DD202210A5 - Verfahren zur ortung von rohrschaeden und geraet zur durchfuehrung des verfahrens - Google Patents
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Abstract
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren und Geraet zur Ortung v. Rohrschaeden durch Abhorchung des das schadhafte Rohr umgebenden Erdreichs und Erfassung des Austrittsgeraeusches mittels Mikrophonen, die am Eingang eines Verstaerkers angeordnet sind, der eine Anzeige fuer das Geraeuschmaximum ansteuert. Die Aufgabe der Erfindung ist, ein Verfahren zur Ortung von Rohrschaeden der eingangs genannten Art u. ein hiernach arbeitendes Geraet wesentl. zu verbessern, insbesondere soll d. Ortung schneller, genauer und betriebssicherer durchgefuehrt werden koennen. Die Loesung der Aufgabe ist dadurch gekennzeichnet, dass in einem ersten Verfahrensschritt d. vom Verstaerker erfasste Geraeuschmaximum jeder Messstelle einem digitalen Messwertspeicher zugefuehrt wird, der ein Histogramm der Geraeuschverteilung laengs der Messstrecke ueber dem Rohr anzeigt und dass in einem zweiten Verfahrensschritt die Haupt- und Vorzugsfrequenz der lautesten Messstelle breitbandig ermittelt wird und dass zur Feinortung mittels eines Oktavfilters aus der breitbandig ermittelten Haupt- und Vorzugsfrequenz die fuer den Austritt des Mediums charakteristische Frequenz erfasst wird.
Description
Titel der Erfindung:
IPC HkI G01M 3/24 IPC NkI F17D 5/06
b) Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung dient zur Ortung von Rohrschäden durch Abhorchung des das schadhafte Rohr umgebenden Erdreiches. Die Erfindung wird überall dort angewendet, wo ein gasflüssiges oder festes Medium in Rohrleitungen geführt bei einer Leckstelle der Rohrleitung unter Geräusch aus dieser Leckstelle austritt, so daß sich dieses Geräusch" im umgebenden Erdreich fortpflanzt.
c) Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Elektronische Rohrschadensuchgeräte, die nach dem "Abhorchprinzip" arbeiten, sind seit Jahren mit guten Erfolgen im praktischen Einsatz. Trotzdem treten immer wieder Fälle auf, wo trotz größter Verstärkung (Faktor 1 : 1 Mio) im Gerät Rohrbrüche nicht gefunden werden können. So müssen immer wieder Fehlaufgrabungen in Kauf genommen werden, da die Aussage des Meßgerätes an der einen oder anderen Stelle deutlich auf einen vermeintlichen Bruch schließen lässt. Die Ursache dieser Phänomene liegen in der Physik des Rohrbruches. Bekanntlich strömt dabei das Medium Wasser unter Druck aus dem Rohr gegen das umgebende Erdreich. An der Austrittstelle dieses Wasserstrahles entsteht nun ein Körperschall, der sich kugelförmig ausbreitet. Er gelangt zum einen direkt an die Erdoberfläche und versetzt zum anderen über das Erdreich die Rohrleitung in Schwingung. In Abhängigkeit des Aufpralldruckes, der Mitschwingeeigenschaft des Rohres und der Körperschall-Dämpfung des Erdreiches können so an der Erdoberfläche
unterschiedliche Frequenzen mit unterschiedlichen Intensitäten auftreten. Zudem sind in der Nähe von Mauerfundamenten, Kanalschächten und dergleichen Reflexionen anzutreffen, die sich dem eigentlichen Leckgeräusch überlagern.
Die Schall-Leitfähigkeit von Stahl-, Guß- und Kunststoffrohren unterscheidet sich wesentlich. Bei Kunststoffrohren, sei es PVC,PE oder AZ, ist die Schall-Leitfähigkeit sehr gering.Sie kann bei Messungen außer Acht gelassen werden. Diese Situation führt dazu, daß bei der Abhorch-Methode mit Bodenmikrofonen der Abstand der einzelnen Meßpunkte unterschiedlich gehandhabt werden muß. Gem. Bild 1 genügt bei Stahlrohren ein Abstand der einzelnen Meßpunkte von ca. 3 Metern. Bei Gußleitungen sind es 1,5o.m und bei Kunststoffrohren nur noch 0,75 m. Werden beimAbhorchen einer Rohrleitung zu große Abstände zwischen den einzelnen Meßpunkten gewählt, so besteht die Gefahr einer Leckstelle zu überhören. Vor allem beim Nichtmetallrohr mit der punktuellen Ausbreitungszone des Körperschalles ist mit dieser Schwierigkeit zu rechnen.
Wird nun über die Leitung ein Geräusch wahrgenommen, so muß dieses nicht unbedingt das erwartete Leckgeräusch sein. Körperschall-Schwingungen sind im Erdreich mannigfach vorhanden und vermögen ohne weiteres eine Leckstelle vorzutäuschen. Momentan-Ereignisse, wie Klopfen, Hämmern, Rattern usw. werden als Störung sowohl vom Gehör als auch vom Instrument her erfasst und bedeuten keine besondere Schwierigkeit. Anders ist es mit Dauerschwingungen, die als kontinuierliches Geräusch auftreten. Diese Stör-Schwingungen können von Transformatoren, Motoren, Kompressoren, Lagern und dergleichen herrühren. Technische Einrichtungen und Maschinen, die mit dem Fundament von Häusern fest verbunden sind, erzeugen eine große Anzahl von Körperschall-Schwingungen, die durch das Erdreich meist sehr gut weitergeleitet werden. Diese Störungen zeigen je-
doch meist völlig andere Frequenzen als die von der Leckstelle herrührenden.
d) Ziel der Erfindung
Ist ein Verfahren und ein Gerät zur Ortung von Rohrschäden durch Abhorchung des das schadhafte Rohr umgebenden Mediums bzw. Erdreiches und Erfassung des Austrittsgeräusches mittels Mikrofonen , die am Eingang eines Verstärkers angeordnet sind, der eine Anzeige für das Geräusch-Maximum ansteuert.
e) Darlegung des Wesens der Erfindung
Wenn nun der Meßtechniker mit seinem Gehör einzelne Frequenzen differenzieren kann, so ist er in der Lage, die eigentliche Leckfrequenz aus einem ganzen Spektrum von Frequenzen herauszuhören. Die Lautstärke-Anzeige seines Verstärkers kann ihm hier wenig helfen, da dort nur die lauteste Frequenz angezeigt wird, auch wenn diese die Stör-Frequenz ist. Um den genannten Schwierigkeiten zu begegnen, ist ein völlig neues Rohrschadensuchgerät entwickelt worden. Die wesentlichen Merkmale daran sind:
1. Meßwertspeicher
2. Frequenzanalyse
3. Oktavfilter
Die Rohrschadenortung ist als Reihenmessung durchzuführen, d.h. das Bodenmikrofon wird in geeigneten Abständen über dem Rohrverlauf aufgestellt und die Stelle mit der größten Körperschallintensität herausgesucht. Dazu muß im Bereich der Leckstelle das Bodenmikrofon mehrfach hin- und hergestellt werden, um den Kuluminationspunkt, d.h. die Stelle mit der größten Körperschall-Intensität, genau zu finden.
60 669 16
9.7.82
Zu jeder Messung, d. h. zu jedem Aufstellen des Bodenmikrofons, muß sich der Meßtechniker erneut konzentrieren und sich physisch und psychisch auf die Messung einstellen. Diese Einstellung kann von einer einzelnen Person nicht beliebig oft wiederholt werden, weil Ermüdungserscheinungen auftreten und eine weitere Gefahr des Überhörens oder Verhörens besteht.
Die vorliegende Erfindung hat sich demnach die Aufgabe gestellt, ein Verfahren zur Ortung von Rohrschäden der eingangs genannten Art und ein hiernach arbeitendes Gerät wesentlich zu verbessern, insbesondere soll die Ortung schneller, genauer und betriebssicherer durchgeführt werden können.
Merkmale der Erfindung bestehen darin, daß in einem ersten Verfahrensschritt das vom Verstärker erfaßte Geräuschmaximum jeder Meßstelle einem digitalen Meßwertspeicher zugeführt wird, der ein Histogramm der Geräuschverteilung längs der Meßstrecke über dem Rohr anzeigt und daß in einem zweiten Verfahrensschritt die Haupt- und Vorzugsfrequenz der lautesten Meßstelle breitbandig ermittelt wird und daß zur Peinortung mit Hilfe eines Oktavfilters aus der breitbandig ermittelten Haupt- und Vorzugsfrequenz die für den Austritt des Mediums charakteristische Frequenz erfaßt wird.
Das Gerät zur Durchführung des Verfahrene zeichnet sich dadurch aus, daß das Histogramm der Geräuschverteilung über der Länge des Rohres durch bandförmige, vertikale Leuchtdiodenzeilen angezeigt wird, die in Form von Balkendiagrammen nebeneinander an der Sichtplatte dee Gerätes angeordnet sind, wobei jedem Balkendiagramm eine Meßstelle zugeordnet
ist. Dabei kann das vom Verstärker erfaßte Amplitudenmaximum des Geräusches dem digitalen Speicher zuführbar sein, der auf der normierten Skala des Balkendiagramms die jeweils oberste Leuchtdiode ansteuert. In weiterer Ausbildung der Erfindung ist zur Frequenzanalyse der gefundenen lautesten Meßstelle dem Verstärker ein Frequenzanalysator nachgeschaltet, der pro erfaßtem Frequenzband dem nachgeschalteten Speicher den Maximalwert der in diesem Frequenzband bestehenden Frequenz übergibt, wobei alle Maximalwerte der analysierten Frequenzbänder auf dem Balkendiagramm der Speicheranzeige zur Anzeige bringbar sind. Vorteilhafterweise sind die Leuchtdiodenskala des Balkendiagramms in Abhängigkeit vom Tageslicht helligkelosgesteuert. Ferner ist das Gerät in einem Gehäuse angeordnet, dessen klappbarer Deckel die Bedienungselemente abdeckt und der der Anzahl und Größe der Balkendiagramme angepaßte Ausschnitte aufweist.
f) Ausführungsbeispiel
Bei einem Gerät zur Ausführung der Erfindung ist dieses so ausgebildet, daß es acht derartige Speicher, wie sie zur Lösung der Aufgabe dienen, besitzt, die nacheinander aktiviert werden.
An der Meßstelle 1 wird das vom Bodenmikrofon aufgenommene Geräusch außerdem an einer linearen Leuchtdiodenskala angezeigt.
Die Skalierung umfaßt einen Bereich 0 - 10, wobei immer nur der oberste Punkt des erreichten Meßwertes erscheint. Diese Leuchtdiodenskala ist helligkeitsgesteuert, so daß sie auch bei hellem Tageslicht bequem abgelesen werden kann. Bei Nacht entfällt die sonst notwendige Beleuchtung der Skala.
Soll ein Meßwert gespeichert werden, so wird der von der Skala angezeigte Wert von einem elektronischen Speicher übernommen und kann dort über Stunden festgehalten werden. Nun wird die Meßstelle "2" abgehorcht und der dort auftretende Körperschall auf der zweiten Skala angezeigt. Auch dieser Wert wird anschließend gespeichert. Auf diese Weise werden nacheinander acht Meßstellen überprüft und deren Meßwerte festgehalten. Nach Aktivierung und Anzeige aller acht Meßwerte können diese alle zur gleichen betrachtet werden. So erkennt man mühelos die Meßstelle, an der die größte Körperschall-Intensität gemessen wurde. Die Verbindungslinie der oberen Skalenmarkierung zeigt damit ein Lautstärke-Diagramm der untersuchten Strecken an.
Auch bei der Vorortung von Leckstellen am Wasserrohrnetz ist der Meßwertspeicher zu verwenden. Mußten doch bisher die mit dem Taststab an den zugänglichen Kontaktstellen aufgenommenen Werte notiert werden, um die verlustbehaftete Strecke zwischen zwei Abhorchpunkten zu erkennen. Hier wird nun Meßwert und Meßwert gespeichert, um dann in der "Abfrage-Stellung" genaue Auskunft darüber zu erhalten, zwischen welchen Meßpunkten die verlustbehaftete Leitung liegt.
Frequenz-Analyse
Wie bereits oben bemerkt, muß die Stelle der größten Lautstärke nicht unbedingt auch die Leckstelle sein· Deshalb ist das, an dieser Stelle auftretende Geräusch bzw. Frequenzspektrum zu analysieren, d. h. auf die einzelnen Frequenzanteile zu untersuchen« Diese für das menschliche Gehör nicht immer einfach vorzunehmende Differenzierung unterschiedlicher Frequenzen wird bei diesem Gerät elektronisch durchgeführt. Dazu werden die acht Leuchtdiodenskalen jeweils einer bestimm-
ten Frequenz zugeordnet. Der Frequenzabstand von Stufe zu Stufe beträgt jeweils 1,5 Oktaven und umfaßt den für die Lecksuche interessierenden Frequenzbereich von 70 Hz bis 1800 Hz.
Die einzelnen Frequenzen sind:
70 - 106 - 160 - 240 - 360 - 540 - 800 - 1800 Hz.
Zur Frequenzanalyse wird das Geophon an der lautstärksten Meßstelle aufgestellt und die Breitbandverstärkung so gewählt, daß kein Signal über einen Skalenverlauf hinausgeht. Nun zeigen die einzelnen Skalen die Intensität der ihnen zugeordneten Frequenzen an· So kann beispielsweise die Hauptoder Vorzugsfrequenz von Leckgeräuschen ermittelt werden, ohne daß das menschliche Gehör mitwirkt. Frequenzen über 600 Hz sind für die Leckortung erfahrungsgemäß ungewöhnlich und müssen daher als Störfrequenz betrachtet werden.
Als nächste Messung erfolgt die Feinortung. Um störende Frequenzen herausfiltern zu können, ist das Gerät vom bisherigen Breitbandbetrieb in einen Filterverstärker umzuschalten. Es stehen dazu acht hochselektive, im Oktavabstand gewählte, elektronische Filter zur Verfügung. Die durch die Frequenzanalyse ermittelte Leckfrequenz ist an einem der acht Filter einzustellen, so daß der Verstärker jetzt vorzugsweise diese Frequenz verstärkt und andere, d. h. Störfrequenzen, in hohem Maße unterdrückt. Damit ist die Gewähr gegeben, daß bei der Feinortung nur die wirklich interessierende Frequenz verstärkt, abgehört und gemessen wird. Eine falsche Filtereinstellung, die ohne Frequenzanalyse unvermeidbar ist, ist damit nicht mehr möglich.
Durch das Zusammenwirken dieser drei neuen Baugruppen in Verbindung mit einem seit Jahren in der Praxis bewährten, rauscharmen Verstärker wird eine schnellere und genauere Rohrschadenortung ermöglicht. Die Belastung des Meßpersonals wird ebenfalls reduziert und läßt daher auch von dieser Seite eine höhere Effizienz erwarten·
Der Erfindungsgegenstand der vorliegenden Erfindung ergibt sich nicht nur aus dem Gegenstand der einzelnen Patentansprüche, sondern auch aus der Kombination der einzelnen Patentansprüche untereinander.
Alle in den Unterlagen offenbarten Angaben und Merkmale, insbesondere die in den Zeichnungen dargestellte, räumliche Ausbildung werden als erfindungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber dem Stand der Technik neu sind·
Im folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich einen Ausführungsweg darstellenden Zeichnungen näher erläutert· Hierbei gehen aus den Zeichnungen und ihrer Beschreibung weitere erfindungswesentliche Merkmale und Vorteile der Erfindung hervor. Es zeigen:
Fig. 1: schematisiert das Verfahren nach der Erfindung mit Teilen des Gerätes;
Fig. 2: schematisiert die Geräuschkurve (Amplitude in Abhängigkeit von der Entfernung zur Austrittsstelle am Rohr) über einer Schadensstelle am Rohr;
Pig. 3: Beispiel der Frequenzanzeige bei der Frequenzanalyse mit Hilfe der Leuchtdiodenanzeiger;
Fig. 4: Beschriftung der Balkendiagramm-Anzeige am Gerät;
Fig. 5: perspektivische Vorderansicht des Gerätes mit halbgeöffnetem Deckel.
In Fig. 1 ist schematisiert ein schadhaftes Rohr 10 gezeigt, das im Erdreich 15 verlegt ist, und bei dem an der Austrittsstelle 12, z. B. Wasser in Pfeil-Richtung 13 austritt und ein Geräusch in Form einer Kugelwelle 14 verursacht, die sich kugelförmig im Erdreich 15 fortpflanzt und unter anderem auch zur Oberfläche 16 des Erdreiches 15 gelangt. An der Oberfläche ist längs des Rohrverlaufes an der Meßstelle 1 ein Meßmikrofon 11 aufgestellt, das über ein Meßkabel 9 mit einem Analog-Verstärker 17 verbunden ist. Der Analog-Verstärker 17 arbeitet im ersten Teil des Verfahrens als Analog-Spitzenverstärker, wo das vom Meßmikrofon 11 erfaßte Geräusch-Maximum einem digitalen Speicher 18 zugeführt wird, der das erfaßte Geräusch-Maximum auf der Speicheranzeige 19, und zwar im Balkendiagramm 20 zur Anzeige bringt. Das Balkendiagramm 20 kann entweder aus einer Fluororeszenz-Anzeige oder einer Leuchtdiodenzeile bestehen, wobei jeweils nur der Maximumwert auf der Leuchtdiodenzeile angezeigt wird.
Das Meßmikrofon 11 wird nun an den Ort der Meßstelle 2 verschoben und das Geräusch wird über den Analog-Verstärker 17 wiederum erfaßt und das Geräuschmaximum dem Speicher 18 zugeführt, der dieses auf dem Balkendiagramm 21 anzeigt. In gleicher Weise wird mit der Meßstelle 3 und dem Balkendiagramm verfahren, ebenso mit der Meßeteile 4» die ihr Geräuschmaximum auf dem Balkendiagramm 23 zur Anzeige bringt; die Meßstellen 5-8 sind den Balkendiagrammen 24 - 27 zugeordnete
Verbindet man sämtliche Maximumwerte der Balkendiagramme miteinander, dann bekommt man eine Amplitudenkurve 28, wo das Balkendiagramm 24 das Geräuschmaximum 29 anzeigt· Man weiß nun, daß in der Gegend der Meßstelle 4 - 5 die schadhafte Stelle zu suchen ist.
Der Abstand der Meßstellen 1-8 voneinander ergibt sich aus dem Diagramm der Fig. 2. Dort ist ersichtlich, daß bei einem PVC-Rohr der Abstand der Meßstellen nicht größer als 75 cm gewählt werden darf, während bei einem Stahlrohr der Abstand der Meßstellen voneinander bis zu 300 cm betragen kann·
Das Meßmikrofon 11 kann nun an den Meßstellen 4-5 noch an mehreren Stellen dichter zusammengesetzt nacheinanderfоlgend auf dem Erdboden aufgesetzt werden» wodurch wiederum eine weitere Amplitudenkurve auf dem Balkendiagramm 20 - 27 erzeugt werden kann.
Auf diese Weise kann sehr schnell und sehr genau der Schadensort bzw· die Austrittsstelle 12 in dem schadhaften Rohr 10 vermittelt werden.
Zur Frequenz-Analyse wird der Verstärker 17 umgeschaltet, und das an der lautesten Meßstelle ermittelte Schadensgeräusch wird vom Verstärker auf einen Frequenz-Analysator gegeben, der ein - entsprechend Pig· 3 - gezeigtes Frequenz-Histogramm auf den Speicher 18 und auf die Balkendiagramme 20 - 27 erzeugt. Hier ist ersichtlich, daß in dem lokalisierten Schadensgeräusch die Frequenz von 250 Hz vorherrscht·
Es handelt sich also um ein Frequenz-Maximum 30, in der Gegend von 240 Hz.
Fig. 4 zeigt als Ausführungsbeispiel die Frontbeschriftung der Balkendiagramm-Anzeige, so ersichtlich ist, daß eine normierte Skala von 0-10 vorhanden ist, wobei zunächst acht Messungen gemäß Fig· 1 und der dazugehörenden Beschreibung durchgeführt werden. Am Ort des lautesten Schadensgeräusches wird auf Frequenz-Analyse umgeschaltet und es gilt dann der obere Teil der Beschriftung, so daß die am Gerät angeordneten Balkendiagramme sowohl zur Ermittlung des Geräuschmaximums als auch zur Ermittlung der Frequenz-Verteilung im Schadensgeräusch herangezogen werden können. Es handelt sich also um eine reine Histogramm-Anzeige.
Fig. 5 zeigt das Ausführungsbeispiel eines solchen Gerätes, das in einem Gehäuse 31 mit eine, an der Oberseite klappbar angeordneten Deckel 32 untergebracht ist. In dem Deckel 32 sind der Größe und Formgebung angepaßte Ausschnitte 33 vorgesehen, so daß die in Fig. 4 gezeigte Skala mit den Balkendiagrammen 20 - 27 von außen her sichtbar bei geschlossenem Deckel 32 ist. Die Leuchtdiodenanzeige ist vom Tageslicht abhängig helligkeitsgesteuert, so daß auch bei hellem Licht eine sichere Anzeige und Ablesung möglich ist.
Es ist ein Netzschalter 34 zur Einschaltung der Netzwechselspannung vorhanden und auch ein Batterieschalter 35» mit dem das Gerät - unabhängig vom Netz - betrieben werden kann. Ferner ist ein Kopfhörer-Anschluß 36 vorhanden, um neben der Lautsprecher-Abhörung noch eine Kopfhörer-Abhörung zu gewährleisten. Zur Frequenz-Fein-Analyse kann ein Oktavfilter 37 eingeschaltet werden, die Normierung auf der Skala erfolgt mit Hilfe des Verstärkungseinstellers 38. Mit dem Einsteller 39 kann die Kopfhörer-Lautstärke eingestellt werden, während mit dem Umschalter 40 von Frequenz-Analyse auf Geräusch-
ti.
Maximum-Messung umgeschaltet wird, und umgekehrt.
Das gesamte Gerät ist sehr klein und handlich und bedeutet eine wesentliche Arbeitsersparnis bei der Rohrschadenssuche sowie eine wesentliche Verbesserung der Betriebssicherheit,
Claims (6)
- Erfindungsanspruch1. Verfahren zur Ortung von Rohrschäden durch Abhorchung des das schadhafte Rohr (10) umgebenden Erdreichs (15) und Erfassung des Austrittsgeräusches mittels Mikrophonen (11), die am Eingang eines Verstärkers (17) angeordnet sind, der eine Anzeige für das Geräuschmaximum ansteuert, gekennzeichnet dadurch, daß in einem ersten Verfahrensschritt das vom Verstärker (17) erfaßte Geräuschmaximum (29) jeder Meßstelle (1 - 8) einem digitalen Meßwertspeicher (18) zugeführt wird, der in Histogramm der Geräuschverteilung längs der Meßstrecke über dem Rohr (10) anzeigt und daß in einem zweiten Verfahrensschritt die Haupt- und Vorzugsfrequenz der lautesten Meßstelle breitbandig ermittelt wird und daß zur Peinortung mit Hilfe eines Oktavfilters (37) aus der breitbandig ermittelten Haupt- und Vorzugsfrequenz die für den Austritt des Mediums charakteristische Frequenz erfaßt wird.
- 2. Gerät zur Durchführung des Verfahrens nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß das Histogramm der Geräuschverteilung über der Länge des Rohres (10) durch bandförmige, vertikale Leuchtdiodenzeilen angezeigt ist, die in Form von Balkendiagrammen (20 - 27) nebeneinander an der Sichtplatte des Gerätes angeordnet sind und daß jedem Balkendiagramm (20 - 27) eine Meßstelle (1 - 8) zugeordnet ist,
- 3. Gerät nach Punkt 2, gekennzeichnet dadurch, daß das vom Verstärker (17) erfaßte Amplitudenmaximum des Geräusches dem digitalen Speicher (18) zuführbar ist, der auf der normierten Skala des Balkendiagramms (20 - 27) die jeweils oberste Leuchtdiode ansteuert.
- 4. Gerät nach Punkt 1 und 2, gekennzeichnet dadurch, daß zur Frequenzanalyse der gefundenen lautesten Meßstelle (1- 8) dem Verstärker (17) ein Frequenzanalysator (41) nachgeschaltet ist, der pro erfaßtem Frequenzband dem nachgeschalteten Speicher (18) den Maximalwert der in diesem Frequenzband bestehenden Frequenz übergibt, und alle Maximalwerte der analysierten Frequenzbänder auf dem Balkendiagramm der Speicheranzeige zur Anzeige bring, bar sind.
- 5. Gerät nach einem der Punkte 2 bis 4» gekennzeichnet dadurch, daß die Leuchtdiodenskala des Balkendiagramms (20 - 27) in Abhängigkeit vom Tageslicht helligkeitsgesteuert ist.
- 6. Gerät nach einem der Punkte 2 bis 5» gekennzeichnet dadurch, daß das Gerät in einem Gehäuse (31) angeordnet ist, dessen klappbarer Deckel (32) die Bedienungselemente abdeckt und der der Anzahl und Größe der Balkendiagramme (20 - 27) angepaßte Ausschnitte (33) aufweist.Hierzu 4 Seiten Zeichnung
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