DD210076A5 - Verfahren zur durchfuehrung einer mutagenitaetspruefung - Google Patents

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DD210076A5 DD83252995A DD25299583A DD210076A5 DD 210076 A5 DD210076 A5 DD 210076A5 DD 83252995 A DD83252995 A DD 83252995A DD 25299583 A DD25299583 A DD 25299583A DD 210076 A5 DD210076 A5 DD 210076A5
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Durchfuehrung einer Mutagenitaetspruefung fuer die Anwendung in der chemischen und pharmazeutischen Industrie, insbesondere auf dem Gebiet des Arbeits- und Umweltschutzes. Ziel der Erfindung ist die Bereitstellung eines verbesserten Verfahrens, mit dem die Mutagenitaetspruefung auf einfache Weise und in kurzer Zeit durchgefuehrt werden kann. Erfindungsgemaess wird eine Zellpopulation einem Mutagen ausgesetzt. Im Ergebnis dessen mutiert ein Teil der Population, waehrend die urspruenglich uniforme Zellpopulation in Subpopulationen unterteilt wird. Die durch die Erhoehung der Dichte der unterteilten Zellpopulationen hervorgerufene Variation der Turbiditaet wird als Veraenderung in der optischen Dichte mittels eines vertikal messenden Photometers bei einer bestimmten Wellenlaenge gemessen, und die Quantitaet der Zellen in den Subpopulationen wird als optische Dichte gemessen. Die Absorbationswerte werden in Uebereinstimmung mit einem vorprogrammierten Zeitteilungssystem gemessen und die Wachstumskurve wird aus den Werten als Funktion der Zeit gebildet.

Description

_ Berlin, 23· 11. 19S3 A? C 12 Q/ 252 995 7 62 657 11
Verfahren zur Durchführung einer Mutagenitätsprüfung
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Durchführung einer Mutagenitätsprüfung dergestalt, daß eine Zellpopulation einem Mutagen.ausgesetzt wird, wobei im Ergebnis dessen ein Teil der Population mutiert, worauf die ursprünglich uniforme Zellpopulation in Subpopulation unterteilt wird«
Die Mutagenitätsprüfung dient der raschen vorläufigen Prüfung von der krebserregenden Wirkung verdächtigten Substanzen, zumal in bakteriellen Mutagenitätsprüfungen festgestellt worden ist, daß mindestens 90 % der bekannten Kanzerorgene ebenfalls Mutagene sind» leben der Bearbeitung von biologischen Proben ist es möglich, beispielsweise anhand der inutagenen Aktivität von Urin festzustellen, ob eine betreffende· Person möglicherweise mutagenen Substanzen ausgesetzt worden ist, welche somit potentiell eine Krebsgefahr verursachen können·
Heben Luft-, Wasser- und Nahrungsmittelproben ist es möglich, in der Umwelt vorhandene Mutagene wie auch beispielsweise mögliche Spuren von mutagenen Pestiziden usw. in nahrungsmitteln festzustellen*
Die Mutagenitätsprüfung ist in einem ständig zunehmendem Ausmaß ein Teil der gesetzlich vorgeschriebenen toxikologischen Analyse eines Produktes oder Äquivalentes· Einige der wichtigsten nutzer dieser Tests sind gegenwärtig die pharmazeutische und chemische Industrie· Sin spezifisches Anwendungsgebiet liefern die Behörden für Umwelt- und Arbeite-
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schütz, die gewöhnlich komplexe Proben zu untersuchen haben, welche mehrere unterschiedliche Chemikalien enthalten. Entsprechend der sich ausweitenden Gesetzgebung zum Schütze der Verbraucher werden beispielsweise auch Lebensmittel und deren Additive in den Geltungsbereich von Mutagenitätsuntersuchungen einbezogen* In diesem Zusammenhang kann ein Problem durch die in den genannten Produkten enthaltenen Wachstumsfaktoren aufgeworfen werden; diese Faktoren können die mit Hilfe herkömmlicher MutagenitätsPrüfungen erzielbaren Resultate verzerren·
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Im Rahmen des bisherigen Standes der Technik ist für die Prüfung der Mutagenität ein mikrobiologischer Pluktuationstest angewendet worden· Der Fluktuationstest ist ein Zweistufentest der bakteriellen Mutagenität, der sich zur Prüfung niedriger, nichttoxischer Hutagenkonzentrationen eignet. In der ersten leststufe, welche 18 bis 20 h in Anspruch nimmt, findet die etwaige Mutation statt; dem folgt eine dreitägige Selektion in einem von Wachstumsfaktoren freien Wachsturns-Uährmedium*
Da die Prüfung in einem flüssigen Medium stattfindet, in welchem "/ersuche unternommen werden, jede originale Mutante zu isolieren, so ergibt sich aus der obigen Anforderung, daß die Durchführung der Prüfung eine große Anzahl von Reagenzgläsern notwendig macht« Je mehr Reagenzgläser je Probe verfügbar sind, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß die erzeugten Original-Mutanten jeweils in ihrem eigenen Reagenzglas isoliert werden können.
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Die Beobachtung der Mutation "beruht auf einem pH-Indikator, da die mutierten Zellen während des Wachsens im Selektionsnährboden saure Permentationsprodukte ausscheiden«.
Der mikrobiologische Fluktuationstest ist einer der empfindlichsten Mutagenitätstests, die bis jetzt entwickelt, worden, sind· Der sog, Ames-Test, welcher der in breitestem Maße angewandte bakterielle Mutagenitätstest ist, erfordert um etwa das 10- bis lOOfache höhere Mutagen-Konaentrationen, um im Vergleich zum Pluktuationstest eine ähnlich positive Reaktion au erbringen«
Sin lachteil des Pluktuationstests ist seine Sensitivität gegenüber den toxischen Wirkungen sowie den Wachstumsfaktor-Bffekten der Substanz; ein Nachteil ist des weiteren der mit dem Test verbundene große Arbeitsaufwand. Pro einer Probe werden mindestens 50 Reagenzgläser verwendet; ist die Probe hinsichtlich ihrer toxischen Eigenschaften unbekannt, so sind bis zu acht unterschiedliche Verdünnungen der genannten Probe erforderlich, um nichttoxische, aber nach Möglichkeit noch mutagene Kohaentrationsbereiche zu erzielen. In einem solchen Fall kann die Gesamtzahl an. Reagensröhrchen bis zu 400 Stück je Probe betragen· Unter Einbeziehung sämtlicher Arbeitsschritte erfordert die Durchführung des Tests etwa 30 min pro Verdünnung (50 Reagenzgläser), was die Anzahl der zu analysierenden Proben beträchtlich einschränkt· Die an den darauffolgenden 'Tagen durchzuführende Mutagenisierung und Selektion beschränkt die Start-Tage des Tests auf lediglich die Montage und Donnerstage, wenn ein Arbeiten wahrend der Wochenenden vermieden werden soll. Ein Nachteil der manuell durchgeführten Mutagenitätsprüfung sind die hohen Kosten«
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- 4 Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist die Bereitstellung eines verbesserten Verfahrens, mit dem die Mutagenitätsprüfung schnell und auf einfache Weise durchgeführt werden kann·
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Wachstum der Zellkultur durch frübungsmessung zu verfolgen*
Das Verfahren entsprechend der vorliegenden Erfindung ist hauptsächlich dadurch gekennzeichnet, daß die durch die Steigerung der Dichte der differenzierten Zellpopulationen verursachte Variation der Trübung mittels eines lOtcmeters als eine Veränderung der optischen Dichte gemessen nird, wobei bei einer bestimmten Wellenlänge in vertikaler Richtung gemessen iffird und ^obei die Zellquantität in den Subpopulationen als optische Dichte bestimmt ^ird»
Vermittels eines vertikal messenden Fotometers ist es möglich, die Zellquantität in einer Bakterienpopulation präzis als optische Dichte zu messen, wobei das Heßergebnie durch Sedimentation der Zellen oder durch Variationen des Flüssigkeitsvolumens nicht beeinträchtigt isird» Außer vermittels eines Fotometers kann die Messung auch unter Zuhilfenahme eines vertikal messenden Pluorometers, Hephelometers, Luminometers oder auch irgendeines anderen Apparates vorgenommen vjerden, der imstande ist, eine Variation im Wachstum der Zellpopulationen su registrieren·
Sine ursprünglich uniform ausotrophe Zellpopulation kann
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durch die Wirkung eines Mutagens genetisch in ausotrophe und prototrophe Subpopulationen differenziert werden. Durch Beobachten des Wachstums der genannten Populationen vermittels. eines Fotometers, welches in einer üblichen Küvette stattfinden kann, ist es möglich, aus der in Abhängigkeit von der Zeit aufgestellten Wachstumskurve beispielsweise die Mutagenität der Probe, Toxizität, Art der Tosizität (Bakteriostatikum, Bakterizid), die Zersetzung einer toxischen Verbindung während des Tests wie auch etwaig in der Probe vorhandene Wachstumsfaktoren sowie Wachstumsgeschwindigkeiten der ausotrophen und prototrophen Zellen herauszufinden« Um diese Parameter herauszufinden, ist es nicht erforderlich, die Probe an sich oder auch die Prüforganiscien zu beeinträchtigen*
Un die spontane Mutationshäufigkeit festzustellen (den sog» Hintergrund), benötigt man eine der Prüfprobe entsprechende Probe, welche allerdings keine Mutagene enthält· Die Handhabbarkeit des Verfahrens wird durch eine entsprechende Probe unterstützt, welche bekannte Mutagene enthält. Je nach der zu untersuchenden unbekannten Probe ist es möglich, mehrere Paralleluntersuchungen und/oder Verdünnungen der Probe vorzunehmen.
In einem mikrobiologischen Mutagenitätstest ist es möglich, genetisch genau gekennzeichnete aminosäure-ausrotrophe Einzelmarker-Bakterienstämme zu verwenden· Eine durch Mutation hervorgerufene Veränderung im Genotyp wird als phänotypisch veränderte Wachstumsfaktor-Anforderungen nachgewiesen, so daß jene Zellen, die einen korrekten Mutationstyp erlangt haben, von der Wirkung der WacJistumsfaktor—Aminosäuren befreit wurden.
Im Test wird die ursprünglich genetisch uniforme Bakterienpopulation Mutagenen ausgesetzt. Im Ergebnis dessen mutiert
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ein !Teil der Population von auxotroph zu prototroph» Die Zunahme der Trübung der auf diese Weise differenzierten Subpopulationen kann spektrofotometrisch im subminimalen Wachstumsmedium vermittels eines FP-9O1-Fotonieters durch vertikale Messung beobachtet werden, wobei Veränderungen des Plüssigkeitsvolumens me auch Sedimentation der bakteriellen Zellen das Sxtinktions-Meßergebnis nicht beeinträchtigen· Bin Fotometer des Tjps FP-901 ist beispielsweise in der veröffentlichten DS-OS 2 451 769 beschrieben*
Hachdem sämtliche "Wachstunisfaktor—Aminosäuren verbraucht worden sind, sind lediglich jene Zellen in der Lage, ihr Wachstum fortzusetzen, welche die Mutation erwarben. Je größer die im Startmoment des Tests induzierte Population der niutanten Zellen ist, desto rascher erreichen sie eine spektrofotometrie eh. meßbare' Dichte. Die vom Testbeginn bis Moment des Hachweisens verstreichende Zeit verhält sich umgekehrt proportional zu der in der Probe enthaltenen rnutagenen Aktivität, Die auf der Basis der Extinktion aus dem Wachstum der Populationen gewonnene grafische Darstellung, die sog. Wachstumskurve, informiert nicht nur über die Mutagenität der Probe, sondern auch über etwaig in der Probe enthaltene Wachstumsfaktoren«
Die Vorteile des Verfahrens gegenüber früheren Tests sind folgende:
1· Geschwindigkeit: Das Prüfergebnis vsird in weniger als 24 h erhalten· Beim Arnes-Test vergehen bis zum Ergebnis-Ausstoß 24 h; beim Pluktuationstest sind es 96 h.
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2· niedrigerer Verbrauch, an Probenmaterial und Reagenzien, da beim turbidinietrischen Verfahren das Gesamt-Testvolumen kleiner ist.
3. Materialökonomie : Beim turbidimetrischen Verfahren wird eine Probe in einer Küvette analysiert, wohingegen im Arnes-Test mindestens 6 Petri-Schalen und im Fluktuationstest mindestens 150 Reagenzröhrchen pro Probe benötigt ( .' werden·
4· Ökonomie hinsichtlich der Arbeitsmenge: Das turbidinietrische Verfahren kann vermittels des FP-901-Systems vollständig automatisiert werden. Die je Probe benötigte Zeit beträgt etwa 20 s· Im Arnes-Test werden je probe mindestens 20 min benötigt, und im Fluktuationstest beträgt der Zeitaufwand je Probe etwa 1,5 h·
5. Die Startzeit kann während der Arbeitswoche frei gewählt werden· Ein turbidimetrischer Test dauert weniger als
24 h, wohingegen die durch den Arnes-Test benötigten 48 h die Startzeit auf die Periode von Montag bis Mittwoch be-'v-y grenzen; beim Fluktuationstest ist es lediglich am Montag und Donnerstag möglich, den Test zu starten, sofern nicht über das Wochenende gearbeitet wird·
6. Sensitivität: Das turbidimetrisch^ Verfahren ist theoretisch der höchstmöglich sensitive Test der bakteriellen Mutagenität» Durch seine Anwendung ist es sogar möglich, das Entstehen von 1 induziertem Zurückkehrer nachzuweisen« Das ITiveau der spontanen Rückkehr der Hull-Kantrolle liegt gewöhnlich unter 1· pro Probe· Sine induzierte zurückkehrende Zelle wird in etwa 10 h als Trübungswachstum nachgewiesen, wenn die Erzeugungszeit etwa 40 min beträgt·
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7« Der turbidimetrische Mutagenitätstest ist der einzige Mutagenitätstest, bei dem auch.zwischen Testbeginn und Testende Informationen gewonnen werden, ohne daß dabei in die
> Probe eingegriffen werden muß· Beim Arnes-Test ist es moglichj die akute Toxizitat der Probe zu bestimmen, wobei dies aber den für die Testdurchführung erforderlichen quantitativen Arbeitsaufwand verdoppelt« Andererseits werden im Iluktuationstest Versuche unternommen, die Toxi-
"*) zität vermittels ausgedehnter' Reihen von Verdünnungen zu eliminieren·
Ausführungsbeispiel
Die Erfindung wird nunmehr in ihren Details ausführlicher unter Bezug auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben, wobei die Abbildungen 1 bis 3 verschiedene Wachstumskurven, d· h* Sxtinktionswerte in Abhängigkeit vom zeitlichen Verlauf darstellen, wobei die Ssrtinktionswerte im logarith'mischen Maßstab dargestellt sind»
Der turbidimetrische Test der bakteriellen Mutagenität beruht mithin auf einer durch ein Mutagen induzierten Differenzierung einer ursprünglich genetisch uniformen Zellpopulation in ausotrophe und prototrophe Subpopulationen sowie auf der Beobachtung einer Veränderung in der Trübung dieser Subpopulationen·
Bei den im Test verwendeten Organismen handelt es sich um S.coli WP2 (trp~) und Salmonella tvphimurium (his") oder irgendwelche andere geeignete aminosäure-auxotrophe Einzelmark er-Stamme. Das Wachstum und die Differenzierung der ZeIl-. populationen werden unter Einsatz eines FP-901-Spektrofotometers beobachtet, welches vertikal mißt, wobei Veränderungen
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im Flüssigkeitsvolumen wie auch der Sedimentation der Zellen das Extinktions-Meßergebnis nicht beeinträchtigen, A =. E' j|
(Suovaniemi, 0., "Performance and Properties of the Pinnpipette Analyzer System", Tagungs"berichte des Zweiten: nationalen Meetings zur Biophysik und Biotechnologie in Finnland, 1976, S· 183 - 187» herausgegeben von A.-L* Kairento, E. Riihimäki und P, Tarkka; und Suovaniemi, 0.- und Järnefelt, J., "Discrete Multichannel Analyzing Systems with \J a Vertikal Optical Path and Batch Processing", 1982, International Laboratory, im Druck).
Der Test und das Wachsen der Zellen finden in einer +37 0C-Inkubatorkassette, in einem 9 2 1 ml-Küvettensatz statt, eine Küvette pro Probe, in subminimalem flüssigem Sahrmedium entweder nach Davis-Mingioli oder nach Yogel-Bonner» Die ursprüngliche Größe der Zellpopulation beträgt 5 x 10 , wobei diese als ihre eigene Uullvariante im PP 901 eingesetzt wird, worauf das Wachstum der Zellen eine Veränderung der Extinktion dA.r^/10 Zellen - 0,001 hervorruft. Im Mutagenisierungsstadium werden die Zellen durch die Wirkung des - Wachstumsfaktors fünfmal auxotroch unterteilt« Nachdem der ~"y gesamte Wachstumsfaktor verbraucht worden ist, ist das Wachstum der ausotrophen Zellen zu einem Ende gekommen, während jedoch jene Zellen, die zu prototrophen Zellen mutiert haben, ihr Wachstum fortsetzen. Je höher der Anteil prototropher Zellen an der Gesamtpopulation ist, desto rascher erreichen sie eine meßbare Dichte·
Im Falle von nichttorsischen Proben kann die Hachweisdauer direkt als ein Maß der mutagenen Aktivität genutzt werden. Je nach Wachstumsgeschwindigkeit des prüfOrganismus variiert
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die Zeitdauer der Testdurchführung; im Falle von E.coil und S. tvphimurium geht sie nicht über 24 h hinaus.
Die aus den Sxtinktions^erten als Ergebnis erhaltene Kurve ist eine typische Illustration von diauxischem Y/achstum»
In Abbildung 1 entspricht die Kurve 1 dem ungehemmten Wachstum (nichttoxisch, Überlebensrate 100 %)'3 Kurve 2 entspricht einer Überlebensrate von 80 %\ Kurve 3 entspricht einer Überlebensrate von 50 %; und Kurve 4 entspricht einer Überlebensrate von 20 %. Der Anteil toter Zellen kann aus der Formel
b = η -
berechnet werden, in welcher
η Anteil der ursprünglichen Population (1,000) ist, t die von jenem Moment an verstreichende Zeit ist, bei dem
der O-Pegel überschritten wird (^0+j t., tp+) gt die Srzeugungszeit (t^ - tQ) ist.
In Abbildung 2 repräsentiert Kurve 5 das ungehemmte Wachstum, Kurve 6 repräsentiert ein Bakterizid (Todesrate 50 %), die Kurven 7 und 9 repräsentieren nichtzersetzte Bakteriostatika, und Kurve 9 repräsentiert ein zersetzendes Bakterio· statikum.
In Abbildung 3 repräsentiert 1.. - Iq (= a) das Teilen des Wachstumsfaktors»
Außer einer grafischen Darstellung des diauxischen Wachstums können die folgenden Faktoren bestimmt werden:
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1· Die loxizität der Probe aus dem Startmoment des I log Stufe (Abbildung 1).
2· Die Natur der Toxizität der Probe (Bakterizid, Bakteriostatikum, zersetzendes Bakteriostatikuni) aus der Porm der Wachstumskurve des Stufe I log (Abbildung 2)o
3· Die Wachstumsrate der nicht zurückgekehrten Zellen, aus der Größe des Winkelfaktors der Wachsturnskurve des Stufe I log (Abbildung 3).
4· Die Wachstumsrate der Zurückkehrer, aus der Größe des Winkelfaktors des Stufe II log (Abbildung 3).
5* Die etwaig in der Probe vorhandenen Wachstumsfaktoren, aus der Größe der Sxtinktion im I-Plateau-Stadium. Die Anzahl der durch die Yiachstumsfaktoren zusätzlich hervorgerufenen Rückkehrer ergibt sich aus der Formel
σ1 Fp« =2° χ g s r, in welcher Pp. = zusätzliche Hückkehrer nach Verbrauch von zusätzlichem Wachsturasfaktor, g =s Anzahl der Zellgenerationen, r = Quantität der pro Generation produzierten Rückkehrer χ Populationsgröße; Z = Rückkehrer (r) pro Generation (g) χ Populationsgröße (s)
Iq = Überschuß-Startpegel = D^ -Dq=S I.. = überschuß-pinalpegel = Dp - Dq g = Anzahl Zellgenerationen =
D1 - Do/D2 = Ic1A5+ - t0 -Vt5 - t
6. Mutagenität der Probe, aus der Länge der Plateau-Stufe I (Abbildung 3).
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7. Anzahl der Rückkehrer im Moment tQ durch Extrapolation unter nutzung der ?/achstumsraten der Stufen II log und I log.
D = nachgewiesene Größe der finalen Population a β kw/tj- - t~ = Anzahl der Teilungen in der Stufe log I b = ^2^η+2 " ^5 s Anzahl der Teilungen in den Stufen
Plateau I und log II X ss Anzahl der Rückkehrer zum Zeitpunkt tQ.
Tes tdurchführung Wachstumsmedium. 965
Bakterienzellen 5/Ul Probe 10 ,ul
Metabolisches Aktivierungssystem, (S-9) 20,ul (sofern erforderlich)
Die obigen Komponenten werden in einer 1-ml-Küvette zusammengefaßt, 15 s lang vermittels eines Schüttelapparates verrührt, in eine +37 C-Inkubatorkassette eingebracht, bei einer Wellenlänge von 405 nm in einem FP 901 auf lull eingestellt und anschließend 20 bis 24 h lang bebrütet, während die Extinktion der Probe bei 405 nm entsprechend einem vorprogrammierten Zeitteils^stem gemessen wird«,
Aus den Sxtinktionswerten wird in Abhängigkeit von der Zeit eine Wachsturaskurve aufgestellt, aus welcher die Mutagenität der Probe soisie mehrere andere Parameter interpretiert werden können*
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Der turbidimetrische Test der bakteriellen Mutagenität- eignet sich für sämtliche Typen der Mutagenitätsprufung, bei denen es darauf ankommt herauszufinden, ob die betreffende Probe imstande ist, mit DUS in einer Mutationen hervorrufenden Weise zu reagieren.
Tabelle 1
Trübungs-Unterscheidungskraft von FP-901 A405 M η = 9
Dichte 10 A405+ S.D. S.D./A405 {%) A405ZIO6 Zellen
5 0,000 0,000 19 _
20 0,021 0,004 15 0,001
40 0,046 0,007 10 0,001
60 0,062 0,006 2,6 0,001
80 0,076 0,002 6,0 0,001
160 0,159 0,010 4,2 0,001
240 0,239 0,010 4,6 0,001
320 0,326 0,015 4,4 0,001
400 0,405 0,018 4,1 0,001
480 0,486 0,020 3,9 0,001
560 0,562 0,022 2,4 0,001
640 0,638 0,015 2,1 0,001
720 0,706 0,015 1,8 0,001
800 0,772 0,014 1,4 0,001
880 0,833 0,012 1,0 0,001
96Ο 0,890 0,009 1,2 0,001
1040 0,938 0,011 1,0 0,001
1120 0,990 0,010 0,001
62 657 - 14 Tabelle 2
Effekt von Wachstumsfaktoren auf Dichte und auxotrophe Wachstumszeit von Έ* coil WP 2 uvrA» Größe der ursprünglichen Population 5 x 10 Zellen·
Trp-Konz*yUg/ml Dichte/Meßküvette Wachsturnszeit
0,0 2,5 s 107 2 h 20'
0,4 1,6 χ 1Q8 - 5 h
0,8 2,0 χ 108 5h 20»
1,6 3,2 χ 108 6h
3,2 6,4 x 108 7 h .
6,4·*.48 n. 1O5 8 h 20'

Claims (3)

ζ>Ζ 657 11 - 15 Erfindungsanspruch
1· Verfahren zur Durchführung einer Hutagenitatsprüfung dergestalt, daß eine Zellpopulation einem Mutsgen ausgesetzt wird, wobei im Ergebnis dessen ein Teil der Population mutiert, worauf die ursprünglich uniforme Zellpopulation in Subpopulationen unterteilt wird, gekennzeichnet da- ^ durch, daß die durch die Veränderung der Dichte der unterteilten Zellpopulationen hervorgerufene Variation der Turbidität als Veränderung der optischen Dichte mittels eines vertikal messenden Photometers bei einer bestimmten Wellenlänge gemessen wird und die Quantität der Zellen in den Subpopulationen als optische Dichte gemessen wird«
2· Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß das Y/achstum der unterteilten Zellpopulationen mittels eines vertikal messenden Photometers, Pluorometers, Uephelometers oder Luminometers gemessen wird*
3· Verfahren nach den Punkten 1 oder 2, gekennzeichnet da-"" . durch, daß die Absorbationswerte in Übereinstimmung mit einem vorprogrammierten Zeitteilungssystem .gemessen werden und daß die Wachstumskurve aus den Werten als Punktion der Zeit gebildet wird»
DD83252995A 1982-07-12 1983-07-12 Verfahren zur durchfuehrung einer mutagenitaetspruefung DD210076A5 (de)

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