DD147544A5 - Verfahren zur herstellung von rutin-poly(h)-sulfaten - Google Patents

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DD147544A5
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Rutin-poly(H)-sulfaten und deren Salzen. Die gewonnenen Verbindungen zeichnen sich durch wertvolle pharmazeutische Eigenschaften aus. Sie sind geeignet, das Komplement einer Koerperfluessigkeit, vorzugsweise Blut, zu hemmen bzw. zu inaktivieren. Sie eignen sich z.B. zur Behandlung von Arthritis rheumatica, Glomerulo nephtitis und anderen Entzuendungen. Erfindungsgemaesz wird zur Herstellung einer Verbindung der Formel I, worin R Wasserstoff oder eine Gruppe der Formel -SO&ind3!A (A = pharmazeutisch vertraegliches Salzkation) mit der Einschraenkung bedeutet, dasz zumindest sechs der R-Gruppen -SO&ind3!A sind, Rutin in einem geeigneten Loesungsmittel mit einem Trialkylamin-Schwefel-Trioxyd-Komplex bei 50 bis 90 Grad C umgesetzt, woraufhin das Trialkylaminsulfat isoliert und abschlieszend mit einem Alkalimetallazetat in einer waeszrigen Loesung behandelt wird.

Description

Rutinpoly(H-)sulfatsalzen und verwandten Verbindungen
Anwendungsgebiet der Erfindung:
Die Erfindung betrifft die Konzeption der Herstellung neuartiger Rutinpoly(H-)sulfate und Salze davon.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen:
Es wurde von verschiedenen sulfatierten Polysacchariden berichtet, daß sie Komplementinhibitionswirksamkeit haben, zum Beispiel Heparin, 3. Infect. Pis.. 44: 250 - 253 (1929); Carrageenin, Immunology, £: 291 (1965) und Pentosanpolysulfoester, Chemical Abstracts, 75: 33179s (1971). Es ist jedoch kein Patent bekannt, das antikomplementäre Aktivität der erfindungsgemäßen Rutinpoly(H-)sulfatsalze offenbart.
Ein Rutinsulfat-Natriumsalz ("Rutin, wasserlöslich") wird von E# Merck, Darmstadt, BRD, Katalog-Nr. 500014, verkauft. Dieses Material, das sich als injizierbare Form von Vitamin P als wertvoll erwiesen hat, ergibt bei der Analyse zwei bis drei Sulfate pro Molekül (Schwefelanalyse, S = 5,45 %)» "Rutin, wasserlöslich" wurde hinsichtlich der Komplementäraktivität unter Anwendung der hierin offenbarten Tests untersucht und zeigte keine Komplementinhibitionswirkung. Durch die Sulfatierung dieses Materials entsteht das erfindungsgemäße Rutinpoly(H-)sulfat (Schwefelanalyse, S = 16,5 %), das als Komplementinhibitionsmittel äußerst aktiv ist.
0 Π Μ W -ί 0 7 u << ίν 9 , O V ·" u U.· \\ U ν. \u ι. j Λ. Cj & ί Δ Δ κ i
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Die Bezeichnung "Komplement" bezieht sich auf eine Komplexgruppe von Proteinen in Körperflüssigkeiten, die beim Zusammenwirken mit Antikörpern oder anderen Faktoren eine wichtige Rolle als Vermittler bei Immunisierungs-, allergischen, immunochemischen und/ider immunopathologischen Reaktionen spielen. Die Reaktionen, bei denen ein Komplement beteiligt ist, finden im Blutserum oder in anderen Körperflüssigkeiten statt und werden daher als Humoraireaktionen betrachtet.
Im menschlichen Blut sind gegenwärtig mehr als 11 Proteine im Komplementsystem bekannt. Diese Komplementproteine werden mit dem Buchstaben C und durch Zahlen, Cl, C2, C3 und so weiter bis C9 bezeichnet. Das Komplementprotein Cl ist in Wirklichkeit eine Ansammlung von Untereinheiten mit der Bezeichnung CIq, CIr und CIs. Die den Komplementproteinen zugeordneten Zahlen geben die Reihenfolge wieder, in der sie aktiv werden, mit Ausnahme des Komplementproteins C4, das nach Cl und vor C2 reagiert. Die Zahlenzuordnungen für die Proteine in dem Komplementsystem wurden vorgenommen, bevor die Reaktionsreihenfolge vollkommen bekannt war. Eine ausführlichere Beschreibung des Komplementsystems und seiner Rolle in den Körperprozessen ist beispielsweise in folgender Literatur zu finden: Bull. World Health Org., 39_, 935 (1968); Ann. Rev. Medicine, 1£, 1 - 24 (1968); The Dohns Hopkins Med. 3., 128, 57 - 74 (1971); Harvey Lectures, 6_6, 75 - 104 (1972); The New England Dournal of Medicine, 287, 452 - 454; 489 - 495; 545 - 549; 592 - 596; 642 - 646 (1972); Scientific American, 229, (Nr« 5), 54 - 66 (1973); Federation Proceedings, 32, 134 - 137 (1973); Medical World News, 11. Oktober 1974; S. 53 - 66; D. Allergy Clin. Immunol., 53, 298 - 302 (1974); Cold Spring Harbor Conf. Cell Proliferation 2/Proteases Biol. Control/229 - 241 (1975); Ann. Review of Biochemistry, 44, 697 (1975); Complement in Clinical Medicine, Disease-a-Mpnth, (1975); Complement, Scope, Dezember 1975; Annals of Internal Medicine, 84, 580 - 593 (1976); "Complement: Mechanisms and Functions", Prentice-
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Hall, Englewood Cliffs, N. O. (1976); Essays Med. Biochem., 2, 1 - 35 (1976) ; Hospital Practice, 12, 33 - 43 (1977); Perturbation of Complement in Disease, Chap. 15 in Biological Amplification Systems in Immunology (Ed. Day and Good) , Plenum, New York und London (1977); Am· D. Clin. Pathology, 68, 647 - 659 (1977).
Man kann annehmen, daß das Komplementsystem aus drei Untersystemen bes.teht: (1) einer Erkennungseinheit (CIq), die die Kombination mit Antikörpermolekülen, die einen fremden Eindringling entdeckt haben, ermöglicht; (2) einer Aktivierungseinheit (CIr, CIs, C2, C4, C3), die eine Stelle an der benachbarten Membran vorbereitet; und (3) einer Angriffseinheit (C5, C6, C7, C8 und C9), die ein "Loch" in der Membran bildet. Die Membranangriffseinheit ist nicht-spezifisch; sie zerstört Eindringlinge nur, weil sie in ihrer Nachbarschaft erzeugt wurde. Um Schaden an den eigenen Zellen des Wirtes weitgehend zu reduzieren/muß ihre Aktivität rechtzeitig begrenzt werden. Die Begrenzung erfolgt zum Teil durch den spontanen Zerfall von aktiviertem Komplement und zum Teil durch Interferenz durch Inhibitoren und zerstörende Enzyme. Die Steuerung von Komplement ist jedoch nicht vollkommen und es gibt Zeiten, zu denen Schaden an den Zellen des Wirtes auftreten. Immunität ist daher ein zweischneidiges Schwert.
Die Aktivierung des Komplementsystems beschleunigt auch die Blutgerinnung. Diese Wirkung entsteht aufgrund der komplement-vermittelten Freisetzung eines Gerinnungsfaktors von Blutplättchen. Die biologisch-aktiven Komplementfragmente und -komplexe können in Reaktionen verwickelt werden, die die Zellen des Wirtes zerstören, und diese pathogenen Reaktionen können zur Entstehung von Immun-Komplex-Erkrankungen führen. Beispielsweise schädigt in einigen Fällen von Nephritis Komplement die Basalmembran der Niere, was zu einem Obergang von Eiweiß aus dem Blut in den Urin führen kann. Die Krankheit disseminierter Lupus erythematosus ge-
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hört zu dieser Kategorie; ihre Symptome umfassen Nephritis, viszerale Lesionen und Hautausschläge, Die Behandlung von Diphtherie oder Tetanus durch die Injektion großer Mengen Antitoxin führt manchmal zu Serumallergie, einer Immun-Komplex-Krankheit. Rheumatische Arthritis ist auch auf Immun-Komplexe zurückzuführen« Wie disseminierter Lupus erythematosus ist es eine autoimmune Erkrankung, bei der die Krankheitssymptome durch pathologische Effekte des Immunsystems im Gewebe des Patienten hervorgerufen werden« Zusammenfassend ist zu sagen, daß das Komplementsystem bei Entzündung, Koagulation, Fibrinolyse, Antikörper-Antigen-Reaktionen und anderen Stoffwechselprozessen erwiesenermaßen eine Rolle spielt.
In Gegenwart von Antikörper-Antigen-Komplexen sind die Komplementproteine bei einer Reihe von Reaktionen beteiligt, die zu irreversiblem Membranschaden führen können, wenn sie in der Nähe biologischer Membranen stattfinden« Obwohl Komplement einen Teil des Abwehrmechanismus des Körpers gegen Infektionen darstellt, so führt es auch zu Entzündung und Gewebeschädigung beim immunopathologischen Prozeß« Die Beschaffenheit einiger Komplementärproteine, Vermutungen hinsichtlich der Art und Weise der Komplementbindung an biologische Membranen und die Art, in der Komplement zur Membranschädigung führt, werden in Annual Review in Biochemistry, 3j3, 389 (1969); Dournal of Immunology, 119, 1 -.8, 1195, 1358 - 1364,. 1482 (1977) beschrieben.
Es wurde eine Vielzahl von Substanzen vorgestellt, die das Komplementsystem inhibieren sollen, z«B. als Komplementinhibitoren. Zum Beispiel wird von den Verbindungen 3,3'-ureylenbisr6-(2-amino-8-hydroxy-6-sulfo-l-naphthylazo)benzolsulfonsäure]tetranatriumsalz (Chlorazol, stark rosa), Heparin und einem sulfatierten Dextran berichtet, daß sie eine antikomplementäre Wirkung haben, British Journal of
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Experimental Pathology, 33_, 327 - 339 (1952). In der deutschen Patentschrift Nr. 2.254.893 oder dem südafrikanischen Patent Nr. 727.923 werden verschiedene l-(Diphenylmethyl)-4-(3-phenylallyl)piperazine, die als Komplementinhibitoren wirksam sind, offenbart. Andere chemische Verbindungen, die Komplementinhibitions-Wirksamkeit besitzen, werden z.B. beschrieben in: Journal of Medicinal Chemistry, 12_, 415 - 419; 902 - 905; 1049 - 1052; 1053 - 1056 (1969); Canadian Journal of Biochemistry, £7, 547 - 552 (1969); The Journal of Immunology, 104, 279 - 288 (1970); The Journal of Immunology, 106, 241 - 245 (1971); The Journal of Immunology, 111, 1061 1066 (1973); Biochim. Biophys. Acta, -317, .539 - 548 (1973); Life Sciences, 13_, 351—362 (1973); Journal of Immunology, 113. 584 (1974); Immunology. ,26, 819 - 829 (1974); Journal of Medicinal Chemistry, Γ7, 1160 - 1167 (1974); Biochim. Biophys. Res. Comm., 67_, 225 - 263 (1975); Ann. N, Y. Acad. Sei., 256, 441 - 450 (1975) ; Journal of Medicinal Chemistry, 19. 634 - 639, 1079 (1976) ; Journal of Immunology, .118, 466 (1977); Arch. Int. Pharmacodyn., 226, 281 - 285 (1977); Biochem. Pharmacol. 265, 325 - 329 (1977) ; Journal Pharm. Sei., 66, 1367 - 1377 (1977); Chem. Pharm. Bull...25, 1202 1208 (1977); Biochim. Biophys. Acta, 484, 417 - 422 (1977) and Journal Clin. Microbiology, JS1 278 - 284 (1977).
Es wurde berichtet, daß die bekannten Komplementinhibitoren, £-Aminocapronsäure und Tranexaminsäure, mit Erfolg für die Behandlung angeborener angioneurotischer Ödeme verwendet wurden, eines Krankheitszustandes, der von einer angeborenen mangelhaften oder fehlenden Funktion des Seruminhibitors der aktivierten ersten Komponente des Komplements (Cl-Inhibitor) herrührt; The New England Journal of Medicine, 286, 808 - 812 (1972), 287., 452 - 454 (1972); Ann. Intern. Med., 84, 580 - 593 (1976); J. Allergy and Clin. Immunology, 60, 38 - 40 (1977).
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Veröffentlichungen über die biologische Anwendung von Suramin-Verbindungen mit dem Ziel, das Komplementsystem - auch bei Menschen - zu inhibieren, wie durch in vivo und in vitro Prüfungen des Blutserums bei Warmblütern nachgewiesen wurde, sind folgende: .
B, Stuber und K. Lang, Arch. Exptl. Path. Pharmacol., 154, 41 - 49 (1930) [C. A. 25, 3067 (1931)]
F. Klopstock, Zeitschrift für Immunitätsforschung und experimentelle Therapie, 7_5, 348 - 354 (1932)
H. 3. Schmid, Schweiz. Med. Woch., 96_, 1267 - 1269 (1966) K. Lauenstein, Bayer-Symposium I, 25 - 30 (1969)
3. S. C. Fong und R. A. Good, Clin. Exp. Immunol., 10, 127 - 138 (1972)
V, Eisen und C. Loveday, Br. D. Pharmac., 49, 678 - 687 (1973)
D- Brackertz und F. Kueppers, Allergol. Et IEt Immunopath., lJL, 163 - 168 (1974)
E, Raepple, H-U. Hill und M. Loos, Immunochemistry, 1,3 (3), 251 - 255 (1976)
Es wurde auch berichtet, daß das Medikament Pentosanpolysulfoester bei Menschenserum eine antikomplementäre Wirkung sowohl in vivo als auch in vitro hat, wie durch die Verringerung der gesamten hämolytischen Komplementaktivität nachgewiesen wurde; Pathologie Biologie, 2_5, 33 - 36, 2_5 (2), 105 - 108, 25 (3), 179 - 184 (1977).
Darlegung des Wesens der Erfindung :
Es wurde jetzt entdeckt, daß Rutinpoly(H-)sulfatsalze die Komplementreaktionsfolge beeinflussen, indem sie die Komplementaktivität in Körperflüssigkeiten inhibieren.
217 28 7
Die Erfindung betrifft vor allem die Herstellung aller pharmazeutisch annehmbaren Salze von Rutinpoly(H-)sulfat mit Komplementinhibitionsaktivität der allgemeinen Formel:
OR OR
H OR
worin jedes R aus der Wasserstoff und -SO-A umfassenden Gruppe ausgewählt ist; A ein pharmazeutisch annehmbares Salzkation ist ; unter der Voraussetzung, daß mindestens sechs der R-Gruppen -SO3A sind.
Die erfindungsgemäßen Rutinpoly(H-)sulfatsalze finden Anwendung als Komplementinhibitoren in Körperflüssigkeiten und können als solche zur Besserung oder Verhinderung derjenigen pathologischen Reaktionen, die die Komplementfunktion brauchen, und für die therapeutische Behandlung von Warmblütern, die immunologische Krankheiten wie rheumatische Arthritis, systemische Lupuserythematose, bestimmte Arten von Glomerulonephritis, bestimmte Arten von auto-allergischer hämolytischer Anämie, bestimmte Arten von Blutplättchenstörungen und
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bestimmte Arten von Gefäßentzündung haben, verwendet werden. Rutinpoly(H-)sulfatsalze können auch zur therapeutischen Behandlung von Warmblütern verwendet werden, die an nicht-immunologischen Krankheiten leiden, z.B. an krampfartiger nächtlicher Hämoglobinurie, angeborenen angioneurotischen "Ödemen (z.B. als Suramin-Natrium usw.) und entzündlichen Zuständen, die durch die Wirkung bakterieller oder lysosomaler Enzyme an den entsprechenden Komplementkomponenten hervorgerufen wurden, wie beispielsweise Entzündung nach Koronarokklusion. Sie können auch für die Behandlung von Transplantatabstoßung und als Blutkultur und als Transportmedien Verwendung finden.
Die erfindungsgemäßen Rutinpoly(H-)sulfatsalze können unter Anwendung oder Anpassung bekannter Verfahren hergestellt werden, beispielsweise durch die in Chemical Reviews, 62: 549 589 (1962) und US-PS Nr. 3.271.388; 2.923.704; 2.686.779 Und 2.697.093 oder wie unten beschrieben gewonnen werden. Es ist klar, daß die vorliegenden Sulfatsalze in verschiedenen Graden mit Wasser und Äthanol solvatisiert werden.
SuIfatie rungsvorqanq
Ein Gemisch von Rutin und Trialkylamin-Schwefeltrioxid-Komplex in trockenem Dimethylformamid wird 20 bis 24 Stunden lang in einem Bereich von 50 bis 90 0C gehalten. Die Lösung wird auf Raumtemperatur gekühlt und in absolutes Äthanol unter Rühren gegossen. Das Lösungsmittel wird von dem abgetrennten Produkt dekantiert, das weiter durch Auslaugen mit absolutem Äthanol und anschließend mit wasserfreiem Äther gereinigt wird. Es wird dann unter Vakuum getrocknet.
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Salze von Alkali- und Erdalkalimetallen
Das Trialkylammoniumsalz von Rutinpoly(H-)sulfat wird in Wasser gelöst und mit einer 30 %igen wäßrigen Lösung von Natriumacetat oder Calciumacetat umgesetzt. Die Zugabe von wasserfreiem Äthylalkohol soll die vollständige Ausfällung des Produktes bewirken, das weiter mit wasserfreiem Äthanol gereinigt wird. Der Präzipitationsschritt wird wiederholt und durch die Reinigung mit wasserfreiem Äthanol und wasserfreiem Diäthyläther wird das vorgesehene Produkt gewonnen, das getrocknet wird. .
Ausführunqsbeispiele;
In den folgenden Beispielen wird die Herstellung und Formulierung repräsentativer erfindungsgemäßer Sulfatsalze ausführlich beschrieben.
Beispiel 1; Rutinpoly(H-)sulfat-Trimethylaminsalz
Eine 3,34-g-Portion Trimethylamin-Schwefeltrioxid-Komplex wird mit warmem Dimethylformamid zur Gewinnung einer klaren Lösung gerührt. Eine 1,22-g-Portion Rutin wird zugesetzt und das Röhren wird 20 Stunden lang bei 65 bis 70 C fortgesetzt. Die Lösung wird, auf Raumtemperatur abgekühlt und unter Rühren in wasserfreies Äthanol gegossen. Der sich absetzende schwach gelbe Gummi wird durch Dekantieren gesammelt, wiederholt mit wasserfreiem Äthanol und anschließend mit Äther trituriert und unter Vakuum getrocknet, wodurch 3,5 g des vorgesehenen Produktes in Form von solvatisiertem schwach braunem Gummi gewonnen werden (Analyse: Gefunden S = 13,1 %) , Bei einer anderen Herstellung ergab die Produktanalyse für S = 13,5 %.
-ίο- 21 7287
Beispiel 2: Rutinpoly(H-)sulfat-Natriumsalz
Eine 3,O-g-Portion Rutinpoly(H-)sulfat-Trimethylaminsalz wird in Wasser gelöst. Eine lO-ml-Portion 30 %iger wäßriger Natriumacetatlösung wird unter Schwenken zugesetzt, und das Gemisch wird 20 Minuten bei Raumtemperatur stehen gelassen. Eine 100-ml-Portion wasserfreies Äthanol wird zugesetzt, und der entstandene Halbfeststoff wird durch Dekantieren abgetrennt. Durch Triturieren mit wasserfreiem Äthanol wird ein gelber körniger Feststoff gewonnen, der durch Filtration gesammelt, mit wasserfreiem Äthanol und anschließend mit Äther gewaschen und danach getrocknet wird und 1,8 g des vorgesehenen Produktes in Form von solvatisiertem hellgelbem Pulver ergibt (Analyse: Gefunden S = 15,3 %). Bei einer anderen Herstellungsart ergab die Analyse für S = 16,8
Beispiel 3 :
Rutinpoly(H-)sulfat-Trimethylsalz, hergestellt aus im Handel erhältlichem "Rutin, wasserlöslich".
Eine 3,34-g-Portion Trimethylamin-Schwefeltrioxid-Komplex wird in 20 ml Dimethylformamid unter Erwärmen des Gemischs auf 65 bis 70 0C hergestellt. Eine 1,22-g-Portion "Rutin, wasserlöslich" (E. Merck, Darmstadt, Westdeutschland) wird zugesetzt, und das Gemisch wird 24 Stunden lang bei 65 C gerührt. Die klare schwach gelbe Lösung wird auf Raumtemperatur abgekühlt, und 125 ml wasserfreies Äthanol werden unter Rühren zugegeben. Der entstandene schwach braune Gummi wird durch Dekantieren abgetrennt, mit wasserfreiem Äthanol trituriert und unter Vakuum getrocknet, wodurch 3,1 g des vorgesehenen Produktes in Form eines solvatisierten schwach braunen Gummis gewonnen wurden (Analyse: Gefunden S = 13,9 %).
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Beispiel 4;
Rutinpolv(H-)sulfat-Natriumsalz (Ausgangsquelle handelsübliches "Rutin, wasserlöslich")
Eine 2,9-g-Portion des in Beispiel 3 hergestellten PoIy(H-) sulfat-Trimethylaminsalzes wird in 5 ml Wasser gelöst, und 10 ml 30 %±ge wäßrige Natriumacetatlösung werden zugesetzt. Das Gemisch wird filtriert, 20 Minuten lang bei Raumtemperatur stehen gelassen, anschließend werden 125 ml wasserfreies Äthanol unter Rühren zugesetzt· Der entstandene Halbfeststoff wird gesammelt und mit Äthanol trituriert. Der entstandene Feststoff wird durch Filtration gesammelt, wiederholt mit Äthanol und anschließend mit Äther gewaschen und danach unter Vakuum getrocknet, so daß 2,0 g des vorgesehenen Produktes in Form eines solvatisierten hellgelben Pulvers gewonnen werden (Analyse: Gefunden S = 16,5 %)·
Beispiel 5; Herstellung von gepreßten Tabletten Bestandteil mg/Tablette
Aktive Verbindung 0,5 bis 500
Zweibasisches Calciumphosphat, N.F. qs (ausreichende Menge)
Stärke, USP 40
Modifizierte Stärke 10
Magnesiumstearat, USP 1 bis 5
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Beispiel 6: Herstellung von gepreßten Tabletten - Langzeitwirkung Bestandteil mg/Tablette
Aktive Verbindung in Form von 0,5 bis 500 (als Alurniniumlack +, mikronisiert Säureäquivalent)
Zweibasisches Calciumphosphat, N.F. qs
Alginsäure 20
Stärke, USP 35
Magnesiumstearat, USP 1 bis 10
Komplementinhibitor plus Aluminiumsulfat ergibt Aluminiumkomplementinhibitor. Komplementinhibitor-Gehalt in Aluminiumlack liegt zwischen 5 und 30 %.
Beispiel 7 ; Herstellung von hartschaligen Kapseln Bestandteil mg/Kapsel
Aktive Verbindung 0,5 bis
Lactose, sprühgetrocknet qs
Magnesiumstearat 1 bis 10
Beispiel 8: Herstellung von Flüssigkeit zum Einnehmen (Sirup) Bestandteil
Aktive Verbindung Flüssiger Zucker Methylparaben, USP Propylparaben, USP Geschmacksstoff Gereinigtes Wasser qs ad
2L Masse/Vol.
o, 05 bis 5
75 ,0
O, 18
°· 02
qs
100,0
-
Beispiel 9; Herstellung von Flüssigkeit zum Einnehmen (Elixier) Bestandteil
Aktive Verbindung Alkohol, USP Glycerin, USP Sirup, USP Geschmacksstoff Gereinigtes Wasser qs ad
Masse %/Vol.
0,05 bis 5
12,5
45,0
20,0
qs
100,0
Beispiel 10: Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (Sirup) Bestandteil
Aktive Verbindung in Form von Aluminiumlack, mikronisiert
Polysorbat 80, USP Magnesiumaluminiumsilikat kolloidal
Geschmacksstoff Methylparaben, USP Propylparaben, USP Flüssiger Zucker Gereinigtes Wasser qs ad Masse %/Vol.
0.05 bis (Säureäquivalente) 0,1
0,3
qs
0,18 0,02 75,0 100,0
Beispiel 11: Herstellung von" in.jizierbarer Lösung Bestandteil
Aktive Verbindung Benzylalkohol, N«F. Wasser zur Injektion Masse %/Vol,
0,05 bis 0,9 100,0
- 21
Beispiel 12; Herstellung von injizierbarem öl
Bestandteil Masse % /VoI,
Aktive Verbindung 0,05 bis
Benzylalkohol 1,5
Sesamöl qs ad 100,0
Beispiel 13; Herstellung von intraartikulärem Produkt Bestandteil Menge
Aktive Verbindung 2 bis 20 mg
NaCL (physiologische Kochsalzlösung) 0,9 %
Benzylalkohol . 0,9 %
Natriumcarboxymethylcellulose 1 bis 5 % pH-Wert auf 5,0 bis 7,5 eingestellt
Wasser zur Injektion qs ad 100
Beispiel 14; Herstellung injizierbarer Depotsuspension Bestandteil Masse %/Vol.
Aktive Verbindung 0,05 bis
(Säureäquivalent)
Polysorbat 80, USP 0,2
Polyäthylenglycol 4000, USP 3,0
Natriumchlorid, USP 0,8
Benzylalkohol, N.F. 0,9
HCl bis zu einem pH-Wert von 6 bis 8 qs
Wasser zur Injektion qs ad 100,0
217287
Beispiel 15;
Herstellung von Zahnpaste Bestandteil
Aktive Verbindung Zinkoxid Polyäthylenglycol 4000, USP Destilliertes Wasser qs
Masse %/Masse
0,05 bis 5
100
Beispiel 16: Herstellung von Zahnsalbe Bestandteil
Aktive Verbindung Petrolatum, weiß, USP qs Masse % /Masse
0,05 bis 5 100
Beispiel 17: Herstellung von Zahncreme Bestandteil
Aktive Verbindung Mineralöl Bienenwachs Sorbitan-Monostearat
Polyoxyäthylen 20 Sorbitan-Monostearat Methylparaben, USP Propylparaben, USP Destilliertes Wasser qs Masse %/Masse
0, 05 bis 5
50
15
2
3
o. 18
0. 02
100
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Beispiel 18:
Herstellung von Creme zur äußeren Anwendung
Bestandteil Masse % /Masse
Aktive Verbindung 0,05 bis
Natriumlaurylsulfat I
Propylenglycol Stearylalkohol Petrolatum, weiß, USP
Methylparaben, USP 0,18
Propylparaben, USP 0,02
gereinigtes Wasser, qs
Beispiel 19; Herstellung von Salbe zur äußeren Anwendung
Bestandteil Masse % /Masse
Aktive Verbindung 0,05 bis
Cholesterol 3
Stearylalkohol 3
Weißes Wachs 8
Petrolatum, weiß, USP qs
Beispiel 20: Herstellung von Straylotion (kein Aerosol) Bestandteil
Aktive Verbindung Isopropylmyristat Alkohol (denaturiert) qs
Masse %/Masse
0,05 bis 5
20
100
217
Beispiel 21; Herstellung von Wangentabletten
' Bestandteil g/Tablett e ;
Wirkstoff 0,00325
6 x Zucker 0,29060
Acacia 0,01453
Lösliche Stärke 0,01453
F.D. & C. Gelb Nr. 6 0,00049 Farbstoff
Magnesiumstearat 0,00160
0,32500
Diese fertige Tablette wird etwa 325 mg wiegen und kann zu Wangentabletten in flacher oder jeder anderen beliebigen für bukkale Verabreichung zweckmäßigen Form gepreßt werden.
Beispiel 22;
Herstellung von Pastillen q/Pastille
Bestandteil 0,0140
Wirkstoff 0,7138
Kompact-Zucker (Sucrest Co.) 0,4802
6 χ Zucker 0,1038
Sorbit (USP, kristallin) 0,0840
Geschmacksstoff 0,0021
Magnesiumstearat qs
Farbstoff 0,0021
Stearinsäure 1,4000
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Die Bestandteile werden zu 5/8 Zoll großen flachen Pastillenformen gepreßt. Es können auch andere Formen in Frage kommen.
Die erfindungsgemäßen Rutinpoly(H-)sulfatsalze können innerlich verabreicht werden, zum Beispiel oral oder parenteral, z.B. intraartikulär an Warmblüter, um Komplement in der Körperflüssigkeit des Tieres zu inhibieren, wobei eine solche Inhibition für die Besserung oder Verhinderung von solchen Reaktionen, die von der Komplementfunktion abhängig sind, wie entzündlichen Prozessen und Zellmembranschäden, die durch Antigen-Antikörper-Komplexe hervorgerufen wurden, nützlich ist. Es können verschiedene Mengen je nach der Verabreichungsart, des zu behandelnden Zustandes und der betreffenden verwendeten Verbindung angewendet werden. Beispielsweise können für intravenöse oder subkutane Anwendung etwa 5 bis etwa 50 mg/kg/Tag verwendet werden, oder alle sechs Stunden bei schneller ausgeschiedenen Salzen sind möglich (??). Bei intraartikulärer Verabreichung können für große Gelenke wie das Knie etwa 2 bis etwa 20 mg/Gelenk pro Woche angewendet werden, wobei für kleinere Gelenke entsprechend geringere Dosen in Frage kommen. Der Dosisbereich muß so eingestellt werden, daß eine optimale therapeutische Reaktion bei dem behandelten Warmblüter erzielt wird. Im allgemeinen kann die Menge der verabreichten Verbindung sehr unterschiedlich sein, so daß von etwa 5 mg/kg bis etwa 100 mg/kg Körpergewicht des Tieres pro Tag verabreicht werden. Die normale tägliche Dosis für einen normalen Patienten von 70 kg kann zwischen etwa 350 mg und etwa 3,5 g liegen. Einheitsdosen der Säure oder des Salzes können von etwa 0,5 mg bis etwa 500 mg enthalten.
Während im allgemeinen die Natriumsalze der erfindungsgemäßen Säuren für die parenterale Anwendung geeignet sind, können auch andere Salze hergestellt werden, z.B. können
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die primärer Amine, z.B. Äthylamin; sekundärer Amine, z.B. Diäthylamin oder Diäthanolamin; tertiärer Amine, z.B. Pyridin oder Triethylamin oder 2-Dimethylaminomethyldibenzofuran; aliphatischer Diamine, z.B. Decamethylendiamin; und aromatischer Diamine, hergestellt werden. Einige davon sind in Wasser löslich, andere sind in Kochsalzlösungen löslich und noch andere sind unlöslich und können für Herstellungszwecke von Suspensionen für die Injektion verwendet werden. Des weiteren können ebenso wie das Natriumsalz die Salze der Alkalimetalle, z.B. von Kalium und Lithium; von Ammoniak und der Erdalkalimetalle z.B. Calcium oder Magnesium verwendet werden. Es ist daher einleuchtend, daß diese Salze im allgemeinen Derivate von salzbildenden Kationen umfassen.
Die erfindungsgemäßen Rutinpoly(H-)sulfatsalze können auch äußerlich in Form von Salben, Cremes, Lotionen und dergleichen, die sich für die Behandlung von komplement-abhängigen dermatologischen Störungen eignen, angewendet werden.
Darüber hinaus können die erfindungsgemäßen Rutinpoly(H-) sulfatsalze in Form von Zahnpasten, -salben, Wangentabletten und anderen Zusammensetzungen, die sich für die periodontische Verabreichung zur Behandlung von Periodontitis und verwandter Krankheiten der Mundhöhle eignen, verwendet werden.
Für therapeutische Zwecke können die erfindungsgemäßen Rutinpoly(H-)sulfatsalze in Form herkömmlicher pharmazeutischer Zusammensetzungen verabreicht werden· Derartige Zusammensetzungen können so formuliert werden, daß sie sich zur oralen oder parenteralen Verabreichung eignen. Der Wirkstoff kann vermischt mit einem pharmazeutisch annehmbaren Trägermittel vorhanden sein, wobei der Träger die unterschiedlichsten Formen je nach der für die Verabreichung z.B. oral oder parenteral vorgesehenen Präparatart haben kann. Die Sulfatsalze
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können in Zusammensetzungen wie Tabletten verwendet werden. Hierbei wird der Hauptwirkstoff mit herkömmlichen, zur Tablettenherstellung verwendeten Bestandteilen, wie Maisstärke, Lactose, Saccharose, Sorbit, Talk, Stearinsäure, Magnesiumstearat, Dicalciumphosphat, Gummiarten, oder ähnlichen Stoffen als nicht-toxischen pharmazeutisch annehmbaren Verdünnungs- oder Trägermitteln vermischt. Die Tabletten oder Pillen der neuen Zusammensetzungen können laminiert sein oder anderweitig zusammengesetzt sein, um eine Dosisform zu schaffen, die den Vorteil einer verlängerten oder verzögerten Wirkung oder einer bestimmten aufeinanderfolgenden Wirkung des eingeschlossenen Medikaments aufweist. Zum Beispiel kann die Tablette oder Pille aus einer inneren Dosierungs- und einer äußeren Dosierungskomponente bestehen, wobei letztere in Form einer Umhüllung über der ersteren vorhanden ist. Die beiden Komponenten können durch eine enterische Schicht voneinander getrennt sein, die die Aufgabe hat, der Auflösung im Magen zu widerstehen und ermöglicht, daß die innere Komponente unversehrt in den Zwölffingerdarm gelangt oder daß ihre Freisetzung verzögert wird. Für derartige enterische Schichten oder Oberzüge können die verschiedensten Stoffe verwendet werden, und zu solchen Stoffen zählen eine Reihe polymerer Säuren oder Gemische polymerer Säuren mit Stoffen wie Schellack, Schellack und Cetylalkohol, Celluloseacetat und dergleichen. Ein besonders vorteilhafter enterischer Oberzug besteht aus einem Styrolmaleinsäurecopolymer in Verbindung mit bekannten Stoffen, die zu den enterischen Eigenschaften des Überzuges beitragen. Die Tablette oder Pille kann durch die Verwendung eines entsprechenden nicht-toxischen Farbstoffes gefärbt werden, um dadurch ein gefälliges Aussehen zu erzielen.
Die flüssigen Formen, in denen die neuartigen erfindungsgemäßen Zusammensetzungen zur Verabreichung eingearbeitet werden können, umfassen geeignete schmackhafte Emulsionen mit Speiseölen wie Baumwollsamenöl, Sesamöl, Kokosnußöl, Erdnuß-
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öl und dergleichen sowie Elixiere und ähnliche pharmazeutische Vehikel. Für die parenterale Anwendung können sterile Suspensionen oder Lösungen hergestellt werden. Für Injektionszwecke sind auch isotonische Präparate, die geeignete Konservierungsmittel enthalten, empfehlenswert.
Der hier benutzte Ausdruck Dosierungsform bezieht sich auf physikalisch getrennte Einheiten, die als unitäre Dosierung für Warmblüter geeignet sind, wobei jede Einheit eine bestimmte Menge Wirkstoff enthält, die so berechnet ist, daß sie den erwünschten therapeutischen Effekt in Verbindung mit dem erforderlichen pharmazeutischen Verdünnungs- oder Trägermittel oder Vehikel herbeiführt. Die Spezifikation für die erfindungsgemäßen neuartigen Dosierungsformen wird durch Charakteristika des Wirkstoffes und den beabsichtigten speziellen therapeutischen Effekt oder die Begrenzungen, die bei der Mischungsherstellung eines derartigen Wirkstoffes für die therapeutische Anwendung bei Warmblütern gemäß der Offenbarung in dieser Patentschrift zu beachten sind, bestimmt. Beispiele für geeignete orale Dosierungsformen gemäß der Erfindung sind Tabletten, Kapseln, Pillen, Puderkissen, Granulate, Oblaten, Oblatenkapseln, Teelöffelmengen, Tropfglasmengen, Ampullen, Violen, einzelne Vielfache der oben genannten und andere Formen nach der hier erfolgten Beschreibung.
Die Komplement-Inhibitionswirksamkeit der erfindungsgemäßen Rutinpoly(H-)sulfatsalze wurde anhand eines oder mehrerer der folgenden identifizierten Tests demonstriert: (i) Test Code 026 (Cl-Inhibitor)♦ - Bei diesem Test wird die Fähigkeit von aktiviertem menschlichem Cl menschliches C2 in der flüssigen Phase in Gegenwart von C4 und "entsprechender Verdünnungen der Testverbindung zu zerstören, gemessen. Ein aktiver Inhibitor schützt C2 gegenüber Cl und C4; (ii) Test Code 035 ( C3-C9-Inhibitor) <· Bei diesem Test wird die Fähigkeit der Spätkomponenten von menschlichem Komplement (C3-C9)
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EAC 142 in Gegenwart entsprechender Verdünnungen der Testverbindung zu lysieren, bestimmt; (iii) Test Code 036 (C-Shunt-Inhibitor) - Bei diesem Test werden fragil gemachte menschliche Erythrocyten in autologem Serum über den Shunt-Weg unter Aktivierung durch Kobragift in Gegenwart von entsprechenden Verdünnungen der Testverbindung lysiert. Eine Inhibition des Shunt-Weges führt zum Verschwinden von Lysis; (iv) Forssman Vasculitis-Test - Hierbei wird die allgemein bekannte kompletnentabhängige Lesion, Forssman-Vasculitis bei Meerschweinchen durch intradermale Injektion von Kaninchen-Anti-Forssman-Antiserum erzeugt. Die Lesion wird in bezug auf Durchmesser, ödem und Blutung gemessen, und das Ausmaß, bis zu dem ein kombinierter Index dieser durch vorherige intraperitoneale Injektion der Testverbindung in einer Menge von 200 mg/kg inhibiert wurde, wird notiert, wenn nichts anderes angegeben wurde; (v) Forssman-Schock-Test - Ein lethaler Schock wird bei Meerschweinchen durch eine intravenöse Injektion von Anti-Forssman-Antiserum hervorgerufen, und die durchschnittliche normale Todeszeit behandelter Meerschweinchen wird mit der gleichzeitiger Kontrollen verglichen; (vi) Komplement-Niveau-Reduktionstest - Bei diesem Test werden die oben behandelten Meerschweinchen oder andere zur Serumgewinnung zur Ader gelassen und das Komplementniveau wird in unverdünntem Serum durch die Kapillarröhrchenmethode nach der US-PS Nr. 3.876.376 bestimmt und mit unbehandelten Kontrollmeerschweinchen verglichen; und (vii) Cap 50 Test - Hierbei werden entsprechende Mengen der Testverbindung zu einer Menge Meerschweinchenserum in vitro gegeben, worauf die oben genannte Kapillarröhrchenanalyse mit unverdünntem Serum durchgeführt wird. Die Konzentration der Verbindung mit 50 % Inhibition wird notiert, (viii) Intraperitonealer Meerschweinchen-Test (GPIP) - Etwa 300 Gramm wiegende Meerschweinchen werden intraperitoneal (i.p.) mit 200 mg/kg in Salzlösung gelöster und auf einen pH-Wert von 7 bis 8 eingestellter Testverbindung behandelt. Blutproben von etwa 0,4 ml, durch orbitale Sinuspunktion 30 Minuten und 1 Stunde nach den Injektionen entnommen, werden direkt in Zentrifugenröhrchen gesammelt; Blutproben von 5 ml, durch Dekapitation 2 Stun-
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den nach der Injektion gewonnen, werden direkt in diSPo-Bechergläsern aufgefangen. Die Proben läßt man zum Gerinnen stehen, sie werden zentrifugiert, und die gewonnenen Seren werden hinsichtlich der Komplementaktivität unter Anwendung der Kapillarröhrchen-Komplement-Analyse beurteilt. Durch Vergleich mit gleichzeitigen Kontrollproben wird die prozentuale Inhibition berechnet. Die Ergebnisse sind in Tabelle I zusammen mit Ergebnissen von Test Code 026, 035, 036, Cap 50, %-Inhibition und Forssman-Schock aufgeführt. Tabelle I zeigt, daß das erfihdungsgemäße Hauptsulfatsalz ganz wesentliche in vitro und in vivo Komplement-Inhibitions-Aktivität bei Warmblütern besitzt.
Tabelle I Biologische Aktivitäten
Verbindung
In-vitro-Aktivität
In-vivö-Aktivitat (Meerschweinchen) intraperitoneal % Inhibition Zeit (Minuten)
026+ 035+ 036+ Cap 5O+ 30 60
120
Forssman-
Schock
(Minuten)
Rutin N N N > 500 -79 -89 17.2 (Control 3.3)
Rutin, wasserlöslich (E. Merck) (Analyse S =5,45 %) N N N 69
Rutinpoly(H-)sulfat-Tri- methylaminsalz (Analyse S =13,1 %) ♦«♦♦ N N -89
Rutinpoly(H-)sulfat-Natrium salz (Analyse S = 15,3 %) +7 N N
Code-Bezeichnung für die hier erläuterten Tests
Aktivität in Röhrchen (?? wells ?), eine Reihenverdünnungsanalyse. Eine höhere Well zahl bedeutet stärkere Aktivität. Die Reihenverdünnungen erfolgten doppelt.
inaktiv

Claims (2)

Erfindungsanspruch
1. Verfahren für die Herstellung eines Rutinpoly(H-)sulfates der Formel:
)R
worin jedes R aus der Wasserstoff und -SO3A umfassenden Gruppe ausgewählt ist; A ein pharmazeutisch annehmbares Salzkation ist; unter der Voraussetzung, daß mindestens sechs der R-Gruppen -SO3A sind; gekennzeichnet dadurch, daß Rutin in einem geeigneten Lösungsmittel mit einem Trialkylamin-Schwefeltrioxid-Komplex bei 50 bis 90 0C umgesetzt wird, das Trialkylaminsalz isoliert und anschließend mit einem Alkalimetallacetat in wäßriger Lösung behandelt wird.
2· Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß das geeignete Lösungsmittel Dimethylformamid ist; der Trialkylamin-Schwef eltrioxid-Komplex Trimethylaminschwefeltrioxid ist und das Alkalimetallacetat Natriumacetat ist.
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