DD123052B1 - Mittel zur Transpirationshemmung bei Kulturpflanzen - Google Patents

Mittel zur Transpirationshemmung bei Kulturpflanzen

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Hirtel zur TransOirationshenmung bei Kulturpflanzen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verminderung schädlicher Transpirationsverluste bei Pflanzen.
Die Transpiration ist ein für den Stoffwechsel der Pflanze notwendiger physiologischer Vorgang, der die Grundlage für den Wasser- und Nährstofftransport der Pflanze darstellt. Unter extremeη Bedingungen übersteigt die Transpiration die Wassermenge, welche von den Wurzeln nachgeliefert werden kann. Dadurch entsteht ein Wasserdefizit, das zu Schädigungen der Pflanze bzw. sogar zum Absterben führt. Solche Bedingungen treten insbesondere beim Umsetzen von Jungpflanzen der Porstbaumschulen bis zum Pflanzakt auf. Von wirtschaftlicher Bedeutung sind diese Verluste vor allem bei der Aufforstung, die ein Absterben zahlreicher Jungpflanzen zur Folge haben kann. Bei der weiteren Durchsetzung industriemäßiger Produktion in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau ist dieses Problem von erheblicher Bedeutung. Der Standort der Ansuchtbetriebe bedingt häufig einen Transport über größere Entfernungen und die während der Aufforstungsperiode eintretende Arbeitsspitze eine oft längere unerwünschte Lagerung der Jungpflanzen. Die durch den hohen Feuchtigkoitsverlust
1 ν Ο 4 1 7
verursachten Ausfälle können bis zu 20 # und mehr betragen, deren Beseitigung neben dem erhöhten Pflanzenbedarf auch einen erheblichen Arbeitsaufwand bei der V/aIderneuerung erfordert.
Die Herabsetzung der Transpiration durch Substanzen (Transpirat ionshemmer) beruht im allgemeinen darauf, daß ein schützender Antitranspirationsbe lag in Form eines Pi lines die Pflanze oder deren Einzelteile bedeckt und sie so vor erhöhtem Peuchtigkeitsverlust schützt. Solche Kittel sind bekannt auf der Basis von Ölen und Hochpolymeren, wobei diese sowohl natürlicher (Stärke, Zellulosederivate u. a·) als auch synthetischer Herkunft (z. В. РУС) sein können.
Alle diese Produkte weisen jedoch eine Eeihe von Nachteilen auf. Ihre Wirksamkeit ist unter Praxisbedingungen zum Teil unzureichend, und einige Präparate müssen in sehr hohen Konzentrationen (bis zu 25 #) angewendet werden. Durch hohe Viskositäten werden oftmals die Ausbringungsmöglichkeiten eingeschränkt. Bei einigen Präparaten müssen die Spritz- bzw. Tauchbrühen bis zu 10 Stunden vorher angesetzt werden. Vor allem wirkt sich bei den meisten Präparaten ihre örtlich spezifisch begrenzte Anwendungsmöglichkeit an der Pflanze im Wurzelbereich, oder anderen oberirdischen Teilen negativ aus. Sin großer Nachteil bei anderen Prod niet en wiederum ist, daß zu ihrer Verdünnung kein chloriertes Wasser verwendet werden kann, ein Pakt, der die universelle Anwendung sehr einschränkt, da meist nur chloriertes Leitungswasser zur Verfügung steht.
Bei den mit Wasser voremulgierten Präparaten kompliziert sich die lagerhaltung durch ihre Hitze- und Prostempfindlichkeit sowie ihre Korrosivität insbesondere gegenüber Eisen. Außerdem erfordert diese Gruppe einen unnötig hohen Aufwand an Verpackungs-, Transport- und lagervolunen.
_ з - 1 5 04 Γ/ 1822
Wegen ihrer günstigen Anwendungseigenschaften -wurden zahlreiche Versuche zur Transpirationshemmung mit nineraiölen unter hohen Anteil an Paraff^kohlenwasserstoffen und Abkömmlingen durchre-Tührt.
So wird eine wäßrige Emulsion aus paraffinischen oder naphthenischen Zohlenwasserstoffen, Paraffin und Emulgator als !»littel zur Yerdunstungshemmung bei Pflanzen beschrieben (DE-OS 1 7&7 4-27). Hierbei zeigte sich, daß die erhaltenen 7/erte mit einem Liineralöl in emulgierbarer Form allein keinen ausreichenden Effekt bewirken.
Zweck und Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, einen Transpirationshemmer zu finden, der bei guter Lagerstabilität des Produktes sich gleichermaßen auf 7/urzel und oberirdische Pflanzenteile aufbringen läßt, nur niedrige Aufwandmengen in allen Wasserqualitäten erfordert und eine deutlich bessere 7/irkung als liineralöl zeigt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Mittel zur Transpirationshemmung bei Kulturpflanzen auf der Basis von
60 - 80 % Kohlenwasserstoffen, die mindestens zu 80 % aus Paraffinen bestehen,
3 - 8 % eines Emulgators aus der Hei he äthoxylierter Alkylphenole und
8 - 15 % eines Lösungsmittels von CV - Gg Alkoholen zusätzlich
6 - 20 % chlorierte Paraffinkohlenwasserstoffe mit 12 bis C-Atomen mit einem Chlorgehalt von 3 -^0 7o enthalten.
Die i,Ii s с hu ng setzt man in folgenden Liengenverhältnissen an
Die Prozentangaben sind Gewichtsprozent
50 - 90 % Kohlenwasserstoffe, die mindestens
zu 80 % aus Paraffinen bestehen, 3 - ЗО % chlorierte ParafTinkohlenwasserstoffe, 2 - 10 % Emulgator.
Als Emulgatoren eignen eich beispielsweise Addukte von A'thylenoxid an alkylierte Phenole, an aliphatisch^ Fettsäuren bzw. Amine, gegebenenfalls in Kombination mit; anionakriven Typen auf Basis von alkylierteη Benzolsulfonsäuren.
f V 0 4 1 7 1822
Je nach der Ölloslichkeit der Emulgatoren ist es zweckmäßig, einen Lösungsvermittler· zuzusetzen. Dazu eignen sich primäre Alkohole mit 4 bis 8 G-Atoraen oder aliphatisch^ oder cyklische Ketone oder andere Verbindungen» Diese Lösungsvermittler werden je nach Öllöslichkeit des Zmulgators in LIengen von 0 bis 20 % zugesetzt.
Die erf indungs gemäße η !.litt el besitzen neben ihrer ausgezeichnet e.n transpirat ions hemmende η Wirkung den Vorteil der einfachen Applikation und Lagerung; dieser Umstand macht sie anderen bekannten Transpirationshemnern überlegen.
Man kann dieser Mischung wie auch der wäßrigen Dispersion falls erforderlich Biozide zumischen, so daß das transpirationshemmende Iviittel und etwa ein Insektizid gleichzeitig in einem Arbeitsgang auf die Pflanzen aufgebracht v/erden können. Zur Herstellung der Dispersion wird 1 Volumen der Mischung etwa \n 50 Volumina Wasser eingerahrt.
Zur weiteren Erläuterung des IJittels dienen die folgenden Beispiele :
Beispiel 1:
75 Teile eines raffinierten Mineralöls mit einer durchschnittlichen Viskosität von 12 cSt bei 50 0C, einem Siedebereich von ca. 280 bis 400 0G und einem unsulfonierbaren Rückstand über 85 % v/erden mit 8 Teilen eines paraffinischen Kohlenwasserstoffes mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen und einem Kettenchlorgehalt von 3 bis 10 % gemischt. Dazu gibt man 12 Teile eines Lösungsvermittlers, und zwar eines technischen Hexanolnachlaufs, und weiterhin unter Rühren 5 Teile eines Emulgators auf Basis eines äthoxylierten Alkylphenols mit 5 bis 10 Athoxygruppen. Die erhaltene klare Flüssigkeit ergibt eine mit V/asser über einen längeren Zeitraum beständige Emulsion. Die hohe Kompatibilität des Mittels ermöglicht eine Kombination mit zahlreichen anderen Uitteln, zum Beispiel Insektiziden, Fungiziden u. a.
-s- 15
Beispiel 2:
In diesem Beispiel wird die transpirationshemmende Wirkung des erfindungsgemäßen Präparates mit der Wirkung bereits bekannter Produkte verglichen. Als Testpflanzen dienten Junge Tomatenpflanzen (Solanum tuberosum). Die Applikation erfolgte entsprechend den Anwendungsvorschriften. Dasselbe gilt für die Konzentration. In der folgenden Tabelle ist die transpirationshemmende Wirkung in # angegeben.
Präparat auf Basis Applikation Anwend.- Konz. (ii) c,'o Transpirations hemmung nach 2 3 Tagen 0
unbehandelt 0 20
Quellstärke Würzeltauchung 1 14 6
Amylose Würzeltauchung 2 2 9
Öleraulsion Sproßtauchung 25 4 27
Mineralöl Sproßt auchung 2 27 38
erfindungsgem. Präparat Sproßtauchung 2 38
Aus diesen 7/erten ist eindeutig die Überlegenheit des erfindungsgemäßen Präparates im Vergleich zu bisher bekannten Produkten zu ersehen.
Beispiel 3:
Dieses Beispiel zeigt die transpirationsheramende Wirkung auf 3unge Ackerbohnen (Vicia faba). In der Tabelle ist v/ieder die Transpirationshemmung in Vo angegeben.
-6- 19 0417
Präparat auf Basis Applikation Anwend.- Konz.O) ch Transpirations hemmung nach 2 3 Tagen 0
unbehandelt _ 0 2
Quellstärke WürzeItauchung 1 4 13
Mineralöl Ganzpflanzen— tauchung 2 18 21
erfindungsgem. Präparat Ganzpflanzen- tauchung 2 26
Auch hier ist die bessere Wirkung des erfindungsgemäßen Präparates ersichtlich.
Beispiel 4:
Es wird die Wirkung des erfindungsgemäßen Präparates bei verschiedenen Applikationsfonaen verglichen. Als Testobjekt dienten junge Tomatenpflanzen.
Applikationsform Anwendungs- # Transpirationshemmung
konz. (f.3j nach 2 3 Tagen
Sproßtauchung 2 38 38
Ganzpflansentauchung 2 36 37
Nach diesen Werten ist das erfindungsgemäße Präparat bei verschiedenen Applikationsformen in Laborversuchen praktisch fast gleichwertig.
Beispiel 5:
Es wurde die Testung eines Präparates auf Mineralölbasis und des erfindungsgemäßen Präparates als GroßparzeIlen— versuch unter Praxisbedingungen in der Portwirtschaft durchgeführt. Als Baumart wurde Pichte (Picea abies £"lT] Karst·), als Standort LIf f Z2, (G) auf ske Ie tt ärmerem Silikat ge stein, stark geneigt (Oberf, Crawinkel), gewählt. Die Applikation wurde durch Ganzpflanzentauchung in die 2 Soigen Emulsionen
- ν - 1 у Ο 4 1
der zu prüfenden Präparate vorgenommen. Sie erfolgte unmittelbar vor der Pflanzung an 4jährigen verschulten Pichten, die nach den Ausheben in der Porstbaumschule sofort auf der Kulturfläche eingeschlagen worden waren. Бег Anwachseffekt diente als I.Iaß für die Auswertung, Біе Bewertung erfolgte für jeweils 70 Pflanzen.
Präparat sehr gut bis gut mittel nicht ange wachsen
unbehandeIt 34 16 20
Präparat auf Mineralölbasis 60 9 1
erfindungsgenu Präparat 69 1 0
Aus den 7/erten geht eindeutig hervor, daß mit dem erfindungsgemäßen Präparat ein sehr guter Effekt erzielt wird.
Beispiel 6:
Bei den im vorstehenden Beispiel erläuterten Versuch wurden zusätzlich Zuwachsmessungen vorgenommen. Folgendes Ergebnis (Durchschnitt von 70 Pflanzen je Versuchsglied) wurde ermittelt:
Präparat Ge samthöhe der Terminaltrieb
Pflanzen (cm) (cm)
unbehandelt 46,35 4,82
Präparat auf Mineral- c_ ^- c nr>
ölbasis 52>52 5>73
erfindungsgem
P
Präparat
Auch hier zeigte sich wiederum die Überlegenheit des erfindungsgemäßen Präparates.
Л '» TS 1 Г Г -\
- Q - ί ν υ 4 ι«/
Beispiel 7:
Kombination nit einem Insektizid
Hohe Verluste entstehen in der Forstwirt schaft bei der He Umpflanzung von Forstkulturen durch Fraßschaden von verschiedenen Schadinsekten, insbesondere Hylobius abietis L, Eine Kombination von transpirationsliemmenden Präparaten und Insektiziden spielt daher eine wichtige Rolle. Aus der nachfolgenden Tabelle wird die gute Wirkung einer solchen Kombination ersichtlich.
Präparat Anzahl Pflanzen durch Pflanzen
BusseIkäferfraß abge- unbefallen st orb en
unbehandelt 42 28
erfindungsgem.
Präparat mit 3 67
Parathion-methyl
Lie Pflanzen vfurden im Ganzpflanzentauchverfahren behandelt,

Claims (1)

  1. - 190417
    Erfindunrsansoruch
    Mittel zur Transpirationshemmung bei liulturpflanzen auf der Basis von
    cO - öO % Kohlenwasserstoffen, die mindestens 80 % aus
    Paraffin bestehen,
    3 - 8 % eines Bmulgators aus der Reihe ätho^"iierter
    Alkylphenole und
    8 — Λ5 % eines Lösungsmittels auf der Easis von C- - Cg Alkoholen,
    gekennzeichnet dadurch, da5 sie außerdem 6-20 % cnlorierte Paraffinkohlen^-asserstoffe mit 12 bis 18 C-Abonen sxiv einem Chlorgehalt von 3 - Ю % enthalten.

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