DD271128A1 - Verfahren zur gewinnung von ubichionen - Google Patents

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Bodo Rosahl
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Beate Voigt
Claudia Pietsch
Sigmar Mothes
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von Ubichinonen. Das Verfahren dient der selektiven und nahezu vollstaendigen Gewinnung von Ubichinonen aus mikrobiellen Biomassen. Die gewonnenen Ubichinone koennen vorwiegend in der pharmazeutischen Industrie eingesetzt werden. Das Verfahren beruht auf der Hochdruckextraktion einer ubichinonhaltigen Bakterienbiomasse mit Kohlendioxid und einem Selektivloesungsmittel. Aus dem beladenen Extraktionsmittel wird ein 2 bis 10 Ma.-% Ubichinone enthaltender Extrakt abgeschieden.

Description

2 7 ί ί 28
Titel der Erfindung
Verfahren zur Gewinnung von Ubichinonen
Anwendungsgebiet der Erfindung.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von Ubichinonen aus mikrobiellen Biomassen und kann in der Biotechnologie und pharmazeutischen Industrie angewendet werden.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Für die Ubicninone, die zur Gruppe der in der Natur weit verbreiteten Biochinone gehören und am Elektronentransportsystem der Atmungskette beteiligt sind, wurden zahlreiche pharmakologische Wirkungen gefunden. Besonderes Interesse besitzt das Ubichinon-10, da es auch im menschlichen Gewebe vorhanden ist.
Bevorzugtes Ausgangsmaterial für die Gewinnung der Ubichinone sind mikrobielle Biomassen, besonders solche, die Ubichinon-10 in relativ hoher Menge enthalten. Die Gewinnung der Ubichinone erfolgt im allgemeinen durch Extraktion der Trockenbiomassen mit organischen Lösungsmitteln, Verseifung der Lipidextrakte und Isolierung der Ubichinone aus der unverseifbaren Fraktion. Bei Verwendung der für die Lipidextraktion üblichen Lösungsmittelsysteme, beispielsweise Chloroform/Methanol-Gemischen, werden die Ubichinone unselektiv zusammen mit den anderen Lipiden und einem bestimmten Anteil an hydrophilen Zellbestandteilen gelöst. Die Ubichinone liegen somit im Extrakt in entsprechend niedriger Konzentration *όγ, so daß die nachfolgende Isolierung eiren hohen Aufwand an Chemikalien, Arbeitszeit und Energie erfordert.
Stand der Technik sind weiterhin Verfahren zur Gewinnung der Ubichinone, bei denen durch die Verwendung spezieller Lösungsmittelsysteme eine bevorzugte Extraktion der· Ubichinone und damit eine Anreicherung im Extrakt erfolgt. Beispiele hierfür sind die Verwendung von Acetonitril nach JP-PS 53-121996, der Einsatz von Aceton nach UE-OS 2834952 sowie von Aceton/Wasser-Gemischen nach DD-WP 229152 als Extraktionsmittel. Abgesehen davon, daß die Selektivität der Extraktion und die erreichte Ausbeute an Ubichinonen teilweise nicht befriedigt, haben die bekannten Verfahren zur Gewinnung von Ubichinonen den entscheidenden
Nachteil, daß bei der Extraktion der Biomassen große Mengen von Lösungen anfallen. Aus diesen Lösungen müssen die ubichinonhaltigen Extrakte destillativ abgetrennt und die organischen Lösungsmittel zurückgewonnen, regeneriert oder vernichtet werden. Ebenso müssen die organischen Lösungsmittel aus der Biomasse vor deren V'eiterverwenduiig entfernt v/erden. Die Vielstufigkeit der notwendigen Isolierungs- und Reinigungsoperationen verursacht hohe Kosten, begünstigt Betriebsstörungen und kann zu Qualitätsminderungen führen.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, den Aufwand für die Gewinnung von Ubichinonen aus mikrobiellen Biomassen zu senken.
Darlegung des Vlesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Dbichinone aus mikrobiellen Biomassen selektiv,, nahezu vollständig und mit einer geringen Zahl an erforderlichen Arbeitsstufen abzutrennen. Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß eine ubichinonhaltige Bakterienbiomasse einer Hochdruckextraktion mit Kohlendioxid und einem Selektivlösungsmittel unterworfen wird und aus dem beladenen Extraktionsmittel ein 2 bis 10 Ma.-% Dbichinone enthaltender Extrakt abgeschieden wird.
Als Ausgangsmaterial sind Ubichinnne enthaltende Bakterienbiomassen einsetzbar, beispielsweise Bakterienbiomassen, die auf Methanol als Substrat in kontinuierlicher Kultur erzeugt wurden. Besonders vorteilhaft ist die Verwendung von Bakterienbiomassen im Anschluß an eine Produktbildungsphase, beispielsweise von Bakterienbiomassen auf Basis von Methanol nach der Nutzung zur Gluconsäureproduktion aus Glucose. Die Bakterienbiomasse kann erforderlichenfalls vor der Extraktion einem Zellaufschlußverfahren unterworfen werden.
Die Hochdruckextraktion erfolgt in an sich bekannter V/eise bei einem Druck im Bereich von 7 bis 35 MPa und einer Temperatur im Bereich von 30 bis 70 C. Als Extraktionsmittel wird das physiologisch unbedenkliche, nichtbrennbare und billige CO2 eingesetzt. Die Hochdruckextraktion wird in Gegenwart eines Selektivlösungsmittels vorgenommen. Das Selektivlösungsmittel kann entweder direkt dem CO0 zudosiert werden oder dem Ausgangsmaterial zugemiöcht und aus diesem im Verlauf der Extraktion zusammen mit dem CO9 ausgetragen werden. Reste von Selek-
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tivlösungsmittel können aus der Biomasse durch eine Nachextraktion mit CU2 entfernt werden. Als Selektivlösungsmittel wird ein Alkohol oder Keton ui/1/oder Wasser in Mengen von 1 bis 15 Ma.-% bezogen auf CtL eingesetzt.
Die Abscheidung des Extraktes erfolgt in bekannter Weise in einer separaten Stufe durch Dichteerniedrigung des beladenen Extraktionsmittels. Die Dichteerni^'drigung kann durch Entspannung oder Druckabsenkung und/oder Temperaturänderung erfolgen. Ebenso kann sie in mehreren Stufen erfolgen, besonders wenn mehrere Extrakte mit unterschiedlicher Zusammensetzung gewonnen werden sollen. Abgeschiedene Anteile an Selektivlösungsmittel v/erden destillativ entfernt .
Der erfindungsgemäO gewonnene Extrakt enthält etwa 2 bis 10 Ma.-% Ubichinone. Bei einem durchschnittlichen Ubichipongehalt in der Biomasse von etwa 0,1 Ma.-% erfolgt damit durch das erfindungsgemäße Verfahren eine Anreicherung der Ubichinone um bis zu 2 Größenordnungen. Vergleichsweise enthält mit Hilfe bekannter Verfahren gewonnener Extrakt, beispielsweise bei Anwendung von Chloroform/Methanol-Gemischen als Extraktionsmittel, <1 Ma.-% Ubichinone. Außerdem ist in den erfindungsgemäß gewonnenen Extrakten der Gehalt an den die weitere Aufarbeitung störenden Phospolipiden im Vergleich zu den üblichen Extrakten vernachlässigbar gering.
Die Ubichinone können aus dem Extrakt mit Hilfe bekannter Verfahren, beispielsweise durch Verseifung des Extraktes in Gegenwart eines Antioxidationsmittels und nachfolgende säulenchromatographische Abtrennung der Ubichinone aus der : unverseifbaren Fraktion mit vermindertem Aufwand gewonnen v/erden. Das Extraktionsmittel ist ohne weitere arbeits- und energieintensive Reinigung direkt in den Kreislauf zurückführbar. Zu seiner erneuten Einführung in die Extraktionsstufe wird lediglich die zur Abscheidung vorgenommene Dichteänderung wieder rückgängig gemacht. Die Kreislaufführung des Extraktionsmittels bietet die Möglichkeit, den Verfahrensablauf zu automatisieren und besonders wirtschaftlich zu extrahieren.
Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht folglich darin, daß Ubichinone aus mikrobiellen Biomassen mit einer geringen Zahl an Arbeitsstufen sowie lit vermindertem Aufwand an Hilfsstoffen, Arbeitszeit und Energie und unter Vermeidung jeglicher Umweltbelastung gewonnen werden können.
27t 128
Die Erfindung wird durch die nachfolgenden Beispiele näher erläutert:
Beispiel 1
Eine Baktorienbiomasse des Stamms Acetobacter methanolicus IMET B 346 wurde durch kontinuierliche Kultivierung auf Methanol erzeugt, aus dem Fermentationsmedium aogetrennt und lyophilisiert.
39,5 g des Bakterientrockenproduktes mit einem Gehalt von 0,050 % Ubininon-10 wurden in den Extrakticnsbehälter gefüllt und 1,25 Stunden mit einem Gemisch aus 86,5 Ma.-% CO2 und 13,5 Ma.-% Ethanol bei 20 MPa und 47 0C extrahiert. Die spezifische Durchsatzmenge an Extraktionsmittelgemisch betrug 7,5 g/g Einsatzprodukt. Anschließend wurde die Biomas.3 zur Entfernung des rest-' liehen Ethanols 1,25 Stunden mit CO2 nachextrahiert.
Im Abscheidebehälter wurde durch Entspannung des bel&denen Extraktionsmittels ein ethanolha]tiger Extrakt abgeschieden. Nach destillativer Abtrennung des Ethanols fielen 0,42 g Extrakt n.it einem Ubichinongehalt von 2,9 % (62 % der in der Biomasse enthaltenen Ubichinonmenge) an. Der P-Gehalt des Extraktes betrug 0,14 %.
Vergleichsweise wurden 100 g Biomassetrockenprodukt nach Vorbeck und Marinetti (J. Lipid Res. 6, 3, 1965) 3-mal mit je 1 1 Chloroform/Methanol (2:1) extrahiert. Aus der Extraktionslösung wurden die Lösungsmittel 'sstillativ abgetrennt und aus dem Rückstand wurde die hexanlösliche Fraktion hergestellt. Es fielen 6,2 g Extrakt mit einem Ubichinon-Gehalt von 0,74 % und einem P-Gehalt von 2,2 % an.
Beispiel 2
Eine Charge Bakterienbiomasse gemäß Beispiel 1 wurde durch Behandlung in einem Vibrationshomogenisator mechanisch aufgeschlossen und anschließend lyophilisiert.
23,8 g der vorbehandelten Biomasse mit einem Ubichinon-Gehalt von 0,058 % wurden mit 14,5 g/g des oben beschriebenen Extraktionsmittelgemischs 2,5 Stunden bei 20 MPa und 65 0C extrahiert. Anschließend erfolgte 1,5 Stunden eine Nachextraktion mit CO2.
Der analog Beispiel 1 gewonnene Extrakt enthielt 2,2 % Ubichinon-10. Das Ubiuhinon-10 war vollständig aus der Biomasse abgetrennt.
Beispiel 3
Eine auf Methanol kultivierte Bakterienbiomasse von Acetobacter spec, wurde zur mikrobiellen Produktion von Gluconsäure aus Glucose nach DD-WP 246 334 verwendet, anschließend aus dem Fermentationsmedium abgetrennt, mit Wasser gewaschen und lyophilisiert.
35,3 g des Biomassetrockenproduktes mit einem Ubichinon-Gehalt von 0,061 % wurden 1,25 Stunden mit 8,5 g/g eines Gemischs aus 89,8 Ma.-% CO2 und 10,2 Ma.-% Ethanol bei 20 MPa und 53 0C extrahiert und 0,5 Stunden mit CQ2 nachextrahiert.
Im Abscheidebehälter erfolgte b i 58 MPa und 25 C die Abscheidung des Extraktes. Das Extraktionsmittel wurde in den Kreislauf zurückgeführt. Es wurden 0,24 g Extrakt mit einem Ubichinon-Gehalt von 8,3 % (92 % der Ubichinonmenge) gewonnen.

Claims (2)

  1. 2 7M 28
    Patentanspruch
    1. Verfahren zur Gewinnung von Ubichinonen, dadurch gekennzeichnet, daC eine ubichinonhaltige Bakterienbiomasse einer Hochdruckextraktion mit Kohlendioxid und einem Selektivlösungsmittel unterworfen wird und aus dem beladenen Extraktionsmittel ein 2 bis 10 Ma.-% Ubichinone enthaltender Extrakt abgeschieden wird, aus dem die Ubichinone in bekannter Weise gewonnen werden.
  2. 2. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bakterienbiomasse vor der Extraktion einem Zellaufschlußverfahren unterworfen wird.
DD31409488A 1988-03-28 1988-03-28 Verfahren zur Gewinnung von Ubichinonen DD271128B5 (de)

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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WO2006118167A1 (ja) * 2005-04-27 2006-11-09 National University Corporation Toyohashi University Of Technology 圧縮二酸化炭素を用いて抽出されたキノン化合物を利用したキノンプロファイル法等

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WO2006118167A1 (ja) * 2005-04-27 2006-11-09 National University Corporation Toyohashi University Of Technology 圧縮二酸化炭素を用いて抽出されたキノン化合物を利用したキノンプロファイル法等
JP5066720B2 (ja) * 2005-04-27 2012-11-07 国立大学法人豊橋技術科学大学 圧縮二酸化炭素を用いて抽出されたキノン化合物を利用したキノンプロファイル法等

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