DD239223A1 - Verfahren zur herstellung eines adsorbens fuer die zellaffinitaetschromatographie - Google Patents

Verfahren zur herstellung eines adsorbens fuer die zellaffinitaetschromatographie Download PDF

Info

Publication number
DD239223A1
DD239223A1 DD27842785A DD27842785A DD239223A1 DD 239223 A1 DD239223 A1 DD 239223A1 DD 27842785 A DD27842785 A DD 27842785A DD 27842785 A DD27842785 A DD 27842785A DD 239223 A1 DD239223 A1 DD 239223A1
Authority
DD
German Democratic Republic
Prior art keywords
cell
microorganisms
receptor
cells
chromatography
Prior art date
Application number
DD27842785A
Other languages
English (en)
Inventor
Christian Flemming
Anton Gabert
Brigitte Wegewitz
Original Assignee
Akad Wissenschaften Ddr
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Akad Wissenschaften Ddr filed Critical Akad Wissenschaften Ddr
Priority to DD27842785A priority Critical patent/DD239223A1/de
Publication of DD239223A1 publication Critical patent/DD239223A1/de

Links

Landscapes

  • Peptides Or Proteins (AREA)

Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Affinitaetsadsorbens fuer die Zellaffinitaetschromatographie von Mikroorganismen. Ziel der Erfindung ist die Herstellung eines Zelladsorbens, der die Faehigkeit hat, Mikroorganismen zu binden. Aufgabe der Erfindung ist es, eine grosse Anzahl von rezeptorspezifischen Proteinmolekuelen auf der Oberflaeche so zu binden, dass eine spezifische Bindung der Mikroorganismen ermoeglicht wird. Erfindungsgemaess werden rezeptorspezifische Proteine auf der Oberflaeche eines hydrophilen Traegers mit einem gasfoermigen Vernetzer, wie Glutaraldehyd, vernetzt.

Description

Anwendungsgebiet
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Affinitätsadsorbens für die Zellaffinitätschromatographie von Mikroorganismen und kann in der Mikrobiologie angewendet werden, beispielsweise zur Trennung, Selektion und taxonomischen Zuordnung von Mikroorganismen sowie zur Prozeßkontrolle bei Fermentationsprozessen. Sie kai in in die IPKC 12 N eingeordnet werden.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Adsorbentien zur Zellafinitätschromatographie auf der Basis rezeptorspezifischer Proteine, wie Lektine, Antikörper u.a., stehen kommerziell zur Verfügung oder können nach bekannten Methoden, wie sie zur Bindung von z. B. Enzymproteinen an unlösliche Träger erfolgreich genutzt werden, hergestellt werden.
Die bisher bekannten Affinitätsadsorbentien werden überwiegend zur Bindung tierischer Zellen eingesetzt, wobei die Fraktionierung von Lymphozyten eine zentrale Stellung beansprucht.
Untersuchungen haben ergeben, daß die bekannten Adsorbentien zur Bindung von Mikroorganismen, wie Bakterien, Hefen u.a., nichtgeeignet sind, da zwischen den betreffenden Zellen und den Adsorbentien die erforderlichen Bindungskräfte nicht wirksam werden.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Zellafinitätsadsorbens zu entwickeln, das in der Lage ist, Mikroorganismen zu binden.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Zellaffinitätsadsorbens herzustellen, bei dem eine hohe Anzahl von rezeptorspezifischen Proteinmolekülen auf der Oberfläche so gebunden ist, daß durch ausreichende starke Wechselwirkungskräfte eine spezifische Bindung der Mikroorganismenzellen möglich wird.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe so gelöst, daß rezeptorspezifische Proteine auf der Oberfläche eines hydrophilen Trägers mit einem gasförmigen bifunktionellen Vernetzer vernetzt werden. Als rezeptorspezifische Proteine können Lektine, bzw. Immunoglobuline und als Vernetzer Glutardiaidehyd eingesetzt werden. Dabei wird das gesamte oder nahezu gesamte Protein auf der Oberfläche oder der Oberfläche nahen Regionen des Trägers immobilisiert. Es wird eine solche hohe Dichte des immobilisierten Liganden an der Trägeroberfläche erreicht, die die liospezifische Bindung von Mikroorganismen ermöglicht. Dieses Verfahren unterscheidet sich von anderen Immobilisierungsmethoden, bei denen grundsätzlich in der wäßrigen Phase gearbeitet wird, wobei durch die Löslichkeit der zu vernetzenden Proteine ein Teil derselben wieder gelöst wird. Anschließend kommt das hergestellte Affinitätsadsorbens zur Inaktivierung des überschüssigen Glutardialdehyds in eine geeignete Pufferlösung. Die weitere Arbeitstechnik zur spezifischen Zellbindung bzw. Abtrennung unterscheidet sich nicht mehr von der aus der Literatur bekannten. Ein Zellgemisch wird mit dem Affinitätsadsorbens inkubiert und nach vorsichtigem Waschen läßt sich, z. B. durch mikroskopische Kontrolle, zeigen, daß an dem Affinitätsadsorbens nur die Zellen gebunden sind, die auch mit dem gelösten rezeptorspezifischen Protein reagieren.
Die erfindungsgemäße Lösung hat den Vorteil, daß im Vergleich zur für die Immobilisierung von Enzymen üblichen Technik mit relativ gering konzentrierten Lösungen rezeptorspezifischer Proteine gearbeitet werden kann, da eine gleichzeitige An reicherung des zu immobilisierenden rezeptorspezifischen Proteins an der Trägeroberfläche erfolgt.
Die Erfindung kann beispieJsweise zur Trennung und Selektion von Mikroorganismen verschiedener Gattungen, Arten oder Stämme zur Isolierung von Zellwandmutanten von Mikroorganismen, zur Prozeßkontrolle bei technischen Fermentationsprozessen sowie in der medizinischen Mikrobiologie eingesetzt werden.
Ausführungsbeispiele
Beispiet 1
40 ml einer verdünnten Lösung natürlicher Antikörper gegen Candida maltosa EH 15, isoliert aus Schweinenormalserum an einer Candida maltosa EH 15-Zellsäule, wurden durch eine Ultrafiltrationszelle gedrückt. Die durch die Membran gedrückte Lösung zeigte keinerlei Agglutineinwirkung mehr auf Hefezellsuspensionen, während dessen die Ausgangslösung Candida maltosa EH 15 Zellen deutlich agglutinierte
Als Membranen wurden XM 50 (Amicon) bzw. UF 3 (Wittenberge) verwendet.
Nach dem vollständigen Durchsaugen der Antikörperlösung wird die noch feuchte Membran aus der Ultrafiltrationszelle herausgenommen und in eine feuchte Kammer über 5%ige Glutaraldehydlösung eingebracht. Die Membran verbleibt bis zum Vernetzen des Proteins ca. 20Std. bei Raumtemperatur in dieser feuchten Kammer. Anschließend wird das nicht vernetzte Protein durch Waschen mit PBS entfernt und die evtl. vom Glutaraldehyd verbliebenen reaktiven Gruppen durch Waschen mit Tris-Puffer entfernt, danach wird die Membran wieder in PBS gebracht. Die so präparierte Membran mit den an ihrer Oberfläche vernetzten natürlichen Antikörper gegen Candida maltosa EH 15-Zellen soll zur selektiven Anlagerung von Candida maltosa EH 15-Zellen aus einem Zellgemisch mit Lodderomyceselongisporus EH 70 verwendet werden.
Beide Hefestämme wurden unter identischen Bedingungen im Schüttelkolben kultiviert. Zur späteren Unterscheidung wurde Lodderomyces elongisporus EH 70 mit Coomassie blau G 250 angefärbt. Das Kontrollexperiment bewies, daß durch diese Art der Anfärbung die Wechselwirkung Antikörper-Hefezellen nicht beeinträchtigt wird. Candida maltosa EH 15 wurde unangefärbt verwendet. Beide Hefestämme wurden danach im Verhältnis 1:1 gemischt, 6ml Suspension dieses Zellgemisches (109 Zellen/ ml) werden auf die Membran aufgegeben. Unter leichtem Schwenken wird 10 Min. bei Raumtemperatur inkubiert. Um die nicht gebundenen Zellen zu entfernen, wird die Membran vorsichtig mit Wasser abgespült. Die anschließende mikroskopische Betrachtung zeigt folgendes Bild. Bis auf ganz vereinzelte blau gefärbte Lodderomyces elongisporus EH 70-Zellen, sind massenhaft nur ungefärbte Candida maltosa EH 15-Zellen auf der Membranoberfläche zu finden.
So werden aus dem Zellgemisch die nicht angefärbten Candida maltosa EH 15-Zellen von ihrem homologen Antikörper eindeutig bevorzugt gebunden.
Beispiel 2
Ein Objektträger wird mit 0,5 ml wäßrigem 3%igem Agar überzogen, in die Mitte des Objektträgers werden 0,05 ml einer Lösung von Ricinus-Lektin (RCA) (5mg/l) in 0,1 M Phosphatpuffer pH 7,2 als Tropfen aufgetragen. Bei Zimmertemperatur ist die überstehende Flüssigkeit etwa nach 10 Min. in den Agar eindiffundiert bzw. verdunstet. Der so präparierte Objektträger kommt nun in eine Petrischale deren Boden mit 5%igen Glutardialdehyd bedeckt ist und verbleibt dort 20 h bei Zimmertemperatur, ohne daß eine direkte Berührung des Objektträgers durch das wäßrige Glutardialdehyd erfolgt. Das Lektin wird an der Auftragungsstelle durch das gasförmige Glutardialdehyd vernetzt. Das so präparierte Affinitätsadsorbens kommt anschließend 2 h in 0,1 M Tris-Puffer pH7,2.
Zur Zelltrennung wird ein Gemisch der Hefestämme Candida maltosa EH 15 und Yarrowia lipolytica EH 59 eingesetzt. Zur mikroskopischen Unterscheidung werden die Zellen des Stammes Yarrowia lipolytica mit Serva-Blau angefärbt. Der Objektträger mit dem immobilisiertem Lektin wird mit 1 ml der konzentrierten Mischung der Zellsuspension überschichtet und während 10Min. leicht bewegt, anschließend mit Wasser vorsichtig abgespült.
An der Stelle, an der das Ricinuslektin auf den Objektträger vernetzt wurde, sind die blauen Zellen von Yarrowia lipolytica in dichter Anordnung gebunden.
Beispiel 3
Es wird wie in Beispiel 2 beschrieben gearbeitet, als Lektin wird Linsen-Lektin und als Träger statt Agaron ein Stück Dialysierschlauch verwendet. Getrennt wird das gleiche Gemisch aus Candida maltosa und blau gefärbter Yarrowia lipolytica. In diesem Fall werden durch das immobilisierte Lektin nur die ungefärbten Zellen von Candida maltosa gebunden.

Claims (2)

  1. -1- 239 ΖΖ'ά
    Erfindungsanspruch:
    1. Verfahren zur Herstellung eines Affinitätsadsorbens zur Zeilaffinitätschromatographie von Mikroorganismen, gekennzeichnet dadurch, daß rezeptorspezifische Proteine auf der Oberfläche eines hydrophilen Trägers mit einem gasförmigen bifunktionellen Vernetzer vernetzt werden.
  2. 2. Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß als rezeptorspezifische Proteine Lektine, Immunoglobuline oder natürliche Antikörper und als Vernetzer Glutardiaidehyd verwendet werden.
DD27842785A 1985-07-10 1985-07-10 Verfahren zur herstellung eines adsorbens fuer die zellaffinitaetschromatographie DD239223A1 (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DD27842785A DD239223A1 (de) 1985-07-10 1985-07-10 Verfahren zur herstellung eines adsorbens fuer die zellaffinitaetschromatographie

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DD27842785A DD239223A1 (de) 1985-07-10 1985-07-10 Verfahren zur herstellung eines adsorbens fuer die zellaffinitaetschromatographie

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DD239223A1 true DD239223A1 (de) 1986-09-17

Family

ID=5569492

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DD27842785A DD239223A1 (de) 1985-07-10 1985-07-10 Verfahren zur herstellung eines adsorbens fuer die zellaffinitaetschromatographie

Country Status (1)

Country Link
DD (1) DD239223A1 (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
Bayly et al. Grape and wine proteins of white wine varietals
DE2638764C3 (de) Verwendung eines Austauscherharzes zum Auftrennen von Proteinen
EP0374778A2 (de) Verfahren zur Proteinimmobilisierung an einer Festphase, so hergestellte Protein tragende Festphase sowie deren Verwendung
DE2720704C2 (de) Neues Glycoprotein, Verfahren zu seiner Herstellung und seine Verwendung
DE2849563C2 (de)
DE2840503A1 (de) Material zur reversiblen fixierung biologischer makromolekuele, verfahren zu seiner herstellung und seine verwendung
DE69230061T2 (de) Künstliches immunoglobulin-bindendes protein
DE2319495A1 (de) Verfahren zum selektiven und reversiblen binden von biomolekuelen an adsorbenzien
CH621147A5 (en) Process for obtaining a cell culture which produces a desired polypeptide by genetic modification of microorganisms
DE2839170A1 (de) Chromatographisches material
DE3346336A1 (de) Verfahren zur herstellung von erythropoetin
WO1997014964A9 (de) Patientenspezifische immunadsorber für die extrakorporale apherese und verfahren für deren herstellung
WO1985003885A1 (fr) Supports de phase pour la chromatographie de partage de macromolecules, leur procede de fabrication et leur utilisation
EP1402008A2 (de) Verfahren zur aufreinigung eines enzyms und hiernach hergestelltes, aufgereinigtes enzym sowie verwendung des enzyms
DE3446636A1 (de) Verfahren zur herstellung eines immunreaktiven poroesen traegermaterials
EP0207100B1 (de) Verfahren zum ändern der wirksamen porenweite einer struktur
DE2163318C3 (de) Verfahren zur Herstellung von zur passiven Agglutination geeigneten Tra gerteilchen aus mit Formaldehyd be handelten Mikroorganismen
DE2410693A1 (de) Verfahren zum immobilisieren von enzymen
KR920000097B1 (ko) 대전입자를 이용한 세포배양액의 막여과법
DD239223A1 (de) Verfahren zur herstellung eines adsorbens fuer die zellaffinitaetschromatographie
CH670709A5 (de)
DE684256C (de) Verfahren zur Abtrennung von biologisch wertvollen Bestandteilen aus pflanzlichen oder tierischen Stoffen
DE521126C (de) Verfahren zur Reinigung von Biokatalysatoren, wie Co-Enzymen und Hormonen sowie wasserloeslichen Vitaminen
EP0025508A1 (de) Verfahren zur Herstellung der dritten Komponente des Komplements aus menschlichem Blutplasma
DE3883199T2 (de) Fc-bindendes Protein und Stamm zu dessen Herstellung.

Legal Events

Date Code Title Description
ENJ Ceased due to non-payment of renewal fee