DD249036A5 - Verfahren zur Aufarbeitung von Kohlenstoff enthaltenden Abfällen - Google Patents

Verfahren zur Aufarbeitung von Kohlenstoff enthaltenden Abfällen

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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Aufarbeitung von Kohlenstoff enthaltenden Abfaellen und Biomasse zur Abfallbeseitigung bzw. -aufbereitung. Ziel der Erfindung ist die Bereitstellung eines verbesserten universell anwendbaren Verfahrens. Erfindungsgemaess wird in der Weise verfahren, dass die Kohlenstoff enthaltenden Abfaelle und/oder die Biomasse mit Wasserstoff und/oder mit Wasserstoff enthaltenden Gasen und/oder Wasserstoff uebertragenden Verbindungen (Wasserstoff-Donor-Loesungsmitteln) umgesetzt werden in einem Temperaturbereich von 75-600C, bei einem Druck von 1-600 bar, einem bevorzugten Druck von 2-500 bar und einer Verweilzeit von 1 Minuten bis 8 Stunden, bevorzugt von 15 Minuten bis 6 Stunden.

Description

Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Es ist in der Öffentlichkeit und in der Fachwelt bekannt, daß der weltweit anfallende Abfall eine zunehmend größere Belastung der Umwelt darstellt.
Seit Jahrzehnten wird bis heute Abfall in Deponien, z.B. in verlassenen Kiesgruben, Bergwerksgruben und an anderen Stellen gelagert. Lange Zeit hat man hierbei die chemische Struktur des Abfalls und seine langfristige Einwirkung auf Boden und Grundwasser nicht beachtet.
In jüngerer Zeit werden bestimmte Abfälle in sog. Sonderdeponien gelagert. Hierbei bemüht man sich, die Deponie gegenüber Grundwasser und Boden abzudichten. Langfristig sind jedoch auch hier Gefahren für die Umwelt zu befürchten.
Die Fachwelt hat sich daher seit einiger Zeit intensiv um eine Aufarbeitung bzw. Verarbeitung des Abfalls bemüht, einmal zur Schonung der Umwelt und zum anderen um verwertbare Produkte aus dem Abfall zu gewinnen.
So wird in „The Oil and Gas Journal ",Dec. 25,1978, S. 80, eine Pilotanlage beschrieben, in der durch Pyrolyse Kunststoffe in Gase und Öle umgewandelt werden können.
In „Hydrocarbon Precessing", April 1979, S. 183, wird eine Verbrennungsanlage, insbesondere für spezielle Abfälle beschrieben.
Auch der biochemische Abbau von Kunststoffen wurde untersucht (s. z.B. „European Chemical News", Sept. 10,1979, S.28). In „Chemical Engineering", 13. August 1979, S.41, wird ein Verfahren beschrieben, nach dem gefährliche Abfälle in erhärtende Materialien, z. B. Zement, eingegossen werden.
Ein Überblick über die wichtigsten Verfahren ist in „Chemical and Engieneering News", 1.0kt. 1979, S.34, dargestellt. Hier wird insbesondere die Vergasung von Biomasse, nämlich Holzabfällen und dergl. zu Kohlenmonoxid und Wasserstoff beschrieben.
Auf S. 36, linke Spalte dieser Schrift wird auch ein Versuchsprogramm zur Umsetzung von zerkleinertem Holz in Wasser suspendiert, mit Wasserstoff in Gegenwart von Raney-Nickel, als Katalysator beschrieben.
in „Europa Chemie", 25,1979, S.417, wird ein Verfahren beschrieben, nach dem unsortierte Kunststoffabfälle plastifiziert und verpreßt werden.
Die Wirbelschichtverbrennung von Abfällen wird in „Chemische Industrie", XXXII, April 1980, S. 248, beschrieben.
Die Umwandlung von Abfällen und Biomasse durch Erhitzen mit Wasser und Alkalien wird in „Chemistry International", 1980, No.4, S.20, beschrieben.
Zahlreiche andere Publikationen sind darüber hinaus bekannt geworden.
In jüngster Zeit wurden vor allem die Verbrennung in modernsten Anlagen weiter entwickelt und Großanlagen errichtet, die nach diesem Verfahren arbeiten. Obgleich Entstaubung und Rauchgaswäsche in solchen Anlagen integriert sind, ist die Umsetzung der Abfälle zu CO2 (und Wasser) ein unvermeidliches Begleitproblem.
Besonders im Hinblick auf die Anreicherung des CO2 in der Atmosphäre, istdieCO2-Erzeugung unerwünscht. Ferner entweichen Schadstoffe auch bei sorgfältiger Reinigung, so z.B. Schwermetalle, SO2, NOx u.a., in kleinen Anteilen in die Atmosphäre.
Auch die Pyrolyse wird inzwischen in technischem Umfang betrieben (s. beispielsweise „Vereinigte Wirtschaftsdienste GmbH",
4. Okt. 1985, S. 9). Die Pyrolyse hat jedoch die Nachteile der überwiegenden Bildung gasförmiger Produkte und eines stark verschmutzten Koksrückstandes.
Das Problem der Abfall- und Biomasse-Verarbeitung ist daher nach wie vor nicht zufriedenstellend gelöst.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist die Bereitstellung eines verbesserten und universell anwendbaren Verfahrens zur Abfallbeseitigung bzw. -aufbereitung, mit dem die Nachteile bekannter Verfahren vermieden werden.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein neues Verfahren zur Aufarbeitung von Kohlenstoff enthaltenden Abfällen und Biomasse aufzufinden.
Eine überraschende, im Vergleich zum Stand der Technik wesentlich günstigere Lösung des Problems der Abfallbeseitigung, insbesondere im Hinblick auf die Gewinnung sehr hoher Anteile wertvoller Produkte, wird in der vorliegenden Erfindung offenbart, die ein Verfahren betrifft, zur Aufarbeitung von Kohlenstoff enthaltenden Abfällen und Biomasse, dadurch gekennzeichnet, daß die Kohlenstoff enthaltenden Abfälle und/oder Biomasse mit Wasserstoff und/oder Wasserstoff enthaltenden Gasen und/oder Wasserstoff übertragenden Verbindungen umgesetzt werden in einem Temperaturbereich von 75-6000C, bei einem Druck von 1-600 bar, bevorzugt von 2-500 bar und einer Verweilzeit von 1 min bis8Std., bevorzugt von 15min bis 6Stdn.
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht es, Abfälle aus denen anorganische Bestandteile, wie Glas, Metalle, Steinmaterialien und dergleichen entfernt sind, ohne weitere Sortierung zu wertvollen Kohlenwasserstoffen zu verarbeiten, also zu C-i-Cj-Kohlenwasserstoffgasen, zu im Benzinbereich siedenden Kohlenwasserstoffen und zu Mittel- und Schwerölen, die als Dieselöl und zu Heizungszwecken verwendet werden können. Erfindungsgemäß sind vorsortierte Materialien ebenfalls verarbeitbar, insbesondere in der Weise, daß kohlenstoffhaltige Abfälle synthetischen Ursprungs, wie beispielsweise Kunststoffe bzw. Kunststoffgemische, Gummi, Reifen, Textilabfall von dem vegetabilischen Anteil oder Biomasse-Anteil zumindest grob abgetrennt werden und dann einer separativen hydrierenden Behandlung unterworfen werden, ggfs.
gemeinsam mit Industrieabfällen, wie z. B. Lack- und Farbresten und organischen Chemikalien, Industrieproduktionsabfällen, organisch-synthetischen Shredderabfällen der Autoindustrie, Klärschlamm oder mit Altölen u.dergl. Hierbei können teilweise andere Abfälle wie Papier, Lebensmittelreste, land- und forstwirtschaftliche Abfälle, Holz, Pflanzen und dergleichen, werden weitgehend abgetrennt, jedoch auch in gewissem Umfang im synthetischen Anteil verbleiben.
Hausmüll kann demgemäß beispielsweise in der Weise aufgearbeitet werden, daß man die Kunststoffe, Gummi, Textilresfe und dergleichen zumindest grob abtrennt und gesondert der hydrierenden Behandlung unterwirft oder z. B. gemeinsam mit Altreifen und/oder Kunststoff und/oder Chemieabfällen aus der Industrie und/oder Altölen u. dergl. Auch die synthetischen Einzelkomponenten sind unter den erfindungsgemäßen Bedingungen sehr gut zu wertvollen flüssigen Produkten verarbeitbar.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist auch sehr gut geeignet für die gemeinsame hydrierende Behandlung der genannten Abfälle bzw. Abfallgemisch mit Kohle, Kohlebestandteilen, wie beispielsweise Kohleölrückständen, Kohleölen, Pyrolyseölen, Erdöl, Erdölrückständen, sonstigen Erdölbestandteilen, Ölschiefer, Ölschieferbestandteilen, Ölsanden, Bitumen u. ähnlichen bzw. den Gemischen dieser Materialien. Die Abtrennung der oben genannten anorganischen Materialien von den kohlenstoffhaltigen Materialien kann gemäß dem Stand der Technik durchgeführt werden. Diese anorganischen Materialien können, sofern sie nicht wieder aufgearbeitet werden, deponiert werden. Auch die Zerkleinerung und Trennung von Abfallmaterialien und Biomasse kann gemäß dem Stand der Technik durchgeführt werden. Soweit apparative Bedingungen dem nicht entgegenstehen, kann das erfindungsgemäße Verfahren auch in Gegenwart anorganischer Materialien durchgeführt werden.
Bestandteile in den Abfällen, die nicht in Kohlenwasserstoffe umwandelbar sind, wie z. B. Schwefel, Stickstoff, Sauerstoff und Halogene in Form ihrer Verbindungen, fallen am Hydrierreaktorausgang als Wasserstoffverbindungen gasförmig an, also als H2S, NH3, HCI, H2O u.a.
Es ist Stand der Technik, diese Verbindungen durch Gaswäschen abzutrennen und ggfs. einer Weiterverarbeitung zuzuführen.
Auch die Bildung gefährlicher bei der Verbrennung entstehender Stoffe, wie z. B. von NOx, SO2 oder von Dioxinen wird gemäß vorliegendem Verfahren vermieden. Ebenso können schwer verbrennbare Kunststoffe(wie Polyvinylchlorid risikolos aufgearbeitet werden.
Die Hydrierung der kohlenstoffhaltigen Abfälle kann ohne Katalysatoren mit sehr guten Ergebnissen durchgeführt werden.
Teilweise noch bessere Ergebnisse bezüglich Umsatz und Selektivität von Fraktionen bestimmter Siedebereiche können in Gegenwart von Katalysatoren erhalten werden, wie beispielsweise in Gegenwart von Fe, Mo, Ni, Co, W und anderen hydrieraktiven Metallen und/oder ihren Verbindungen, wobei diese aus einzelnen oder aus wenigstens zweien dieser Komponenten bestehen können und die Metalle und/oder deren Verbindungen auf Trägern verwendet werden können, z. B. auf Aluminiumoxid, Siliziumdioxid, Aluminiumsilikaten, Zeolithen und anderen dem Fachmann bekannten Trägern oder von Tragergemischen oder auch ohne Träger. Auch bestimmte Zeolithe als solche sind geeignet.
Weitere geeignete Katalysatoren können sog. Wegwerf-Katalysatoren sein, wie beispielsweise Herdofenkoks, Winklervergasungsstäube, Stäube und Aschen, die bei der hydrierenden Vergasung von Kohle zu Methan anfallen (HKV-Stäube), aber auch Eisenoxide enthaltende Gemische, wie beispielsweise Rotschlamm, Bayermasse, Luxmasse, Stäube aus der Eisenindustrie und andere, wobei diese Materialien auch mit hydrieraktiven Metallen und/oder Metallverbindungen dotiert sein können, insbesondere mit Schwermetallsalzen, wie z. B. Eisensalzen oder Salzen des Chroms, Zinks, Molybdäns, Wolframs, Mangans, Nick&ls, Kobalts, fernerauch mit Alkali, Erdalkali, u.a. sowie mit Gemischen dieser Verbindungen. Die Katalysatoren können zumindest z. Teil sulfidierend vorbehandelt sein.
Die hydrierende Behandlung kann in weiten Druck- und Temperaturgrenzen nämlich von 76-6000C und 1-600 bar stattfinden.
Die hydrierende Behandlung mit und ohne Katalysatoren von Gemischen synthetischer Abfälle wie Kunststoffen, Kunststoffgemischen, Gummi, Reifen, Textilabfällen, Industrieabfällen und dergl. sowie deren Gemischen, wobei in Gegenwart von Anreibölen gearbeitet werden kann sowie in Gemischen mit Kohle, Kohlebestandteilen, Erdöl, Erdölrückständen, sonstigen Erdölbestandteilen, Ölschiefer, Ölschieferbestandteilen, Ölsanden und deren Bestandteilen, Bitumen und ähnlichen Materialien, gearbeitet werden kann, findet bei einem Druck von 30-500 bar, bevorzugt von 50-450 bar statt. Die Temperatur liegt bei 200-600°C, bevorzugt bei 200-5400C die Verweilzeit bei 1 min. bis 8 Stunden, bevorzugt bei 15 min. bis 6 Stunden.
Als Hydriergas können verschiedene Wasserstoffqualitäten eingesetzt werden: auch mit Beimengen(wiez. B. CO, CO2, H2S,
Methan, Ethan, Wasserdampf, u. a.
Sehr gut geeignet sind Wasserstoffqualitäten, wie sie bei Vergasungsreaktionen kohlenstoffenthaltender Materialien mit Wasserdampf entstehen. Solche Materialien können Rückstände aus der Verarbeitung mineralischer Öle sein oder von Kohle, Holz, Torf oder Rückständen aus der Kohleverarbeitung, beispielsweise Hydrierung. Geeignet sind auch Biomassen oder die aus Hausmüll abgetrennten vegetabilischen Anteile.
Sehr gut geeignet sind selbstverständlich auch reine H2-Qualitäten, wie beispielsweise Elektrolysewasserstoff. So kann erfindungsgemäß beispielsweise Hausmüll zunächst in vegetabilischen und synthetischen Anteil getrennt werden und anschließend dervegetabilische Anteil zurWasserstofferzeugung einerVergasung zugeführt werden, während der synthetische Anteil der hydrierenden Behandlung unterworfen wird.
Dervegetabilische Anteil kann auch einer Vergärung oder einer anderen Formation zugeführt werden.
Das im allgemeinen von anorganischen Materialien weitgehend befreite, gegebenenfalls getrocknete, zerkleinerte oder geschmolzene oder mit Anreiböl oder anderen Zusätzen gemischte Einsatzprodukt wird als solches oder mit Katalysator gemischt, auf Reaktionstemperatur gebracht und in der Reaktionszone mit Hydriergas behandelt.
In den Fällen, in denen bei erhöhterTemperatur bereits im Mischbehälter ein pumpbarer Brei entsteht, kann das Einsatzprodukt
in die Hydrierung gepumpt werden. Zur Erzeugung des pumpbaren Breis kann ein sog. Anreiböl, das im Prozeß anfällt und aus verschiedenen Quellen in der Anlage stammen kann, zugegeben werden. Anreiböl kann jedoch auch ein nicht aus der Anlage stammendes Fremdöl sein.
Schließlich kann auch Wasser oder Dampf zugefügt werden. Auch durch Zusatz beispielsweise von.Erdölkomponenten, Bitumen oder Kohlebestandteilen kann ein pumpbarer Brei entstehen.
Das Einsatzprodukt kann jedoch auch beispielsweise mit Hilfe von Förderschnecken u. a. dem Stand der Technik entsprechenden Fördervorrichtungen in den Hydrierreaktor gefördert werden.
Die Reaktionszone kann aus einem oder mehreren hintereinander oder parallel geschalteten Reaktoren bestehen.
Nachgeschaltet hinter den (die) Reaktor(en) befindet sich ggfs. im allgemeinen wenigstens ein Heißabscheider, wie er aus der Sumpfphasehydrierung bekannt ist, in dem eine Trennung bei der Heißabscheidertemperatur in gasförmige Bestandteile, die abgezogen werden und in den Heißabscheidersumpf, stattfindet.
Die gasförmigen Anteile werden gekühlt, wobei flüssige Kohlenwasserstoffe anfallen, die'dem Stand der Technik entsprechend weiterverarbeitet werden, wie beispielsweise durch weitere hydrierende Spaltstufen bzw. Raffinationsstufen und destillative Trennung. Teilweise können diese jedoch auch rückgeführt werden zum Anreiben des Einsatzproduktes. Die nicht kondensierten Gase werden durch Gaswäsche von H2S, NH3, HCI, gegebenenfalls auch CO und CO2 befreit.
Der Wasserstoff im anfallenden Gas kann als Hydriergas zu dem (den) Hydrierreaktor(en) rückgeführt werden. Eine Verarbeitung der in den gasförmigen Produkten enthaltenen niederen Kohlenwasserstoffe etwa durch Dampfreformieren ist ebenfalls möglich, wobei zusätzlich Wasserstoff gewonnen wird.
Die Produkte aus der Gasphase des Heißabscheiders, insbesondere die bei Normalbedingungen flüssigen Produkte können wie oben bereits aufgeführt, einer Raffinationsstufe zugeführt werden, die im allgemeinen hydrierend arbeitet. Hierbei können noch vorhandene geringe Anteile an Heteroatome enthaltenden Verbindungen vollständig hydrierend aufgearbeitet werden, so daß anschließend die Produkte praktisch schwefel-, Stickstoff- und halogenfrei sind. Höher siedende Anteile können wenigstens einer Krackanlage zugeführt werden, insbesondere einer Hydrokrackanlage. Aus der Verarbeitung können im Bedarfsfall auch bestimmte Anteile wieder in die Abfallhydrierung bzw. vor die Abfallhydrierung rückgeführt werden.
Heißabscheidersumpf kann auf verschiedene Weise aufgearbeitet werden, z.B. durch Vakuumdestillation, wobei der Sumpf der Vakuumdestillation einer Vergasung zu H2 und CO zugeführt werden kann. Die bei der Vergasung entstehenden Gase werden in diesem Fallevorteilhaftindieoben beschriebene Gaswäsche und Gasverarbeitung integriert. Der Vakuumdestillationsrückstand kann jedoch auch verkokt werden oder entasphaltiert werden oder nach anderen Verfahren des Standes der Technik weiterverarbeitet werden. Die anfallenden Rückstände und Aschen enthalten die metallischen Verunreinigungen, die entsprechend dem Stand der Technik deponiert werden können, sie können aber auch eine Wiedergewinnung der Metalle in der metallurgischen Industrie zugeführt werden oder gegebenenfalls als Katalysatoren in der Abfallhydrierung eingesetzt werden.
Der Heißabscheidersumpf bzw. -rückstand kann jedoch auch einer überkritischen Extraktion unterzogen werden, wie z. B. mit Propan, Butan oder höher siedenden Kohlenwasserstoffen, die aus dem Verfahren selbst entnommen werden können. Hierbei kann das Extraktionsmittel zumindest teilweise bereits in die Hydrierreaktoren selbst eingeführt werden, um den gewünschten Extraktionsgrad zu erzielen. Heißabscheidersumpf kann auch als Anreiböl eingesetzt werden, ebenso der Vakuumdestillationsrückstand, insbesondere nach Entasphaltierung.
Ausführungsbeispiel
Die Erfindung wird nachstehend an einigen Beispielen näher erläutert
In der beiliegenden Zeichnung zeigen:
Fig. 1: beispielhaft das erfindungsgemäße Verfahren mit beispielhaften Folgeschritten; Fig. 2: ein Beispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens mit einer vorgeschalteten Lösungsmittelbehandlung; Fig. 3: die Kombination einer Altölraffination mit dem erfihdungsgemäßen Verfahren; Fig. 4: die Abhängigkeit der Ausbeuten an den einzelnen Fraktionen in Abhängigkeit von der Temperatur.
Fig. 1 soll im folgende'n im einzelnen erläutert werden:
Die Abfallstoffe gelangen in Mischapparatur 1 nach Zerkleinern, wobei falls erforderlich, im Anschluß an die Mischapparatur 1 oder vor der Mischapparatur 1 eine zusätzliche Mahlung des Einsatzgutes stattfinden kann. Zusätzlich kann ein Anmaisch (-reib)öl 2 das aus den gewonnenen Flüssigprodukten entnommen wird oder ein Fremdöl 2a der Mischapparatur 1 zugeführt werden. Ferner kann in die Mischapparatur 1 Katalysator 3 zugesetzt werden. Unter Zuführung von Wasserstoff 4 bzw. Wasserstoff enthaltendem Gas wird das Einsatzgut in Reaktor 5 hydriert.
Anstelle von Reaktor 5 können auch mehrere Reaktoren eingesetzt werden. Aus dem Reaktor 5 gelangt das hydrierte Produkt in den Heißabscheider 6. Hier erfolgt eine Trennung in bei Heißabscheidertemperatur gasförmige Produkte 7, die über Wärmetauscher 8 in Abscheider 9 gelangen. Im Abscheider 9 werden die nach Kühlung flüssigen Produkte abgezogen, während über Kopf die gasförmigen Produkte entweichen.
Die Flüssigprodukte werden in üblicherweise aufgearbeitet, wie z.B. durch Destillation oder gegebenenfalls hydrierende Spaltung des schweren Ölanteils bzw. durch Raffination.
Die Gase werden im Gasabscheider 10 von Beimengen von H2S, NH3, HCI, CO2 u. a. befreit. Wasserstoff wird im Kreislauf geführt und gelangt wieder vor bzw. in den Hydrierreaktor 5. Gasförmige Kohlenwasserstoffe können ebenfalls abgetrennt werden und ein Teil oder ggf. die gesamten Kohlenwasserstoffe durch Behandeln in der Dampfreformierung 11 in H2 und CO umgewandelt werden.
Ausdem Heißabscheidersumpf wird dasflüssige Produkt abgezogen und beispielsweiseeinerVakuumdestillation 12zugeführt.
Dort werden weitere Öle 13 gewonnen, die ebenfalls als Anreiböl verwendet werden können.
Der Sumpf der Vakuumdestillation 12 kann beispielsweise in 14 verkokt werden. Auch die aus der Verkokung 14 über Kopf abgezogenen Produkte 15gelangenin die Gas-und Flüssig Produktaufarbeitung der Anlage. Der anfallende Koks 16, der auch die Aschebestandteile einschließlich Metallen enthält, kann in eine Vergasung 17 gelangen oder kann dem Stand der Technik entsprechend deponiert werden oder teil weise als Katalysator eingesetzt werden, in Abhängigkeit von der Zusammensetzung.
Alternativ kann der Vakuumdestillationssumpf direkt in 17 vergast werden. Die anfallenden Gase 18 gelangen in die Gasaufarbeitung der Anlage, während die anfallende Asche 19 bzw. der Ruß deponiert oder verbrannt werden können oder einer Weiterverarbeitung, z. B. der metallurgischen Industrie zugeführt werden können oder teilweise als Katalysatoren eingesetzt werden können, in Abhängigkeit von der Zusammensetzung.
Als weitere Alternative kann der Heißabscheiderinhalt mit einem überkritischen Gas extrahiert werden. Hierzu eignen sich beispielsweise Propan, Butan, Naphthaschnitte, aber auch Kohlenwasserstoffschnitte mit höherem Siedeende. Der Extrakt wird in üblicher Weise weiterverarbeitet. Der verbleibende Rückstand kann wie der Heißabscheidersumpf bzw. -rückstand weiterverarbeitetwerden. Das Extraktionsmittel kann insbesondere bei mehreren hintereinandergeschalteten Hydrierreaktoren bereits zumindest teilweise in die Reaktoren selbst eingeführt werden.
Im Falle von Einsatzprodukten mit relativ hohem Gehalt an Heteroatomen wie Schwefel, Stickstoff oder Halogenen, kann das flüssige Produkt aus Abscheider 9 zunächst einer Raffination 20 unterworfen werden, im allgemeinen einer hydrierenden Raffination. Das raffinierte Produkt gelangt in eine Destillation 21, jedoch auch die Destillate können einer Raffination unterworfen werden. Der Sumpf der Destillation 21 kann in einer Krackstufe 22 zu niedriger siedenden Produkten 23 gespalten werden.
Die durch Fig. 1 dargestellte Verarbeitung ist beispielhaft und schränkt die erfindungsgemäße hydrierende Verarbeitung von Abfall nicht ein, da der Stand der Technik für Produkte aus Hydrierreaktoren eine Vielzahl von Varianten umfaßt.
In die hydrierende Behandlung von Abfällen können auch Altöle bzw. Rückstände aus der Altölverarbeitung eingesetzt werden, wie in Fig.3 beispielhaft dargestellt ist.
Altöl kann beispielsweise aus einem Lagertank 1 in eine physikalische und/oder chemische Trenn- bzw. Reinigungsanlage 2 eingesetzt werden, um feste Stoffe, Wasser und dergl. abzutrennen. Das so vorgereinigte Produkt kann über Leitung 3 in den Hydrierreaktor 4 oder in die Raffination 7 eingesetzt werden. Gasförmige bzw. flüssige Produkte aus dem Heißabscheider 5 der Hydrierung können über Leitung 6 der Altölraffination 7 zugesetzt werden. Der Sumpfaus der Destillation 8 des raffinierten Altöls kann über Leitung 9 ebenfalls in den Hydrierreaktor 4 eingesetzt werden.
Zu hydrierende Abfälle werden aus Lagertank 10 entnommen und gelangen zunächst in einen Zerkleinerungs- und Mischbehälter 11, aus dem Einsatzprodukt über Leitung 12 in den Hydrierreaktor 4 überführt wird. Über Leitung 13 können beispielsweise zusätzlich schwere mineralische oder kohlestämmige Öle zugesetzt werden. Heißabscheidersumpf bzw. -rückstand kann beispielsweise über Leitung 14 in eine Vergasung 15 eingesetzt werden.
Erfindungsgemäß kann auch eine Lösungsmittelbehandlung mit geeigneten Lösungsmitteln, insbesondere Wasserstoff übertragenden Lösungsmitteln der hydrierenden Behandlung vorgeschaltet werden, anschließend kann entweder das gesamte aus Gelöstem und Ungelöstem bestehende Gemisch dem Hydrierreaktor 4 zugeführt werden oder es findet hinter der Löseapparatur eine Trennung in Gelöstes und Ungelöstes statt und Lösung oder Ungelöstes werden dem (den) Hydrierreaktor(en) 4 zugeführt. Durch nachgeschaltete Destillation kann in üblicher Weise das Lösungsmittel rückgeführt werden.
Der abgetrennte, ungelöste Feststoff kann auch einer Vergasung oder Verkokung zugeführt werden.
Auch in dieser erfindungsgemäßen Verfahrensvariante kann das Einsatzprodukt im Gemisch mit Kohle und/oder Kohlebestandteilen und/oder Erdölrückständen und/oder Erdöl u.a., hydriert werden.
Auch für diese erfindungsgemäße Aufarbeitung von Abfällen sind zahlreiche apparative Varianten möglich, wie sie dem Stand der Technik entsprechen.
Geeignete Lösungsmittel sind z. B. Tetralin, Anthracenöl, Isopropanol, Kresol enthaltende Öle, Decalin, Naphthalin, Tetrahydrofuran, Dioxan, jedoch auch beispielsweise erdölstämmige, kohlestämmige oder aus der Anlage selbst stammende Kohlenwasserstoffe und Öle und Sauerstoff enthaltende Kohlenwasserstoffe und Öle. Schließlich kann auch Wasser oder Dampf zugefügt werden.
Die erfindungsgemäße Anwendung von Lösungsmitteln wird beispielhaft in Fig. 2 näher erläutert:
In Löschbehälter 1 wird das zerkleinerte Gut bei erhöhter Temperatur zumindest teilweise gelöst bzw. suspendiert. In der Trennvorrichtung 2 kann eine Abtrennung von Ungelöstem stattfinden, das zur weiteren Verarbeitung beispielsweise in eine Verkokung 3 oder Vergasung 4 gelangt.
Die Lösung oder Suspension wird nun in dem (den) Hydrierreaktor(en) 5 hydriert. Vorzugsweise werden Wasserstoff übertragene Lösungsmittel wiez. B. Tetralin, Dekalin, Anthracenöl, Kreosotöl oder auch höher siedende Öle u.a. verwendet, so daß die Hydrierung auch bei niedrigen Wasserstoffdrucken bis in den Bereich von 1 bar Wasserstoffdruck durchgeführt werden
Verweilzeit und Wasserstoffdruck werden bei den erfindungsgemäßen Hydrierungen aufeinander abgestimmt. Das Hydrierprodukt kann in üblicher Weise aufgearbeitet werden, z. B. durch Destillation 6.
In einem weiteren Beispiel wird in Gegenwart von Anthracenöl gearbeitet, wobei das zu hydrierende Abfallmaterial, gegebenenfalls im Gemisch mit kohle- und/oder mineralischen Materialien zunächst unter Zusatz starker Säuren, z. B. von Fluorwasserstoff und/oder p-Toluolsulfonsäure bei etwa 370-420°C wird und anschließend gegebenenfalls nach Abtrennen nicht gelöster Materialien unter Zusatz von Salzen wie SbCI5, SbF6, u.a. sowie HF bzw. HCI, die zur Bildung starker komplexer Säuren befähigt sind, bei 75 bis 2200C, bevorzugt beil 50-200°C und 1-5 bar Wasserstoff, bevorzugt 1-2 bar Wasserstoff hydriert wird. In einer anschließenden Hydrierstufe können ungesättigte Produkte in gesättigte umgewandelt werden.
Auch beispielsweise unter Bedingungen der SRC-(Solvent Refined Coal) Kohlehydrierung lassen sich Abfälle gegebenenfalls im Gemisch mit Biomasse sowie gegebenenfalls im Gemisch mit kohle- und mineralischen Materialien, wie beispielsweise Erdölrückständen mit hohen Ausbeuten an destillierbaren Ölen umsetzen. Geeignete Bedingungen in der Auflösungsstufe sind 380—4800C. In der Hydrierstufe arbeitet man im allgemeinen bei 350—4500C und einem Druckvon 110-250 bar, vorzugsweise von 120—220 bar, wobei die üblichen Hydrierkatalysatoren eingesetzt werden können.
Die Untersuchungen der Anmelderin haben ergeben, daß für die hydrierende Kohle- und Erdöirückstandsverarbeitung entwickelte Verfahren auch für die hydrierende Spaltung von Kohlenstoff enthaltenden, ganz unterschiedliche Materialien enthaltenden Abfallgemischen, insbesondere dem synthetischen Teil der Abfälle, ggfs. im Gemisch mit kohle- und mineralischen Materialien anwendbar sind, wenn auch im Einzelnen ggfs. in abgewandelter Form.
Beispiele, die jedoch nicht limitierend sind, für solche Verfahren sind: das H-OiI Verfahren, das Can met Verfahren, das LC-Fi η ing Verfahren, das Veba Kombikrack-Verfahren (VEBA), das VEBA LO Krackverfahren (VEBA), das RCD Unibon Verfahren, das Residfining Verfahren, das Unicracking und Unicracking/HDS Verfahren, das HC Unibon Verfahren, das Isocracking Verfahren, das Heavy Oil Cracking Verfahren, das Dynacracking Verfahren, das Linde-Hydrokonverter Verfahren u.a.
In den Fällen, in denen es sich bei diesen Verfahren um Festbettkatalysator-Verfahren handelt, kann zumindest gelöster Abfall, wie z. B. in Kohleöl und Erdöl bzw. ihren Komponenten, erfindungsgemäß hydriertend behandelt werden.
Erfindungsgemäß können Abfallgemische auch in derWeise hydrierend verarbeitet werden, daß Gemische aus vegetabilischem und synthetischem Abfall, gegebenenfalls unter Zusatz von Biomasse in verschiedenen Stufen unter Bedingungen umgesetzt werden, bei denen einerseits im wesentlichen die hydrolytische und hydrierende Umsetzung vegetabilischen- bzw. Papieranteils und Biomasse-Anteils und andererseits die hydrierende Umsetzung des synthetischen organischen Abfalls erfolgt. Beide Stufen können auch in Gegenwart eines Wasserstoffdonor-Lösungsmittels durchgeführt werden.
So kann in der 1. Stufe eine hydrierende Behandlung ggfs. in Gegenwart von Hydrierkatalysatoren und einem Druck von 1 bar bis 150 bar, vorzugsweise 25-60 bar erfolgen, wobei vorzugsweise in Gegenwart von Wasser und anderen protischen Lösungsmitteln wie beispielsweise Alkoholen gearbeitet wird.
Anschließend können die überwiegend aus dem vegetabilischen Anteil erhaltenden Öle durch Lösungsmittelextraktion abgetrennt werden, wonach der nicht hydrierend gespaltene Anteil in der 2. Stufe unter bereits geschilderten Bedingungen ebenfalls hydrierend gespalten werden kann.
Die stufenweise Verarbeitung kann auch in der Weise erfolgen, daß vegetabilische Anteile bzw. Papieranteile bzw. Biomasse in der ersten Stufe hydrolytisch gespalten worden, beispielsweise in Gegenwart von Alkalien oder Säuren, wobei diese Umsetzung ggfs. in Gegenwart von CO stattfinden kann und bevorzugt in Gegenwart von Wasser und/oder anderen protischen Lösungsmitteln wie beispielsweise von Alkoholen und in der 2. Stufe der synthetische bzw. überwiegend synthetische Anteil hydrierend umgesetzt wird.
Alternativ kann der Abfall und/oder die Biomasse in einen vegetabilischen Anteil und einen synthetischen Anteil getrennt werden und unter den geschilderten Bedingungen getrennt verarbeitet werden.
Auch in diesen Fällen kann sowohl mit als auch ohne Katalysatoren gearbeitet werden. Ggfs. kann vor der 2. Stufe getrocknet werden.
„Stufen" sind in der vorliegenden Erfindung so zu verstehen, daß eine bestimmte Stufe, wie beispielsweise die oben genannte I.Stufe zum hydrolytischen Abbau des vegetabilischen Anteils, selbst wieder aus mehreren parallel oder hintereinander geschalteten Stufen bestehen kann.
Es folgen weitere Beispiele, wobei auch bei in den Tabellen 1-7 nicht angegebenen Versuchsbedingungen von 50-500 bar Druck, 200—6000C und Verweilzeiten von 1 min. bis 8 Stunden gute Ergebnisse erhalten wurden:
Die in Tabelle 1 zusammengefaßten Versuche wurden in Autoklaven bei 4500C und 100 bar (kalt) mit Synthesegaswasserstoff durchgeführt. Als Anreiböl wurde ein Krackvakuumdestillat eingesetzt im Verhältnis zum Abfall von 3:7. Die Verweilzeit betrug 4 Stunden. Es wurde ohne Katalysator gearbeitet.
Tabelle 1
Einsatzprodukt Umsatz CO-CO2 Kohlenwasserstoffe C1-C4 KW's Gew.-% Siedepkt. <3900C Gew.-% Siedepkt. >3900C Gew.-%
Kunststoffabfälle1 99,5 0,5-3 1-6 42-93 0,5-56,5
Grüne Tonne2 99,3 2 2 82 14
Schaumstoff3 98 19 10 52 19
Teppichboden 79 1-6 10-35 35-52 7-54
Gemisch v. Polyethylen Polypropylen, Polystyrol 99,7 0,5 1 93 5,5
Gemisch von Reifen 98,5 3 4 58 35
Polyethylen, Plexiglas
1 Gemisch von Polyethylen, Polypropylen, Polyacrylaten, Kautschuk, Reifen, Polystyrol
2 synthetische organische Müllbestandteile einschließlich PVC aus einer Tagesprobe einer Mülltrennanlage
3 Polyurethan/Polystyrol
Durch Polystyrol erhöht sich der Anteil an Aromaten. Bei den eingesetzten Kunststoffabfallgemischen betrug der Aromatenanteil ca. 25Gew.-%.
Analoge Ergebnisse werden erhalten beierhöhtem Wasserstoff druck, wobei kürzere Verweilzeiten eingestellt werden können. In Tabelle 2 sind die Ergebnisse der hydrierenden Behandlung des in einer Mülltrennanlage erhaltenen synthetischen Anteils mit einem Anteil von 15 Gew.-% chlorhaltiger Polymerer in Abhängigkeit von der Hydrierdauer bei 45O0C zusammengefaßt. Der Druck lag bei 200 bar (kalt). Als Zumischkomponente wurde außer im letzten Versuch, ein gebrauchtes Maschinenöl eingesetzt im Verhältnis zum Abfall von 1:2,3. Es wurde ohne Katalysator gearbeitet.
Tabelle 2
Reaktionszeit Stdn.
Umsatz in (%) KWs mit Sd pt. <3900C
Kohlenwasserstoffe/Siedebereiche C1-C4 <180°C
KWs Gew.-%
Gew.-%
180-3900C Gew.-%
>3900C Gew.-%
2 59 1 24 34 41
4 81 2 34 45 19
4D 86 21 47 18 14
42> 89,5 28,5 47 14 10,5
6 97 21 56 20 3
63' 99 23 65 11 1
1 Nach 2Stdn. wurde abgekühlt, zwischenentspannt und erneut 200bar H2 aufgepreßt.
2 Mit Bitumenzusatz im Verhältnis Abfall zu Bitumen 2:1.
3 Mit„Eigenöl"(180-390°C)
Tabelle 2 zeigt, daß bei konstanter Temperatur, die Ausbeute an Kohlenwasserstoffen mit Siedepunkt <160°C von4Gew.-% (2 Stunden) auf 65Gew.-% (6 Stunden) zunimmt, während der Anteil der hochsiedenden Fraktion mit Siedebereich > 3900C von 21 Gew.-% auf 1 Gew.-% abnimmt. Wird die Fraktion mit Siedebereich 180-390°C als „Eigenöl", im Gemisch mit Abfall-Feed eingesetzt, so wird auch das Eigenöl nahezu quantitativ zu niedrigsiedenden Kohlenwasserstoffen umgesetzt.
Durch eine nachgeschaltete hydrierende Raffination läßt sich der Halogengehalt in den Produkt-Fraktionen nahezu quantitativ (< 1 ppm) eliminieren. Das gesamte Kohlenwasserstoffprodukt kann auch als solches hydrierend raffiniert werden.
Beispielhaft wurde eine aus synthetischen Abfall aus einer grünen Tonne gewonnene, zwischen 180 bis 39O0C siedende Kohlenwasserstoff-Fraktion mit einem Gehalt von 2400 ppm Chlor einer hydrierenden Raffination bei 50 bar Wasserstoffdruck und 2700C unterworfen. Im erhaltenen Produkt war Chlor nicht mehr nachweisbar.
In Figur 4 ist die Abhängigkeit der Ausbeute an den einzelnen Fraktionen in Abhängigkeit von der Temperatur bei 2 Stunden
Verweilzeit dargestellt.
Im wesentlichen ähnliche Ergebnisse werden erhalten, wenn synthetischer Abfall ohne Zusatz eines Anreiböls eingesetzt wird und wenn Erdölrückstandsöle gemeinsam mit dem Abfall eingesetzt werden.
Auch hier wird der Abfall nahezu qualitativ umgesetzt, wobei gleichzeitig eine hydrierende Spaltung des Erdölrückstands erfolgt.
Gemische mit Braunkohle und Steinkohle sind ebenfalls mit sehr guten Ergebnissen hydrierend spaltbar. Dies gilt auch in
Gegenwart von anderen mineralischen Ölen.
Tabelle 3 und 4 zeigen Ergebnisse, die bei der Hydrierung eines Gemisches synthetischer Müllbestandteile einschließlich PVC erhalten wurden, aus einer Tagesprobe einer Mülltrennanlage, das 10-50 Gew.-% an vegetabilischem Anteil enthielt sowie eines Gemischsaus synthetischen Müll mit 20 bis 60 Gew.-% Abfallpapier. Es wurde bei 4500C einem Druck von 200 bar und einer
Verweilzeit von 4Stdn. gearbeitet ohne Katalysatoren.
Es wurde ein Vakuumdestillat aus einer Kohlehydrierung im Verhältnis Abfall zu VD von 3:1 eingesetzt.
Zusätzlich zu den angegebenen Produkten wurde in den Tabellen nicht erfaßtes Wasser gebildet.
Tabelle 3
Einsatzprodukt Synthetischer Anteil zu vegetabü. Anteil (feucht) aus grünerTonne Umsatz CO/CO2 Gew.-% Ci~C4 KWs Gew.-% Sdpkt. <3900C Gew.-% Sdpkt. > 39 0°C Gew.-%
9:1 99,5 3 3 79 15
8:2 99,6 4 5 74 17
1:1 99,6 7 10 63 20
2:8 vegelab. Anteil getrocknet 78 5 16 50 29
Tabelle 4
Einsatzprodukt Umsatz
Synthetischer Anteil zu Abfallpapieranteil (feucht) aus grünerTonne
CO/CO,
Gew.-%
C1-C4 KWs
Gew.-%
Sdpkt
<390°C
Gew.-%
Sdpkt. >390°C
Gew.-%
80:20 99,5 CJl CJl 65 25
66:34 99,5 7 11 49 33
40:60 99,5 13 9 41 37
In Tabelle 5 sind Umsatz und Ausbeute in Abhängigkeit von Katalysatoren dargestellt. Es wurde bei 4500C, 200 bar Druck und 4 Stunden Verweilzeit gearbeitet. Als Zumischkomponente wurd ein gebrauchtes
Spindelöl eingesetzt im Verhältnis Spindelöl zu Abfall von 1:2.
Als Abfall wurde der synthetisch organische Anteil einer Mül It rennan lage eingesetzt. DieBedingungen wurden gewählt, um mit den vorherigen Tabellen vergleichen zu können. Ähnliche Ergebnisse werden jedoch auch bei Variation der Bedingungen
erhalten.
Tabelle 5
Siedebereiche
Katalysator
Umsatz zu C1-C4
KWs mit KWs
Sdpkt.
<3900C Gew.-
<180°C
Gew.-%
180-3900C
Gew.-%
>390°C
Gew.-%
81,4 2 38 45 15
Ni/Mo/AI203 88 1 41 46 12
Ni/Mo/Aluminiumsilikat 98 14 58 26 2
Fe(ll)acetylacetonat 92 11 38 43 8
Ni(ll)acetat 92 9 33 50 8
Herdofenkoks +5Gew.-%FeS04 90 6 53 31 10
Die Tabelle zeigt, daß durch Hydrierkatalysatoren wie Ni/Mo/ Aluminiumsilikat ebenfalls sehr hohe Umsätze erzielt werden können, wobei gleichzeitig ein hoher Anteil an Fraktionen mit Siedebereich unter 3900C erhalten wird. Durch Eisen- und Nickel-Katalysatoren läßt sich insbesondere ein hoher Anteil an Verbindungen des Siedebereichs 180-3900C gewinnen, während sich mit Katalysatoren wie Herdofenkoks und FeSO4 ein hoher Anteil an Verbindungen des Siedebereichs < 1800C gewinnen läßt. Durch Variation von Temperatur, Druck und Verweilzeit lassen sich die angegebenen Selektivitäten ebenfalls variieren. In kontinuierlichen Versuchen wurden mit einer Verweilzeit von 2 Stunden bei 45O0C und einem Druck von 200 bar 2 kg/h synthetisch-organischer Abfall in einem Erdölrückstandsöl im Verhältnis 30:70 umgesetzt, wobei ohne Katalysator, mit Ni/Mo/ Aluminiumsilikat und mit Herdofenkoks/FeSO4 gearbeitet wurde. Hierbei konnten, wie Tabelle 6 zeigt, die in den Tabellen 2 und 5 erhaltenen Ergebnisse noch erheblich verbessert werden. Die Versuche wurden über jeweils 700 Stunden gefahren.
Tabelle 6
Siedebereiche
Katalysator
Umsatz zu KWs mit Sdpkt.
C1-C4 KWs
<180°C
180-390°C
>390°C
< 390 °C Gew.-% Gew.-% Gew.-% Gew.-%
88 1,5 39,5 47 12
Ni/Mo/Al. -silikat 99 10 65 24 1
Herdofenkoks +5Gew.-%FeSO4 93 4 58 31 7
Ein ähnliches Ergebnis wurde erhalten mit einem gebrauchten Maschinenöl als Zusatz anstelle von Erdölrückstandsöl. Noch etwas bessere Ergebnisse wurden erhalten mit einem Zusatz aus 25Gew.-% Erdölrückstandsöl und 75Gew.-% Eigenöl (180-390°C), wie in Tabelle 7 zeigt.
Tabelle 7
Siedebereiche
Katalysator
Umsatz zu KWs mit Sdpkt.
C1-C4 KWs
<180°C
180-390°C
>390°C
< 390 0C Gew.-% Gew.-% Gew.-% Gew.-%
89 2 38 49 11
Ni/Mo/AI.-silikat 99 7 68 24 1
Herdofenkoks +5Gew.-%FeSO4 95 3 62 30 5
Da Wasserstoff zunehmende Bedeutung gewinnt und bereits heute in zahlreichen Unternehmen erzeugt wird, sei es durch Synthesegaserzeugung, durch Elektrolyse oder Photoelektrolyse und zudem durch Pipelines über große Entfernungen transportiert werden kann, können an zahlreichen ausgewählten Orten vor allem in der Nähe von Ballungszentren gemäß vorliegender Erfindung Großanlagen errichtet werden, die ganze Regionen von Abfällen entsorgen können unter Vermeidung von Deponien, insbesondere auch Sonderdeponien und unter Vermeidung von Abfallverbrennung, die wie oben beschrieben, zusätzliche ungelöste Probleme schafft.
Im Unterschied zu Müllverbrennungsanlagen, die eine hohe CO2-Belastung mit sich bringen und Pyrolyseanlagen, in denen große Mengen an Gasen erzeugt werden, werden bei der vorliegenden Erfindung wertvolleflüssige Produkte erzeugt, so daß ein Recycling von Konsumprodukten in hervorragender Weise gewährleistet wird.
Während, wie im Stand der Technik geschildert, die Fachwelt sich in aufwendiger anderer Richtung bemüht hat und trotz eines dringenden Bedürfnisses zu einer befriedigenden Beseitigung der Abfälle bisher nicht in der Lage war, wird durch die vorliegende Erfindung sprunghaft eine hervorragende Lösung aufgezeigt.

Claims (17)

1. Verfahren zur Aufarbeitung von Kohlenstoff enthaltenden Abfällen und Biomasse, gekennzeichnet dadurch, daß die Kohlenstoff enthaltenden Abfälle und/oder die Biomasse mit Wasserstoff und/ oder mit Wasserstoff enthaltenden Gasen und/oder Wasserstoff übertragenden Verbindungen (Wasserstoff-Donor-Lösungsmitteln) umgesetzt werden in einem Temperaturbereich von 75-600°C, bei einem Druck von 1-600 bar, einem bevorzugten Druck von 2-500 bar und einer Verweilzeit von 1 Minute bis 8 Stunden, bevorzugt von 15 Minuten bis 6 Stunden.
2. Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß Gemische von Abfällen synthetischen Ursprungs und/oder vegetabilischen Ursprungs ggfs. Abfallpapier enthaltend und/oder von Biomasse hydrierend behandelt werden.
3. Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß Gemische Kohlenstoff enthaltender Abfälle synthetischen bzw. überwiegend synthetischen Ursprungs bei einer Temperatur von 200-6000C, bevorzugt bei einer Temperatur von 200-5400C, bei einem Druck von 30-500 bar, bevorzugt von 50-450 bar und einer Verweilzeit von 1 Minuten bis 8 Stunden, bevorzugt von 15 Minuten bis 6 Stunden, umgesetzt werden.
4. Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß ein Wasserstoff-Donor-Lösungsmittel eingesetzt wird und bei einer Temperatur von 75-5000C, bevorzugt von 80-4800C, einem Druck von 1-300 bar und einer Verweilzeit von 1 Minute bis 8 Stunden, bevorzugt von 15 Minuten bis 6 Stunden hydrierend umgesetzt wird.
5. Verfahren nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß in einer 1. Stufe mit oder ohne Wasserstoff-Donor-Lösungsmittel in Gegenwart protischer Lösungsmittel, insbesondere von Wasser umgesetzt wird, bei einem Druck von 1-150 bar und einer Temperatur von 75-5000C und in einer 2. Stufe bei einer Temperatur von 200-6000C, bevorzugt von 200-5400C und bei einem Druck von 30-500 bar, bevorzugt von 50-450 bar.
6. Verfahren nach den Punkten 1-5, gekennzeichnet dadurch, daß der hydrierenden Behandlung eine im wesentlichen hydrolytische Stufe vorgeschaltet ist.
7. Verfahren nach den Punkten 1-6, gekennzeichnet dadurch, daß die zu hydrierenden Abfälle und/ oder Biomasse im Gemisch mit Erdöl und/oder Erdölbestandteilen, insbesondere Erdölrückständen und/oder Kohle und/oder Kohlebestandteilen und/oder Ölschiefer und/oder Ölschieferkomponenten und/oder Ölsandextrakten und/oder Bitumen und/oder Asphalt und Asphalthenen umgesetzt werden.
8. Verfahren nach den Punkten 1-7, gekennzeichnet dadurch, daß ohne Katalysator gearbeitet wird.
9. Verfahren nach den Punkten 1-8, gekennzeichnet dadurch, daß in Gegenwart von sogenannten Wegwerfkatalysatoren hydriert wird.
10. Verfahren nach den Punkten 1-9, gekennzeichnet dadurch, daß Stäube und Aschen aus der Kohleverarbeitung, die ggfs. mit hydrieraktiven Metallen und/oder deren Verbindungen dotiert sind, als Katalysatoren eingesetzt werden.
11. Verfahren nach den Punkten 1-10, gekennzeichnet dadurch, daß in Gegenwart von Herdofenkoks und/oder Winkler-Stäuben, z. B. HTW-Staub, (Hoch-Temperatur-Winkler-Staub) und -aschen und/oder HKV-Staub (Hoch-Temperatur-Kohle-Vergasung), die ggfs. mit hydrieraktiven Metallen und/oder deren Verbindungen dotiert sind, als Katalysatoren gearbeitet wird.
12. Verfahren nach den Punkten 1-1 !,gekennzeichnet dadurch, daß in Gegenwart Eisen enthaltender Katalysatoren, die ggfs. mit weiteren hydrieraktiven Metallen und/oder deren Verbindungen dotiert sind, gearbeitet wird.
13. Verfahren nach den Punkten 1-12, gekennzeichnet dadurch, daß in Gegenwart von Ni und/oder Molybdän und/oder Wolfram und/oder Kobalt enthaltenden Katalysatoren, gegebenenfalls auf Trägern gearbeitet wird.
14. Verfahren nach den Punkten 1-13, gekennzeichnet dadurch, daß mit Anreibölen gearbeitet wird.
15. Verfahren nach den Punkten 1-14, gekennzeichnet dadurch, daß die Produkte der hydrierenden Umsetzung zumindest teilweise einer hydrierenden Raffination unterworfen werden.
16. Verfahren nach den Punkten 1-15, gekennzeichnet dadurch, daß die zu hydrierenden, Kohlenstoff enthaltenden Abfälle und/oder die Biomasse zumindestteilweise gelöst werden und anschließend hydriert werden.
17. Verfahren nach den Punkten 1-16, gekennzeichnet dadurch, daß in Gegenwart von Eigenöl hydrierend umgesetzt wird.
Hierzu 4 Seiten Zeichnungen
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Aufarbeitung von Kohlenstoff enthaltenden Abfällen und Biomasse durch Hydrieren derselben bei erhöhter Temperatur und einem Wasserstoffdruck von wenigstens 1 bar.

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