DD241015A5 - Verfahren zur selektiven trennung von schwefelwasserstoff aus gasgemischen die auch kohlendioxid enthalten - Google Patents

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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur selektiven Abscheidung von Schwefelwasserstoff aus Gasgemischen, enthaltend Kohlendioxid mit Hilfe eines Gemisches von einem tertiaeren Amin und einem organischen Loesungsmittel bei einem Wassergehalt unter 25 Gew.-% und Regenerierung der ausgebrauchten Absorptionsloesung in einer Destillierkolonne. Ziel der Erfindung ist die Bereitstellung eines verbesserten Verfahrens bei dem ein mit H2S angereicherter Gasstrom gewonnen werden kann, der geeignet ist zur Schwefelgewinnung in Claus-Anlagen. Erfindungsgemaess wird die ausgebrauchte Absorptionsloesung vor dem Regenerieren in der Destillationskolonne einer Teil-Regenerierung in einer oder mehreren Stufen unterworfen, wobei aus der Absorptionskolonne ein Gas ausgetragen wird, dessen Verhaeltnis CO2/H2S groesser ist als in der Loesung.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur selektiven Abscheidung von Schwefelwasserstoff aus Gasgemischen, enthaltend Kohlendioxid, mit Hilfe eines Gemischs von einem tertiären Amin und einem organischen Lösungsmittel in wäßriger Lösung.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Aus der DE-OS 3126136 ist die Verwendung eines Gemischs eines tertiären Amins mit einem organischen Lösungsmittel mit einem Wassergehalt von maximal 10Gew.-% für die Absorption von Schwefelwasserstoff bekannt. Dieses bekannte Verfahren wird anhand der beiliegenden Fig. 1 erläutert. Das Rohgas tritt über Leitung 1 in den Absorber 2 ein, in welchen über Leitung 3 die Absorptionslösung eingespeist wird. Aus dem Kopf des Absorbers 2 wird über Leitung 4 Reingas ausgetragen. Die ausgebrauchte Absorptionslösung verläßt den Absorber 2 über Leitung 5, wird im Ventil 6 entspannt, im Wärmeaustauscher 7 aufgewärmt und gelangt in die Regenerationskolonne 8 mit Wiedererhitzer 9. Die regenerierte Lösung verläßt die Kolonne 8 über Leitung 10 und wird mit Hilfe der Pumpe 11 nach Kühlen im Wärmeaustauscher 7 mit Hilfe eines Gebläses 12 in den Absorber 2 rückgespeist.
Aus dem Kopf der Kolonne 8 treten saure Gase enthaltend H2S, der von der Lösung mitgenommen worden ist, über eine Leitung 13 in einen Kühler 14 und in einen Abscheider 15, in welchem die Trennung in Schwefelwasserstoffgas, das über die Leitung 18 austritt, und eine flüssige Phase stattfindet, welche über Leitung 16 und Pumpe 17 in die Kolonne 8 rückgeführt wird. Bei diesem Verfahren erhält man im wesentlichen H2S freies Reingas sowie ein Abgas bestehend in der Hauptsache aus Schwefelwasserstoff und Kohlendioxid, wobei der Schwefelwasserstoffgehalt im Vergleich zu den Anteilen des Rohgases an Schwefelwasserstoff und Kohlendioxid erhöht ist.
Während für die meisten Gebiete die Anreicherung des Abgases mit H2S mehr als ausreichend ist, gibt es doch Fälle, wo eine höhere Selektivität wünschenswert ist. Höhere Selektivität ist besonders dann von Vorteil, wenn die sauren Abgase in einer Claus-Anlage zur Schwefelgewinnung dienen sollen, und es wünschenswert ist, das der Claus-Anlage zuzuführende Gasvolumen gering zu halten. Die Selektivität ist ebenfalls von besonderer Bedeutung, wenn Kohlendioxid weiterverwendet werden soll z. B. als chemisches Produkt in der Nahrungsmittelindustrie, also ein Wertprodukt darstellt, für welches sich an die Anlage für die Abscheidung von Schwefelwasserstoff noch eine übliche Anlage für die Kohlendioxidgewinnung anschließt. In diesem Fall ist es wesentlich, CO2-Verluste im Rahmen der H2S-Abscheidung weitgehend zu vermeiden.
Eine Erhöhung der Selektivität erreicht man im allgemeinen in einer Anlage unter Verwendung wäßriger, tertiärer Amine mit einer zweiten selektiven Behandlung d.h. einer sogenannten Konzentrierung. Dabei wird das saure Abgas auf einen Schwefelwasserstoffstrom höherer Konzentration aufgearbeitet. Dazu sind zusätzliche Investitionskosten und ein beträchtlicher Aufwand für die Betriebsführung und an Energie erforderlich.
Einer der Gründe, warum eine derartige Konzentrierstufe besonders belastend ist, ist die Tatsache, daß die sauren Abgase mit einem gewissen Überdruck anfallen, so daß die neuerliche Absorption des Schwefelwasserstoffs in der Konzentrierstufe bei etwas erhöhtem Druck stattfinden muß oder mit anderen Worten unter besonders unvorteilhaften Bedingungen. Andererseits würde ein nochmaliges Komprimieren des gesamten sauren Abgases zu aufwendig sein.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist die Bereitstellung eines verbesserten Verfahrens zur selektiven Entfernung von Schwefelwasserstoff aus Gasgemischen, enthaltend Kohlendioxid unter Verwendung eines Gemisches von einem tertiären Amin und einem organischen Lösungsmittel in wäßriger Lösung als Absorptionsmedium.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine neuartige Technologie zur Verfügung zu stellen, womit auf einfache und wirtschaftliche Weise eine selektive Abtrennung von H2S aus Gasgemischen erfolgen kann und ein mit H2S angereicherter Gasstrom gewonnen werden kann, der geeignet ist zur Schwefelgewinnung in Claus-Anlagen.
Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit erhöhter Selektivität für die H2S-Entfernung aus CO2-enthaltenden Gasgemischen. Das erfindungsgemäße Verfahren geht aus von der Absorption mit Hilfe einer Lösung, enthaltend ein tertiäres Amin, ein organisches Lösungsmittel und nicht mehr als 25Gew.-% Wasser, und anschließender regenerativer Destillation der ausgebrauchten Absorptionslösung und ist dadurch gekennzeichnet, daß die ausgebrauchte Absorptionslösung vor dem Regenerieren in der Destillationskolonne eine teilweise Regeneration in einer oder mehreren Stufe(n) erfährt, wobei die Trennung derart erfolgt, daß das Verhältnis CO2:H2S im Gas größer ist als in der die Absorptionskolonne verlassenden Lösung.
Das die teilweise Regenerierung verlassende Gas kann in die Hauptabsorptionskolonne oder in eine andere Absorptionskolonne rückgeführt werden.
Die teilweise Regeneration wird vorgenommen durch Expansion, Erwärmen, Abstreifen oder mit Hilfe einer oder mehrere Abtreibkolonne(n) bzw. einer Kombination dieser Maßnahmen und kann entsprechend oft wiederholt werden. Die Regenerationsstufen können gleich oder unterschiedlich sein.
Die Teil-Regeneration durch Entspannen erfolgt derart, daß die ausgebrauchte Lösung auf einen Druck zwischen dem Absorptionsdruck und dem Regenerationsdruck entspannt wird und die freigesetzten Gase abgetrennt werden. Dies kann wiederholt werden. Die Selektivität steigt an mit zunehmender Anzahl an Entspannungsstufen.
Es wurde jedoch festgestellt, daß die Selektivitätserhöhung geringer wird von der zweiten zur dritten Expansionsstufe, so daß für die Praxis mehr als 3 Expansionsstufen hintereinander zwischen Absorber und Regeneration nicht zweckmäßig sind.
Die Teil-Regeneration durch Erwärmen besteht darin, daß die ausgebrauchte Lösung z. B. mit der Abwärme aus der Regenerationskolonne aufgeheizt wird, worauf die freigesetzten Gase abgetrennt werden. Das Erwärmen geschieht unter dem Druck der Absorptionskolonne oder einem Druck zwischen Absorptionsdruck und Regenerationsdruck.
Die Teil-Regeneration mit einer oder mehrerer Abtreibkolonne(n) findet bei dem Absorptionsdruck oder einem Druck zwischen Absorptionsdruck und Regenerationsdruck statt.
Eine andere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht in einem leichten Aufheizen zwischen Expansion und Gasabscheidung, so daß man eine weitere Verbesserung der Selektivität oder Abscheiderate erreicht. Dieses Aufheizen ist in der Größenordnung von 5 bis 25°C, je nach angestrebter Selektivitätsverbesserung und der Anzahl an Expansionsstufen. Bei mehr als einer Stufe ist es zweckmäßig, vor der ersten Stufe ein stärkeres Aufheizen vorzunehmen und die folgenden Aufwärmstufen kleiner zu halten.
Die Teil-Regeneration durch Abstreifen besteht darin, daß die ausgebrauchte Lösung mit einem schwefelwasserstotffreien Gasgemisch abgestreift wird und zwar bei Absorptionsdruck oder einem Druck zwischen Absorptions- und Regenerationsdruck.
Dafür geeignete Gasströme können Heizgas oder Stickstoff aus der Luftzerlegungsanlage, die für die Herstellung von Synthesegas zur Teiloxidation dient, stammen. Diese Gasströme können sowohl in den Abstreifern als auch in der Abtreibkolonne zusätzlich zur Wärmeeinwirkung in der Nähe des Rückkochers oder unmittelbar darüber oder einige Böden unterhalb des gleichen Rückkochers in einer zusätzlichen adiabatischen Abstreifkolonne verwendet werden.
Die Teil-Regeneration kann auch ein Zwischenaufheizen zwischen Abtreibkolonne und/oder Abstreifkolonne umfassen.
All diese Systeme haben außer der Selektivität für Schwefelwasserstoff gegenüber Kohlendioxid weitere Vorteile, nämlich schwere Kohlenwasserstoffe sind beträchtlich verringert, da sie von der Absorptionslösung zusammen mit Schwefelwasserstoff aus dem Rohgas aufgenommen werden. Bekanntlich beeinträchtigen diese schweren Kohlenwasserstoffe die Qualität des in einer Claus-Anlage hergestellten Schwefels, insbesondere was dessen Farbe anbelangt.
Nach einer anderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die.aus den Entspannungsstufen für die Teilregeneration erhaltenen Gase auf den höchsten Druck der Regenerationsstufe verdichtet und Schwefelwasserstoff von einem Teil der regenerierten Lösung neuerlich aufgenommen. Es steht dann für weitere Verwendung ein im wesentlichen schwefelwasserstofffreier Kohlendioxidstrom zur Verfügung.
Es kann ein oder mehrere tertiäre(s) Amin(e) verwendet werden und zwar Dimethylethanolamin, Ethyldiethanolamin, Propyldiethanolamin, Dipropylethanolamin, Isopropyldiethanolamin, Diisopropylethanolamin, Methyldiisopropanolamin, Ethyldiisopropanolamin, Propyldiisopropanolamin, Isopropyldiisopropanolamin, N-Methylmorpholin. Das oder die verwendbare(n) Lösungsmittel sind Sulfolan, N-Methylpyrrolidon, N-Methyl-3-morpholon, Dialkylethermonoethylenglykol, Dialkyletherpolyethylenglykol, Ci-C4-Alkylgruppen, N-N-Dimethylformamid, N-Formylmorpholin, N-N-Dimethylimidazolin-2-on und N-Methylimidazole.
Ausführungsbeispiel
Die Erfindung wird nachstehend an einigen Beispielen näher erläutert
In der beiliegenden Zeichnung zeigen:
Fig. 1: in schematischer Darstellung das Fließschema nach dem bekannten Verfahren zur selektiven Abscheidung von Schwefelwasserstoff aus Gasgemischen, enthaltend Kohlendioxid mit Hilfe eines Gemisches von einem tertiären Amin und einem organischen Lösungsmittel als Absorptionsmedium;
Fig. 2: in schematischer Darstellung ein Fließschema nach dem erfindungsgemäßen Verfahren mit 3Teil-Regenerationsstufen; Fig.3: in schematischer Darstellung ein Fließschema nach dem erfindungsgemäßen Verfahren mit 3 Teil-Regenerationsstufen
in anderer Ausbildung; Fig. 4: in schematischer Darstellung ein Fließschema nach dem erfindungsgemäßen Verfahren unter Verwendung einer Abtreibkolonne;
Fig. 5: in schematischer Darstellung eine Teil-Regenerationsstufe;
Fig. 6: in schematischer Darstellung ein Fließschema des erfindungsgemäßen Verfahrens mit 2 Regenerationsstufen; Fig.7: in schematischer Darstellung ein Fließschema des erfindungsgemäßen Verfahrens mit 2 Regenerationsstufen in
vereinfachter Verfahrensführung; Fig.8: in schematischer Darstellung ein Fließschema des erfindungsgemäßen Verfahrens mit 2 Absorbern und einerteilweisen Regenerierstufe.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird nun an den Fließschemata der Fig. 2 und 8 weiter erläutert.
In Fig. 2 ist das Verfahrensschema mit 3 Teil-Regenerationsstufen gezeigt und zwar mit einer Expansion in einem Ventil auf einen Druck zwischen Absorberdruck und Regenerationsdruck und anschließende Abtrennung der freigesetzten Gase, die in den Absorber rückgeführt werden.
Rohgas gelangt über Leitung 1 in den Absorber 2, in welchen über Leitung 3 die Absorptionslösung eingespeist wird. Der Absorber 2 kann eine Boden- oder Füllkörperkolonne üblicher Konstruktion sein. Rohgas und Absorptionslösung bewegen sich im Gegenstrom zur selektiven Entfernung von Schwefelwasserstoff.
Am Kolonnenkopf wird Reingas (Kohlenwasserstoffe und CO2) über Leitung 4 ausgetragen.
Die ausgebrauchte Absorptionslösung verläßt den Absorber 2 über Leitung 5 und wird 3stufig teilweise regeneriert und zwar durch Entspannungen in den Ventilen 19; 20 und 21 und Phasentrennung in den Abscheidern 22; 23 und 24.
Vom Kopf der Abscheider 22; 23 und 24 werden die Gasströme in den Leitungen 25; 26 und 27 abgezogen, deren Verhältnisse CCVH2S größer sind als das entsprechende Verhältnis in der Lösung in Leitung 5 und welches fortschreitend im Hinblick auf die vorhergehende Stufe weniger steigt.
Die Gasphase aus dem Abscheider 24 gelangt über Leitung 27 in einen Kompressor 28, wo sie auf den gleichen Druck gebracht wird wie die aus dem Abscheider 23 über Leitung 26 ankommende Gasphase. Die vereinigten Gasphasen gelangen über Leitung 29 in einen Kompressor 30, in welchem sie auf den Druck der aus dem Abscheider 22 über Leitung 25 herangebrachten Gasphase gebracht wird. Die über Leitung 31 gesammelten Gasphasen werden schließlich im Kompressor 32 auf den Absorberdruck gebracht und über Leitung 33 in diesen rückgespeist.
Die flüssigen Phasen aus den Abscheidern 22 und 23 gelangen über die Leitungen 34; 35 mit Entspannungsventil 20 bzw. 21 schließlich in den Abscheider 24 und über Leitung 36 und das Entspannungsventil 37 in einen Wärmeaustauscher 7 und von dort schließlich in eine Destillationskolonne 8 mit Rückkocher 9 zur Vervollständigung der Regeneration.
Vom Boden der Kolonne 8 gelangt die regenerierte Lösung über Leitung 10 mit Hilfe der Pumpe 11 nach Abkühlen im Wärmeaustauscher 7 und weiterer Kühlung mit Luft durch ein Gebläse 12 in den Absorber 2.
Vom Kopf der Kolonne 8 treten die sauren Gase enthaltend Schwefelwasserstoff über Leitung 13 und Kühler 14 in den Abscheider 15, dessen flüssige Phase über Leitung 16 und Pumpe 17 in die Kolonne 8 rückgeführt und dessen Gasphase als Schwefelwasserstoff haltiges Abgas über Leitung 18 ausgetragen wird.
In Fig.3 ist ein Verfahrensschema mit 3 Teil-Regenerationsstufen durch Aufheizen, Entspannen und Abtrennen des freigesetzten Gases und Rückgleiten in den Absorber gezeigt. Gegenüber dem Fließschema der Fig. 1 sind zusätzlich Wärmeaustauscher 38; 39 und 40 vorgesehen, die zur Aufwärmung der durch die Leitungen 5; 34 und 35 strömenden entspannten Gase dienen. Die Wärmeenergie wird aufgebracht durch die regenerierte Lösung in Leitung 10 vor Rückleiten in den Absorber 2.
In Fig.4 ist eine Teil-Regenerationsstufe unter Verwendung einer Abtreibkolonne gezeigt. Die ausgebrauchte Lösung tritt über Leitung 5 in eine Abtreibkolonne 41 ein; von deren Boden wird die flüssige Phase über Leitung 42 abgezogen. Ein Teil davon geht zum Aufheizen über Leitung 43 in einen Wärmeaustauscher 44, worin die regenerierte Lösung aus Leitung 10 abgekühlt wird. Der restliche Teil der flüssigen Phase gelangt über Leitung 45 in eine zweite Teil-Regenerationsstufe oder in die Regenerationskolonne. Vom Kopf der Kolonne 41 wird über die Leitung 6 ein mit Kohlendioxid angereicherter Gasstrom über Leitung 46 ausgetragen.
In Fig. 5 ist eine Teil-Regenerationsstufe unter Verwendung einer Abstreifkolonne 47 gezeigt, in welche die ausgebrauchte Lösung über Leitung 5 eintritt und am Boden die flüssige Phase über Leitung 50 austritt. Über der Leitung 48 wird in den Boden der Kolonne ein Gasstrom zugeleitet und der Gasstrom über Leitung 49 ausgetragen.
Das Fließschema der Fig. 6 zeigt ein Verfahren mit 2 Regenerationsstufen, wobei die erste von einer Abtreibkolonne und die zweite von einer Entspannungsstufe und Aufwärmen und anschließender Phasentrennung dargestellt wird.
Die den Absorber 2 über Leitung 5 verlassende ausgebrauchte Lösung wird im Ventil 6 entspannt und gelangt dann in die Abtreibkolonne 41; aus deren Boden wird die flüssige Phase über Leitung 42 ausgetragen und gelangt zum Teil wieder in die Kolonne 41 zurück, nach Aufwärmen in dem Wärmetauscher 44, während der restliche Teil im Ventil 21 entspannt, im Wärmeaustauscher 40 aufgewärmt und in den Abscheider 24 eingeleitet wird. Die flüssige Phase verläßt den Abscheider 24 am Boden und gelangt über Leitung 36, wie in den vorhergehenden Fließschemen, in die Regenerationskolonne 8. Die Gasphase des Abscheiders 24 geht über Leitung 27 in den Kompressor 28 und wird nach Erreichen des Drucks der Abtreibkolonne41 wieder in diese rückgeführt.
Inder Abtreibkolonne 41 wird H2S neuerlich absorbiert und zwar durch einen Teil der regenerierten Lösung, die über Leitung 10 herangeführt wird, so daß aus dem Kolonnenkopf über Leitung 46 ein CO2haltiges Gas, das im wesentlichen frei von H2S ist, abgezogen werden kann.
Das Fließschema der Fig.7 ist bezüglich des vorhergehenden Prozesses vereinfacht und zeigt eine Verfahrensführung mit 2 Regenerationsstufen, wobei die erste Stufe eine Abtreibkolonne ist, die unter gleichem Druck wie der Absorber arbeitet und die zweite Stufe eine Expansion darstellt, worauf nach Erwärmen die Phasentrennung stattfindet.
Die aus dem Absorber 2 über Leitung 5 austretende Lösung wird teilweise in diesen nach Wiederaufwärmen in dem Wärmeaustauscher 44 ruckgeführt und der restliche Teil im Ventil 21 entspannt, im Wärmeaustauscher 40 aufgewärmt und gelangt dann in den Abscheider 24, von dessen Boden die flüssige Phase über Leitung 36 entsprechend obiger Verfahrensführung in die Kolonne 8 geleitet wird und vom Kopf die Gasphase nach Verdichten im Kompressor 28 in den Absorber 2 rückgeführt wird.
Nach dem in Fig. 8 gezeigten Fließschema sind 2 Absorber und eine teilweise Regenerierstufe bestehend aus Expansion, Aufwärmen und Phasentrennen vorgesehen.
Die den Absorber 2 über Leitung 5 verlassende Lösung gelangt nach Entspannen im Ventil 6 und Aufwärmen im Wärmeaustauscher 52 in einen zweiten Absorber 53, von dessen Boden über Leitung 54 die flüssige Phase austritt, im Ventil 23 entspannt, im Wärmeaustauscher 40 aufgewärmt und dann dem Abscheider 24zur Phasentrennung zugeführt wird. Vom Boden des Abscheiders 24 gelangt über Leitung 36 die flüssige Phase, wie bei den vorhergehenden Verfahren, in die Regenerationskolonne 8, während die Gasphase am Kopf des Abscheiders 24 austritt, über Leitung 27 und Kompressor 28 wieder dem Absorber 53 bei Absorberdruck zugeführt wird.
In dem Absorber 53 wird Schwefelwasserstoff durch die in Leitung 51 ankommende Phase wiederaufgenommen; diese ist ein Teil der regenerierten Lösung aus Leitung 10. Aus dem Kopf der Kolonne 53 erhält man über Leitung 55 kohlendioxidhaltiges im wesentlichen schwefelwasserstofffreies Gas.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird im folgenden noch an einem Beispiel und einem Vergleichsbeispiel weiter erläutert.
Beispiel
Erdgas mit einem Druck von 56 bar, enthaltend 4,5 Vol.-% H2S und 64Vol.-% CO2, wird mit einer Lösung von 40Gew.-% Dimethylethanolamin, 50Gew.-% N-Methylpyrrolidon und 10Gew.-% Wasser nach dem in Fig.8 gezeigten Verfahren behandelt.
Das Reingas enthielt < 1 ppm H2S und die sauren Gase 71,93 Vol.-% H2S; der CO2-Strom war mit <1 ppm H2S bei einem Druck von 15bar verunreinigt, dies entsprach 11,6% des im Rohgas enthaltenen CO2.
Vergleichsbeispiel
Das gleiche Erdgas wurde nach dem in Fig. 1 gezeigten bekannten Verfahren mit der gleichen Lösung behandelt. Man erhielt ein Reingas mit < 1 ppm H2S; die sauren Gase enthielten etwa 32,65VoI.-% H2S.
Es ist darauf hinzuweisen, daß man bei dem erfindungsgemäßen Verfahren außer einem im wesentlichen H2S freien CO2-Strom saure Gase enthaltend 71,93Vol.-% H2S erhält gleichbedeutend mit einem geringeren Gasvolumen, das in den Claus-Prozeß eingeführt wird, nämlich gegenüber dem Stand der Technik um den Faktor 2,2 verringert.

Claims (13)

  1. Erfindungsanspruch:
    1. Verfahren zur selektiven Entfernung von Schwefelwasserstoff aus Gasgemischen, enthaltend Kohlendioxid, durch Absorption mit Hilfe einer Lösung eines tertiären Amins in einem organischen Lösungsmittel mit einem Wassergehalt von nicht mehr als 25Gew.-% und Regenerieren der ausgebrauchten Absorptionslösung in einer Destillierkolonne, gekennzeichnet dadurch, daß man als tertiäre Amin Dimethylethanolamin, Ethyldiethanolamin, Propyldiethanolamin, Dipropylethanolamin, Isopropyldiethanolamin, Diisopropylethanolamin, Methyldiisopropanolamin, Ethyldiisopropanolamin, Propyldiisopropanolamin, Isopropyldiisopropanolamin, N-Methylmorpholin einzeln oder im Gemisch und als Lösungsmittel Sulfolan, N-Methylpyrrolidon, N-Methyl-3-morpholon, Dialkylethermonoethylenglykol, Dialkyletherpolyethylenglykol, Ν,Ν-Dimethylformamid, N-Formylmorpholin, N,N-Dimethylimidazolin-2-on, N-Methylimidazole einzeln oder im Gemisch verwendet und die ausgebrauchte Absorptionslösung vor dem Regenerieren in der Destillationskolonne einer Teil-Regenerierung in einer oder mehreren Stufe(n) unterworfen wird und man aus der Absorptionskolonne ein Gas austrägt, dessen Verhältnis CCVH2S größer ist als in der Lösung.
  2. 2. Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß man das bei der Teil-Regenerierung erhaltene Gas in die Absorptionskolonne rückleitet.
  3. 3. Verfahren nach einem der Punkte 1 oder 2, gekennzeichnet dadurch, daß man die teilweise Regenerierung durch Expansion, Erwärmen, Abstreifen und/oder in einer oder mehreren Abtreibkolonne(n) vornimmt.
  4. 4. Verfahren nach Punkt 3, gekennzeichnet dadurch, daß man die Teil-Regenerierung in 1 bis 3 Stufen vornimmt.
  5. 5. Verfahren nach Punkt 3, gekennzeichnet dadurch, daß man die Teil-Regenerierung durch Expansion der ausgebrauchten Lösung in einem Ventil auf einen Druck zwischen dem in der Absorptionskolonne und dem in der Regenerationskolonne vornimmt und das freigesetzte Gas abführt.
  6. 6. Verfahren nach Punkt 3, gekennzeichnet dadurch, daß man das Aufwärmen mit Hilfe der Wärmeenergie der regenerierten Lösung vornimmt.
  7. 7. Verfahren nach Punkt 7, gekennzeichnet dadurch, daß man das Aufwärmen beim Druck der Absorptionskolonne oder einem Druck zwischen dem der Absorptionskolonne und der Regenerationskolonne vornimmt.
  8. 8. Verfahren nach Punkt 3, gekennzeichnet dadurch, daß man die Abtreibkolonne bei dem.Druck der Absorberkolonne oder bei einem Druck zwischen dem der Absorber und der Regenerationskolonne betreibt.
  9. 9. Verfahren nach Punkt 3, gekennzeichnet dadurch, daß man die teilweise Regenerierung durch Abstreifen der ausgebrauchten Lösung mit einem schwefelwasserstofffreien Gasstrom vornimmt.
  10. 10. Verfahren nach Punkt 9, gekennzeichnet dadurch, daß man bei dem Druck der Absorptionskolonne oder bei einem Druck zwischen dem der Absorptions- und Regenerationskolonne abstreift.
  11. 11. Verfahren nach einem der Punkte 7 oder 8, gekennzeichnet dadurch, daß das Abstreifgas in der Nähe des Rückkochers, unmittelbar darüber oder einige Böden unter dem Rückkocher eingeführt wird.
  12. 12. Verfahren nach einem der Punkte 7 und/oder 9, gekennzeichnet dadurch, da/S man zur teilweisen Regenerierung stromauf der Abtreibkolonnen und/oder der Abstreifkolonne erwärmt.
  13. 13. Verfahren nach Punkt 3, gekennzeichnet dadurch, daß man die Gase aus der teilweisen Regenerierung in den Entspannungsstufen komprimiert auf den Druck der höchsten Teil-Regenerierungsstufe, wobei der enthaltene Schwefelwasserstoff durch einen Teil der regenerierten Lösung wieder absorbiert wird.
    Hierzu 4 Seiten Zeichnungen
DD85283215A 1984-11-26 1985-11-25 Verfahren zur selektiven trennung von schwefelwasserstoff aus gasgemischen die auch kohlendioxid enthalten DD241015A5 (de)

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