DD230573A3 - Verfahren zur veredlung textiler flaechengebilde - Google Patents

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DD230573A3 DD82243491A DD24349182A DD230573A3 DD 230573 A3 DD230573 A3 DD 230573A3 DD 82243491 A DD82243491 A DD 82243491A DD 24349182 A DD24349182 A DD 24349182A DD 230573 A3 DD230573 A3 DD 230573A3
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Ingeborg Reim
Gerhard Pohl
Wolfgang Goetzke
Dieter Wahnberger
Lothar Postel
Irmgard Kindlein
Rudolf Vatter
Manfred Groeschke
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Forster Tuchfabriken Veb
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  • Yarns And Mechanical Finishing Of Yarns Or Ropes (AREA)
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Veredlung textiler Flaechengebilde einschliesslich Fadenscharen fuer Oberbekleidung, Polstermoebel- und Autositzbezuege oder Dekoration, vorzugsweise aus Garnen im streichgarntypischen Garnstaerkenbereich aus Rotor (Offen-End-) oder MJS- (Murata-Jet-), DE-Friktions- oder Sirospungarnen oder in Mischung mit Ringgarnen. Dabei werden eine oder mehrere Veredlungsflaechen aus Faserstoffen in Form eines Vlieses auch mit anteilig enthaltenen Effektmaterialien, aus Fadenlagen, aus gleichen oder unterschiedlichen Flaechengebilden oder Pelzimitationen, Futterstoff, mit textilen Vliesen oder Flaechen mit gleichen oder unterschiedlichen vorteilhaft geringeren Flaechenmassen, wie die zu veredelnde textile Flaeche oder Fadenschar, zusammengefuehrt. Diese Schichtung aus mindestens einer zu veredelnden Bahn und einer Veredlungsflaeche wird einer bekannten multiplen Nadeleinrichtung zugefuehrt und mit 50...1 200 Einstichen pro cm2 mit Feltingnnadeln, vorzugsweise CB-Kerbnadeln durchstochen, wobei die verschobenen Fasern zwischen mindestens einer zu veredelnden Bahn und mindestens einer Veredlungsflaeche die Schichten permanent verbinden oder zerschnitten werden und einen Flor bilden.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Das Verfahren dient der Veredlung von textlien Flächengebilden aus Garnen im streichgarntypischen Garnstärkenbereich für Oberbekleidung, Polstermöbel- und Autositzbezüge sowie für Dekoration, die aus Garnen der typischen Garnkonstruktion der Rotor- (Offen-End-), MJS- (Murota-Jet-), Friktions-Sirospungarne oder deren Mischung mit Ringgarnen bestehen.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Aus dem Stand der Technik sind die verschiedensten Varianten zur Herstellung von Flächengebilden mittels multipler Feltingnadelung bekannt. Die Verfahren zum Vernadeln einer oder mehrerer unterschiedlicher Faserschichten miteinander wie in DE OS 2223688, US PS 4144366, US PS 3506523 und CH AS 643/73 sowie von Trägerbahnen mit Fasermaterialien wie in DD PS 95284, AT PS 283392 dienen der Vereinigung von einzelnen Komponenten (Zwischenprodukten) durch Faserverschiebung ggf. mit Polbildung an der Oberfläche. Sie sind insbesondere darauf gerichtet, die Stabilität der Trägerbahnen zu nutzen und Erzeugnisse mit spezifischem Aufbau und spezifischer Faserzusammensetzung in Richtung auf bestimmte Einsatzgebiete herzustellen, d. h. das Fiächengebilde ist erst nach der Vereinigung der Zwischenprodukte für den Einsatzzweck geeignet. Es handelt sich um wirtschaftliche Herstellungsverfahren für ausgewählte Erzeugnisse. Mit dem Verfahren nach DE OS 2821701 werden durch das Ausstopfen von grobmaschigem Fadennetzwerk aus thermoplastischem Material mit farblich kontrastierenden Faservliesen aus gleichem Material ebenfalls produktiv Erzeugnisse aus Zwischenprodukten hergestellt, die mit verschiedenfarbigem Flor im Muster des Netzwerkes modisch variierbar sind. Die Fäden des Fadennetzwerkes sollen durch den Nadelungsprozeß so wenig wie möglich beeinträchtigt werden, sie dienen dem Festhalten der Fasern in den Maschen des Netzwerkes (verstärkt durch Schrumpfung) und der Stabilität des Fiächengeoildes.
Nach DE OS 2522871 wird Geweben für Möbelbezug durch einen multiplen Nadelungsprozeß ein Flor, ein höheres Volumen und eine höhere Schiebefestigkeit verliehen, ohne Fasermaterial hinzuzufügen.
Die bekannten Verfahren enthalten keine Hinweise auf die Lösung des Problems, Fadengefüge aus Garnen, die sehr produktiv herstellbar sind, aber negative Abweichungen im Vergleich zu den Eigenschaften der klassischen Garne und der Flächengebilde aus diesen Garnen haben, zu veredeln.
Es besteht das Bedürfnis, alle Vorteile, die sich aus der Anwendung moderner Spinnverfahren zur Herstellung der Garne ergeben, im vollen Umfang zu nutzen und den Flächengebilden alle bisher üblichen positiven Eigenschaften der Fadengefüge aus klassischen Garnen zu verleihen und zusätzliche Effekte zu erzielen. Dementsprechend ist eine Hochveredlung zu
realisieren.
Ziel der Erfindung
Es ist das Ziel der Erfindung, ein Veredlungsverfahren zu entwickeln, durch das Flächengebilden aus Garnen mit den charakteristischen Eigenschaften der Rotor — (Offen-End-), MJS- (Murota-Jet-), Friktions-Sirospungarne oder deren Mischungen mit Ringgarnen auf wirtschaftlich vorteilhafte Weise Eigenschaften verliehen werden, die bei Flächengebilden
aus Ringgarnen selbstverständlich sind, z. B. Haarigkeit, Volumen, Flächenbedeckung, Wärmehaltung, Schiebefestigkeit, modisch attraktive Gestaltung der Oberfläche mittels Effektbildnern.
Zusätzlich soll ein optimaler Einsatz hochwertiger Fasermaterialien wie Wolle und Effektbildner und eine hohe Produktivität des Veredlungsprozesses infolge Prozeßreduzierung und ein verminderter Materialabgang bei der Florbildung (Rauhen) möglich sein.
Das Verfahren soll die Kombination der Vorteile der Herstellung von Garnen nach modernen Spinnverfahren und der gewohnten Eigenschaften und Gestaltungsmöglichkeiten der Flächengebilde aus Ringgarnen sowie zusätzliche Vorteile im Hinblick auf die Materialökonomie und die Prozeßreduzierung oder -eliminierung, eine große Variabilität der modischen Gestaltung sowie eine zielgerichtete Einstellung bekleidungsphysiologische Eigenschaften der Fadengefüge ggf. „nach Maß" ermöglichen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Es ist die Aufgabe der Erfindung, insbesondere die Fäden innerhalb von Streichgarnflächengebilden, die einen harten Griff und eine geringe Haarigkeit aufweisen, mit Fasermaterialien anzureichern, die mittels der angewendeten modernen Spinnverfahren (z. B. Rotor- oder Murota-Jet-Spinnverfahren) nicht oder sehr schlecht spinnbar sind. Mittels eines Veredlungsprozesses und mittels Veredlungsflächen sind die negativen Eigenschaften der gesamten Garnkonstruktion, die geringe Haarigkeit, geringe Schiebefestigkeit, der harte Griff infolge hoher Packungsdichte der Fäden, die hohe Luftdurchlässigkeit, das eintönige Aussehen infolge fehlender Effektbildner und der Nachteil der schlechten Rauhbarkeit sowie des geringen Wollanteils mit hohen Wollschädigungsgrad zu beseitigen.
Nach dem Flächenbildungsprozeß sind die Flächengebilde als zu veredelnde Bahn mit Fasermaterialien aus Veredlungsflächen mit streichgarntypischer und/oder nichtstreichgarntypischer Faser- und/oder Fadenzusammensetzung ggf. mit Effektbildnern zu durchdringen. Dabei ist unter Umgehung von Rauhprozessen die Haarigkeit der Garne zu erhöhen und ein Faserflor an mindestens einer Oberfläche der zu veredelnden Bahn zu erzeugen, der Faseranteile aus den Fäden und aus den jeweils vorliegenden Veredlungsflächen enthält. Der harte Garnkern ist zu lockern und ein weicherer Griff zu erzeugen. Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß ein textiles Flächengebilde mit Streichgarnflächen oder eine Fadenschnur aus Streichgarnfäden insbesondere der typischen Garnkonstruktion der Rotor- (Offen-End-) oder MJS- (Murota-Jet-), Friktionsoder Sirospungarne, im folgenden als zu veredeine Bahn bezeichnet, von ein geeigneten Einrichtung kontinuierlich abgezogen wird.
Dabei wird die zu veredelnde Bahn jeweils flächenbedeckend ein- oder beidseitig, ein- oder mehrschichtig, vorteilhaft mit einer Veredlungsfläche einseitig kontaktiert und in gleicher Richtung, meist mit gleicher Geschwindigkeit, einer multiplen Feltingnadeleinrichtung zugeführt. Die jeweilige Veredlungsfläche (z. B. eine geordnetes Faserstoffvlies oder ein Fadengefüge) enthält geordnete oder nichtgeordnete Faserstoffe in Vliesform und/oder in Fadenbindung, die zu einem hohen Anteil in das zu veredelnde Flächengebilde einzutragen sind, sie enthält meist solche Faserstoffanteile, die beim Spinnprozeß der Fäden der zu veredelnden Bahn nicht oder nur mit großem Aufwand spinnbar gewesen wären, z. B. Wolle mit extremer Stapellängenverteilung (wie Lammwolle, Reißspinnstoffe), Effektbildner (wie Mohair, Stichelhaar, farblich kontrastierende Noppen, Flammen, Flocken). Faseranteile aus anderen Flächengebiiden (wie Seidenfilamente aus Futterstoff, Haarenden aus Pelzimitationen, Faserenden aus Kammgarn- oder Streichgarngeweben oder Fadenlegung). Die Veredlungsfläche kann ggf. ein, in der Materialzusammensetzung, Fadenkonstruktion, Bindung oder Musterung gleiches oder unterschiedliches Flächengebilde sein, wie die zu veredelnde Bahn. Zur Gewährleistung der Drapierfähigkeit des veredelten Fadengefüges aus Streichgarn ist die Flächenmasse der zugeführten Veredlungsfläche maximal gleich oder kleiner als die Fiächenmasse der zu veredelnden Bahn, gegebenenfalls werden beide Bahnen nach dem Veredlungsprozeß mittels Faserverschiebung durch ein Zerschneiden der Bindefasern wieder getrennt.
Bei der Vernadelung der zu veredelnden Bahn mit der Veredlungsfläche mittels Feitingnadeln, vorzugsweise Kerb- odr Hakennadeln mit 50... 1 200 Einstichen pro cm2 werden Faserstoffanteile aus der Veredlungsfläche in die Fäden des Fadengefüges der zu veredelnden Bahn und durch diese hindurch in Strichrichtung der Nadeln bis in den Faserflor an der · Oberfläche verschoben und eingebunden. Auf diese Weise werden in den Fäden der zu vernadelnden Bahn solche Faserstoffe integriert, die die Gebrauchseigenschaften der zu veredelnden Bahn jeweils mit bestimmter Zielrichtung (Erhöhung des Wollanteiles, Integration von Effektbildnern, Anbindung von Futterstoff oder Pelzimitat)*optimieren und die mit den modernen Spinnverfahren wie Rotor- oder Murata-Jet, Siro-, Friktions-Spinnverfahren nicht oder nur sehr aufwendig in die Fäden integrierbar sind. Gleichzeitig soll unter Eliminierung von Veredlungsprozessen wie Rauhen oder Schleifen ein Flor an der Oberfläche der zu veredelnden Bahn erzeugt werden, d.h. beider Nadelung werden in den Kerben der Feltingnadeln Faseranteile aus allen durchstochenen Positionen der Veredlungsfläche und der zu veredelnden Bahn in Stichrichtung bis zum Faserflor an eine Oberfläche oder bei diametralem Einstich an beide Oberflächen transportiert, durch die Verschiebung der Faseranteile aus den Fäden der zu veredelnden Bahn wird der Garnkern gelockert, der Garnmantel wird haarig gestaltet, er wird mit Effektbildnem versehen. Zusätzlich wird der Flor an der Oberfläche aus Faseranteilen aus allen durchstochenen Positionen gebildet.
Nach dem Abzug der zusammengefügten und vernadelten Flächen aus der Feltingnadeleinrichtung wird entsprechend den Beispielen I und IV eine Erhöhung des Wollanteils, gegebenenfalls gleichmäßig kurzer Flor durch Zuschneiden der Bindefasern an mehreren Oberflächen und nach Beispiel I ggf. ein unterschiedlich langer Flor bei geringen Material- und Festigkeitsverlusten unter Prozeßreduzierung, zusätzlich nach Beispiel Vl ein Faserflor mit Effektbildneranteil oder eine Materialdurchdringung nach Beispiel Il und III erzielt. Mit dem Durchstich der Feltingnadein durch die Schichtung (Veredlungsfläche / zu veredelnde Bahn) z. B. nach Beispiel V Flächenverbindungen erzielt, es werden demzufolge Faseranteile aus der Veredlungsfläche durch die Fäden und Fadenkreuzungen der zu veredelnden Bahn hindurch, zusammen mit Faseranteilen aus der festen Packung der Garnkerne durch den Garnmantei hindurch bis zu dem Flor verschoben
Auf diese Weise werden Veredlungseffekte erzielt, wie:
y— Fadenverbindungen zwischen der Veredlungsfläche und der zu veredelnden Bahn sowie zwischen übereinanderliegenden Fäden (Optimierung der Schiebefestigkeit, insbesondere bei Fadenscharen)
— Erhöhung der Haarigkeit am jeweils faserdurchdrungenen Garnmantel (Erhöhung der Wärmehaltung, Effektbildung)
— Erhöhung des Wollfaseranteils (Erhöhung der Wärmehaltung, der Repräsentationsgüte)
— Mischung von Faseranteilen, die meist nicht spinnbar sind, im Fadengefüge und im Flor (Optimierung spezifischer Gebrauchseigenschaften und modischer Effekte)
— kurzer gleichmäßiger Faserflor mit oder ohne Effektbildnem
— Kaschierung von Fehlern an zu veredelnden Bahnen
— Verbindung zweier verschiedener Flächengebilde wie im Beispiel 2,3 und 4
Die Faserverbindungen infolge Faserverschiebung von der Veredlungsfläche in die zu veredelnde Bahn und umgekehrt können zerschnitten werden. Dadurch entsteht an der Schnittfläche ein kurzer gleichmäßiger Flor.
Ausführungsbeispiel
Die Erfindung wird an nachstehenden Beispielen erläutert:
Beispiel 1
Zu veredelnde Bahnen aus Garnen im streichgarntypischen Garnstärkenbereich aus Rotor- (Offen-End-)garnen, MJS-(Murata-Jet-)garnen, Friktionsgarnen oder Sirospungarnen beinhalten meist weniger als 50% Wollanteile. Höhere Anteile sind nur mit großem Produktivitätsabfall im Fadenbildungsprozeß zu erzielen. Die konventionelle Veredlung der Oberfläche (z. B. durch Rauhen) ist infolge der spezifischen Fadenkonstruktion, z. B. der Offen-End- oder MJS-Garne oder Sirospungarne durch den Bauchbinden- bzw. Zuckertüteneffekt erschwert. Wegen des stabilen, runden Gamquerschnittes und der geringen Haarigkeit dieser Garne sind häufige Rauhprozesse notwendig, die zu hohen Materialverlusten führen. Für den Rauhprozeß sind jeweils nur die äußeren Fasern der Garne erreichbar.
Erfindungsgemäß wird in die zu veredelnde Bahn aus diesem Garn durch die Zuführung von Wolle in Veredlungsflächen in die Ober- oder Unterseite oder an der Ober- und Unterseite durch anschließende multiple Vernadelung von oben oder unten oder oben und unten mittels Nadelfilzmaschinen zusätzlich Wolle eingetragen. Durchdringen die Nadelköpfe von Feitingnadeln, vorzugsweise von CB-Nadeln, die Schichtung völlig und ragen darüber hinaus, werden Faserenden durch die Kerben aus dem vollen Garnquerschnitt der zu veredelnden Bahn und aus der Veredlungsfläche heraus bis an die Ober- und/oder Unterseite getragen. Sie ragen teilweise aus der zu veredelnden Bahn heraus und bilden eine florartige Oberfläche. Der Flor ist um so länger, je größer die Einstichtiefe ist und um so dichter, je mehr Einstiche pro cm2 erfolgen.
Beispiel 2
Erfindungsgemäß ist es für spezielle Verwendungszwecke in extrem kalten Gegenden möglich, repräsentative Flächengebilde für Oberbekleidung als zu veredelnde Bahn durch Zuführung einer Veredlungsfläche aus Sekundärrohstoffvlies an der Abseite zu verbinden, ohne daß die Schauseite beeinträchtigt wird
In diesem Fall geht die Einstichtiefe der CB-Kerbnadeln nicht über die Oberfläche der zu veredelnden Bahn hinaus.
Beispiel 3
Erfindungsgemäß ist der Charakter eines bekannten Streichgarn-Doppelgewebes, meist mit stark gemusterter, z. B. karierter Abseite dadurch erzielbar, daß zwei in der Materialzusammensetzung, Bindung, Musterung und farblichen Gestaltung unterschiedliche Flächengebilde je als zu veredelnde Bahn und als Veredlungsfläche zusammengeführt und von der Abseite her einem Nadelungsprozeß unterzogen werden, wobei die Nadelspitzen die Ober- oder Schauseite der zu veredelnden Bahn erreichen.
Ausgehend von einem Streichgarnflächengebilde als zu veredelnde Bahn, kann die Veredlungsfläche ebenfalls ein Streichgarngewebe, aber auch ein synthetisches Flächengebilde mit Pelzcharakter oder mit Futterstoffcharakter sein. Gegebenenfalls kann sich zwischen beiden Flächengebilden je nach Verwendungszweck ein Vlies aus Sekundärrohstoffasern oder auch Schaumstoff befinden.
Beispiel 4
Erfindungsgemäß werden zwei gleiche Streichgarnflächengebilde als zu veredelnde Bahnen mit den Ober- oder Schauseiten gegeneinander zusammengeführt. Den äußeren Oberflächen wird jeweils als Veredlungsfläche ein orientiertes Faserstoffvlies aus Wolle mit oder ohne Effektfaserstoffen oder anderen, vorzugsweise langstapeligen Faserstoffen zugeführt. Durch einen beiseitigen Nadelungsprozeß entsteht eine Durchdringung der Faserstoffe aus den Veredlungsflächen durch eine zu veredelnde Bahn hindurch bis in die zweite zu veredelnde Bahn, wobei die Faserstoffe aus den zu veredelnden Bahnen in Stichrichtung der Nadeln an der Faserverschiebung mit beteiligt sind. Werden die beiden Bahnen nach dem Nadelungsprozeß durch Zugkraftwirkung im Winkel bis zu 90° zur Nadelbrettebene auseinandergezogen und an der Faserverbindung geschnitten, entsteht ein kurzer gleichmäßiger Flor an beiden Oberseiten der veredelten Bahnen z. B. farblich kontrastierend oder als Melange.
Eine gleiche schneidbare Faserdurchdringung entsteht, wenn eine zu veredelnde Bahn als Veredlungsfläche dient und kein Faserstoffvlies vorhanden ist.
Beispiel 5
Erfindungsgemäß werden streichgarntypische Fadenscharen als zu veredelnde Bahn mit einem Vlies als Veredlungsfläche zusammengeführt, auf d<im sich eine geordnete Fadenlegung im Winkel von 10°... 170° zur Längsrichtung der Veredlungsfläche oder eine ungeordnete Fadenlegung befindet. Werden die Bahn und die Fläche einer Nadelung mit 100...500 Einstichen pro cm2 unterzogen, entstehen besonders an den Einstichstellen im Bereich von Fadenkreuzungen Fadenveischiebungen von einem Fadensystem in das andere, so daß eine Verbindung der Fadenschar mit der Fadenlegung entsteht. Durch diese Verbindung und zusätzliche Faserverschiebung aus dem Vlies entsteht ein festes Flächengebilde für Oberbekleidung.
Beispiel 6
Erfindungsgemäß werden auf die Abseite zu veredelnder Bahnen aus Fäden, die schwer mit Effektfasern spinnbar sind oder die keine Effektfasern enthalten, Effektfasern in Form von Noppen, Flammen, Flocken, Stichel mittels bekannter Vorrichtung eingestreut. Danach wird die Bahn einer Nadeleinrichtung zugeführt und von der Abseite her so durchstochen, daß die Effektfasern im Flächengebilde eingebunden und zum überwiegenden Anteil in Nadelstichrichtung aus der Ober- oder Schauseite der zu veredelnden Bahn in Abhängigkeit von der Einstichtiefe mehr oder weniger weit herausgezogen werden. In Abhängigkeit von der Einstichhäufigkeit bleiben auf der Abseite mehr oder weniger große Reste der Noppen, Flammen, Flocken sichtbar erhalten und bilden z. B. Farbeffekte.
Beispiel 7
Erfindungsgemäß kann die zu veredelnde Fläche auch ein poröser Polyesterweichschaum in der Dicke von 1,5-4mm sein, dem bei Vorspannung von weniger als 20% zwei Vliese aus vorwiegend nativen Faserstoffen großer Stapellänge, z. B. Wolle von beiden Seiten spannungslos zugeführt wird. Diese Schichtung wird mit hoher Durchschnittstiefe der Nadeln genadelt, so daß ein Langfaserflor entsteht, der sich mit der Entspannung des Weichschaumes verdichtet.
In Betracht gezogene Druckschriften: DD-PS 95 284 (D 04 h 1/46)
DE-OS 2223688 (D 04 h 1/46)
DE-OS 2821701 (D 04 H 5/08)
US-PS 3506529 (D 04 h 11/08)
US-PS 4144366 (D 04 H 11/00)
CH-AS 643/73 (D 04 H 1/46)
AT-PS 298392 (B 32 b 5/22)

Claims (6)

  1. Patentansprüche:
    1. Verfahren zur Veredlung von textlien Flächengebilden oder textlien Fadenscharen aus Garnen im streichgarntypischen Garnstärkenbereich mittels Faserverschiebung innerhalb textiler Bahnen unter Florbildung an mindestens einer Oberfläche durch multiple Feltingnadelung, dadurch gekennzeichnet, daß die zu vernadelnde Bahn, ein Fadensystem aus Streichgarn, das vorteilhaft aus Streichgarnmischungen mit Ringgarnen und/oder Streichgarnen mit der typischen Garnkonstruktion der Rotor-(Offen-End-), MJS-{Murata-Jet), Friktions-, Sirospungarne besteht, mit einer oder mehreren Veredlungsflächen, bestehend aus streichgarntypischen und/oder nichtstreichgarntypischen Fasern und/oder Fäden zusammen einer multiplen Feltingnadeleinrichtung gis Schichtung zugeführt und jeweils flächendeckend mindestens von der Veredlungsfläche her durchstochen wird, wobei von den Feltingnadeln in Stichrichtung erfaßte Faseranteile aus der Veredlungsfläche in die Fäden des Fadensystems und durch diese hindurch sowie Faseranteile aus dem Garnkern der Streichgarne des Fadensystems durch den Garnmantel hindurch, bis in den Flor an der Oberfläche der zu veredelnden Bahn verschoben, gemischt und eingebunden werden. ;
  2. 2. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Schichtung, die aus mindestens zwei in der Faserzusammensetzung und textlien Flächenkonstruktion völlig unterschiedlichen Flächen, der zu veredelnden Bahn als Fadengefüge und mindestens einer Veredlungsfläche als Faservlies mit Wolle besteht, vorteilhaft von der Oberfläche her, an der die Wolle liegt, mittels Feltingnadeln durchstochen wird und mindestens Faseranteile der Wolle in das Fadengefüge der zu veredelnden Bahn in Stichrichtung so weit verschoben werden, daß sie an der anderen Oberfläche der zu veredelnden Bahn florbildend herausragen.
  3. 3. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Schichtung, die aus mindestens zwei in der Faserzusammensetzung und textlien Flächenkonstruktion völlig unterschiedlichen Flächen, der zu veredelnden Bahn als Fadengefüge und mindestens einer Veredlungsfläche als Faservlies mit Effektbildnern besteht, vorteilhaft von der Oberfläche her, an der die Effektbildner liegen, mittels Feltingnadeln durchstochen wird und mindestens Faseranteile der Effektbildner in das Fadengefüge der zu veredelnden Bahn in Stichrichtung so weit verschoben werden, daß sie an der anderen Oberfläche der zu veredelnden Bahn florbildend herausragen.
  4. 4. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Schichtung aus zwei Fadensystemen als Flächen der zu veredelnden Bahn und der Veredlungsfläche mit den Schauseiten aneinanderliegend in diametraler Richtung von Feltingnadeln durchstochen werden, die zwei vernadelten Flächen mit der Faserverbindung zwischen der zu veredelnden Bahn und der Veredlungsfläche im Winkel bis zu 90° zur Nadelbettebene auseinandergezogen, einer Schneideinrichtung zugeführt und die gleichartigen Verbindungsfasern florbildend zerschnitten werden.
  5. 5. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Schichtung aus zwei in der Fadenkonstruktion, Faserzusammensetzung und Musterung unterschiedlichen Fadensystemen als Flächen der zu veredelnden Bahn und der Veredlungsfläche mit den Schauseiten aneinanderliegend vernadelt und florbildend verbunden werden.
  6. 6. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß die die zu veredelnde Bahn eine Fadenschar ist, die mit der Veredlungsfläche, bestehend aus einer geordneten Fadenlegung, die auf einem Vlies liegt, zusammengeführt und mit 100.λ500 Einstichen, insbesondere im Bereich von Fadenkreuzungen florbildend verbunden wird.
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