Die Erfindung betrifft ein zeithaltendes GerÏt, insbesondere eine Uhr, mit einem Gestell und einer Unruh mit Unruhwelle, deren erstes Ende im Gestell gelagert ist, wogegen ihr zweites Ende mittels eines Unruhwellenlagers in einem elastisch verformbaren Unruhkiohen getagert ist, der einenends mit dem Geste)) durch ein Befesti,ungsmittel fest verbunden ist und andernends mittels einer Stellschraube in Rich tung auf das Gestell gespannt ist, wobei das Unruhwellen- lager auf einem mittleren Tei] des Untuhkiohens zwischen dem Bcfestigungsmittel und der Steiischraubc, jedoch im Querabstand von deren Verbindungs) inie, angeordnet ist.
Bei bekannten zeithaltenden GerÏten der genannten Art schwingt die Unruh unter der Kraft einer Antriebsfeder, eines elektrischen Akkumulators oder einer anderen Energiequelle, um auf diese Weise ein Zeitnormal zu liefern. Dabei ist wichtig, dass das H¯henspiel der Unruhwelle einstellbar ist. Wenn die Unruhwelle zuviel Hohenspic ! hat, so können hierdurch Hemmungsfehler oder Stellungsfehler eintreten; ausserdem können die Lager und die Unruhwellc heschädigt werden. wenn die Uhr Stössen unterworfen wird. Wenn die Unruhwelle anderseits ein zu geringes Höhenspiet hat. so kann die Unruh nicht mit einer für eine gute Regelung ausreichend grossen Amplitude hin und her schwingen,und ausserdem geht dabei zuviel Energie verloren.
Es ist nun in der Uhr- macherei bekannt, eines der beiden Bautcile. die je ein Unruhwellenlager tragen, axial verstellbar auszubilden. Dabei ist eine so) che Bauweise anzustreben, dass ein oder mehrere Einstellungen im Herstellerwerk und dass bei Bedarf zusÏtzliche Einstellungen bei Revisionen und Reparaturen durchgef hrt werden k¯nnen. Der einstellbare Bauteil ist blicherwerse der Unruhkloben. dessen Einstellung oft auch als H¯benluftein ste) tung bezeichnet wird.
Es sind bereits viele Arten von Einstellvorrichtungen f r Unruhkloben bekannt. Beispie@weise ist bei dem Unrub- kloben der deutschen Gebrauchsmusterschrift Nr. 1 481 415 ein cinfacher Schraubtrieb vorgeschen @eser het jedoch ausser den Schwierigkeiten beim Zusammenbau den Nachteil. dass Unruhwellenlager und/oder Wellenzapfen dadurch beschÓdigt werden k¯nnen, dass die Schraube zu weit angezogen wird. Bei Schraubtricben und insbesondere bei abgenützten Uhren kann sich auch die Schraube unter dem Einfluss von Vibrationen oder Stzissen lockern, wodurch die Einstellung des Unruhklobens verlorengeht Einstellvorrichtungen dieser Art sind also weder narrensicher noch betriebssicher.
Zur Erhohung der Betriebssicherheit hat man zwar schon Sicherungsvorrichtungen eingebaut wie z. B. die in der fran- zösischen Patentschrift Nr. 24 117 verwendeten Arretierschrauben. Da jedoch die Anzahl der Bestandteile dadurch in unerw nschter Weise erh¯ht wird, tauchte im Laufe der weiteren Entwicklung das Bestreben auf. bereits vorhandene Be- standteile mit Sichcrungseigenschaften auszustntten.
In dieser Richtung ist ein Vorstoss durch die schweizeri sche Patentschrift Nr. 371 746 erfolgt. bei der die Sicherungs- funktion von den beiden Befestigungsschrauben bernommen wird. die primÏr zur Befestigung des fre@tragend ausgebildeten Unruhklobens am Gestell dienen. Der Fortfall einer besonderen Sicherungsvorrichtung wird aber mit unzumutbaren Nachteilen bei der Einstetiung erkauft, die sich hierbei nur schrittweise nach dem Versuch-und-frrtum-Prinzip, z. B. durch Eingabeln, durchf hren lÏsst.
Vor jeder BetÏtigung der als Stellschraube ausgebildeten Einstellvorrichtung müssen nämlich die beiden Befestigungsschrauben getockert werden, wodurch der ganze Unruhkloben seine feste Verbindung mit dem Gestell verliert, die Unruhwelle aerkantet und die Stellung der Unruhwellenlager relativ zueinander verändert wird. Der Be- triebszustand tnuss nach jeder Einstellung durch gleichmas- siges Wiederanziehen beider Befestigungsschrauben wicder hergestellt werden, d. h. durch eine zusätzliche Tätigkeit.
Die vorstehend beschriebene Betätigung ist wegen der diskonti- nuierlichen Arbeitsweise mehrmals zu wiederholen. d. h., sie ist mit grossem Arbcits-und Zeitaufwand verhunden. Sie er fordert ausserdem grosses Geschick, denn die Bauweise ist nicht narrensieher, und der nutzbare Einstellbereich ist sehr flein Ein gewisser Fortschritt ist durch die schweizerische Patentschrift Nr. 368 752 erzielt vorden, die einen kontinuierlich einstellbaren Unruhkloben mit Sicherungseigenschaften beschreibt.
Die Einstellvorrichtung für das Höhen- spiel befindet sich an dem der festen Verbindungsstelle des Unruhklobens mit dem Gestell entgegengesetzten Ende des Unruhklobens, der elastisch vcrformbar anulog einer einen- ends abgestützten Biegefeder ausgehildet ist. Die Einstelivor- richtung weist eine am freien Endabschnitt und quer zur Ebene des Unruhklobens in denselben eingeschraubte Stellschraube mit einem Anschlagring auf, der in eine Ringnut eines fest mit dem Gestell verbundenen Zapfens eingreift. um auf diese Weise die Durchbiegung des Unruhklobens ver du-der und somit clas Höhenspie ! der Unruhwelle einstellen zu können.
Diese Lösung hat jedoch folgende Nachteile i. Zur Einstellung des Unruhklobens sind zwei komplizierte 13auteile erforderlich, nÏmlich die mit dem Anschlagring versehene SteUschrauhe und der mit der Ringnut ausge- stattete Zapfen.
Der Eingriff dcr beiden genannten Teile ist nicht spielfrci. da die Ringnut breiter bemessen sein muss a ! s der An- schlagring. Aus diesem Grunde kiinnen Erschütterungen und Stösse zu einem Verstellen der Stellschraube führen 3. Auch wegen der hesonderen Ausbitdung des Unruh- klobens ist die Betriebssicherheit nicht gewährleistet, da
Ersch tterungen und Stösse zu einem Schwingen des Un ruhklobcns und damit zu einem Verändern des Höhen- spiels der Unruhwelle fuhrcn.
4. Der Zusammenbau ist wegen des Eingnffs von Anschiag- ring und Ringnut umständhch und zeitraubend. Obendrein besteht dabei die Gefahr. dass die empfindlichen Wellen zapfen und/oder die Lager dabei beschädigt werden.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines zeithaitenden Geräts der eingangs genannten Art. das die vorstehend aufgezähtten Nachteile nicht autweist und mit geringstem ap parativem Arheits-und Zeitaufwand eine spielfreie, konti- nuierliche Einstellung des H¯henspiels und zugleich eine zu verlässige Sichcrung gegen unbeabsichtigtes Verstellen, Er- schütterungen und Stösse eriaubt.
Das erfindungsgemÏsse zeithaltende Gerat ist dadurch gekennzeichnet. dass der Unruhkloben im Abstand von der Stellschraube und in entgegengesetzter Richtung zur Lage des Befestigungsmittels mittels mindestens eine quer zur Ebene des Unruhklobens vorstehende Nase hat. welche den Unruh kloben von der ihm zugekehrten FlÏche des Gestells im Abstand hÏlt und welche unter der Wirkung der Stellschraube gegen diese Flache angepresst ist, und dass die Stellsch !-aube sich gegen den Unruhkloben abstützt und in das Gestell ein- g ist.
Auf diese Weise wird der Vorteil crzielt, dass die an ein zeithaltendes Gerat gestellten Anforderungen zweckdienl@- cher erfutit werden, als dies mit den vorbekannten Ausfüh- rungen moglich war, namentlich was die Spielfrciheit, die feinf hlige, reproduzierbare Einstellung und, bei ausreichen- der Aufwärts-Biegevorspannung der Br cke, die Unempfind- lichkeit gegen Erschütterungen anbelangt, und zwar all dies trotz wohlfeiler Herstellbarkeit und einfacher Montage.
In der bevorzugten Ausführungsform ist der Unruhkloben an seinem das zugeordnete Unruhwellenlager tragenden mittleren Teil dünner als an seinen Enden. Zweckmässigerweisc ist dieser Tci relativ zur zugekehrten Flache des Gestells angehoben. Die Stellschraube hat vorzugsweise einen kleineren radialen Abstand vom Unruhwellenlager als die Nase. Ferner ist es zweckmässig. wenn der Unruhkloben an dem Endabschnitt, an dem die Stelischraube angeordnet ist, zwei im Abstand voneinander angeordnete Nasen aufweist.
Weitere Vorteile der Erfindung crgeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung im Zusammenhang mit der Zeich nung, die ein Ausführungsbeispie) des Erfindungsge- genstandes enthÏlt. In der Zeichnung zeigen :
Fig. 1 eine Draufsicht auf ein Ausführungsheispiet des Er findungsgegenstandes unter Darstcllung eines Teiis eines Unruhklobens und einer Gestellplatte und
Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie 2-2 der Fig. 1.
In dem Ausführungsbeispie) nach Fig.) und 2 ist ein Ziffcrblatt mit 1 und eine vordere Gestellplatte mit 2 bezeichnet, die zu einer Uhr oder zu irgendeinem anderen zeithaltenden Gerät gehören können. Die vordere Gestellplatte 2 ist die Hauptgestellplatte des GerÏts, doch kann sie auch gegebe nenFnlls als Brückenglied einer Hauptgestcllplatte ausgebilctet sein. An einem Teil der Innenseite der vorcieren Gestellplatte 2 ist eine Raderbrücke 3 angeordnet.
In der Innenseite der Räderbriicke 3 befindet sich ein Un ruhkloben 4. Ein Teil der Rciderbriicke wirkt, wie in Fig. 2 dargestellt, als Abstandsglied. um so den Unruhkloben 4 von der Gestellplatte 2 zu trennen. Der Unruhkloben 4 trÏgt ein oberes Steinlager 5. das einen einzigen Lagerstein 6 mit einem im Querschnitt V-f¯rmigen Hohlraum f r die Drehbewegung und Axialbegrenzung hat. Der Lagerstein 6 ist in einem Haitering 7 angeordnet. Das Lager kann jedoch auch eine andere Konstruktion aufweisen.
Ferner ist ein Unruhring 8 auf einer Unruhvelle 9 befestigt, dic zusammen die Unruh bi ! den. Der Unruhring 8 wird in Schwingbewegung mit Hilfe einer flachen Spiralfeder 10 gehalten. Die Unruh wird durch eine nicht dargestellte Zugfeder in Gang gehalten oder tr@gt eine Spule 32, die Teil eines elektrischen Antriebssystems ist, das eine nicht dargestellte Batterie oder einen Akkumu ! ator aufweist. Das eine Ende der Spiralfeder 10 ist an der Unruhwellennabe 11 be festigt, das andere Ende ist ber einen Stift mit einem Zapfen 12 fest verhunden, der in einem Loch des Unruhklobens 4 befestigt ist. Die Schwingung des Unruhrings 8 ergibt in bekannter Weise eine Zeitreguherung.
Die Unruhweiic 9 ist zwi- schen dem oberen Steiniger 5 und einen ! unteren-in der vor- deren Gestellplatte 2 angehrachten Stcinlager 37 angeordnet.
Um nun Gangkorrekturen vornehmen zu k¯nnen. ist ein ROcker 31 vorgeschen, der einen Arm und ein Loch 3 () auf- weist, in das der Halteling 7 passt.
Ais einer der TrÏger f r das eine Endstuck des Unruh ktobens ist ein erster Fuss) 3 an diesem Unruhktoben ange- bracht. Ein zweiter Fuss 14 befindet sich entgegengesetzt zum ersten Fuss 13 an demsejben Endstück des Unruhk ! ohens 4. derart, dass beide Fusse 13 und 14 vorzugweise am Rand eines cbritcht sind. Die Fusse 13 und 14 sind verhä) tnismassig kräftig und halten den Unruh kloben 4 in Abstand von der Räderbrücke 3.
Der Abstand oberhalb der Räderbrücke 3. wie er durch die Fusse 13 und ! 4 gebildet wird. gestattet nun ein näheres Heranbringen des Unruhklobens an die Räderbrücke 3 bei einer Einwärtsbewe- gung. d. h. einer Verspannungsverstellung des Unruhklobens.
Der Unruhkloben 4 ist in Fig. 2 im Querschnitt gezeigt und hat ein angehobenes oder gew¯lbtes Mittelteil 33. Das Mitteltcil 33 ist vorzugsweise d nner als die mit ihm einstuckigen Endteile und trÏgt das obere Steiniager 5. Die Schwichung des Mittelteits 33 macht dieses Mittelteil ver hättnismässig flexibel.
In einem Loch 21 des Unruhktobens 4 ist eine Stellschraube 20 angeordnet. Die Schraube hat einen Kopf mit einem Schlitz 22 f r die Drehung der Schraube und ferner einen Schift 23 mit einem Aussengewinde auf sciner ganzen Lange Der Schaft ist nun in das Innengewinde eines Loches 24 des Zifferblattes 1 eingeschraubt. Die Stellschraube 20 kann auch andere Formen annehmen. Beispielsweise kann sie an ihrem Oberteil einen Phillips-Kopf aufweisen. oder es kann der Schaft mit einem Aussengewiode lediglich am Unterteil versehen sein. wahrend der brige Teil zylindrisch ist.
Der Schaft 23 ist an seinem Mittelteil durch ein Rohrstück 34 abgedeckt. Das Rohrstück 34 das in das Loch 21 des Unruh klobens 4 passt, dient zum Positionieren des Unruhklobens während des Zusammenhaues des Uhrwerkes.
Das Ende des Unruhklobens 4 entgegengesetzt zu den Fiissen l3 und 14 ist stationär Anstatt jedoch das eine Ende der Br cke stationÏr und das andere einstellbar zu machen, können auch beide Enden einstellbar sein, wobei dann zwei Einstellschrauben und Fiisse an beiden Enden des Unruhklobens vorgesehen sind.
Das entgegengesetzte Ende des Unruhklobens 4 wird auf einer Saute 28 gehalten. Ferner durchdringt eine mit einem Schlitz 26 versehene Schraube 25 ein Loch 27 des Unruhklobens 4 mit Spiel. Die Säule 2K, die einen Ringbund 29 hat, ist durch Einschrauben der Schraube 25 in ihr Gewindeloch 30 gehalten. Der Ringbund 29 passt in das Loch 27 des Unruhklobens 4 und dient zum Positionieren des Unruhklobcns.
Die Form des Unruhklobcns hat in Draufsicht ungefähr die Gestalt eines Dreiecks. Die Füsse 13 und 14 und die Stell schrauhe 20 sind in der Nähe einer ersten Spitze, die Schraubc 25 ist in der NÏhe einer zweiten Spitze und das Steinlager 5 in der NÏhe einer dritten Spitze dieses Dreiecks.