DD155092A5 - Kontinue-farbeverfahren fuer bahnfoermiges textilgut mit unterschiedlichen faserarten - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Kontinue-Verfahren zum Faerben von bahnfoermigem Textilgut mit unterschiedlichen Faserarten, die im wesentlichen voneinander getrennt auf den beiden Seiten des Textilgutes vorhanden sind, z.B. von Florware, bei der der Flor aus der einen Faserart, der Ruecken aus einer anderen Faserart bestehen. Dem Ziel der Erfindung, Verluste an Farbstoff und den Waschaufwand zu verringern, dient die Aufgabe, den Kontinue-Faerbevorgang so auszubilden, dass die verwendeten Faerbefluessigkeiten auf beiden Warenseiten mit der groesstmoeglichen Wirksamkeit genutzt werden. Erfindungsgemaess wird die Aufgabe dadurch geloest, dass auf jede Seite des Textilgutes die der dieser Seite zugeordneten Faserart entsprechende Faerbefluessigkeit in Form eines Schaums dosiert aufgetragen wird.
Description
Berlin, 10. 3. 1981 AP D 06 B / 225 731 58 453 23
Kontinue-Färbeverfahren für bahnförmiges Textilgut mit unterschiedlichen Faserarten
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Kontinue-Pärbeverfahren für bahnförmiges Textilgut mit unterschiedlichen Faserarten, die im wesentlichen voneinander getrennt auf den beiden Seiten des Textilguts vorhanden sind, z· B. von Florware, bei der der Flor aus der einen Faserart, der Rücken aus einer anderen Faserart bestehen, bei welchem die beiden Faserarten mit den zu ihrer Färbung benötigten Parbstoffen verschiedenen Typs zusammengebracht und die Farbstoffe anschließend z. B, durch Dämpfen fixiert werden.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Beispiele derartigen Textilgutes mit räumlich getrennten Faserarten sind vorwiegend Florwaren wie Samt, Plüsch, Velours, auch in Form von Teppichen und dgl. Diese Waren haben häufig einen Flor aus einer Kunstfaser und einen Rücken aus einer natürlichen oder künstlichen Zellulosefaser· liöbelvelours wird z. B, heute ganz überwiegend mit einem Flor aus Polyacrylnitril und einem Rücken aus Baumwolle hergestellt.
Die Farbstofftypen, mit denen die einzelnen Faserarten am besten oder überhaupt nur anfärbbar sind, sind voneinander verschieden· Für häufig vorkommende Kombinationen gilt z. B· folgendes:
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Pasern Farbstoffe
Polyacrylnitril/Baumwolle Basisch / Substantiv Polyamid / Baumwolle Sauer / Substantiv
Metallkomplex / Substantiv Polyester / Baumwolle Dispersion / Substantiv
Um nun ein Textilgut, welches unterschiedliche Paserarten aufweist, zu färben, kann grundsätzlich so vorgegangen werden, daß zunächst eine Färbung der einen Faserart vorgenommen und dann anschließend in einem zweiten Färbebad die Färbung der anderen Faserart nachgeholt wird. Dies bedeutet jedoch einen erheblichen Aufwand, und es wird überwiegend versucht, Materialien mit unterschiedlichen Faserarten in einem Einbadverfahren zu färben, welches die für die unterschiedlichen Faserarten benötigten verschiedenen Farbstoff typen nebeneinander enthält.
Schon bei der Bereitung der Flotte kann es zu einer gegenseitigen Störung der Farbstoffe kommen, die zu einem teilweisen Unwirksamwerden derselben führt, Schätzungen besagen, daß dies bis zu 30 % der eingesetzten Farbstoffmenge betreffen kann.
Die Flotte wird dann auf das Textilgut beispielsweise durch eine Volltauchung im Foulard appliziert. Da natürlich die Farbstoffe in der Flotte gleichmäßig nebeneinander vorliegen, erhält jede Faserkomponente -des Textilguts auch Farbstoff, der eigentlich zur Färbung der anderen Faserkomponente bestimmt ist. Diese Farbstoffanteile werden ungenutzt vom Textilgut mitgeschleppt und anschließend wieder ausgewaschen. Dieses Auswaschen muß besonders gründlich geschehen, wenn z, B, eine Faserkomponente Baumwolle ist,
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welche durch ihr Adsorptionsvermögen für die anderen Faserkomponenten bestimmte Farbstoffe festhält, die auf Baumwolle Jedoch nicht fixiert v/erden können. Wenn derartige Farbstoffanteile auf den Fasern verbleiben, ergeben sich schlechte Echtheiten» Bei dem bisher überwiegend angewandten Verfahren der Volltränkung der Ware ergeben sich also hohe Farbstoffverbräuche und Waschkosten·
Wichtig ist heute die Kombination Polyacrylnitr.il/Zellulose, aus v/elcher der größte Teil der Möbelplüsche hergestellt wird. Polyacrylnitril wird mit basischen Farbstoffen angefärbt, die kationisch sind, während die Substantiven Farbstoffe für die Zellulose anionisch sind. Diese beiden Farbstofftypen würden ohne besondere Vorkehrungen ausfallen, wenn sie gemeinsam in eine Flotte gebracht wurden. Das Ausfallen wird durch den Einsatz entsprechender Textilhilfsmittel weitgehend verhindert. Bei hohen Farbstoffkonzentrationen, wie sie für dunkle Färbungen erforderlich sind, werden entsprechend hohe Mengen an Textilhilfsmittein notwendig. Dadurch erhöhen sich die Kosten und kann sich die Flottenstabilität verschlechtern. Auch müssen die großen zusätzlichen Mengen an Chemikalien zusätzlich ausgewaschen werden, wodurch die .Waschkosten wiederum steigen. Diese Nachteile konzentrieren sich auf einen Artikel, der eine hohe wirtschaftliche Bedeutung hat.und bei dem es gerade auf besonders gute Echtheiten ankommt.
Bei einem Textilgut, welches aus einer Mischfaser besteht, bei der die Komponenten im Textilgut homogen verteilt sind, lassen sich die genannten Probleme heute noch nicht vermeilden. Bis jetzt ist aber auch Ware, bei der die unterschiedlichen Faserarten räumlich voneinander getrennt angeordnet sind, auf diese Weise gefärbt worden.
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Aus der DE-AS 2 214 377 und der US-PS 3 969 780 ist für sich genommen ein Verfahren bekannt, eine Färbeflotte auf ein Textilgut in Form eines Schaums aufzutragen.
Ziel der Erfindung
Die Erfindung hat das Ziel, ein Kontinue-Färbeverfahren so auszugestalten, daß die Verluste an Farbstoff und der Waschaufwand geringer werden»
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Kontinue-Färbeverfahren für bahnförmiges Textilgut mit unterschiedlichen Faserarten, die im wesentlichen voneinander getrennt auf den beiden Seiten des Textilguts vorhanden sind, z. B* von Florware, bei der der Flor aus der einen Faserart, der Rücken aus einer anderen Faserart bestehen, bei welchem die beiden Faserarten mit den zu ihrer Färbung benötigten Farbstoffen verschiedenen Typs zusammengebracht und die Farbstoffe anschließend z. B, durch Dämpfen fixiert werden, so auszubilden, daß die verwendeten Färbeflüssigkeiten auf beiden Warenseiten mit der größtmöglichen Wirksamkeit genutzt werden·
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß auf
der jede Seite des Textilguts die dieser Seite zugeordneten Faserart entsprechende Färbeflüssigkeit in Form eines Schaums dosiert aufgetragen wird.
Die Erfindung verhindert, daß sich die Farbstoffe gegenseitig stören. Des weiteren werden keine Färbstoffmengen ungenutzt ausgeschleppt. Speziell auf das gleichzeitige
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Vorhandensein verschiedener Farbstoffe abgestimmte Textilhilfsmittel sind nicht erforderlich. Insgesamt ergeben sich geringere Farbstoff- und Hilfsmittelverbräuche, niedrigere Waschkosten und bessere Reibechtheiten«
Gemäß einer erfindungsgemäßen Ausbildung werden die Schäume bzw« die sie bildenden Färbeflüssigkeiten von den beiden Seiten her in das Textilgut eingedrängt. Damit ist die Eindringtiefe der Färbeflüssigkeiten auf beiden Warenseiten auf das erforderliche vorbestimmbare Maß reduzierbar.
Ausführungsbeispiel
Die Erfindung soll an Hand des nachfolgenden Ausführungsbeispiels näher erläutert werden.
Die Farbstoffe sind hierbei genauso getrennt wie die Faserarten im Textilgut. Sie werden jeweils nur auf die Warenseite aufgebracht, auf der sich die Faserart befindet, der der Farbstoff zugeordnet ist. Die Aufbringung in Schaumform gestattet einerseits eine genaue Dosierung der aufgetragenen Färbeflüssigkeits- und damit Färbstoffmenge und setzt andererseits die Beweglichkeit der Färbeflüssigkeit gerade so weit herab, daß die von einer Seite her aufgetragene Färbeflüssigkeit nicht sogleich durch die gesamte Ware hindurchschlägt und auch das Ineinanderfließen der verschiedenen Färbeflüssigkeiten im Innern des Textilgutes vermindert wird.
Es wird also beispielsweise auf einen Plüsch mit Polyacryl-Flor nur basischer Farbstoff in einer zur Anfärbung der Polyacrylfasern gerade benötigten Menge aufgetragen, während der Rücken im wesentlichen von diesem Farbstoff frei bleibt
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und nur Substantiven Farbstoff in der dort erforderlichen Menge bekommt.
Das Eindrängen der Schäume bzw, der sie bildenden Färbeflüssigkeiten von den beiden Seiten her in das Textilgut bewirkt, daß die eingesetzten Färbeflüssigkeiten mit der größtmöglichen Wirksamlce.it genutzt werden, insofern die einzelne Färbeflüssigkeit dazu gebracht wird, von ihrer Seite her in die Ware einzudringen, dies jedoch nur bis zu einer vorbestimmten Tiefe tut, so daß sich die mit Färbeflüssigkeit versehenen Zonen nicht überschneiden und im Innern der Ware keine gegenseitige Störung der verschiedenen Farbstoffe stattfindet.
Der beidseitige Schaumauftrag und das Eindrängen können beispielsweise mit einer Vorrichtung ausgeführt werden, die in der deutschen Patentanmeldung P 29 35 413·Ο beschrieben ist.
Bei .einem Praxisvergleich an einer Acryl-Baumwoll-Ware mit einem Gewicht von 480 g pro laufenden Meter in einer braunen Farbe ergaben sich bei einer Foulardfärbung, bei der also die Flotte die Färbstoffkomponenten für beide Faserarten enthielt, Farbstoff- und Hilfsmittelkosten von DM 0,45 pro laufenden Meter, während es bei der Schaumfärbung mit Flottentrennung DM 0,39 waren, wobei noch die nachstehenden Vorteile eintraten:
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Bessere Echtheiten Kürzere Dämpfzeiten 1 Energieersparnis
Y/eniger Y/aschen .
Keine Verdickung
Besseres Warenbild Problemloses Ansetzen der Flotte,
die sich zinn Teil ihrerseits als weitere Kostenverringerung auswirken»
Claims (2)
1. Kontinue-Färbeverfahren für bahnförmiges Textilgut mit unterschiedlichen Faserarten, die im wesentlichen voneinander getrennt auf den beiden Seiten des Textilguts vorhanden sind, z, B. von Florware, bei, der der Flor aus der einen Faserart, der Rücken aus einer anderen . Faserart bestehen, bei welchem die beiden Faserarten mit den zu ihrer Färbung benötigten Farbstoffen verschiedenen Typs zusammengebracht und die Farbstoffe anschließend z. B. durch Dämpfen fixiert werden, gekennzeichnet dadurch, daß auf jede Seite des Textilguts die der dieser Seite zugeordneten Faserart entsprechende Färbeflüssigkeit in Form eines Schaums dosiert aufgetragen wird·
2· Verfahren nach Punkt 1,.gekennzeichnet dadurch, daß die Schäume bzw. die sie bildenden Färbeflüssigkeiten von den beiden Seiten her in das Textilgut eingedrängt werden.
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