Verfahren und Einrichtung zum Rochen und Trocknen organischer Stoffe, insbesondere von Schlachthofabfällen und dergl. Das vorliegende Verfahren zum Kochen und Trocknen organischer Stoffe, insbesondere von Schlachthofabfällen und dergl. besteht darin, dass das Arbeitsgut in einem geschlos senen Gefäss zunächst durch die Einwirkung eines das Gefäss umgebenden Dampfmantels gekocht und nach Abnahme der Dampfent wicklung im Gefäss der Dampfzutritt in den Dampfmantel abgesperrt, und alsdann vorge wärmte Frischluft zwecks Trocknens des Ar beitsgutes zugeführt wird.
Dadurch wird erreicht, dass nach dem unter möglichster Ausnützung des sich entwickeln den Eigendampfes erfolgenden Kochen des Gefässinhaltes durch den Dampfmantel das Trocknen des zu verarbeitenden Gutes im gleichen Gefäss durch unmittelbare Einwirkung von Frischluft bewirkt werden kann, deren Temperatur niedriger ist, als die Kochtempe ratur und zwar ohne dass eine Druckverände rung vorgenommen werden muss. Hierbei nimmt die erhitzte Frischluft das noch im Trocken gut enthaltene Wasser auf und leitet es aus dem Kochgefäss ab. Sie hindert gleichzeitig ein Ansetzen Lind Anbrennen des Gutes an der geheizten Innenwand des Gefässes, was sonst trotz Rührwerkes und dergl. nicht ver mieden werden könnte.
Endlich bietet das be schriebene Verfahren auch noch die Möglich keit, beim Eintrocknen mit Temperaturen ar beiten zu können, welche unter der Gerin- nungstemperatur des Eiweisses liegen.
Auf der beiliegenden Zeichnung sind Ein richtungen zur Durchführung des eben be schriebenen Verfahrens als Beispiele darge stellt. Hierbei zeigt Fig. 1 einen Längsschnitt nach Linie A-B der Fig. 3, Fig. 2 einen Längsschnitt nach Linie C-D der Fig. 3, und Fig. 3 den Grundriss eines ersten Beispiels. 1 ist das Koch- und Trockengefäss, in welches ein Rührwerk 2 eingebaut ist. Das Gefäss 1 ist durch den Deckel 3 dampfdicht geschlossen. Um das Gefäss 1 sind drei Mäntel gelegt, durch welche die beiden Dampfräume 4 und 5 und der Luftraum 6 gebildet werden.
Diese drei Räume sind gegen den Innenraum des Gefässes 1 dicht abgeschlossen. 7 ist die Einwurföffnung des Kochgefässes, die natür lich beim Arbeiten mittelst Deckels dicht ver schlossen sein muss, während 8 die Abzugs öffnung des Gefässes bezeichnet, an welche ein auf der Zeichnung nicht ersichtliches Ab zugsrohr mit Ventil angeschlossen ist. Innen am Deckel 3 des Gefässes 1 ist im obern Teil desselben ein Dampfsprührohr 9 ange bracht. Der Luftraum 6 ist durch das Rohr 10 mit einem Ventilator 11 verbunden, durch den Frischluft in den Luftraum 6 gefördert wird. Letzterer ist oben durch Röhren 12 mit dem Innern des Gefässes 1 in Verbindung.
In diese Röhren 13 sind feder- oder gewichts belastete Ventile 13 eingesetzt. 14 ist ein im Boden des Gefässes eingesetztes Abzugsrohr mit Verschluss, nach dessen Öffnen das ge kochte, bezw. getrocknete Gut aus dem Ge fäss abfliessen kann.
Die Wirkungsweise der Einrichtung ist folgende Durch die Einwurföffnung 7 werden die zu trocknenden Massen in das Gefäss 1 ge bracht. Hierauf wird der Dampfraum 4 mit Dampf gefüllt; so dass die eingebrachten Massen zum Kochen gelangen. Gleichzeitig wird das Rührwerk 2 in Tätigkeit gesetzt. Die dem Arbeitsgut entweichenden Dämpfe ziehen durch die Abzugsöffnung 8 in das an geschlossene Abzugsrohr ab, dessen Ventil natürlich geöffnet sein soll. Werden Schlacht hofabfälle oder dergleichen in das Gefätä ein gebracht, so werden sie vor Beginn des Koch prozesses, durch Einlassen von Dampf durch das Dampfsprührohr 9, keimfrei gemacht.
So bald die im Arbeitsgut enthaltene Feuchtig keit bis zu einem gewissen Grad verdampft und das Arbeitsgut dickflüssig geworden ist, wird die Dampfzufuhr nach dem Raume 4 ab geschlossen und diejenige zum Dampfraum 5 geöffnet. Gleichzeitig wird der Ventilator 11 in Betrieb genommen, welcher durch das Ver bindungsrohr 10 Frischluft in den Raum 6 zuführt. Diese erwärmt sich an der Aussen wand des Dampfraumes 5 und wird durch die Röhren 12 nach Öffnen der Ventile 13 in das Gefäss 1 hineingepresst. Bei dem nun mehr beginnenden Trockenprozess wird die im Trockenraum noch enthaltene Feuchtigkeit von der zugeführten warmen Luft aufgenommen und durch die Abzugsöffnung 8 abgeleitet.
Dadurch, dass während dieses Vorganges die Wandung des (ä efässes 1 nicht unter Dampf wirkung steht und stets Frischluft in das Ge fässinnere eingeführt wird, ist ein Anbrennen des Trockengutes ausgeschlossen. Nach voll ständiger Trocknung wird das letztere durch die Öffnung 14 aus dem Gefäss 1 entfernt.
Es sei noch bemerkt, dass das Schliessen der Abschlussvorrichtung für den Dampfraum 4 und das Öffnen derjenigen zum Dampfraum 5, das Inbetriebsetzen des Ventilators 11 und das Öffnen der Ventile 13 durch eine gemein same Steuervorrichtung, also gleichzeitig er folgen kann.
Eine weitere Ausführungsform einer zur Durchführung des Verfahrens geeigneten Ein richtung ist in Fig. 4 der Zeichnung im Grundriss, in Fig. 5 im Längsschnitt nach Linie E-F der Fig. 4, und in Fig. 6 im Längsschnitt nach Linie G-H der Fig. 4 dargestellt.
Um dem vorbeschriebeiren Beispiel gegen über eine wesentliche Vergrösserung der Heiz fläche für die in das Koch- und Trockengefäss 1 einzuführende Luft herbeizuführen und gleich zeitig die Schwierigkeiten zu vermeiden, welche sich bezüglich einer guten Abdichtung der verschiedenen Räume der Vorrichtung er geben, ist um das Koch- und Trockengefäss 1 herum nur ein einziger Dampfmantel 4 ange ordnet, innerhalb dessen eine Rohrschlange 6 eingebaut ist, durch welche mittelst eines auf der Zeichnung nicht ersichtlichen Ventilators Frischluft in das Gefäss 1 gepresst wird.
Diese Rohrschlange bietet eine grössere Heizfläche als die zylindrische Innenwandung des Luftmantels 6 des ersten Beispiels.
Wie aus Fig. 6 der Zeichnung ersichtlich, sind oben an der Rohrschlange 6 Röhren 12 angeschlossen, welche der) Einlass der Luft in das Koch- und Trockengefäss vermitteln. Im Innern des Gefässes 1 sind die Röhren 12, abwärts gebogen und an der Mündung mit Klappen 13 versehen. Diese sind durch einen Lenker 19, 20 mit je einer Spindel 17 ver banden, welche durch ein ihre Mutter bilden des Handrad 18 in achsiale Bewegung ver setzt werden kann. Durch entsprechende Drehung des Handrades 18 kann das Klap penventil 13 vollständig geöffnet werden.
Das dem Trocknen vorangehende Ver kochen des Inhaltes des Behälters l wird bei geschlossenen Lufteinströmungsventilen 13 und ohne dass der Ventilator in Tätigkeit tritt, ausgeführt, wobei ein nach dem Flansch 21 des Abzugsrohres 8 des Koch- oder Trocken gefässes angeordnetes Ahschlussorgan geschlos sen gehalten wird und die Beheizung des Koch- und Trockengefässes durch in den Dampfmantel 4 eingeführten Dampf erfolgt.
Dadurch, dass die sich entwickelnden Dämpfe nicht entweichen können, wird ein Überdruck im Gefäss 1 herbeigeführt, so dass das Kochen nunmehr unter Druck und erhöhter Tempe ratur erfolgt, wodurch nicht allein Blutge rinnsel, Abfälle usw., sondern auch grosse Massen, wie Fleisch usw., vollständig zerkocht und keimfrei gemacht werden können.
Die der dickflüssig gewordenen Masse im Gefäss 1 durch den Ventilator zugeführte Frischluft wird in der Rohrschlange 6 durch den im Mantel 4 befindlichen Dampf erhitzt und gelangt nach Öffnen der Klappen 13 durch die Röhren 12 in das Koch- und Trocken gefäss 1 und ergiesst sich in demselben un mittelbar auf das zu behandelnde Gut und tritt erst, nachdem sie auf dieses eingewirkt hat, gemeinschaftlich mit den aufgenommenen Wasserdämpfen durch den gegenüberliegenden Abzugskanal $ aus.
Um dafür zu sorgen; dass die Temperatur der in das Koch- und Trockengefäss einge leiteten Luft geringer ist als jene des Gefäss inhaltes, schliesst man nach Einschaltung der Luftzufuhr und der dadurch bedingten reich- lichern Bildung von Kondenswasser im Dampf raum 4 das untere Ableitungsrohr<B>15</B> für das Kondenswasser ab und öffnet das Abschluss- organ 16 eines Überlaufes. Es wirkt dann die Luftschlange 6 als Kondensator, d. h. das Kondenswasser sammelt sich nun reichlicher im Dampfraum und erfüllt ihn nach und nach, um schliesslich durch das Abschlussorgan 16 überzulaufen.
Die Temperatur des Kondenswassers ist niedriger als die des Dampfes, so dass die durch die Luftschlange in den Koch- und Trockenraum eingepresste Luft mit allmählich fallender Temperatur auf das Trockengut wirkt.
Das Koch- und Trockengefäss kann hier bei so ausgestaltet werden, dass eine Abschei- dung des Fettes und Leimwassers von den festen Bestandteilen während der Sterilisation zu verarbeitender fetthaltiger Tierkörper und Abfälle von Schlachthäusern, Wurst-, Fisch konservenfabriken usw. herbeigeführt wird, wobei Fett und Leimwasser gemeinschaftlich während des Kochprozesses abgeführt und ausserhalb des Koch- und Trockengefässes von einander getrennt werden.
Es ist bekannt, in derartigen Kochgefässen einen Siebkorb so einzubauen, dass der Innenraum des Gefässes in zwei übereinanderliegende Abteilungen ge teilt wird, wovon die eine die zu verarbeiten den Rohstoffe aufnimmt, während in die andere beim Sterilisationsprozess das Fett und die- Leimwasserbrühe. abtropfen.
Baut man in das Koch- und Trockengefäss der eben vorbe- schriebenen Einrichtungen einen solchen Sieb korb ein, so würde beim Trocknen die durch die Röhren 12 eingeführte, erwärmte Frisch luft zunächst in diesen Siebkorb gelangen, in welchem sich noch fetthaltige Reste des Rohmaterials befinden, dessen Hauptbestand teile vor dem Trocknen durch den Siebkorb hindurch mittelst Rührwerkes oder dergleichen in den untern Raum geschafft wurden. Da nun die eintretende Luft geringere Temperatur besitzt, wie der im Siebkorb befindliche Roh stoffrest, so würde durch die erfolgte Abküh lung eine teilweise Erstarrung des im Roh stoff befindlichen Fettes stattfinden.
Infolge dessen würden sieh die Öffnungen des Sieb korbes verstopfen, so dass nicht die gesamte, zugeführte Menge der heissen Luft nach dem Raum unterhalb des Siebkorbes gelangen könnte, wo sie notwendig ist, um die Trock- nung des dort befindlichen Stoffes herbeizu führen. Auch der Abzug der Wrasen beim Trockenvorgang würde durch die so herbei geführte Verstopfung der Öffnungen des Sieb korbes behindert werden.
Ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung, bei welchem dies vermieden ist, ist in Fig. 7 im Vertikalschnitt, und in Fig. 8 im Grundriss dargestellt.
Es bezeichnet 1 wiederum das Koch- und Trockengefäss, welches mit einem Deckel 3, Entleerungsventil 14, zwei Lufteinlassventilen 13 und der Luft- bezw. Wrasenabzugsleitung 8 mit Schieber 22 versehen ist. Alle diese Ven tile, sowie der Deckel und auch der Schieber der Wrasenabzugsleitung ermöglichen einen dichten Abschluss des Gefässes 1. Um das letztere herum ist ein Dampfmantel 4 ange ordnet. Am Mantel 4 ist eine untere Kondens- w asserabflussleitung 15 und eine obere Kondens- wasserabflussleitung 16 angeschlossen.
Im In nern des Dampfraumes 4 ist ein Heizrohr register 6 eingebaut, welches unten mit einem auf der Zeichnung nicht ersichtlichen Venti lator und oben mit zwei Lufteinlassventilen 13 Verbindung hat.
23 ist ein in das Gefäss 1 eingebauter Siebkorb, welcher das Gefäss in zwei über einanderliegende Abteilungen teilt, die obere Abteilung und den Sammelraum 24 zur Auf nahme der zu verarbeitenden Rohmaterialien und den Raum 25 unter dem Siebkorb. In diesen letzteren Raum tropfen während des Sterlisationsprozesses Fett und Leimwasser brühe ab. Durch die Lochungen des Sieb korbes 23 wird ferner das Rohmaterial, wenn es ganz ausgekocht und zerfallen ist, zwecks Trocknung in den Raum 25 hindurchgepresst. Beide Abteilungen sind behufs Zerkleinerung des zu verarbeitenden Materials mit je einem Rührwerk 2 irgend einer geeigneten Kon struktion versehen.
Beide Rührwerke sind auf der gleichen vertikalen Welle aufgekeilt, die mit Hilfe eines Vorgeleges angetrieben wird.
Die Lufteinlassorgane 13 münden in einen ringförmigen Verteilkasten 26. Dieser ist mit Röhren 27 versehen, welche in den untern Raum 25 des Gefässes 1 reichen. Ausserdem ist im Boden der Gefässab teilung 25 noch eine Ausflussöffnung 28, durch welche die Leimwasserbrühe und das Fett in einen Schlammabscheider 29 und einen nicht dargestellten Fettabscheider abfliessen können.
Die Öffnung 28 ist durch ein Ventil abschliess bar, dessen Spindel 31 durch ein Han drad 30 be tätigt werden kann. 32 ist die Ableitungs röhre für Fett und Leimwasser, während 33 eine Zuführungsröhre ist, mittelst welcher Leimdampf oder auch Leimwasser wieder in das Kochgefäss 1 zurückgeführt werden kann.
Die Wirkungsweise dieser Ausführungs form der Einrichtung ist folgende: Die in den Siebkorb 23 eingebrachten fett haltigen Rohstoffe werden in der üblichen Weise unter Dampfdruck mehrere Stunden gekocht, indem man in den Dampfraum 4 hochgespannten Dampf einlässt. Fett und Leimwasser tropfen in den untern Raum 25 ab und fliessen durch die Leitung 32 nach dem Fettabscheider. Hierbei kann Leimdampf durch die Leitung 33 in das Gefäss 1 ge leitet werden, um hier ständig auf das Ar beitsgut einzuwirken.
Nachdem der Rohstoff unter der Einwirkung des Dampfes vollkommen zerfallen ist und sich Fett und Leimwasser aus demselben aus geschieden haben, setzt man das Rührwerk in Betrieb, wodurch die zerfallene und zer kleinerte Masse durch den Siebkorb hindurch in den Raum 25 gepresst wird, um sich dort mit dem gegebenenfalls eingeleiteten Leim wasser zu vermischen und einzudicken. Gleich zeitig mit der Betätigung des Rührwerkes öffnet man den in die Wrasenabzugsleitung 8 eingebauten Schieber 22 und lässt die sich entwickelnden Dämpfe etwa eine Stunde lang durch die Leitung 8 austreten.
Hierauf wird mittelst des Ventilators durch das Rohrregister 6 erwärmte Frischluft nach Öffnen der Ventile 13 in die Verteilkammer 26 eingeleitet. Die erwärmte Frischluft tritt durch die Röhren 27 in den Raum 25 ein, wirkt auf die dort befindliche Masse und entweicht dann, mit Feuchtigkeit gesättigt, durch die Wrasenab- zugsleitung B. Der weitere Verlauf des Trocken- hrozesses ist gleich,, wie bei den andern Bei spielen.
Eine Vereinfachung der eben geschilderten Einrielitung kann noch dadurch geschaffen werden, dass unter Wegfall der obern Koiidens- wasserableitung 16 die untre Kondenswasser- abflul.;
r-öhre 15 mit einer Regelvorrichtung ver sehen ist, welche das während des Koch- oder Sterilisationsvorganges im Dampfmantel ent stehende Kondensat ganz abfliessen lässt, den während des Trockenvorganges anfallenden Mehrbetrag an Kondenswasser jedoch im Dampfmantel 4 zurückhält.
Die Wirkung des sich so iin Dainpfinantel ansammelnden Kondenswassers ist die gleiche, wie oben beschrieben.
Die Regelvorrichtung kann zum Beispiel aus einem Hahn mit langsam steigender Spindel bestellen. Statt dessen kann aber auch die Grösse eines in die Kondenswasserleitung einzubauenden Kondenstopfes so gewählt wer den, dass er zwar das während des Koch- und Sterilisationsprozesses anfallende Kondens- jvasser abführt, nicht aber den während des Trockenprozesses sich ergebenden 3Iehrbetrag.