DD129805B1 - Verfahren zur herstellung von viruslebendimpfstoffen,insbesondere aujeszky-lebendimpfstoff - Google Patents

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Hans Mueller
Dietrich Nostitz
Harald Schwarz
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Hans Mueller
Dietrich Nostitz
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Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Viruslebendimpfstoffen für den Einsatz gegen Viruskrankheiten.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Nach dem bisherigen Stand der Technik erfolgt die Virusvermehrung für die Impfst offproduktion über Versuchstiere oder mit Hilfe von bebrüteten Hühnereiern oder mit Hilfe von Zellkulturen. Bei Zellkulturen werden Eins.chichtzellkulturen (Monolayer), Rollerkulturen oder Suspensionskulturen verwendet.
Einschichtzellkulturen bedingen den höchsten Aufwand an Arbeitszeit und Material. Eine intensive Kontrolle der Virusvermehrung durch mikroskopische Kontrolle ist möglich. Rollerkulturen ergeben die höchste Viruskonzentration im Erhaltungsmedium. Der Arbeitszeit- und Materialaufwand ist noch erheblich. Suspensionskulturen erfordern den geringsten Arbeitszeitaufwand. Sehte Suspensionskulturen von Zellen mit Vermehrung der Zellen sind jedoch nur mit permanenten Zellinien möglich. Für die Herstellung von
Lebendimpfstoffen sind permanente Zellinien wenig geeignet, da die mögliche Übertragung von onkogenen Informationen über den Lebendimpfstoff auf den Impfling nicht auszuschließen ist. Diese bekannten technischen Lösungen sind alle in IvIAYR et.al., Virologische Arbeitsmethoden, Band 1, VEB Gustav-Fischer Verlag Jena, 1974, zusammengefaßt·
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, den hohen Material- und Arbeit szeitaufwand, wie er bei der Monolayer-Kultur und auch bei der Rollerkultur auftritt, wesentlich zu senken.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die Virusvermehrung in Monolayer- und in Rollerkulturen bedingt einen erheblichen Arbeitszeitaufwand, der in der Hauptsache durch hohe Stückzahlen an Glasgeräten und der damit verbundenen Arbeitsgänge, wie Waschen, Trocknen, Sterilisieren und Handhabungen (z.B. Einsaat) begründet ist.
Alle Versuche, primäre Zellen in Suspensionskultur zu vermehren, sind bisher fehlgeschlagen.
Erfindungsgemäß wurde nun festgestellt, daß man die Virusvermehrung in Suspension von PrimärzeIlen durchführen kann, wenn die Virusart eine ausreichende Virusvermehrung vor dem starken Absinken der Lebendzellzahl ermöglicht. Im Gegensatz zu den bekannten Verfahren, bei denen vor der· Virusbeimpfung eine Anhaftung der Zellen auf einer" Unterlage (z.B. Glaswand der Gefäße) und nachfolgende Vermehrung der Zellen stattfindet (Mcnolayer- und Rollerkulturtechnik) bzw. eine Zellvermehrung (Suspensionskultur von permanenten Zellinien) erfolgt, fällt beim erfindungsgemäßen Verfahren die vorgenannte Phase der Zellvermehrung (Mindestdauer 24 Stunden) weg.
— з —
Die zur Gewinnung der erforderlichen Virusmenge benötigte Zellmenge wird hierbei bereits mit der Zelleinsaat zugeführt. Mit als erfindungswesentlich muß angesehen v/erden, daß bei diesem Verfahren, in dem die Primärzellen in Suspension gehalten werden, eins Überlebenszeit der Primärzellen erreicht wird, die bei Virusarten mit kurzen Vermehrungszeiten, wie Aujeszky-Virus und Newcastle disease-Virus, eine für die Impfstoffproduktion ausreichende Virusvermehrung ermöglicht. Auf diese Weise wurde nun erstmalig die Virusvermehrung mittels Suspension von Primärzellen für die Impfstoffproduktion angewandt. Als Primärzellen finden Geflügelembryofibroblasten, insbesondere Hühnerembryofibroblasten Verwendung, weil diese technologisch gut zu handhaben und in für die Impfstoffproduktion erforderlicher Qualität in ausreichender Menge verfügbar sind.
Für die Virusvermehrung wird in ein Xultivationsgefäß, das mit einer Rührvorrichtung ausgerüstet ist, eine solche Zellmenge eingesät, daß eine Zellkonzentration von 1 x106 bis 4 χ 10 , vorzugsweise 3 χ 10 Zellen/ml erreicht wird. Die Bebrütung erfolgt bei 37° C bei einem geregelten pH-Wert von 6,9 bis 7,3. Die Füllmenge des Kultivationsgefäßes darf 80 % des Gesamtvolumens nicht überschreiten. Die Virusbeimpfung erfolgt innerhalb von 30 min. nach der Zelleinsaat. Während der Virusvermehrungsphase wird die Sedimentation der Zellen durch ständiges Rühren des Nährmediums verhindert. Die Virusernte erfolgt 24 bis 48 Stunden nach der Beimpfung. Das Rohvirusmaterial wird in bekannter Weise weiterverarbeitet.
Ausführungsbeispiel 1
Ein 30-1-Fermentor mit Rühreinrichtung wurde mit 13,05 Zellsuspension (Konzentration der Zellen 3 χ Ю /ml),
-A-
bestehend aus gepufferter Salzlösung nach HANKS unter Zusatz von 0,2 % Laktalbuminhydrolysat und 3 % Kälberserum, gefüllt. Als Zellen finden Hühnerembryofibroblasten Verwendung. 15 min. nach der Zelleinsaat wurde der Ansatz mit 650 ml (Aujeszky-Virus) beimpft. Das Rohvirusmaterial lag dabei in einer Konzentration von 10^'^ 0A),1 ml vor. Den Titerverlauf zeigt Tabelle 1 :
Tabelle 1 - Vermehrung von AUJESZKY-Virus
Titerverlauf Konzentration
(Stunden nach der Beimpfung) (KID5Q/0,1 ml)
27 1O7'0
43 1O6'5
50 1O6'0
Der pH-Wert lag während des Ansatzes zwischen 7,0 und 7,3.. 50 Stunden nach der Beimpfung erfolgte die Virus-IC ernte. Unter Zusatz von GS-4-Stabilisator wurde das Rohvirusmaterial lyophilisiert.
Ausführungsbeispiel 2
Ein 6 1-Glasfermentor mit Rührer wird mit 2 1 Zellsuspension (Konzentration der Zellen 4 χ iO Zellen/ml), bestehend aus gepufferter Salzlösung nach HANKS mit 0,5 °b Laktalbuminhydrolysat und 10 1o Kälberserum, gefüllt. 30 min. nach der Einsaat wird mit 253 ml Newcastle disease-Virus (Titer Ю5»33 KID50ZO,1 ml) beimpft. Bei einem pH-Wert von 7,4 wird folgender aus Tabelle 2 ersichtlicher, Titerverlauf beobachtet.
Tabelle 2 - Vermehrung von Newcastle disease-Virus
Titerverlauf Konzentration
(Stunden nach der Beimpfung (KIDeq/0,1 ml)
19 1O6'33
33 1O5'67
50 105»33
Die Virusernte erfolgt 50 Stunden nach der Beimpfung. Unter Zusatz von GS-4-Stabilisator wird das Rohvirusmaterial lyophilisiert»

Claims (3)

  1. Erfindungsanspruch
    1. Verfahren zur Herstellung von Lebendvirusimpfstoffen, insbesondere Aujeszky-Lebendimpfstoff, dadurch gekennzeichnet, daß die VirusVermehrung in Suspension von Primärzellen unter Verhinderung der Zellsedimentation durch Flüssigkeitsbewegung bei einer Zellkonzentration der Primärzellen von 1x10 bis 4x10, vorzugsweise 3x10 Zellen/ml sowie einer Virusbeimpfung spätestens 30 min. nach der Zelleinsaat und die Virusernte vor dem starken Absinken der Lebendzellzahl erfolgt.
  2. 2. Verfahren nach Punkt 1 dadurch gekennzeichnet, daß als Primärzellen Geflügelembryofibroblasten, vorzugsweise Hühnerembryofibroblasten, verwendet werden.
  3. 3. Verfahren nach Punkt 1 und 2 dadurch gekennzeichnet, daß die Virusvermehrung bei einer Füllmenge von maximal 80 <fo des Gesamtvolumens des Kultivationsgefässes, bei einer Temperatur von 37° C und einem pH-Wert von 6,9 bis 7,3 erfolgt.
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