DD262808A1 - Vesikulaere fuellkoerper fuer die chromatographie aus denaturierten mikroorganismen und verfahren zur herstellung - Google Patents

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Abstract

Die Erfindung beinhaltet vesikulaere Fuellkoerper fuer die Chromatographie aus denaturierten Mikroorganismen und Verfahren zur Herstellung. Die Erfindung betrifft Fuellkoerper fuer die Chromatographie, Verfahren zu ihrer Herstellung und vorteilhafte Anwendungen. Die Fuellkoerper bestehen aus granulierten Extraktionsrueckstaenden artifiziell verklebter Mikroorganismen. Sie werden aus Granulaten der Mikroorganismen oder deren Extraktionsrueckstaenden durch besondere Befeuchtungs- und Trocknungsverfahren hergestellt. Die Verfahren fuehren zu formstabilen und druckfesten Fuellkoerpern aus Mikroorganismen, die sich als Einzelzellen schlecht packen und filtrieren lassen, z. B. Hefen und kokkale Gruenalgen. Aus Hefezellen hergestellte Fuellkoerper haben vorteilhafte Eigenschaften insbesondere im Zusammenhang mit der Ausschlusschromatographie und chromatographischen Zentrifugationstechniken.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Einsatzgebiete der Erfindung sind die chemische Industrie, die pharmazeutische Industrie und die biochemische Forschung. Die Erfindung ist zur chromatographischen Reinigung und Trennung verschiedenster, insbesondere kolloidaler Stoffe geeignet.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Füllkörper für die Ausschlußchromatographie sind üblicherweise Gelpartikeln oder poröse Feststoffe. Sie nehmen das Elutionsmittel durch Quellung auf. Der Verteilungsraum eines gelösten oder dispergierten Stoffes in der Gelmatrix oder in den Poren hängt von der Größe der Moleküle oder Kolloide ab (Vergl. Determann, H. Gelchromatographie, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York 1967).
Neuerdings werden anstelle von Gelpartikeln auch vesikuläre Trenn-, Füll-und Trägermaterialien (im folgenden kurz als vesikuläre Füllkörper bezeichnet) zur Ausschlußchromatographie eingesetzt. Vesikuläre Füllkörper bestehen im Unterschied zu Gelpartikeln zum größten Teil ihres Volumens aus flüssigkeitsgefüllten Hohlräumen von lichtmikroskopischer Dimension, die von geschlossenen semipermeablen Wänden umgeben sind. Sie können aus Zellen und Geweben höherer und niederer Pflanzen, u.a. auch aus Hefen, hergestellt werden. Die Ausschlußchromatographie mit diesen Füllkörpern beruht nicht auf der Verteilung in einer Gelmatrix sondern auf klassischer Dialyse (Ehwald, R., Fuhr, G., Olbrich, M., Göring, H., Stofftrennung mit Hilfe pflanzlicher ZellwändeHngenieurhochschule Köthen, Wissenschaftliche Beiträge, 1985, S.74—76).
In der Beschreibung der Erfindung DD WP wird in einem Beispiel auf die Möglichkeit zur Anwendung abgetöteter und extrahierter Hefezellen als vesikuläre Füllkörper eingegangen. Dabei wird festgestellt, daß die aus einzelnen Hefezellen bestehenden bzw. gebildeten Hohlträgerin wäßrigen Lösungen oder Wasser keine für die Säulenchromatographie geeigneten Packungen ermöglichen. Der Filtrationswiderstand der wasserhaltigen Packungen steigt mitzunehmender Verdichtung so stark an, daß auch bei hohen Arbeitsdrucken eine ausreichende Fließgeschwindigkeit des Elutionsmittels nicht erreicht wird. Dies gilt auch für weitere untersuchte Mikroorganismen. Hierdruch wird das Einsatzgebiet der aus den Zellwänden von Hefen und anderen Mikroorganismen gebildeten Füllkörper stark eingeschränkt. Ausschlußchromatographie mit hydrophilen Probebestandteilen und wäßrigen Elutionsmitteln ist mit diesen Füllkörpern praktisch unmöglich. Ihre Anwendung beschränkt sich auf Fälle, bei denen organische Flüssigkeiten mit geringem Wassergehalt als Elutionsmittel eingesetzt werden können. Wegen ihrer hohen Lösungsmittelfestigkeit und ihrer massenhaften Verfügbarkeit sind die Glucanhüllen der Hefezellen andererseits ein besonders interessantes Ausgangsmaterial für die Herstellung vesikulärer Füllkörper. Bisher ist ein aus Hefen oder deren Zellwänden hergestellter Füllkörper mit guten Packungseigenschaften in wäßrigen Elutionsmitteln bzw. ein Verfahren zu seiner Herstellung nicht bekannt.
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung ist die Entwicklung von Füllkörpern mit vorteilhaften Gebrauchseigenschaften bei der präparativen chromatographischen Reinigung von Biomolekülen, vor allem Makromolekülen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die Aufgabe besteht in der Entwicklung vesikulärer Füllkörper aus Mikroorganismen, vorzugsweise Hefen, die hochpermeable Packungen in Wasser ermöglichen und in der Entwicklung ökonomischer Verfahren zu ihrer Herstellung. Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Füllkörper Granulate extrahierter und miteinander irreversibel verklebter Zellwandhüllen oder extrahierter Zellen darstellen. Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung dieser Füllkörper besteht darin, daß auf dem Wege der Granulation oder Sprühtrocknung Aggregate aus den Zellen oder deren festen Extraktionsrückständen hergestellt werden, der hydrophile Feststoff der genannten Aggregate bei oder nach ihrer Bildung durch Behandlung mit Wasserdampf oder wasserhaltigen organischen Flüssigkeiten selektiv mit Wasser befeuchtet und verquollen wird, ohne die intra- und interzellulären großen Hohlräume des Aggregats mit Wasser zu sättigen, und daß die entstandenen wasserhaltigen Aggregate anschließend bis zur Gewichtskonstanz getrocknet werden.
Mit der hier dargestellten erfindungsgemäßen Lösung entstehen Füllkörper mit überraschenden und vorteilhaften Eigenschaften, aus denen sich neue, bisher mit Gelpartikeln und vesikulären Füllkörpern aus Zellen höherer Pflanzen nicht realisierbare Anwendungen ergeben. Die erfindungsgemäß aus granulierter Hefe hergestellten Füllkörper sind außerordentlich druckfest. Daher kann das Totvolumen einer Packung durch Zentrifugation vollständig abgeschleudert werden, ohne die Füllkörper zu deformieren und die Packung zu komprimieren. Sie sind im gesamten, für die Reinigung von Biopolymeren in Frage kommenden pH-Bereich (2 bis 10) stabil und unbegrenzt einsetzbar. Die Größe der Füllkörper kann einheitlich gestaltet und im Granulationsprozeß reguliert werden. Die Form ist kugelförmig. Sie enthalten großenteils kapillar gebundene Flüssigkeit im gequollenen Zustand. Dennoch ändern die Füllkörper ihr Volumen kaum, wenn sie aus organischen Flüssigkeiten in Wasser überführt werden oder, umgekehrt, wenn sie aus Wasser in organische Flüssigkeiten überführt werden. Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung der vesikulären Füllkörper aus Mikroorganismen kann mit einfachen bzw. in der Technik eingeführten Mitteln wie Sprühtrocknern durchgeführt werden. Es besteht in der irreversiblen Verklebung der in einem Granulat von Zellhüllen oder extrahierten Zellen miteinander verbundenen hydrophilen Zellwandpolysaccharide. Wesentlich für das Verfahren ist die Granulation der einzelnen Zellen oder Zellhüllen in Kombination mit einem bestimmten Befeuchtungs- und Trocknungsregime. Es wurde gefunden, daß bei Einhaltung von weiter unten näher erläuterten Bedingungen allein die Verdunstung des Wassers aus den Zellaggregaten eine so feste Verbindung der Einzelzellen oder Zellhüllen bewirkt, daß anschließend die Aggregate allen mit der Säulenchromatographie verbundenen mechanischen Belastungen auch im wassergesättigten Zustand standhalten, ohne auch nur zu einem kleinen Teil in die Einzelkomponenten zu zerfallen. Wichtig ist, daß beim Trocknen der Füllkörper die miteinander verquollenen Zellwände irreversibel verkleben. Sie müssen hierzu aus dem wasserhaltigen Zustand getrocknet werden. Es ist aber gleichzeitig bedeutungsvoll, daß beim Trocknen die großen Hohlräume in und zwischen den Zellen nicht auf Grund von Kohäsionskräften kollabieren. Sie müssen während des Trocknungsvorganges mit einer organischen Flüssigkeit oder mit Dampf gefüllt sein.
In verschiedener Weise hergestellte Zellhüllen- oder Zellgranulate fallen mit einer gewissen Restfeuchte an. Beim Trocknen aus dem wassergesättigten Zustand schrumpfen die Aggregate stark. Aus wasserfreiem Ethanol oder höheren einwertigen Alkoholen ist vollständige Trocknung ohne Schrumpfen möglich. Die Aggregate zerfallen dann aber in Wasser sehr leicht in die Einzelkomponenten.
Irreversible Verklebung der Zellwände ohne Schrumpfen der Granulate erfolgt, wenn das flüssige Wasser vor dem Trocknungsschritt die lichtmikroskopisch sichtbaren Kapillarräume nicht erfüllt sondern nur auf den quellfähigen Feststoff bzw. die Zellwandmatrix beschränkt bleibt und so eine Verquellung der Zellwände ermöglicht, ohne daß es beim Wasserentzug zum Kollabieren der Zellen durch Kohäsionskräfte kommen kann. Eine solche selektive Befeuchtung der Gerüstsubstanz ist z. B. durch Extraktion der Granulate mit einer Mischung aus Ethanol, Isopropanol oder Isobutanol einerseits und Wasser andererseits im Verhältnis 20/1, durch Behandlung der Aggregate mit Wasserdampf bei Atmosphärendruck wenig oberhalb des Siedepunktes
oder mit wasserdampfhaltiger Luft in der Nähe des Taupunktes möglich. Für die Festigkeit der erfindungsgemäßen Füllkörper im Quellmittel Wasser ist außerdem wichtig, daß die Aggregate der miteinander verquollenen Zellhüllen oder Zellen so vollständig getrocknet werden, daß ein irreversibles Verkleben erfolgt. Dies ist beispielsweise möglich durch Trocknung bei 105°Coderim Vakuum bis zur Gewichtskonstanz.
Für zahlreiche Anwendungen dervesikulären Füllkörper auf dem Gebiet der Chromatographie ist es erforderlich, aus den mit Wasser und organischen Lösungsmitteln extrahierten Zellen die noch vorhandenen unlöslichen Inhaltsstoffe, vor allem die Proteine und Nukleinsäuren, zu entfernen. Hierzu wird wie im Fall der pflanzlichen Gewebeteilchen Trypsin zur Zellzucht, ein aus mehreren hydrolytischen Enzymen bestehendes Pankreaspräparat, oder ein anderes Enzympräparat eingesetzt, wenn die Extraktion der Proteine nicht durch Alkalilauge durchgekühlt werden soll. Überraschend zeigte sich, daß es nicht nur verfahrenstechnisch sondern auch für die Anwendung der erfindungsgemäßen Füllkörper zur ausschlußchromatographischen Gruppentrennung günstig ist, wenn die enzymatische Entfernung des koagulierten Protolisierung der Füllkörper erfolgt. Die nachträglich enzymbehandelten Füllkörper sind durch ein größeres Hohlraumvolumen und Füllkörper sind durch ein größeres Hohlraumvolumen und einen kürzeren Fraktionierungsbereich ausgezeichnet, wenn man sie mit Füllkörpern vergleicht, die aus bereits gereinigten Zellhüllen gebildet wurden.
Erfindungsgemäß kann die Einwirkung des Enzympräparates und die Auswaschung der Hydrolyseprodukte sehr bequem an den bereits geformten und stabilisierten Füllkörpern im Fließbett bzw. in einer Säulenpackung durchgeführt werden. Aufwendige Trennverfahren wie Filtration, Dialyse oder Zentrifugation von Einzelzellmassen werden hierdurch überflüssig und die Hydrolyseprodukte (Aminosäuren und Nukleotide) fallen in hoher Konzentration an.
Die Erfindung beschränkt sich nicht auf die Verwendung von Hefezellen, obwohl die Hefen wegen ihrer sehr säure- und laugenfesten Zellwände ein besonders vorteilhaftes Ausgangsmaterial darstellen. Beispielsweise können Grünalgen oder deren Zellwandhüllen zu packfähigen Füllkörpern verklebt werden.
Ausführungsbeispiele Beispiel 1
Käufliche Preßhefe wird in einem Soxhlet-Apparat mit Ethanol und anschließend mit Benzin (Siedetemperatur etwa 80°C) extrahiert. Nach dem Trocknen an der Luft wird das Material mit Aqua dest. suspendiert und 2mal auf der Zentrifuge gewaschen. Das Sediment wird im Fünffachen seines Volumens einer Lösung von KOH (40 g/l) und Na2S2O4 (4g/l) in einer verschlossenen Glasflasche bei 600C 24h lang inkubiert. Die extrahierten Zellhüllen werden durch 5maliges Zentrifugieren mit destilliertem Wasser gewaschen, mit heißem Ethanol und heißem Isobutanoi extrahiert und nochmals 24h lang in der oben beschriebenen Extraktionslösung aus Kalilauge und Natriumdithionit bei 6O0C aufgestellt. Nach der zweiten Laugenbehandlung werden die gereinigten Glucanhüllen durch Zentrifugation gewaschen, bis der Überstand neutral ist. Das Pellet wird im 5fachen seines Volumens in Aqua dest. aufgenommen. Die Suspension wird mit der doppelten Menge an reinem Isobutanoi vermischt und kräftig geschüttelt, bis die milchige Dispersion als Emulsion vorliegt. Die Emulsion wird unter ständigem Schütteln in kleinen Portionen in ein großes Volumen kräftig gerührten wasserfreien Isobutanols geschüttelt (maximal 150 ml der Emulsion pro L wasserfreien Isobutanols). Es entsteht ein Niederschlag von annähernd kugelförmigen Aggregaten der Hefeglucanhüllen, der auf einer G3-Fritte abgesaugt wird.
Die entstandenen noch wasserhaltigen Granulate zerfallen bei der Überführung in Wasser wieder in die Einzelzellen. Nach vollständiger Trocknung bei 1050C oder im Vakuum über KOH sind die Aggregate in wäßrigen Lösungen stabil und können zur Chromatographie eingesetzt werden.
Mit einem feinen Sieb werden sehr kleine Zellaggregate aus dem getrockneten Pulver abgetrennt. Die Größe der zurückgebliebenen als Füllkörper genutzten Granulate beträgt im gequollenen Zustand 25 bis 150/u.m. Eine Packung der so hergestellten Füllkörper enthält in der Volumeneinheit nur noch etwa 2% der Proteinmenge, die im gleichen Volumen der Hefe vor der Extraktionsbehandlung enthalten ist. Die Packung ist hochpermeabel für Wasser und kann ohne Druck in einer Chromatographie-Säule zur Ausschlußchromatographie eingesetzt werden. Niedermolekulare Stoffe wie Zucker und Salze werden bei etwa 9O0C des Packungsvolumens, ausgeschlossene Kolloide wie Dextran 60 (Serva) oder Ovalbumin bei etwa 30% des Packungsvolumens eluiert. Die Elutionsvolumina von Dextran 8, Dextran 15 und Dextran 35 (Serva) liegen zwischen diesen Extremen. Ein Teil des Dextran 35 wird ausgeschlossen, ein anderer breit fraktioniert. Eine Trennstrecke von nur 4,5cm ist ausreichend, um die vollständige Entsalzung eines Proteins zu erreichen (Ovalbumin, Ammoniumsulfat, Glassäule mit 1,6cm Durchmesser). Eine vollständige Abtrennung des Ovalbumins von Ammoniumsulfat erfolgt auch bei der Elution mit destilliertem Wasser. Die Säule kann ohne Veränderung der Trennleistung in vielen Wiederholungen benutzt werden.
Beispiel 2
Ein auf dem Wege der Zentrifugation gewonnenes Pellet der Grünalge Chlorella vulgaris wird im Sfachen seines Volumens an 1 mM CaCI2 suspendiert. Die Suspension wird mit dem 2fachen ihres Volumens an Isobutanoi versetzt und zur Bildung stabiler Aggregate weiterbehandelt wie in Beispiel 1 beschrieben. Die Aggregate sind stabil und besitzen eine hohe Kationenaustauschkapazität. Sie können ebenfalls zur Entsalzung von Proteinen eingesetzt werden, da Proteine wie Serumalbumine im Totvolumen der Säulenpackung eluiert werden.
Beispiel 3
Eine großtechnisch erzeugte sprühgetrocknete Futterhefe (Candida spez.) wird in heißem Isopropanol im Soxhletapparat entfettet. Beim anschließenden Quellen in Wasser zerfallen die Granulate zum Teil in die Einzelzellen. Stabile Füllkörper werden erhalten, wenn die extrahierten kugelförmigen Produkte der Sprühtrocknung mit einer Mischung aus Wasser und Isopropanol oder Wasser und Ethanol mit dem Volumenverhältnis 1 /20 qesättigt werden, danach auf der Fritte scharf abgesaugt und bis zur Gewichskonstanz getrocknet werden. Die verwendeten Granulate von 0,09 bis 0,14mm Durchmesser lassen sich bequem in Chromatographie-Säulen packen. Die hydraulische Permeabilität der Packung für Wasser beträgt etwa 7 χ 10~"om2Pa~1s~1. Das entspricht einer linearen Fließgeschwindigkeit von 0,7 mm s~1 an einer 10cm langen Packung bei einer Druckdifferenz von 1 m Wassersäule. Auch mit diesem Material kann eine vollständige Abtrennung des Ovalbumins von Ammoniumsulfat an einer Trennstrecke von nur 4,5cm erreicht werden. Im Unterschied zu proteinfreien Füllkörpern wird das Elutionsverhalten
verschiedener niedermolekularer Stoffe in unterschiedlichem Maße durch Adsorption, Anionenausschluß und Kationenumtausch modifiziert. Das Elutionsvolumen der Zucker liegt, dem hohen Trockensubstanzgehalt der Packung entsprechend, bei etwa 70% des Packungsvolumens. Die Peaks der Dextranpräparate Dextran 4,8 und 15 (Serva) liegen aufeinanderfolgend zwischen der Trennschwelle und dem Totvolumen. Im Totvolumen (etwa 30% des Packungsvolumens) werden die Extrane 35 (Serva), T20 (Pharmacia) und T250 (Pharmacia) ebenso wie Ovalbumin oder Hämoglobin eluiert. Mit den proteinreichen vesikulärenFüllkörpem aus Hefe können die Adsorptionseffekte des Hefeproteins für die Säulenchromatographie in Wasser genutzt werden (vergl. DD WP Beispiel 7).
Beispiel 4
Die vesikulären Füllkörper werden zunächst wie in Beispiel 3 beschrieben hergestellt. Danach werden sie in einer Lösung gequollen, die Natriumazid (0,1 %), Trypsin zur Zellzucht der Firma B. Beiger Klein Machnow, DDR (0,5%) und 0,1 M Phosphatpuffer pH 7 enthält. Nach einer Einwirkungszeit von 4 Tagen werden die Füllkörper auf einer Nutsche mit Baumwolltuch als Filter gepackt, mit Filterpapier abgedeckt und mit 0,2% NaHCO3 überschichtet. Aus der Packung werden die Proteolyseprodukte anschließend mit einer linearen Fließgeschwindigkeit von etwa 3 mm min"1 eluiert. Auf diese Weise kann der größte Teil dieser Stoffe im Anderthalbfachen des Packungsvolumens ausgewaschen werden. Nachdem 2 Packungsvolumina an Bicarbonat-Lösung durch die Packung gelaufen sind, wird mit Aqua dest. (2 Packungsvolumina) und 94% Ethanol (2 Packungsvolumina) nachgewaschen. Die Füllkörper w'erden scharf abgesaugt und vollständig getrocknet. Sie unterscheiden sich von den proteinreichen Füllkörpern (Beispiel 3) durch ein wesentlich geringeres Puffer- und Adsorptionsvermögen, einen geringeren Trockensubstanzgehalt der Packung, einen größeren Spielraum zwischen der Trennschwelle und dem Totvolumen der Packung und durch die Fähigkeit zu einer ausschlußchromatographischen Gruppentrennung mit scharfem Übergang zwischen den permeationsfähigen und nicht permeationsfähigen Stoffen. An den enzymatisch gereinigten Füllkörpern wird Dextran 15 der Firma Serva scharf in eine ausgeschlossene Hauptfraktion und eine permeationsfähige Nebenfraktionen aufgespalten.
Tabelle 1
Pufferkapazität, Trockensubstanzbehalt und Trennschwelle von proteinreichen Füllkörpern (hergestellt entsprechend Beispiel 3) und deproteinisierten Füllkörpern (hergestellt entsprechend Beispiel 4)
Herstellungnach Beispiel 3 Beispiel 4
Pufferung zwischen pH 4 und pH 5 52 9,5
(juval/ml Packungsvolumen)
Trockenmasse 210 74
(mg/ml Packungsvolumen)
Trennschwelle ca. 70 ca. 90
(% des Packungsvolumens)
Beispiel 5
Die Füllkörper werden präpariert wie in Beispiel 4 beschrieben und mit 0,01 M Phosphatpuffer pH 7 gesättigt. Danach werden sie in einem Rohr für die Zentrifugationschromatographie (Determann, H., Gelchromatographie, S. 61, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 1967) gepackt. Das verwendete 2,3cm starke Rohr wird in der Mitte durch ein eingeklebtes Filtertuch aus Polyamidseide in den oberen Raum für die Packung und den unteren Raum für das abgeschleuderte Elutionsmittel geteilt. Das Packungsvolumen beträgt 15ml. Das Rohr mit der gequollenen Packung wird in einem passenden Zentrifugenglas 15 min lang bei 180g zentrifugiert. Überraschend ist die mechanische Stabilität des Materials. Obwohl 25% des Elutionsmittels abgeschleudert wurden, ist keine nennenswerte Verkürzung der Packung festzustellen. Auf die zentrifugierte Packung werden 2,5ml einer Probe aufgetragen, die einen hochmolekularen und einen niedermolekularen Stoff enthält, z. B. Blue Dextran und Maltose oder Serumalbumin und Ammoniumsulfat. Die Säule wird ein zweites Mal bei 1000 U/min 15 min lang zentrifugiert. Dabei werden 2,5 ml Flüssigkeit abgeschleudert. Diese Flüssigkeit enthält den hochmolekularen Stoff in einer Ausbeute von über 95% in der ursprünglichen Konzentration. Der niedermolekulare Stoff bleibt zu etwa 90% in der Packung (die Konzentration der genannten Stoffe in der Probe beträgt 2%). Die überraschende Festigkeit der neuen Füllkörper gegen deformierende Kräfte und der geringe Unterschied ihrer Dichte zu der des Mediums ermöglicht ein nahezu vollständiges und selektives Abtrennen der im Totvolumen der Packung vorliegenden Flüssigkeit durch Zenfrifugation. Durch Kombination der Vorteile der Zentrifugationstechnik (Vermeidung der Verdünnung) und der Vorteile des vesikulären Aufbaus der Füllkörper (hohe Diffusionsgeschwindigkeit und Kürze des Fraktionierungsbereiches) entstehen neue vorteilhafte Anwendungsmöglichkeiten für die Zentrifugationstechnik bei der Gruppentrennung von Kolloiden. Mit der hier dargestellten Technik lassen sich Makromoleküle oder kolloide Teilchen zeitsparend, ohne Verdünnung und ohne nennenswerte Verluste von gelösten Bestandteilen der Mischprobe bis zu einer Teilchengröße von 4'mm (Stokescher Durchmesser), bei Proteinen bis zu einer Molmasse von etwa 25 kD abtrennen.

Claims (11)

1. Vesikuläre Füllkörper für die Chromatographie aus denaturierten Mikroorganismen, dadurch gekennzeichnet, daß die Granulate extrahierter und artifiziell verklebter Zellen oder Zellwandhüllen darstellen.
2. Vesikuläre Füllkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus extrahierten Hefezellen oder deren Zellwandhüllen bestehen.
3. Vesikuläre Füllkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus extrahierten Grünalgen oder deren Zellwandhüllen bestehen.
4. Verfahren zur Herstellung vesikulärer Füllkörper für die Chromatographie aus denaturierten Mikroorganismen, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Wege der Granulation hergestellte Aggregate von Mikroorganismen oder deren festen Extraktionsrückständen bei oder nach ihrer Bildung mit Wasser unterhalb des Wassersättigungswertes befeuchtet werden, wobei die großen Kapillarräume innerhalb und zwischen den Zellen mit einem Gas oder organischen Flüssigkeit gefüllt sind, und die wasserhaltigen Aggregate anschließend bis zur Gewichtskonstanz getrocknet werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Aggregate mit einer wasserhaltigen organischen Flüssigkeit, die beim Trocknen schneller als Wasser verdunstet, gesättigt und anschließend bis zur Gewichtskonstanz getrocknet werden, wobei in Abhängigkeit vom Hohlraumund Feststoffgehalt der Aggregate und von der Art der organischen Flüssigkeit ein anfänglicher Wassergehalt der organischen Flüssigkeit eingestellt wird, der unterhalb dessen liegt, der beim Trocknen das kohäsionsbedingte Schrumpfen derzellulären Hohlräume bewirkt, aberausreichend ist, um ein Verquellen benachbarter Zellwände vor dem Trocknen und damit eine stabile Verklebung zu ermöglichen.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß als wasserhaltige organische Flüssigkeit Ethanol, Isopropanol oder Isobutanol mit einem Wassergehalt von 4 bis 6% und als Mikroorganismen Hefen oder Chlorellen eingesetzt werden.
7. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Aggregate mit Wasserdampf oder einer Mischung aus Wasserdampf und anderen Gasen befeuchtet und anschließend getrocknet werden, wobei in Abhängigkeit vom Hohlraum- und Feststoffgehalt der Aggregate ein anfänglicher Wassergehalt der Aggregate eingestellt wird, der unterhalb dessen liegt, der beim Trocknen das kohäsionsbedingte Schrumpfen der Hohlräume bewirkt, aber ausreichend ist, um ein Verquellen benachbarter Zellwände vor dem Trocknen und damit eine stabile Verklebung zu ermöglichen.
8. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß durch Sprühtrocknung hergestellte . Aggregate eingesetzt werden.
9. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß Aggregate eingesetzt werden, die durch Entwässerung von Tröpfchen einer wäßrigen Suspension von extrahierten Zellen oder Zellwandhüllen in einer organischen Phase entstanden sind.
10. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Aggregate an der Luft oberhalb des Siedepunktes von Wasser getrocknet werden. *
11. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß im Anschluß an die Trocknung der Aggregate eine Behandlung der Aggregate mit einem Präparat hydrolytischer Enzyme, das permeationsfähige Proteasen und Nucleasen mit Molmassen unter 28kD enthält, und eine Extraktion solubiliserter Protoplasmareste mit wäßrigen Lösungen, vorzugsweise in einer Säulenpackung, durchgeführt wird.
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