DD275471A1 - Antimikrobielle ausgeruestete waessrige kunstharzdispersionen - Google Patents

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DD275471A1
DD275471A1 DD31970788A DD31970788A DD275471A1 DD 275471 A1 DD275471 A1 DD 275471A1 DD 31970788 A DD31970788 A DD 31970788A DD 31970788 A DD31970788 A DD 31970788A DD 275471 A1 DD275471 A1 DD 275471A1
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DD
German Democratic Republic
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synthetic resin
resin dispersions
antimicrobial
dispersions
waessress
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Application number
DD31970788A
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English (en)
Inventor
Wolfgang Walek
Hans-Dieter Pfeiffer
Barbara Benecke
Christel Klaeger
Hans-Dieter Klaeger
Jutta Naumann
Ulf Thust
Kurt Trautner
Original Assignee
Bitterfeld Chemie
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Abstract

Die Erfindung betrifft antimikrobiell ausgeruestete Kunstharzdispersionen auf Basis von Polyvinylacetat oder Polyacrylat. Als Wirkstoffe enthalten die Dispersionen substituierte Cyanimidodithiokohlensaeureester, die sowohl eine Konservierung der waessrigen Kunstharzdispersionen und der damit formulierten Anstrichstoffe waehrend der Lagerung als auch einen Schutz der daraus hergestellten Anstrichfilme vor mikrobiellem Angriff gewaehrleisten.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft anti mikrobiell ausgerüstete wäßrige Kunstharzdispersionen und damit formulierte Anstrichstoffe auf Basis von Polyvinylacetat oder Polyacrylat. Sie kann sowohl zur Lagerhaltung und Konservierung der Dispersionen als auch zum Schutz der daraus hergestellten Anstrichfilme vor mikrobiellem Angriff verwendet werden.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
In letzter Zeit hat die antimikrobielle Ausrüstung von verschiedenartigen Anstrichstoffen sehr große Bedeutung erlangt, weil die vorzeitige Zerstörung von organischen Schutzanstrichen sehr oft auf einer biologischen Schädigung beruht. Die aus der Literatur bekannten und für diese Zwecke verwendeten antimikrobiellen Zusätze werden nicht allen Anforderungen gerecht. So ist das dafür verwendete Benzisothiazolon schwer zugänglich und hat den Nachteil, daß es beim Vermischen mit Kunstharzdispersionen deren für eine langanhaltende Konservierung notwendige Stabilität negativ beeinflußt. ;·
Bekannt und von großer praktischer Bedeutung ist die Anwendung von Formaldehyd. Da aber gerade in letzter Zeit große ;
toxikologische Probleme auftraten, wird der Einsatz von Formaldehyd weltweit minimiert. Außerdem besitzt Formaldehyd auf i
Grund seines hohen Dampfdruckes keine Dauerwirkung. " J
Organozinnverbindungen sind zwar umfassend- und dauerwirksam, können jedoch aus toxikologischen Gründen in ; ;
Innenräumen nicht verwendet werden. \
Es ist auch bekannt, Dithic carbamate wie Thiuram zur Desinfektion und Konservierung von wäßrigen Kunstharzdispersionen zu ·
verwenden. Bei Anwendung üblicher Technologie wird dieses Ziel infolge ungenügender Benetzung und Verteilung des Thiurampulvers aber nur mangelhaft erreicht. Durch Zusatz von Netzmitteln wird zwar eine bessere Verteilung bewirkt, es erfolgt aber eine starke Qualitätsminderung des Anstrichfilmes durch Blasenbildung während des Aufstreichens. j
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, einen geeigneten antimikrobiell wirksamen Zusatz zu wäßrigen Kunstharzdispersionen und damit formulierten Anstrichstoffen auf Basis von Polyvinylacetat oder Polyacrylat zu finden, durch den eine höhere Lagerstabilität und eine bessere Konservierung der Dispersionen und ein sicherer Schutz der Anstrichfilme vor mikrobiellem Angriff erreicht werden soll.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die Aufgabe der Erfindunci besteht darin, neue antimikrobiell ausgerüstete wäßrige Kunstharzdispersionen zu entwickeln. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß bekannte wäßrige Kunstharzdispersionen und damit formulierte Anstrichstoffe auf Basis von Polyvinylacetat oder Polyacrylat, die an sich bekannte Zusatzstoffe (z. B. Pigmente) enthalten, als antimikrobielleWirkkomponente zusätzliche Verbindungen der allgemeinen Formel
^ - C S N,
RS
in der R einen niederen Allyl- oder Alkenylrest bedeutet, enthalten.
Die neuen Wirkstoffe lassen sich nach literaturbekannten Verfahren (DD-PS 256693) durch Alkylierung von Kaliummonoestersalzen der Cyanimidodithiokohlensäure mit Chlorbrommethan herstellen.
Sie sind hervorragend wirksam zur Konservierung wäßriger Kunstharzdispersionen und damit formulierter Anstrichstoffe. Die
erfindungsgemäße Wirkung tritt bereits ab Konzentrationen von 0,01 Masseanteilen in % ein. Für die praktische Anwendung
werden Konzentrationen von 0,05-0,5 Masseanteilen in % verwendet.
Zur Filmausrüstung kommen je nach gewünschter Dauerwirkung und Belastung Konzentrationen von 0,2-3 Masseanteilen in %
zum Einsatz. Zur besseren Verteilung können die Wirkstoffe vor der Einarbeitung in die Kunstharzdispersion unter Zusatz von
Emulgatoren feinvermahlen und/oder auch mit Wasser angeteigt, oder in geeigneter Weise emulgiert werden. Die Wirkstoffe
sind mindertoxisch und gut löslich in handelsüblichen organischen Lösungsmitteln.
Die erfindungsgemäßen Wirkstoffe können allein oder in Kombination untereinander bzw. mit anderen handelsüblichen Konservierungsmitteln eingesetzt werden. Ausführungsbeispiele Beispiel 1 Prüfung der wäßrigen Kunstharzdispersion auf Keimfreiheit Versuchsbeschreibung Die technische Dispersion wird mit der angegebenen Konzentration der erfindungsgemäßen Wirkstoffe gemischt. Anschließend
wird eine Probe (1 ml) entnommen und in ein abgeflammtes, mit Sabourand-Nährmedium (I) und parallel mit Thioglykolat-
Nährmedium (II) gefülltes Reagenzglas gegeben. Die Proben mit dem Kulturmedium I werden 10 Tage bei 22-24T und die mit dem Kulturmedium Il 10 Tage bei 30-320C im Brutschrank bebrütet. Anschließend erfolgt die Begutachtung. Die Ergebnisse sind in Tabelle 1 zusammengefaßt. Dabei bedeutet
+ ohne Befall, - mit Befall.
Tabelle 1: Bewertung der Kunstharzdispersion auf Keimfreiheit Wirkstoff Konzentration Bewertung im Nährmedium
% I Il
Ohne
(bekannt)
Benzisothiazolon 0,1
0,05
Thiuram 1,0
0,7
0,5
(erfindungsgemäß)
Chlormethyl-methyl-
cyanimidodithiocarbonat 0,05
Chlormethyl-isopropyl-
cyanimidodithiocarbonat 0,05
Beispiel 2 Lagertest der wäßrigen Kunstharzdispersion Versuchsbeschreibung
1 kg Kunstharzdispersion wird mit der angegebenen Konzentration der zu prüfenden Wirkstoffe gemischt und in einem Prüfglas
bei Raumtemperatur gelagert.
Die Bewertung auf mikrowellen Befall erfolgt monatlich nach folgendem Boniturschema
1 = kein Befall
2 = schwacher Befall
3 = starker Befall
Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 enthalten.
Tabelle 2: Mikrobieller Befall gelagerter wäßriger Kunstharzdispersion Wirkstoff Konzentration
(bekannt)
Thiuram 0,1
(erfindungsgemäß)
Chlormethyl-methyl-
cyanimidodithiocarbonat 0,05
Chlormethyl-allyl-
cyanimidodithiocarbonat 0,05
1 Monat Lagerzeit 2 Monate 3 Monate
3 3 3
1 1 3
1 1 1
1 1 1
Beispiel 3
Prüfung der Filmstabilität des Anstrichfilmes
Versuchsbeschreibung
Anstrichträger aus Filterpapier werden mit der zu prüfenden Kunstharzdispersion beschichtet. Die getrockneten Filme werden in Petrischalen auf Mineralsalz bzw. Nähragar gelegt und jeweils mit Sporensuspensionen von Penicillium funiculosum (A) Pullularia pullulans (B) und Aspergillus niger (C) besprüht. Danach erfolgt eine 4wöchige Bebrütung im Brutschrank bei 25°C mit wöchentlicher Beurtsilung auf Wachstum nach folgendem Boniturschema
1 = überwuchert
2 = mittlerer Bewuchs
3 = schwacher Bewuchs
4 = kein Bewuchs
Oie Versuchsergebni sse sind in Tabelle 3 zusammengestellt.
Tabelle 3: Pilzbewuchs des Anstcichfilmes
Wirkstoff
Wirkstoffgehalt Bewertung (Woche)
% 1. 2. 3, 4.
ABC ABC ABC ABC
(bekannt)
Thiuram 0,1
(erfindungsgemäß) Chlormethyl-methyl-
cyanimidodithiocarbonat 0,05
Chlormethyl-isopropyl-
cyanimidodithiocarbonat 0,05
322 332
444 444
221 322
444 444
111 222
444 444
111 222
444 444

Claims (3)

1. Antimikrobiell ausgerüstete wäßrige Kunstharzdispersionen und damit formulierte Anstrichstoffe auf Basis von Polyvinylacetat oder Polyacrylat, gekennzeichnet dadurch, daß sie neben an sich bekannten Hilfsmitteln und Zusatzstoffen als antimikrobielle Wirkkomponente Verbindungen der allgemeinen Formel
ClCH9S^
RS'" '
in der R einen niederen Alkyl- oder Alkenylrest bedeutet, enthalten.
-1- 275 41
Patentansprüche:
2. Antimikrobiell ausgerüstete wäßrige Kunstharzdispersionen nach Anspruch 1, gekennzeichnetdadurch, daß die antimikrobielleWirkkomponente in Konzentrationen von 0,01 bis
3 Masseanteilen in % enthalten ist.
DD31970788A 1988-09-12 1988-09-12 Antimikrobielle ausgeruestete waessrige kunstharzdispersionen DD275471A1 (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US7157017B2 (en) 2003-11-26 2007-01-02 Buckman Laboratories International, Inc. Fungicidal compositions and methods using cyanodithiocarbimates

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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