CH88745A - Verfahren zur Herstellung von Schuhwerk. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Schuhwerk.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Schuhwerk. Es ist bekannt, Schuhwerk durch Zusam menkleben des Oberteils mit der Sohle mit- telst eines in Wasser nicht löslichen Kleb stoffes herzustellen, wobei die Verbindung durch Aufeinanderdrücken der zu vereinigen den Stellen in einer Presse oder dergleichen erzielt wird.
Die Erfindung zielt darauf ab, das Kle ben verschiedener Werkstückteile ohne An wendung einer Presse auszuführen, indem es zusammen mit einer andern Verbindungsart, zum Beispiel mit dem Nageln, Klammern, Schrauben oder Durchnähen der zu ver bindenden Teile vorgenommen wird. Bei die ser Herstellungsart werden gleichzeitig mit der Ausführung des Klebens die mechani schen Verbindungsmittel angebracht, welche die beiden Teile aufeinandergedrückt halten und hierdurch die Vereinigung der Kleb stoffschichten bei ihrem Austrocknen ver anlassen.
Das neue Verfahren eignet sich für Schuh werk jeder Art, zum Beispiel auch zur An fertigung von Militärstiefeln, die in ihrer Ausführung gewissen Anforderungen ent sprechen müssen.
Anhand der beiliegenden Zeichnung ist gezeigt, wie die Ausführung des Verfahrens bei Militärschuhwerk vorgenommen werden kann.
Nachdem das Oberleder eines Schuhes in der üblichen Weise aufgezwickt und ein gebunden worden ist, wie Fig. 1 veranschau licht, wird der übergreifende Rand ganz oder teilweise unter Schonung der Einbindung durch Lockern oder Aufrauhen des Leders auf beliebige Weise aufnahmefähig für den Klebstoff gemacht, wie bei A-B (Fig. 1) angedeutet ist. Auf die geraubten Stellen wird hierauf in bekannter \Weise der Kleb stoff, zum Beispiel Zelluloidlösung, auf getragen, wie die Stelle B-C veranschau licht.
Nach dem Trocknen des rins auf dem Rand aufgetragenen Klebstoffes' wird die Sohle, die an den entsprechenden Stellen eben falls mit Klebstoff versehen ist, mittelst eini ger Stifte in der richtigen Stellung lose auf geheftet und durch Einschlagen der innern Nagelreihe befestigt. Alsdann wird ein Lösungsmittel zur Auflösung der Oberflächen der aufeinanderlieenden Klebstoffschichten zwischen Oberleder und Sohle eingeführt.
Zweckmässig geschieht dies mit Hilfe eines schmalen, zwischen diese Teile eingeführten Mundstückes D (Fig. 2), durch das das Lö- sungsmittel eingespritzt wird, worauf die zweite äussere Reihe Nägel sofort eingeschla gen wird. Hierdurch werden Oberteil und Sohle fest aufeinandergedrückt und die mit Klebstoff versebenen Teile miteinander ver einigt, ohne dass während der ganzen Dauer des Trocknens durch eine Presse ein äusserer Druck auf die Sohle ausgeübt werden muss.
Auf der andern Seite findet durch den Kleb stoff eine vollständige Abdichtung zwischen Oberleder und Sohle statt, die das Eindrin gen von Feuchtigkeit wirksam verhütet; fer ner werden die Einstichstellen der Nägel durch den Klebstoff ebenfalls abgedichtet und der Klebstoff verbindet sich auch mit den Holznägeln, wodurch wieder die Festigkeit der Verbindung erhöht wird. Das Nageln bann von Hand oder mit Hilfe beliebiger ge eigneter Maschinen ausgeführt werden.
Bei der Anwendung nur einer Reihe Nä gel wird nach dem Aufheften der Sohle auf den Leisten das Lösungsmittel aufgetragen, worauf die Nägel sofort rings in gewissem Abstande vom Rande in einer Reihe einge schlagen werden.
Das Kleben lässt sich auch mit andern Verbindungsverfahren, zum Beispiel Durch nähen, Klammern oder Schrauben, vereini gen, wobei die Verbindungsmittel, ähnlich wie oben beschrieben, in einer oder mehreren Reihen angewendet werden können. In allen Fällen lässt sich auch die Hilfsverbindung unmittelbar nach dem Auftragen des Kleb- mittels, das heisst bevor der Klebstoff völlig getrocknet ist, anbringen, so dass: kein oder wenig Lösungsmittel angewendet wird. Der Klebstoff kann dabei nach dem Aufheften der Sohle zwischen diese und den Oberleder rand eingeführt werden.
Die Auf;-abe, die mit dem neuen Ver fahren gelöst ist, besteht in der Herstellung von geklebtem Schuhwerk ohne Anwendung von Fressen oder andern Vorkehrungen, die die zu verbindenden Teile während des Ab bindens oder Trocknens des Klebmittels dauernd aufeinandergedrückt halten. Viel mehr wird dies durch die zusätzlichen Verbin dungsmittel bewirkt. Wenn auch diese wei teren Verbindungsmittel zur Erhöhung der Festigkeit der Verbindung beitragen mögen, liegt doch ihre Hauptaufgabe und Wirkung in dem Aufeinanderdrücken der Lederteile.
Dies wird aus folgender Betrachtung beson ders deutlich: Wenn fertiges geklebtes Schuhwerk nachträglich genäht oder genagelt würde, würde es wegen des Durchstechens der Sohle nicht mehr den Vorteil der Wasser dichtigkeit, der dem geklebten Schuhwerk eigen ist, aufweisen. Wird aber schon wäh rend der Ausführung des Klebens die Sohle beispielsweise aufgenagelt, so dringt der noch feuchte Klebstoff in die Nagellöcher, schliesst diese und verbindet sich fest mit den Nägeln, so dass also die Verletzung der Sohle sofort wieder aufgehoben wird und der- Schuh wasserdicht ausfällt.
Da während des Trocknens des Klebstoffes Andrückvor- richtungen nicht erforderlich sind, lä.sst sich die Verbindung mit den in der Schuhfabrikation von jeher gebräuchlichen Maschinen vollenden. Dies bedeutet eine Erleichterung und Be schleunigung der Arbeit und die Ausnutzung des Verfahrens ohne erhebliche Kosten für Neueinrichtungen des Betriebes. Das neue Verfahren lässt sich mit Vorteil sowohl durch Handarbeit, wie durch Maschinenarbeit aus führen und selbst bei dem Ausbessern von Sohlen hc@natz < < n.
Mai! kann mit Hilfe dieses Verfahrens beliebige Werkstückteile aus Leder, aber auch Leder mit andern Stoffen, zum Beispiel Filz, Gewebe, Pappe, verbinden und auf diese Weise verschiedenartiges Schuhwerk herstellen.
Claims (1)
- <B>PATE</B> NTANZTSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Schuh werk durch Zusammenkleben der @erkstüch- teile mit Hilfe eines in M'asser nicht lös lichen Klebstoffes, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufeinanderdrücken der mit Kleb stoff versehenen Werkstückteile unmittelbar bei der Ausführung des Klebens durch eine zweite, gleichzeitig ausgeführte, mechanische Yerbindung der genannten Werkstückteile er folgt. UNTERANSPRüCHE: 1..Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die mit trockenem Klebstoffe versehenen Teile vorerst in der richtigen Stellung lose aufeinandergeheftet werden, hierauf ein Lösungsmittel zwi schen die vorher mit Klebstoff versehenen Stellen eingeführt und sofort die mecha- nische Verbindung der Teile vorgenommen wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet,. dass eine Sohle zuerst durch eine innere Reihe Verbindungsmittel am Schuh be festigt wird, worauf das Lösungsmittel für den Klebstoff zwischen die zu ver bindenden Teile eingeführt und schliess lich eine äussere Reihe der Verbindungs mittel angebracht wird.
Applications Claiming Priority (1)
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1920
- 1920-07-06 CH CH88745D patent/CH88745A/de unknown
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Also Published As
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| GB148262A (en) | 1921-08-04 |
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