DD243724A1 - Verfahren zur herstellung eines naehgewirkes - Google Patents

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DD243724A1
DD243724A1 DD27825685A DD27825685A DD243724A1 DD 243724 A1 DD243724 A1 DD 243724A1 DD 27825685 A DD27825685 A DD 27825685A DD 27825685 A DD27825685 A DD 27825685A DD 243724 A1 DD243724 A1 DD 243724A1
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DD27825685A
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Juergen Lange
Walter Scholtis
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Textiltech Forsch
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Naehgewirkes, insbesondere eines Vlies-Faden-Naehgewirkes, das aus schrumpffaehigen Fasern und/oder Faeden besteht oder solche anteilig enthaelt, durch Uebernaehen eines Vlieses mit mindestens einem Naehfadensystem. Dieses Vlies-Faden-Naehgewirke soll gleichzeitig eine erhoehte Oberflaechenstabilitaet und groessere Resistenz gegenueber Pilling- und Flusenbildung aufweisen. Das wird dadurch erreicht, indem zunaechst das Vlies, bestehend aus mindestens 25% schrumpffaehigen Fasern, durch einen Vernadelungs- oder Maschenbildungsprozess bis zu einer Festigkeit von mindestens 3N/50 mm in Laengsrichtung vorverfestigt und danach spannungsarm thermisch geschrumpft wird. Schliesslich erfolgt in an sich bekannter Art und Weise das Uebernaehen des Vlieses auf einer Naehwirkmaschine.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Nähgewirkes, insbesondere eines Vlies-Faden-Nähgewirkes, das aus schrumpffähigen Fasern und/oder Fäden besteht oder solche anteilig enthält, durch Übernähen eines Vlieses mit mindestens einem Nähfadensystem. .. "
Dieses Nähgewirke soll vor allem als technische- und Haushalttextilie sowie im Bekleidungssektor eingesetzt werden.
. Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Vlies-Faden-Nähgewirke besitzen im Vergleich zu anderen textlien Flächengebilden, z. B. Geweben oder Gewirken, eine bedeutend geringere Resistenz gegenüber reibenden und scheuernden Belastungen. Dadurch neigen sie stark zur Pill- bzw. Flusenbildung, besonders wenn diese Nähgewirke nicht durch eine spezielle und aufwendige Hochveredlung ausgerüstet werden.
So ist bereits aus der DD-PS 217837 ein Verfahren zur Oberflächenstabilisierung von Vlies-Faden-Nähgewirken bekannt. Dabei wird das zu vernähende Vlies vor dem Übernähen unter Druckeinwirkung erhitzt und teilweise oder ganzflächig einseitig angeschmolzen. Beim nachfolgenden Nähwirkprozeß erfolgt der Nadeleinstich vorzugsweise von der angeschmolzenen Seite
Durch die Anwendung von Hitze und Druck wird eine thermische Vorverfestigung des Vlieses erreicht, wobei aber ein hoher.
apparatetechnischer Aufwand erforderlich ist. Des weiteren ist dieses Verfahren nicht zum Einsatz von schrumpffähigen Fasern und/oder Fäden geeignet.
Gegenstand der DD-PS 159 352 ist ein Verfahren zur Herstellung von Nähgewirken, insbesondere Vlies-Faden-Nähgewirken, mit hohem Einbindegrad. Dabei werden hochschrumpfende bzw. hochquellende Nähfäden und/oder schrumpfende bzw. quellende Fasern bzw. Fäden eingesetzt, die durch an sich bekannte Nachbehandlungen zum Schrumpfen bzw. Quellen gebracht werden.
Der Nachteil dieses Verfahrens besteht darin, daß bei gleichzeitiger Schrumpfbehandlung der schrumpffähigen Nähfaden und Fasern keine Erhöhung der Eigenschaftsverbesserungen beim Nähgewirke eintritt. Darüberhinaus ist dieses Verfahren nur beschränkt anwendbar, da der Sch rumpf der im Vlies-Faden-Nähgewirke enthaltenen schrumpffähigen Nähfaden und Fasern zu verschiedenen Zeitpunkten voraussetzt, daß die Schrumpftemperatur dieser beiden Komponenten so weit auseinanderliegen muß, daß kein gleichzeitiges Schrumpfen beider Komponenten erfolgen kann.
Des weiteren ist aus der DE-OS 2361864 ein Verfahren zur Herstellung von durch Nähen verfestigter Vliesstoffe vorbekannt.
Dabei wird zum Zwecke der Erhöhung der Festigkeit und Maßhaltigkeit ein Vliesstoff durch Übernähen mit Kettfäden gebildet, wobei das Faservlies vor dem Übernähen mit Kettfaden durch Maschenbildung zu einem Grundstoff verfestigt wird. Beide Verfahrensschritte—Verfestigung durch Übernähen mit Kettfäden und Verfestigung des Faservlieses durch Maschenbildung — können getrennt voneinander durchgeführt werden.
Der Nachteil dieser technischen Lösung besteht vor allem darin, daß keine wesentliche Verbesserung der Oberflächenbeständigkeit des Vlieses bzw. des daraus hergestellten Vliesstoffes eintritt, da die Fasern des Vlieses auch nach der Vorverfestigung relativ lose im Vliesverband verankert sind.
Schließlich ist auch auf der DD-PS 113035 hinzuweisen, die ein Verfahren zur Herstellung eines gerauhten textlien Flächengebildes nach der Maliwatt-Technologie beschreibt. Dabei wird ein bereits vorgefertigtes Maliwatt-Nähgewirke in Trikotlegung einer Maliwatt-Nähwirkanlage so zugeführt, daß auf die Seite der Warenbahn, die durch den zickzackförmigen Verlauf des Nähfadens gekennzeichnet ist, das neugebildete Faservlies in Fransenlegung aufgenäht wird. Die Zuführung der Ware mit Trikotlegung wird changierend vorgenommen. Eine Verbesserung der Oberflächenbeständigkeit, insbesondere der Pillresistenz, wird mit dem Verfahren nicht erreicht.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, unter Beseitigung vorgenannter Nachteile auf ökonomisch vertretbare Art und Weise die Herstellung eines Vlies-Faden-Nähgewirkes mit qualitativ guten Eigenschaften zu ermöglichen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein optisch sehr wirkungsvolles Vlies-Faden-Nähgewirke herzustellen, das gleichzeitig eine erhöhte Oberflächenstabilität und größere Resistenz gegenüber Pilling- und Flusenbildung aufweist, wodurch einerseits mittels nachfolgender Ausrüstungen, z. B. Rauhen, Scheren, eine einseitige Florseite erzeugt werden kann, andererseits weitere Veredlungsverfahren problemlos angewendet werden können.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, indem zunächst das Vlies, bestehend aus mindestens 25% schrumpffähigen Fasern, durch einen Vernadelungs-oder Maschenbildungsprozeß bis zu einer Festigkeit von mindestens 3 N/50 mm in Längsrichtung vorverfestigt und danach spannungsarm thermisch geschrumpft wird. Schließlich erfolgt in an sich bekannter Art und Weise das Übernähen des Vlieses auf einer Nähwirkmaschine. Dabei kann das Vlies im Sattdampfbereich thermisch geschrumpft werden.
Es ist auch möglich, daß das Vlies mittels IR-Strahlung geschrumpft wird.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung kann das Nähgewirke einer zusätzlichen thermischen Behandlung mittels Heißwasser, Dampf oder Trockenhitze unterworfen werden. Dadurch tritt ein festes Einschnüren des bereits vorher durch Schrumpf verdichteten Vlieses infolge Schrumpfung des Nähfadens ein. Bei dieser thermischen Behandlung tritt beim Nähgewirke ein Längsschrumpf von >10% ein.
Des weiteren können die schrumpffähigen Fasern mit den nichtschrumpfenden Fasern im Vlies homogen gemischt werden, oder die schrumpffähigen Fasern werden im Vlies schichtenweise angeordnet. Bei der letztgenannten Variante werden bei der Vorverfestigung des Vlieses durch die Maschenbildung die verwendeten Fasern überwiegend aus der Schicht der schrumpffähigen Fasern entnommen.
Schließlich kann das Vlies Wollfasern enthalten, die beim Schrumpfprozeß verfilzen und dadurch die durch den Schrumpf erzielte Verdichtung begünstigen.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren ist es möglich, die eingangs genannte Aufgabe zu erfüllen, wobei das Vlies-Faden-Nähgewirke auch in solchen Bereichen eingesetzt werden kann, wo bisher aufgrund fehlender Qualitätsmerkmale keine Möglichkeit gegeben war.
Ausführungsbeispiele
Die Erfindung soll nachstehend an Hand von Ausführungsbeispielen näher erläutert werden, ohne die Allgemeingültigkeit einzuschränken.
Beispiel 1:
Ein quergetäfeltes Vlies, das 50% Vl-F und 50% PE-F-hrs enthält und eine Flächenmasse von 100 g/m2 aufweist, wird auf einer Nähwirkmaschine nach dem Malivlies-Prinzip vorverfestigt. Danach wird dieses Vlies mit nur sehr geringer Warenspannung über einer Dämpfzone geschrumpft. Anschließend erfolgt das Übernähen dieses vorverfestigten, geschrumpften Vlieses auf einer Nähwirkmaschine (Maschinenfeinheit 22) mit PE-S 7,6tex.
Das erhaltene Nähgewirke weist eine verbesserte Pillresistenz auf. Darüberhinaus entsteht — hervorgerufen durch die erhöhte Festigkeit—auf der Stegseite ein fülliger, angenehmer Griff. Außerdem ist bei nachfolgenden Arbeitsgängen der Veredlung, z.B. Bleichen, Färben, ein besserer Warenlauf gegeben.
Beispiel 2:
Ein Vlies wird gemäß Beispiel 1 vorverfestigt und mit nachgeschaltetem IR-FeId geschrumpft. Dieses vorverfestigte, geschrumpfte Vlies wird danach auf einer Nähwirkmaschine (Maschinenfeinheit 22) mit PE-S-hsr 7,6tex in Franselegung übernäht und anschließend auf dem Foulard bei 900C Wassertemperatur einem sekundären Schrumpfprozeß unterworfen, abgequetscht und bei 140°C mit Voreilung auf dem Spannrahmen getrocknet.
Der Vorteil dieser Variante besteht darin, daß es durch den Schrumpf des Nähfadens zu einem „Verschnüren", d.h. einer weiteren Verdichtung und Festigkeitserhöhung des bereits vorverfestigten Vlieses kommt.

Claims (8)

  1. Erfindungsanspruch:
    1. Verfahren zur Herstellung eines Nähgewirkes, insbesondere eines Vlies-Faden-Nähgewirkes, das aus schrumpffähigen Fasern und/oder Fäden besteht oder solche anteilig enthält, durch Übernähen eines Vlieses mit mindestens einem Nähfadensystem, gekennzeichnet dadurch, daß zunächst das Vlies, bestehend aus mindestens 25% schrumpffähigen Fasern, durch einen Vernadelungs- oder Maschenbildungsprozeß bis zu einer Festigkeit von mindestens 3 N/50 mm in Längsrichtung vorverfestigt, danach spannungsarm thermisch geschrumpft und schließlich in an sich bekannter Art und Weise auf einer Nähwirkmaschine übernäht wird.
  2. 2. Verfahren nach Punkt !,gekennzeichnet dadurch, daß das Vlies im Sattdampfbereich thermisch geschrumpft wird.
  3. 3. Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß das Vlies mittels IR-Strahlung geschrumpft wird.
  4. 4. Verfahren nach Punkt 1 bis 3, gekennzeichnet dadurch, daß das Nähgewirke einer thermischen Behandlung mittels Heißwasser, Dampf oder Trockenhitze unterworfen wird.
  5. 5. Verfahren nach Punkt 4, gekennzeichnet dadurch, daß bei der thermischen Behandlung beim Nähgewirke ein Längsschrumpf von > 10% eintritt.
  6. 6. Verfahrennach Punkt 1 bis 5, gekennzeichnet dadurch, daß die schrumpffähigen Fasern mit den nichtschrumpfenden Fasern im Vlies homogen gemischt werden.
  7. 7. Verfahren nach Punkt 1 bis 5, gekennzeichnet dadurch, daß die schrumpffähigen Fasern im Vlies schichtenweise angeordnet werden.
  8. 8. Verfahren nach Punkt 7, gekennzeichnet dadurch, daß bei der Vorverfestigung des Vlieses durch Maschenbildung die verwendeten Fasern überwiegend aus der Schicht der schrumpffähigen Fasern entnommen werden.
DD27825685A 1985-07-04 1985-07-04 Verfahren zur herstellung eines naehgewirkes DD243724A1 (de)

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