DD210553A3 - Verfahren zur kontinuierlichen kultivierung von mikroorganismen - Google Patents

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DD210553A3
DD210553A3 DD23167981A DD23167981A DD210553A3 DD 210553 A3 DD210553 A3 DD 210553A3 DD 23167981 A DD23167981 A DD 23167981A DD 23167981 A DD23167981 A DD 23167981A DD 210553 A3 DD210553 A3 DD 210553A3
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microorganisms
continuous cultivation
growth
alkanassimilating
yeast
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DD23167981A
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English (en)
Inventor
Walter Brendler
Gustav-Adolf Luebbert
Joachim Bauch
Peter Gomoll
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Petrolchemisches Kombinat
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  • Preparation Of Compounds By Using Micro-Organisms (AREA)
  • Micro-Organisms Or Cultivation Processes Thereof (AREA)

Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur kontinuierlichen Kultivierung von Mikroorganismen und gehoert in das Gebiet der technischen Mikrobiologie. Sie kann in Anlagen, in denen Mikroorganismen gezuechtet werden, zur Anwendung kommen. Ziel der Erfindung ist die kontinuierliche Kultivierung verschiedener Mikroorganismen ohne zusaetzliche Biokatalysatoren und Wuchsstoffe, indem alkanassimilierende an Erdoeldestillat gebundene und nicht alkanassimilierende Mikroorganismen simultan in einem Fermentor mit einer Durchflussrate, die der Wachstumsrate des schneller wachsenden Mikroorganismus entspricht, kultiviert werden. Die Trennung der Mikroorganismenkulturen erfolgt ausserhalb des Fermentors bei gleichzeitiger Rueckfuehrung der nicht alkanassimilierenden Mikroorganismen. Als Substrat fuer die alkanassimilierenden Mikroorganismen wird ein Erdoeldestillat, das n-Paraffine der Kettenlaenge C tief 10-C tief 20 enthaelt, verwendet.

Description

-Λ-
!Titel der Erfindung
Verfahren zur kontinuierlichen Kultivierung von Mikroorganismen
IPK: C 12 IT
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur kontinuierlichen Kultivierung von Mikroorganismen und gehört in das Gebiet der technischen Mikrobiologieo Die Erfindung kann in Anlagen, in denen Mikroorganismen gezüchtet werden, zur Anwendung kommenο
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Die Kultivierung von Mikroorganismen ist abhängig von der Einhaltung spezifischer äußerer Bedingungen, die durch grundlegende biologische Gesetzmäßigkeiten bestimmt werden· Das Wachstum von Mikroorganismen vollzieht sich in Phasen, was grafisch durch die Wachstumskurve dargestellt werden kann»
Die Wachstumskurve ist in ihren Grundzügen für die verschiedenen Mikroorganismengruppen gleich und kann grob unterteilt werden in lag-Phase, exponentielle 'Wachstumsphase, stationäre Phase und Absterbephaseβ In Abhängigkeit von der Zielstellung der Kultivierung werden die Prozeßparameter-so gewählt, daß eine bestimmte Wachstumsphase realisiert werden kann, um der Kultur die geforderte physiologische leistung abzugewinnen· So werden beispielsweise zur Erzeugung von mikrobieller Biomasse solche Wachstumsparameter gewählt, die ständig die größtmögliche Biomassebildung
gewährleisten· Das wird in der exponentiellen Wachstumsphase realisiert· Bei Kultivierungen, die die Gewinnung eines Stoff-Wechselproduktes zum Ziel haben, müssen unter Umständen solche Bedingungen gewählt werden, die die Einhaltung der stationären Phase gewährleisten, um eine größtmögliche Ausscheidung des Produktes zu ermöglichen·
Pur verschiedene Kultivierungen, die mit unterschiedlichen Wachstumsraten betrieben werden, sind demzufolge separate Reaktoren erforderlich, da zur Aufrechterhaltung eines einmal eingestellten Fließgleichgewichtes die Menge an zugeführten Medien gleich der der abgeführten sein muß·
Somit kann bezogen auf das Gesamtvolumen eines Permentors nur eine Durchflußrate innerhalb eines Permentors realisiert werden«.
Gemäß DD WP 141 528 ist ein Verfahren bekannt, bei dem eine Methanol utilisierende Hefe mit einer zweiten Hefe kultiviert wird, die selbst kein Methanol utilisiert«, Als Substrat werden η-Paraffine, Alkohol, Fettsäuren oder technische Produkte zugegeben· In der DDPS 141 529 ist ein Verfahren beschrieben, bei dem Methanol utilisierende Bakterien gemeinschaftlich bei pH 3 - 5 mit einer nicht Methanol utilisierender Hefe fermentiert werdenβ Es erfolgt die Zugabe eines zweiten Kohlenstoffsubstrates, das von der Hefe utilisiert wird aber nicht oder nur schlecht von den Methanol utilisierenden Bakterien utilisiert werden kann*
In beiden Verfahren dient die Zugabe "ron Mikroorganismen, die kein Methanol utiüsieren der Wachstumsförderung und damit der Erhöhung der Zellausbeute·
Nachteilig ist jedoch, daß für diese Verfahren nur solche Mikroorganismen verwendet werden können, deren Wachstumsrate annähernd gleich ist, da anderenfalls die langsamer wachsende Art bei kontinuierlicher Kultivierung aus dem Permentor ausgetragen wird·
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist die kontinuierliche Kultivierung verschiedener Mikroorganismen ohne zusätzliche Biokatalysatoren und Wuchsstoffeo
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Schaffung geeigneter Yerfahrensbedingungen zur kontinuierlichen Kultivierung von verschiedenen Mikroorganismen mit unterschiedlichen Wachstumsratenο
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß zwei unterschiedliche Mikroorganismenformen, alkanassimilierende an Erdöldestillat gebundene und nicht alkanassimilierende Mikroorganismen, gleichzeitig in einem Fermentor kontinuierlich kultiviert werden, wobei die Durchflußrate des 3?ermentors der Wachstumarate des schneller wachsenden Mikroorganismus entspricht O
Die Fermentation wird so gesteuert, daß wahlweise Biomasse, Primärmet about en, Sekundärmet about en oder Enzyme erzeugt oder mikrobielle Transformationen durchgeführt werden können0
Als alkanassimilierende an Erdöldestillat gebundene Mikroorganismen werden Hefen, Schimmelpilze oder Bakterien, insbesondere alkanassimilierende Hefestämme
der Gattungen Candida oder Lodderomyces und als nicht alkanassimilierende Mikroorganismen Bakterien, Hefen oder Schimmelpilze verwendet»
Als Energiequelle für die alkanassimilierenden Mikroorganismen dient ein Kohlenwasser st off gemisch, z<> B0 Erdöldestillat, das η-Paraffine der Kettenlänge CjQ- C20 enthält«
IT ach der Abtrennung der Fermentationsprodukte, beispielsweise durch Ölflotation, die außerhalb des Fermentors durchgeführt wird, erfolgt die Rückführung der nicht alkanassimilierenden Mikroorganismen mit der wäßrigen Fnase in den Fermentor. Dadurch verlängert sich die Verweilzeit für die nicht alkanassimilierenden Mikroorganismenο
Für jeden einzelnen zurückgeführten Mikroorganismus verdoppelt sich die Verweilzeit„ Es erfolgt keine Auswaschung oder Verringerung der nicht alkanassimilierenden Mikroorganismen und somit können beide Mikroorganismenformen, alkanassimilierende an Erdöldestillat gebundene und nicht alkanassimilierende Mikroorganismen kontinuierlich nebeneinander kultiviert werden· Die Verweilzeit für die alkanassimilierenden an Erdöldestillat gebundenen Mikroorganismen ergibt sich aus der für den Fermentor eingestellten Durchflußrate, die der nicht alkanassimilierenden Mikroorganismen ist abhängig von der Durchflußrate des Fermentors und dem Rückführungsgrad der wäßrigen Phase· Je höher der Rückführungsgrad gehalten wird, desto langer ist die Verweilzeit, Die Vorteile der Erfindung bestehen darin, daß eine Mikroorganismenpopulation kultiviert werden kann, für die die eingestellte Durchflußrate des Fermentors zu groß ist oder die in der stationären Wachstumsphase gehalten werden soll, während'ein zweiter Mikro-
Organismus simultan mit der unter den gewählten Bedingungen bestmöglichen Wachstumsrate kultiviert wird.»
Ausführungsbeispiele
Die Erfindung soll mit den folgenden Ausführungsbeispielen näher erläutert werden ohne sie dabei zu begrenzen·
Beispiel 1t
Eine alkanassimilierende Hefe, Candida guilliermondii wurde in einem 5 1 Rührfermentor in einem mineralischen iJährsalzmedium und einem Erdöldestillat der.Kettenlänge C10 _ CpQ in an sich bekannter Y/eise kontinuierlich kultiviert«
Zu einem bestimmten Zeitpunkt wurden dem Permentor 100 ml einer Suspension der Hefe Trichosporon cutaneum zugegeben. Die Konzentration von Trichosporon betrug
5 x. 10^ Zellen/mlβ Im Fermentor wurde danach eine Konzentration von ca. 10 Trichosporon cutaneum -Zellen/ml bestimmt· Der Fermentor wurde mit einer Durchflußrate von 0,17 kontinuierlich betrieben» Die ausfließende Suspension wurde einer Dekantation unterworfene Beim Dekantationsprozeß ist die hefehaltige Ölphase als leichte Phase abgetrennte
Die wäßrige Phase wurde in den Fermentor zurückgeführt. Die Uährsaize wurden so dosiert, daß keine Limitationen an Uährsalzen und Spurenelementen auftreten konntene Die Konzentrationen beider Mikroorganismenpopulationen sowie die Konzentrationen an Fettsäuren und Kohlenhydraten im Fermentor .wurden bestimmt. Für Candida quilliermondii wurde die Biomassekonzentration (g/kg) "und für Trichosporon cutaneum die Zeilenzahl/ml bestimmt» Die Angaben für Kohlehydrate und Fettsäuren sind in mg/1 gegeben* Die Ergebnisse sind in Tabo 1 dargestellt.
Tab· 1 Mikroorganismenkonzentrationen, Kohlenhydrate und Fettsäuren im Fermentationsmedium bei Rückführung des Fermentationsprozesses
Candida quilliermondii (g/kg)
Trichosporon cutaneum (Zellen/ml)
Kohlen- Fetthydrate säuren
24 13,6 3,7 X 10
48 13,1 3,1 X 10
72 13,9 2,9 X 10
96 14,1 4,9 X 10
120 13,7 5,2 10
144 12,9
168 13,8
192 14,0
480 . 25
510 27
530 40
505 37
435 22
290 17
270 19
295 20
bestimmt 10 h nach Zugabe von Trichosporon cutaneum
Wurde der Prozeß ohne Rückführung betrieben, so waren nach 48 h keine Trichosporonzellen mehr, gemessen mit Zählkammer, nachweisbare
Die Ergebnisse zeigen, daß es durch Anwendung der erfindungsgemäßen Lösung gelang, beide Hefen nebeneinander zu kultivieren» Die Werte an Kohlenhydraten und Fettsäuren verdeutlichen die erzielte Wirkung dieser Simultankultivierung» Trichosporon verwertet die im Prozeß anfallenden unerwünschten Kohlenhydrate, Fettsäuren und andere wertvolle biogene Substanzen, die sonst in das Abwasser gelangen und einen Verlust für das System darstellen würden,,
— 7 _
Beispiel 2t
Eine alkanassimilierende Hefe, Lodderomyces elongisporus, wurde mit einem Erdöldestillat der Kettenlänge C.q - C„q als C- und Energiequelle und einer mineralischen Uähr- und Spurensalzlösung unter an sich bekannten Bedingungen kultivierte Der verwendete Stamm benötigt zur Erlangung seiner vollen Produktivität Biotino Aus diesem Grunde wurden der Kultur nach 72 h des kontinuierlichen Betriebes 100 ml einer Bakterien suspension zugeführt«, Die Konzentration der Bakteriensuspension betrug 10 Zellen/ml· Diese Bakterien setzen einen Stoff frei, der für den verwendeten Hefestamm einen wachstumsstimulierenden Effekt besitzt· Es wurden 3 Versuche durchgeführt:
1. Kultivierung der Hefe ohne Bakterienzugabe 2· Kultivierung der Hefe mit Bakterienzugabe, ohne Rückimpfung der wäßrigen Phase nach der Trennung 3· Kultivierung der Hefe mit Bakterienzugabe und Rückimpfung der wäßrigen Phase nach der Trennung
Zur Kontrolle des Prozesses wurde die Biomasse der Hefen sowie die Zellenzahl der Bakterien bestimmt„
t Expo 1 2 3
Hefetrockensubstanz Bakt erien/ml
24 13,8
48 13,9
72 13,3
96 14,1
120 19,7
14,0
168 12,9
Hefetrockensubstanz Bakterien/ml
Hefetrockensubstanz
Bakterien/ml
14,1
14,0
13,4 3,0
14,0 5
13,3
12,9
13,7
10
,8
χ 10l
ru n
η« Ώα no no
13,7
13,9
14,0 3,2 χ 10' 14,9 2,9 x 1-0' 19,7 4,9 15,6 7,3 15,1 9,6
10' 10
Die Ergebnisse zeigen deutlich den positiven Effekt der zugegebenen Bakterien auf die Hefekonzentration im Versuch 3·

Claims (1)

  1. rfindungsanspruch
    Verfahren zur kontinuierlichen Kultivierung von
    Mikroorganismen durch gleichzeitige Fermentation
    zweier Hefen, wobei die eine Kohlenwasserstoffe
    assimiliert, gekennzeichnet dadurch, daß die
    alkanassimilierenden und nichtalkanassimilierenden Mikroorganismen simultan in einem Permentor mit einer Durchflußrate, die der Wachsturnsrate des schneller wachsenden alkanassimilierenden Mikroorganismus entspricht, fermentiert werden und die Abtrennung"der Kohlenwasserstoffgebundenen Mikroorganismen mit dem Kohlenwasserstoff außerhalb des !"ermentors bei gleichzeitiger Riickimpfung der. nichtalkanassimilierenden Mikroorganismen erfolgt, wobei als Mikroorganismen außer Hefen auch Bakterien eingesetzt werden.
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