DD240830A1 - Mittel zur erhoehung der resistenz gegenueber phytopathogenen pilzen und bakterien - Google Patents

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DD240830A1
DD240830A1 DD25567683A DD25567683A DD240830A1 DD 240830 A1 DD240830 A1 DD 240830A1 DD 25567683 A DD25567683 A DD 25567683A DD 25567683 A DD25567683 A DD 25567683A DD 240830 A1 DD240830 A1 DD 240830A1
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DD
German Democratic Republic
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thiocyanate
thiocyanates
seed
plant
treatment
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Application number
DD25567683A
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English (en)
Inventor
Ulrich Burth
Petra Mueller
Wolfgang Weuffen
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Adlw Inst F Pflanzenschutzfors
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Abstract

Die Erfindung betrifft Mittel zur Erhoehung der Resistenz von Kulturpflanzen gegenueber phytopathogenen Pilzen und Bakterien, die Thiocyanate als Wirkstoffe enthalten. Zur Anwendung kommen vorzugsweise dissoziierende Thiocyanate, wie Natrium-, Kalium- und Ammoniumthiocyanat, die einzeln oder in Kombination in den erfindungsgemaessen Mitteln an landwirtschaftlichen und gaertnerischen Kulturpflanzen eingesetzt werden.

Description

Ausführungsbeispiele
Es wurde festgestellt, daß verschiedene Formulierungstypen (Spritzpulver, Stäube, Lösungen, Suspensionen, Emulsionskonzentrate, Granulate, Mikrokapseln usw.) zur Anwendung kommen können und den vorteilhaften Effekt ergeben, diese Formulierungen enthalten je nach Typ ein oder mehrere Thiocyanate in Kombination mit einem oder mehreren inerten Trägern (z. B. Kaolin, Glimmer, Bentonit, Sepiolit, Diatomeenerde, synthetische Kieselsäure usw.). Netz-, Dispergier- oder Emulgiermittel (z.B. Ligninsulfonate, Dinaphthalmethan-di-sulfonate, Polyvinylsulfonate, Alkylsuccinate, Natriumsulfit, Alkylbenzolsulfonate, Alkylphenylpolyglykolether usw.), Haftmittel (z. B. Polyvinylalkohole, pflanzliche und tierische Wachse, Albumine, Dextrine, Gummiarabicum, natürliche und synthetische Harze usw.), Lösungsmittel (z. B. DMSO, DMF, HMPT, Triazetin, Propylenglykol usw.). Öle (mineralische und Triglyceride) und bei Bedarf Antiballungsmittel. Speziell für die Herstellung von Spritzpulvern oderStäuben können Mahlhilfsmittel neben anderen inerten Trägern notwendig sein, wobei dann Substanzen,wie Kreidepulver, Quarzmehl, Tonerden, natürliche Silikate oder SaIZe1WIe Natriumsulfat, Natriumbicarbonat, Natriumphosphate, Natriumthiosulfatund Natriumcarbonat zur Anwendung kommen.
Beispiel 1 bis 9 Mittel haben folgende Zusammensetzung:
Erfindungsgemäße
Mittel I Natriumthiocyanat
60Gew.-% Kaolin
36Gew.-% Metaupon
1 Gew.-% Sulfitablaugepulver
3Gew.-%
Mittel Il Kaliumthiocyanat
60Gew.-% Kaolin
36Gew.-% Metaupon
1 Gew.-% Sulfitablaugepulver
3Gew.-%
Mittel III Ammoniumthiocyanat
60Gew.-% Kaolin
36Gew.-% Metaupon
1 Gew.-% Sulfitablaugepulver
3Gew.-%
Mittel IV Natriumthiocyanat
35Gew.-% Ammoniumthiocyanat
35Gew.-% Kaolin
24Gew.-% Sulfitablaugepulver
3 Gew.-% äthoxylierter Al kylphenyl polyglykolether
3Gew.-%
Mittel V Natriumthiocyanat
10Gew.-% Wasser
86Gew.-% Dextrin
3 Gew.-% äthoxylierter Alkylphenylpolyglykolether
1 Gew.-%
Mittel Vl Kaliumthiocyanat
10Gew.-% Wasser
86Gew.-% Dextrin
3Gew.-% äthoxylierter Al kylphenylpolyglykolether
1 Gew.-%
Mittel VII Ammoniumthiocyanat
10Gew.-% Wasser
86Gew.-% Dextrin
3Gew.-% äthoxylierter Alkylphenyl polyglykolether
1 Gew.-%
Anwendungsbeispiele erfindungsgemäßer Mittel an ausgewählten Kulturpflanzen
Beispiel 8: Prüfung der erfindungsgemäßen Mittel an der Wirt-Parasit-Kombination Getreide-Mehltau Die erfindungsgemäßen Mittel V, Vl und VII werden für die Versuche benutzt. Zur Versuchsdurchführung werden Weizenkörner der Sorte Alcedo (mehltauempfindlich) im Naßbeizverfahren behandelt. Die gebeizten Weizenkörner werden ausgesät und nach dem Auflaufen mit Mehltau (Erysiphe graminis DC. f. sp. tritici) inokuliert. Nach dem Sichtbarwerden der Mehltaupusteln erfolgt die Versuchsauswertung durch mikroskopisches Ausmessen der Flächen der sporulierenden Mehltaupusteln.
Auf den mit den erfindungsgemäßen Mitteln behandelten Weizenpflanzen sind die sporulierenden Flächen der Mehltaupusteln erheblich verringert (Tabelle 1).
Tabelle 1: Ergebnisse der Prüfung der erfindungsgemäßen Mittel an der Wirt-Parasit-Kombination Getreide-Mehltau im Beizversuch
Variante Pusteldurchmesser (mm2)
unbeh. Kontrolle 0,1g/ 1g/ 10 g/100 kg Saatgut
Mittel V 0,9 0,6 0,5 0,4
Mittel Vl 0,8 - 0,6 0,6 0,5
Mittel VII 0,9 0,8 0,7 0,6
Beispiel 9: Prüfung des erfindungsgemäßen Mittels I an der Wirt-Parasit-Kombination Tomate—Phytophthora Unter Laborbedingungen werden abgetrennte Fiederblätter von Tomatenpflanzen in einer Brühe (0,1 % Wirkstoff) getaucht und nach dem Abtrocknen durch Auftropfen einer Zoosporensuspension (15 x 104Sporangien/ml) von Phytophthora infestans inokuliert. Die abgetrennten Fiederblätter werden bei 18...200C und 90... 100% relativer Luftfeuchte inkubiert. 4 bis 5 Tage nach der Inokulation ist der phytophthorahemmende Effekt durch Auswertung der Anzahl der Beschaffenheit der Nekrosen zu bestimmen.
Nach Anwendung des Mittels I wurde eine deutliche Reduktion der Nekrosengröße beobachtet, wobei aber der Pilzbefall (Anzahl der Nekrosen) nur um 5% verringert wurde.

Claims (5)

  1. Erfindungsanspruch:
    1. Mittel zur Erhöhung der Resistenz gegenüber phytopathogenen Pilzen und Bakterien, dadurch gekennzeichnet, daß sie neben üblichen Träger- und Zusatzstoffen als Wirkstoffe Thiocyanate, vorzugsweise dissoziierende Thiocyanate, einzeln oder in Kombination enthalten.
  2. 2. Mittel nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß vorrangig Natrium-, Kalium- und Ammoniumthiocyanat zur Anwendung kommen.
  3. 3. Mittel nach Punkt 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie Thiocyanat als Anion direkt oder unter den Bedingungen des Pflanzenanbaus (z. B. Einfluß des Bodens, insbesondere der Bodenflora, Stoffwechselvorgänge in der Pflanze selbst) indirekt freisetzen.
  4. 4. Mittel nach Punkt 1 ...3, dadurch gekennzeichnet, daß sie zwischen 0,1 und 98Gew.-% Thiocyanat bzw. Thiocyanatkombinationen neben den üblichen Träger- und Zusatzstoffen enthalten.
  5. 5. Mittel nach Punkt 1 ...4, dadurch gekennzeichnet, daß zur Boden- und Sproßbehandlung Wirkstoffaufwandmengen von 0,1 bis 50 kg/ha sowie zur Behandlung von Saat-und Pflanzgut 0,1 bis 500 g Wirkstoff/100 kg Saat-und Pflanzgut zur Anwendung kommen.
    Anwendungsgebiet der Erfindung
    Anorganische Thiocyanate sind geeigneten Stoffwechsel der Pflanzenzelle zu optimieren und damit unter anderem deren Widerstandsfähigkeit gegen phytopathogene Krankheitserreger in einem Ausmaß zu erhöhen, daß Verluste in der Pflanzenproduktion gesenkt werden.
    Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
    Bisher erfolgt die Bekämpfung von phytopathogenen Erregern durch Applikation viruzider bzw. mikrobiozider Mittel, das heißt in einer unphysiologischen Weise. Auf diese Art wird das biologische Gleichgewicht nicht gefördert. Es gelangen in zunehmendem Ausmaß toxische Substanzen in die Umwelt mit allen bekannten Nachteilen, und es ergeben sich Probleme bezüglich möglicher Rückstände in den kontaminierten Futter- bzw. Nahrungsmitteln.
    Ziel der Erfindung
    Kultivierung von Nutzpflanzen, mit einem höheren natürlichen Resistenzniveau.
    Darlegung des Wesens der Erfindung
    Es wurde gefunden, daß Thiocyanate als ein physiologischer Bestandteil der Zelle für bedeutende Phasen der Zelltätigkeit ein regulierendes unentbehrliches Prinzip darstellt und durch Zufuhr von Thiocyanat in geeigneter Form die Pflanzen im Endeffekt eine günstigere Entwicklung erfahren, woraus unter anderem eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen phytopathogene Krankheitserreger resultiert. Damit werden Ertragsverluste herabgesetzt. Als wichtiges weiteres Ergebnis der Anwendung von Thiocyanat kommt hinzu, daß eine Belastung der Umwelt und insbesondere der Nahrungs- und Futterpflanzen vermieden wird, was sich vorteilhaft auf das gesamtbiologische Geschehen und besonders die Gesundheit von Nutztier und Mensch auswirkt. Die Zufuhr des Thiocyanate kann erfolgen in Form von Kalium-, Natrium- und Ammoniumthiocyanat bzw. ein Gemisch derselben und durch Substanzen, die leicht Thiocyanat abgeben bzw. sich zu Thiocyanat umsetzen unter den Bedingungen der Pflanzenkultivierung. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß organische Thiocyanate,wie z.B. das 1-Thiocyan-2,4-dinitrobenzen, eine Verbindung, die gegen die Rebenperonospora erfolgreich eingesetzt wird, mit der Wirkung anorganischer ionisierender Thiocyanatverbindungen in keiner Weise vergleichen werden können, genausowenig, wie man Natriumchlorid mit Pentachlorphenolnatrium vergleichen kann. Organische Thiocyanate haben nicht den optimierenden Einfluß auf den Zellstoffwechsel. Sie sind unphysiologisch, und hier ist die toxische Wirkung des Gesamtmoleküls und seiner einzelnen Substituenten entscheidend.
    Die Erhöhung des Resistenzniveaus von Kulturpflanzen gegenüber Pilzen und Bakterien mit den erfindungsgemäßen Mitteln wird nach Boden-sowie nach Sproßbehandlung mit Wirkstoffaufwandmengen von 0,1 bis 50kg/ha erreicht. Zur Behandlung von Saat-und Pflanzgut kommen 0,1 bis 500g Wirkstoff/100 kg Saat-und Pflanzgut zur Anwendung. Zur Erzielung eines für die Praxis vorteilhaften Effektes ist eine Formulierung der Wirkstoffe allein oder in Kombination notwendig. Die erfindungsgemäßen Mittel enthalten zwischen 0,1 und 98Gew.-% den Wirkstoff bzw. die Wirkstoffkombination neben den üblichen Träger- und Zusatzstoffen. Den erfindungsgemäßen Mitteln können weiterhin Zusätze von Insektiziden, Bakteriziden, Viriziden, Fungiziden, Mineralstoffen, Spurenelementen sowie Mitteln zur Steuerung biologischer Prozesse beigemischt werden, durch die ihr Verwendungszweck zur Pflanzenhygiene und Pflanzenpflege erweitert wird. Die Applikation der erfindungsgemäßen Mittel auf den pflanzlichen Sproß oder zur Behandlung von landwirtschaftlichem oder gärtnerischem Saat- und Pflanzgut sowie zur Bodenbehandlung kann mit einer Vielzahl von Techniken erfolgen, wobei zur kontinuierlichen Versorgung der Kulturpflanzen während ihrer Vegetationszeit eine Anwendung in Form von Granulaten, Mikrogranulaten und Mikrokapseln besonders effektiv ist. Speziell zur Saatgutbehandlung können die erfindungsgemäßen Mittel zur Pillierung bzw.' beim Fluid-Drilling sowie auf saatguttragenden Bändern eingesetzt werden.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO2015131072A1 (en) * 2014-02-28 2015-09-03 Drexel Chemical Company Compositions and methods for improving seed quality

Cited By (2)

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WO2015131072A1 (en) * 2014-02-28 2015-09-03 Drexel Chemical Company Compositions and methods for improving seed quality
AU2017251827B2 (en) * 2014-02-28 2019-09-12 Drexel Chemical Company Compositions and methods for improving seed quality

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