Verfahren zur Darstellung; von l,;rgotamintartrat. Das nach Patent Nr. 86321 isolierte kristal lisierte Hauptalkaloid aus Seeale cornutnm. das mit "Ergot@imin" bezeichnet wurde (siehe beispielsweise Schweiz. Med. Wochenschrift. 1921, Nr. 23), ist als freie Base in Wasser äusserst schwer löslich und daher in dieser Form zur therapeutischen Anwendung, na mentlich zur parenteralen Verabreichung, un geeignet.
Es wurde nun gefunden, dass die zwar sehr schwache Base Ergotamin doch genügend stark basische Eigenschaften be sitzt, um mit Säuren in Wasser leichter lös liche, gegen Lackmus allerdings sauer reagie rende Salze zri bilden.
"Protz der Fnnpfind- lichkeit des Frgotamins gelingt es, wie im folgenden beschrieben wird, bei vorsichtigem Arbeiten, das bisher noch unbekannte Ergo- tamIntartrat sowohl in fester, kristallisierter Form, wie in haltbaren, wässerigen Lösun- gen in Konzentrationen zu bereiten,
die zur therapeutischeir Verwendung des Alkaloides ausreichen. Als Ausgangsmateri@@l kann rnan sowohl die reine Base, zurr Beispiel ihre Kri stallisation aus wasserhaltigem Aceton.
sie Patent Nr. 86321 ei"wähnt, oder ein ergo taminreiches Alkaloidrohprodukt verwenden und in letzterem Fall die Salzbildung zur Ab trennung des Frgotamins von heglcitstoffen verwenden.
Das Verfahren zur Darstellung von Ergo- tamintartrat beruht darauf, dass man auf Er- gotarnin eine ausreichende Menge von Wein säure nach Art der Salzbildung einwirken lässt.
Zur Darstellung von Urgotamintartrat in fester kristallisierter Forrn löst man die freie Base zweclcmällig in mit Wasser mischbaren indifferenten organischen Lösungsmitteln, wie Alkohol oder Holzgeist. auf und fügt hierauf die Saure zu, worauf die kristallinische Aus- scheidun@;
von Urgotamintartrat einsetzt. 3e nach der zugegebenen Säuremenge als Salz mit 1 oder mit Molekül Weinsäure auf Stickstoffatome des Urgotamins. Das mit einem Cherschuss von Säure bereitete säure reichere Salz des Er;
gotamins geht zufolge der scbwachbasischen Natur des Alkaloides beim Umkristallisieren leiht in säureärmeres Salz über. Das reine- Ergotaminmonotartrat erhält man durch vorsichtigen Zusatz einer Weinsäurelösung zrr einer Lösung des Ergo- tamins in mit Wasser nicht mischbaren orga-
EMI0002.0001
niscll:
li <SEP> Lösttn-,slnitteln, <SEP> wie <SEP> Äther <SEP> und <SEP> Ben zol. <SEP> s,Jange <SEP> eilte <SEP> Fällung <SEP> entsteht, <SEP> lind <SEP> Uni krist@iHisieren <SEP> der <SEP> amorphen <SEP> Fällung <SEP> aus
<tb> einen: <SEP> :lceignett#ii <SEP> Lösungsmittel, <SEP> z. <SEP> B. <SEP> Uolz geist. <SEP> Charakteristisch <SEP> f111- <SEP> Frgotanlilltrlrtrilt
<tb> ist <SEP> die <SEP> Neigung <SEP> zur <SEP> Bildung <SEP> von <SEP> Krist.llli sationsverbindungen <SEP> mit <SEP> organischen <SEP> Lii sungsmitteln, <SEP> wie <SEP> z. <SEP> B. <SEP> Metlivl- <SEP> und <SEP> Ätlivl alkohol.
<tb>
Zur <SEP> Darstellung <SEP> von <SEP> Frgot@iinintartrat <SEP> <B>111</B>
<tb> wässerigen <SEP> Lösungen, <SEP> sowohl <SEP> reinen, <SEP> als
<tb> auch <SEP> solchen, <SEP> dellen <SEP> Konservierungsmittel,
<tb> -vie <SEP> AIlzohol <SEP> und <SEP> Glyzerin, <SEP> zugesetzt <SEP> sind, <SEP> fügt
<tb> man <SEP> dem <SEP> Lösungsmittel <SEP> die <SEP> ausreichende
<tb> Meng-c <SEP> Säure <SEP> zti <SEP> und <SEP> versetzt <SEP> die <SEP> so <SEP> ver dünnte <SEP> Säure <SEP> mit <SEP> einer <SEP> konzentriertere <SEP> Lö sung <SEP> der <SEP> Ergotaininbase <SEP> in <SEP> einem <SEP> organischen
<tb> Liisuli <SEP> -smittel, <SEP> z. <SEP> <B>13.</B> <SEP> Alkohol.
EMI0002.0002
Wie <SEP> die <SEP> freie <SEP> Base, <SEP> so <SEP> erleiden <SEP> auch
<tb> Frgot.imintartrat <SEP> und <SEP> seine <SEP> Lösungen <SEP> naliient lich <SEP> @trn <SEP> Licht <SEP> durch <SEP> Luftsauerstoff <SEP> oxyd < itive
<tb> Ver;iiiderüngen <SEP> unter <SEP> Gelb- <SEP> und <SEP> Braiitif:
i <SEP> i- bung.Man <SEP> vermeidet <SEP> diesclhen, <SEP> indem <SEP> iuan
<tb> bei <SEP> ciri- <SEP> Herstellung <SEP> und <SEP> bei <SEP> der <SEP> Aufbewall runs <SEP> T,-on <SEP> Ergotamintartrat <SEP> und <SEP> seiner <SEP> Löstiii gen, <SEP> insbesondere <SEP> beim <SEP> Bereiten <SEP> und <SEP> Ab füllen <SEP> "" on <SEP> Ini#,lztionslösungen <SEP> unier <SEP> Verwen dinig
<tb> sauerstoffreicr <SEP> Gase, <SEP> wie
<tb> ltich,tflff <SEP> und <SEP> Kohlendioxyd <SEP> den <SEP> Luftzutritt
<tb> t"[ <SEP> 1'1I <SEP> I <SEP> 17 <SEP> i@@ <SEP> C', <SEP> 1't.
<tb> <I>Beispiel <SEP> 1:</I>
<tb> Zii <SEP> <I>ein <SEP> ür</I> <SEP> sircienden <SEP> Lösung, <SEP> von <SEP> 3,5 <SEP> h
<tb> t@-'rin@;illre <SEP> in <SEP> InO <SEP> cm:' <SEP> absolutem <SEP> Alkohol
<tb> zieht <SEP> niau <SEP> rülu <SEP> filtrierte <SEP> Lösung <SEP> von <SEP> 15 <SEP> ;
<tb> nach <SEP> I':itent <SEP> Nr. <SEP> X6321 <SEP> gewonnenem <SEP> Ergo tamltl-hOhpi'OC(III:t <SEP> in <SEP> 100 <SEP> C1113 <SEP> allSoltitelll
<tb> kolicll <SEP> tind <SEP> filtriert <SEP> nach <SEP> einigem <SEP> Stehen <SEP> lind
<tb> .abkiil@l@n <SEP> roll <SEP> @l,iil <SEP> Ei.lotamintartrat <SEP> ab, <SEP> das
<tb> sich <SEP> in <SEP> incKt <SEP> tii <SEP> stirctlileiiföriliigen <SEP> Büscheln
<tb> ange@irdneten <SEP> drrhün <SEP> Prismen <SEP> ausscheidet.
<tb> Fs <SEP> \'ri-licrt <SEP> sviii <SEP> Kristallösungsmittel <SEP> beim
<tb> -I-rochiicu <SEP> mehreren <SEP> "Pagen <SEP> in <SEP> (1;r
<tb> Kult(' <SEP> sC11)st <SEP> i111 <SEP> i@ciC11\"alinlll@l <SEP> über <SEP> Phosphol' pcnto.x.r-d <SEP> <B>11111-</B> <SEP> Beien <SEP> Trocknen
<tb> itl <SEP> der <SEP> @ ürinr <SEP> urfolgt <SEP> bis <SEP> ztli- <SEP> Gewichtskon stanz <SEP> Clil <SEP> 11e11:
'1' <SEP> t <SEP> ll'@C'ILhtS@\el'lI@St. <SEP> D1'2 <SEP> St12k stoffbcst@mnl@m <SEP> Il@iclI <SEP> Kieldahl <SEP> ergillt <SEP> dann
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bei <SEP> langem <SEP> Erhitzen <SEP> der <SEP> schwer <SEP> zerstör baren <SEP> Substanz <SEP> den <SEP> von <SEP> der <SEP> Theorie <SEP> fiii- <SEP> das
<tb> Bitartrat <SEP> geforderten <SEP> Wert <SEP> von <SEP> 9,5 <SEP> .@, <SEP> i11.
<tb>
<I>Beispiel <SEP> 2:</I>
<tb> Zur <SEP> Darstellung <SEP> des <SEP> Ergotaminmonotar trates <SEP> werden <SEP> 10,0 <SEP> g <SEP> getrocknetes <SEP> Ergotainin
<tb> in <SEP> 100 <SEP> cm3 <SEP> warmem <SEP> Alkohol <SEP> gelöst <SEP> und <SEP> mit
<tb> einer <SEP> heissen <SEP> Lösung <SEP> von <SEP> 1,3 <SEP> g <SEP> Weinsäure <SEP> in
<tb> 25 <SEP> cm' <SEP> Alkohol <SEP> versetzt. <SEP> Bei <SEP> langsamem <SEP> Fr kaltenlassen <SEP> scheidet <SEP> sich <SEP> das <SEP> Salz <SEP> in <SEP> rhom bischen <SEP> Blättchen, <SEP> die <SEP> meist <SEP> zu <SEP> strahligen
<tb> Kristallaggregaten <SEP> vereinigt <SEP> sind, <SEP> aus. <SEP> Nach
<tb> mehrstündigem <SEP> Stellen <SEP> zuletzt <SEP> in <SEP> der <SEP> Kälte
<tb> wird <SEP> abgesaugt <SEP> und <SEP> mit <SEP> Alkohol <SEP> und <SEP> etwas
<tb> Äther <SEP> nachgewaschen. <SEP> Nach <SEP> dein <SEP> Entv:
eichen
<tb> des <SEP> Äthers <SEP> verliert <SEP> das <SEP> Salz <SEP> iin <SEP> Kohlens'iiirc strom <SEP> bei <SEP> 105 <SEP> " <SEP> @@'@iln-ciltl <SEP> -I <SEP> Stiniclen <SEP> etwa <SEP> 6
<tb> seines <SEP> Gewichtes <SEP> Kristallalkohol, <SEP> um <SEP> darauf
<tb> im <SEP> Hochvakuum <SEP> bei <SEP> <B>10.5'</B> <SEP> bis <SEP> zur <SEP> Gewichts konstanz <SEP> abermals <SEP> 2,5 <SEP> .@ <SEP> :in <SEP> Gewicht <SEP> einzu büssen. <SEP> Das <SEP> Präparat <SEP> zeigt <SEP> dann <SEP> die <SEP> Zlasam rn'2nsetzung <SEP> l:: <SEP> 64,0 <SEP> 0; <SEP> 1-I: <SEP> 5.9 <SEP> N: <SEP> 10,6
<tb> Für <SEP> Ergotaminmonotartrat
<tb> H,;0" <SEP> berechnet <SEP> sich <SEP> C: <SEP> 64,00 <SEP> H: <SEP> 5.g3 <SEP> "' <SEP> .
<tb> 10,67 <SEP> nu.
<tb>
<I>Beispiel, <SEP> 3:</I>
<tb> Zui- <SEP> Bereitung <SEP> einer <SEP> haltbaren <SEP> einproinil ligen <SEP> Lösung <SEP> von <SEP> Ergotamintartrat <SEP> löst <SEP> nian
<tb> 0,9 <SEP> g <SEP> Ergotamin <SEP> in <SEP> 50 <SEP> g <SEP> Alkohol <SEP> und <SEP> giesst
<tb> diese <SEP> Lösung <SEP> in <SEP> eine <SEP> Mischung <SEP> von <SEP> 150
<tb> Glyzerin <SEP> und <SEP> 800 <SEP> g <SEP> Wasser, <SEP> die <SEP> 0,20g <SEP> Wein säure <SEP> enthält. <SEP> Die <SEP> Base <SEP> geht <SEP> sofort <SEP> als <SEP> 'Salz
<tb> in <SEP> Lösung.
<SEP> Um <SEP> den <SEP> Luftsauerstoff <SEP> fernzuhal ten, <SEP> 1=isst <SEP> man <SEP> einen <SEP> kräftigen <SEP> Strom <SEP> von
<tb> Kohlendioxyd <SEP> durch <SEP> Lösung <SEP> und <SEP> Gefässe
<tb> gehen <SEP> und <SEP> erhält <SEP> auf <SEP> diese <SEP> Weise <SEP> zine <SEP> was serlielle <SEP> und <SEP> bei <SEP> Luftabschluss <SEP> haltbare <SEP> Lö sung <SEP> fiii- <SEP> zuverlässigen <SEP> medizinischen <SEP> <B>Ge-</B>
<tb> <B>brauch.</B>