DD217813A1 - Verfahren und vorrichtung zur kontinuierlichen herstellung von diorganopolysiloxanen - Google Patents

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Abstract

Die Erfindung betrifft das Gebiet der Silikon-Chemie. Es wird ein dreistufiges, kontinuierliches Verfahren sowie eine entsprechende Vorrichtung zur Umsetzung von Diorganodichlorsilanen zu Diorganopolysiloxanen vorgeschlagen. Erhalten werden neutrale Diorganopolysiloxane mit einer Viskositaet von ca. 40 mPa.s, bei denen der Restchlorgehalt unterhalb der Nachweisgrenze liegt. Bei dem erfindungsgemaessen Verfahren fallen praktisch keine Nebenprodukte an. Sowohl der gasfoermig anfallende Chlorwasserstoff als auch die erhaltenen Diorganopolysiloxane sind ohne weitere Nachbehandlung sofort fuer, auch anspruchsvolle, Synthesen einsetzbar. Die erfindungsgemaesse Vorrichtung ist eine Kombination aus Reaktions-, Trenn- und Absetzraum. Sie ist fuer eine Kreislauffuehrung des Reaktionsgemisches ausgestattet und bei allen drei Verfahrensstufen einsetzbar. Die erhaltenen Diorganopolysiloxane sind Zwischenprodukte fuer die Herstellung von Silokonen.

Description

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Verfahi-en und Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung von Diorganopolysiloxanen Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein kontinuierliches Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von Diorganopolysiloxanen mit einem Anteil an Cyclosiloxanen von ca. 30 Masse-% durch Umsetzung von Diorganodichlorsilanen mit Wasser bei gleichzeitiger Gewinnung von Chlorwasserstoff hoher Reinheit
Die erhaltenen Diorganopolysiloxane sind Zwischenprodukte für die Herstellung von Silikonen.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Es ist bekannt, die Hydrolyse von Organochlorsilanen, insbesondere von Dimethyldichlorsilan (DDS), so durchzuführen, daß die zugespeiste Menge Wasser so bemessen wird, daß entweder eine 20 Masse-%ige Salzsäure oder eine konzentrierte Salzsäure und Chlorwasserstoff entstehen.
So wird in der SU-PS 123529 ein Verfahren beschrieben, bei dem in einem kontinuierlich betriebenen Rührkessel die Hydrolyse durch die zugeführte Wassermenge so gesteuert wird, daß der Chlorwasserstoff vorwiegend gasförmig anfällt.
Dieser wird aus dem Rührkessel abgeführt, während das Gemisch aus Salzsäure und Hydrolyseprodukt in einen kontinuierlich arbeitenden Absetzbehälter gelangt. Die abgesetzte Salzsäure, die noch wertvolles Hydrolyseprodukt enthält, wird entweder verworfen odsr durch ein Förderorgan wieder in den Rührkessel gedrückt. Das erhaltene Hydrolysat ist stark sauer und muß mit alkalisch wirkenden Mitteln neutralisiert werden.
Dieses Verfahren hat den Nachteil, daß erhebliche Mengen an Säure und an Hydrolyseprodukt verloren gehen. Weitere Nachteile sind die stark schwankende Qualität des Hydrolyseproduktes, bedingt durch das ungünstige Verweilzeitverhalten des einstufigen Rührkessels, und die hohen Chlorwasserstoffverluste, bedingt durch den im Hydrolyseprodukt gelösten Chlorwasserstoff, und der zusätzliche Aufwand für die Neutralisation. Die Qualität des so erhaltenen Hydrolyseproduktes wird
nicht näher beschrieben. ,
In der DE-OS 1937736 wird ein einstufiges Hydrolyseverfahren beschrieben, bei dem Wasserdampf und DDSIn den unteren teii einer Reaktionskolonne eingespeist werden. Die entstehenden Polysiloxane steigen in Form einer Chlorwasserstoffhaltigen Emulsion nach oben in eine Trennvorrichtung. Über eine Umlaufpumpe wird ein Teil des Polysiloxans wieder in den unteren Teil der Reaktionskolonne eingespeist, während der übrige Teil mit 3 oder 8 Masse-% Chlorwasserstoff beladen zur weiteren Verwendung abgeführt wird. Die üblichen Temperaturen dieses Verfahrens liegen unterhalb von 303 K, die Viskositäten des Hydrolysates liegen zwischen 3 und 15mPa · s. Nach einer Neutralisation mit Na2COs oder NaHCO3 steht ein Hydrolysat/ Diorganopolysiloxan mit einer Viskosität von 10 bis 25 mPa · s zur Verfügung.
Die Nachteile dieses Verfahrens liegen in dem hohen Energie- und Apparate-Aufwand, da das gesamte Wasser vorher in einer zusätzlichen Verfahrensstufe verdampft und dampfförmig dosiert werden muß. Weiterhin gehen 3 bis 8 Masse-% des primär entstehenden Chlorwasserstoffes, die im Hydrolysat gelöst bleiben, verloren. Dieser Chlorwasserstoff muß mit zusätzlichen Neutralisationsmitteln beseitigt werden, um ein neutrales Produkt zu erhalten. Über den verbleibenden Restchlor-Anteil werden keine Aussagen getroffen. Die Ausbeute an Chlorwasserstoff beträgt bei dieser Verfahrensweise ca. 90%. Ein ähnliches Verfahren wird in der DE-AS 1795182 beschrieben. Hier findet die Hydrolyse in einer mit Füllkörpern gefüllten Kolonne bei Temperaturen zwischen 373 und 453 K statt, wobei die cyclischen Anteile des Hydrolysates kontinuierlich abgetrennt und in den Hydrolyseprozeß zurückgeführt werden. Der gasförmige Chlorwasserstoff verläßt ebenfalls mit diesen hohen Temperaturen den Reaktor.
Da die Hydrolyse nicht direkt zwischen dem DDS und dem Wasser stattfindet, wird ein Vorreaktor benötigt, in dem die zurückgeführten cyclischen Polysiloxane zunächst mit Wasser beladen werden. Erst danach findet die eigentliche Reaktion zwischen dieser Mischung und dem DDS im Reaktorturm statt. Dieses Verfahren ist, bedingt durch die vielen, recht speziellen Verfahrensstufen, sehr invest- und wartungsaufwendig. Die hohen Reaktionstemperaturen erfordern zusätzlichen Energieaufwand und stellen auch spezielle Ansprüche an die einzusetzenden Werkstoffe. Der gasförmige Chlorwasserstoff muß zusätzlich abgekühlt und gereinigt werden. .". ·'
Ein weiteres Verfahren zum Hydrolysieren von Organochlorsilanen bei gleichzeitiger Chlorwasserstoffgewinnung ist im DD-WP 63648 angegeben. Danach erfolgt in einem geschlossenem Reaktionssystem, in dem Reaktions- und Absetz-Zone vereinigt sind, die Umsetzung mit einem Überschuß an konzentrierter Salzsäure, wobei der entstehende Chlorwasserstoff gleichzeitig zum Fördern des gebildeten Hydrolysates und der konzentrierten Salzsäure dient. Das Hydrolysat fällt chlorwasserstoffgesättigt an und kann durch aufwendige Nachbehandlungsstufen (auch alkalisch) nicht mit befriedigender Qualität gewonnen werden. Nach einer Neutralisation mit wässriger Sodalösung kann ein Hydrolysat mit Gesamtchlorgehalt von etwa 0,02 mg KOH/g, einem Gehalt an SiCI-Gruppen von ca. 35ppm und mit einer Viskosität von etwa 13 bis 15mPa s erhalten werden. Diese Qualitätsparameter entsprechen nicht mehr heutigen Forderungen.
Die zum Hydrolysieren von Organnochlorsilanen eingesetzten Vorrichtungen sind vielfältig und fast immer für die speziellen Verfahren entwickelt worden. So wird gemäß der SU-PS 123529 ein einfacher, kontinuierlich betriebener Rührkessel mit nachgeschalteten Abtrennbehältern und den zugehörigen Förderorganen zur Förderung des entstehenden Hydrolysates und der Salzsäure eingesetzt. Die dabei entstehenden Nachteile wurden bereits beschrieben. Bei dem Einsatz der in der DE-AS 1795182 beschriebenen Vorrichtung, bestehend aus Kolonne, Absetzbehälter und Förderorgan, traten ähnliche Nachteile auf. Diese Nachteile werden z.T. vermieden bei Anwendung der im DD-WP 63648 beschriebenen Vorrichtung. In einem einzigen Apparat werden alle Vorgänge des Hydrolyseprozesses gleichzeitig und kontinuierlich ohne zusätzliche Fördereinrichtungen durchgeführt. Die Förderung übernimmt der aufsteigende Chlorwasserstoff. Ein Hydrolyseprodukt/Diorganopolysiloxan mit ausreichenden Qualitätsparametern kann aber nicht gewonnen werden.
Ziel der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Umsetzung von Diorganodichlorsilanen zu Diorganopolysiloxanen so durchzuführen, daß die entstehenden Diorganopolysiloxane in ihren Qualitätsparametern, insbesondere niedriger Gehalt an SiCI- sowie an SiOH-Gruppen, beeinflußbar sind, wobei geringster Energieaufwand, eine vollständige Gewinnung von Chlorwasserstoff hoher Reinheit und ein Verzicht auf Neutralisation mit alkalischen Mitteln anzustreben sind.
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Darlegung des Wesens der Erfindung -
Überraschenderweise läßt sich das Ziel der Erfindung erreichen, wenn die Umsetzung von Diorganodichlorsilanen mit Wasser zu Diorganopolysiloxanen in drei Verfahrensstufen durchgeführt wird. Bei der erfindungsgemäßen Verfahrensweise werden' die Diorganodichlorsilane in der ersten Verfahrensstufe, das Wasser in der dritten Verfahrensstufe zugeführt. Die Menge beträgt das 1,1- bis 1,5facrie des für die Umsetzung der Diorganodichlorsilane zu Diorganopolysiloxanen stöchiometrisch benötigten Wassers. Jede Verfahrensstufe wird in einer kombinierten Reaktions-Trenn-Absetz-Vorrichtung mit praktisch geschlossenem Salzsäurekreislauf durchgeführt. Aus den vorhergehenden Verfahrensstufen werden die abgetrennten Dioi-ganopoSysiloxane, aus den nachfolgenden Verfahrensstufen Salzsäure kontinuierlich zugespeist. Aus der ersten Verfahrensstufe wird der Chlorwasserstoff mit hoher Reinheit, aus der dritten Verfahrensstufe werden die neutralen Diorganopolysiloxane* mit einer Viskosität von ca. 4OmPa s abgeführt. Alle Verfahrensschritte erfolgen kontinuierlich. Die Salzsäurekonzentrationen sind gestaffelt und betragen in der dritten Verfahrensstufe 0,2 bis 1 Masse-%, in der zweiten Verfahrensstufe 15 bis 25 Masse-% und in der ersten Verfahrensstufe liegt konzentrierte Salzsäure vor. Als Temperaturen sind in der dritten Verfahrensstufe 353 bis 373 K, in der ersten Verfahrensstufe 273 bis 293 K einzuhalten. Die bevorzugte Temperatur für die zweite Verfahrensstufe liegt zwischen 323 und 373 K. Die benötigte Wärmemenge zur Aufrechterhaltung dieser Temperatur ist gering, da die erfindungsgemäße mehrstufige Umsetzung es ermöglicht, vor allem in der zweiten Verfahrensstufe, die beim Übergang des in den Diorganopolysiloxanen gelösten Chlorwasserstoffes in die wässrige Phase freiwerdende Absorptionswärme zur Äufheizung zu nutzen.
Während in den ersten beiden Verfahrensstufen eine praktisch vollständige Gewinnung von Chlorwasserstoff und eine weitgehende Absenkung des Gehaltes an SiCI-und Si-OH-Gruppen gelingt, ermöglicht die dritte Verfahrensstufe überraschenderweise den entscheidenden Beitrag zur praktisch vollständigen Beseitigung der letzten SiCI-Gruppen und bringt gleichzeitig ein neutrales Diorganopolysiloxan mit einer Viskosität von ca. 4OmPa · s.
Es werden Gesamtchlorgehalte, bestimmt mit KOH, von weniger als 0,005 mg KOH/g Diorganopolysiloxan erreicht. Der Gesamtchlorgehalt umfaßt SiCI-Gruppen und anhaftende Säurespuren. 0,005mg KOH/g ist die derzeit analytisch feststellbare untere Nachweisgrenze. Der Anteil an Cyclosiloxanen von ca. 30 bis 35 Masse-% bleibt erhalten, so daß eine Viskositätserhöhung (durch Kondensation) von 13 bis 15mPa · s eindeutig auf eine wesentliche Absenkung des Gehaltes an SiOH-Gruppen hinweist. .
Eine erfindungsgemäße Reaktions-Trenn-Absetz-Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens, die für jede Verfahrensstufe geeignet ist, ist in Figur 2 dargestellt. Sie ist eine Kombination aus einem Absetzraum in Form eines zylindrischen Oberteiles 1, einem Trenriraum in Form eines konischen Unterteilest und einem Reaktionsraum in Form eines Zentralrohres 3. Absetzraum 1 und Trennraum 2 sind durch eine Trennplatte 9 voneinander abgegrenzt. Lediglich über ein oder mehrere Ausgleichsöffnungen 8 in der Trennplatte 9 besteht eine Verbindung zwischen Absetzraum 1 und Trennraum 2. Der Absetzraum 1 hat an seinem oberen Teil einen Überlaufstutzen 11,am unteren Teil einen Ablaufstutzen 10. Der Trennraum 2 weist an seinem unteren Ende einen Auslauf 14 auf. Das Zentralrohr 3 ragt durch den gesamten Absetzraum 1 bis in den Trennraum 2 und hat im oberen Teil innerhalb des Absetzraumes 1 Gasaustrittsschlitze 13. Auslauf 14 und obere Öffnung des Zentralrohres 3 sind mit einer Rohrleitung verbunden, in deren Verlaufsich eine Umwälzpumpe 4 sowie Einspeisungsstellen für Diorganodichlorsilane bzw. Diorganopolysiloxane 6 und für Wasser bzw. Salzsäure 5 befinden.
Der Durchmesser des Zentralrohres 3 beträgt 5 bis 20% des Durchmessers des Absetzraumes 1 und die untere Öffnung des Zentralrohres 3 hat von dem Auslauf 14 einen Abstand zwischen 5 und 50% der Höhe des Trennraumes 2. Die Fläche der Ausgleichsöffnungen 8 in der Trennplatte 9 beträgt insgesamt 1 bis 5% der Fläche der Trennplatte 9. Der Füllstand im Absetzraum 1 wird über den Überlaufstutzen 11 und den Ablauf stutzen 10 (mit Siphon) konstant gehalten. Die Menge an abgesetzter Salzsäure im Sammelraum 7 kann über die Siphonhöhe variiert werden.
Die Umwälzpumpe 4 fährt ein Gemisch aus Diorganopolysiloxan und Salzsäure von dem Trennraum 2 mit einer Rohrleitung im Kreislauf über das Zentralrohr 3. In diesen Kreislauf werden DDS oder Diorganopolysiloxan über die Einspeisungsstelle 6, sowie Salzsäure oder Wasser über die Einspeisungsstelle 5 zugeführt. Damit tritt an der unteren Öffnung des Zentralrohres 3 das äquivalente Volumen in den Trennraum 2 ein. Die Umsetzung erfolgt im wesentlichen in dem Zentralrohr 3, so daß dieses auch als Reaktionsraum betrachtet werden kann. Abhängig vom Abstand der unteren Öffnung des Zentralrohres 3 vom Auslauf 14, gelangt nur ein Teil des gebildeten oder zugespeisten Diorganopolysiloxanes sofort mit diesem Volumenstrom in den Trennraum 2, trennt sich und steigt auf Grund seiner geringen Dichte gegenüber der Salzsäure nach oben und strömt über die Ausgleichöffnungen 8 in den Absetzraum 1. Hier trennt sich das Diorganopolysiloxan vollständig von der noch mitgeführten Salzsäure und sammelt sich im oberen Teil des Absetzraumes 1, während sich die Salzsäure im unteren Teil, dem Sammeiraum 7, sammelt und über den Ablaufstutzen 10 kontinuierlich abläuft. Das Diorganopolysiloxan verläßt ebenfalls kontinuierlich über den Überlaufstutzen 11 den Absetzraum 1. Der Gasraum des Absetzraumes 1ist über die Gasaustrittsschlitze 13 mit dem Inneren des Zentralrohres 3 verbunden, so daß der entstehende Chlorwasserstoff bzw. mitangesaugte Luft über die Entlüftung 12 abgeführt werden können.
In der ersten Verfahrensstufe können auch andere Vorrichtungen, z, B. eine gemäß DD-WP €3648, zur Durchführung des Verfahrens eingesetzt werden, sofern die Verfahrensparameter damit realisierbar sind. In den folgenden Verfahrensstufen versagt jedoch diese andere Vorrichtung, weil dort Chlorwasserstoff, nicht mehr gasförmig anfällt. Eine gezielte Beeinflussung der Eigenschaften der Diorganopolysiloxane (z. B. Restchlor-Wert) ist mit einer Vorrichtung z. B. gemäß DD-WP 63648 nicht mehr möglich. Hier gelingt es nun überraschenderweise mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung, in der Reaktiqns-, Trenn- und Absetz-Raum kombiniert sind, ein neutrales Diorganopolysiloxan hoher Qualität zu gewinnen. Es ist keinerlei Nachbehandlung erforderlich. Durch die erfindungsgemäßen Vorrichtungsparameter (z.B. Abstand der unteren Öffnung des Zentralrohres 3 vom Auslauf 14) kann die Vorrichtung den einzelnen Verfahrensstufen optimal angepaßt werden. Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens und der Vorrichtung bestehen darin, daß durch die mehrstufige Umsetzung eine praktisch vollständige Gewinnung des Chlorwasserstoffes in hoher Reinheit (bis zu 99% und darüber) und des Diorganopolysiloxanes möglich wird, wobei durch das Gegenstromprinzip die Absorptionswärme des Chlorwasserstoffes im Wässer technisch nahezu verlustfrei genutzt wird. Eine Neutralisation mit alkalischen Mitteln ist nicht mehr notwendig. Auf einen Zusatz von Lösungsmitteln oder von Katalysatoren kann ebenfalls verzichtet werden. Die Produktqualität des erhaltenen Diorganopolysiloxanes ist steuerbar und geeignet, daß daraus ohne weitere Reinigungsoperationeh sofort hochwertige Zwischenprodukte für Silikone in bekannter Weise hergestellt werden können, was
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Ausführungsbeispie!
An einer dreistufigen Umsetzung soll das erfindurigsgemäße Verfahren näher erläutert werden. In Figur i ist dazu das Verfährensschema dargestellt.
Einer Reaktions-Trenn-Absetz-Vorrichtung werden in der I. Verfahrensstufe 1600kg/h Dimethyldichlorsilan (DDS) als Strom 2 und 106 kg/h 20 Masse-%ige Salzsäure als Strom 5 aus der II. Verfahrensstufe 6 zugeführt. In der I. Verfahrensstufe 1 liegt als Hydrolysemedium konzentrierte Salzsäure vor, die durch die Umwälzpumpe 8 umgewälzt wird. Die Reaktionstemperatur beträgt ca. 283K. Aus der I. Verfahrensstufe 1 werden ca. 337kg/h Chlorwasserstoff als Strom 3 und 369kg/h saures Diorganopolysiioxan, das ca. 6,6 Masse-% Chlorwasserstoff enthält, als Strom 4 abgenommen.
Das saure Diorganopolysiioxan 4 fließt in die Reaktions-Trenn-Absatz-Vorrichtung der II. Verfahrensstufe 6, in die gleichzeitig ca. 92 kg/h ca. 0,3 Masse-%ige Salzsäure aus der III. Verfahrensstufe 9 eingespeist werden. Die Umwälzung der in der ll.Verfahrensstufe 6 vorliegenden ca. 20 Masse-%ige Salzsäure übernimmt die Umwälzpumpe 13. Die in der I. Verfahrensstufe nicht benötigen ca. 10kg/h ca. 20 Masse-%ige Salzsäure werden als Strom 7 in die Neutralisation ausgekreist. Diese Menge ist gering und schwankt als Funktion der Temperatur in der I. Verfahrensstufe 1 und der zugespeisten Menge an Salzsäure 5. Die Temperatur in der ll.Verfahrensstufe 6 liegt bei 341K. Das als Strom 10 abfließende Diorganopolysiioxan enthält ca. 0,06 Masse-% gelösten Chlorwasserstoff und 50 bis 130ppm restliche SiCI-Gruppen.
Das Diorganopolysiioxan gelangt als Strom 10 anschließend kontinuierlich in die Reaktions-Trenn-Absetz-Vorrichtung der 111. Verfahrensstufe 9, die außerdem mit ca. 92 kg/h Wasser als Strom 11 beschickt wird, wodurch sich eine ca. 0,3 Masse-%ige Salzsäure bildet. Diese wird von der Umwälzpumpe 14 im Kreislauf gefahren und ca. 92 kg/h verlassen als Strom 15 die lll.Verfahrensstufe 9 in Richtung ll.Verfahrensstufe 6. Das als Strom 12 abfließende Diorganopolysiioxan hat einen Gesamtchlorgehalt von weniger als 0,005 mg KOH/g; ein Gehalt an restlichen SiCI-Gruppen ist nicht mehr nachweisbar, und die Viskosität liegt bei ca. 4OmPa S. Es läßt sich direkt ohne weitere Nachbehandlung, wie Neutralisation mit NaHCO3 oder Na2CO3 usw., beispielsweise für die Äquilibrierung einsetzen.
Eine weitere Erhöhung der Salzsäurekonzentration in der ll.Verfahrensstufe 6, beispielsweise auf über 25 Masse-% HCI, bringt ein Produkt mit höherer Viskosität, das sich deshalb in der lll.Verfahrensstufe 9 nur schlecht von der wäßrigen Phase trennt. Eine Unterschreitung, beispielsweise auf 8 Masse-% HCI, wirkt sich dagegen ungünstig auf den Gehaltan SiOH-und SiCI-Gruppen aus. Wird im Gegensatz dazu die Umsetzung einstufig mit nachfolgender Neutralisation mit wäßriger Soda-Lösung durchgeführt, so erhält man ein Diorganopolysiioxan mit folgenden Kennwerten: Viskosität 13 bis 15mPa s; Gesamtchlorgehalt 0,02mg KOH/g und größer, Gehalt an SiCI-Gruppen 35ppm und größer. Dieses Diorganopolysiioxan bereitet vor allem wegen des hohen Restchlorgehaltes und eines hohen Gehaltes an SiOH-Gruppen bei einer nachfolgenden Äquilibrierung Probleme hinsichtlich Korrosion sowie Unsicherheiten der thermischen bzw. Lager-Stabilität von beispielsweise daraus hergestellten Silikonölen. .' . . ; ' . .

Claims (6)

  1. :·. > ; -V. :.Λ . ' · : · -4- 2B5 445 i:
    Erfliidungsanspruche: ..
    1. Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung von Diorganopolysiloxanen mit einem Anteil an Cyclosiloxanen von ca. 30 Masse-% durch Umsetzung von Diorganodichlorsilanen mit Wasser in Salzsäure bei gleichzeitiger Gewinnung von Chlorwasserstoff hoher Reinheit, dadurch gekennzeichnet, daß die Umsetzung zu den neutralen Diorganopolysiloxanen kontunierlich mit gestaffelter Salzsäure-Konzentration und mit gestaffelter Temperatur in drei Verfahrensstufen in praktisch geschlossenen Salzsäurekreisläufen erfolgt, jede Verfahrensstüfe in einer kombinierten Reaktions-Trenn-Absetz-Vorrichtung durchgeführt wird, wobei die Diorganodichlorsilane in der ersten, das Wasser in der dritten Verfahrensstufe zugegeben werden, indem der in der ersten Verfahrensstufe vorliegenden konzentrierten Salzsäure kontinuierlich die Diorganodichlorsilane und die zur Umsetzung derselben erforderliche stöchiometrische Menge Wasser in Form von 15- bis 20 Masse-%iger Salzsäure aus der zweiten Verfahrensstufe zugeführt werden, der in der zweiten Verfahrensstufe vorliegenden 15- bis 25 Masse-%igen Salzsäure kontinuierlich die in der ersten Verfahrensstufe abgetrennten Diorganopolysiloxane zugeführt und mit 0,2- bis 1 Masse-%iger Salzsäure aus der dritten Verfahrensstufe der Chlorwasserstoffgehalt der Salzsäure im Bereich von 15 bis 25 Masse-% gehalten wird, und der in der dritten Verfahrensstufe vorliegenden 0,2- bis 1 Masse-%igen Salzsäure kontinuierlich die in der zweiten Verfahrensstufe abgetrennten Diorganopolysiloxane und die 1,1-bis 1,5fache der für die Umsetzung der in der ersten Verfahrensstufe zugegebenen Diorganodichlorsilane zu Diorganopolysiloxanen erforderlichen stöchiometrischen Menge Wasser zugeführt werden, und aus der dritten Verfahrensstüfe das neutrale Diorganopolysiloxan mit einem Gesamtchlorgehalt von kleiner als 0,005 mg KOH prog Diorganopolysiloxan und einer Viskosität von ca. 4OmPa - s, sowie aus der ersten Verfahrensstufe der gebildete Chlorwasserstoff kontinuierlich mit hoher Reinheit abgeführt werden.
  2. 2. Verfahren gemäß Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß in jeder Verfahrensstufe die Salzsäure ständig im Kreislauf gefahren wird, Diorganodichlorsilane bzw. aus der vorangehenden Verfahrensstufe Diorganopolysiloxane, sowie Wasser bzw. aus der nachfolgenden Verfahrensstüfe Salzsäure kontinuierlich in den Kreislauf zugespeist, aber auch Diorganopolysiloxane und Salzsäure in jeder Verfahrensstufe kontinuierlich getrennt, die Diorganopolysiloxane abgeführt bzw. in die nachfolgende Verfahrensstufe geführt bzw. teilweise die Salzsäure in die vorangehende Verfahrensstufe überführt werden.
  3. 3. Verfahren gemäß Punkt 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß in der ersten Verfahrensstufe Temperaturen zwischen 273 und 293K, in der zweiten Verfahrensstufe Temperaturen zwischen 323 und 373K und der dritten Verfahrensstufe Temperaturen zwischen 353 und 373 K eingehalten werden.
  4. 4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß Punkt 1 bis 3, bestehend aus einem Oberteil und einem Unterteil, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung eine Kombination aus einem zylindrischen Oberteil/Absetzraum (1), einem konischem Unterteil/Trennraum (2) und einem Zentralrohr/Reaktionsraum (3)'darstellt, der Absetzraum (1) von dem Trennraum (2) durch eine Trennplatte (9), die eine oder mehrere Ausgleichöffnungen (8) aufweist, abgegrenzt ist, der Absetzraum (1) im oberen Teil einen Überlaufstutzen (11), im unteren Teil einen Ablaufstutzen (10) und der Trennraum (2) am unteren Ende einen Auslauf (14) hat, zentral durch den gesamten Absetzraum (1) bis in den Trennraum (2) ein Zentralrohr (3), das Gasaustrittsschlitze (13) zwischen Oberkante des Absetzraumes (1) und der Höhe des Überlaufstutzens (11) aufweist, angebracht ist, und der Auslauf (14) durch eine Rohrleitung, die Einspeisungsstellen (5) und (6) hat, über eine Umwälzpumpe (4) mit der oberen Öffnung des Zentralrohres (3) verbunden ist.
  5. 5. Vorrichtung gemäß Punkt 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser des Zentralrohres 5 bis 20% des Durchmessers des Absetzraumes (1), und der Abstand der unteren Öffnung des Zentralrohres (3) im Trennraum (2) von dem Auslauf (14) 5 bis 50% der Höhe des Trennraumes (2) beträgt.
  6. 6. Vorrichtung gemäß Punkt 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Fläche der Ausgleichsöffnungen (8) in der Trennplatte (9) insgesamt 1 bis 5% der Fläche der Trennplatte (9) beträgt.
    Hierzu 2 Seiten Zeichnungen
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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
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JPH028223A (ja) * 1988-06-27 1990-01-11 Toshiba Silicone Co Ltd オルガノクロロシランの加水分解方法
DE3926278C1 (de) * 1989-08-09 1990-10-31 Messer Griesheim Gmbh, 6000 Frankfurt, De
EP2762518A1 (de) 2013-02-05 2014-08-06 Wacker Chemie AG Hydrolyse von Organochlorsilanen im Rohrbündelreaktor

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