DD148009B1 - Verfahren zum mehrstufigen trockenziehen - Google Patents
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Description
Verfahren zum mehrstufigen Trockenziehen Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Metallurgie« Objekts, bei denen die Anwendung der Erfindung möglich und zweckmäßig ist, 3ind Verfahren zum mehrstufigen Trockenziehen von metallischem Umformgut in Form von Draht, Stangen, Rohren, Profilen und ähnlichem, insbesondere zum Ziehen mit üydrodynamischer Schmierung,
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Zum mehrstufigen Ziehen mit hydrodynamischer Schmierung sind Druckziehwerkzeuge in verschiedenen Ausführungsformen bekannt. Eines dieser Werkzeuge enthält in einem Gehäuse nacheinander angeordnet einen Einlaufziehstein und zwei Arbeitsziehsteine, wobei dazwischen jeweils ein Druckraum vorhanden ist. Beim Ziehen wird durch den Einlaufziehstein zusammen mit dem einlaufenden Umformgut festes Schmiermittel in den Druckraum vor dem ersten Arbeitsziehstein gefördert. Dort wird das Schmiermittel unter der Einwirkung des sich aufbauenden Drucks und der Reibungswärme verflüssigt und in das Ziehhol zwischen Umformgut und Arbeitsziehstein gedrückt« Ein Mangel dieses Werkzeuges besteht darin, daß auf dem Umformgut, welches aus dem ersten Arbeitsziehstein austritt, ein oftmals völlig unzureichender Restschmiermittel-
Überzug für den nachgeordneten zweiten Arbeitsziehstein vorhanden ist« Dadurch werden ein hoher Verschleiß des zweiten Arbeitsziehsteins und Oberflächenschäden beim Umforragut hervorgerufen« Außerdem werden dadurch die mögliche Umformgeschwindigkeit und der mögliche Uraformgrad eingeschränkt. Eine etwaige drei- oder mehrstufige Umformung wäre mit dem Aufbauprinzip des Werkzeuges infolge dieser ungenügenden Schmierungsverhältnisse nicht realisierbar.
Es ist auch bereits ein Verfahren bekannts bei dem ein flüssiges Schmiermittel, bestehend aus Benzol mit darin gelöstem Calciurastearat, mit Hilfe eines geschlossenen Beschichtungsbehälters auf Umformgut, welches zur Umformung vorgesehen ist, im Durchlaufverfahren aufgebracht wird (DD-PS 147 207), Der aufgebrachte Schmiermittelfilm wird nachfolgend mit Hilfe einer Trockenvorrichtung getrocknet (DD-PS 147 208). Danach wird das Umformgut in einem einstufigen Trockenzug umgeformt. Vor einem weiteren Trockenzug muß ein erneutes Auftragen und Trocknen des Schmiermittels durchgeführt werden, wobei die im Usnformgut von der 1, Ziehstufe noch vorhandene Urnform- und Reibungswärme zur Beschleunigung des Trocknungsvorganges ausgenutzt werden kann (DD-PS 147 206). Ein wesentlicher Mangel der bekannten Technologie besteht darin, daß für das Mehrstufige Ziehen eine relativ große Zahl von Prozeßstufen und ein hoher technologischer Aufwand notwendig sind.
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung besteht in der Schaffung von Voraussetzungen für eine Verringerung der Prozeß3tufenanzahl und des technologischen Aufwandes beim mehrstufigen Trockenziehen*
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum mehrstufigen Trockenziehen zu entwickeln, bei dem
unter Ausnutzung der Umform- und Reibungswärme und bei Vermeidung einer Trocknungsstufe ein fester Schmierstofffilm auf dem Umformgut erzielt wird«
Diese Aufgabe ist nach der Erfindung mit einem Verfahren dadurch gelöst, daß das Umformgut in einem Zug durch ein Werkzeug gezogen wird, das zwei oder mehrere hintereinander angeordnete Arbeitsziehsteine enthält, wobei einer der Arbeitsziehsteine in der eintrittsöffnung und ein zweiter in der Austrittsöffnung des v/erkzeugs angeordnet und das Werkzeug zwischen den Arbeitsziehsteinen mit einem bekannten flüssigen Schmiermittel, bestehend aus Trichlorethylen oder 8enzol mit darin gelöstem Calciumstearatt drucklos geflutet ist, und wobei in dem Schmiermittel unmittelbar vor den Arbeitsziehsteinen infolge Ausbildung einer Trichlorethylen- bzw. Benzoldampfblase ein fester Schmierstoffilm gebildet wird.
Mit der ertindungsgemäßen Lösung kann in besonders einfacher Weise mehrstufig umgeformt werden, und zwar Umformgut, weiches vorher mit einem Schmierstoff beschichtet worden ist oder welches von einer vorherigen Umformung noch mit einem ausreichenden Schmierstoffrestfilm überzogen ist. Dis in der Eintritts- und der Austrittsöffnung angeordneten Ziehsteine garantieren, daß wahrend der Umformung kein flüssiges Schmiermittel aus dem erfindungsgemäß vorgesehenen Behälter austreten kann« Damit ist es möglich, die Vorrichtung in jeder Gebrauchslage, z.3. auch senkrecht, zu betreiben. Vorteilhaft ist auch, daß mit dem in den Behälter gespeister, flüssigen Schmiermittel die Temperaturverhältnisse in den Arbeitsziehsteinen und im Umformgut gezielt beeinflußt werden können. Hervorzuheben ist weiterhin der äußerst geringe Verbrauch an Schmierstoff und Schmiermittelflüssigkeit.
Infolge der im Umforragut erzeugten Umform- und Reibungswärme - die auch entgegen der Transport richtung vor die Arbeitsziehsteine geleitet wird - verdampft die im flüssigen Schmiermittel enthaltene Flüssigkeit nach dem erfindungsgemäßen Kontaktieren schnell, wobei sich um das Umformgut
eine Gasblase bildet, welche den entstandenen Schraierstofffilm von dem im Behälter befindlichen flüssigen Schmiermittel trennt ι so daß auch bei sehr hohen Ziehgeschwindigkeiten in vorteilhafter Weise in die Arbeitsziehsteine ein mit einem trockenen Schmierstoffilm versehenes Umformgut einläuft. In diesem Effekt ist ein völlig neues V/irkprinzip zu sehen, mit dem erreicht wird, daß die nach dem Stand der Technik separat durchgeführten technologischen Stufen des Auftragens, Trocknens und Ziehens und deren Wiederholung beim mehrstufigen Ziehen in nur einer einzigen Stufe realisiert werden. Mit dem neuen Wirkprinzip wird gleichzeitig erreicht, daß nur ein sehr dünner, aber völlig ausreichender Schmierstoffilm entsteht. Damit wird den Arbeitsziehsteinen in vorteilhafter Weise nicht mehr Schmierstoff zugeführt, als zur Auf rechterhaltung guter Schmierverhältnisse notwendig ist.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann sehr klein ausgeführt werden und eignet sich dadurch gut zur Nachrüstung an bereits vorhandenen Ziehanlagen, da dort zwischen den einzelnen Ziehblöcken meist nur wenig Raum vorhanden ist. Auf Grund der aus dem erfindungsgemäßen Verfahrensprinzip resultierenden ausgezeichneten Schmierbedingungen für jeden der dem ersten Ziehstein folgenden Arbeitsziehsteine ergibt sich aus diesen Bedingungen keine Beschränkung der Anzahl der möglichen Ziehstufen.
Ausführungsbeispiel
Die Erfindung ist nachstehend an einem Ausführungsbeispiel und einer zugehörigen Zeichnung näher erläutert.
Bei dem in der Zeichnung dargestellten Werkzeug sind in einer Eintrittsöffnung 1 und einer Austrittsöffnung 2 eines Behälters 3 je ein Arbeitsziehstein 4; 5 angeordnet. Durch den Behälter 3 wird ein flüssiges Schmiermittel 5 geleitet, welches aus Trichlorethylen oder Benzol mit darin gelöstem Calciumstearat besteht. Durch die Arbeitsziehsteine 4,- 5 wird ein Umformgut 7 in Form eines mit einem Schmierstoff
behafteten Drahtes von links nach rechts hindurchgezogen. Hit diesem Werkzeug ist in einem Zug eine zweistufige Umformung möglich. Sofern innerhalb des Behälters 3 inmitten des Schmiermittels 5 ein oder im Abstand hintereinander mehrere wextere Arbeitsziehsteine angeordnet würaen, könnte selbstverständlich die Anzahl der Ziehstufen entsprechend vergrößert werden. In den Behälter 3 wird aus einem in der Zeichnung nicht dargestellten Schmiermittel-Reservoir mittels einer ebenfalls nicht dargestellten Schmiermittelpumpe über einen Schmiermitteizulauf 8 kontinuierlich Schmiermittel 6 gofördert, Überschüssiges Schmiermittel 6 fließt durch einen Schmiermittelablauf 9 in das Schmiermittel-Reservoir zurück und wird dort mittels eines in der Zeichnung nicht dargestellten Magnetschneiders und eines Filters gereinigt. Auberdem befindet sich im Schmiermittel-Reservoir eine mit einem Thermostaten gekoppelte, von Wasser durchflossenen Rohrschlange, mit der das aus dem Behälter 3 zurückfließende erwärmte Schmiermittel 6 gekühlt wird. Für den Fall von Arbeitsunterbrechnungen ist der Behälter 3 noch mit einer Entleerungsleitung lü, in der ein Absperrhahn il angeordnet ist, ausgestattet, die in das Schmiermittel-Reservoir mündet. Das umgeformte Umformgut 7 verläßt das Werkzeug ohne einen nennenswerten Schmiermittelrest film.
Claims (1)
- ErfindungsanspruchVerfahren zum mehrstufigen Trockenziehen von metallischem Umformgut, gekennzeichnet dadurch, daß das Umformgut in einem Zug durch ein Werkzeug gezogen wird, das zwei oder mehrere hintereinander angeordnete Arbeitsziehsteine enthält, wobei einer der Arbeitsziehsteine in der Eintrittsöffnung und ein zweiter in der Austrittsöffnung des Werkzeugs angeordnet und das Werkzeug zwischen den Arbeitsziehsteinen mit einem bekannten flüssigen Schmiermittel, bestehend aus Trichlorethylen oder Benzol mit darin gelöstem Calciumstearat, drucklos geflutet ist, und wobei in dem Schmiermittel unmittelbar vor den Arbeitsziehsteinen infolge Ausbildung einer Trichlorethylen- bzw« 3enzoldampfblase ein fester Schmierstoffilm gebildet wird.Hierzu 1 Seite Zeichnungen
Priority Applications (1)
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| DD21794079A DD148009B1 (de) | 1979-12-20 | 1979-12-20 | Verfahren zum mehrstufigen trockenziehen |
Applications Claiming Priority (1)
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| DD21794079A DD148009B1 (de) | 1979-12-20 | 1979-12-20 | Verfahren zum mehrstufigen trockenziehen |
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| DD148009A1 DD148009A1 (de) | 1981-05-06 |
| DD148009B1 true DD148009B1 (de) | 1984-02-29 |
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ID=5521854
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1979
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Also Published As
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| DD148009A1 (de) | 1981-05-06 |
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