In allen Zagen gegen Flüssigkeitsausfluss gesichertes offenes Gefäss, besonders für Gleichrichter- und Polarisationszellen. Der Erfindung liegt die Aufgabe zu grunde, bei den für Gleichrichtungs- und Po larisationszwecke verwendeten elektrolyti schen Zellen, die offen sein müssen, um den .Abzug der sich entwickelnden Gase zu er möglichen, das Ausfliessen des Elektrolytes bei jeder Lage, zum Beispiel beim Bahn- oder Postversand, zu verhüten.
Man könnte dies dadurch erreichen, dass man die Zellen für den Transport verschliesst und bei In gebrauchnahme am Bestimmungsorte wieder öffnet; doch ist dies bei der grossen Anzahl (1000 und mehr) Zellen, die in der Regel gebraucht werden, sehr umständlich und auch deshalb nicht zu empfehlen, weil die Einrichtungen vielfach in ungeschulte Hände kommen. Auch der Ausweg, keine Flüssigkeit, sondern eine angefeuchtete Masse als Elektrolyten zu verwenden, ist nicht empfehlenswert, weil dabei der Nutzeffekt viel kleiner und die Lebensdauer bedeutend kürzer wird.
Die Erfindung löst die Aufgabe in der Weise, dass die Verbindung mit der Aussen luft durch ein in das Gehäuse hineinragen- des Rohr hergestellt wird, das mit seiner Mündung bei jeder Lage des Gefässes ober halb des Flüssigkeitsspiegels liegt.
Die Zeichnung veranschaulicht verschie dene Ausführungsbeispiele des Erfindungs gegenstandes.
Gemäss Fig. 1 ist das zylindrische Glas gefäss L mit einem Pfropfen a, der je nach dem Elektrolyten Gummi, Kork. oder derglei chen sein kann, verschlossen. Durch den Pfropfen gehen luftdicht einerseits die in. die Flüssigkeit eintauchenden Elektroden<I>e, f.</I> anderseits in der Mitte ein dünnes Glasrohr t.7, dessen Mündung etwas über der Flüssigkeits oberfläche liegt. Die Länge des Rohres und das Fassungsvermögen: des Gefässes sind so zu bemessen, d.ass die Mündung des Rohres bei jeder Lage des Gefässes über dem Flüs- sigkeitsspiegel liegt.
Zu diesem Zwecke darf, reine Flüssigkeitsfüllung vorausgesetzt, das Gefäss, bezw. der freie Raum desselben nicht halb gefüllt sein.
Beim Schütteln des Gefässes können im merhin Flüssigkeitstropfen an die Mündung des Rohres gelangen. Um zu vermeiden. dass bei umgestürzter Lage nach aussen fliessen, braucht man das Rohr nur so eng zu halten. dass eine Kapillarwirkung entsteht;
doch kann auoh hierbei schliesslich gerade durch die: Kapilla.rwirkung Flüssigkeit bis an (las äussere Ende des Rohres und dann durüh irgendwelche Umstände aus diesem herausgelangen. Um dem unter Beibehaltung der Kapillarität für das innere Ende des Rohres vorzubeugen, ist das Rohr dicht ober halb der innern Mündung mit einer starken Erweiterung g versehen.
Hat sich der unter halb der Erweiterung d liegende kapillare Rohrteil i. mit Flüssigkeit gefüllt. so kann die darin enthaltene Flüssigkeit infolge .der Kapillarität weder aufwärts, noch abwärts gehen. Sie kann infolgedessen nicht nur ihrerseits nicht ausfliessen, sondern bildet überdies einen Verschlussstöpsel, der das Ein dringen weiterer Flüssigkeit in das Rohr verhindert. Die eingedrungene Flüssigkeit kann auch nicht durch die sich im Betrieb entwickelnden Gase ausgetrieben werden. weil sie sich in der Erweiterung ausbreitet: und die Gase durchlässt.
In Fig. 2 und 3 sind zwei weitere For men des Rohrendes dargestellt. Gemäss Fig. 2 läuft das Rohr in eine .schlanke Spitze i aus, wobei auch wieder über dem haarrohr- förmigen Mundstück eine plötzliche starke Erweiterung stattfindet. Gemäss Fig. 3 endet Glas Rohr in einer kugelförmigen Erweite rung 1,: mit in der Rohrachse liegender Na pillaröffnung j derart, dass die Länge des Iiapillarteils des Rohres nur der Wandstärke der Kugel entspricht. Die Wahl der Form des Rohrendes hängt im Einzelfalle von der Beschaffenheit der Flüssigkeit ab.
Bei reiner Flüssigkeitsfüllung und zylin drischer Form des Gefässes muss dieses im Lichten über doppelt so lang sein als die Höhe der darin enthaltenen Flüssigkeitssäule. Will man die Länge verkleinern, ohne die Flüssigkeitssäule in der Gebrauehsstellung und damit die Eintauchtiefe der Elektroden zu verringern, so kann man das Gefäss im obern Teil erweitern (b1, Fig. 4; b\, Fig. 5), so dass bei umgekipptem Gefässe die Flüssig- keitssäule eine geringere Höhe besitzt. In entsprechendem Masse wird dann auch das Rohr d kürzer sein können.
Eine Verkürzung des Gefässes ist auch dadurch möglich, dass man im untern Ge fässteil eine aufsaugende Einlage 7u., z. B. Watte oder Schwamm, anordnet (Fig. 1, 4, 5), die beim Umlegen, bezw. Kippen des Ge fässes infolge Kapillarwirkung einen Teil der Flüssigkeit zurückhält, so dass nur eine entsprechend geringere Flüssigkeitsmenge in den obern Rohrteil gelangt, wo sie nur eine entsprechend niedrigere Säule bildet.
Gefässe der beschriebenen Art können auch für andere Zwecke verwendet werden, beispielsweise für desinfizierende und' aroma tische Flüssigkeiten, die in solchen Gefässen in beliebiger Lage mitgeführt werden kön nen, ohne dass Flüssigkeit ausfliesst, während diese doch verdunsten und dadurch ihre des infizierende oder parfümierende MTirkung ausüben kann; ferner als Anfeuchtungsein- lage für Tabak und andere Waren, die auf dem Transport, zum Beispiel in heissem Klima., oder am Lager feucht erhalten wer den müssen.
Je nach der gewünschten Dauer und In tensität der Verdunstung kann eines der Rohrenden enger oder weiter gehalten wer den. Gegebenenfalls kann man das Rohr auch mit Watte verstopfen, um die Verdunstung abzuschwächen.