DD272880A5 - Kaltband mit elektrolytisch aufgebrachter nickelbeschichtung hoher diffusionstiefe und verfahren zur herstellung des kaltbandes - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Kaltband mit elektrolytisch aufgebrachter Nickelbeschichtung hoher Diffusionstiefe und ein Verfahren zur Herstellung des Kaltbandes. Um ein Kaltband und ein Verfahren zu seiner Herstellung zu entwickeln, welches verringerte Klebeneigung besitzt, gut umformbar ist, hohe Diffusionstiefen der Beschichtung und guenstiges Korrosionsverhalten aufweist, in seinem elektrochemischen Verhalten verbessert ist und wirtschaftlich herstellbar ist, wird mit der Erfindung vorgeschlagen, dass die Nickelschicht eine Staerke von 1 mm bis 6 mm aufweist und eine elektrolytisch aufgebrachte Cobaltschicht einer Staerke von 0,01 mm bis 1,0 mm traegt, wobei das Kaltband abschliessend nach der Beschichtung mit einer Temperatur zwischen 580C und 710C waermebehandelt ist.
Description
Kaltband mit elektrolytisch, aufgebrachter Nickelbe schichtung hoher Diffusionstiefe und Verfahren zur Herstellung des Kaltbandes
Die Erfindung betrifft ein Kaltband mit elektrolytisch, aufgebrachter Nickelbeschichtung. Derartige Kaltbänder werden auf den verschiedensten Anwendungsgebieten eingesetzt, wo neuzeitliche Fertigungsverfahren an den Werkstoff in Bezug auf mechanische Eigenschaften, Oberfläche, Verarbeitbarkeit und dgl· hohe Ansprüche stellen, die nur von kaltgewalzten Erzeugnissen zu erfüllen sind.
Kaltband gemäß DIN 1624 hat nach der Kaltverformung durch entsprechende vorbereitete Walzen glatte, dichte und glänzende oder gleichmäßig schwach aufgerauhte Oberflächen· Kaltband ist in der Oberflächenart RP und HPG poren- und rissefrei, so daß es ohne Probleme oberflächenveredelt, insbesondere vernickelt werden kann· Ein tiefziehfähiges Kaltband mit elektrolytisch aufgebrachter Nicke!beschichtung ist daher bekannt.
Aus wirtschaftlichen Gründen werden im Bereich der Bandgalvanisierung grundsätzlich dünnere galvanische Beschichtungen angewendet, als sie bei der Stückgalvanisierung üblich sind· Durch geeignete Maßnahmen, wie Abschirmungen der Anode, Flutung, Einsetzen von perforierten Platten vor den Anoden ist es erreichbar, daß die Abscheidungen in gleichmäßiger Schichtstärke erfolgen und
Schichtstärkenunterschiede auf ein Minimum reduziert werden· Nachteilig ist aber, daß die dünneren Schichten eine geringere Korrosionsbeständigkeit haben als dickere galvanische Schichten· Darüber hinaus ist nachteilig, daß das kaltgewalzte Band oder kaltgewalzte und galvanisierte Bänder beim Glühen im geschlossenen Coil eine "Klebeneigung" hat· Bevorzugt entstehen solche Klebestellen beim Kaltwalzen von kohlenstoffarmen Kaltband, dessen Oberfläche eine minimale Mikrorauhigkeit aufweist, !fach dem Aufwickeln und der Wärmebehandlung bilden sich sporadisch oder großflächig und kontinuierlich Klebestellen, wo die aufeinanderliegenden Flächen hartnäckig und schwer trennbar aneinander haften· Beim Abwickeln von Abhaspei erfolgt ein Trennen/ Auf reißen der Klebestellen, wodurch die hochwertige Oberfläche beschädigt oder zerstört wird· Außerdem können durch die Klebestellen, neben der Ausschußbildung, erhebliche Betriebsstörungen entstehen«
Im Rahmen der Herstellung von Kaltband ist es ferner bekannt, die galvanisch vernickelten Bänder vor der Weiterverarbeitung einer Wärmebehandlung zu unterziehen, um die Umformbarkeit des Verbundsystems Band plus Beschichtung zu erhöhen· Bei dieser thermischen Behandlung diffundiert das abgeschiedene Nickel in das Grundmetall hinein· Die Diffusionsgeschwindigkeit ist nachteiligerweise relativ niedrig und das Verfahren ist zeitraubend und teuer, wenn gewisse Diffusionstiefen und die Bildung von bestimmten Mischkristallen angestrebt werden«
Ziel der Erfindung ist es, die vorgenannten Nachteile zu vermeiden«
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein galvanisiertes Kaltband und ein Verfahren zu seiner Herstellung zu entwickeln, welches keine Klebeneigung besitzt, gut umformbar ist, hohe Diffusionstiefen der Beschichtung und günstiges Korrosionsverhalten aufweist, in seinem elektrochemischen Verhalten verbessert ist und wirtschaftlich herstellbar ist·
Die Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Nickelschicht eine Stärke von 1 bis 6 ,um aufweist und eine elektrolytisch aufgebrachte Cobaltschicht einer Stärke von 0,01 bis 1,0 /um trägt, wobei das Kaltband abschließend nach der Beschichtung mit einer Temperatur zwischen 580 0C und 710 0C wärmebehandelt ist· Ein derartig beschichtetes und wärmebehandeltes Kaltband neigt überraschenderweise nicht mehr zum Kleben und zeigt ein wesentlich günstigeres Korrosionsverhalten als die nur vernickelten Bändern, die die gleiche Gesamtschichtstärke aufweisen. Das elektrochemische Verhalten des erfindungsgemäßen Kaltbandes weist hinsichtlich Aktivität, Polarisierbarkeit und Elektrodenpotential wesentlich günstigere Werte auf als die nur vernickelten Bänder· Nickelbeschichtung, Cobaltbeschichtung und Wärmebehandlung ergänzen sich kombinatorisch zur Erzielung eines über die Summenwirkung hinausgehenden Gesamteffekts, da ein Verbundmaterial geschaffen wird, welches bei qualitativ hochwertigen Eigenschaften wirtschaftlich erzielbar ist· Bei der thermischen Behandlung entsteht eine wesentlich höhere Diffusionsgeschwindigkeit, wodurch qualitativ bessere Umformbarkeit des Verbundsystems wirtschaftlicher erreicht wird und wobei das Eindringen der Überzugsmetalle in das
Grundmaterial durch Diffusion eine Tiefe zeigt, die das Mehrfache der Oberzugsdicke (einschließlich Hickel-Schicht) ausmacht, Trotz der außerordentlich dünnen Cobaltbeschichtung wird ein hoher technischer und wirtschaftlicher Gesamterfolg erzielt.
Die Patentliteratur beschreibt als bekannt die Cobaltabscheidung für verschiedene Aufgaben mit unterschiedlichen Verfahrensgängen, jedoch enthält sie keine Lehre, die gleiche Zielsetzung und Lösungswege, wie die vorliegende Erfindung beschreibt·
Die DE-OS 1 421 999 beschreibt die Cobaltbeschichtung von Magnetbändern, die aus Kunststoff bestehen.
Die DE-OS 2 048 209 begehrt Patentschutz für die Herstellung von glänzenden Co-Schichten mit organischen Zusätzen, vorzugsweise in niedrigen Stromdichtenbereichen (<0,5 A/dm ).
Die DE-OS 2 060 120 beschreibt die Co-Abscheidung aus jodidhaltigen Elektrolyten.
Die DE-OS 2 134 457 erwähnt vier Zusätze, die die Co-Abscheidung auch in Anwesenheit von Zn-Verunreinigungen ermöglichen.
Die DE-OS 2 417 952 beschreibt die Co-Abscheidung (hauptsächlich Co-Legierungen) mit Zusätzen von Mannit, Sorbit etc.
Die DE-PS 25 22 130 patentiert die Abscheidung von seidenmatten Hi-Co-Legierungen mit Hilfe von Polysiloxan-Polyoxialkylen-Blockpolymere.
Die DE-OS 2 642 666 beschreibt die hochglänzende Co- und Ni-Co-Legierungsabscheidung, um Ni zu sparen.
Die DE-OS 2 718 285 bat ähnliche Zielsetzung vie die DE-OS 2 642 666.
Die DE-OS 3 112 919 beschreibt die Anwendung von Co-, Co-Legierungsschichten für die bessere Haftung der darauf folgenden Aluminium- Abscheidung·
In einer zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung ist das Grundmaterial ein kohlenstoffarmes Stahlband, welches eine Nickelschicht von 1,5 bis 5 /um Stärke und eine Cobaltschicht von 0,1 bis 0,5 /um Stärke trägt, wobei die abschließende Wärmebehandlung bei einer Temperatur zwischen 600 0C und je nach Stahlsorte 710 0C durchgeführt ist. Vorzugsweise beträgt die Stärke der aufgetragenen Nickelschicht 2 /um und die Stärke der aufgetragenen Cobaltschicht 0,1 /um.
Zweckmäßigerweise ist das Grundmaterial des Kaltbandes durch ein ferritisches Gefüge mit eingelagertem Zementit bei mittleren Korngrößen zwischen 17,0 und 12,0 /um gekennzeichnet, wobei der Stahl 0,001 bis 0,070 % C, 0,170 bis 0,350 % Mn, 0,005 bis 0,020 % P, 0,005 bis 0,020 % S, 0,030. bis 0,060 % Al, 0,0015 bis 0,0070 % N, 0,003 bis 0,006 % B oder anstelle des Bors oder zusätzlich 0,005 bis 0,15 % Ti, Rest Eisen mit den üblichen Verunreinigungen enthält· (Sämtliche Angaben in Gew. %)· Vorzugsweise weist das Grundmetall eine Stahlanalyse mit
C 0,030 - 0,060 %
Mn 0,200 - 0,250 %
P 0,005 - 0,020 %
S 0,005 - 0,015 %
Al 0,030 - 0,060 %
И 0,0015 - 0,0070 %
Ti 0,005 - 0,015 %,
Rest Eisen mit den üblichen Begleitelementen
auf· Nach dem Tiefziehen werden aufgrund des sehr feinen Korndurchmessers glatte Oberflächen erzielt« Die Zusammensetzung des Stahls ist insbesondere wesentlich, um die globulare Form des Korns und die oben angegebene Korngröße über die gesamte Ringlenge im Kaltband auch in den Anfangs- und Endbereichen zu erreichen·
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung des oben beschriebenen Kaltbandes ist dadurch gekennzeichnet, daß als Ausgangsmaterial ein Warmband einer Stärke von 1,8 bis 2,8 mm verwendet wird, das Warmband mit oder ohne Zwischenglühe mit derart abgestimmten Abwalzgraden kaltgewalzt wird, daß eine relative Zipfelhöhe von maximal 3 % bei einer Endstärke nach dem Kaltwalzen zwischen 0,10 und 0,70 mm erreicht wird, daß das Kaltband anschließend elektrolytisch im alkalischen Entfettungsbad bei einer Temperatur von 50 bis 70 0C, einer Stromdichte von 5 bis 60 A/dm2, 5 bis 30 Sek. lang mit oder ohne Umpolung entfettet wird, daß nach einem Spülvorgang in 50 bis 20 Gew*-% Schwefelsäure 3 bis 8 Sek· lang dekapiert wird, darauf elektrolytisch bei einer Temperatur von 50 bis 80 0G, bei einer Stromdichte von 5 bis 70 A/dm2 und bei einen pH-Wert von 3,5 bis 3»8 vernickelt wird, daß nach einem Spülvorgang hierauf elektrolytisch eine Cobaltschicht bei einer Temperatur von 50 bis 70 0C, bei einer Stromdichte von 5 bis 30 A/dm und einem pH-Wert von 3,0 bis 3,5 abgeschieden wird und schließlich nach einem Spülen und Trocknen des Kaltbandes eine thermische Glühbehandlung in einer Schutzgasatmosphäre bei einer Temperatur von 580 0C bis 710 0C durchgeführt wird. Das derart
2 72a 8 О
erhaltene Kaltband weist keine Klebeneigung auf, zeichnet sich durch einen durch chronoamperometrische Messungen wahrnehmbaren Stromfluß wesentlich höherer Größenordnung als bekannt aus und ist durch die dünne Beschichtung mit teurem Cobalt außerordentlich wirtschaftlich« Bei der Wärmebehandlung dringt durch Diffusion Nickel und Cobalt tief in das Grundmaterial ein.
Mit Vorteil können zur elektrolytischen Abscheidung von Nickel und Cobalt folgende Elektrolytzusammensetzungen verwendet werden:
Nickelabscheidung Elektrolytzusammensetzung
. 6H2O 150 - 300 g/l
Cl (als NiCl2 . 6H2O) 15 - 30 g/l
Borsäure 40 - 42 g/l
Cobaltabscheidung Elektrolytzusammensetzung
300 - 350 g/l 40 - 60 g/l 15 - 25 g/l 40 - 42 g/l.
| CoSO. · | 7H2O |
| CoCl2 . | 6H2O |
| NaCl | |
| Borsäure | |
| ÄusfUhrungsbeispiele |
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile des Gegenstandes der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung vierer Beispiele:
1.1 Grundmaterial (Stahlanalyse)
Zusammensetzung Δ
0,020 - 0,070 0,170 - 0,350 0,005 - 0,020 0,005 - 0,020 0,030 - 0,060 0,003 - 0,006
Gew.% Gew.% Gew.% Ge w. % Gew.% Gew.%
< 0,0070 Gew.JS
Mn
Al
0,020 0,170 0,005 0,005 0,030
Gew.% Gew.% Gew.% Gew.% Gew.%
Zusammensetzung B
Ii < 0,0030 Gew.%
Zusammensetzung D
| C | 0,030 - 0,060 | Gew.% | C | 0,001 - 0,01 | Gew.% |
| Mn | 0,200 - 0,250 | Gew.% | Mn | 0,150 - 0,200 | Gew.% |
| P | 0,005 - 0,020 | Gew.% | P | 0,005 - 0,020 | Gew.% |
| S | 0,005 - 0,015 | Gew.% | S | 0,005 - 0,015 | Gew.% |
| Al | 0,030 - 0,060 | Gew.% | Al | 0,030 - 0,060 | Gew.% |
| Ti | 0,005 - 0,015 | Gew.% | Ti | 0,05 -0,15 | Gew.% |
| N | < 0,0070 | Gew.% | N | < 0,0070 | Gew.% |
Textur: Ferritisches Geftige mit eingelagertem Zementit. Die Korngröße beträgt: 17,0 - 12,0 /um (als mittlere Korngröße ausgedrückt), vorliegend als globulare Körner, um nach dem Tiefziehen aufgrund des sehr feinen Korndurchmessers glatte Oberflächen zu erzielen.
Entscheidend wichtig ist die Zusammensetzung des Stahls, um diese Kornform und Korngröße über die gesamte Ringlänge auch in den Anfangs- und Endbereichen zu erzielen.
1·2 Kaltwalzen
Bei der Herstellung der erfindungsgemäBen veredelten Stahlbänder geht man von 1,8 - 2,8 mm dickem Warmband aus· Das Warmband wird kaltgewalzt mit oder ohne Zwischenglühe, mit abgestimmten Abwalzgraden, um eine relative Zipfelhöhe von max· 3 % zu erreichen· Die Enddicke nach dem Kaltwalzen beträgt 0,10 - 0,70 mm·
1·3 Galvanische Veredlung
1.3*1 Elektrolytisch entfetten im handelsüblichen alkalischen Entfettungsbad, bei einer Temperatur von ca. 50 - 70 0C, bei einer Stromdichte von 5-60 A/dm , 5-30 Sekunden lang, mit oder ohne Umpolung·
1.3.2 Spülen
1·3·3 Dekapieren in 5 - 20 Gew«-% Schwefelsäure, 3-8 Sekunden lang.
80 0C, bei einer Stromdichte von 5-70 A/dm , bei einem
1·3·4 Elektrolytisch vernickeln bei einer Temperatur von 50 80 0C, bei einer Strom pH-Wert von 3,5 - 3,8.
Elektrolytzusammense tzung:
| HiSO4 · 6H2O | 6H2O) | 150 | - 300 | g/l |
| Cl (als HiCl2 . | 15 | - 30 | g/l | |
| Borsäure | 40 | - 42 | g/l | |
| Schichtstärke | ca· | 1 /um· | ||
1.3-5 Spülen
1.3·6 Elektrolytische Co-Schicht auftragen bei einer Temperatur von 50 - 70 0C, bei einer Stromdichte von 5-30 A/dm2, bei einem pH-Wert von 3,0 - 3,5·
Elektrolytzusammensetzung:
| CoSO4 . 7H2O | 300 - | 350 g/l |
| CoCl2 · 6H2O | 40 - | 60 g/l |
| HaCl | 15 - | 25 g/l |
| Borsäure | 40 - | 42 g/l |
| Schichtstärke | 0,01 - | 0,8 yU |
| 1.3.7 Spülen |
1·3·8 Trocknen
1*4 Thermische Behandlung (Glühen)
Bas veredelte Material wird mit einem definierten Schutzgas (mit ca· bis 100 % H2) geglüht, um eine fleckenfreie Oberfläche zu erreichen·
Die Temperatur beträgt 580 - 710 0C je nach Stahltype und aufgetragener galvanischer Schichtdicke. Mit der Optimierung der thermischen Behandlung bei verschiedenen Temperaturen erreicht man gezielte Diffusionstiefen·
Bei der Prüfung eines derartig hergestellten vernickelten und mit dünnem Co überzogenen und abschließend wärme-
behandelten Kaltbandes wurde praktisch keine Klebeneigung mehr festgestellt· Im alkalischen Medium zeigen die Kaltbänder eine sehr gute Beständigkeit· Zur Messung des elektrochemischen Verhaltens wurden chronoamperometrische Messungen durchgeführt· Diese Meßmethode basiert auf der Tatsache, daß bei einer konstanten Spannung (z. B. plus 100 mV) die Bildung einer Oxidschicht auf der Oberfläche um so schneller geschieht, je aktiver die geprüfte Oberfläche ist. Die Messung erfolgt mit dem sogenannten Dreielektrodensystem, wobei folgende Elektroden angewendet wurden:
Referenzelektrode: Quecksilberoxid/Quecksilber (HgO/Hg) Hilfselektrode: Platindraht
Arbeitselektrode: erfindungsgemäß vernickeltes, cobaltiertes
und wärmebehandeltes Kaltband scheibenför-
2 mig, Fläche: 283 mm
Elektrolyt: 35 %ige Kaliumhydroxid-Lösung.
Die Messung erfolgt nach Voraktivierung, die die natürliche Oxidschicht von der Oberfläche unmittelbar vor der chronoamperometrischen Messung entfernt· Die angewendete Voraktivierungsspannung betrug ca· -550 mV·
Es wurde überraschend festgestellt, daß, während die nur vernickelten Arbeitselektroden ca· 8 - 10 /UA Stromübergang zeigten, der Stromübergang bei den erfindungsgemäß aufgebauten Arbeitselektroden 80 - 90 mA betrug· Durch die schnelle Oxidbildung nahm der Strom sehr schnell ab und tendiert asymtotisch nach ca·
3 Minuten zu O mA. Bei den nur vernickelten Arbeitselektroden erreichte man den nahen O-Wert (Strom) erst nach 15-20 Minuten«
Ss wurde festgestellt, daß das in alkalischem Elektrolyten entstehende Elektrodenpotential des erfindungsgemäß hergestellten Kaltbandes mindestens zweimal solange konstant bleibt, als die nur aus vernickeltem Kaltband bestehende Elektrode·
Schließlich wurde durch metallographische Schliffe und Oberflächenanalysen mit der Glimmentladungslampe überraschenderweise festgestellt, daß die Diffusionstiefe der Überzugsmetalle Nickel und Cobalt ein Mehrfaches ausmachen, als die aufgetragene Schichtstärke· Bei einer aufgetragenen Schicht von 2 /um Nickel und 0,1 yum Cobalt ergab sich als Diffusionstiefe - Eindringen des Überzugsmetalls in das Grundmaterial Stahl - ein Wert von 5 /um· Eieraus ist erkennbar, daß ein neues Verbundmaterial besonderer Eigenschaften mit dem erfindungsgemäßen Verfahren herstellbar ist·
Claims (3)
- Berlin, 14. 12. 1988 70 787/13Patentansprüche1· Kaltband mit elektrolytisch aufgebrachter Nickelbeschichtung hoher Diffusionstiefen, dadurch gekennzeichnet, daß die Nickelschicht eine Stärke von 1 /um bis 6 ,um aufweist und eine elektrolytisch aufgebrachte Gobaltschicht einer Stärke von 0,01 yum bis 1,0 /um trägt, wobei das Kaltband abschließend nach der Beschichtung mit einer Temperatur zwischen 580 0C und 710 0C wärmebehandelt ist.2· Kaltband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Grundmaterial ein kohlenstoffarmes Stahlband ist, welches eine Nickelschicht von 1,5 /um bis 5 /um Stärke und eine Cobaltschicht von 0,1 ,um bis 0,5 /um Stärke trägt, wobei die abschließende Wärmebehandlung bei einer Temperatur zwischen 600 0C und 710 0C durchgeführt ist.3. Kaltband nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stärke der aufgetragenen Nickelschicht 2 ,um und die Stärke der aufgetragenen Cobaltschicht 0,1 ,um beträgt.
- 4. Kaltband nach einem der Ansprüche 1 bis 3s dadurch gekennzeichnet, daß das Grundmaterial ein ferritisches Gefüge mit eingelagertem Zement it bei mittleren Korngrößen zwischen 17,0 und 12,0 ,um aufweist, wobei der Stahl 0,001 bis 0,070 % C, 0,170 bis 0,350 % Mn, 0,005 bis 0,020 % P, 0,005 bis 0,020 % S, 0,030 bis 0,060 % Al, 0,0015 % bis 0,0070 % N, 0,003 bis 0,006 % B oder anstelle des Bors 0,005 bis 0,15 Ti, Rest Eisen mit den üblichen Begleitelementen enthält«Kaltband nach Anspruch 4» dadurch gekennzeichnet, daß das Grundmaterial eine Stahlanalyse mit 0,030 bis 0,060 % C, 0,200 bis 0,250 % Mn, 0,005 bis 0,020 % P, 0,005 bis 0,015 % S, 0,030 bis 0,060 % Al, 0,0015 bis 0,0070 % N, 0,00? bis 0,015 % Ti, Rest Eisen mit den üblichen Verunreinigungen, aufweist·Verfahren zur Herstellung eines Kaltbandes mit elektrolytischer aufgebrachter Nickelbeschichtung hoher Diffusionstiefe, dadurch gekennzeichnet, daß als Ausgangsmaterial ein Warmband einer Stärke von 1,8 bis 2,8 mm verwendet wird, das Warmband mit oder ohne Zwischenglühe mit derart abgestimmten Abwalzgraden kaltgewalzt wird, daß eine relative Zipfelhöhe von maximal 3 % bei einer Endstärke nach dem Kaltwalzen zwischen 0,10 und 0,70 mm erreicht wird, daß das Kaltband anschließend elektrolytisch im alkalischen Entfettungsbad bei einer Temperatur von 50 0C bis 70 0C, einer Stromdichte von 5 A/dm2 bis 60 A/dm2 5 bis 30 Sek. lang mit oder ohne Umpolung entfettet wird, daß nach einem SpülVorgang in 50 bis 20 Gew,-% Schwefelsäure 3 bis 8 Sek· lang dekapiert wird, darauf elektrolytisch bei einer Temperatur von 50 0C bis 80 0C, bei einer Stromdichte von 5 A/dm bis 70 A/dm und bei einem pH-Wert von 3»5 bis 3,8 vernickelt wird, daß nach einem Spülvorgang hierauf elektrolytisch eine Cobaltschicht bei einer Temperatur von 50 0C bis 70 0C, bei einer Stromdichte von 5 A/dm bis 30 A/dm und einem pH-Wert von 3,0 bis 3»5 abgeschieden wird und schließlich nach einem Spülen und Trocknen des Kaltbandes eine thermische Glühbehandlung in einer Schutzgasatmosphäre bei einer Temperatur von 580 0C bis 710 durchgeführt wird.
- 7. Verfahren zur Herstellung von Kaltband gemäß Anspruch. 6, dadurch gekennzeichnet, daß zur elektrolyt!sehen Abscheidung von Nickel und Cobalt folgende Elektrolytzusammensetzungen verwendet werden:Nickelabscheidung ElektrolytzusammensetzungCobaltabscheidung Elektrolyt zusammensetzung300 - 350 g/l 40 - 60 g/l 15 - 25 g/l 40 - 42 g/l.
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