförmige Därme zwecks Verbesserung bestimmter Eigenschaften derselben. 



  Sie sehen insgesamt den Einsatz beanspruchter Komponenten auf Därme vor, welche vor dem Trocknen entsprechenden Bädern mit Gerbstoffen und/oder Weichmachern behandelt werden. 



  An letzter Stelle ist als Stand der Technik das kanadische Patent CA-1 2 533 876 zu nennen, das den Einsatz von mit \l imprägnierten Kollagenlamellen beansprucht, welche trocken zum Einwickeln von geräucherten Fleischprodukten verwendet werden, und zwar im Gegensatz zur Benutzung von Lamellen, welche zuerst in Wasser getaucht werden, was zu einer geringeren Rissbeständigkeit derselben führt. 



  Es wurde festgestellt, dass einem für Fleischprodukte mit einem bedeutenden Wassergehalt verwendeten Kollagenfilm, durch die Zugabe eines öligen Produkts, die gewünschten Streckeigenschaften verliehen werden, ohne seine Widerstandsfähigkeit nachteilig zu verringern. 


 Beschreibung der Erfindung 
 



  Die Produktionsgeschwindigkeit der modernen automatischen Anlagen zur Herstellung von eingewickelten und mit einem Maschengewebe versehenen Fleischprodukten nimmt ständig zu, um auf diese Weise die Produktivität zu erhöhen. Wegen der häufigen Rissbildungen in den Kollagenfilmen sind der Geschwindigkeit jedoch zur Zeit Grenzen gesetzt, denn da das Material nur in geringfügigem Masse streckbar ist, hält es den hohen Spannungen und Geschwindigkeitswechseln dieser Maschinen während des Herstellungsprozesses nicht stand. 



  Es ist deshalb erforderlich, dass diese Kollagenfilme Eigenschaften aufweisen, welche diese ständigen Rissbildungen unterbinden, denn es hat sich in der Praxis gezeigt, dass sie auf die Spannungen in den Füllmaschinen oder in den Anlagen zum Einwickeln der Fleischprodukte zurückzuführen sind, weil die Filme nacheinander über die Walzen gleiten müssen, mit welchen die Produkte eingewickelt werden. Es wurde ausserdem festgestellt, dass es trotz des Einsatzes von Kollagenfilmen mit einer höheren mechanischen Beständigkeit weiterhin zu praktisch gleichbleibenden Rissbildungen kommt, weshalb die Schlussfolgerung gezogen wird, dass dieser Umstand auf die strukturelle Steifheit dieser Filme zurückzuführen ist. 



  Es handelt sich also darum, die Filme mit bestimmten Eigenschaften auszustatten, um der Steifheit der Kollagenfilme vorzubeugen oder dieselbe zu verhindern und den Filmen eine Streckbarkeit verleihen, durch die ein Reissen der Filme bei ihrer Verwendung in den derzeitigen Maschinen vermieden wird. 



  Es wurde nun überraschenderweise herausgefunden, dass die bestehenden Probleme erfindungsgemäss durch die Merkmale der kennzeichnenden Teile von Anspruch 1 bzw. 9 gelöst werden können. Die Eigenschaften des Films, z.B. seine Beständigkeit, bleiben praktisch unverändert erhalten. Es ändern sich jedoch überraschenderweise die physikalischen Merkmale, da eine wesentliche Erhöhung der Streckbarkeit des Produktes erzielt wird. 



  Es wurde festgestellt, dass die vorteilhafte Wirkung der öligen Zusätze insbesondere dann eintrifft, wenn der Anteil zwischen 1 und 60% des als Trockenextrakt des Filmes gemessenen Kollagengehalts liegt. Die stärkste Wirkung wird bevorzugt dann erzielt, wenn der Anteil zwischen 3 und 40% beträgt. 



  Bei Anteilen unter 1% unterscheiden sich die Streckeigenschaften des Films kaum von denen eines Films ohne ölige Zusätze und können als minimal bezeichnet werden. Bei Anteilen von über 40% dehnt sich der Film dagegen so stark, als würde es sich um Gummi handeln. Dadurch verringert sich in unerwünschter Weise die mechanische Beständigkeit desselben, weshalb es nicht zweckmässig ist, ölige Zusätze in einer Menge von über 40% des als Trockenextrakt gemessenen Kollagengehalts zuzugeben. 



  Unter den verwendeten \len und/oder Fetten haben sich Tieröle und/oder Tierfette, Pflanzenöle und/oder Pflanzenfette, Mineralöle und/oder Mineralfette, Silikonöle, Alkylenoxydzusätze und partielle Fettsäureester als besonders geeignet erwiesen. 



  Gegenstand der Erfindung ist somit ein Film mit verbesserten Streckeigenschaften, die durch Zugabe von öligen Zusätzen zur Kollagenmasse erzielt werden. 



  Ebenfalls Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung des Films mit verbesserten Streckeigenschaften durch Zugabe eines öligen Zusatzes zur Kollagenmasse, sowie ein mit einem erfindungsgemässen Film hergestelltes Fleischprodukt, bei dem der Film nach dem vorstehend beschriebenen Verfahren produziert wird. 



  Es hat sich gezeigt, dass der durch die Zugabe von öligen Zusätzen erhaItene erfindungsmässe Film mit verbesserten Streckeigenschaften auch dann geeignet ist, wenn der Film durchlöchert wird. Damit wird erreicht, dass die bei der Herstellung der Fleischprodukte eingeschlossene Luft entweichen kann. 



  Es wurde ausserdem festgestellt, dass der Film aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften auch dann völlig geeignet ist, wenn er nach einem der üblichen Verfahren gefärbt wird, sei es durch Zusatz von Farbstoffen zur Kollagenmasse vor der Extrusion, sei es durch eine Färbung nach der Ausbildung des Filmes anhand eines Färbbades oder durch Bespritzen des bereits erhaltenen Filmes. 



  Es hat sich auch gezeigt, dass der Film aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften uneingeschränkt geeignet ist, wenn ihm andere Stoffe, z.B. Gewürze, zugegeben werden, um dem Endprodukt Geschmack und/oder ein bestimmtes Aroma zu verleihen. 



  Der Film kann ausserdem in üblicher Weise bedruckt werden, ohne dass der ölige Zusatz die zur Bedruckung erforderlichen Eigenschaften des Films beeinträchtigen würde. 



  Es wurde überraschenderweise festgestellt, dass ein Kollagenfilm mit verbesserten Streckeigenschaften, die durch Zugabe eines öligen Zusatzes zum Kollagen erreicht wurden, weniger empfindlich gegen Feuchtigkeit als ein herkömmlicher Kollagenfilm ist, das heisst, er nimmt die Feuchtigkeit aufgrund der Zugabe des öligen Zusatzes langsamer auf und unterscheidet sich dadurch von den üblichen Kollagenfilmen, die das aufgrund der Luftfeuchtigkeit oder der in Produktionsstätten von Fleischprodukten dieser Art vorhandene Wasser gierig aufnehmen, wodurch ein Teil ihrer wesentlichen Eigenschaften verloren geht. Es kommt dadurch normalerweise zum sog. "BIocking-Effekt", das heisst, der Film bleibt an sich selbst oder an den Teilen der Maschinen haften, welche er berührt. 



  Wie bereits erwähnt, betrifft die Erfindung auch ein Verfahren zur Herstellung des Kollagenfilmes, genauer gesagt ein Verfahren, das darin besteht, dem Kollagen diese öligen Zusätze zuzugeben, um einen FiIm mit verbesserten Streckeigenschaften zu erzielen. 



  Die durchgeführten Versuche haben gezeigt, dass der ölige Zusatz dem Film geeignete Streckeigenschaften verleiht, sowohl wenn der ölige Zusatz dem Kollagen vor der Extrusion zugeführt wird, als auch durch Eingabe in die eigentliche Stranggussdüse. Die Zugabe des öligen Zusatzes zur Kollagenmasse vor der Extrusion bzw. in die eigentliche Stranggussdüse kann in üblicher Art und Weise erfolgen. 



  Es wurden andererseits zufriedenstellende Versuche durchgeführt, die darin bestehen, diese öligen Zusätze nach der Extrusion des Filmes zuzugeben, da diese Kollagenfilme äusserst porös sind und die öligen Zusätze schnell aufnehmen. Der ölige Zusatz kann in üblicher Weise zum bereits extrudierten Film gegeben werden, z.B. mittels Bad oder Bespritzen. 



  Einen letzten Erfindungsgegenstand bildet das Fleischprodukt, das mit einer Umhüllung bzw. mit einem Kollagenfilm mit verbesserten Streckeigenschaften hergestellt wird, sowie ein Fleischprodukt mit einer Umhüllung bzw. einem Film, der nach einem Verfahren hergestellt wurde, das verbesserte Streckeigenschaften verleiht. Der Schutz erstreckt sich auf alle Fleischprodukte wie z.B. Schinken, Paprikawürste, Dauerwürste usw. 


 Bevorzugte Ausführung der Erfindung 
 



  Die in dieser Erfindung dargelegten Beispiele wurden ausgehend von einem üblichen Kollagenfilm durchgeführt, d.h. ausgehend von Filmen, die keinen öligen Zusatz enthalten, und mit verschiedenen Proben verglichen, die durch Zugabe eines öligen Produkts, Dynacet-\L 285 (Hüls Aktiengesellschaft, Troisdorf, Deutschland), erhalten wurden. Es wurden Vergleiche bezüglich der Widerstandsfähigkeit und Streckbarkeit dieser Filme angestellt. 



  Zur Durchführung der Versuche wurden allen extrudierten Filmen zehn rechteckige, in Längsrichtung der Filme ausgeschnittene Proben von 3 x 11,5 cm entnommen. Die so von jedem Film erhaltenen Proben wurden 2 Stunden lang in einer Klimakammer bei 70% Luftfeuchtigkeit und 25 DEG C stabilisiert. Die in dieser Art erhaltenen und stabilisierten Proben wurden in einer Maschine der Type UTS-3 (UTS test systems GmbH, Ulm, Deutschland) zwischen Zangen mit einem Abstand von 6 cm gesteckt und erprobt. Die Zangen wurden bei einer Geschwindigkeit von 100 mm/Minute getrennt. Dabei wurden die nachstehend definierten unterschiedlichen Widerstandsfähigkeits- und Streckbarkeitswerte verzeichnet. 



  Streckbarkeit: Zunahme in Prozent der Trennung zwischen den Zangen oder Klemmen vom Beginn des Versuches bis zum Reissen des Filmes. 



  Widerstandsfähigkeit: Kraft, welche eingesetzt wurde, um ein Reissen des Films zu bewirken; ausgedrückt in Newton. 


 Beispiel 1 
 



  Das erste Beispiel wurde mit einem üblichen Kollagenfilm durchgeführt, dessen Zusammensetzung für eine Probe von 10 kg Kollagenfilm zu folgenden Ergebnissen führte: 
<tb><TABLE> Columns=3 
<tb>Head Col 2 AL=L: kg 
<tb>Head Col 1: %
<tb><SEP>Kollagen<SEP>6,69<SEP>66,9
<tb><SEP>Glyzerin<SEP>1,765<CEL AL=L>17,65
<tb><CEL AL=L>Sorbitol<SEP>0,25<SEP>2,5
<tb><SEP>Wasser<SEP>1,178<SEP>11,78
<tb><SEP>Rest<SEP>0,117<CEL AL=L>1,17%
<tb><SEP>Insgesamt<SEP>10<SEP>100% 
<tb></TABLE> 



  Die erhaltenen Durchschnittsergebnisse der geprüften Proben sind folgende: 
<tb><TABLE> Columns=2 
<tb><SEP>Streckbarkeit<SEP>21%
<tb><SEP>Widerstandsfähigkeit<SEP>12,4 N 
<tb></TABLE> 


 Beispiel 2 
 



  Das zweite der durchgeführten Beispiele oder Versuche bestand in der Herstellung eines Filmes, und zwar ausgehend von den grundlegenden Komponenten eines üblichen Kollagenfilmes, denen man 3% \l zugab. Es wurde folgende Zusammensetzung erhalten: 
<tb><TABLE> Columns=3 
<tb>Head Col 2 AL=L: kg 
<tb>Head Col 1: %
<tb><SEP>Kollagen<SEP>6,69<SEP>61,95
<tb><SEP>Glyzerin<SEP>1,765<CEL AL=L>17,14
<tb><CEL AL=L>Sorbitol<SEP>0,25<SEP>2,43
<tb><SEP>\l<SEP>0,3<SEP>2,91
<tb><SEP>Wasser<SEP>1,178<CEL AL=L>11,43
<tb><SEP>Rest<SEP>0,117<SEP>1,14
<tb><SEP>Insgesamt<SEP>10,3<SEP>100% 
<tb></TABLE> 



  Der Anteil von 3% an zugegebenem \l entspricht etwa 5% des als Trockenextrakt gemessenen Kollagengehalts. 



  Die erhaltenen Durchschnittsergebnisse der geprüften Proben sind folgende: 
<tb><TABLE> Columns=2 
<tb><SEP>Streckbarkeit<SEP>29,4%
<tb><SEP>Widerstandsfähigkeit<SEP>11,4 N 
<tb></TABLE> 


 Beispiel 3 
 



  Das dritte der durchgeführten Beispiele oder Versuche bestand in der Herstellung eines Filmes, und zwar ausgehend von den grundlegenden Komponenten eines üblichen Kollagenfilmes, denen man in Bezug auf die restlichen Inhaltsstoffe 4% \l zugab. Es wurde folgende Zusammensetzung erhalten: 
<tb><TABLE> Columns=3 
<tb>Head Col 2 AL=L: kg 
<tb>Head Col 1: %
<tb><SEP>Kollagen<SEP>6,69<SEP>64,33
<tb><SEP>Glyzerin<SEP>1,765<CEL AL=L>16,97
<tb><CEL AL=L>Sorbitol<SEP>0,25<SEP>2,4
<tb><SEP>\l<SEP>0,4<SEP>3,85
<tb><SEP>Wasser<SEP>1,178<CEL AL=L>11,32
<tb><SEP>Rest<SEP>0,117<SEP>1,13
<tb><SEP>Insgesamt<SEP>10,4<SEP>100% 
<tb></TABLE> 



  Die erhaltenen Durchschnittsergebnisse der geprüften Proben sind folgende: 
<tb><TABLE> Columns=2 
<tb><SEP>Streckbarkeit<SEP>30,2%
<tb><SEP>Widerstandsfähigkeit<SEP>12,3 N 
<tb></TABLE> 



  Der Anteil. von 4% an zugegebenem \l entspricht etwa 6% des als Trockenextrakt gemessenen Kollagengehalts. 


 Beispiel 4 
 



  Das vierte der durchgeführten Beispiele oder Versuche bestand in der Herstellung eines Filmes, und zwar ausgehend von den grundlegenden Komponenten eines üblichen Kollagenfilmes, denen man in Bezug auf die restlichen Inhaltsstoffe 10% \l zugab. Es wurde folgende Zusammensetzung erhalten: 
<tb><TABLE> Columns=3 
<tb>Head Col 2 AL=L: kg 
<tb>Head Col 1: %
<tb><SEP>Kollagen<SEP>6,69<SEP>60,82
<tb><SEP>Glyzerin<SEP>1,765<CEL AL=L>16,05
<tb><CEL AL=L>Sorbitol<SEP>0,25<SEP>2,27
<tb><SEP>\l<SEP>1<SEP>9,09
<tb><SEP>Wasser<SEP>1,178<CEL AL=L>10,71.
<tb><SEP>Rest<SEP>0,117<SEP>1,06
<tb><SEP>Insgesamt<SEP>11<SEP>100% 
<tb></TABLE> 



  Die erhaltenen Durchschnittsergebnisse der geprüften Proben sind folgende: 
<tb><TABLE> Columns=2 
<tb><SEP>Streckbarkeit<SEP>36,5%
<tb><SEP>Widerstandsfähigkeit<SEP>10,1 N 
<tb></TABLE> 



  Der Anteil von 10% an zugegebenem \l entspricht etwa 15% des als Trockenextrakt gemessenen Kollagengehalts. 


 Beispiel 5 
 



  Das fünfte der durchgeführten Beispiele oder Versuche bestand in der Herstellung eines Filmes, und zwar ausgehend von den grundlegenden Komponenten eines üblichen Kollagenfilmes, denen man in Bezug auf die restlichen Inhaltsstoffe 40% \l zugab. Es wurde folgende Zusammensetzung erhalten: 
<tb><TABLE> Columns=3 
<tb>Head Col 2 AL=L: kg 
<tb>Head Col 1: %
<tb><SEP>Kollagen<SEP>6,69<SEP>47,78
<tb><SEP>Glyzerin<SEP>1,765<CEL AL=L>12,6
<tb><CEL AL=L>Sorbitol<SEP>0,25<SEP>1,79
<tb><SEP>\l<SEP>4<SEP>28,57
<tb><SEP>Wasser<SEP>1,178<CEL AL=L>8,41
<tb><SEP>Rest<SEP>0,117<SEP>0,85
<tb><SEP>Insgesamt<SEP>14<SEP>100% 
<tb></TABLE> 



  Die erhaltenen Durchschnittsergebnisse der geprüften Proben sind folgende: 
<tb><TABLE> Columns=2 
<tb><SEP>Streckbarkeit<SEP>32,8%
<tb><SEP>Widerstandsfähigkeit<SEP>11,2 N 
<tb></TABLE> 



  Der Anteil von 40% an zugegebenem \l entspricht etwa 60% des als Trockenextrakt gemessenen Kollagengehalts. 



  Die Zugabe höherer \lmengen erwies sich bezüglich der Streckbarkeit als unwirksam, denn aufgrund des übermässigen Fett- oder \lgehalts konnte das Produkt nicht gehandhabt werden. Der damit erhaltene Film war schwach und kaum zum Einwickeln von Schinken geeignet. 



  Zur Zusammenfassung dieser Beispiele kann folgender Vergleich aufgestellt werden. In dieser Tabelle zeigt die erste Spalte die \lzugabe in Bezug auf die restlichen Komponenten der Zusammensetzung; die zweite Spalte entspricht dem Anteil des \les am Trockenextrakt des Kollagengehalts. Die weiteren beiden Spalten stellen die in Prozent ausgedrückte Streckbarkeit und die in Newton ausgedrückte Widerstandsfähigkeit des Filmes dar. 
<tb><TABLE> Columns=4 
<tb>Head Col 1: \lanteil/
 Masse (%) 
<tb>Head Col 2: \lanteil/
 Kollagen (%) 
<tb>Head Col 3: Streckbarkeit (%) 
<tb>Head Col 4: Widerstandsfähigkeit (N)
<tb><SEP>0 <SEP>0<SEP>21<SEP>12,4
<tb><SEP>3<SEP>4,5<CEL AL=L>29,4<SEP>11,4
<tb><SEP>4<SEP>6<SEP>30,2<SEP>12,3
<tb><SEP>10<SEP>15<SEP>36,5<CEL AL=L>10,1
<tb><SEP>40<SEP>60<SEP>32,8<SEP>11,2 
<tb></TABLE> 



  Die der Erfindung anliegenden Figuren zeigen in Fig. 1 den Vergleich der Streckbarkeit und in Fig. 2 den Vergleich der Widerstandsfähigkeit des Kollagenfilms. Den Figuren ist gleichzeitig zu entnehmen, dass die Streckbarkeit bei \lanteilen von annähernd 60% des trockenen Kollagens abnimmt. 



  Zur Erzielung des genannten Films mit verbesserten Streckeigenschaften wird sowohl der Kollagenmasse - vor der Extrusion - als auch der eigentlichen Stranggussdüse in üblicher Weise ein öliger Zusatz zugegeben. 



  Die Zugabe des öligen Produkts kann in gleicher Weise nach der Extrusion des Filmes in bekannter Weise vorgenommen werden, und zwar in Form eines Bades oder durch Bespritzen.

Claims (20)

1. Kollagenfilm, der für Nahrungsmittel, wie z.B. Schinken, verwendet werden kann, dadurch gekennzeichnet, dass das Material zur Bildung des Films neben dem Kollagen einen öligen Zusatz enthält.
2. Kollagenfilm nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der ölige Zusatz mindestens eine der folgenden Komponenten enthält: Tieröle und/oder Tierfette; Pflanzenöle und/oder Pflanzenfette; Mineralöle und/oder Mineralfette; Silikonöle, Alkylenoxydzusätze und partielle Fettsäureester.
3. Kollagenfilm nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der ölige Zusatz in einer Menge zwischen 1 und 60% des als Trockenextrakt gemessenen Kollagengehalts vorhanden ist.
4. Kollagenfilm nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge an öligem Zusatz zwischen 3 und 40% des als Trockenextrakt gemessenen Kollagengehalts liegt.
5.
Kollagenfilm nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass er durchlöchert ist, um das Entweichen des bei seiner Verwendung bei der Verarbeitung eines Fleischproduktes eingeschlossenen Wassers zu ermöglichen.
6. Kollagenfilm nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass er gefärbt ist.
7. Kollagenfilm nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass er bedruckt ist.
8. Kollagenfilm nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass er Gewürze enthält.
9. Verfahren zur Herstellung eines Kollagenfilms, der für Nahrungsmittel, wie z.B. Schinken, verwendet werden kann, nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Kollagenmasse ein öliger Zusatz zugegeben wird.
10.
Verfahren zur Herstellung eins Kollagenfilms nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Kollagenmasse vor der Extrusion des Films, z.B. in der eigentlichen Stranggussdüse des Films, ein öliger Zusatz zugegeben wird.
11. Verfahren zur Herstellung eines Kollagenfilms nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugabe des öligen Zusatzes als Bad oder Bespritzung nach der Ausbildung des Films erfolgt, wobei der ölige Zusatz im Kollagen verteilt wird, um die Streckbarkeit des gesamten Films zu erhöhen.
12.
Verfahren zur Herstellung eines Kollagenfilms nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der ölige Zusatz mindestens eine unter folgenden Bestandteilen gewählte Komponente enthält: Tieröle und/oder Tierfette; Pflanzenöle und/oder Pflanzenfette; Mineralöle und/oder Mineralfette; Silikonöle, Alkylenoxydzusätze und partielle Fettsäureester.
13. Verfahren zur Herstellung eines Kollagenfilms nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der ölige Zusatz in einer Menge zwischen 1 und 60% des als Trockenextrakt gemessenen Kollagengehalts zugegeben wird.
14. Verfahren zur Herstellung eines Kollagenfilms nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge an öligem Zusatz vorzugsweise zwischen 3 und 40% des als Trockenextrakt gemessenen Kollagengehalts liegt.
15.
Verfahren zur Herstellung eines Kollagenfilms nach einem der Ansprüche 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Film entweder durch Zusatz von Farbstoffen zur Kollagenmasse vor der Extrusion oder durch eine Färbung nach der Ausbildung des Films gefärbt wird.
16. Verfahren zur Herstellung eines Kollagenfilms nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Film bedruckt wird.
17. Verfahren zur Herstellung eines Kollagenfilms nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Film durchlöchert wird, um während der Ummantelung eines Nahrungsmittels, z.B. eines Fleischproduktes, ein Entweichen von Luft und/oder Wasser zu ermöglichen.
18. Verfahren zur Herstellung eines Kollagenfilms nach einem der Ansprüche 13 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass Gewürze zugegeben werden.
19.
Kollagenfilm, hergestellt nach dem Verfahren gemäss einem der Ansprüche 9 bis 18.
20. Verwendung eines Kollagenfilms nach einem der Ansprüche 1 bis 8 oder 19 zum Umhüllen eines Fleischproduktes.
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