DD215311A1 - Verfahren zur herstellung von trithiooxalsaeureamidverbindungen - Google Patents

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Wilfried Thiel
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Wilfried Thiel
Roland Mayer
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Darstellung von Trithiooxalsaeureamidverbindungen, die als Wirksubstanzen wie erste Testergebnisse zeigen, z.B. in der photochemischen Industrie, Bedeutung erlangen koennen. Ziel der Erfindung ist es, ein einfaches Verfahren zur Herstellung bisher unbekannter Trithiooxalsaeureamidverbindungen der Formel I zu entwickeln. Das Wesen der Erfindung besteht darin, dassHalogenthioacetamide mit elementarem Schwefel bzw. Polysulfiden in Gegenwart von Basen, vorteilhaft in einem Loesungsmittel und gegebenenfalls unter Zusatz eines Alkylierungsmittels umgesetzt werden.

Description

-7-
Verfahren zur Herstellung von Trithiooxalsäureamidverbindungen
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Trithiooxalsäureamidverbindungen, die als Komplexbildner und Wirksubstanzen, z.B. in der photochemischen Industrie, Bedeutung erlangen können·
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Trotz intensiver Bemühungen zur Darstellung von thioanalogen Oxalsäureestern und -amiden, sind Trithiooxalsäureamidverbindungen der Formel I wenig bekannt. Bisher gelang es nur 2 Vertreter der Formel I (R=Me, X=SMe, SEt) durch Schwefelung der entsprechenden 1,1-Dithiooxalsäureesteramide darzustellen (H.Günther, Universität Hamburg, Dissertation 1980). /
(D
Hierbei bedeuten R=H, aliphatischer oder aromatischer Rest und X=SH,SR,S"Y+(Y=WH^,HpUR1HNRp,NlO.
-5,1111.1983*101324
· . - 2 τ. -
Versuche Verbindungen der Formel I (R=H,|X=S-Alkyl) durch Oxidation von Chlorthioacetamid mit Elementarschwefel darzustellen, schlugen fehl· (W.Thiel, TU Dresden, Dissertation 1978)
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, ein einfaches Verfahren für die Herstellung bisher unbekannter Trithiooxalsäureamidverbindungen der Formel I zu entwickeln·
Darlegung des Wesens der Erfindung
Aufgabe der Erfindung ist es, Trithiooxalsäureamidderivate der allgemeinen Formel I (Realiphatischer oder aromatischer Rest) aus Ν,ΪΤ-disubstituierten Halogenthioacetamiden. zugänglich zu machen·
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß Ν,ΐΓ-disubstituierte Halogenthioacetamide mit elementarem Schwefel bzw. PolysulfidenÄin Gegenwart von Basen, wie Alkali- und Erdalkalihydroxiden, Alkali- und Erdalkalialkoholaten oder vorzugsweise Aminen in Lösungsmitteln, wie Wasser, Alkoholen, Ethern, aromatischen Kohlenwasserstoffen oder Dimethylformamid und Dimethylsulfoxid bzw. deren Gemischen, gegebenenfalls unter Zusatz eines Alkylierungsmittels umgesetzt werden. +
Da sich bei gleichartiger Umsetzung von unsubstituiertem Chlorthioacetamid keine Trithiooxalsäureamidverbindungen darstellen lassen, ist es außerordentlich überraschend, daß ΙΤ,ϊΤ-disubstituierte Chlorthioacetamide sehr glatt entsprechende Trithiooxalamide ergeben. Darüber hinaus ist es ungewöhnlich, daß auch bei Anwendung von sekundären und primären Aminen nicht die zu erwartenden
r mi -in O O .,. 4 η -i Cf
Dithiooxalsäurediamide, sondern Ammoniumsalze der Trithiooxals äureamide entstehen.
Die letztgenannten Ammoniumsalze lassen sich mit Alkylierungsmitteln leicht in Trithiooxalsäureesteramide überführen·
Ausführungsbeispiele
Beispiel 1 ·
Trithiooxalsäuremethylester-N-phenylanilid
Zu 0,8 g Schwefel, 3 g Triethylamin und 20 ml DMP werden bei Raumtemperatur 2,62 g Ν,Ν-Diphenyl-chlorthioacetamid(II) gegeben· Es wird weitere 3 h gerührt. Dann wird mit 20 ml Ethanol verdünnt und überschüssiger Schwefel abgesaugt·,Nach Kühlung auf etwa 150C werden zur klaren.Lösung 1,42 g Methyliodid gegeben. Durch Zugabe von Wasser wird die Trithioverbindung ausgefällt· Der nach dem Absaugen erhaltene Peststoff wird aus Ethanol umkristallisiert. Man erhält 1,6-2,2 g orangefarbene Kristalle, P. 97-99 0C
Beispiel 2 ·
Piperidinium- ^,N-diphenyl'thiocarbamoyldithiocarboxylat ]
Zu 3,5 g Schwefel, 12,8 \g Piperidin und 65 ml DMP werden bei Raumtemperatur 13,1 g Ν,Ν-Diphenyl-chlorthioacetamid gerührt. Nach 2 h wird langsam Methanol zugesetzt und die einsetzende Pällung durch Eiskühlung vervollständigt. Das Kristallisat wird abgesaugt μηά eventuell mit CS? riert· Man erhält 11,7 g orangefarbene Kristalle,
p. 156-57 °c. -
.A«n λ η Ί Q 9. L
Beispiel 3
Pyrrolidinium-[HjN-diphenyltMocarbamoyldithiocarboxylat]
Analog Beispiel 2 werden mit 0,8 g Schwefel, 2,15 g Pyrrolidin, 20 ml DMP und 2,62 g II 2,5 g Pyrrolidinium-, salz, P. 141-H2 0C, erhalten.
Beispiel 4
Morpholinium- fN,N~diphenylthio carbamoy lthio carboxy lat ]
Analog Beispiel 2 werden aus 0,8 g Schwefel, 2,6 g Morpholin, 13-ml DMP und 2,62 g II 2,3 g Morpholiniumsalz, p. 141-45 0C, erhalten.
Beispiel 5 '
Cyclohexylammonium- [H, N-diphenylthio carbamoy ldithiocarboxy lat ] · .- ·
Analog Beispiel 2 werden aus 0,8 g Schwefel, 3 g Cyclohexylamin, 13 ml DMP und 2,62 g II 3,3 g Cyclohexylammoniumsalz, P. 120-125 0G, erhalten.
Beispiel. 6
Di-n-propy!ammonium-[H,H~diphenylthioearbamoyldithiocarboxy lat ]
Analog Beispiel 2 werden aus 0,8 g "Schwefel, 3 g Di-npropy lamin, J 3 ml DMP und 2,62 g II 2,1 g~Di-n-propylammoniumsalz, P· 145-47 0O, erhalten.
. Λ t\ Λ Ο Ο Λ
-5 - .
Beispiel 7 '
NjN-Diphenylthiocarbamoyldithiocarbonsäureethylester
0,93 g Piperidinium-[N,N-diphenylthiocarbamoyldithiocarboxy lat ] werden in 30 ml Ethanol erhitzt und mit einer Lösung von 0,5g Ethyliodid in 10 ml Ethanol versetzt. Anschließend wird kurz aufgekocht. Der Kristallin anfallende Ester wird abgesaugt und.gegebenenfalls aus Ethanol umkristallisiert. Es werden 0,8 g orangefarbene Kristalle, F. 72-75 0C, erhalten.
Beispiel 8 ^,H-Diphenylthiocarbamoyldithiocarbonsäurepropylester
Analog Beispiel 7 werden mit Propylbromid 0,7 g orangefarbene Kristalle, F. 100-101 0C, erhalten.
Beispiel 9 NjH-Diphenylthiocarbamoyldithiocarbonsäurephenacylester
Analog Beispiel 7 werden mit Phenacylbromid 1,4g roter Ester, F. 147-49 0C, erhalten.
Beispiel 10'
N,li-Diphenylthiocarbamoyldithiocarbonsäure-4-nitrophen-1acylester . '
Analog Beispiel 7 werden mit 4^Nitrophenacylbromid dunkelbraune Kristalle, F. 131-33 0O, erhalten.
-S.1111
.1933*101324
ί - 6 - -
Beispiel· 11 ' '
^,N-Diphenylthiocarbamoyldithiocarbonsäure^-phenylphenacylester
Dieser Ester wird analog Beispiel 7 mit 4-Phenylphenacylbromid in Form roter Kristalle, F. 166-68 0C, erhalten·
Beispiel 12
N,N-Diph'enylt]aiocarbainoyldith.iocarbonsäure-4-iiitrobenzylester
Dieser Ester entsteht analog Beispiel 7 bei Anwendung von 4-Nitrobenzylbromid als Alkylierungsmittel in Form roter Kristalle, F, 118-120 0C.
Beispiel 13
]J,li-Diphenylthiocarbamoyldithiocarbonsäure-2,4-dinitrophenylester
Analog Beispiel 7 werden mit 2,4-Dinitrochlorbenzen 1,1 g braunes Pulver, Fv 147-150 0C, erhalten.
-&JUL 19.83*101324

Claims (5)

ν" Erfindungsanspruch
1. Verfahren zur Herstellung von Trithiooxalsäureamidverbindungen der Formel I, gekennzeichnet dadurch, daß Ν,ΪΤ-disubstituierte Halögenthioacetamide mit elementarem Schwefel bzw. Polysulfiden in Gegenwart von Basen, vorteilhaft in einem Lösungsmittel und gegebenenfalls unter Zusatz eines Alkylierungsmittels umgesetzt werden·
2· Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß als Lösungsmittel Wasser, Alkohole, Ether, aromati-• sehe Kohlenwasserstoffe oder vorzugsweise polar aprotische, wie Dimethylsulfoxid, Dimethylformamid u.a·, bzw. deren Gemische verwendet werden.
3· Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß als Basen Alkali- oder Erdalkalialkoholate bzw. -hydroxide, Ammoniak, primäre, sekundäre oder tertiäre Amine sowie Mischungen aus den genannten Substanzen Anwendung finden. . ' '
4. Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß als Alkylierungsmittel organische Halogenverbindungen, wie Alkyl- oder Aralkylhalogenide, die gegebenenfalls weitere funktioneile Gruppen enthalten können oder halogenfreie Alkylierungsmittel, z.B. Dialkylsulfate bzw· Sulfonsäureester, eingesetzt werden.
5. Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß die Verbindungen d,er allgemeinen Formel I mit X=SR (R:=aliphatischer oder aromatischer Rest) durch Alkylierung des Eeaktionsgemisches in einer Eintopfreaktion oder durch Alkylierung von reinisolierten Verbindungen der Formel I mit X=S-Y+ (Y=NH3, H NR-) dargestellt werden.
-5^11983*101324
Formel I
S \\
R-N
Hierbei !bedeuten R=aliphatischer oder aroinatisoher Rest und XeSH, SR, S~Y+ (YeKH3, H2NR, HWR2, M3).
r 1111 4dftq*1.Ol324;
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