m Verfahren und Vorrichtung zum Honservieren von ganzen Tierkörpern oder Teilen von Tierkörpern. Es ist beim Konservieren von Fleisch, Geflügel, Fischen, Leichen und dergleichen bekannt, die konservierende Substanz in einer das Pulsieren der Aorta nachahmenden Weise durch die Blutgefässe zu treiben oder mittelst Düsen in das Gewebe einzuführen; auch hat man vorgeschlagen, das Fleisch von aussen nach innen unter Druckschwankungen der Einwirkung der Konservierungsflüssigkeit auszusetzen.
Die bekannten Verfahren der ersten Art lassen die Anwendung eines so hohen .Druckes nicht zu, wie ihn ein zur völlig sicheren Konservierung notwendiges vollständiges Durchdringen sämtlicher Zel- lengewebe mit der Konservierungsflüssigkeit bedingt. Die bei diesem Verfahren erreichbare Druckhöhe wird bei der Nachahmung des Blutkreislaufes durch den innern Widerstand bestimmt, den das System der Blutgefässe bietet. Wird die konservierende Substanz in das Gewebe eingepresst, so ist die erreichbare Druckhöhe durch den Widerstand der Zellen begrenzt, welche bei einer bestimmten Druck- höhe aufreissen und eine weitere Druckstei gerung unmöglich machen.
Die Verfahren der zweiten Art können noch viel weniger ein völliges Durchdringen des Zellengewebes er reichen, da sich unter Druck von aussen innen die Zellen schliessen; die hierbei angewandten Druckschwankungen führen bei der bisher bekannten Ausführungsart ebenfalls zu kei nem Erfolg, da sie viel zu langsam und in viel zu grossen Zeitabständen vor sich gehen.
Das den Gegenstand der vorliegenden Er findung bildende Verfahren zum Konservie ren von ganzen Tierkörpern oder Teilen von Tierkörpern besteht darin, dass ein konser vierendes Fluidum unter regulierbarem, von dem spezifischen Widerstande der Blutgefässe und der Zellen des zu konservierenden Gegen standes unabhängigem, also beliebig hohem Druck, in das Innere des zu konservierenden Körpers eingepresst wird, während gleichzei tig von aussen auf den behandelten Gegen stand ein in seiner Höhe von dem jeweilig angewandten Innendruck abhängiger Aussen- druck eines Fluidums zur Einwirkung ge bracht wird.
Durch die Anwendung des gleichzeitig mit der Innenbehandlung auf den zu kon servierenden Gegenstand wirkenden äussern Druckes ist es möglich, den Innendruck auf eine beliebige Höhe zu steigern und damit ein sicheres und gleichmässiges Durchdringen aller Zellen des zu konservierenden Gegen standes zu erreichen. Der äussere Gegendruck presst nämlich nicht nur die Zellen des be handelten Stückes zusammen, sondern er ver schliesst zugleich die aussen liegenden Zellen und die nach aussen führenden Gefässe, so dass die nach innen eingepresste Flüssigkeit nur in der gewünschten Weise unter Über windung hohen Widerstandes, d. h. erst nach einer im Innern des Objektes erfolgten Druck steigerung austreten kann.
Aus diesem Grunde kann im Innern des behandelten Ge- aenstandes mit beliebig hohem, von dem spe zifischen Zellenwiderstande und der Grösse des Gegenstandes völlig unabhängigem Drucke gearbeitet werden, wobei ein durch den hohen Innendruck bedingtes Zerreissen der Gewebe mit Hilfe des gleichzeitig von aussen wirkenden Gegendruckes verhindert wird.
Der den zu konservierenden Körper (,gan zen Tierkörper oder Teil eines Tierkörpers) umgebende und zur Erzeugung des Aussen- druckes dienende Stoff hat somit den Zweck, denselben gewissermassen auf seiner ganzen Oberfläche mit einem dicht anliegenden, mehr oder weniger elastischen Mantel zu umschlie ssen, der einerseits ein Zerreissen der Zellen durch die innern Kräfte verhindert, ander seits durch seine Druckwirkung auf die Ober fläche des behandelten Körpers die äussern Zellen, bei Teilen von Tierkörpern, auch die bei der Zerlegung derselben angeschnittenen Adern und Gefässe, und zwar auch die grö sseren, verschliesst.
Als weitere eigenartige Wirkung des Gegendruckes kommt hierzu noch der Umstand, dass mit höherem oder niedrigerem Gegendruck der Widerstand, den die Zellen dem Durchströmen der konservie- renden Substanz entgegensetzen, steigt oder sinkt, so dass die Wahl der Druckhöhe direkt die Ströranngsgeschwindigkeit der konservie renden Substanz durch die Zellen beeinflusst, bezw. eine sichere und gleichmässige Vertei lung des konservierenden Stoffes in den Ge weben ermöglicht.
Innen- und Aussendruck können entweder beide ruhend oder beide oszillierend sein; es kann auch ruhender Innendruck zugleich mit oszillierendem Aussendruck oder oszillieren der Innendruck mit ruhendem Aussendruck zur Anwendung gelangen.
Das konservierende Fluidum kann zwecks Durchführung des neuen Verfahrens bei gan zen Tierkörpern und bei Teilen von solchen an beliebigen und an beliebig vielen Stellen in das behandelte Objekt zur Einführung kommen; der konservierende Stoff kann fer ner bei ganzen, also unzerlegten Tierkörpern auch direkt in die Blutkreislaufbahn ein ge- presst und aus derselben wieder abgeleitet werden.
Zu diesem Zweck kann eine Haupt schlagader des zu behandelnden Tierkörpers durchschnitten werden; von den auf diese Weise entstandenen beiden Endstücken der betreffenden Ader kann das eine für die Ein führung, das andere für die Abführung der konservierenden Substanz dienen. In letzte rem Falle kann die konservierende Substanz endlich entweder im Sinne oder entgegenge setzt dem Sinne des natürlichen Blutkreis laufes durch das Gefässsystem geführt wer den; die Bewegung des konservierenden Flui dums durch das Gefässsystem kann zudem in beliebig kurzen Zeitabständen wechselnd bald nach der einen, bald nach der andern Rich tung erfolgen.
Eine Bewegung des in die Blutbahn ein geführten Fluidums entgegen dem Sinne des natürlichen Blutkreislaufes wird dadurch er möglicht, dass durch den hohen Druck der den Körper durchströmenden Substanz die in dem Herzen und den Adern befindlichen Klappen zerrissen oder so weit deformiert werden, dass sie nicht mehr dicht schliessen und die für das Durchströmen des Fluidums nötigen Querschnitte freigeben; die Aussen behandlung bleibt bei dieser Ausführungs form des Verfahrens ungeändert.
Das Oszillieren des innern Druckes soll das durch die Tätigkeit des Herzens hervor- gerufene Pulsieren des Blutes in den Ge fässen und Geweben lebender Tiere nachah men, während die mit der Innenbehandlung verbundene Anwendung eines oszillierenden äussern Druckes die Wirkung eines oszillie renden Knetens des zu konservierenden Flei sches erzielt, wodurch ein Verschieben der unter Druck in das zu behandelnde Objekt eingebrachten konservierenden Substanz in die einander benachbarten Zellenpartien un terstützt wird und durchweg alle Zellen gleichmässig mit dem konservierenden Stoff durchdrungen werden.
Der angewendete ruhende äussere Gegen druck ist zweckmässig dem Innendruck gleich oder etwas kleiner als dieser, damit ein völli ges Durchdringen der Zellen möglich ist und von innen nach aussen nur Spuren von kon servierend wirkender Substanz durch die Oberfläche des behandelten Gegenstandes austreten können. Die Grenzen des oszillierenden Gegen druckes werden mit Vorteil so gewählt, dass die Schwankung nach oben den Innen druck etwas übersteigt, die Schwankung nach einten nur Spuren von konservierender Sub stanz aus dem behandelten Körper austre ten lässt.
Für kleinere Fleischstücke oder Tiere kann innen -Lind aussen ruhender, für grössere Fleischstücke oder Tiere innen und aussen oszillierender oder aussen oszillierender und innen ruhender, oder endlich aussen ruhender und innen oszillierender Druck zur Anwen dung gelangen.
Für den ruhenden innern Druck sind für kleinere Tiere (Fische, junges Geflügel) oder für kleinere Fleischstücke etwa 5 bis 10 kg für den Quadratcentimeter, für grössere Tiere (Rinder, ältere Tiere), oder für grössere Teile von Tieren etwa 10 bis 15 kg oder mehr für den Quadratcentimeter zu wählen. Bei os- zillierendemInnendruck betragen die Schwan.. kungen zum Beispiel 10 bis 20 % nach oben und unten; der Mittelwert ist etwa dem Wert für ruhenden Druck gleich.
Der ruhende äu ssere Gegendruck kann entweder gleich dem jeweilig gewählten Innendruck (5 bis 10 kg für den Quadratcentimeter bei kleineren und 10 bis 15 kg oder mehr für den Quadrat- centimeter bei grösseren Körpern oder Tei len), oder um etwa 10 % geringer sein. Der oszillierende äussere Gegendruck ist in seinem Mittelwerte zum Beispiel gleich dem jeweilig gewählten Innendruck zu halten; die Schwan kungen des oszillierenden äussern Gegen druckes können nach oben und unten etwa je 10 bis 20 % des für den oszillierenden äu ssern Gegendruck gewählten Mittelwertes aus machen.
Die zur Anwendung gelangenden konser vierenden Substanzen für die Innenbehand lung können flüssig oder gasförmig sein; von flüssigen konservierenden Substanzen kom- rnen zum Beispiel Salzsäure, Wasserstoff superoxyd oder dergleichen (etwa 2 bis 4 Raumteile auf 1000 Raumteile Wasser), von gasförmigen konservierenden Substanzen Kohlensäure und Stickstoff oder dergleichen für die Fleischkonservierung zum Zwecke der menschlichen Ernährung, Arsenik-, Bor säure-, Glyzerin-, Formalinlösung für die Leichen- ode gadaverkonservierung in Frage.
Zu der Erzeugung des äussern Gegen druckes kann ausser den für die Innenbehand lung angegebenen konservierenden Substan zen auch keimfreies Wasser oder keimfreie Luft benutzt werden. Auch kann eine unter Gasdruck stehende Flüssigkeit angewendet yverden. Die zur Ausführung des neuen Verfah rens bestimmte neue Vorrichtung kennzeich net sich dadurch, dass ein zur Aufnahme des Gutes bestimmter verschliessbarer Behand lungsbehälter in seinem Innern mit Düsen ausgerüstet ist, dass Leitungen mit dem In nenraum des Behandlungsbehälters und Lei tungen mit dem Innern der Düsen in Verbin dung stehen, dass Hilfsmittel vorgesehen sind,
mittelst welchen die benutzten Stoffe in die sen Leitungen und damit im Innenraum des Behandlungsbehälters und im Innern der Dü sen unter Druck gesetzt werden können, und welche ausserdem eine Regulierung der Drücke in denselben Leitungen und damit im Innenraum des Behandlungsbehälters und im Innern der Düsen gestatten und zugleich der Führung und Verteilung der benutzten Stoffe in den gleichen Leitungen dienen.
Die Zeichnung zeigt beispielsweise drei zur Ausführung des Verfahrens geeignete Vorrichtungen in schematischer Darstellung. Fig. 1 und 2 sind Aufriss und Grundriss einer Vorrichtung, Fig. ä und 4 Aufriss und Grund riss einer zweiten Vorrichtung; Fig. 5 und 6 sind Diagramme der auftretenden Drücke; Fig. 7 und 8 stellen den Grundriss einer drit ten Vorrichtung dar; Fig. 9 bis 18 sind Ein zelheiten der Vorrichtung nach Fig. 7 und B.
Die Vorrichtung nach Fig. 1 und 2 be steht aus einem Vorratsbehälter a für haltbar machenden Stoff, einer Druckpumpe b, einem Windkessel c und einem Behandlungsbehälter <I>d.</I> Die Pumpe<I>b</I> ist mittelst Saugleitung e mit dem Behälter a und mittelst Hauptdruck leitung f mit dem Windkessel c verbunden. Von dem Windkessel c geht die in die beiden Teilleitungen fa und i geteilte Druckleitung g aus.
Der Zweig h führt zu dem im Innern des Behandlungsbehälters d angeordneten Verteilungsstück k, an das mittelst der bieg samen Röhren l das Innere der Düsen Ina an geschlossen ist; der Zweig i mündet in den Innenraum des Behandlungsbehälters d. In der Zweigleitung i, ist ein Druckregler<I>n</I> ein gebaut, der als Drosselventil oder sonstige Drosselvorrichtung ausgebildet sein kann und ausser der Druckregelung die Verteilung des von der Pumpe geförderten, haltbar machenden Stoffes auf die Leitungen<I>h</I> und<I>i</I> besorgt.
In den Teilleitungen h und<I>i</I> befindet sich ausser dem je ein Sicherheitsventil o und p mit je einem Überströmstutzen cf und<I>r,</I> welche letz teren durch die Rücklaufleitungen s und t mit dem Behälter a verbunden sind.
Das Verfahren wird unter Benutzung der in Fig. 1 und Fig. 2 dargestellten Vorrich- tung wie folgt ausgeübt: In den zu behan delnden Gegenstand werden die Düsen<B>in</B> an beliebigen geeigneten Stellen, womöglich bis in die Mitte der Hauptmuskeln, eingeführt; dann wird der Gegenstand in den Behand lungsbehälter d eingebracht und dieser ge schlossen. Die Pumpe b entnimmt nun durch die Saugleitung e haltbarmachenden Stoff aus dem Behälter a und fördert ihn durch die Druckleitung f in den Windkessel c.
Von hier gelangt er in die Druckleitung g. Der eine Teil strömt dann durch die Teilleitung h zu dem Verteilungsstück 7e, durch die bieg samen Rohre Z und die Düsen m in das In nere des zu behandelnden Gegenstandes. Der andere Teil fliesst durch die Teilleitung i., de ren Durchflussmenge durch den Druckregler n entsprechend eingestellt wird, in das Innere des Behandlungsbehälters d. Der von der Pumpe b zuviel geförderte Stoff tritt dauernd durch die Sicherheitsventile o und p aua und fliesst durch die Rücklaufleitungen s und t zu dem Behälter a zurück.
Die in Fig. 1 und 2 dargestellte Vorrich tung kann aussen für ruhenden Aussen- und Innendruck ohne weiteres für das Arbeiten mit wechselndem Druck für die Innen- und Aussenbehandlung Anwendung finden, wobei die Anzahl der Druckschwankungen nur von der Anzahl der Pumpenhube, die Grösse der Druckschwankungen von dem Verhältnis des Pumpenvolumens zu dem in dem Windkessel enthaltenen Gasvolumen abhängig ist.
Bei Verwendung von nur einer einfach wirkenden Pumpe findet eine Phasenverschie bung der Druckschwankungen für die Innen- und Aussenbehandlung nicht statt; es treten innen und aussen grösste Druckschwankungen nach oben und grösste Druckschwankungen nach unten, also immer gleichzeitig auf; zwi schen Innen- und Aussendruck herrscht unun terbrochen ein durch den Druckregler na ein gestellter, nahezu gleichbleibender Druckun terschied, wie dies in Fig. 5 anschaulich ge macht ist;
in dieser sind die Drucke als Or dinaten, die Pumpenhube oder Zeiten als Abszissen aufgetragen, die obere Kurve gilt Cür den Innendruck, die untere für den Au ssendruck.
Die Vorrichtung nach Fig. 3 und 4 ist mit z -ei Druckpumpen und zwei Windkesseln ausgestattet. 1 ist der Behälter für haltbar machenden Stoff, 2 und 3 sind die beiden Druckpumpen, 4 und 5 die beiden Windkes sel. 6 ist der Behandlungsbehälter, 7 und 8 sind die Saugleitungen, 9 und 10 .die Drucklei tungen, zwischen denPumpen 2 und 3 und den Windkesseln4und5. llund12 sind dieDruck- leitungen_ die von den Windkesseln 4 und 5 ausgehen.
Die Druckleitung 11 ist in das im Innenraum des Behälters 6 angeordnete, mit den biegsamen Rohren 14 und den Düsen 15 ausgerüstete Verteilungsstück 13 angeschlos sen; die Druckleitung 12 führt unmittelbar in den Innenraum des Behälters 6. Zwischen den Druckleitungen 11 und 12 sind zwei ITberströmleitungen 16 und 17 eingebaut, welche je mit einem Druckregler 18 und 19 "ersehen sind; beide bewirken neben der Ein stellung des Druckes zugleich die Verteilung des von den Pumpen 2 und 3 geförderten halt barmachenden Stoffes auf die Druckleitungen 11 und 12. 20 und 21 sind die Sicherheits ventile für die beiden Druckleitungen 11 und 12;
22 und 23 sind Überströmstutzen der ge nannten Sicherheitsventile, woran sich die zu dem Behälter 1 führenden Rücklaufleitun- gen 24 und 25 anschliessen.
Die Wirkungsweise der in Fig. 3 und 4 dargestellten Vorrichtung ist .folgende: Das eine Pumpensystem entnimmt mit Hilfe der Saugleitung 7 und der Pumpe 2 den haltbarmachenden Stoff aus dem Behäl ter 1 und führt ihn durch Druckleitung 9, Windkessel 4 und Druckleitung 11 zu dem im Behandlungsbehälter 6 angeordneten Ver teilungsstück 13; von hier gelangt er durch die biegsamen Rohre 14 zu den Düsen 15, aus denen er in das Innere des zu behandeln den Gutes übertritt;
das andere Pumpensy stem fördert aus dem Behälter 1 durch Saug leitung 8 und Pumpe 3, sowie Druckleitung 10 zu dem Windkessel 5, von hier weiter durch die an den Windkessel 5 angeschlos sene Druckleitung 12 unmittelbar in das In- nere des Behandlungsbehälters 6.
Die in die Überströmleitungen 16 und 17 der Drucklei tungen 11 und 12 eingebauten Druckregler 18 und 19 gestatten die Einstellung des zwi schen der Innen- und Aussenbehandlung ver langten Druckunterschiedes und rebeln zu gleich die den Leitungen 11 und 12 entspre chenden Durchflussmengen. Druckregler 18 tritt in Tätigkeit, wenn in der Leitung 12 zii hoher, Druckregler 19, wenn in der Lei tung 12 zu niedriger Druck herrscht.
Die Sicherheitsventile 20 und 21 geben die von den Pumpen 2 und 3 eventuell zuviel geförderte Flüssigkeit oder dergleichen durch die Überströmstutzen 22 und 23 an die Rück laufleitungen 24 und 25 ab, welche sie in den Behälter 1 zurückführen.
Die in Fig: 3 und 4 veranschaulichte Vor richtung kann sowohl für ruhenden Innen- und Aussendruck, als auch für ruhenden Druck aussen und wechselnden Druck innen und umgekehrt, sowie weiter für wechseln den Innen- und Aussendruck mit und ohne Phasenverschiebung der Druckschwankungen Anwendung finden. Der wechselnde Druck mit und ohne Phasenverschiebung ist durch Kupplung der Pumpen 2 und 3 unter entspre chender Kurbelversetzung zu erreichen.
Sind zum Beispiel die beiden Pumpen einfach wir kend und ihre Kurbeln um<B>180'</B> versetzt, so wird die grösste Druckschwankung nach oben des einen Pumpensystems mit der grössten Druckschwankung. nach unten des andern Pumpensystems zeitlich zusammentreffen und umgekehrt, wie dies in Fig. 6 zu sehen ist; sind die Kurbeln der beiden Pumpen nicht zueinander versetzt, so spielen sich die Druck verhältnisse nach Fig. 5 ab.
An Stelle der beiden einfach wirkenden Pumpen mit um 180 versetzten Kurbeln kann auch eine doppelt wirkende Pumpe ver wendet werden, wobei von jedem Druckventil eine Druckleitung zu einem der beiden Wind kessel führt.
Die Druckregler 18 und 19 sind so ein gerichtet und so einzustellen, dass sie die ver langten Schwankungen zulassen. Die Ausführungsform nach Fig. 7 und 8 ist ein Beispiel einer Vorrichtung zur Aus führung einer Form des Verfahrens, bei der der konservierende Stoff im Kreislauf durch das Adersystem eines ganzen Tierkörpers ge führt wird. Der zur Ausübung des Innen druckes dienende Teil besteht aus dem Vor ratsbehälter 26 für konservierende Substanz, der Verbindungsleitung 27, 30' mit Druck pumpe 28, dem Eckhahn 29, welch letzterer einmal den Weg von dem Behälter 26 durch die Saugleitung 27, 30 nach der Pumpe 28 freigibt, das andere Mal die Verbindung der Pumpe 28 mit einer Rücklaufleitung 31 her stellt.
Die Pumpe 28 hat eine während des Betriebes in weiten Grenzen verstellbare Um drehungszahl, wie sie entweder durch elek trischen Antrieb oder durch Antrieb mit ko-. nischen Trommeln oder andere Mittel zu er reichen ist. Die Pumpe ist durch die Druck leitung 32 an den Windkesseln 33 angeschlos sen. Die Verbindungsrohre 34, 41 für die Saugleitung bezw. 35 und 36 für die Druck leitung stellen die Verbindung mit den Schläuchen 37 und 38 her, welch letztere an ihren Enden die Anschlussstücke bezw. Dü sen 39, 40 für die Hauptschlagadern tragen.
In die zugleich als Rücklaufleitung dienenden Leitungen 31, 34 ist als Druckregler ein Drosselventil 42 eingebaut.
Die zur Erzeugung des äussern Druckes dienenden Teile der Vorrichtung nach Fig. 7 sind: ein zweiter Behälter@70, eine Druck pumpe 71 und ein Eckhahn 72, der einmal die Verbindung der Pumpe 71 mit dem Be hälter 70 durch die Leitungen 73, 74 her stellt und das andere Mal den Saugraum der Pumpe 71 mit dem Behälter 75 durch Leitung 76 verbindet; ferner eine Druckleitung 77, 78, letztere mit Windkessel 79, Eckhahn 80, Rückdruckleitung 81 und Ausgleichsleitung 82 mit Druckregler 83.
Die nötigen Armaturen, wie Manometer, Entlüftungshähne, Sicherheitsventile etc. sind vorgesehen. Die Saugleitung 76, 74 gestattet bei richtiger Einstellung des Eckhahnes 72 mit Hilfe der Leitung 81 ein Entleeren des Behälters 75 in den Behälter 70, richtige Ein stellung des Eckhahnes 80 vorausgesetzt.
Zur Erzielung der gewünschten Tempe ratur sind die Behälter 26, 70, 75 mit Heiz schlangen ausgestattet.
Zur Ausführung des Verfahrens mit der Vorrichtung nach Fig. 7 und 8 werden die Anschlussstücke oder Düsen 39 und 40 je mit einem Endstück der durchschnittenen Haupt schlagader eines ganzen in den Behandlungs behälter 75 gebrachten Tierkörpers 48 ver bunden und der Behandlungsbehälter ge schlossen.
Je nach Stellung des Hahnes 29 entnimmt nun die Pumpe 28 ihre Füllung entweder aus dem Behälter 26 oder aus der Rücklaufleitung 31, drückt sie durch die Druckleitung 32, 35, 36 in den Schlauch 38 mit dem Anschlussstück 40 für das eine End stück der durchschnittenen Hauptschlagader, von da durch den zu konservierenden Körper 43 im Sinne des natürlichen grossen und klei nen Blutkreislaufes zu dem andern Endstück der durchschnittenen Hauptschlagader, wel ches letztere durch Anschlussstück 39, Schlauch 37 und Rohrstück 41 mit der Rück laufleitung 34,
31 bezw. durch 30 mit dem Saugraum der Druckpumpe 28 in Verbindung steht. Durch entsprechende Einstellung des Drosselventils 42 und richtige Wahl der aus dem Behälter 26 zu entnehmenden Menge an konservierender Substanz lässt sich im Innern des zu konservierenden Körpers, bezw. in Druck- und Rücklaufleitung jede gewünschte Spannung einstellen.
Für eine verlangte Richtung des Kreis laufes von links nach rechts oder umgekehrt sind die entsprechenden Endstücke der Haupt schlagader mit den entsprechenden Anschluss- stücken 39, 40 zu verbinden.
Die zur Erzeugung des Aussendruckes dienende Pumpe 71 nimmt ihre Füllung bei entsprechender Stellung des Eckhahnes 72 durch Leitungen 73, 74 aus dem Behälter 70. drückt dann durch Leitungen 77, 78 bei ent sprechender Stellung cles Eckhahnes 80 die konservierende Substanz in den Behälter 75, bis hier ein gewünschter Druck erreicht ist. Die Pumpe 71 kann dann, abgestellt werden.
Eventuelles Sinken des Aussendruckes lässt sich durch Steigerung des Innendruckes mit Hilfe der Erhöhung der Tourenzahl der Pumpe 28 hintanhalten, indem durch -den auf den Innendruck eingestellten Druckregler 83 konservierende Substanz in die Aussendruck- Druckleitung 78 und in den Behälter 75 über geführt wird, bis sich hier der richtige Druck einstellt.
Eine Vorrichtung für Durchführung des Kreislaufes durch die Adern des behandelten Tierkörpers mit Richtungswechsel von links nach rechts oder umgekehrt in beliebig kurzen Zeitabständen ist in Fig. 7 mitenthalten. Ein zelheiten zeigen Fig. 9 bis 12.
Für das Ar beiten mit Richtungswechsel sind zwei Quer leitungen 44 und 45 vorgesehen, eine Hilfs- druckleitung 44, eine Hilfssaugleitung 45, ferner drei Dreiwegehähne 46, 47, 48, die nach Fig. 9 miteinander durch Lenker und Hebel gekuppelt sind und durch die in Fig. 9 bis 12 dargestellte Umsteuerungsvorrich- tung von der Pumpenwelle durch Wechsel räder, Rolle und Daumen oder Unrundschei- ben derart umgestellt werden, dass die Rich tung des Kreislaufes sich in beliebigen,
von der Umdrehungszahl der Pumpenwelle und dem Umsteuerungsantriebe abhängigen Zeit abständen selbsttätig ändert.
Der Kreislauf in der Richtung von links nach rechts ist in der Fig. 7 durch die aus gezogenen Pfeile und Hahnstellungen ange deutet. Die Pumpe 28 nimmt die konservie rende Substanz aus dem Behälter 26 oder der Rücklaufleitung 31, 34, 41, drückt sie durch die Druckleitung 32, 35, 36, Schlauch 38, das damit verbundene Anschlussstück 40, durch den Körper 43 zu dem mit 37 verbun denen Anschlussstück 39, dann weiter durch Leitung 41, 34 zum Drosselventil 42, und saugt dann durch 31, 30 oder Behälter 26 wieder konservierende Substanz an.
Nach der durch die Umsteuerungsvorrichtung erfolg ten selbsttätigen Umstellung der Hähne 46, 47, 48 beginnt der Kreislauf von rechts nach links, wie er durch die gestrichelten Pfeile und Halmstellungen festgelegt ist. Die Pumpe 28 drückt also durch 32, 44, 41 37 mit zuge- hörigem Anschlussstück 39 durch Körper 43 zu dem an 38 angeschlossenen Anschlussstück 40, von da weiter- durch 38, 36, 45, 34 zum Drosselventil 42, von wo die konservierende Substanz durch 31, 30 wieder zum Saugraum der Pumpe 28 gelangt.
Fig. 9 zeigt die Kupplung der Dreiwege hähne 46, 47, 48 mit Hilfe der Hebel 50 und Lenker 49. Die verlängerte Spindel 51 des Hahnes 46 trägt ein Zahnrad 52,das mit einem Zahnsegment 53 in Eingriff steht. Auf der drehbar gelagerten Spindel 54 des Zahnseg mentes sitzt Hebel 55, der mit Hilfe des Lenkers 56, Übertragungsstückes 57 und der Führung 58 seine Bewegung von dem in Fig. 10 und 11 oder 12 dargestellten Umsteue- rungsmechanismus erhält.
Die Umsteuerung selbst besteht nach Fig. 10 und 11, sowie 12 aus einem Wechselgetriebe mit Zahnrad 59 auf Pumpenwelle 60, Rad 61 in der Schere 62, Rad 63 auf der eigentlichen Um steuerungswelle 64 gelagert. Die Schere 62 ist an der Pumpe drehbar, .aber zugleich fest stellbar angeordnet, so dass zur Erreichung verschiedener Übersetzungen zwischen Pum penwelle 60 und Umsteuerungswelle 64 die Räder 59 und 61 nur ausgewechselt zu wer den brauchen. Zahnrad 63 trägt ,eine um einen Zapfen drehbare Rolle 65, welche die in einem festgelagerten Halter drehbaren Dau men 66 verstellt.
Die beiden Daumen 66 sind als Hebel ausgebildet und übertragen durch Lenker 67 mit Zapfen ihre Bewegung auf die Übertragungsstange 57. Während .einer Um drehung des Zahnrades 63 erfährt die Über- - tragungsstange 57 zwei Einstellungen, wo durch bei entsprechender Hebelübersetzung die Hähne 46; 47, 48 so verstellt werden, dass dadurch die Richtungsänderung des Kreis laufes hervorgerufen wird.
Fig. 12 zeigt ein zweites Umsteuerungs- g etriebe, nämlich mittelst Rolle 68 und Kur venscheibe 69, welche mit Zahnrad 63 ver schraubt ist. Die Rolle erhält ihre Verstellung durch die Nute der Scheibe 69 und gibt sie weiter an die Übertragungsstange 57, so d.ass also während einer Umdrehung auch durch die Kurvenscheibe zwei Einstellungen der Dreiwegehähne 46, 47, 48 und damit Rich tungsänderungen des Kreislaufes bewirkt werden.
Die Anordnung des Wechselgetriebes und des Kupplungsmechanismus ist für Fig. 10, 11 und 12 die gleiche.
Die Vorrichtung nach Fig. 8 zum Arbei ten mit oszillierendem Aussendruck unter scheidet sich von der Vorrichtung nach Fig. 7 zum Arbeiten mit ruhendem Aussendruck dadurch, dass der Windkessel 79 zwecks Her vorrufens der Oszillationen des Aussendruckes durch einen Druckakkumulator 84 mit feder belastetem Kolben nach Fig. 13 ersetzt ist. In den zylindrischen Behälter 84 ist der Kol ben 85 dicht aber leicht verschiebbar einge- passt und durch die Feder 86 belastet.
Eine Spannvorrichtung für die Feder setzt sich aus dem Federteller 87, der Traverse 88 mit Gewinde, letztere durch Halter an dem Ge häuse 84 befestigt, und der Schraubenspindel 89 mit Handrad zusammen. Bei einer be stimmten Einstellung der Federspannung durch die Spannvorrichtung erleidet die Fe der 86 durch den Kolben. 85 pro Pumpenhub eine gewisse Zusammendrüekung, was für den Inhalt der Druckleitung 77, 78, sowie des Behälters 75 gleichbedeutend ist mit einer Drucksteigerung pro Pumpenhub. Die Höhe dieser Drucksteigerung pro Pumpenhub lässt sich durch Einstellen der Feder in den ver langten Grenzen halten. Die Anzahl der Drucksteigerungen in der Zeiteinheit ist von der Umdrehungszahl -der Pumpe 71 abhängig und wird durch Verstellung der Umdrehungs zahl der Pumpe 71 herbeigeführt.
Durch et waige Undichtigkeiten des Kolbens 85 in den Federraum übergetretene konservierende Sub stanz kann durch Leitung 90 (Fig. 8 und 13) in den Behälter 70 zurückfliessen, so dass die freie Kolbenbewegung .nicht beeinträchtigt wird. Bei Arbeiten mit oszillierendem Gegen druck muss der Eckhahn 72 die Verbindung zwischen 76 und 74 freigeben. Der angewen dete ruhende Gegendruck soll gleich oder etwas geringer sein als der Innendruck, damit ein völliges Durchdringen der Zellen mög- lieh ist und von innen nach aussen nur Spu ren der konservierend wirkenden Substanz durch die Oberfläche des zu konservierenden Stoffes austreten können.
Die Grenzen des oszillierenden Gegendruckes sind so zu wäh len, dass .die Schwankung nach oben den In nendruck etwas übersteigt, die Schwankung nach unten nur Spuren von konservierend wirkender Substanz durch die Oberfläche des zu konservierenden Stoffes austreten lässt.